„Sein blutiges Projekt – Der Fall Roderick Macrae“ von Graeme Macrae Burnet

Buch: „Sein blutiges Projekt – Der Fall Roderick Macrae“

Autor: Graeme Macrae Burnet

Verlag: btb

Ausgabe: Taschenbuch, 352 Seiten

Der Autor: Graeme Macrae Burnet, geboren 1967 in Kilmarnock, Schottland, studierte Englische Literatur in Glasgow. Er schreibt seit seiner Jugend und wurde 2013 mit dem Scottish Book Trust New Writer’s Award ausgezeichnet. Mit seinem einzigartigen historisch-literarischen Krimi »Sein blutiges Projekt« schaffte er 2016 den Sprung auf die Shortlist des renommierten Man Booker Preis und gehört seitdem zu den außergewöhnlichsten Stimmen der internationalen Krimiszene. Er lebt und schreibt in Glasgow. Seine Bücher wurden bislang in über zwanzig Sprachen übersetzt. (Quelle: Random House)

Das Buch: August 1869: Ein verschlafenes Bauerndorf an der Westküste Schottlands wird von einem brutalen Dreifachmord erschüttert. Der Täter ist rasch gefunden. Doch was trieb den 17-jährigen Roderick Macrae, Sohn eines armen Landwirts, dazu, drei Menschen auf bestialische Weise zu erschlagen? Während Roddy im Gefängnis auf seinen Prozess wartet, stellen die scharfsinnigsten Ärzte und Ermittler des Landes Nachforschungen an, um seine Beweggründe aufzudecken. Ist der eigenbrötlerische Bauernjunge geisteskrank? Roddys Schicksal hängt nun einzig und allein von den Überzeugungskünsten seines Rechtsbeistandes ab, der in einem spektakulären Prozess alles daransetzt, Roderick vor dem Galgen zu bewahren. (Quelle: Random House)

Fazit: Roderick Macrae wächst als Sohn eines Crofters – eines Landwirts, der ein gepachtetes Stück Land bewirtschaftet – auf. Seine Mutter verstarb bei der Geburt der jüngsten Zwillingsgeschwister, seine Schwester hängt dem Aberglauben an und scheint mit der Geisterwelt im Bunde, von seinem Vater wird er regelmäßig wegen kleinster Verfehlungen geprügelt und obwohl er, wie unter anderem seine schulischen Leistungen zeigen, von bemerkenswerter Intelligenz und Auffassungsgabe ist, scheint ihm eine Zukunft in seinem kleinen Geburtsort Culduie vorgezeichnet.

Es ist also alles nicht so ganz einfach für den jungen Roderick. Die wirklichen Probleme beginnen für ihn und seine Familie aber erst, als Lachlan Mackenzie, genannt Lachlan Broad, als Verwalter, als verlängerter Arm des Gutsherren, gewählt wird. Ein eher ungeliebtes Amt, weil man sich als Dorfbewohner in die Zwickmühle zwischen den Interessen der anderen Dorfbewohnern einerseits und den Interessen des Gutsherren andererseits begibt, ein Amt, das Mackenzie allerdings mit aller Inbrunst ausübt. Und ein Amt, das er nutzt, um Roderick und seine Familie zu schikanieren und bis zum Verlust ihrer Existenzgrundlage zu treiben …

Burnets Roman ist in mehr als nur einer Hinsicht bemerkenswert. Da wäre zum einen der Aufbau. Der Autor vermittelt den Anschein, als handele es sich bei „Sein blutiges Projekt“ um einen Tatsachenroman. So besteht ein Großteil des Buches aus einem schriftlich niedergelegten Bericht, den Roderick Macrae auf Anraten seines Anwalts in der Zeit nach seiner Verhaftung und vor seinem Prozess in der Zelle geschrieben hat. Ergänzt wird dieser Text beispielsweise um dokumentierte Zeugenaussagen, den Bericht eines Gefängnismediziners, der den Geisteszustand von Roderick beurteilen soll, Obduktionsberichten und so weiter.

Und fast wäre es Burnet gelungen, mich vollständig aufs Glatteis zu führen. Fast. Wenn man sich nämlich länger mit den Hintergründen beschäftigt, stellt man fest: Nichts davon hat in dieser Form stattgefunden, „Sein blutiges Projekt“ stellt also eher so etwas wie einen fiktiven Dokumentarroman, quasi das „Blair Witch Project“ der Literatur dar. Zwar gab und gibt es den Ort Culduie in Schottland und einige der im Buch genannten Nachnamen sind auch dort, oder zumindest in der Gegend, verortet, und ja, auch zwei bis drei der erwähnten Personen sind historische Persönlichkeiten, in erster Linie der Gutsherr sowie der vor Gericht aussagende Gefängnismediziner, aber sonst ist Burnets Buch vollständig fiktiv.

Vielmehr wurde der Autor vom Fall Pierre Rivière inspiriert. Rivière ermordete im Jahr 1835 mit einer Sichel seine Mutter und zwei seiner Geschwister, weil seine Mutter den getrennt lebenden Vater „schikaniert“ und „gedemütigt“ habe, wie die Süddeutsche Zeitung darüber schreibt. Im Gefängnis setzt er sich hin und schreibt ein sogenanntes „Mémoire“ über die Tat und die Hintergründe. Über diesen Fall hat der Philosoph Michel Foucault ein Buch verfasst, auch ein Film entstand.

Als weitere Inspiration diente der Fall Angus MacPhee, der 1857 seine Eltern und seine Tante tötete, worauf hier jetzt aber der Einfachheit halber nicht eingegangen werden soll.

Neben dem gelungenen Aufbau ist „Sein blutiges Projekt“ auch sprachlich ein reines Vergnügen. Insbesondere der von Roderick verfasste Bericht sticht hier besonders heraus. Zwar mag man anmerken, dass sich der junge Mann in seinen Schilderungen schon außergewöhnlich elaboriert ausdrückt, für mich persönlich ist das aber keinesfalls ein Stilbruch, sondern es wird einerseits schlüssig begründet und verdeutlicht darüber hinaus, dass jemand, der im 19. Jahrhundert zur Landbevölkerung gehörte, deswegen nicht unbedingt gleichzeitig doof sein musste. Auch die anderen enthalteten Texte weisen eine ausreichende sprachliche Eigenständigkeit auf, um als von unterschiedlichen Personen verfasst durchzugehen.

Wer angesichts der Tatsache, dass es sich bei Burnets Roman um einen Kriminalroman handelt, auf Ermittlungen, eine spannende Täterhatz und atemlose actionreiche Spannung hofft, der dürfte enttäuscht werden. Eigentlich ist von Beginn an klar, dass Roderick die Morde begangen hat und er bestreitet das auch nie. Die Spannung bezieht der Roman einerseits aus der Frage, wie es zu der Tat kam und andererseits daraus, wie es denn nun im Prozess weitergeht.

Abseits der eigentlichen Handlung wirft der Autor im Subtext weitere Fragen auf, die für mich persönlich den eigentlichen Reiz des Buches ausmachten. So beispielsweise die Frage, was Schuld eigentlich bedeutet. Ob jemand wirklich schuldig ist, wenn er sich gegen jahrelange Schikane endlich zur Wehr setzt. Dem Umstand, dass Gewalt früher oder später unweigerlich Gegenwalt gegen dieVerursacher der Gewalt zur Folge haben muss – auch wenn Friedrich Merz seine Gegengewalt wahrscheinlich gegen jene richten würde, die unter dieser Gewalt gelitten haben … Und ob das dann eigentlich wirklich verwerflich ist, wenn man letztlich ebenfalls Gewalt anwendet.

Antworten auf diese Fragen liefert der Autor naturgemäß nicht. Die muss jeder natürlich für sich selbst beantworten. Und dafür wiederum müsste man erst mal diesen Roman gelesen haben. Und dazu kann ich letztlich eigentlich nur raten.

Ich danke dem btb Verlag und dem Bloggerportal für die freundliche Übersendung eines Rezensionsexemplars. Die Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst meine Meinung selbstredend nicht.

Wertung:

Handlung: 9 von 10 Punkten

Charaktere: 7,5 von 10 Punkten

Stil: 9,5 von 10 Punkten

Spannung: 8 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8,5 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: Mal schauen … Vielleicht „Ruhet in Friedberg“ von Rudolf Ruschel. Oder „Feindesland“ von C. J. Sansom. Oder etwas ganz anderes. Mal schauen …

 

abc.Etüden KW 8/9 V

abc.etüden 2020 08+09 | 365tageasatzaday

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

manche Dinge regen mich halt auf. Und das kundzutun, duldet manchmal keine Verzögerung, weswegen es schon wieder mal eine zweite Etüde an nur einem Tag gibt. Sonst alles wie gehabt: Etüdenorganisation: Christiane. Wortspende: BerlinAutor.

 

„Oha, mittlerweile siehst Du aus, als hättest Du verdorbenen Fisch gegessen.“

„Fast. Ich habe in der „Zeit“ einen Artikel über ein Interview des „Handelsblatts“ mit Wolfgang Schäuble gelesen. Und in dem Zusammenhang bekam „schwarze Null“ eine völlig neue Bedeutung …“

„Wieso, was hat er gesagt?“

„Na, der setzt sich da breit hin …“

„Vorsicht!“

„Oh, ja, ähm, keine Absicht – also, er sitzt da und behauptet, dass man im Bundeshaushalt immer mehr für Soziales ausgebe. Das sei nicht besonders weitsichtig. Er sieht die Ursache für die Krise unseres politischen Systems im wirtschaftlichen Aufschwung und plädiert, halt Dich fest, für ein „Bewusstsein der Knappheit“. “

„Oha! Vielleicht ein karnevalistischer Schabernack?“

„Leider nein! Und da haben wir es wieder: Schuld sind wieder die Armen! Dabei sieht es doch so aus: Erstens: Jährlich gehen dem deutschen Fiskus geschätzte 125 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung durch die Lappen. Der aktuelle Bundeshaushalt sieht Einnahmen von 362 Milliarden vor, man könnte also ein Drittel mehr einnehmen, wenn … Zweitens: Als die Cum-Ex-Geschäfte aufgedeckt wurden, wurde nicht zuerst gegen die Verantwortlichen Klage erhoben, sondern gegen den Journalisten, der das aufgedeckt hat. Drittens: Über 1.6 Millionen Menschen in diesem Land müssen ihre Lebensmittel bei der Tafel organisieren, weil Vatter Staat nicht mehr willens oder in der Lage ist, sie angemessen zu versorgen. Soll ich denen mal was von einem „Bewusstsein der Knappheit“ erzählen? Viertens: Das Rentenniveau wurde weiter auf mittlerweile etwa 48 Prozent gesenkt. Dafür hat man vor einiger Zeit die Zuverdienstmöglichkeiten für Rentner erweitert. Zuverdienstmöglichkeiten! Für Menschen, die bereits Jahrzehnte gearbeitet haben! Fünftens: Über vier Millionen Menschen hier haben mittlerweile einen Zweitjob! Währenddessen hat man die Vermögensteuer abgeschafft, besteuert Löhne mit bis zu 42 Prozent, Kapitalerträge aber nur mit 25. Und eine Finanztransaktionssteuer kriegt man auch nicht gebacken!“

„Du bist ja richtig sauer!“

„Ja, bin ich. Hätte er geschwiegen, wäre er Philosoph geblieben … – aber „Bewusstsein der Knappheit“? Zum Kotzen!“

 

300 Worte.

abc.Etüden KW 8/9 IV

abc.etüden 2020 08+09 | 365tageasatzaday

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

voller Elan und mit viel guter Laune starten wir in … ach, das glaubt mir doch eh keiner. Gut, wir starten also ohne gute Laune, dafür aber mit einer Etüde in die neue Woche. Organisiert werden die Etüden von Christiane, die Wortspende kommt vom BerlinAutor.

 

„Schon gehört? Eine Flaschenpost aus Bonn kam nach sieben Jahren in Neuseeland an.“

„Was stand drin? „Holt mich hier weg, ich ertrage nicht einen weiteren Rosenmontagsumzug!“?“

„Was? Nein! Dir ist heute nicht so nach Rosenmontags-Schabernack, oder?“

„Nicht nur heute. Niemals! Ach, ich weiß auch nicht. Irgendwie bin ich desillusioniert.“

„Weil?“

„Weil Hamburg gestern eine historische Chance liegengelassen hat.“

„Na ja, historische Chance …? Gut, der HSV hat 0:2 gegen St. Pauli verloren, aber … – außerdem, Dich als Werder-Fan dürfte das doch gar nicht …“

„Ich rede nicht vom Fußball. Obwohl … 20:7 Schüsse, 67 % Ballbesitz, trotzdem verloren, hähä …! Nein, ich rede von den Bürgerschaftswahlen.“

„Und?

„Na, die Wählerschaft in Hamburg hat es versäumt, gerade nach den Morden von Hanau, ein Zeichen zu setzen und die AfD aus der Bürgerschaft zu wählen. Die breite Masse …“

„Hihi …! Breite Masse? Oktoberfest?“

„… hat es verpasst, sich zu erheben und den Zeugen Höckes den Stinkefinger zu zeigen. Ich finde das halt irgendwie schade.“

„Entspann Dich, die AfD hat schließlich 0,8 Prozent verloren.“

„Und trotzdem sitzen ihre Schergen weiterhin in der Bürgerschaft und dürfen dort ihren braunen Auswurf absondern.“

„Hey, sie wurden demokratisch gewählt!“

„Sind aber deswegen keine Demokraten!“

„Ja gut – aber eigentlich müsstest Du Dich doch freuen: Wahlsieg der SPD, ganze 39 Prozent!“

„Wahlsieg, ja, nee, is klar. Nur in der Politik kann man einen Stimmenverlust von sechs Prozent als Wahlsieg verkaufen. Wenn Du in der Schule sechs Prozent weniger Fragen richtig beantwortest, wenn Du im Job plötzlich sechs Prozent weniger verdienst – niemand würde das als Sieg werten, aber in der SPD …“

„Du bist ja richtig mies drauf. Warte doch erst mal ab, was passiert.“

„Na, falls die FDP in die Bürgerschaft kommt, hat Hamburg bald wohl einen FDP-Bürgermeister.“

„Wie kommst Du denn darauf? Die liegen bestenfalls bei knapp über 5 Prozent. Der Wählerwille …“

„Ach, der Wählerwille hat doch in Thüringen auch keine Sau interessiert …“

 

300 Worte.

Freitagsfragen #98

Freitagsfragen

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

ausnahmsweise starten wir mal ohne große Vorrede in die Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog. Auf gehts.

1.) Was ist ein deutsches Wort oder Sprichwort, das Du super findest?

Plusquamperfekt! :-) Ich fand immer, dass das super klingt. Sprach-Puristen und Anhänger semantischer Spitzfindigkeit mögen einwenden, dass es sich nicht um ein deutsches Wort handelt, weil es aus dem lat. plus quam perfektus (übersetzt etwa „mehr als vollendet“) abgeleitet wird. Ich gedenke diesen Einwand aber zu ignorieren.

Tja, und Sprichworte? Da mag ich ja ganz besonders die falsch verwendeten Sprichworte, solche, bei denen man beispielsweise Wechsel verwörtert oder aus zwei Sprichworten eines zusammensetzt. Wobei das ehrlicherweise oft eher Redensarten sind, aber egal, denn ich bin, was das angeht, eine ganz große Trophäe auf diesem Gebiet, jawohl. Wobei es eigentlich, wenn man mal genauer darüber nachdenkt, dem Fass die Krone ins Gesicht schlägt, wenn jemand noch nicht mal Sprichworte beherrscht. Das geht mir mächtig auf die Palme. Aber da ich ganz entspannt bin, lasse ich mich von so etwas nur selten aus der Konserve locken. Ach, Schwamm beiseite.

Was ich dagegen überhaupt nicht mag, sind diese Motivations-Kalenderpruch-Sprichworte wie „Morgenstund´ hat Gold im Mund.“, „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ „Von nichts kommt nichts“, „Ein jeder ist seines Glückes …“ hüüäääh, ich muss aufhören, sonst übergebe ich mich …

Wenn ich mich für eines entscheiden sollte, wäre das: „Aus dem Stein der Weisen macht ein Dummer Schotter.“

 

2.) (Wie und wofür) belohnst Du Dich?

Öhm, relativ selten. Ich wüsste auch spontan gerade nicht, wofür.

 

3.) Stell Dir einen Ort vor, an dem Du Dich wohlfühlst, der Dich erdet, entspannt und an dem Du Dich frei und zufrieden fühlst. Wie sieht dieser Ort aus?

Wir befinden uns – passionierte Leser ahnen es bereits – in der Hölle, dem Stammsitz der Firma Fate LLP, deren Eigentümer und Geschäftsführer S. Atan gemeinsam mit seinem Assistenten Lübke die neuesten firmeninternen Probleme bespricht.

„Wie, Aufstand im Pantheon? Was wollen Sie mir damit sagen Lübke?“

„Nun ja, dass es … einen Aufstand im Pantheon gibt!? Dieser Reisswolfblog-Spinner hat schon kurz nach seinem Dienstantritt dort seine Kollegen aufgewiegelt und jetzt droht das Ganze zu eskalieren.“

„Ich wusste, dass es mit diesem Idioten nur Ärger geben würde. Holen Sie ihn mir mal her, Lübke.“

„Das … könnte schwierig werden …“

„Weil?“

„Na, der Spinner hat sich in seine Unterkunft zurückgezogen und den Heiligen Georg vorm Eingang Aufstellung nehmen lassen.“

„Wen?“

„Den Heiligen Georg. Den Drachtöter, Sie wissen schon.“

„Oha …“

„Japp, es wird außerdem behauptet, dass er den Erzengel Michael auf seine Seite gezogen hat. Haben Sie den mal gesehen? So eine Kante, der Typ. Kein Wunder, der ist Schutzheiliger der Soldaten, die wissen schon, warum.“

„Hm, das klingt kompliziert …“

„Kompliziert? Wenn Sie mich fragen, Chef: Dieser ganze Scheiß fliegt uns hier bald achtkantig um die Ohren!“

„Nicht so negativ, Lübke. Ich hab´s: Sie sind ab jetzt mein Parlamentär!“

„Ich bin Ihr was?“

„Mein Parlamentär, mein Unterhändler! Sie suchen sich jetzt irgendwo eine weiße Flagge her und …“

„Bei allem Respekt, Chef, aber haben Sie sich kürzlich mal hier umgesehen? Wo, in Gottes Namen, soll ich …“

„LÜBKE!“

„Entschuldigung, ich hab mich vertan. Also: Wo, zum Teufel, soll ich hier eine weiße Flagge finden?“

„Ich bin sicher, Sie werden eine Lösung finden. Nehmen Sie ein Bettlaken, oder so!?“

„Ja, aber die sind in den wenigsten Fällen hier noch wirklich weiß …“

„Nehmen Sie jetzt das verdammte Bettlaken, gehen Sie damit zu dem Spinner, fuchteln ein bisschen damit rum und dann bringen Sie mir den Spinner her.“

*Lübke geht ab. S. Atan nimmt sich die von Lübke überreichten Unterlagen über die Aufstände zur Hand und liest mit zunehmendem Stirnrunzeln die Details. Wenige Minuten später kommt Lübke in Begleitung des Spinners zurück.*

„Okay, Sie Randalierer, Sie Störenfried, Sie … Sie Tumultant!“

„Bitte?“

„Seit Sie hier sind, geht es hier drunter und drüber. Sie haben sogar die Heilige Scholastika aufgewiegelt. Die ist die Schutzpatronin der Nonnen, verdammt, die kann keiner Fliege was zuleide tun. Jetzt brabbelt Sie irgendwas von „Quote“ und trägt Transparente durchs Pantheon! Oder die Heilige Monika, Schutzpatronin der Frauen und Mütter. Die hat mir ein Schreiben geschickt, in dem es um etwas geht, dass sich „Elterngeld“ nennen soll. Elisabeth von Thüringen, Schutzpatronin der Notleidenden fordert Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Und das Lächerlichste: Wir haben im Sinne einer Arbeitsüberlassung den Erzengel Gabriel, Schutzpatron der Briefmarkensammler, in der Verwaltung angestellt. Der fordert jetzt eine Frankiermaschine! Eine Frankiermaschine! Erklären Sie mir, was hier los ist, ja!?“

„Haben Sie sich mal mit den Arbeitsbedingungen in diesem Laden auseinandergesetzt? Ein bisschen sollte man sich an seinem Arbeitsplatz auch geerdet fühlen, entspannt sein, frei und zufrieden.“

„Arbeitsbedingungen? Hier ist die verdammte Hölle, Mensch! Wie hätten Sie es denn gerne? Krankenversicherung, Urlaub, in jeder Pause einen Caipirinha?“

„Seife!“

„Was?“

„Wir brauchen Seife! Sehen Sie nicht, wie schmutig hier alles ist?“

„Aber …“

„Und wissen Sie, was das Schlimmste ist?“

„Nein!?“

„Diese Geschichte führt absolut zu nichts …“

 

Und da das so ist, lassen wir die Kontrahenten jetzt wieder alleine und stellen fest: Die Hölle wäre ein solcher Ort nicht.

Ob ich mich geerdet, frei und zufrieden fühle, hat letztlich weniger mit Orten und mehr mit Menschen zu tun, in deren Gegenwart ich mich aufhalte. Das kann dann im Grunde fast überall sein.

 

4.) Die Wahl der Qual: Sollen lieber alle außer Dir fliegen oder Gedanken lesen können?

Ganz einfach: Mir wäre es lieber, wenn alle außer mir fliegen könnten, denn darauf habe ich ohnehin keinen Bock.

 

 

Das war es auch schon wieder. Ich wünsche allseits noch einen schönen Restfreitag und ein anschließendes schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl.

abc.Etüden KW 8/9 III

abc.etüden 2020 08+09 | 365tageasatzaday

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

„Ein´ hab ich noch!“, würde Otto Waalkes sagen. Ich könnte mir den folgenden Text auch bis morgen aufsparen, aber dann kriege ich nur wieder Sodbrennen. Manches muss halt raus. Diesmal aus der Kategorie „Unwissenheit kann ein Segen sein“ oder auch „Dinge, die ich lieber nie erfahren hätte“ oder eben „Da sieht man sich mal einen Tag nicht die Nachrichten an …“ Ansonsten alles so, wie gehabt: Etüdenorganisatorin: Christiane. Wortspende: BerlinAutor.

 

„Boah, Höcke, ey!“

„Willst Du mich beleidigen?“

„Ach, Quatsch, nur hat der thüringische Faschist mal wieder den Mund aufgemacht. Diesmal bei dem Pegida-Schabernack in Dresden.“

„Und?“

„Und was er da wieder gesagt hat! Nicht, dass er sich zum ersten Mal im Ton vergriffen hätte. Schon in seinem Buch …“

„Der kann schreiben?“

„Ja, wundert mich auch. Jedenfalls, schon da schrieb er 2018 etwas davon, dass man Deutschland von „kulturfremden“ Menschen zu säubern habe, und dass man dabei wohl „um eine Politik der ‚wohltemperierten Grausamkeit'“ nicht herumkommen werde. Und dass „wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind“ dabei mitzumachen und dass die Demokratie sich im „letzten Degenerationsstadium“ befinde und dass …“

„Alter, lass gut sein, entweder ich kotze gleich oder ich ramme mir Bleistifte in die Ohren! Das kann sich doch kein geistig gesunder Mensch anhören. Und so einer will mir was von „Degeneration“ erklären. Was war denn nun in Dresden?“

„Nun, er bezog sich auf die Gegendemonstranten, die angeblich in linken Vereinen organisiert seien, stellte sich breit hin und sagte dazu, wenn die AfD an der Macht sei, „werden wir die sogenannte Zivilgesellschaft, die sich aus Steuergeldern speist, leider trockenlegen müssen“. Außerdem stehe das Land Kopf, das Unterste müsse wieder nach unten gestellt werden.“

„Aaalter … – Mundtotmachen aller politischen Gegner und ein Aufruf zum Umsturz also!?“

„Das kann man so sehen. Jedenfalls, jetzt liegt eine Anzeige gegen ihn wegen Volksverhetzung vor.“

„Sauber! Gut zu wissen, dass sich doch noch jemand gegen ihn erhebt.“

„Ja, aber das bringt doch alles nichts, so lange die Pegideppen weiter auf die Straße gehen. Man sollte ja meinen, dass auch denen das Geschwafel vielleicht mal zu hart geworden wäre, aber nee, dem Vernehmen nach wurde er von den Teilnehmern der Pegida-Demo frenetisch bejubelt.“

„Und so geht die Freiheit zugrunde – mit donnerndem Applaus!“

 

300 Worte.

 

 

abc.Etüden KW 8/9 II

abc.etüden 2020 08+09 | 365tageasatzaday

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

manchmal gibt es Geschichten, bei denen ich annehme, dass sie überregional kaum zur Kenntnis genommen werden, es sei denn man liest diese boulevardeske Rohstoffverschwendung mit den vier großen Buchstaben, und sind wir mal ehrlich: Wer tut das schon!? Und so eine Geschichte ist heute an der Reihe. Wie gehabt, werden die Etüden von der lieben Christiane organisiert, die Wortspende kommt diesmal vom geschätzten Kollegen René aka BerlinAutor.

 

„Na, schon vom aktuellen Schabernack aus Hannover gehört?“

„Bürgermeister-Rücktritt?“

„Was? Schon wieder? Nein!“

„Sondern?“

„Die Medizinische Hochschule Hannover hat man kürzlich einen Patienten aus Montenegro aufgenommen.“

„Und?“

„Nun, dem Vernehmen nach handelt es sich um einen montenegrinischen Mafiaboss, der dort, in Montenegro, nach allen Regeln der Kunst über den Haufen geschossen worden sein soll.“

„Und?“

„Seine Frau, mittlerweile auch hier, behauptet, dass es da eine Verwechslung gegeben haben soll. Der Mafiaboss heiße so wie ihr Mann, sei aber 15 Jahre älter.“

„Ja, nee, is´ klar.“

„Jedenfalls hat man aus Montenegro Kontakt zur MHH aufgenommen, die zugesagt hat, ihn zu behandeln, die Kosten der Behandlung wollte er selbst tragen. Privatpatient halt.“

„Und?“

„Tja, ab da ist wohl einiges schief gelaufen. Erst bei der Ankunft habe der begleitende Arzt gesagt, dass der Typ in der Klinik in Montenegro von einem großen Polizeiaufgebot geschützt worden sei. Also hat man auch hier die Polizei kontaktiert. Mittlerweile wird ein SEK aufgeboten. Der zuständige Minister ist erst Tage später informiert worden.“

„Und?“

„Tja, nun erhebt sich Volkes Seele und allgemeiner Zorn macht sich breit. Denn irgendjemand muss den SEK-Einsatz ja bezahlen. Normalerweise der Steuerzahler. Das sieht der Bund der Steuerzahler aber nicht ein. Darüber hinaus wird der Klinik Gier vorgeworfen, zumal ja nicht mal klar ist, ob das Geld, mit dem die Behandlung gezahlt wird, aus legalen Quellen stammt.“

„Na, aber was hätte man denn machen sollen? Da er nun mal hier ist, sollte man sich an das Grundgesetz § 2 erinnern. Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit und so. Und um den Polizeieinsatz hat er sicherlich nicht gebeten.“

„Das ist alles richtig, was Du sagst. Aber: Währenddessen kommt es vor, dass weniger gut situierte Notfallpatienten in Kliniken abgelehnt werden und wer einen neuen Hausarzt sucht, ist erst so richtig in den Arsch gekniffen. Da passt doch was nicht!“

 

300 Worte.

 

 

abc.Etüden KW 8/9 I

abc.etüden 2020 08+09 | 365tageasatzaday

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich sollte diese erste Etüde für die Kalenderwochen 8 und 9 schon gestern erscheinen, aus Gründen des aktuellen Bezuges und so. Aber irgendwie schob sich dann doch die letzte Rezension dazwischen. Über manche Begebenheiten kann man aber auch einen Tag später noch berichten. Die Etüden werden wie üblich von Christiane geleitet, die von mir diesmal sehr geschätzte Wortspende stammt vom ebenso geschätzten Kollegen René, der die Etüden mittlerweile auf seinen Zweitblog verlegt hat, wo er als „BerlinAutor“ unterwegs ist.

 

„Juhu, schon Dienstag!“

„Ja, wir machen Fortschritte. Wie war denn Dein Montag so?“

„Hervorragend – wenn da nicht dieser MDR-Schabernack gewesen wäre …“

„Was haben die denn verbrochen?“

„Na, in Dresden versammelte sich ja kürzlich das Neonazi-Gesindel zwecks eines „Trauermarsches“ anlässlich der Bombenangriffe auf Dresden von 1945.“

„Hab ich mitbekommen. Traurig, diese Leute. Die Gegendemonstranten waren aber in der Überzahl hieß es.“

„Ja, das ist ja auch gut so!“

„Und wo ist jetzt das Problem?“

„Nun, der MDR brachte einen Bericht über den sogenannten „Trauermarsch“ und die Gegendemo und dafür wurde ein breites Transparent der Gegendemonstranten retuschiert.“

„Was war drauf?“

„Da war ein Bild des Hitler-Attentäters Georg Elser drauf. Und nach der Retusche halt so ziemlich gar nichts mehr. Sah aus, als hätten die Gegendemonstranten ein weißes Bettlaken vor sich her getragen. Nun bin ich selten auf Gegendemos, bin mir aber sicher, dass das Tragen schlicht weißer Bettlaken eher selten auf solchen Veranstaltungen durchgeführt wird …“

„Aber der Sender hat doch sicher drauf hingewiesen, dass das Bild bearbeitet wurde?“

„Nope! Man hat später lediglich darauf hingewiesen, dass da ein Fehler passiert sei.“

„No shit Sherlock! Hat keiner gesagt, wie´s dazu kam?“

„Doch, später hieß es, ein Grafiker habe, ohne Wissen der Redaktion, das Bild bearbeitet, damit es in den vorgefertigten Rahmen passe.“

„Aber das Transparent ist doch immer noch drauf, wenn ich das richtig verstanden habe?“

„Richtig, mit dem Rahmen kann´s also eigentlich nicht viel zu tun gehabt haben. Na, und jetzt erheben sich natürlich die Kritiker und werfen dem MDR tendenziöse Berichterstattung vor.“

„Und das doch wohl zu Recht!“

„Na sicher! Aber offensichtlich reicht dem MDR nicht, es sich mit den Schergen vom rechten Rand zu verscherzen, die bei öffentlich-rechtlichen Sendern beharrlich weiter etwas von „Propaganda“ und „Staatsmedien“ blubbern, nein, jetzt wollen sie es sich wohl auch noch mit anderen verscherzen.

 

300 Worte.

 

„Unter Wölfen“ von Alex Beer

Buch: „Unter Wölfen“

Autorin: Alex Beer

Verlag: Limes

Ausgabe: Paperback, 368 Seiten

Die Autorin: Alex Beer, geboren in Bregenz, hat Archäologie studiert und lebt in Wien. Nach »Der zweite Reiter«, ausgezeichnet mit dem Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur, »Die rote Frau«, nominiert für den Friedrich Glauser Preis 2019 und »Der dunkle Bote« erscheint im Mai 2020 der vierte, von den Fans lang erwartete Roman um August Emmerich. Neben dem Wiener Kriminalinspektor hat Alex Beer mit Isaak Rubinstein eine weitere faszinierende Figur erschaffen, die während des Zweiten Weltkriegs in Nürnberg ermittelt. Um es mit den Worten der Jury des Leo-Perutz-Preises zu sagen: »Was Alex Beer erzählt, betrifft auch die heutige Zeit, aber wie sie erzählt, lässt die ferne Vergangenheit lebendig werden.« (Quelle: Random House)

Das Buch: Nürnberg 1942: Isaak Rubinstein, der ständig in Angst um seine Familie lebt, bittet eine Widerstandskämpferin um Hilfe. Doch ihre Gegenforderung ist hart: Isaak soll die Gestapo infiltrieren und sich dazu als Sonderermittler Adolf Weissmann ausgeben – jenen Mann, der vom Führerhauptquartier beauftragt wurde, den Mord an einer berühmten Schauspielerin aufzuklären. Was niemand weiß: Der Kriminalist hat den Anschlag, den die Widerstandsgruppe auf ihn verübt hat, überlebt. Mitten unter Wölfen zieht sich das Netz immer weiter zu und die Gefahr, enttarnt zu werden, ist allgegenwärtig … (Quelle: Random House)

Fazit; Man mag mir überholte Denkmuster vorwerfen, aber als ich mit der Lektüre von „Unter Wölfen“ der mir bislang völlig unbekannten Alex Beer begann, ging ich angesichts der Faktenkette „Name: Alex Beer – Genre: Krimi – Setting: NS-Zeit 1942 in Nürnberg“ irgendwie wie selbstverständlich davon aus: „Muss wohl ein Mann geschrieben haben.“ Aber so falsch kann man liegen, denn bei Alex Beer handelt es sich um das Pseudonym einer österreichischen Autorin, die als Alex Beer bereits eine bislang vier Teile umfassende Krimireihe geschrieben hat und jetzt mit „unter Wölfen“ den Auftakt für eine weitere Reihe vorgelegt hat. Und zwar einen ziemlich guten, selbst wenn es natürlich auch einiges zu kritisieren gibt.

Aber beginnen wir mit dem Positiven, als da beispielsweise der Protagonist Isaak Rubinstein wäre. Isaak war ursprünglich Antiquar und mit Clara liiert, vor dem Hintergrund der sogenannten „Nürnberger Gesetze“ hat er sich nicht nur von ihr getrennt, um sie zu schützen, was sie ihm nie verziehen hat, sondern auch sein Antiquariat verloren, und lebt nun mit seinen Eltern, seiner Schwester und deren Kindern auf engstem Raum und in ständiger Angst vor Vertreibung.

Und irgendwann flattert dann tatsächlich der Evakuierungsbescheid ins Haus. Um seine Familie zu retten, wendet sich Issak ausgerechnet an Clara, der Kontakte zum Widerstand nachgesagt werden. Clara hilft tatsächlich und stellt eine sichere Unterbringung für seine Familie so wie eine Ausreise mit falschen Papieren für ihn in Aussicht. Und so steht Isaak also am Bahnsteig, mit seinem auf einen gewissen Adolf Weissmann ausgestellten Papieren, und wundert sich, dass er plötzlich von einem SS-Mann angesprochen wird, der ihn am Bahnhof abholen und in die Gestapo-Zentrale begleiten will, denn Adolf Weissmann ist niemand anderer als einer der berühmtesten Kriminalisten Deutschlands, der in Nürnberg den Mord an einer berühmten Schauspielerin aufklären soll. Und während der echte Weissmann vom Widerstand aus dem Verkehr gezogen wurde, muss Isaak überzeugend seine Rolle verkörpern.

Mit Isaak hat die Autorin einen grundsympathischen Charakter geschaffen. Er steht für seine Prinzipien ein – phasenweise fast schon so, dass es ein bisschen nervig wird -, ist fern jeder Egozentrik und eher in die Kategorie „leicht weltfremd“ einzuordnen. Aber zumindest macht er als Adolf Weissmann eine gute Figur. Und es hat manchmal schon fast etwas Tragikkomisches, wenn Isaak die Wissbegier des jungen, an seine Seite gestellten Adjutanten, der ja nun von der vermeintlichen Koryphäe der Kriminalermittlung möglichst viel lernen will, damit zu befriedigen versucht, dass er nichtssagende Zitate von Sherlock Holmes wiedergibt. Ein bisschen erinnerte mich das an Dieter Hallervorden, der sich als vermeintlicher Industrieller mit den Floskeln „Ich brauche mehr Details!“, „Schreiben Sie es auf, ich kümmere mich später darum.“ und „Das ist nur Ihre Meinung!“ durchlavierte.

Dann denkt man wieder an das Setting, vor dem diese Scharade stattfindet, und das Leserlächeln erstirbt umgehend …

Auch Isaaks Ex Clara überzeugt grundlegend. Lange Zeit ist man sich als Leser nicht wirklich darüber im Klaren, ob sie nun wirklich zu den „Guten“ gehört oder ob sie ein falsches Spiel treibt.

Letztlich könnte man hinsichtlich der Charaktere höchstens die Nazi-Schergen kritisieren, die phasenweise schon recht unfähig rüberkommen und eher an „Ein Käfig voller Helden“ erinnern, als an die skrupellosen Mörder, die sie sind.

Stilistisch bewegt sich das Buch auf, sagen wir mal, nicht überzogen hohem Niveau. Anfangs beschlich mich tatsächlich das Gefühl, es richte sich eher an jüngere Leser, was aber unwahrscheinlich erscheint. Zumindest lässt es sich so recht einfach lesen.

Hinsichtlich der Handlung kann man durchaus kritisieren, dass es manchmal ein bisschen zu rund für Isaak läuft. Entweder, weil sich die Nazi-Schergen wieder einmal als unfähiger erweisen, als sich eigentlich sein dürften, oder aber, weil Isaak in sich Fähigkeiten entdeckt, mit denen er so wohl selbst nicht gerechnet hat, so beispielsweise als er, der schmächtige, ja fast schon ausgezehrte, ehemalige Archivar, einen Boxkampf gegen einen lokalen Champion gewinnt. Sinngemäß soll Stefan Raab mal gesagt haben: „Wenn Sie die Wahl haben zwischen Marathonlauf und drei Minuten Boxen: Gehen Sie laufen!“ und so erscheint Isaaks Sieg eben auch eher unwahrscheinlich …

Der eigentliche Kriminalfall überzeugt dagegen vollkommen, gerät allerdings phasenweise leicht ins Hintertreffen. Zumindest ist er in sich logisch, macht es dem Leser aber meines Erachtens schwer, selbst mitzuraten.

Die größte Stärke des Buches liegt meiner Meinng nach aber im mal mehr, mal weniger gut versteckten Subtext. So wird beispielsweise deutlich, wie sich die Wahrnehmung von Isaak und das Verhalten ihm gegenüber ändert, sobald er sich in seiner zwischen Gottfried Kellers „Kleider machen Leute“ und Carl Zuckmayers „Der Hauptmann von Köpenick“ liegenden Scharade in seiner Identität als Weissmann befindet. Die sinngemäße Behauptung eines der Gestapo-Schergen, man könne die Juden, wenn schon nicht vom bloßen Ansehen, dann deswegen erkennen, weil sie sich angesichts ihres Wesens früher oder später selbst verraten würden, wird so ad absurdum geführt und es wird klar: Nein, das kann man natürlich nicht.

Und diese, eigentlich selbstverständliche, Erkenntnis, für die ich auch einfach „Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ hätte zitieren können, macht deutlich, dass „Unter Wölfen“ heutzutage auch wieder einen topaktuellen Bezug hat.

Leider.

Für Krimifans, Geschichtsinteressierte und Fans der Verwechslungs- bzw. Doppelgängerthematik dürfte „Unter Wölfen“ eine lohnenswerte Leseerfahrung sein.

Ich danke dem LIMES Verlag und dem Bloggerportal für die freundliche Übersendung des Rezensionsexemplars. Die Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst meine Meinung selbstredend nicht.

Wertung:

Handlung: 7,5 von 10

Charaktere: 7,5 von 10

Stil: 7,5 von 10

Atmosphäre: 9 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 7,875 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: Entweder „Sein blutiges Projekt – Der Fall Roderick Macrae“ oooooder … irgendwas völlig anderes, man wird sehen.

 

 

„Tod eines Gentleman“ von Christopher Huang

Buch: „Tod eines Gentlemen“

Autor: Christopher Huang

Verlag: Heyne

Ausgabe: Paperback, 428 Seiten

Der Autor: Christopher Huang wuchs in Singapur auf, von wo er in jungen Jahren nach Kanada zog und Architektur an der McGill University in Montreal studierte. Als großer Verehrer der britischen Kriminalliteratur hat es Huang immer wieder nach England verschlagen. Mit seinem Romandebüt »Tod eines Gentleman« lässt er das Goldene Zeitalter der Spannungsliteratur wieder in neuem Glanz erstrahlen. (Quelle: Random House)

Das Buch: London, 1924. Nach dem Schrecken des Ersten Weltkriegs liegt über den Straßen der Metropole Aufbruchstimmung. Wissenschaft, Frieden und Wirtschaftsaufschwung scheinen wieder möglich zu sein. Doch in den finsteren Gassen Londons regiert nach wie vor das Verbrechen – und der Schrecken der immer noch traumatisierten Soldaten. Als Eric Peterkin, seines Zeichens Gentleman und Kriminallektor, an einem nebligen Morgen die heiligen Hallen des ehrwürdigen Britannia Clubs betritt, ahnt er nicht, dass er bald in einen handfesten Mord aus Fleisch und Blut verwickelt sein wird. Ein Clubmitglied wird erstochen und flüstert Peterkin ein letztes Vermächtnis ins Ohr: „Rächen Sie die Vergangenheit!“ Peterkin macht sich auf in die nebligen Gassen Londons und kommt einem Verbrechen auf die Spur, das von finsteren Opiumhöhlen zu den eleganten Zimmern hoher Politiker führt … (Quelle: Random House)
Fazit: Mit Klappentexten ist das oftmals ja so eine Sache. Die einen verraten zu wenig, die anderen zu viel. Dann gibt es noch die, bei denen man nach der Lektüre des Buches den Eindruck hat, dass, wer auch immer den Klappentext verfasst hat, das Buch vorher nie gelesen hat. Und letztlich gibt es solche wie hier, die schlicht Fehler enthalten. Im vorliegenden Fall wird behauptet, das Mordopfer würde unserem späteren Ermittler Peterkin „ein letztes Vermächtnis ins Ohr“ flüstern. Nun habe ich die betreffende Stelle mehrmals gelesen und zwar sehr aufmerksam, muss aber feststellen: Das stimmt so nicht. Zum Zeitpunkt von Peterkins Eintreffen am Tatort ist das Mordopfer nämlich bereits tot. Mausetot. Flüsterunfähig tot. Da das aber schließlich so ziemlich das einzige war, das mir bei der Lektüre von „Tod eines Gentleman“ sauer aufstieß, ist das wohl letztlich Leiden auf hohem Niveau.

Denn sonst macht Christopher Huang mit seinem Romandebüt vieles gut und richtig.

So hat er beispielsweise mit Eric Peterkin eine spannende, weit entfernt von unfehlbar einzuordnende Ermittlerfigur geschaffen. Peterkin ist durch seine aus China stammende Mutter Halbchinese und wird immer wieder mit den Ressentiments der Londoner konfrontiert. Er vermittelt den Eindruck, nirgendwo wirklich dazuzugehören, nicht in London, was man ihn stets spüren lässt, erst recht aber nicht in China, auch nicht im Londoner Chinatown, da er nicht mal chinesisch spricht. Er ist neugierig, verfügt über eine hohe Auffassungsgabe und hat, überspitzt gesagt, denn Job, den ich gerne hätte, denn er liest beruflich für einen Verlag Romanmanuskripte.

Auch die weiteren Figuren können überzeugen, der Autor stattet sie mit ausreichend Eigenschaften und Eigenheiten aus, um sie schon sehr schnell gut voneinander unterscheiden zu können. Sehr zu meiner Freude beschränkt sich Huang auch auf eine vergleichsweise geringe Anzahl an handelnden Personen, in erster Linie die Gentlemen aus dem Britannia Club. Zumindest ist so schon mal sichergestellt, dass der Mordfall, mit dem Peterkin sich beschäftigt, nicht einer kaum auffälligen Nebenfigur in die Schuhe geschoben werden kann, denn nichts finde ich ärgerlicher, als wenn man mir nach 400 Seiten weismachen möchte, beim Täter handele es sich um den linken der beiden Möbelpacker, die auf Seite 157 eine kurze Sprechrolle hatten, was im Übrigen ein rein fiktives Beispiel ist und nur dazu dient, zu verdeutlichen, was ich meine.

Der eigentliche Mordfall ist sogar sehr viel komplexer. Trotzdem war Mitraten für mich selten so schwierig wie hier. Vielleicht wurden meinem möglicherweise zwischenzeitlich nur semi-aufmerksamen Hirn einfach zu viele Hinweise und Fährten in unterschiedlichste Richtung gelegt, als dass es diese sorgfältig hätte verarbeiten können. Denn rückkblickend muss ich sagen: Ja, das ergab so schon alles einen Sinn, ist in sich logisch, und ja, man hätte darauf kommen können. Insofern kann ich potenziellen Leserinnen und Lesern, die gerne mitraten, nur den Rat geben, aufmerksam zu lesen.

Stilistisch, insbesondere sprachlich, sticht, das muss man wohl so sagen, das Buch nicht nennenswert heraus, wenn man es mit anderen Vertretern seines Genres vergleicht. Es lässt sich zumindest, auch wenn ich diese Floskel für gewöhnlich verabscheue, flüssig lesen. Seine stilistischen Stärken hat das Buch eindeutig bei der wiederholten Beschreibung des nebligen Londons sowie der dortigen Lebensumstände nach dem Krieg. Huang malt immer dann, wenn er sich seinem Setting selbst widmet, ein buntes und überzeugendes Sittengemälde, das den Eindruck vermittelt, dass es im London des Jahres 1924 genau so gewesen sein könnte.

Auffällig sind darüber hinaus die Parallelen zu Romanen von Conan Doyle oder Agatha Christie. Nicht nur, weil die Hauptfigur über den Spürsinn eines Sherlock Holmes verfügt und an Poirot erinnert, der es als Belgier in England auch nicht immer leicht hatte, sondern weil insbesondere die Auflösung des Falls, in der man alle infrage kommenden Personen in einem Raum versammelt, an Whodunit-Krimis von Christie erinnert.

Wer also eine Hommage an die erwähnten Vorbilder sucht, einen spannenden Kriminalfall, eine Hauptfigur, die sich wohlwollend von der Masse vergleichbarer Figuren abhebt, einen stimmungsvollen Handlungsrahmen oder alles zusammen, der kann bei „Tod eines Gentleman“ ruhig zugreifen.

Ich danke dem Heyne Verlag sowie dem Bloggerportal für die freundliche Übersendung des Rezensionsexemplars. Die Tatsache, dass es sich dabei um ein Rezensionsexemplar handelte, beeinflusst meine Meinung selbstredend nicht.

Wertung:

Handlung: 8,5 von 10 Punkten

Charaktere: 7,5 von 10 Punkten

Stil: 7 von 10 Punkten

Atmosphäre: 9 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: Entweder „Unter Wölfen“ von Alex Beer oder „Sein blutiges Projekt“ von Graeme Macrae Burnet.

 

Freitagsfragen #97

Freitagsfragen

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

die 97. Ausgabe der Freitagfragen aus dem Brüllmausblog steht an. Halten wir uns also ausnahmsweise nicht mit langen Vorreden auf und legen gleich los. Die Fragen und Antworten lauten:

1.) Was war zuerst da: das Huhn, das Ei oder diese Frage?

Oh, die altbekannte Frage. Vor ihr – und ähnlichen Fragen – stehe nicht nur ich, sondern auch andere Leute. Sehen wir mal nach:

Wie befinden uns in der Hölle, dem Stammsitz der Fate LLP, deren Eigentümer und Geschäftführer S. Atan seine Klauenfüße auf seinem Schreibtisch geparkt hat und sich atemlos nägelkauend einer vergleichsweise zweifelhaften Lektüre widmet. Es klopft und sein Assistent, Stellvertreter, Faktotum, Prokurist und was nicht sonst alles, Lübke, betritt den Raum.

„Chef, ich hab hier die BWA vom WUAAAAAHHH!“

„Was ist los, Lübke?“

„Chef! Das da ist …  Sie lesen ja die Bi … die Bi … DIE BIBEL!“

„Schnauze, Lübke! Was, zur Hölle, denken Sie sich eigentlich dabei, das hier so jerichomäßig rauszuposaunen, ähm, herauszutrompeten? Das kann mich meinen Job kosten!“

„Ich bitte untertänigst um Verzeihung, Chef, aber mal im Ernst: Sie lesen die Bibel! Ich dachte, das verstößt gegen so ziemlich jede Compliance-Regel, die wir hier haben.“

„Ja, tut es ja auch. Aber muss ich Sie daran erinnern, dass ich hier der Boss bin, dass ich hier das Sagen habe? Wenn ich Bock darauf habe, dann stelle ich Maria und Josef hier ein, baue in der Lagerhalle den Berg Sinai aus Oblaten und Pappmaché nach, kaufe die Brotvermehrungskirche in Tabgha, um dort eine Bäckerei zu eröffnen, ich …

„Ich habs verstanden …“

„Ooooder ich ersetze, wenn ich ganz viel Humor beweise, Sie durch Pater Gabriele Amorth.“

„Durch wen?“

„Durch den berühmtesten Exorzisten der Katholischen Kirche mit angeblich 70.000 durchgeführten Teufelsaustreibungen, gestorben 2016.“

„Sie belieben zu scherzen.“

„Ja, sicher! Egal – Sie werden sicher wissen wollen, warum ich dieses Ding hier lese!?“

„Schon, ja …“

„Na, ich stand vor der altbekannten Frage, was zuerst da war, das Huhn oder das Ei.“

„Aha …“

„Japp. Und dann stellte ich mir die Frage: Wer war eigentlich zuerst da? ER oder wir?“

„Welcher ER?“

„Na, ER!“

„Ach, ER!“

„Genau!“

„Und?“

„Tja, was soll ich sagen …? Angeblich hat er doch alles geschaffen, oder!? In sechs Tagen, ja!?“

„Schon, ja …“

„Aber wenn Sie sich die „Genesis“ durchlesen: Am Anfang Himmel und Erde. Am ersten Tag Licht sowie Tag und Nacht. Am zweiten Tag eine „Feste zwischen den Wassern“, er schied das Wasser unter der Feste vom Wasser über der Feste und er nannte diese Feste Himmel. Ein bisschen wenig für eine omnipotente Schöpferfigur, wenn Sie mich fragen, da hätte ich mehr zuwege gebracht, aber sei es drum. Am dritten Tag dann Meere und Pflanzen. Am vierten Tag dann Sonne, Mond, Sterne, Feierabend. Am fünften Tag die Tiere – Fische, Vögel usw. Am sechsten Tag dann schließlich den Menschen. Am siebten hat er das Wochenende erfunden. Dann folgt noch das mit dem Paradies, Garten Eden, Mann, Rippe, Frau etc.“

„Äähm, ja, das ist mir alles bekannt – wo ist das Problem?“

„Na, das Problem ist: Von Hölle steht da nix!“

„Ja, und!?“

„Na, wie können wir uns hier in etwas bewegen, was offensichtlich gar nicht geschaffen wurde?“

„Aber die Hölle taucht doch später auf. Beispielsweise Lazarus und so. Lukas 16, 23 „Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.

„LÜBKE! Sie können die Bibel zitieren und kommen mir mit irgendeinem Compliance-Scheiß um die Ecke!?“

„Tschuldigung …“

„Abgesehen davon wirkt die spätere Erwähnung der Hölle aber doch eher nach Deus ex machina, oder!? „Oh, wir haben in der Schöpfung die Hölle vergessen. Ach, egal, wir erwähnen Sie später halt einfach so und hoffen, dass das niemandem auffällt.“ Das stinkt doch gewaltig, oder!? Der Punkt ist, Lübke: Wenn dieser Ort hier nicht in der Genesis steht, existiert er vielleicht gar nicht. Das bedeutet gleichzeitig, dass WIR vielleicht nicht existieren! Haben Sie mal darüber nachgedacht, was das bedeutet …?“

„Nun, um ehrlich zu sein … ! Außerdem: Wir sind doch jetzt hier und reden miteinander! Wie könnten wir also nicht existieren?“

„Ja, was weiß denn ich? Vielleicht sind wir nur das wirre Gedankenkonstrukt eines durchgeknallten Spinners, der einen belanglosen Blog betreibt!? Ach, mir wird ganz schwindelig, wenn ich so darüber nachdenke. Bringen Sie mir eine Flasche Hochprozentiges und sagen Sie alle Termine ab, Lübke, ich muss denken …“

„Zu Befehl, Chef! Und tun Sie sich selbst einen Gefallen und lesen nicht die Offenbarung des Johannes …“

 

Lassen wir die beiden in ihrer Verwirrung wieder alleine und wenden uns der Ausgangsfrage zu, dann erkennen wir, dass diese von findigen Wissenschaftlern schon vor Jahren geklärt wurde: Da sich das Erbgut eines Lebewesens im Laufe seines Lebens nicht ändert, aus einem Nicht-Huhn also nicht plötzlich ein Huhn werden kann, muss erst das Ei dagewesen sein, dass seinerseits ein Huhn enthielt, das von einem Nicht-Huhn gelegt wurde.

2.) Kannst Du Dich noch an Deinen ersten Schwarm erinnern? Wäre er oder sie heute etwas für Dich?

Ja, kann ich. Sie hieß wie die geschätzteste aller Bloggerkolleginnen und war rothaarig. Ich vermute darin die Ursache dafür, dass ich heute noch bei Rothaarigen und bei ins Rote changierenden Haarfarben umgehend in einen Zustand der teilweisen bis vollständigen Willenlosigkeit verfalle. :-)

Und was die Folgefrage angeht, so kann ich das kaum beurteilen, weil ich sie Jahrzehnte nicht gesehen habe. Gerüchteweise soll sie umgekehrt allerdings vor erst einigen Jahren mal geäußert haben, dass sie sich heute noch vorstellen könnte … hach, lassen wir das. Mit diesem Wissen ausgestattet, gelangt man schnell zu der Erkenntnis, dass das irgendwo doof gelaufen ist …

Außerdem: Warum muss ich mich ausgerechnet am Valentinstag damit auseinandersetzen? Nuff said!

3.) Gehst Du gerne einkaufen?

Das kommt ganz entschieden darauf an, was eingekauft werden muss. Bücher? Klar, gerne. Allerdings fällt das wohl eher unter „shopping“. Alles andere? Eher nicht.

4.) Die Wahl der Qual: Einen sehr langsamen und fürchterlich stinkenden Fahrstuhl benutzen müssen oder laut in einem stillen Raum voller Leute furzen?

Ich fahre gelegentlich mit der Bahn, befinde mich also vergleichsweise häufig in sehr langsamen und fürchterlich stinkenden Fahrstühlen. Mal ehrlich, nichts bietet ein so spannendes olfaktorisches Erlebnis wie ein Aufzug der Deutschen Bahn. Das ist maßgeblich dafür mitverantwortlich, dass ich am Ende jeder Bahnreise das Bedürfnis verspüre, mich intensiv abzukärchern. Jedenfalls, damit hätte ich also kein Problem. Allerdings hätte auch die zweite Idee ihren Reiz. Einen fahren lassen und dann nach bester Monty-Python-Manier rufen: „Sie war´s, sie war´s, ähm, er war´s, er war´s!“

 

Das war es auch schon wieder für heute. Schalten Sie auch beim nächsten Mal wieder ein, wenn es heißt … nein, Moment, falscher Text, äähm, … das war es also schon wieder, ich wünsche allseits einen schönen Restfreitag und ein anschließendes schönes Wochenende. Und mir wünsche ich viel Zeit für meine aktuelle Lektüre und drei Punkte gegen Leipzig.

Gehabt euch wohl.