„Freiheit der Schmetterlinge“ von Susan Mennings – Er kriegt sie, er kriegt sie nicht, er kriegt sie…

Buch: „Freiheit der Schmetterlinge“ (2015)

Autorin: Susanne Mennings

Verlag: Selbstverlag

Ausgabe: Taschenbuch, 432 Seiten

Die Autorin: Susan Mennings ist eine 1965 in Hamburg geborene Autorin. Nach eigener Aussage ist Schreiben für sie „nicht nur Berufung, sondern Leidenschaft“. Aus dieser Leidenschaft enstanden die Thriller „Duft der Angst“ und „Sommernachtsgrauen“, bevor sie mit „Freiheit der Schmetterlinge“ den ersten Band einer Trilogie schrieb, dem mit „Rückkehr der Schmetterlinge“ bald der nächste Teil folgte. Der Abschluss der Trilogie befindet sich derzeit in der Endphase seines Entstehens und wird hoffentlich zeitnah veröffentlicht.

Wer mehr über Susan Mennings und ihre Bücher erfahren möchte, dem sei ein Besuch ihres sehr lesenswerten Blogs „Thrillerbraut“ empfohlen.

Das Buch: Tief unterhalb des Alpen-Bergmassivs lebt in einem großen Höhlensystem das Volk der Pleberosso. Sie werden angeführt von den Farletti, einer Gruppe magisch begabter Frauen und Männer, die unter anderen für die Versorgung der Pleberosso zuständig sind.

Nun aber ist der Fortbestand des ganzen Volkes in Gefahr, denn aus ungeklärten Gründen werden seit geraumer Zeit keine weiblichen Farletti mehr geboren. Über kurz oder lang wären somit alle dem Untergang geweiht. Daher beschließen die Farletti, einen der ihren, Tomasio, damit zu beauftragen, an die Oberfläche zu gehen, und sich auf die Suche nach einer vor etwa 30 Jahren aus der Welt der Pleberosso geflohenen Farletti  zu machen, die dort, an der Oberfläche,  bereits ein Kind geboren hat. Und dieses Kind könnte den Fortbestand des Höhlenvolkes sichern.

Vor Tomasio wurde bereits dessen Bruder Lorenzo mit dieser Aufgabe betraut, machte sich aber ebenfalls aus dem Staub und verfolgt seither seine ganz eigenen Ziele. Und es sieht so aus, als wäre Lorenzo seinem Bruder immer einen Schritt voraus bei der Suche nach dem Kind.

Marisa ist Ende zwanzig und hat, wie fast der gesamte Rest der Menschheit, von der Existenz der Pleberosso nicht die geringste Ahnung. Auch von vielen anderen Dingen nicht. Sie führt ein Leben als persönliche Assistentin eines Hamburger Geschäftsmanns und abseits ihres beruflichen Dasein kann man ihr Leben bestenfalls wohlwollend als unspektakulär bezeichnen.

Nie hätte sie sich träumen lassen, welche Fähigkeiten sie als Kind der entflohenen Farletti besitzt. Und auch nicht, in welche Gefahr sie ihre Herkunft bringt.

Fazit: Nachdem ich eine Weile den Blog von Susan Mennings verfolgt und dabei den Eindruck gewonnen hatte, es mit einem grundsympathischen Wesen zu tun zu haben, reifte der Entschluss, sich auch einmal näher mit ihren Büchern zu beschäftigen. Gesagt, getan!

Den Reiz des Buches machte für mich die Mischung aus Fantasy-Elementen und der Realität aus. Hinsichtlich der Fantasy-Elemente hätte ich mir noch ein wenig mehr Informationen über den Hintergrund der Pleberosso gewünscht. Die Beschreibung des Volkes, das in utopiaähnlichen Zuständen lebt und sich den lieben langen Tag dem Müßiggang hingeben kann, dessen Zusammenleben aber bei genauerer Betrachtung weit davon entfernt ist, perfekt zu sein, diese Beschreibung war nämlich sehr spannend.

Stattdessen bewegt sich die Handlung weg von den Höhlensystemen und hin zur Oberfläche und Tomasios Suche nach Marisa. Und diese Suche hat es in sich, die Autorin nimmt den Leser auf eine Reise von Hamburg nach New York, Monaco und Venedig. Recht rasant geht es manchmal von Schauplatz zu Schauplatz, so dass ich mich ein-, zweimal fragte: „Wie? Die sind jetzt wieder in New York?“ Dies ist aber ausschließlich dem Leser anzukreiden und nicht der Autorin. 😉

Im Laufe der Handlung beschlich mich allerdings das Gefühl, nicht so ganz Teil der Zielgruppe des Buches zu sein, so war es mir dann mit Fortschreiten der Ereignisse auch irgendwann ein bisschen sehr viel Herzschmerz und Sex. Wobei gegen Sex als solchem natürlich erstmal nichts einzuwenden ist. Dennoch hat mich „Freiheit der Schmetterlinge“ mit seiner Handlung unterwegs an keiner Stelle verloren, und das können wahrlich nicht alle Bücher von sich behaupten.

In stilistischer Hinsicht gibt es meiner Meinung nach überhaupt keinen Grund zur Klage. Ich mag die Floskel nicht, dass sich ein Buch „flüssig lesen ließ“, hier trifft sie aber in positiver Weise voll zu. Zu den positiven stilistischen Eigenheiten gehört zum Beispiel, dass die Autorin einigen Figuren eine ganz eigene Art zu sprechen gibt -beispielswiese ein eher umgangssprachlicher Ton mit verschluckten Konsonanten am Wortende, was zur Charakterisierung beiträgt und es dem Leser einfacher macht, zu behalten, mit welchem Charakter er es hier zu tun hat.

Überhaupt, die Charaktere! Meiner Meinung nach liegt darin die große Stärke des Buches. Abseits der Protagonisten wissen auch Nebenfiguren durch ihre genaue Ausarbeitung zu begeistern, beispielsweise Steve, der Sohn von Marisas Arbeitgeber. Dem jungen Mann möchte man als Leser abwechselnd auf die Schulter klopfen und kurz danach doch wieder auf den Hinterkopf schlagen! Oder der undurchsichtige Benny, der dem Protagonisten Lorenzo zu Diensten ist, den er stets mit „mein Meister“ anspricht. Auch der seltener auftretende Carl Fischer, Marisas Arbeitgeber, gefiel mir. Allerdings irritierte mich die Eigenheit, Carl Fischer während des gesamten Romans beharrlich und durchgehend „Carl Fischer“ zu nennen. Nicht zur Abwechslung mal „Carl“, „Herr Fischer“, „Herr und Meister“ oder sonst etwas – immer „Carl Fischer“. Nun – vielleicht kann mir das die Autorin ja mal genauer erläutern. 😉

Abschließend kann ich sagen, dass ich gerne wissen will, wie es mit Marisa, Steve und den anderen so weiter geht – und mehr kann man doch vom ersten Teil einer Trilogie nicht verlangen, oder!? Band zwei liegt bereits auf meinem SuB und wartet. 🙂

Wertung:

Handlung: 7,5 von 10 Punkten

Stil: 8,5 von 10 Punkten

Charaktere: 9 von 10 Punkten

Spannung: 8 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8,25 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: Ich werde mich gleich ein wenig mit der Lektüre von Milan Kunderas neuem Buch „Das Fest der Bedeutungslosigkeit“ befassen. Da es sich dabei um ein recht schmales Bändchen handelt, ist mit einer baldigen Rezension zu rechnen. Vorher, vorher muss ich mir jetzt aber erst unbedingt nochmal das neue „Schandmaul“-Album anhören. 😉 Bis demnächst

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3 Kommentare zu „„Freiheit der Schmetterlinge“ von Susan Mennings – Er kriegt sie, er kriegt sie nicht, er kriegt sie…

  1. WOW! Ich bin mehr als BEGEISTERT von deiner Rezension. Du glaubst nicht, wie sehr mich das freut! Wenn man so lange an einem Werk arbeitet, dann ist es immer total spannend zu erfahren, ob sich die Arbeit gelohnt hat.
    Und nun zu der Frage um Carl Fischer.
    Ich wollte eine gewisse Distanz aufbauen, denn obwohl er ja irgendwie auch wie ein Verwandter für Marisa ist, bleibt er ihr Arbeitgeber. Ein echter Pfeffersack, wie wir Hamburger sagen. Sehr steif und immer korrekt. Er ist eben immer Carl Fischer.

    Gefällt 1 Person

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