Freitagsfragen am Samstag

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

im Brüllmausblog werden in schöner Regelmäßigkeit die Freitagsfragen gestellt. Am Freitag vor einer Woche fielen diese jedoch aus nachvollziehbaren Gründen aus. Auch vorgestrigen Freitag waren sie nicht gesehen. Mit einer zweitägigen Verspätung erscheinen sie jetzt am Sonntag sehr zu meiner Freude doch noch, weshalb ich mich natürlich umgehend mit ihnen beschäftige. Auch wenn ich mich bei dieser Ausgabe vielleicht ein bisschen kürzer fassen werde, weil mein ursprünglicher Plan eigentlich war, mir den Sieg der New England Patriots anzusehen.

Eine von mir unermesslich geschätzte Blogger-Kollegin wies mich übrigens unlängst darauf hin, dass ich in meinem gestrigen Beitrag zum „Elite-Award“ zwar brav Fragen beantwortet habe, es sich dabei aber um eben die Fragen handelte, die der mich nominierende Zeilenende in seinem diesbezüglichen „Elite-Award“-Beitrag selbst beantwortet hat, aber eben nicht um die von ihm an mich und alle anderen Nominierten gestellten Fragen. Da ich dieser bestechenden Logik nichts entgegenzusetzen habe, wird auch noch ein entsprechendes Update erscheinen, aber ich muss euch was das angeht, mindestens auf morgen vertrösten, weil Tom Brady sonst schneller fertig ist, als ich es bin. :-)

Schreiten wir zur Tat, die heutigen Fragen lauten:

1.) Welches Buch, welcher Film, welche Serie, welche Musik hat oder haben Dich in jungen Jahren begleitet und geprägt?

2.) Kannst Du über Dich selbst lachen?

3.) Würdest Du gern viele Höhepunkte erleben, auch wenn das hieße, dass Du ebenso viele Tiefpunkte durchleben müsstest?

4.) Die Wahl der Qual: Nach Eiern stinken wenn Du rülpst oder eine gut sichtbare grüne Wolke erscheinen, wenn Du furzt?

 

Antwort zu 1.)

Im Hinblick auf Bücher hat mich in jungen Jahren „Die weißen Kundschafter“ von Anne Müller-Tannewitz sehr geprägt. Dieses Buch – es war das erste Buch der Kategorie „Wälzer“, das ich durchgelesen habe, auch wenn das rückblickend gar nicht so wälzer-mäßig daherkommt – hat den Grundstein für meine Liebe zu Büchern und zur Geschichte gelegt. Sicher, vorher habe ich schon Dinge wie „TKKG“ oder „Die drei ???“ gelesen, die waren für meine weiteres Leben allerdings eher bedeutungslos.

Später hat mich dann die Buchreihe aus dem DSA-Universum gepackt (Das Schwarze Auge) und den Grundstein für meine Vorliebe zum Fantasy-Genre gelegt.

Mit Filmen und Serien hatte ich schon in jungen Jahren eher weniger am Hut, gebe aber zu, dass ich die Serie „Anna“ mochte… Hey, ich war 10 Jahre alt! Außerdem finde ich Patrick Bach bis heute cool, jawohl! Mit schlanken 18 Jahren fand ich – und finde bis heute – „Before sunrise“ ganz großartig. Hach, Julie Delpy… :-)

Musikalisch hat mich damals viel mehr geprägt, als dass ich die Möglichkeit hätte, das hier in einem überschaubaren Zeitrahmen aufzulisten. Ihr wisst ja – Tom Brady, und so…

 

Antwort zu 2.)

Ja, das kann ich durchaus. Sogar recht gut, denke ich. Ich würde das noch weiter ausführen und mit Beispielen untermauern, wenn mir die entsprechenden einfielen…

 

Antwort zu 3.)

Ich schätze, das ist der ganz normale Lauf der Dinge. Mal geht´s Dir schlecht, mal geht´s Dir wieder gut. (Jetzt habe ich „Kopfhaut“ von „Die Ärzte“ im Kopf – die Älteren werden sich erinnern)

Das Leben besteht nun mal aus Phasen und das ist auch eine Art Mantra, das ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufe, wenns mal wieder schlecht läuft. Um also die Frage zu beantworten: Klar würde ich gerne viele der in letzter Zeit arg raren Höhepunkte erleben, die Tiefpunkte kommen dann schon von ganz allein.

 

Antwort zu 4.)

Bitte? Ähm, na gut, dann nehme ich Ersteres. Das kann man mit ein bisschen Glück noch wegwedeln, bevor Menschen im unmittelbaren Umfeld umkippen. Grüne Wolken kann man dann weniger gut kaschieren. Man kann auch weniger überzeugend behaupten, man sei es gar nicht gewesen. ;-)

 

Nun denn, der unlängst einem Quarterback-Sack zum Opfer gefallene Tom Brady befindet sich im zweiten Quarter und ich muss mir dringend ansehen, wie er das verkraftet.

Gehabt euch wohl!

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Der „Elite-Award“

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Liebe Leserinnen und Leser,

die geschätzten Blogger-Kollegen Zeilenende und Aushilfsjedi haben einen Award ins Leben gerufen, den „Elite-Award„. Und wie das bei Awards so ist – außer bei mir, aber dazu später – wird auch die/der eine oder andere Kollegin bzw. Kollege – boah, ich finde gendern so anstrengend – nominiert. In diesem Fall hat es mich getroffen. Und zwar auf außerordentlich charmante Weise. Behauptete der geschätzte Kollege Zeilenende doch, mein Blog sei sein momentaner Lieblingsblog.

Nachdem ich ob dieser Aussage den halben Tag im Kreis grinste, werde ich jetzt mal versuchen, meiner Nominierung gerecht zu werden. Außerdem gestatte ich mir, Zeilenendes Worte hier mal wiederzugeben, weil ich sie so nett finde:

„Dann trifft es halt den guten fraggle, dessen Rezensionen ich ohnehin liebe und der mir darüber hinaus in letzter Zeit den Gefallen tut, mit seinem Schandmaul auch über andere Dinge als nur gute oder schlechte Bücher zu schreiben. Beim fraggle krieg ich Information und Unterhaltung, Bösartigkeit und Harmonie, Rezensionen und Geschichte. Auch wenn ich das schwarze Layout vermisse.“

Abgesehen davon, dass noch niemals jemand mein Blog-Schaffen besser und treffender in Worte gefasst hat *hüstel*, erröte ich angesichts dieser Worte immer noch schamhaft und bedanke mich ganz herzlich. Und was das schwarze Layout angeht: Ich vermisse es auch, wollte aber nicht das Risiko eingehen, irgendwelche astronomisch hohen Rechnungen von Augenärzten und/oder Optikern bezahlen zu müssen, nur weil meine Leserschaft ganz plötzlich schlecht sieht. Außerdem vermisse ich Seamus in Zeilenendes Blog auch, das gleicht sich wieder aus. :-)

Schreiten wir also nunmehr zur Tat.

Die Regeln sind denkbar einfach:

  • Danke der Person, die Dich für den Elite Award nominiert hat und verlinke sowohl ihren Blog als auch die Webseite der Elite(dieelitepodcast.wordpress.com) in Deinem Artikel.
  • Schreibe diese Regeln in Deinen Elite Award Blog Artikel.
  • Beantworte die 5 fixen Standard-Elite-Fragen zu Verschwörungen (nachzuhören in Folge 22 von Die Elite), sowie die 7 variablen Fragen, die der Blogger, der Dich nominiert hat, stellt.
  • Nominiere mind. 5 max. 13 weitere Blogger für den Elite Award
  • Stelle eine neue Liste mit 7 variablen Fragen für Deine nominierten Blogger zusammen.
  • Informiere Deine nominierten Blogger über den Blog Artikel.

 

Also, der nominierenden Person gedankt und alle Links eingefügt? Check!

Die Regeln des Blogs eingefügt? Check!

Die fünf fixen und sieben variablen Fragen beantwortet? Dazu komme ich gleich!

5-13 weitere Blogger und Innen nominiert? Nein, und ich bitte diesbezüglich um Einverständnis, denn meine bisherigen Nominierungen haben sich bis dato dadurch ausgezeichnet, dass sie weitestgehend ignoriert wurden. Ich habe zwar gelernt, das nicht mehr persönlich zu nehmen, verzichte aber trotzdem auf Nominierungen.

Neue Liste mit sieben Fragen? Erübrigt sich wegen fehlender Nominierung.

Die nominierten Blogger informiert? Erübrigt sich ebenfalls.

Kommen wir zu 5-Elite-Standard-Fragen, die da lauten:

1. Was ist Deine Lieblingsverschwörung?

Bei Verschwörungstheorien ist man bei mir an der völlig falschen Adresse. Mir wollte noch nie nicht einleuchten, warum es manchen Menschen leichter fällt, ein kompliziertes Konstrukt aus abstrusten Annahmen eher zu glauben, als das, war wirklich passiert ist. Sollte ich mich aber nun mal für eine Verschwörung entscheiden, dann wäre das vermutlich die „Bielefeld-Verschwörung“, die seit der ersten Hälfte der 90er durchs Land geistert. Angesichts der Tatsache, dass gerade die geheimen Akten bezüglich JFK freigegeben wurden und ich den Oliver-Stone-Film von ´92 nach wie vor großartig finde, hätte ich mich auch dafür entscheiden können. Aber – nein, Bielefeld liegt da in Führung. :-)

2. Warum?

Warum? Warum „warum“? Nun, wenn ich die Frage, so wie es wohl gemeint ist, auf die Eingangsfrage beziehe, dann: Weil ich es witzig finde! :-) Und weil ich über kaum einen Landstrich so gerne Witze mache, wie über Ostwestfalen-Lippe. Einmal, weil es von hier aus nicht weit entfernt ist. Zum Zweiten, weil dort die schlechtesten Austofahrer der Welt beheimatet sind – das Kennzeichen „LIP“ ist für hier beheimatete Autofahrer gleichbedeutend mit „Oha, halten wir mal sicherheitshalber 10 Meter zusäzlichen Dummheitsabstand“. Und zum Dritten, weil ich mich nicht immer nur über Bayern und die dortigen Politiker lustig machen kann.

3. Wenn Du einen Tag die Weltherrschaft hättest, was würdest Du tun?

Bayern fluten? ;-) Nein! Nein, nein, so etwas würde ich nie tun! Tja, aber was würde ich denn tun? Wenn ich die Weltherrschaft hätte, würde das ja einerseits bedeuten, dass Staatsparlamente eher schmückendes Beiwerk sind  und ich mich andererseits gegen Pinky und den Brain durchgesetzt habe. Das hätte schon was! Ach, wahrscheinlich würde ich ein Dekret erlassen, dass alle EU-Staaten zwingt, eine an ihrer Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft angelehnte Anzahl an Flüchtlingen aufzunehmen. Einmal, weil die existierende Regelung eine Art Treppenwitz der Zeitgeschichte ist, zum Zweiten, weil mir Menschen wie Viktor Orbán massiv auf – Verzeihung – den Sack gehen und zum Dritten, weil nach einer angemessenen Lösung der „Flüchtlingskrise“ wahrscheinlich auch Menschen wie Beatrix von Storch wieder in der Versenkung verschwinden, in die sie gehören.

4. Wie hat die Erkenntnis, dass es tatsächlich eine geheime Weltverschwörung gibt, Dein Leben nachhaltig verändert?

Ich habe lange überlegt, aber hierzu fällt mir irgendwie keine, wie auch immer geartete, sinnvolle Antwort ein. Nicht, dass ich zwischendurch auch sinnfreie Antworten geben würde. Und dennoch… Nein, mir will nichts einfallen.

5. Wenn es eine Zahl gibt, der Du etwas mystisches anhaften dürftest (außer den Klassikern 5, 7, 11, 13, 23, 42, 666), welche wäre das und warum?

Das wäre eindeutig die Zahl 1986, und zwar als Jahreszahl! Als damals der Ball gegen die Hand von Sören Lerby sprang – auch wenn Paule Breitner das anders gesehen hat – und es deshalb einen völlig berechtigten Elfmeter für meinen heißgeliebten SV Werder gab, da war noch alles gut. Als Michael Kutzop aber den fälligen Elfmeter gegen den Pfosten senste, so, dass Jean-Marie Pfaff sich nicht mal groß bewegen musste bzw. konnte, da war dann nicht mehr alles gut. Im Grunde genommen hat das heutige Elend des SV Werder damals schon seinen Anfang genommen…

Die Fragen der Elite: 
1. Wie kamst Du zum Bloggen und worüber schreibst Du?

Nun, zum Bloggen kam ich durch eine Art Übersprungshandlung. Ich lag lesend auf dem Bett und dachte mir ganz plötzlich sinngemäß: Du wirst dauernd gefragt, wie viel Du denn so liest! Jetzt hast Du doch einen Internet-Anschluss ( ich bin diesbezüglich Spätstarter), also kannst Du das doch im Rahmen eines Blogs festhalten. Und damit gleich Leute behelligen, die es nicht interessiert! Komm, trau Dich!

Na ja, und das tat ich dann auch! Sofort!

Worüber ich schreibe? Bücher! So habe ich jedenfalls angefangen, nutze aber auch jede Gelegenheit, mich abseits dieser Thematik über das aktuelle Weltgeschehen zu äußern. Deshalb habe ich schon sehr zeitnah darüber nachgedacht, mal einen Zweitblog zu starten, in dem ich dann weniger monothematisch unterwegs sein kann und in dem ich dann auch mal behaupten kann, dass Frau von Storch mindestens  =)(/&/)/U“(/?=!() ist!

2. Wie wichtig sind Dir Kommentare?

Och, ich könnte jetzt behaupten, dass mir Kommentare schietegal wären, das wäre aber gelogen. Nein, ich ertappe mich selber gelegentlich – selten – dabei, dass ich den „Like“-Button – „“Like“-Button sind gleich zwei der von mir so verabscheuten Angliszismen – mal anklicke, um mir selbst zu signalisieren: „Hab ich gelesen!“. Das kommt, wie gesagt, selten vor. Und daher gehe ich davon aus, dass das auch andere Blogger und Innen so machen. Ein Kommentar aber zeugt davon, dass sich die Leserin oder der Leser durchaus mit dem Inhalt auseinandergesetzt hat. Insofern: Ja, Kommentare sind mir durchaus wichtig. Und die meisten davon beantworte ich sogar. Notiz für mich: Du hast heute zwei Kommentare noch nicht beantwortet! Na vielleicht morgen…

3. Wie kamst Du auf den Namen Deines Blogs?

Tja, der Name meines Blogs „reisswolfblog“ ist einerseits das Ergebnis eines langen Denkprozesses, andererseits ist es aber auch nur ein Wortspiel, das auf meinem Nachnamen basiert. Und nein, ich heiße nicht „reiss“ mit Nachnamen. Alles das könnte die geneigte Leserschaft schon wissen, hätte ich mittlerweile ein Impressum. Notiz für mich: Leg Dir endlich mal ein Impressum zu, damit Beatrix von Storch, Alice Weidel oder Alexander Gauland wenigstens wissen, wohin sie ihre Klage schicken können…

4. Wie vernetzt Du Dich mit anderen Bloggern?

Vernetzung ist für mich in mehrerer Hinsicht ein Frendwort. Gut, ich folge Blogs. Einige davon,  und – man fasst es nicht- sogar andere, folgen mir. Fertig, aus! Ich nutze kein Facebook, Twitter, Instagram, noch nicht mal WhatsApp! Wer also einen vernetzten Blogger sucht, ist bei mir an der völlig falschen Adresse.

5. Dein Lieblingsblog außer deinem eigenen?

Hmmm, schwierige Frage. Ja, „schwierig“, nicht „schwer“.  Ich kriege immer die Krise, wenn es heißt: „Wir haben jetzt eine schwere Frage für Sie!“ Es mag richtig sein, widerspricht aber meinem Sprachgefühl. Sei´s drum!

Mich für einen einzigen Blog entscheiden, fällt mir zugegebenermaßen recht schwer. Dass unter anderem Zeilenende und wortgeflumselkritzelkram zu meinen bevorzugten Kollegen und Innen gehören, nimmt nicht wunder.

Sollte ich aber gezwungen sein, ab morgen nur noch einem einzigen Blog zu folgen, dann wäre das vermutlich der von Seppo, einfach weil, ach, weil halt!

6. Mit Redaktionsplan oder Freischnauze?

So etwas wie einen Redaktionsplan kenne ich gar nicht. Ich lese – ich prokrastiniere – ich lese – irgendwann schreibe ich…

7. Was möchtest Du gerne gefragt werden?

Tja, da könnte ich jetzt die Antwort des Kollegen Zeilenende kopieren, was ich aber natürlich nicht tue. Ich habe ja schon eingangs kopiert. :-) Trotzdem: Fragt mich alles, ich liebe das Beantworten von Fragen. Manchmal brauchts einen oder zwei Tage, aber anworten tue ich eigentlich immer. Meistens auch ohne tun-Konstruktion…

 

Das soll es dann auch mal wieder gewesen sein. Nochmals vielen Dank an den Kollegen Zeilenende! Ich wünsche allseits noch ein schönes Restwochenende. Hatte ich erwähnt, dass ich einen Brückentag habe…? ;-)

 

Gehabt euch wohl!

„Die Petrusmünze“ von Daniel Holbe – Luft nach oben

Buch: „Die Petrusmünze“

Autor: Daniel Holbe

Verlag: atb

Ausgabe: Taschenbuch, 364 Seiten

Der Autor: Daniel Holbe, Jahrgang 1976, lebt mit seiner Familie in der Wetterau unweit von Frankfurt. Einem großen Publikum wurde er bekannt, als er in den Romanen „Todesmelodie“ und „Teufelsbande“ die Figuren des verstorbenen Krimiautors Andreas Franz weiterleben ließ. Zuletzt veröffentlichte er die Bestseller „Schwarzer Mann“ und „Der Fänger“.Im Aufbau Taschenbuch ist sein Thriller „Die Petrusmünze“ lieferbar. (Quelle: Aufbau Verlag)

Besondere Sympathien gewinnt Holbe bei mir dadurch, dass er einen von zwölf Thrillern zu einem Buch mit dem wunderschönen Titel „Den Nächsten, der FROHE WEIHNACHTEN zu mir sagt, bringe ich um“ geschrieben hat. Wer mich kennt, weiß warum! :-)

Das Buch: Die deutsche Historikerin Marlene Schönberg erhält einen geheimnisvollen Anruf. Ein Mann erklärt, er besitze Informationen über eine Reliquie, die den Vatikan ins Wanken bringen könnte. Als Marlene den Mann besuchen will, findet sie sich vor einem Gefängnis in Marseille wieder. Robert Garnier steht in Verdacht, seinen Vater vor dem Papstpalast in Avignon getötet zu haben. Zusammen mit seinem Anwalt beginnt Marlene zu ermitteln: Es geht um eine Münze – die Petrusmünze, an der man den wahren Papst erkennt. Ein erster fehlgeschlagener Anschlag auf sie verrät Marlene, dass sie auf der richtigen Spur ist.  (Quelle: Klappentext)

Fazit: „Die Petrusmünze“ ist nicht nur Holbes erstes Buch, dessen Erstauflage bereits 2009 erschien, es ist auch das erste Buch des Autors, das ich gelesen habe. Und es lässt mich mit durchaus gemischten Gefühlen zurück.

Der Autor gestaltet den Einstieg in das Buch auf die denkbar schwierigste Art und Weise. Zu Beginn wechselt „Die Petrusmünze“ ständig zwischen verschiedenen Zeitebenen, Orten und handelnden Personen. Dazu sind die Kapitel eingangs sehr kurz, so dass ich mich permanent auf eine neue Situation einstellen musste, ohne dass so etwas wie Lesefluss aufkam. Für das Erkennen von Zusammenhängen war das eher hinderlich und erinnerte mich so ein bisschen an den Schnitt des Videos zu „Live and let die“ von Guns ´N Roses aus den 90ern, in dem gefühlt sieben Einstellungen pro Sekunde auftauchten – die Älteren werden sich erinnern.

Im späteren Verlauf ändert sich das dann glücklicherweise und man merkt, dass sich Daniel Holbe da mit einer sehr spannenden Geschichte beschäftigt. Diese ist – und das sagt der Autor auch selbst – von Dan Browns Büchern inspiriert und das merkt man auch. Im Gegensatz zum großen Vorbild ist hier allerdings alles eine Nummer kleiner – zum Glück. Hier geht es nicht um weltumwälzende Revolutionen religiöser Art, hier geht es mehr um die Rolle der katholischen Kirche in der Geschichte und um Ansprüche, die daraus vermeintlich entstanden sind.

Die Geschichte basiert auf der Grundlage des Großen Abendländisches Schismas, als es im 14. Jahrhundert ganz plötzlich zwei – später sogar drei – Päpste gab. Ich hätte es positiv empfunden, wenn der Autor den Leser diesbezüglich mit etwas mehr Informationen versorgt hätte. Die gegebenen reichen, um der Handlung zu folgen, aber nicht immer ist weniger mehr. Insgesamt aber überzeugt die Story durchaus, und das nicht nur weil sie spannend ist, sondern auch, weil sie interessante Fragen zur Verantwortung der Kirche für in der Vergangenheit begangenes Unrecht aufwirft.

An manchen Stellen allerdings meldete sich meine linke Gehirnhälfte und brachte die Logik hinsichtlich einiger Szenen sowie des Handelns der Protagonistin zur Sprache. So zum Beispiel an der Stelle, an der sich ein Charakter wegen einer Schusswunde behandeln lässt. Der „eilig herbeigerufene Arzt“ kümmert sich um die Wunde und verschwindet – das war´s. Jetzt bin ich mit der französischen Justiz nicht vertraut – wir befinden uns zu diesem Zeitpunkt der Handlung in Frankreich – aber wenn ich hierzulande angeschossen werde und ich marschiere damit zum Hausarzt, um mich nur mal kurz tackern zu lassen, dann lässt der mich sicherlich nicht einfach wieder gehen! Klar, Probleme mit den Behörden wären der Dynamik der Handlung eher abträglich, aber dennoch…

Darüber hinaus hat sich mir während der Lektüre nie erschlossen, wieso die Polizei denn nun Robert Garnier verdächtigt, seinen Vater getötet zu haben. Es mag möglich sein, dass ich es überlesen habe, aber meines Wissens wird nirgendwo ein Motiv genannt, mir selbst fiele auch keines ein.

Auch die Protagonistin muss man nicht immer nachvollziehen können. Dass diese Hals über Kopf nach Frankreich reist, weil sie jemand, den sie nicht kennt, aus einem französischen Gefängnis anruft und um Hilfe bittet, erschließt sich mir einfach nicht. Gut, sie ist von ihrem Job gelangweilt – den ich übrigens jederzeit gegen meinen eigenen eintauschen würde. Aber reicht das, um sich stante pede auf eine Reise zu begeben, ohne zu wissen, warum eigentlich? Meiner Meinung nach nicht. Auch dass die studierte Historikerin später ohne jegliche Skrupel Löcher in historische Gebäude hämmert und später an einer Buddelei teilnimmt, die jedem anständigen Raubgräber die Schamesröte ins Gesicht steigen lassen würde, muss ich nicht verstehen.

Auch die Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptpersonen kommt irgendwie aus dem Nichts und hätte überhaupt nicht sein müssen. Dass ich dagegen den im Buch vorkommenden Charakter Anton Schönberg beharrlich mit Arnold Schönberg verwechselt und deswegen gruseligste Erinnerungen an die Zwölftonmusik hatte – nein, dafür kann Daniel Holbe nun wirklich nichts, das ist mein eigenes Problem.

Während man also einige fehlenden Hintergrundinformationen in der Handlung sowie die Tatsache, dass die Charaktere mich durch die Bank kalt gelassen haben, bemängeln kann, ist Daniel Holbe allerdings stilistisch über jeden Zweifel erhaben. Er schreibt schnörkellos und temporeich mit überzeugenden Dialogen. Und das ist letztlich auch der Grund, warum „Die Petrusmünze“, trotz aller Kritikpunkte, zwar das erste aber nicht das letzte Buch ist, das ich von ihm gelesen habenn werde. Auch wenn das nächste dann vermutlich ein Krimi sein wird.

Wertung:

Handlung: 7 von 10 Punkten

Charaktere: 6 von 10 Punkten

Stil: 9 von 10 Punkten

Spannung: 8,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 7,625 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Erlöse mich“ von Michael Robotham

 

P.S.: Das war mein 200. Beitrag! *Konfetti* :-)

„Im finsteren Eis“ von Bracken MacLeod –

Buch: Im finsteren Eis

Autor: Bracken MacLeod

Verlag: Heyne

Ausgabe: Taschenbuch, 414 Seiten

Der Autor: Bracken MacLeod arbeitete als Anwalt, Philosophielehrer und Martial-Arts-Trainer. Doch sein Herz gehört dem Schreiben. Zahlreiche seiner Kurzgeschichten sind in renommierten Genremagazinen erschienen, in Amerika gilt MacLeod schon jetzt als eine der aufregendsten Neuentdeckungen in der Spannungsliteratur. (Quelle: Heyne)

Das Buch: Als sich die Crew des Versorgungsschiffes „Arctic Promise“ plötzlich im Zentrum eines Orkans findet, ahnen die von Wind und Wetter gehärteten Männer nicht, dass dies erst der Beginn ihrer Irrfahrt ist. Vom rücksichtslosen Kapitän immer weiter in die schwarze, eisige See getrieben, läuft das Schiff in einer gigantischen Eisscholle auf. In Kälte und Dunkelheit eingeschlossen, bricht eine seltsame Krankheit unter den Männern aus. Doch sie sind nicht alleine. In der Ferne sind die Umrisse eines zweiten Schiffes zu sehen. Dunkel, bedrohlich … In ihrer Verzweiflung machen sich die Überlebenden auf, um nach Rettung zu suchen. Sie ahnen nicht, dass in dem Schiff bereits etwas haust … etwas Böses … (Quelle: Heyne)

Fazit: Eben noch hatte ich einen halbwegs brauchbaren Einstieg in diese Rezension, dann schrie mich zum wiederholten Male Trude Herr aus dem TV an, um mir mitzuteilen, dass sie keine Schokolade wolle. Und schon war der geschliffen formulierte Einstieg aus dem Kopf verschwunden.

Aber da wir schon bei Einstiegen sind, beschäftigen wir uns mal mit dem in MacLeods „Im finsteren Eis“. Der gelingt nämlich erfreulich gut. Zu Beginn stellt der Autor der Leserschaft seinen Protagonisten vor, den Seemann Noah Cabot. Und Cabot hat es nicht leicht an Bord der „Arctic Promise“. Die Mehrheit der Besatzung beäugt ihn skeptisch, weil sie ihn für den Unfalltod eines Kollegen verantwortlich macht. Darüber hinaus steht die „Arctic Promise“ unter dem Kommando William Brewsters, und der wiederum ist Noahs Schwiegervater und ebenfalls nicht gerade begeistert von Cabot.

Insgesamt erfährt der Leser recht viel über den jungen Noah Cabot – den ich übrigens beharrlich „John“ nennen möchte, obwohl dieser John Cabot eigentlich Giovanni Caboto hieß, ebenfalls Seefahrer war und im 15. Jahrhundert den Sankt-Lorenz-Strom befuhr, nur damit ihr hier auch was lernt -, man erfährt also recht viel, auch was Cabots Leben vor der Seefahrt angeht. Insgesamt ist dem Autoren der Protagonist ziemlich gut gelungen. Hätte sich MacLeod doch nur ähnlich intensiv mit seinen anderen Charakteren oder gar seiner Geschichte beschäftigt…

Neben Cabot gibt es eigentlich nur noch zwei weitere wichtige Charaktere. Zum Einen seinen bereits erwähnten Schwiegervater, zum Anderen den Bootsmann Serge Boucher. Alle anderen Männer der Schiffbesatzung vermischten sich für mich während der Lektüre nach einer Phase des „Wer war das noch gleich?“ der Einfachheit halber zu einem einzigen großen Charakter namens „Schiffsbesatzung“.

Neben dem guten Einstieg hinsichtlich der Charaktere gelingt Bracken MacLeod dies auch im Hinblick auf den Stil und die Handlung. MacLeod kann tatsächlich richtig gut schreiben, er hat ein Händchen dafür, Stimmungen gut herüberzubringen. Das gilt für die langsam angespannter werdende Atmosphäre auf dem Schiff genaus so wie für seine Beschreibungen der rauen Umgebung, in der sich die Mannschaft der „Arctic Promise“ befindet. Gelegentlich hatte ich beim Lesen irgendwie das Gefühl, dass mir gerade kälter ist, als mir angesichts der Außentemperatur sein sollte.

Leider ist es sehr schwierig, ein ganzes Buch nur mit einem Händchen für Stimmungen zu füllen, irgendwann sollte dann auch mal die Handlung zum Tragen kommen und da liegt leider das große Problem des Buches. Bis zu dem Zeitpunkt als die Mannschaft zu dem vermeintlichen Schiff aufbricht, dass die Seeleute am Horizont sehen, bietet „Im finsteren Eis“ solide bis gute Unterhaltung. Dann jedoch driftet der Roman irgendwie in eine Art Mystery-Thriller ab. Das letzte Viertel des Buches erinnert schließlich an eine im ewigen Eis stattfindende Version von „Resident Evil VII“. „Muss man mögen“, um es mal mit den Worten von Vince Ebert zu sagen…

Die Wendung in die Mystery-Richtung, die das Buch nimmt, die muss ja keine schlechte sein, aber es wäre so schön gewesen, wenn der Autor sein Szenario am Ende des Buches irgendwie aufgeklärt oder erklärt hätte – wenigstens im Ansatz, gegen die eine oder andere offene Frage ist ja nichts einzuwenden. Aber nein, das Buch endet ohne eine einzelne Erklärung, was, zum Geier, denn da jetzt auf den vorhergehenden gut 400 Seiten passiert ist. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass MacLeod der berechtigten Meinung war, eine ganz brauchbare Geschichte im Kopf zu haben. Also hat er einfach mal angefangen, drauflos zu schreiben, in der sicheren Annahme, ihm würde im Laufe der Zeit schon noch ein überzeugender Schluss einfallen. Leider war das nicht der Fall.

„Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen
Den Vorhang zu und alle Fragen offen.“

Das hätte Brecht vermutlich zu „Im finsteren Eis“ gesagt. Schade!

Wertung:

Handlung: 5,5 von 10 Punkten

Charaktere: 6,5 von 10 Punkten

Stil: 8 von 10 Punkten

Atmosphäre: 8 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 7 von 10 Punkten

Demnöchst in diesem Blog: „Die Petrusmünze“ von Daniel Holbe.

Happy birthday to me #3

Errungenschaft: 3. Jahrestag
Glückwunsch zum Jahrestag mit WordPress.com!
Du hast dich vor 3 Jahren auf WordPress.com registriert.
Danke für dein Vertrauen. Weiter viel Erfolg beim Bloggen
Hallo, liebe Leserinnen und Leser,
man glaubt es kaum, aber es ist tatsächlich wahr: Mein Blog feiert heute seinen dritten Geburtstag!
Üblicherweise vergleiche ich anlässlich dieses Ereignisses immer ein bisschen „Die Lage des Landes“ – um es mal mit dem Titel eines von mir immer noch nicht gelesenen Buches von Richard Ford zu sagen – mit der Lage des Vorjahres, blicke auf meinen Blog zurück und liefere eine kurze Statistik über die gelesenen Bücher.

Diesmal verzichte ich auf derlei Beiwerk und beschränke mich stattdessen darauf, mal wieder kurz „Danke“ zu sagen:

Danke an alle meine Follower – insbesondere an den verschwindend geringen Anteil, der meine Beiträge auch wirklich liest. :-) Durch das, was ich hier mache, habe ich im Laufe der Zeit eine große Anzahl unfassbar netter Leute „kennengelernt“, die sich so wohltuend von der Masse geistloser bis pöbelnder Menschen, die man im Internet sonst so häufig findet, unterscheiden, wie der Weltfrieden von der AfD und die ich nicht mehr missen möchte. Diese Leute – also ihr – seid ein großer Ansporn, hier weiterzumachen. Neben euren Likes und Kommentaren natürlich. ;-) Vielen Dank dafür!

Ein besonderer Dank geht natürlich auch diesmal wieder an die zauberhaften Personen aus meinem persönlichen Umfeld, denen man eigentlich gar nicht genug danken kann und die kennen zu dürfen mir eine größere Freude ist, als dass ich in der Lage wäre, dieser mit den beschränkten Mitteln der deutschen Sprache Ausdruck zu verleihen! Bleibt, wir ihr seid!

 

Ich wünsche allseits noch einen schönen Restfreitag und einen guten Start in ein schönes Wochenende!

 

Gehabt euch wohl!

Freitagsfragen # 16

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

die Woche biegt auf die Zielgerade ein, meine geistigen Fähigkeiten auch. Aber zwischen mir und einem sonnigen Wochenende, an dem ich endlich mal diesen Robotham-Roman zu Ende lesen möchte, stehen noch die Qual der Erwerbstätigkeit und die Freude der Freitagsfragen, die im Brüllmausblog gestellt wurden. Letzteren widme ich mich latürnich zuerst.

1.) Es ist Freitag der 13.: Bist Du abergläubisch?

2.) Kannst Du verzeihen?

3.) Der Nachbar, der seinen Hamster nach dem Urlaub nicht mehr zurück haben möchte, hat Entscheidungsbefugnis über Deinen Arbeitsplatz. Wie reagierst Du unter dieser Prämisse?

4.) Die Wahl der Qual: Wissen wie Du stirbst oder wissen wann Du stirbst?

 

Antwort zu 1.) Nein, eigentlich nicht. Eigentlich ohne eigentlich. Also nein. Et kütt wie et kütt, wie man in einer launigen Region des Landes sagt. Ich glaube, für den großen Masterplan des Universums – welcher auch immer das sein möge – ist es völlig unerheblich, ob ich morgens immer mit dem selben Fuß zuerst aufstehe oder ob ich Salz über die Schulter werfe, nachdem ich, Schnalz- und Klacklaute von mir gebend, um den Tisch getanzt habe.

Obwohl, einmal hatte ich einen Anflug von Aberglauben: Man schenkte mir seinerzeit ein Werder-Trikot – welches kürzlich durch eine neueres ersetzt wurde, weil ich in ersterem mittlerweile aussah wie eine Presswurst, obwohl wahrscheinlich sogar Ailton da noch reinpassen würde. Das gedenke ich jetzt aber nicht näher zu thematisieren. Beim nächsten Spieltag habe ich das Ding spaßeshalber einfach mal zum gemeinsamen Fußball gucken im kleinen Kreis angezogen, in der Hoffnung, damit den Ausgang positiv zu beeinflussen – das Ergebnis war eine Klatsche apokalyptischen Ausmaßes für meinen heißgeliebten SV Werder. Daher habe ich das Teil beim darauffolgenden Nordderby im Schrank gelassen, weil es seine „Voodoo-Kräfte verloren“ habe, wie ich sagte und das Derby ohne Trikot „nur besser laufen“ könne. Nun, auch das Nordderby verlief erfolglos. Damit war für mich oben erwähnte kölsche Weisheit erwiesen und die bestätigte meine eigentliche Einstellung zum Aberglauben.

 

Antwort zu 2.) Das kommt ganz darauf an, wem ich etwas zu verzeihen hätte. Verzeihe ich Dobrindt seinen Maut-Murks? Niemals! Verzeihe ich Seehofer seine Obergrenze, die nicht mehr Obergrenze heißt? Noch viel niemalser! Verzeihe ich der bundesdeutschen Historie die Entstehung der CSU allgemein? Ha, Gelächter Komma großes!

Aber mal im Ernst: Ich vermute, dass ich ziemlich gut Dinge verzeihen kann. Und eine Vermutung ist das deshalb, weil mir partout nichts einfallen will, was ich mal zu verzeihen gehabt hätte. Auch weil „verzeihen“ so bedeutungsschwer klingt. So als würde man nicht mal eben: „Schon okay!“ sagen, sondern eher gravitätisch „Ego te absolvo!“ Und mir will wirklich nicht einfallen, wann das schon mal der Fall gewesen wäre.

Das nehme ich mal als weiteren Beweis für das charakterlich und auch ansonsten unfassbar hohe Niveau meines näheren Umfeldes. :-)

 

Antwort zu 3.) Oha! Wer meine letzten Freitagsfragen gelesen hat, weiß ja, dass der Hamster in meinem Szenario im Rahmen der Dreharbeiten für meine Verfilmung des Videospiels „Maniac Mansion“ Bekanntschaft mit der Mikrowelle gemacht hat. Und so etwas geht ja selten gut aus. Also, für den Hamster. Hab ich gehört. Nicht, dass ich das ausprobieren würde. Es wurde mir zugetragen.

Nun, da der Hamster – nennen wir ihn spaßigerweise „Sparky“ – da Sparky also nun im Haustierhimmel weilt und mit Lassie, Fury und Black Beauty Doppelkopf spielt, steht zu befürchten, dass mein Nachbar ob dieser Nachricht nicht erfreut sein wird. Auch wenn sein Interesse an Sparky offensichtlich überschaubar war, er hat ihn ja schließlich nicht wieder abgeholt.

Dennoch dürfte sich das mittelfristig negativ auf meinen Arbeitsplatz auswirken…

Aaaber: Das macht mir so gar nichts aus! Meine Verfilmung von „Maniac Mansion“ wird nämlich ein gigantischer Kassenschlager. Mit einem Teil des Umsatzes drehe ich im Anschluss eine Spiele-Verfilmung von „Asteroids“ – für die ich extra Uwe Boll einstelle, damit ich am Set jemanden habe, der mir Kaffee bringt. „Asteroids“ wird noch ein sehr viel größerer Erfolg und bringt mir den wohlverdienten Stern am „walk of fame“. Aber dann lege ich erst so richtig los: Mein dreiteiliges Epos „Pong!“ hebt das Medium Kinofilm auf ein völlig neues Level, bringt George Lucas dazu, mir ein dreistelliges Milliarden-Angebot für die diesbezüglichen Rechte zu machen und katapultiert mich in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt spontan an die Spitze, mit einem Vermögen, das höher ist, als das von Jeff Bezos, Bill Gates und Amancio Ortega zusammengerechnet!

Und dann, ja, dann kaufe ich den Laden, in dem ich bisher angestellt war und habe dadurch Einfluss auf den Arbeitsplatz meines Nachbarn. So herum wird nämlich ein Schuh draus! Sollte mein Nachbar den Arbeitsplatz wechseln: Kein Problem, den Laden kaufe ich auch! Er wechselt zu „Apple“? Kaufe ich! Er arbeitet bei „Google“? Kein Ding, kaufe ich!

Um es mal mit den sympathischen Worten von Marko Arnautovic zu sagen: „Ich kann Dein Leben kaufen!“

Muhahahaha! (An dieser Stelle bitte größenwahnsinniges, diabolisches Gelächter vorstellen)

 

Antwort zu 4.) Du liebe Güte! Kann ich mich nicht lieber wieder zwischen kalten Füßen oder Schniefnase entscheiden? Ich halte es diesbezüglich nämlich mit Woody Allen, der gesagt haben soll: “ Meine Einstellung zum Tod hat sich auch im höheren Alter nicht verändert: Ich lehne ihn weiter vollumfänglich ab!“ Nein? Na gut!

Ich denke, zu wissen, wann ich sterbe, würde mich auf direktem Weg in den Wahnsinn treiben. Gehen Sie nicht über Los, ziehen sie keine 4.000 Euro ein. Wenn mir jemand nachweisen könnte: „Am soundsovielten überfährt Dich ein unaufmerksamer Pokemon Go-Spieler mit seinem Mofa!“, dann wäre es dahin mit meiner geistigen Gesundheit.

Da ziehe ich es also vor, lieber zu wissen, wie. Mein Tipp wäre ja irgendein Vertreter aus der lustigen Familie der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die sind ja derzeit stark im Kommen. Schaun mer mal, dann sehn mer schon!

Viel mehr Gedanken als um das wann und wie mache ich mir um die Zeit davor, insbesondere im fortgeschrittenen Alter. Und nicht nur meinetwegen, sondern auch hinsichtlich meiner Eltern. Stichwort „Pflegenotstand“. Der muss ja irgendwie ähnlich überraschend über das Land gekommen sein, wie Weihnachten und die AfD. Irgendwann mal muss die Kanzlerin an einem Dienstag Morgen aufgestanden sein, und schwupps, aus heiterem Himmel hatten wir einen Pflegenotstand. Anders kann ich mir den nicht erklären. Die handelnden Personen können ja wohl kaum sehenden Auges in einen solchen hineingestolpert sein…

Gut, jetzt kann ich noch darüber scherzen. Gerade gestern erst war ich mit einem Freund gleichen Alters in einem Fachmarkt für Raumgestaltung. Es sollten Teppiche inspiziert werden. Ins Auge stach förmlich ein Teppich, den ich mal euphemistisch als „altmodisch“ bezeichnen würde.

Er: „Na, der Teppich spricht uns wahrscheinlich erst in 20 Jahren an.“

Ich: „In 20 Jahren spricht mich höchstens mein Zivi an und fragt mich, ob ich noch Nachtisch möchte!“

:-)

 

Das war es dann auch schon wieder. Ich wünsche allseits noch einen schönen Freitag und ein entspanntes Wochenende!

Gehabt euch wohl!

 

„Küstenfluch“ von Hendrik Berg – Stimmungsvoll, aber…

Buch: „Der Küstenfluch“

Autor: Hendrik Berg

Verlag: Goldmann

Ausgabe: Taschenbuch, 316 Seiten

Der Autor: Hendrik Berg wurde 1964 in Hamburg geboren. Nach einem Studium der Geschichte in Hamburg und Madrid arbeitet er zunächst als Journalist und Werbetexter. Seit 1996 verdient er seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Drehbüchern. Er wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Köln. (Quelle: Goldmann)

Das Buch: Als ein Orkan über Nordfriesland hinwegfegt, taucht ein rostiges Schiffswrack im Wattenmeer auf – und plötzlich häufen sich mysteriöse Todesfälle an der Küste. Der Bauer Jessen ist eines der Opfer. Doch war sein Tod ein Unfall oder Mord? Und was hat es mit Jessens kleinem Neffen Jan auf sich, der von furchtbaren Albträumen heimgesucht wird? Kommissar Theo Krumme ermittelt zusammen mit einer jungen Kollegin und stößt auf immer mehr Ungereimtheiten in der Familie. Dann verschwindet Jan, der sich von dem Schiffswrack magisch angezogen fühlte – und seine Spur führt direkt ins Watt… (Quelle: Goldmann)

Fazit: Wer öfter eine meiner Rezensionen liest, der weiß, dass ich in regelmäßigen Abständen über Aufkleber auf Büchern meckere, vorzugsweise über solche mit eher sinnfreien Aufschriften wie „Vom Autor von…“. Häufig unterstelle ich den Verlagen, die deutsche Leserschaft für zu dusselig zu halten, sich einen Autorennamen merken zu können.

Erinnert mich bei Gelegenheit daran, das nie wieder zu tun! :-)

Denn im vorliegenden Fall gilt: Wo sind diese bescheuerten Aufkleber, wenn man sie mal braucht? Zur Erklärung sei gesagt, dass ich vor etwas über zweieinhalb Jahren eine Rezension des Buches „Das Küstengrab“ des Schriftstellers Eric Berg schrieb. Aufgrund des selben Nachnamens, einer ähnlichen Gestaltung sowie des ähnlichen Buchtitels – das machen Autoren und Verlage nämlich auch so, sie geben den einzelnen Teilen einer Krimireihe möglichst ähnlich klingende Titel, weil sie die deutsche Leserschaft für zu dusselig… – lassen wir das – war ich also der Meinung, ein Buch des o.g. Autoren Eric Berg erstanden zu haben. Dem war aber nicht so. Glücklicherweise war „Küstenfluch“ dennoch kein kompletter Fehlgriff.

„Küstenfluch“ ist bereits der dritte Krimi rund um den Kommissar Theo Krumme. Den einstigen Berliner hat es mittlerweile in den hohen Norden verschlagen, wo er versucht, sich langsam einzuleben und mit der eher einsilbigen Bevölkerung zurecht zu kommen. Da ich die ersten beiden Bücher nicht kenne, ist es mir nicht möglich, die Entwicklung von Theo Krumme genauer zu beurteilen, aber wenn ich mich nur auf „Küstenfluch“ beschränke, muss ich sagen: Ich mag ihn! Der Gute hat es nicht leicht in der norddeutschen Tiefebene, hat noch recht wenig soziale Kontakte, muss dafür aber regelmäßig den Avancen seiner Vermieterin entfleuchen. Krumme ist ein Charakter, wie ich ihn mir in einem solchen Krimi wünsche.

Leider gilt das nicht für die weiteren Charaktere. Da findet sich ein zum Beispiel der Betriebshelfer – früher hätte man „Knecht“ gesagt – Harke, der davon überzeugt ist, in Kontakt mit einem Hausgeist namens Nis zu stehen. Da hätte man zum Anderen den achtjährigen Jan, der von düsteren Vorahnungen geplagt ist und in Alpträumen, ja, man könnte sagen „Visionen“ hat.

Das was für diese beiden exemplarischen Charaktere gilt, das gilt auch ebenso für die Handlung: Das war mir irgendwie alles zu mystisch angehaucht. So etwas kann ich eher verzeihen, wenn ich Bücher von Aaronovitch lese – was ich nicht tue – aber in einem ansonsten eher bodenständigen Krimi mit nordeutschem Schauplatz und Charme, da wirkt das Ganze irgendwie eher deplaziert. Vielleicht war der Autor der Meinung, diesen mystischen Einschlag einbauen zu müssen, die eigentliche Krimihandlung abseits davon empfand ich nämlich auch als nicht unbedingt fesselnd.

Dennoch: Schreiben kann Hendrik Berg. Der Autor vermittelt sehr stimmtig die raue Atmosphäre des Nordens, die Einsamkeit und Abgeschiedenheit des Bauernhofs vom Mordopfer Jessen. Auch die recht launigen Passagen, in denen der Autor die Eingewöhnungsschwierigkeiten des Komissars beschreibt, haben mir gut gefallen.

Letztlich ist „Küstenfluch“ ein Buch, das für mich an seinen allzu seltsamen Charakteren und der überschaubaren Geschichte scheitert. Sollte ich bei einem Besuch in der Buchhandlung meines Vertrauens also das nächste Mal über den Namen Berg stolpern, werde ich mich vorher nochmal genau vergewissern, um welchen es sich denn jetzt handelt.

Wertung:

Handlung: 6 von 10 Punkten

Charaktere: 7 von 10 Punkten

Stil: 8,5 von 10 Punkten

Spannung: 7 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 7,125 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Im finsteren Eis“ von  Bracken MacLeod

„Origin“ von Dan Brown – Langdon # 5

Buch: „Origin“

Autor: Dan Brown

Verlag: Lübbe

Ausgabe: Hardcover, 670 Seiten

Der Autor: Dan Brown, Jahrgang 1964, sollte man nun wirklich nicht mehr vorstellen müssen. Seit seinem Debütroman „Diabolus“, spätestens aber seit der Erfindung der Hauptfigur Robert Langdon und den Romanen „Illuminati“, „Sakrileg“, „Das verlorene Symbol“ und „Inferno“ ist Dan Brown bei der weltweiten Leserschaft so bekannt wie ein bunter Hund. Jetzt erschien mit „Origin“ der fünfte Teil der Robert-Langdon-Reihe.

Das Buch: Robert Langdon ist einer der Gäste, die sich im Guggenheim-Museum in Bilbao versammelt haben, um einem großen Event beizuwohnen – der Enthüllung einer Entdeckung, die „das Antlitz der Wissenschaft für imer verändern wird“. Der Ausrichter des Events ist kein Geringerer als Edmond Kirsch, Milliardär und Zukunftsforscher, der durch seine verblüffenden Hightech-Erfindungen und verwegenen Vorhersagen zu weltweiter Berühmtheit gelangt ist. Kirsch, zwei Jahrzehnte zuvor einer der ersten Studenten Langdons an der Harvard University, steht im Begriff, einen erstaunlichen Durchbruch zu enthüllen – einen Durchbruch, der zwei der fundamentalsten Fragen der menschlichen Existenz beantwortet.

Edmond Kirschs Präsentation fesselt sein Publikum vom ersten Augenblick an, und ist weitaus kontroverser als Langdon es sich jemals vorgestellt hätte. Doch noch bevor Kirsch seine Entdeckung preisgeben kann, endet das Event im Chaos, und die geniale Erkenntnis droht für immer verloren zu gehen. Zutiefst erschüttert – und selbst in unmittelbarer Gefahr – sieht sich Langdon gezwungen, aus Bilbao zu flüchten. Begleitet wird er dabei von Ambra Vidal, der Direktorin des Museums, die mit Kirsch an der Gestaltung des Events gearbeitet hat. Gemeinsam fliehen sie beiden nach Barcelona, und es beginnt die gefahrvolle Suche nach einem kryptischen Passwort, das Kirschs Geheimnis offenbaren soll. (Quelle: Klappentext)

Fazit: Es gibt ja böse Zungen, die behaupten, Dan Brown habe seit dem ersten Teil der Robert-Langdon-Reihe eigentlich das selbe Buch – mit geringfügigen Änderungen am Inhalt – fünfmal geschrieben und mit jeweils anderem Titel verkauft. Und so ganz aus der Luft gegriffen ist diese Kritik ja auch gar nicht. Für manch einen tritt einfach das Schema, nach dem Browns Romane geschrieben sind, zu deutlich zutage. Dass die Hauptfigur immer Robert Langdon ist: Geschenkt, das haben Buchreihen nun mal so an sich. Dass diese Hauptfigur in der Rahmenhandlung dann aber immer an der Seite einer wunderschönen jungen Frau atemlos durch verschiedene Sehenswürdigkeiten der Weltgeschichte hetzt, dabei Codes knackt und Symbole deutet, um Geheimnisse der Menschheit ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen, die in häufigen Fällen „die katholische Kirche in ihren Grundfesten erschüttern“ werden – hach, ich liebe diese Phrase -, das fällt schon deutlicher auf.

Und wenn man ganz ehrlich ist, so muss man sagen, dass Brown auch in seinem neuesten Buch nur wenig von diesem Schema abweicht. Das alles ist in erster Linie aber mal eines: Mir völlig egal! Bücher wiederholt auf die selbe Art und Weise zu schreiben, muss ja auch nichts Schlechtes sein. Schließlich hat auch die Band „Rammstein“ – überspitzt gesagt – in den letzten 20 Jahren aus den immer wieder selben acht Tönen und nur lediglich 17 unterschiedlichen Wörtern ganze sechs erfolgreiche Alben gemacht!

Strafen wir also die eingangs erwähnte Kritik mit der Nichtbeachtung, die sie verdient und kommen zu Browns neuestem Werk „Origins“.

Edmond Kirsch trifft zu Beginn des Buches auf drei führende Geistliche aus Christentum, Judentum und Islam, um ihnen die Präsentation zu zeigen, die im Rahmen des oben erwähnten Events gezeigt werden soll. Die Reaktion der Geistlichen, die teilweise in eine tiefe Sinnkrise gestürzt werden, sorgt beim Leser schon frühzeitig für Spannung, der ja nun wissen will, was da gezeigt wurde.

Aber auch während der anschließenden Präsentation wird der Leser im Unklaren gelassen. Diese Präsentation ist allerdings schon dadurch außerordentlich unterhaltsam, dass Brown seinen Edmond Kirsch sich in unglaublich zynischer und abwertender Weise über Religionen jeglicher Natur äußern lässt. In diesem Moment dachte ich: „Wenn er so weiter schreibt, kann er sich schon mal Tipps von Salman Rushdie holen…“ Aber nein, ganz so böse geht es dann doch nicht weiter.

Aber spannend, ja, spannend bleibt es durchaus. Für mein persönliches Empfinden schwächelt das Buch etwa in der Mitte ein bisschen, weil dort recht häufig die Architektur im Allgemeinen und die Bauwerke von Antoni Gaudi im Speziellen thematisiert werden. Das ist alles recht informativ und wird dem Leser auf eine Weise nahegebracht, die an Frank Schätzing erinnert – nur mit dem Unterschied, dass sich Brown auf etwa ein Zehntel der Erklärungen beschränkt, die Schätzing dem Leser vorgesetzt hätte -, nur leider habe ich nicht den geringsten Bezug zu Architektur, weswegen „Origin“ in dieser Phase die eine oder andere Länge hatte. Das ist aber eben ein rein subjektiver Eindruck.

In der Folge der Präsentation beginnt dann das, was die geneigte Leserschaft schon aus Browns anderen Büchern kennt: Eine Schnitzeljagd an der Seite einer schönen Begleiterin, diesmal durch das nächtliche Bilbao und Barcelona. Auffällig ist dabei, dass die Zeit, in der Brown seine Romane spielen lässt, anscheinend immer kürzer wird. Musste Browns Protagonist in früheren Büchern teils quer durch die Weltgeschichte reisen, beschränkt sich der Autor in „Origin“ lediglich auf Bilbao und Barcelona und die Geschehnisse finden in nur einer einzigen Nacht statt.

Ebenso wie die Schnitzeljagd obligatorisch für seine Bücher ist, so sind es auch die Charaktere. Auch in „Origin“ findet man wieder die schöne Frau an Langdons Seite, intrigante Geistliche sowie böse Schergen, die im Auftrage der intriganten Geistlichen unterwegs sind. Eine genauere Erläuterung der Charaktere erübrigt sich da eigentlich. Mit einer Ausnahme: In „Origin“ lässt Brown die KI „Winston“ auftauchen, und diese KI hebt sich deutlich von allem ab, was man in der Langdon-Reihe bislang sonst so finden konnte. Ich hatte anfangs meine Schwierigkeiten mit Winston, denn ich bin zwar kein Experte für KI, meine aber zu glauben, dass der derzeitige Stand der Technik in diesem Bereich von Winston so weit entfernt ist wie die Erfindung des Rechenschiebers von der Entdeckung der Gravitationswellen, aber wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, dann hat diese Figur durchaus ihren Reiz.

Kurz: Dan Brown macht das meiste wie immer, weniges anders und alles insgesamt ziemlich gut! Nachdem „Das verlorene Symbol“ mein persönlicher Tiefpunkt der Langdon-Reihe war – ich verglich dieses Buch einmal despektierlich mit der gänzlich spannungsentladenen und zu Recht in Vergessenheit geratenen TV-Sendung „Deutschlands beste Bäcker“, was gemein war, aber ich stehe dazu – und es mit „Inferno“ wieder deutlich aufwärts ging, hat der Autor einen erneuten Schritt nach vorne gemacht und mich mit „Origin“ rundum gut unterhalten. Wer also die Bücher von Dan Brown mag, macht auch mit dem fünften Teil der Reihe nichts verkehrt.

Wertung:

Handlung: 9 von 10 Punkten

Charaktere: 8 von 10 Punkten

Stil: 9 von 10 Punkten

Spannung: 9 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8,75 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Küstenfluch“ von Hendrik Berg.

Freitagsfragen # 15

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

da Steam in meinem Account zur Zeit augenscheinlich existenzielle Updates durchführt, ergibt sich mir dadurch – frei nach dem Motto „Das Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat ja Zeit“ – die Gelegenheit, mich mit den heutigen Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog zu beschäftigen. Ein herzliches Dankeschön an die Fragenstellerin.

Die Fragen lauten:

1.) Wie hast Du Deine Schulzeit in Erinnerung?

2.) Ein Freund borgt Dir 200€ für Lottotickets. Du gewinnst 200.000€. Wie viel gibst Du dem Freund zurück?

3.) Du passt eine Woche lang auf den Hamster Deines Nachbarn auf, während dieser im Urlaub ist. Als er zurück kommt beschließt er, den Hamster nicht mehr zurückhaben zu wollen. Was tust Du?

4.) Die Wahl der Qual: Ein ewiges Bedürfnis zu niesen haben aber nicht können oder auf ewig Schluckauf haben.

 

Antwort zu 1.) Nun, das hängt sehr davon ab, welchen Teil der Schulzeit man genau betrachtet. In der Grundschule war nicht alles einfach – insbesondere der Matheunterricht – aber eigentlich waren diese vier Jahre vollkommen in Ordnung.

In der Orientierungsstufe – ein possierlicher Begriff für eine Erfindung der Bildungspolitik, die es in Niedersachsen zu meiner Zeit noch gab – die Erfindung, nicht die Bildungspolitik – die man besser mit „zweijähriges Zwischenparken des Kindes unter der zwingenden Vorraussetzung des Auseinanderreißens einer jeden Klasse, bis sich Lehrer, Eltern und Kinder für eine bestimmte Schulform entschieden haben“ hätte bezeichnen können – in dieser Zeit also, da war eigentlich auch alles in Ordnung – bis auf den Matheunterricht.

Die ersten Jahre am Gymnasium waren dann nicht mehr so prickelnd. Einerseits hatte ich in dieser Zeit andere Dinge im Kopf, als dass ich mich intensiv mit ernsthaftem Unterricht – oder gar Mathe – hätte auseinandersetzen können, andererseits passte die Zusammenstellung der Leute innerhalb der Klasse einfach nicht. Zugegeben, die Umgangsformen der Kids – Opa erzählt jetzt mal von früher –  waren damals zwar wesentlich oberhalb dessen, wozu ein heute 14 Jahre alter „Overwatch“-Spieler im Internet in der Lage ist, aber auch damals galt schon: Kinder können grausam sein! Wenn man Glück hatte, war man nicht selbst die Zielscheibe. Aber selbst dann war man noch nicht zwingend aus dem Schneider. Merke: Wenn Du merkst, dass jemand gemobbt wird, und Du Dich ganz bewusst auf dessen Seite stellst, dann muss Dir bewusst sein, dass Du damit selber zur Zielscheibe wirst. Rückblickend bin ich damit recht souverän umgegangen. Wirklich cool war´s allerdings nicht. Aber immer noch besser als Mathe!

In der zehnten Klasse bekam ich dann sehr zu meinem Glück – damals hielt ich es für eine Katastrophe ungeahnten Ausmaßes – das Angebot meiner Schule zu einer einjährigen Vertragsverlängerung. Ich hatte weder Grund noch überhaupt die Möglichkeit, dieses Angebot abzulehnen. Ab da hatte ich die vier bestern Schuljahre meiner gesamten Schulzeit.

 

Antwort zu 2.) Tja, jetzt könnte ich eine halbe Ewigkeit die Rechtslage für  diesen Fall recherchieren, oder ich könnte mich lange über meinen moralischen Kompass auslassen und ob ich mich dazu verpflichtet fühle, mehr als 200 Euro zurück zu geben. Ich ziehe mich aber anders aus der Affäre, indem ich sage: Weder wäre ich so dreist, noch wäre irgendeine/r meiner Freundinnen und Freunde so blitzdumm, mir 200 € fürs Lottspielen zu leihen! Was käme denn danach? „Ey, haste mal 200 Euro für die Kneipe?“ Nee, nee, mit sowas fangen wir gar nicht erst an. Wenn, nein, falls ich mir mal Geld leihe, dann nur, wenn ich in einem temporären Engpass oder in einer ernstlichen Notlage bin. Und selbst dann…

 

Antwort 3.) In jüngerer Vergangenheit gab es bereits jede Menge bescheuerte Videospiel-Verfilmungen, als Paradebeispiel sei da einmal „Angry Birds“ genannt. In naher bis ferner Zukunft sind meines Wissens Verfilmungen von „Minecraft“, „Pokemon Go“ und „Tetris“ (sic!) geplant. Diese Information reicht meiner Meinung nach vollkommen aus, um dem Menschen an sich den selbsternannten Status als „Krone der Schöpfung“ abzuerkennen und ihn – nebst einer saftigen Vertragsstrafe – einem beliebigen anderen Lebewesen zuzuerkennen, meinetwegen dem Schnabeltier.

Aber sei es, wie es sei, es scheint also, als wäre der Bedarf an Videospiel-Verfilmungen noch nicht gedeckt. Und da ich nun schon mal einen Hamster habe, würde ich auf den Zug aufspringen und eine Verfilmung von „Maniac Mansion“ machen. Den Uneingeweihten sei gesagt, dass es sich dabei um ein sogenanntes „point&click“-Adventure aus den 80ern handelt. Und darin gab es eine Szene mit einem Hamster. Und einer Mikrowelle…

Gemach, gemach! Bevor ihr mich jetzt mit virtuellen Fackeln und Forken durch das Internet treibt: Nein, so etwas würde ich natürlich nicht tun!

Mit nicht wieder abgeholten Tieren habe ich allerdings durchaus schon mal Erfahrungen gesammelt: Mein Bruder erklärte sich, irgendwann in der zweiten Hälfte der 90er, bereit, auf einen Nymphensittich aufzupassen, während sein Besitzer ins Krankenhaus musste. Nach diesem Krankenhausaufenthalt wurde der Vogel jedoch nie wieder abgeholt, auch wenn dem Besitzer das durchaus möglich gewesen wäre. Die Erfahrung aus der Geschichte: Nymphensittiche können sehr alt werden und sind sehr, sehr laut!

 

Antwort zu 4.) Das ist tatsächlich eine ziemlich fiese Auswahl! Aber ich glaube, dauernder Schluckauf würde mich in meinem Leben noch mehr einschränken als die erste Möglichkeit, also nehme ich das niesen. Oder das nicht niesen. Ich befürchte allerdings, dass mich das nach kurzer Zeit zu einem cholerischen Misanthropen machen würde.

 

Und schon sind wir wieder durch mit den Freitagsfragen. Ich wünsche allseits ein schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl!

 

 

Die „Sparschwein-Challenge“ – Ein dritter Überblick

sparschwein

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

heimlich, still und leise, sowie von mir weitgehend unbemerkt, hat sich das vierte Quartal des Jahres angeschlichen, um mich hinterrücks zu überraschen. Das vierte Quartal wird von einem Gutteil der Menschen ja allenthalben gelobt, ja teils gar sehnsüchtig erwartet, hat es doch diesen heimeligen, gemütlichen Herbst im Gepäck, bei dem es sich so gut mit einer Tasse Tee und in einer Decke eingewickelt auf dem Sofa lesen lässt…

Ich persönlich verabscheue den Herbst mit aller mir gerade zur Verfügung stehenden Inbrunst. Er ist kalt, ungemütlich, – „usselig“ sagt man in nahegelegenen Regionen des Landes -,  bringt so etwas wie gestern mit, das ich nur schwerlich und sehr euphemistisch noch als „Wetter“ bezeichnen würde, und – was das Wichtigste ist – auf ihn folgt der Winter und Weihnachten. Und beides verabscheue ich mit noch viel größerer Inbrunst. Aber ach, so ist es jetzt nun mal. Und da ich in absehbarer Zeit wahrscheinlich kein gemütliches Strandhaus in südlichen Gefilden gewinne, muss ich mich jetzt auch daran gewöhnen, damit umzugehen. Bis das geschafft ist, betrauere ich noch ein wenig den in diesem Jahr allzu früh dahingeschiedenen Sommer!

Das vierte Quartal bedeutet aber auch, dass ein neuer Überblick bezüglich der „Sparschwein-Challenge“ fällig ist, zu deren Teilnahme ich mich zu Beginn des Jahres in einem Anfall geistiger Umnachtung bereit erklärt habe, da ich solche Veranstaltungen für gewöhnlich meide. Diese hier hat aber einen sinnvollen Hintergrund, daher habe ich mal eine gütige Ausnahme gemacht.

Das in seiner Komplexität überschaubare Regularium der „Challenge“ ist schnell erläutert: Für jedes gelesene Buch wandert ein Geldbetrag in ein Sparschwein, die Höhe des Betrages hängt von der Verweildauer des Buches auf dem Stapel ungelesener Bücher ab. Bei bis zu zwei Monaten Verweildauer wandert ein Euro in das Sparschwein. Bücher, die schon länger als zwei Monate ungelesen herumlagen, schlagen mit zwei Euro zu Buche und Bücher, die bereits seit zwei Jahren darauf warten, gelesen zu werden, bringen drei Euro. Zum Ende des Jahres wird dann Kassensturz gemacht und mit dem erlesenen Betrag kann dann verfahren werden, wie es beliebt.

Nun denn, sehen wir uns den Stand der Dinge an:

Januar 2017:

„Gefrorener Schrei“ – Tana French –  1 Euro

„Finderlohn“ – Stephen King –  1 Euro

„Die Blausteinkriege I“ – T. S. Orgel – 1 Euro

Februar 2017:

„Die Suche“ – Nick Louth – 2 Euro

„Tiefe Narbe“ – Arno Strobel – 1 Euro

„Wohin der Wind uns weht“ – Joao Ricardo Pedro – 1 Euro

März 2017:

„Der Finne“ – Taavi Soininvaara – 1 Euro

„Butcher´s Crossing“ – John Williams – 2 Euro

„Good as Gone“ – Amy Gentry – 1 Euro

„Die Glücklichen“ – Kritine Bilkau – 1 Euro

„Das Buch der Spiegel“ – E. O. Chirovici – 1 Euro

„Untreue“ – Paulo Coelho – 2 Euro

April 2017:

„Des Teufels Gebetbuch“ – Markus Heitz – 1 Euro

„Die Grausamen“ – John Katzenbach – 1 Euro

„Auerhaus“ – Bov Bjerg – 1 Euro

„Spiel im Morgengrauen“ – Arthur Schnitzler – 1 Euro

„Die Triffids“ – John Wyndham – 1 Euro

„Die Verwandlung“ – Franz Kafka – 1 Euro

Mai 2017:

„Nullnummer“ – Umberto Eco – 1 Euro

„Die letzten Tage der Nacht“ – Graham Moore – 1 Euro

„Ostfriesen-Killer“ von Klaus-Peter Wolf – 1 Euro

„Under Ground“ – S. L. Grey – 2 Euro

Juni 2017:

„Natchez Burning“ – Greg Iles – 2 Euro (abgebrochen; zählt trotzdem!)

„Into the Water“ – Paula Hawkins – 1 Euro

„Die Krone der Sterne“ – Kai Meyer – 2 Euro

„Der Schneegänger“ -Elisabeth Herrmann – 1 Euro

„Das Geheimnis des Poeten“ – Guido Dieckmann – 2 Euro

„Passagier 23“ – Sebastian Fitzek – 1 Euro

„Die Gestirne“ – Eleanor Catton – 2 Euro

„Die Anatomie des Teufels“ – Jordi Llobregat – 1 Euro

Juli 2017:

„Das Walmesser“ – C.R. Neilson – 1 Euro

August 2017:

„Der Sündenfall von Wilmslow“ – David Lagercrantz – 1 Euro

„Das böse Buch“ – Kai Erik – 1 Euro

„Ulldart – Die komplette Saga I“ – 2 Euro

„Niemandsland“  – Philip Dröge – 1 Euro

„Das Genie“ – Klaus Cäsar Zehrer – 1 Euro

September 2017

„Spectrum“ – Ethan Cross – 1 Euro

„Die Spur der Bücher“ – Kai Meyer – 1 Euro

„Der letzte Verrat“ – Nicola Moriarty – 1 Euro

„Der Präsident“ – Sam Bourne – 1 Euro

„Alles so hell da vorn – Monika Geier – 2 Euro

 

Also müssten sich in meiner Spareule jetzt 51 € befinden. Das wird beizeiten überprüft. Ich könnte diese Statistik jetzt analysieren, könnte euch erläutern, dass die überschaubare Statistik für den Juli daran liegt, dass in besagtem Monat fast nur Rezensionen zu Büchern erschienen sind, die bereits im Juni gelesen wurden und daher auch dort erfasst worden. Aber zur Statistik-Analyse habe ich eigentlich gerade keine Lust! ;-)

Bleibt mir nur, euch allseits noch einen schönen Freitag und anschließend einen guten Start in ein hoffentlich, im wahrsten Wortsinne, sturmfreies Wochenende zu wünschen!

Gehabt euch wohl!