„Der letzte Verrat“ von Nicola Moriarty – Chick-Lit?

Buch: „Der letzte Verrat“

Autorin: Nicola Moriarty

Verlag: Piper

Ausgabe: Taschenbuch, 336 Seiten

Die Autorin: Nicola Moriarty lebt mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen – aber sehr eigensinnigen – Töchtern im Nordwesten von Sydney. Als jüngste Schwester der beiden bekannten Autorinnen Liane und Jaclyn Moriarty begann auch sie sehr früh zu schreiben und kann seither nicht mehr damit aufhören. (Quelle: Piper)

Das Buch: Jedes Geheimnis haben sie geteilt – den ersten Kuss, das erste Mal, die erste große Enttäuschung –, aber die einst vier besten Freundinnen haben sich aus den Augen verloren. Ein paar gemeinsame Tage in einem Strandhaus an Australiens Ostküste sollen Abhilfe schaffen. Bereits am ersten Abend erkennen Eden, Joni, Trina und Deb jedoch, dass sie nicht mehr viel voneinander wissen, darum soll jede in einem anonymisierten Brief ihre geheimsten Wünsche, Ängste und Obsessionen offenbaren. Doch es taucht ein fünfter Brief auf, der sich mit hasserfüllten Drohungen gegen eine von ihnen wendet. Plötzlich ist jedes Vertrauen verloren, stattdessen herrschen Angst und Zwietracht … (Quelle: Piper)

Fazit: Zugegeben, eigentlich wollte ich an dieser Stelle erst „Der Präsident“ von Sam Bourne rezensieren, und das wird auch sehr bald passieren. Der einfache Grund, warum ich „Der letzte Verrat“ vorgezogen habe, ist: Ich werde es sehr bald schon wieder vergessen haben und dann wird es schwierig, darüber zu schreiben.

Ein Freitagabend, ein Samstagmorgen haben gereicht, um dieses Buch durchzulesen. „Oh!“, wird man sagen. „So schnell?“, wird man fragen. „So gut war es?“, wird man anschließend fragen. Tragischerweise muss ich darauf mit: „Nein!“ antworten. Der ziemlich schnell gefasste Entschluss, dieses Buch zügig durchzulesen fußte auf der selben Prämisse, nach der man sagt, man solle Pflaster in einem Zug abziehen: Der Schmerz ist schneller vorbei!

Je länger ich über das Buch nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Schluss, dass es durchaus Menschen geben dürfte, denen so etwas gefallen kann. Nur für mich, nein, für mich war das gar nichts. Zu viel stieß mir bei der Lektüre sauer auf, angefangen bei den Charakteren. Da gibt es Joni, die die einzige der vier Freundinnen ist, die noch kinderlos ist. Dennoch hat sie eine schon fast gluckenhafte Art und versucht penetrant, der Kitt zu sein, der die soziale Gruppe zusammenhält. Insgesamt wirkt Joni wie die Antwort auf eine Frage, die nie gestellt wurde. Die Charakterisierung ihrer Freundinnen geht auch nicht tiefer. Da gibt es die schöne Deb, die sportliche Trina und Eden, die irgendwie gar nichts ist. Bestenfalls erinneren die vier Protagonistinnen an Girlbands der 90er-Jahre. Girl Power!

Auch in stilistischer Hinsicht liegt einiges im Argen. Abseits der Dialoge lässt sich „Der letzte Verrat“ gut lesen, aber insbesondere die Dialoge sind teilweise geschrieben, wie in einer schlechten Soap Opera. Wobei sich mir gerade die Frage stellt, ob es auch gute Soap Operas gibt, aber das soll  uns an dieser Stelle mal nicht weiter beschäftigen.

Letztlich bleibt die Geschichte als solche. Und die klingt im Klappentext (siehe oben) eigentlich gar nicht so schlecht, besticht aber in erster Linie durch ihre Belanglosigkeit und extreme Langeweile.

Insgesamt hatte ich die Hoffnung, so etwas wie „Der Gott des Gemetzels“ zu bekommen, bekam aber eher eine überdimensionale Folge von GZSZ. Daher fasse ich mich, entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten, mal ganz kurz und belasse es bei: „Der letzte Verrat“ vermittelt weniger den Eindruck, ein Roman zu sein, es vermittelt vielmehr den Eindruck, bei allem Respekt, als sei es eine in einem Schreib-Workshop entstandene Schreib-Übung. Ob man diese Schreib-Übung zwingend hätte veröffentlichen müssen, lasse ich mal dahingestellt…

Wertung:

Handlung: 5,5 von 10 Punkten

Charaktere: 5 von 10 Punkten

Stil: 6 von 10 Punkten

Spannung: 5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 5,375 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: Demnächst gibt es dann tatsächlich „Der Präsident“ von Sam Bourne. Das gefiel mir auch besser…

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7 Kommentare zu „„Der letzte Verrat“ von Nicola Moriarty – Chick-Lit?

  1. Hach, solche Rezensionen sind doch immer wieder ermutigend. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es nur mir so geht, wenn es um so belanglose Geschichten geht, welche eigentlich nichts weiter sind als „Zeitverschwendung“ – auch wenn Sommerlektüre, das Buch sollte trotzdem packend sein und leicht Sinn machen. Danke für die Rezi 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Der Dank ist ganz meinerseits! Na, manchmal ist gegen belanglose „Hirn aus – Entspannung an“-Bücher ja auch nichts einzuwenden. Deswegen erwähne ich auch, dass es durchaus Menschen geben dürfte, die so etwas wie „Der letzte Verrat“ gerne lesen. Für mich allerdings war es eher der letzte Mist… 😉

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  2. Ich fing schon an mich zu wundern, solch ein Buch bei Dir in der Rezension zu finden. Klingt vom Klappentext eher nach einer seichten Frauensommerlektüre. Und bei sowas kommt selten was tiefsinniges oder sinnvolles bei rum. Schön, dass ich mich hier nicht geirrt habe. 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Jau, „Der Gott des Gemetzels“ ist richtig gut, tragischerweise bin ich kurz vor Ende der letzten ARD-Übertragung des Films eingeschlafen, weiß also bis heute nicht, wie das Ganze ausgeht! 😦 Aber bis dahin wars super! 🙂

      Aber dieses Buch hier, das ist von „Der Gott des Gemetzels“ so weit entfernt wie „Die Säulen der Erde“ vom Telefonbuch von Olpe! 🙂

      Gefällt 2 Personen

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