„Die siebte Leiche“ von Vlastimil Vondruska – So macht man das!

Buch: „Die siebte Leiche“

Autor: Vlastimil Vondruska

Verlag: Bastei Lübbe

Ausgabe: Taschenbuch, 335 Seiten

Der Autor: Vlastimil Vondruška, geboren 1955, hat in Prag Geschichte und Ethnologie studiert. Danach arbeitete er im Nationalmuseum und betrieb gemeinsam mit seiner Frau eine Werkstatt zur Nachbildung von historischem Glas. Heute widmet er sich ganz dem Schreiben und hat neben zahlreichen wissenschaftlichen Werken über 30 Historische Romane veröffentlicht. Mit einer Gesamtauflage von 500.000 Exemplaren gehört er zu den erfolgreichsten Autoren Tschechiens. Besonders beliebt ist die Serie um den Ritter Ulrich von Kulm und seinen Knappen Otto. (Quelle: Bastei Lübbe)

Das Buch: Mitten im tiefsten Winter geraten Ritter Ulrich von Kulm und sein Knappe Otto in einen heftigen Schneesturm. Sie finden Zuflucht in einer abgelegenen Burg, in der seltsame Dinge vor sich gehen: Jedes Jahr im Advent kommt es zu einem mysteriösen Todesfall.

Die Burgbewohner sprechen von einem schrecklichen Fluch, aber davon will Ulrich nichts wissen. Gemeinsam mit seinem Knappen geht er der Sache auf den Grund. Doch er kann nicht verhindern, dass auch in diesem Jahr wieder ein Mord geschieht … (Quelle: Bastei Lübbe)
Fazit: Gelegentlich neige ich dazu, mich zu wiederholen. Gelegentlich neige ich dazu, mich zu wiederholen. So werde ich nicht müde, in regelmäßigen Abständen den Abgesang auf mein einstiges Lieblingsgenre, den historischen Roman, anzustimmen. Zu banal, beliebig, kitschig und austauschbar war vieles von dem, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten erschienen ist und was das Genre zu dem gemacht hat, was es jetzt ist. Die aus meiner Sicht Schuldigen daran sind hinlänglich bekannt und müssen an dieser Stelle nicht erneut genannt werden.
Aber immer, wenn ich die Hoffnung darauf, mal wieder gute historische Romane lesen zu können, fast aufgegeben habe, kommt so ein Buch wie Vondruskas „Die siebte Leiche“ daher. Streng genommen handelt es sich dabei um einen historischen Kriminalroman, aber mit Haarspalterei halte ich mich nicht auf.
Vondruska macht mit seinem Buch so ziemlich alles richtig, was man nur richtig machen kann. Das beginnt schon bei der Sprache und dem Handlungsrahmen. Ulrich von Kulm und sein Knappe Otto landen nach einem Schneesturm in einer Burg, die sie vorerst nicht mehr verlassen können. Dann geschieht ein Mord. Der abgelegene Ort und die überschaubare Menge an handelnden Personen, die fast alle für den Mord in Frage kommen können, verleihen „Die siebte Leiche“ den Reiz eines typischen „Whodunit“-Krimis, einem Genre dem ich ebenfalls sehr zugeneigt bin. Damit rannte Vondruska bei mir, der kürzlich erst beschlossen hat, mal wieder Agatha Cristie zu lesen, offene Türen ein.
Auch im stilistischen Bereich bewegt sich der tschechische Autor auf hohem Niveau. Er vermittelt nicht nur die angespannte, eisige Stimmung auf der Burg sehr überzeugend, sondern erzeugt über das gesamte Buch hinweg mit seiner Art zu erzählen eine sehr überzeugende Stimmung. Die Dialoge seiner Charaktere überzeugen ebenfalls fast ausnahmslos. Allerdings hätte ich mir hier eine deutlichere sprachliche Abstufung der Charaktere, gemessen an ihrem gesellschaftlichen Stand, gewünscht. Wenn eine Bademagd, die sich auch gelegentlich als örtliche Prostituierte verdingt – wenigstens wandert sie nicht – fast genau so spricht wie ein gelehrter Prokurator des Königs, dann irritiert das schon. Allerdings ist das Jammern auf ziemlich hohem Niveau.

Die Charaktere, insbesondere natürlich unsere beiden Protagonisten Ulrich von Kulm und dessen Knappe Otto, sind dem tschechischen Schriftsteller ebenfalls gut gelungen. Ulrich äußert dabei immer wieder Zweifel und Kritik an den Umständen unter und den Menschen mit denen er so leben muss, so äußert er regelmäßig Kritik an Geistlichen. Letztlich merkt man aber doch, dass er ein Mann seiner Zeit ist, beispielsweise, wenn es um die Rolle der Frau im 13. Jahrhundert geht. Das Frauenbild als solches ist in „Die siebte Leiche“ kein sonderlich positives. So wird beispielsweise der Knappe Otto als Frauenheld dargestellt, der bei jeder sich bietenden Gelegenheit eine neue Liebschaft anfängt. Diese Liebschaften zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie auf mich einen blitzdummen Eindruck machen. Das muss man nicht mögen, ich persönlich bin allerdings ganz glücklich gewesen, dass der Autor aus Ulrich von Kulm keinen mittelalterlichen Emanzipationsbeauftragten gemacht hat.

Dann bliebe noch die Handlung selbst. Und auch dort habe ich wenig zu kritisieren. Wie es im Genre des „Whodunit“-Krimis üblich ist, kann die Leserschaft nach Herzenslust mitraten, wer denn nun der Mörder ist. Ich habe, wie üblich, danebengelegen. Auf dem Weg zur überzeugenden Auflösung des Mordfalls gibt es zahlreiche Wendungen und die Spannung bewegt sich durchgehend auf hohem Niveau.

So bleibt nur meine Hoffnung, dass zeitnah viele weitere Krimis des Tschechen übersetzt werden. Die Ulrich-von-Kulm-Reihe umfasst im Original nämlich eine bereits eine ganze Menge Bücher, von denen lediglich zwei ins Deutsche übersetzt wurden. Alternativ muss ich halt tschechisch lernen…

Wertung:

Handlung: 8,5 von 10 Punkten

Stil: 9,5 von 10 Punkten

Charaktere: 8,0 von 10 Punkten

Atmosphäre: 9,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8,875 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Ein Reif von Eisen“ von Stephan M. Rother

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Freitagsfragen # 22

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

nach einer, trotz ärgerlich frühen Aufwachens, überraschend erholsamen Nacht und der damit verbundenen frühmorgendlichen Erkenntnis, mich möglicherweise tatsächlich auf dem Weg zur Besserung zu befinden, die nur scheinbar im Widerspruch zu meiner noch gestrigen Befürchtung eines spontanen, sozialverträglichen Frühablebens steht, was ich wiederum nicht als Überdramatisierung meines Zustands verstanden wissen will, sondern lediglich als einen sehr subjektiven Eindruck hinsichtlich meines Wohlbefindens, die hingegen – die Erkenntnis eben – mitnichten im Widerspruch zu meinem Entschluss steht, mich gleich nochmal hinzulegen und nach einem Einstiegssatz, der mittlerweile neun Zeilen umfasst, womit den Präferenzen einer ganz zauberhaften Leserin meines Blogs Genüge getan sein dürfte – und nein, ich tue das jetzt nicht immer – und der – der Satz eben – es eigentlich überflüssig bis unnötig macht, dass ich in ihm noch auf meine Verwunderung angesichts eines ebenfalls frühmorgendlichen Radio-Werbespots eingehe, in dem man mir Gänse verkaufen wollte, die doch tatsächlich „auf der Wiese groß geworden“ seien, was die Frage aufwarf, wieso das explizit beworben werden muss, sollte es doch den Normalfall darstellen, schließlich wachsen meines Wissens die wenigsten Gänse aus dem Permafrostboden Ostsibiriens heraus, angesichts all dessen also gibt es keinen Grund mehr, nicht umgehend die Freitagsfragen im Brüllmausblog zu beantworten, was ich nunmehr zu tun gedenke.

Puuuh, falls ich das öfter mache, werde ich sehr zeitnah nur noch so ungefähr fünf Follower haben, von denen etwa vier nur noch aus reiner Freundlichkeit da sind…

Schreiten wir zur Tat, die heutigen Fragen lauten:

1.) Bist Du schon in Weihnachtsstimmung?
2.) Machst Du große Geschenke zu Weihnachten?
3.) Wie feierst Du dieses Jahr?
4.) Die Wahl der Qual: Würdest Du lieber einem Kind eine hübsch verpackte aber leere Schachtel schenken oder keine Geschenke bekommen?

 

Antwort zu 1.) Muhahahaha! Ja, sicher! Allerdings weicht meine Weihnachtsstimmung deutlich von der allgemein vorherrschenden harmonischen, kuscheligen Stimmung ab. Die gönne ich übrigens jedem und will sie auch niemandem vermiesen, falls dieser Eindruck entstanden sein sollte!

Meine Weihnachtsstimmung besteht in erster Linie aus einem dünneren Geduldsfaden und erhöhtem Aggressionspotenzial. Der Dezember und, zugegeben, auch der November sind die Monate, in denen es objektiv betrachtet wohl am schwierigsten ist, mit mir auszukommen.

Und es sind die Monate, in denen die Wahrscheinlichkeit, dass ich andere Autofahrer anschreie, am größten ist. Wenn das passiert, dann hat man es aber auch verdient! Warum verwandeln sich viele Menschen mit dem Einsteigen in ihr Auto in absolute Volltrottel, die den Eindruck vermitteln, es gäbe für sie nur sie selbst und niemand anderen in ihrer kleinen Märchenwelt voller „Fabelwesen, wie Feen, Elfen und Eskimos“, um mal Homer Simpson zu zitieren?

So wie neulich, auf der Fahrt vom Arzt nach Hause: Ich befinde mich auf der rechten Spur einer zweispurigen Straße, also, zwei in jede Richtung, in deren Verlauf ich irgendwann auf die linke Spur wechseln muss, um letztlich vor der Kreuzung wiederum auf die Linksabbiegerspur zu wechseln, weil ich, man ahnt es, links abbiegen möchte. Die hinter mir fahrende junge Frau wechselt auf die linke Spur, offensichtlich, um einen Überholvorgang einzuleiten. Dem ist auch gar nichts entgegenzusetzen, das kann man ja machen, wenn ich jemandem zu langsam bin. Was ich nicht war. Allerdings sollte man als Überholender doch eine signifikant höhere Geschwindigkeit als der zu Überholende haben, um den Überholvorgang innerhalb einer akzeptablen Strecke abzuschließen. Dem war allerdings nicht so. Ich will es mal so sagen: Hätten wir beide unsere Geschwindigkeit exakt gehalten, dann hätte mich die Dame auf der Strecke Hamburg-Ulan Bator ungefähr auf Höhe Astana, Kasachstan, überholt!

Somit wurde mir, trotz beharrlichen Blinkens, der Spurwechsel deutlich erschwert und mir ging so langsam die Straße aus. Letztlich ging alles gut, was ich aber nicht der Dame zu verdanken habe…

Ein anderes nerviges Beispiel war der Herr, der, auf der selben Fahrt übrigens, vor mir am Kreisel, der ganz offensichtlich so verwaist wie nur irgend möglich war, so lange anhielt, dass ich den Drang hatte, auszusteigen, um ihm eine Bahnwärterlampe in die Hand zu drücken, damit er sich zu Fuß Zugang zum Kreisel-Areal verschaffen konnte, um selbiges mittels der Lampe auszuleuchten und sich höchstpersönlich davon zu überzeugen, dass vor Pfingsten 2018 mit keinem anderen Fahrzeug an diesem Kreisel zu rechnen ist! Alternativ hätte ich ihn auch einfach gerne zu den Klängen von „Jingle Bells“ gewürgt…

 

Antwort zu 2.) Nein, eigentlich nicht. Für so ein, zwei mir nahestehende Personen versuche ich mir gelegentlich etwas Kreatives einfallen zu lassen, was mir mal ganz gut, mal weniger und auch mal so gar nicht gelingt. Ansonsten finde ich die Geschenke-Frage, insbesondere innerfamiliär, äußerst diffizil. So teilt mein Bruder mir beispielsweise lediglich mit, was ich ihm alles bitte nicht schenken möge. Das macht die Sache nicht  gerade einfacher. Aber auch das beschenkt werden ist innerfamiliär schwierig. So will es mir einfach nicht gelingen, glaubhaft zu vermitteln, dass mir Gutscheine für die Buchhandlung meines Vertrauens vollkommen ausreichen würde. „Ach, Du hast doch schon so viele Bücher…“, heißt es dann lapidar. Mit einer ähnlichen Begründung bekommen Floristinnen selten Blumen geschenkt…

Mir selbst habe ich allerdings bereits etwas geschenkt. Nachdem mein PC aus dem Unterhaltungstechnik-Hades wiederauferstanden war, war es mir ein inneres Bedürfnis, mir den neuesten Teil der „Assassins Creed“-Reihe zuzulegen. Ich habe mich extra für die „boxed Version“, bestehend aus fünf DVDs entschieden, um einen langwierigen Download zu umgehen, und dafür sogar ein paar Euro mehr bezahlt. Natürlich startete nach Einlegen der ersten DVD was? Richtig: ein Download! Wofür die anderen vier DVDs also gut sind, weiß wohl nur Ubisoft alleine…

Schade, dass ich mich angesichts meiner in dieser nun bald vergangen Woche – die ich gerne bereits im Orkus des Vergessens wüsste – angegriffenen Gesundheit – erwähnte ich die eigentlich schon? – noch nicht so wirklich damit beschäftigen konnte.

 

Antwort zu 3.) Wenn es nach mir ginge: In der Karibik! Ich habe kürzlich gelesen, dass man dort gänzlich ohne „Wham!“, dafür aber mit Rum feiern kann. Und „Wham!“ gegen Rum einzutauschen klingt nach einem wirklich guten Deal!

Nein, es wird wahrscheinlich wieder so laufen wie jedes Jahr. Ich werde im Kreise der Familie feiern, was bedeutet, dass ich mit dem Stresslevel und dem Blutdruck eines Jetpiloten im Kampfeinsatz quasi minütlich darauf warte, dass eines meiner Familienmitglieder etwas Dummes und/oder Unpassendes sagt, um die Stimmung in Sekundenbruchteilen auf den absoluten Nullpunkt zu torpedieren. Das ist nicht der Regelfall, kam aber oft genug vor, um ernsthaft Sorge davor zu haben.

 

Antwort zu 4.) Diesmal fällt mir die Wahl ungewöhnlich leicht. Ich verzichte gerne auf jegliche Geschenke.

 

Nun denn, geneigte Leserschaft, das war es auch schon wieder. Ich werde mir jetzt eine Tasse Tee machen und wünsche allseits schon mal einen guten Restfreitag und einen anschließenden Start in ein hoffentlich schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl!

 

 

„Konklave“ von Robert Harris – Habemus papam

Buch: Konklave

Autor: Robert Harris

Verlag: Heyne

Ausgabe: Taschenbuch, 368 Seiten

Der Autor: Robert Harris ist ein britischer Journalist, Sachbuchautor und Schriftsteller. Nach seinem Studium der englischen Literatur in Cambridge arbeitete er unter anderem für die Zeitungen „The Observer“ und „Daily Telegraph“. Darüber hinaus ist er Kolumnist der „Sunday Times“. Für seine Romane nimmt sich Harris häufig reale geschichtliche Ereignisse als Hintergrund, so zum Beispiel in seinem genialen Debütroman „Vaterland“ oder in dem nicht minder genialen „Aurora“ – beide sehr empfehlenswert und eine klare Kaufempfehlung für alle, die historisch interessiert sind. Neben einigen Sachbüchern hat Harris bislang 10 Romane veröffentlicht.

Das Buch: Der Papst ist tot. Er war alt, aber die Todesumstände sind mysteriös. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner…

Kardinal Lomeli, den eine schwere Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten der Sixtinischen Kapelle hinter den 117 Kardinälen schließen, trifft ein allen unbekannter Nachzügler ein. Der verstorbenen Papst hatte den Bischof von Bagdad im Geheimen zum Kardinal ernannt. Ist der aufrechte Kirchenmann der neue Hoffnungsträger in Zeiten von Krieg und Terror – oder ein unerbittlicher Rivale mit ganz eigenen Plänen. Alle Kandidaten sind heilige Männer, aber jeder ist von irdischem Ehrgeiz angetrieben. Die Gegener sind zahlreich. Und es kann nur einen Hiligen Vater geben, unfehlbar und ausgestattet mit der Macht Gottes auf Erden. Die Welt wartet, dass weißer Rauch aufsteigt… (Quelle: Klappentext)

Fazit: Angesichts meines seit einigen Tagen recht angegriffenen Gesundheitszustands – ich erspare euch die Details, aber ja, ich bin durchaus auf Mitleid aus -, dem bereits meine eigentlich unsagbar erquickliche Tagesplanung zum Opfer gefallen ist, was mich aus so zahlreichen, unterschiedlichen Gründen nervt, dass eine genaue Aufzählung den Rahmen sprengen würde, und angesichts der Tatsache, dass das alles gerade überhaupt nicht gut für meine ohnehin recht fragile Geduldsfaden-Nervenkostüm-Kombi ist, ich mich also, wie ein Freund kürzlich sagte „stimmungsmäßig zwischen Axt und Benzin“ befinde und den Drang habe, Katzenbabys anzubrüllen, angesichts all dessen also gehöre ich eigentlich in die Horizontale, idealerweise ins Bett.

Dort war ich allerdings schon und musste feststellen, dass ich mich da nach einiger Zeit, insbesondere durch die sechzehntausendste Ausstrahlung diverser “ The Big Bang Theory“-Folgen, intellektuell akut unterfordert fühlte. Und da lesen u.a. aus Konzentrationsgründen momentan auch nur so semi-gut funktioniert und ich andererseits natürlich genau um meine Verantwortung gegenüber meiner Leserschaft weiß, die schon seit Wochen senhsüchtig *hüstel* auf eine neue Rezension wartet, schreibe ich halt eine.

Da das Ganze bis hierhin allerdings noch gar nichts mit Robert Harris und „Konklave“ zu tun hat, wenden mir uns jetzt mal von meinem Leid ab und dem Buch des britischen Schriftstellers zu.

Es gibt Autoren, deren Bücher würde ich auch lesen, wenn sie den Titel „Telefonbuch von Olpe im Sauerland“ tragen würden. Robert Harris gehört dazu. Das liegt meistens daran, dass ich als erstes Buch des betreffenden Autoren resp. der Autorin ein Buch gelesen habe, das mich restlos überzeugt hat.  Das wiederum hat allerdings zur Folge, dass ich sämtliche kommenden Bücher mit diesem zuerst gelesenen Buch vergleiche. Neue Bücher von Sebastian Fitzek beispielsweise werden von mir automatisch mit „Die Therapie“ verglichen und schneiden dann vergleichsweise durchschnittlich ab, obwohl sie objektiv betrachtet gut sind.

Und so ist es im vorliegenden Fall eben auch. Robert Harris hat mit „Konklave“ kein schlechtes Buch geschrieben, mit „Aurora“, „Vaterland“ und dem von mir sehr geschätzten „Intrige“ allerdings auch schon bedeutend bessere.

Dieser Eindruck entsteht vor allem durch den behäbigen Einstieg in das Buch. Der Papst ist tot – der übrigens, obwohl Ähnlichkeiten zu lebenden oder toten Personen unbeabsichtigt sind, unbestreitbar Parallelen zum aktuellen aufweist – und Kardinal Lomeli plant die Durchführung des Konklaves. Dabei werden auf den ersten gut 100 Seiten – die Türen zum Konklave werden erst auf Seite 145 geschlossen – unzählige Kardinäle mit ihren entsprechenden Ämtern eingeführt. Das barg für mich zwei Probleme. Zum Einen: Bis auf etwa fünf Personen kann man diese Kardinäle getrost wieder vergessen, was man aber erst im Laufe der Zeit erfährt. Und zum Anderen: Ich bin Protestant. Also, zumindest auf dem Papier. Daher sind mir diverse Amtsbezeichnungen aus der umfangreichen Hierarchie der katholischen Kirche gänzlich unbekannt. Haben mich „Kardinalspräfekten“ und Kardinalsstaatsekretäre“ nur dahingehend gestört, dass ich halt einfach nicht wusste, was deren eigentliche Aufgabe ist, so waren auch Ämter dabei, die so buchstabenreich waren, dass man damit jede Scrabble-Runde im Handumdrehen für sich entscheiden könnte. Als Beispiel: Weiß jemand, ohne Benutzung einer Suchmaschine, was ein „Kardinalgroßpönitentiar“ ist? Eben…

Das alles war natürlich kein Ausschlusskriterium für das Buch, es macht den Einstieg nur unnötig zäh und langwierig.

Darüber hinaus nimmt sich Harris nicht sonderlich viel Zeit für seine Charaktere. Auf knapp 370 Seiten, finde ich, hätte er durchaus die Gelegenheit dafür gehabt, wenn er denn weniger Zeit auf die Einführung der Kardinalgroßpönitentiare – ach, egal. Im Grunde erfährt man über die als Protagonisten dienenden Kardinäle, die für den Ausgang des Konklaves von Belang sind, nur ihre religiöse bzw. politische Einstellung. „Das reicht uns nicht!“, um mal Marshall Eriksen zu zitieren.

Stilistisch befindet sich Harris dagegen glücklicherweise auf gewohnt hohem Niveau. Wenn man den zähen Einstieg mal hinter sich gelassen hat, dann ist es angesichts seiner schnörkellosen Art zu erzählen möglich, den Roman zügig zu lesen.

Auch die Handlung kommt erst nach knapp 150 Seiten so richtig ins Rollen, überzeugt dann aber weitgehend. Viele Kardinäle kommen bei Harris zwar recht schlecht weg, irgendwie hat gefühlt jeder seine sprichwörtliche Leiche im Keller, aber das verweist, meiner Meinung nach, deutlich auf die Skandale und Skandälchen, durch die die katholische Kirche in den letzten Jahren durchmanövrieren musste, von Bischof  Tebartz-van Elsts Prunkbau bis hin zu wirklich Schlimmem.

Was wäre es noch schön gewesen, wenn Harris seine Handlung dann auch zu einem befriedigenden Ende gebracht hätte. Dieses Ende war für mich allerdings irgendwo zwischen vorhersehbar und pathetisch. Das hätte es nicht gebraucht.

Wer mal einen aktuellen Kirchen-Roman lesen möchte, in dem nicht der ewig gleiche Symbologe an der Seite einer schönen Frau durch die Weltgeschichte hetzt, um Codes zu knacken und die Welt zu retten, der findet mit „Konklave“ vielleicht das, was er sucht. Wer gerne die Bücher von Robert Harris liest, dürfte dagegen leicht enttäuscht werden.

Wertung:

Handlung: 7 von 10 Punkten

Stil: 8,5 von 10 Punkten

Charaktere: 6,5 von 10 Punkten

Spannung: 7 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 7,25 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Die siebte Leiche“ von Vlastimil Vondruska.

Dieser Vorgang kann einen Moment dauern…

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

gestern sprach plötzlich aus dem Off eine Stimme zu mir und sie sagte: „Dein PC ist fertig!“. Glücklicherweise war mit „fertig“ nicht „völlig im Eimer“, sondern eher „abholbereit“ gemeint.

Deshalb, ganz kurz: Ich bin wieder online! 🙂

Aus diesem Grund geht es hier auch in Kürze mit den nächsten Rezensionen weiter. Bis es aber soweit ist, muss ich heute erst mal einrichten, installieren, updaten usw.

Dieser Vorgang kann einen Moment dauern…

Abgesehen davon, dass ich euch allseits ein schönes Wochenende wünsche, bleibt mir nicht viel zu sagen. Außer vielleicht:

Ich vefluche Dich, Microsoft!

„Believe in Steve“, um es mal mit den Worten von Bodo Wartke zu sagen! 😉

Gehabt euch wohl!

 

Freitagsfragen #22

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

Ja, es ist schon wieder der erste Dezember. Der erste Tag eines der vernachlässigbarsten Monate des gesamten Jahres. Beinhaltete dieser Monat nicht Geburtstage von mir nahestehenden ganz zauberhaften Menschen und würde in diesem Jahr nicht noch ein weiterer solcher sozusagen in den Dezember hineinverlegt worden sein – ich würde diesen Monat mit der ihm gebührenden Nichtbeachtung strafen.

Jedes Jahr aufs Neue denke ich, insbesondere kurz vor den Feiertagen, über immer kreativere Vermeidungsstrategien nach, um den besagten Feiertagen zu entgehen. Diese Strategien zeichnen sich einerseits durch einen immer wieder geplanten, möglichst großzügig bemessenen Ortswechsel aus. Und andererseits dadurch, dass ich sie nie in die Tat umsetze.

So wird auch meine diesjährige spontane Idee, nach Spanien zu entfleuchen, um dort einen Sexshop mit dem Namen „Dildorado“ zu eröffnen, vermutlich nichts anderes bleiben als eine Idee…

Damit bleibt mir nicht anderes übrig, als mich auch in diesem Jahr der Situation zu stellen. Und stellen werde ich mich auch – man beachte diese Hammer-Überleitung – der aktuellen Ausgabe der Freitagsfragen im Brüllmausblog. Die heutigen Fragen lauten:

1.) Ist Nikolaus ein besonderer Tag für Dich?

2.) Hast Du als Kind Geschenke zu Nikolaus bekommen?

3.) Hast Du bestimmte Traditionen zur Adventszeit?

4.) Die Wahl der Qual: Würdest Du lieber 10 Kindern sagen, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt oder einen frisch gebauten Schneemann vor den Augen des kindlichen Erbauers umwerfen?

 

Antwort zu 1.) Man mag es angesichts meiner Einleitung erahnen: Nein! Nikolaus ist ein Tag, an dem mich andere Menschen darauf hinweisen, dass ja Nikolaus ist. Was mir nach diesem Hinweis immer noch wurscht ist. Mein Bezug zu Nikolaus ist also ähnlich groß wie zu den bald folgenden Feiertagen.

Dabei weiß ich, dass das durchaus mal anders gewesen ist, sowohl was Nikolaus, als auch was Weihnachten angeht. Ich erinnere mich an spaßige Anekdoten an den Feiertagen, beispielsweise als mein Bruder vor so gefühlten 35 Jahren einen Fernseher geschenkt bekommen sollte. Wir warteten, bis im Wohnzimmer alles soweit vorbereitet war und eben auch der Fernseher unterm Baum stand. In diesem Moment rief meine Oma väterlicherseits aus dem Wohnzimmer, des Fernsehers angesichtig, in aller Inbrunst: „Isser bunt?“ Damit war die Überraschung dahin, wusste mein Bruder doch, was damit gemeint war.

Der jüngeren Leserschaft sei gesagt: Ja, die damals ältere Generation hatte zu diesem Zeitpunkt nicht selten immer noch einen Schwarz-Weiß-Fernseher. Das hatte meinem Eindruck nach drei Gründe: Erstens hätten die Fernseher von damals wohl auch einen Atomkrieg funktionsfähig überstanden, zweitens brauchte man zu der Zeit ohnehin nicht jeden zweiten Dienstag ein neues Gerät und drittens war die Wegwerfmentalität in der Generation meiner Oma nun wirklich nicht ausgeprägt.

Wir hatten selbst sogar noch für den Notfall als Ersatz einen Schwarz-Weiß-Fernseher. Damit habe ich damals mal die Wiederholung von „Raumpatrouille Orion“ gesehen – von der Originalausstrahlung nicht zu unterscheiden…

Sei es drum, irgendwann hat sich das bei mir geändert und heute kann ich dem Firlefanz nicht mehr so viel abgewinnen.

 

Antwort zu 2.) Im gewissen Umfang, ja. Also, Süßigkeiten. Aber auch Mandarinen, Äpfel, Nüsse. Netter Versuch meiner Eltern… Das Obst-Gedöns würde wohl heute noch von mir verschmäht in der Ecke liegen, wenn nicht andere Familienmitglieder sich seiner angenommen hätten. Und trotzdem wurde dieser Versuch Jahr für Jahr aus Neue unternommen.

 

Antwort zu 3.) Traditionen zur Adventszeit? Zählen Schlafmangel, Aggressivität, Bluthochdruck und eine allgemeine Anspannung angesichts Glöckchengebimmel und WHAM! zu Traditionen? Nein? Dann nicht!

 

Antwort zu 4.) Muhahahahah! Gelächter Komma diabolisches! Now we´re talking! 🙂

Nein, Spaß beiseite. Eigentlich würde ich weder das Eine noch das Andere tun, aber wenn ich nun schon wählen müsste, dann würde ich 10 Kindern die Illusion vom Weihnachtsmann nehmen. Früher oder später erfahren sie das sowieso, und wenn das ein bisschen früher passiert, dann ist das eben so. Die Schneemann-umwerfen-Aktion dagegen führt unter Umständen auf direktem Wege in die Sackgasse frühkindliches Trauma und ich könnte nicht verantworten, wenn das Kind in Zukunft bei jedem Schneemann, den es sieht, in Tränen ausbricht, bei jeder Karotte einen Schluckauf bekommt oder beim Anblick von Kohle-Eierbriketts die Flucht ergreift!

 

Das war es dann auch schon wieder!

Abschließend sei mir noch eine Anmerkung in eigener Sache gestattet: Wer auf weitere Beiträge von mir wartet – und ich bilde mir ein, dass es so zwei, drei Menschen gibt, die das tun – den muss ich weiter enttäuschen. Mein PC steht seit Dienstag (!) beim PC-Doktor, dem ich die Dringlichkeit der Situation offensichtlich nicht ausreichend deutlich gemacht habe oder aber der die Arbeitsmoral von Gaius Faulus aus „Asterix und der Avernerschild“ hat. „Diese Woche noch“ hieß es… Damit habe ich weder eine Vorstellung davon, was kaputt ist, noch, was mich der Spaß kostet. Hurra!

Gehabt euch wohl!

Freitagsfragen #21: Denn so viel Zeit muss sein!

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

zugegeben, ich hatte kürzlich verkündet, eine unfreiwillige Blogpause einlegen zu müssen und daran hat sich auch grundsätzlich erst mal wenig geändert. Also, eigentlich eher nichts. Also, so gar nichts, quasi…

Meine Beiträge dauernd an irgendwelchen anderen Rechnern, die nicht die meinen sind, zu schreiben, ist nicht so wirklich praktikabel, aber für die Freitagsfragen im Brüllmausblog, da kann man das schon mal machen!

Dennoch bemühe ich mich, ganz entgegen meiner Natur, mich heute mal kurz zu fassen. Die heutigen Fragen lauten:

1.) Führst Du Selbstgespräche?

2.) Was war Deine größte Jugendsünde?

3.) Wie geht es Dir?

4.) Die Wahl der Qual: Einen Monat lang nicht waschen oder einen Monat lang kein Internet?

 

Antwort zu 1.) Gelegentlich. Momentan beschränkt sich das aber größtenteils auf Flüche. 😉 Dabei können Selbstgespräche – jedenfalls nach Meinung des Fachblatts „Apothekenumschau“ – sogar motivieren oder beruhigen. Da ich derzeit weder sonderlich motiviert und schon gar nicht in irgendeiner Weise beruhigt bin, sollte ich das mal probieren. Vielleicht aber wenigstens nicht im öffentlichen Raum…

Antwort zu 2.) Wie vermutlich so ziemliche jede/r habe auch ich in meiner Jugendzeit so manche Dinge getan, die sich rückblickend nicht gerade durch außergewöhnliche Weisheit auszeichnen oder die man im Nachhinein gerne ungeschehen machen würde. Ich kann mich da im Moment aber nicht an eine bestimmte „Jugendsünde“ erinnern.

Antwort zu 3.) Beschissen, danke der Nachfrage! 😉 Nun, ich habe ja kürzlich erst die Unbill des Schicksals beschrieben, mit denen ich mich derzeit auseinandergesetzt sehe. Zumindest den zu vernachlässigenden Teil davon, den ich hier beschreiben würde. Und bis vor Kurzem habe ich das auch noch relativ gut ertragen. Seit Anfang der Woche befinde ich mich aber deutlich im Sinkflug, der heute früh in einem unerwarteten Aufschlag endete. Da ich natürlich keine genauen Arbeitsinterna im Internet verbreite, sei nur gesagt: Entgegen der eigentlichen Planungen könnte es doch sein, dass ich im Dezember unfreiwillig einen Monat frei habe. Nicht, dass ich etwas gegen freie Tage einzuwenden hätte, gerne auch 31 davon, aber die damit verbundenen finanziellen Einbußen kann ich im Moment, man ahnt es, so gar nicht gebrauchen. Den behördlichen Kram erst recht nicht!

Kurz gesagt: Ich befinde mich also angesichts dessen, was mir das Leben gerade vor die Füße wirft fast in der Phase des resignierten, hysterischen Kicherns. Als anschauliches Beispiel dafür sei hier Tom Hanks angegeben, der im Film „Geschenkt ist noch zu teuer“ angesichts einer im Boden versinkenden Badewanne ähnlich reagiert. Ich hoffe, der Link ist der richtige und funktioniert, manchmal funktioniert das hier nicht und nachprüfen geht gerade nicht. Alternativ kann man „Tom Hanks Badewanne“ googeln.

Antwort zu 4.) Welch passende Frage! Nun, fast eine Woche ohne (eigenes) Internet  habe ich ja schon überstanden und ich nehme an, drei weitere Wochen werden da sicher hinzukommen. Ich gehe davon aus, dass ich das auch überstehe. Einen Monat lang nicht waschen, würde ich dagegen kaum ertragen. Und mein Umfeld wohl auch nicht. Also nehme ich den Monat ohne Internet!

 

Das war´s schon, ich muss jetzt noch ein bisschen produktiv sein!

Gehabt euch wohl!

Ungeplante Blogpause – vermutlich…

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

meine treue Leserschaft weiß, dass ich kürzlich im Rahmen der Rezension zu Hakan Nessers Krimi „Der Fall Kallmann“ meinen Unmut über allerlei mehr oder weniger defekte Gerätschaften – von Unterhaltungselektronik über Kommunikationsgeräte bis hin zu Fortbewegungsmitteln – geäußert habe. Wer es noch nicht weiß, dem sei gesagt: Ich äußerte kürzlich im Rahmen meiner Rezension zu Hakan Nessers Krimi „Der Fall Kallmann“ meinen Unmut über allerlei mehr oder weniger defekte Gerätschaften – von Unterhaltungselektronik über Kommunikationsgeräte bis hin zu Fortbewegungsmitteln.

Im Zuge dieser Unmutsäußerung thematisierte ich auch die vermeintliche Fehlfunktion meines Monitors. Nun, nach verstärkter Frequentierung einer handelsüblichen Suchmaschine aufgrund eines akuten Anfalls von „jetzt-habe-ich-aber-die-Schnauze-voll“ am Samstagabend stand ganz plötzlich die Möglichkeit im Raume, dass der Monitor voll funktionsfähig sein dürfte, dass aber stattdessen meine Grafikkarte auf dem direkten Wege ins Elektronik-Nirvana sein könnte. Ich verwies diese Möglichkeit umgehend des Raumes, in dem sie stand, nichtsdestotrotz schien sie sich kurz darauf zu bewahrheiten: Mein PC warf mir plötzlich eine kryptische Fehlermeldung entgegen, die vom Informationsgehalt nicht wesentlich oberhalb von „Schwerer Ausnahmefehler an Adresse 08/15“ lag und es folgte ein „black screen of death“, in dem sinngemäß nur die kurze Mitteilung stand, mein PC würde eine Hardwareüberprüfung durchführen…

„Aha. Na, lass den mal machen…“ ging mir durch den Kopf, weswegen ich Noob nicht die Taste zum Abbruch des Vorgangs gedrückt habe. Tja, um es kurz zu machen: Aus dieser Hardwareüberprüfung ist der PC bislang nicht wieder herausgekommen…

Stuuuundenlang habe ich einem lustigen aus Punkten bestehenden Windows-10-Kreis dabei zugesehen, wie er sich bewegte. Mehr passierte bislang nicht…

Wenn alles klappt, schaut am Dienstag mal der PC-Doktor meines Vertrauen drüber. Ich fürchte, er wird meine Vermutung hinsichtlich der abgerauchten Grafikkarte bestätigen. Sollte das der Fall sein, tja, dann weiß ich auch noch nicht so ganz genau, was ich dann tun soll. Für eine neue fehlt mir zur Zeit schlicht das Geld. Ha, „zur Zeit“, ja, genau…

Jedenfalls, solltet ihr in nächster Zeit weniger von mir lesen, wisst ihr nun, woran es liegt.

Und falls jemand zufälligerweise eine derzeit nicht benötigte funktionsfähige Grafikkarte herumliegen hat, die idealerweise oberhalb der R9 380 Nitro OC liegt, die mir nun augenscheinlich abgeraucht ist: Die nehme ich! 😉

Ich wünsche allseits einen schöneren Wochenstart als ich ihn habe…

Gehabt euch wohl!

Freitagsfragen #20

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

ein neuer Freitag, durch den ich mich auf Reserve laufend quälen werde, um dann in ein vermutlich sehr schönes Wochenende zu starten, bedeutet auch neue Freitagsfragen im Brüllmausblog.

Legen wir los, die Fragen lauten:

1.) Wenn Du frühstückst: direkt nach dem Aufstehen oder erst später?
2.) Kannst Du gut entspannen?
3.) Was tust Du, wenn Dir jemand richtig auf den Geist geht?
4.) Die Wahl der Qual: Wärst Du lieber auf ewig allein oder täglich umgeben von Nervensägen?

 

Antwort zu 1.) Für gewöhnlich verschwinde ich morgens als erstes im Bad, um mich in einen, im Rahmen meiner Möglichkeiten, tageslichttauglichen Zustand zu versetzen, meine Motivation fröhlich winkend am Badezimmerfenster vorbeiflanieren zu sehen und mich mittels dezibellastigen Konsums meines bevorzugten Radiosenders in einen Zustand zu bringen, der dem Wachsein wenigstens nahe kommt.

Heute Morgen hat das nicht so gut geklappt, weil der Radiosender außer „Midnight Oil“, einer offensichtlich neuen Single von „Kid Rock“ und irgendetwas sehr Poplastigem, das mich zum Abschalten des Radios animierte, nichts zu bieten hatte. Erst später übernahmen „The Proclaimers“ die Aufgabe des musikalischen Aufweckens in hinreichender Weise, so dass ich jetzt zumindest weiß, wie ich heiße, wo ich bin und wo ich wohne.

Jedenfalls, das Frühstück kommt dann irgendwann anschließend.

 

Antwort zu 2.) Jein. So lange das Leben zufriedenstellend und ohne Komplikationen verläuft – also so etwa 16 Minuten im Jahr – kann ich ganz gut abschalten und entspannen. Dann gibt es Phasen, wo mir das dann nicht mehr so leicht fällt. Aber hey, dafür gibt es ja Bücher! Damit geht es dann auch wieder ganz gut. Und dann wieder gibt es Phasen, in denen ich gedanklich eigentlich permanent mit Dingen beschäftigt bin, die entweder im Argen liegen oder dringend zu erledigen sind, oder beides. So wie in den letzten, na, sagen wir, etwa vier Wochen. Und in den nächsten zwei bis zum Monatsende… 😉

Ich habe es sogar mal im Rahmen einer Fortbildung – oder zumindest dem, was meine persönlichen Freunde vom JobCenter für eine Fortbildung hielten, was ich an dieser Stelle aber nicht weiter thematisieren möchte, weil das genug Stoff für einen eigenen Beitrag gäbe, ach, was sage ich, mindestens zwei, nein, eine Reihe, ein ganzes Epos geradezu; dennoch sei an dieser Stelle die Frage in den Raum geworfen, wer eigentlich die Menschen zertifiziert, die im Auftrag des JobCenters Zertifikate an Fortbildungsträger vergeben, aber hey, lassen wir das – im Rahmen dieser Fortbildung also versuchte ich es sogar mal mit, äh, Muskelentspannungsdings, ähm, autogenem Training?, mir fällt der Fachterminus dafür gerade nicht ein, es ist schließlich Freitag.  Jedenfalls machte ich die Erfahrung, dass das so gar nichts für mich ist. Es mag für viele Leute funktionieren, wenn ihnen eine Stimme vom Band wiederholt sagt, dass jetzt ihr rechter Arm schwer wird. Ich allerdings höre der Stimme vom Band zu sehr zu, inhaltlich gesehen. Wenn die Stimme beispielsweise sagt: „Ihr rechter Arm wird ganz schwer. Gaaanz, gaaanz schwer. Sie sind ganz entspannt. Ihr rechter Arm wird ganz schwer. Sie merken, wie die Entspannung durch ihren Arm fließt. Ihr rechter Arm wird ganz…“, dann möchte ich zurück brüllen: „Alter, das hast Du schon gesagt!“ Wenn man sich öfter wiederholt als Hakan Nesser, nervt mich das.

Na, vielleicht sind gängige Entspannungstechniken nichts für mich. Auch wenn ich diesbezüglich nie über den o.g. Versuch herausgekommen bin.

 

 

Antwort zu 3.) Bei dieser Frage fasse ich mich mal kurz und sage: Ich ertrage es still und heimlich. Falls sich die Möglichkeit bietet, entfleuche ich der Situation. Sollte es eine dieser Person ureigene Eigenschaft sein, mir auf den Geist zu gehen, so ist davon auszugehen, dass ich den Kontakt zu besagter Person auf ein unausweichliches Minimum beschränke.

 

Antwort zu 4.) Hmmm, täglich umgeben von Nervensägen zu sein, würde sich wahrscheinlich mittelfristig nicht gut auf meine Psyche auswirken. In dem Zusammenhang fällt mir dieses schöne Zitat ein:

„Before you diagnose yourself with depression or low self-esteem, first make sure that you are not, in fact, surrounded by assholes.“

Das soll angeblich William Ford Gibson gesagt haben, ein amerikanischer Science-Fiction-Autor.

Nun, also, dauerhafte Anwesenheit von Nervensägen täte mir wahrscheinlich nicht gut. Andererseits bin ich, wie wir ja unlängst erfahren haben, in der Lage so etwas still und heimlich zu ertragen. Und Nervensägen sind wenigstens immer noch Menschen – die man sich, genug Ausdauer vorausgesetzt, im Laufe der Zeit ja vielleicht so erziehen kann, wie man sie gerne hätte. Soll ja Menschen geben, die so etwas tun… 😉

Dauerhaftes Alleinsein halte ich dagegen für schlicht unerträglich. Ja, ich bin zwischendurch gern allein, weil ich weiß, dass ich mich dann in bester Gesellschaft befinde *hüstel*, aber daraus einen Dauerzustand zu machen!? Nein!

 

So weit, so gut, ich wünsche euch allseits noch einen schönen Freitag und einen anschließenden Start in ein hoffentlich schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl!

„Der Fall Kallmann“ von Hakan Nesser – Zzzzzzz…

Buch: „Der Fall Kallmann“

Autor: Hakan Nesser

Verlag: btb

Ausgabe: Hardcover, 570 Seiten

Der Autor: Håkan Nesser, geboren 1950, ist einer der beliebtesten Schriftsteller Schwedens. Für seine Kriminalromane erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, sie sind in über zwanzig Sprachen übersetzt und mehrmals erfolgreich verfilmt worden. Håkan Nesser lebt abwechselnd in Stockholm und auf Gotland. (Quelle: btb)

Das Buch: Wer war Eugen Kallmann? Warum musste der beliebte Gesamtschullehrer in der beschaulichen schwedischen Kleinstadt sterben? Wirklich nur ein Unglücksfall, wie die Polizei behauptet? Als sein Nachfolger im Schwedischunterricht, Leon Berger, nach der langen Sommerpause seinen Dienst antritt, findet er im Pult unter Kallmanns Sachen eine Reihe von Tagebüchern, die sich als eine Mischung aus Dichtung und Wahrheit entpuppen und ihn schon bald daran zweifeln lassen, dass sein Vorgänger tatsächlich eines natürlichen Todes gestorben ist. Denn in seinen Einträgen behauptet Kallmann unter anderem, er würde die Gabe besitzen, in den Augen anderer Menschen erkennen zu können, ob sie gemordet haben. Und er scheint in den letzten Monaten seines Lebens einem nie entdeckten und nie gesühnten Verbrechen auf der Spur gewesen zu sein. Leon Berger will den Fall Kallmann lösen – seine privaten Ermittlungen setzen etwas in Gang, das schließlich die ganze Kleinstadt erschüttert. (Quelle: btb)

Fazit: Es gibt so Dinge, die nerven mich. Beispielsweise die Bedienung der neuesten Firefox-Version. Oder, dass mein Handy gerade lustige Fehlermeldungen hinsichtlich einer – übrigens gar nicht existenten – SD-Karte von sich gibt. Oder, dass meine Schreibtischlampe in die Ewigen Jagdgründe der Leuchtmittel eingegangen ist, mutmaßlich, um dort mit vorsintflutlichen 100-Watt-Lampen oder quecksilberhaltigem Energiespargedöns „Dr. Bibber“ zu spielen und sich nebenbei über in der angrenzenden Abteilung untergebrachte Plasma-Fernseher lustig zu machen. Oder, dass mein Auto kürzlich beim Starten ausging, zwei Vorgänge, die sich nicht gut vertragen und die angesichts einer anschließend auf 0:00 h gestellten Uhr mittelfristig auch nichts Gutes hoffen lassen, sondern eher meiner Befürchtung Vorschub leisten, mein Auto könnte zeitnah das schon erlittene bzw. bald zu befürchtende Schicksal meiner Schreibtischlampe oder meines Handys teilen. Oder, dass ich vorhin den PC einschaltete, nur um zu bemerken, dass ich wohl in absehbarer Zeit einen neuen Monitor brauche, weil diese putzigen Schlieren, die der gerade macht, definitiv neu sind und nicht ab Werk geplant sein können.

Nicht, dass ich mir irgendwas vom oben genannten derzeit leisten könnte. Nicht, dass ich mir überhaupt derzeit irgendwas leisten könnte. Wobei, die Schreibtischlampe zu ersetzen, dass bekomme ich vielleicht noch hin. Und Firefox ist kostenlos…

Wer jetzt meint, das alles – so tragisch es auch sein möchte – habe doch nun gar nichts mit Hakan Nesser und seinem Krimi „Der Fall Kallmann“ zu tun, der irrt. Dieses Buch nervte mich nämlich auch! Wer daraus wiederum schlussfolgert, dass ich meinen Frust jetzt an diesem unbescholtenen schwedischen Schriftsteller und seinem Buch auslasse, der irrt ebenfalls. Wobei, ich könnte, wenn ich wollte… 😉

Man muss Nesser zugute halten, dass „Der Fall Kallmann“ in manchen Bereichen durchaus punkten kann. So habe ich in stilistischer Sicht nicht viel zu meckern. Der Autor teilt seine Handlung in vom Umfang her überschaubare Kapitel ein, die von unterschiedlichen Personen im Stile von Tagebuchaufzeichnungen erzählt werden. Der Autor gibt den einzelnen Erzählern eine ganz individuelle Erzählstimme, so dass  beispielsweise die 15 Jahre alte Schülerin schon anhand des Stils gut vom Lehrer einer neunten Klasse unterschieden werden konnte. Das alles ist gut gemacht, und bietet eigentlich wenig Anlass zur Kritik und doch ist gerade die Einteilung in unterschiedliche Erzähler für mich das größte Ärgernis an „Der Fall Kallmann“, birgt diese Vorgehensweise doch ein hohes Risiko für Wiederholungen.

Und genau diese Wiederholungen sind es, die meinen Lesefluss nach einiger Zeit fast vollständig zum Erliegen gebracht haben. Andauernd wurden die selben Begebenheiten aus unterschiedlichen Blickwinkeln wiedergegeben. Das kann man ja machen, aber dann sollten die unterschiedlichen Blickwinkel dem Leser auch unterschiedliche Erkenntnisse bringen, hier ist das allerdings außerordentlich selten der Fall.

Zusätzlich zu dieser Erzählweise gesellt sich dann noch eine äußerst behäbige Handlung. Schon in der Ankündigung zu dieser Rezension schrieb ich, dass sich die Handlung mit der Geschwindigkeit eines hufkranken, schwedischen Elchs durch die Gegend mäandert. Dieser Eindruck hat sich auch im letzten Viertel des Buches nicht mehr gegeben. Die Handlung hat über weite Strecken die Behändigkeit eines auf Grund gelaufenen Öltankers.

Das alles ist vor allem eines: außerordentlich schade! Denn eine Geschichte um einen unter unklaren Umständen zu Tode gekommenen Lehrer, dessen Vergangenheit und Todesumstände von einer Handvoll Schüler und Lehrer aufgedeckt werden sollen, die hätte eigentlich Potential gehabt. Und manchmal kommt dann halt schon Spannung auf, wenn ein Charakter alte Tagebüchers des toten Kallmann liest und man sich fragt, welche der Informationen in diesen Tagebüchern Wahrheit und welche Fiktion sind. Dann aber redet besagter Charakter, nennen wir ihn A, mit Charakter B über die Tagebücher und fragt nach dessen Meinung. Im nächsten Kapitel wird dann aus der Sicht von B über die Tagebücher geredet und beide, A und B, reden in diesem Kapitel mit Charakter C über die Tagebücher und seine Meinung. Und im folgenden Kapitel wird dann auch der Sicht von C… – das ist alles etwas vereinfacht dargestellt, aber im Grunde verdeutlicht das die Erzählweise recht anschaulich. Jede vielleicht zwischendurch mal aufgekommene Dynamik in der Handlung verlässt so das Buch und geht lieber auf das Sonnendeck des auf Grund gelaufenen Öltankers.

Nicht unterschlagen möchte ich, dass „Der Fall Kallmann“ möglicherweise gut funktioniert, wenn man das Buch weniger als Krimi liest, sondern mehr als einen Roman über die Gesellschaft und die Politik im Schweden der 90er, denn gewisse Passagen, die sich mit dem Aufkommen der rechtspopulistischen „Neuen Demokratie“ befassen, gefielen mir sogar sehr gut! Das ist aber auch nur so eine Vermutung, denn um das angemessen beurteilen zu können, kenne ich mich mit den dortigen Verhältnissen zu dieser Zeit, ehrlich gesagt, zu wenig aus.

Tja, eines der größten Mysterien meiner Leseleidenschaft – nämlich warum ich so selten wirklich begeistert bin von Krimis, die nördlich von Dänemark entstanden sind – ist um ein Kapitel reicher…

Wertung:

Handlung: 6 von 10 Punkten

Stil: 8 von 10 Punkten

Charaktere: 7 von 10 Punkten

Spannung: 5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 6,5 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Ein Reif von Eisen“ von Stephan M. Rother. Endlich wieder Fantasy! Ich hoffe, mein Eindruck aus den ersten 100 Seiten bestätigt sich auch am Ende des Buches…

2 in 1 – Awards

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

ich habe Award-Nominierungen bekommen. Die geschätzten Kolleginnen wortgeflumselkritzelkram und vro haben mir heute Morgen ihre Nominierungen zukommen lassen. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an beide.

Ursprünglich war das hier ja mal ein Buchblog. Ja, das kann sich heute kaum noch jemand vorstellen. Da macht man sich heute gar keinen Begriff mehr von. Wie das war. Damals…

In letzter Zeit hat das Aufkommen der Award- und sonstiger Beiträge, die deutlich von meiner ursprünglichen Intention abweichen, deutlich zugenommen, so dass ich davon eigentlich erst mal Abstand nehmen wollte – von den Freitagsfragen mal abgesehen.

Aber, na gut, eine Ausnahme mache ich für die beiden eingangs erwähnten ausgesprochen sympathischen Zeitgenossinnen noch. Ich nehme mir dabei aber heraus, das Regelwerk ein wenig zu, na, sagen wir mal, zu beugen. So werde ich nicht für beide Nominierungen einen einzelnen Beitrag verfassen, sondern das Ganze im Rahmen eines „2-in-1-one-size-fits-all“-Beitrages zusammenfassen. Prozessoptimierung und so!

Darüber hinaus werde ich auf weitere Nominierungen verzichten. Gut, das habe ich eigentlich schon öfter bis fast immer getan, wollte es aber nur nochmal explizit erwähnt haben.

Schreiten wir zur Tat und beginnen mit der Nominierung von wortgeflumselkritzelkram (ha, erstmals am heutigen Tag ohne Vertipper geschrieben!) zum

BLOGGER RECOGNITION AWARD

 

DIE REGELN

1. Bedanke dich bei demjenigen, der dich nominiert hat und verlinke ihn.
2. Schreibe einen Beitrag um deinen Award zu präsentieren.
3. Erzähle kurz, wie du mit dem Bloggen angefangen hast.
4. Gib zwei Ratschläge für neue Blogger.
5. Nominiere 15 andere Blogger für diesen Award.
6. Kommentiere auf den nominierten Blogs, lass die jeweiligen Personen wissen, dass du sie nominiert hast, und verlinke deinen Beitrag zum Award.

Punkt 1.) Erledigt

Punkt 2.) Ich bin gerade im Begriff, dies zu tun…

Punkt 3.) Das habe ich zwar schon mal getan – auch so ein unerwünschter Nebeneffekt häufiger Awards: Man erzählt immer das selbe! -, tue es aber gerne wieder. Ich habe mich innerhalb weniger Minuten in einer Art Übersprungshandlung zum bloggen entschlossen. Immer schon habe ich gerne über die Bücher gesprochen, die ich gelesen habe. Wenn sie es denn wert waren, darüber zu sprechen. Da das aber mehr in Richtung Erlebnisbericht denn Diskussion ging, weil meine Gesprächspartner die betreffenden Bücher häufig nicht gelesen hatten, blieb eine Diskussion dazu oftmals aus. Auch weil meine Gegenüber häufig so einen seltsam leeren Blick bekamen, der mir signalisierte, dass ich ein wenig zu oft über mein Hobby sprach…

Was lag da näher, als meine Meinung einer Menge mir völlig unbekannter Menschen im Internet kundzutun? 😉

Punkt 4.) Auch Ratschläge sind Schläge, daher vermeide ich die grundlose Verbreitung solcher Ratschläge eigentlich. Sollte ich aber Ratschläge geben müssen, wären die vermutlich:

„Such Dir etwas anderes!“ und
„Geh mal wieder vor die Tür!“ 😉

Nein, natürlich nicht!

Ich würde wahrscheinlich einfach dazu raten, seinen Blog genau so umzusetzen, wie man es für richtig hält, gleichzeitig aber auch Kritik gegenüber offen zu sein. Auch weil die unter Bloggern so konstruktiv geäußert wird, wie sonst wohl nirgendwo im Internet. Zum Zweiten würde ich dringend dazu raten, eine Pause einzulegen und seine Arbeitsweise zu überdenken, sobald man merkt, dass bloggen beginnt, in Stress auszuarten. Erfahrungsgemäß geht das nämlich vielen Bloggern und Innen im Laufe der Zeit so.

Punkt 5.) Fällt aus, ich erwähnte es eingangs.

Punkt 6.) Fällt aus wegen Punkt 5.

 

So viel dazu, kommen wir zur zweiten Nominierung, nämlich der von vro für den

mystery-blogger-award-logo

Die Idee zum Mystery Blogger Award stammt von der Bloggerin Okoto Oke Enigma. Klickt den Link an, so könnt Ihr alles über den Mystery Blogger Award im Originaltext nachlesen.

The Rules of the Award

  • Put the award logo/image on your blog.
    Stelle das Logo in deinen Blogbeitrag. ✔
  • List the rules.
    Liste die Regeln auf. ✔
  • Thank whoever nominated you and provide a link to their blog.
    Danke der Person, die dich nominiert hat, und füge einen Link zu ihrem Blog bei. ✔
  • Mention the creator of the award and provide a link as well.
    Nenne die Urheberin des Awards und füge ebenfalls einen Link bei. ✔
  • Tell your readers 3 things about yourself.
    Erzähle den Lesern drei (geheime) Dinge über dich. ✔
  • Answer the 5 questions posed by the person which has nominated you.
    Beantworte die 5 Fragen, die dir von der Person, die dich nominiert hat, gestellt wurden. ✔
  • You have to nominate 10–20 people.
    Nominiere 10 bis 20 Personen. ✔
  • Notify your nominees by commenting on their blog.
    Informiere die Nominierten, indem du in ihrem Blog kommentierst. ✔
  • Ask your nominees any 5 questions of your choice; with one weird or funny question (specify)
    Stelle den Nominierten fünf Fragen deiner Wahl; eine davon sollte seltsam oder lustig sein. ✔
  • Share a link to your best post(s).
    Teile einen Link zu deinen besten Posts. 

 

Also:

Logo? Check!
Auflistung der Regeln? Check!
Der nominierenden Person gedankt? Check!
Urheberin des Awards mit Link? Check!

Drei (geheime) Dinge über mich? Hmmm, ich versuche eigentlich zu vermeiden, geheime Dinge im Internet zu veröffentlichen, das widerspräche diametral der ihnen innewohnenden Eigenschaft, geheim zu sein. Aber wir wollen mal sehen, was sich machen lässt:

Erstens: Eine zwar nicht geheime, aber weltexklusive, Information, die noch nicht mal mein Umfeld persönliches Umfeld erreicht hat, lasse ich euch zuerst zukommen: Mein Arbeitgeber hat mir heute verkündet, dass mein am Ende des Monats auslaufender Vertrag verlängert wird. Stellt euch das personifizierte „Im-Kreis-grinsen“ vor. 🙂

Zweitens: Ich rätsele immer noch, ob das in meiner Kaffeetasse heute früh ein bisschen Kaffeepulver oder doch eher ein Kleinstlebewesen war…

Drittens: Ich war noch nie auf irgendeiner Buchmesse, was ungefähr so ist, als würde Sebastian Vettel verkünden, er habe keinen Führerschein…

So viel dazu, also: Drei Dinge über mich? Check!

Fünf gestellte Fragen beantworten? Nun denn, die Fragen lauten:

  • Hast du ein Lieblingszitat? Warum magst du ausgerechnet dieses so gern?

Eigentlich habe ich so etwas nicht. Gut, ich erwähnte schon mal, dass ich den Satz:

„Schützt die Bäume, esst mehr Biber!“

seit Ewigkeiten ganz putzig finde. Ich prognostiziere übrigens, dass ich in zehn Jahren für die Veröffentlichung dieses Satzes einen fürchterlichen Shitstorm ernten würde.

Abgesehen davon wird man in den Büchern von David Mitchell recht häufig fündig, wenn man etwas zum Zitieren sucht. Beispielsweise:

„Zuweilen flitzt das flauschige Kaninchen Fassungslosigkeit so rasant um die Kurve, dass der Windhund Sprache perplex in der Startbox sitzen bleibt.“

 

  • Was bringt dich zum Lachen?

Recht vieles eigentlich. Loriot. Mel-Brooks-Filme. Situationskomik der Sorte „Man muss dabei gewesen sein“.

Spannenderweise finde ich, dass Humor in Büchern für mich häufig erstaunlich schlecht funktioniert – David Safier bspw. -, von Ausnahmen wie Terry Pratchett oder Horst Evers mal abgesehen.

 

  • Kannst du manchmal nicht schlafen? Und was tust du dann?

Aber natürlich kommt das vor. Was ich dann tue? Wach sein! 😉 Na, eigentlich gehöre ich zu der Fraktion, die sich einerseits darüber ärgert, nicht schlafen zu können, aber andererseits genau das doch noch über einen sehr langen Zeitraum versucht. Morgens ärgere ich mich dann, dass ich das so lange versucht habe und nicht einfach aufgestanden bin. Da dann Ärger in Ärger übergeht, brauche ich mich wenigstens nicht umgewöhnen…

 

  • Niemand ist eine Insel. Zusammen sind wir weniger allein. – Sicher kennst du diese Buchtitel. Aber stimmt das auch?

Johannes Mario Simmel und Anna Gavalda. Na ja… Den ersten Titel kannte ich in der Tat nicht, was sich aber dadurch erklärt, dass er von Simmel ist. Simmel! Und auch zu Gavalda hatte ich lange keinen Bezug, weil Buchtitel wie „Nur wer fällt, lernt fliegen“ oder „Das Wetter ist schön, das Leben auch“ einen intensiven Würgereflex bei mir hervorrufen. „Zusammen ist man weniger allein“ ist allerdings ein schönes Buch!

Nun, jedenfalls denke ich, dass das schon stimmt. Der Mensch ist wohl nicht zum allein leben gemacht. Natürlich kann sich jeder freiwillig zu einer Insel erklären. Manchmal ist mir das auch sehr wichtig. Macht man das allerdings zu einem Dauerzustand, braucht man sich nicht wundern, wenn keine Urlauber mehr am eigenen Strand auftauchen und man schließlich beginnt, mit Volleybällen zu sprechen.

 

  • Du kannst die Zeit zurückdrehen. Einmal nur. Und eine Entscheidung rückgängig machen. Bedenke, dass sich damit die Zukunft, also deine heutige Gegenwart ändert. Würdest du es tun?

Aber natürlich! Mir würde da auch nicht nur eine Entscheidung einfallen. Ich beneide Menschen, die in mittlerem bis hohen Alter sagen können: „Ich würde alles nochmal ganz genau so machen!“ Ich glaube, diesen Menschen kein Wort, aber ich beneide sie! 😉

 

Das war es auch schon wieder. Ich wünsche allseits noch ein schönes Bergfest oder einen erträglichen Mittelfinger-Mittwoch, je nachdem,  wie euer Tag so verläuft.

Gehabt euch wohl!