Wo simma? Wo samma? Da samma!

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

für den des bayerischen Idioms nicht kundigen Teil der Leserschaft – zu dem ich mich durchaus zähle – also zu den diesbezüglich Unkundigen – wohingegen ich mich nicht als Bestandteil meiner eigenen Leserschaft einordnen würde, da ich nicht so narzisstisch veranlagt bin, als dass ich den Drang verspüren würde, dauernd meine eigenen Beiträge zu lesen – mag sich die Überschrift nach veritablem Kauderwelsch anhören, dabei ist sie nichts anderes als die legendäre Überbrückungsfloskel des ebenso legendären „Sportstudio“-Moderators Harry Valérien auf der Suche nach der richtigen Kamera. Die Älteren werden sich erinnern …

(Als Einstieg ein siebenzeiliger Satz – ich kann es noch!)

Nun fühlte ich mich in den vergangenen Wochen ebenfalls ein bisschen so wie der Herr Valérien. Ein bisschen orientierungslos. Und auf der Suche. Wenn auch nicht nach Kameras. Eher nach Lösungen für, sagen wir mal, Schwierigkeiten. Und ja, auch nach Antworten auf Fragen, die nie gestellt wurden. Ohne diesmal zu sehr ins Detail zu gehen.

Überraschenderweise haben sich in der jüngsten Vergangenheit, unter anderem heute, allerdings einige Dinge geklärt. Wenn auch teilweise nicht so, wie ich das gerne gehabt hätte. Aber zumindest herrscht jetzt Klarheit und damit kann man dann arbeiten. „Wenn Du weder den Feind, noch Dich selbst kennst, wirst Du in jeder Schlacht unterliegen!“ wusste schon Sun Tzu vor zweieinhalbtausend Jahren. Und er hatte recht. Auch wenn er seinen Satz durchaus wörtlicher, martialischer gemeint hat.

Da also auch nicht mehr quälende Ungewissheit an mir nagt, die mein Hirn in der jüngeren Vergangenheit dauerhaft in Beschlag genommen hat, gibt es eigentlich auch keinen Grund, meine Blogpause weiter auszudehnen, denn alles Verbliebene läuft unter: Das kriegen wir schon hin! Auch Dich, DSGVO! „Tu quoque fili“, hätte Cäsar in Richtung der DSGVO gesagt. Oder irgendetwas ähnliches, ich bin kein Lateiner.

Kurz: Meine Pause geht überraschenderweise früher zu Ende als ich noch gestern gedacht hätte. Mein Beitrag zu besagter Pause ist übrigens, gemessen an der Dauer, die er online ist, der mit Abstand meistgelesene seit Bestehen meines Blogs!

Das lässt zwei Schlüsse zu: Entweder, die Leserschaft kann das Ende meines Blog-Schaffens gar nicht abwarten und stürzt sich begierig auf alles, was darauf hindeuten könnte. Das möchte ich in einem spontanen Anfalls vollkommener Selbstüberschätzung aber einfach mal ausschließen.

Ooooder aber, ich sollte – weil offensichtlich ein entsprechendes Interesse vorliegt – in Zukunft nur noch über persönliche Dinge bloggen, mir vielleicht noch einen Instagram- und Snapchat-Account zulegen und so eine Art Kim Kardashian der Blogosphäre werden. Nur in männlich. Und älter. Mit Bartwuchs. Und etwas pummeliger. Damit in Bälde Millionen von Menschen sagen können: „Klar kenne ich den, ich habe nur nicht den Hauch einer Ahnung, warum der berühmt ist!“ Wer auf eine solche Entwicklung spekuliert, dem sei gesagt: Das wird nicht passieren!

Stattdessen geht es hier bald wie gewohnt weiter. Ich werde die verpassten Freitagsfragen nachholen. Einige Bücher – denn, hurra, ich habe wieder angefangen zu lesen – harren ihrer Besprechung. Alles wie immer also.

Abschließend sei noch gesagt: Vielen Dank an alle Beteiligten für die in unerwartet hoher Zahl eingetroffenen guten Wünsche nach meinem letzten Beitrag!

Gehabt euch wohl!

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Blogpause

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

ich hatte in der vergangenen Nacht viel Zeit. Sehr viel Zeit. Sogar, gefühlt, unendlich viel Zeit. Denn mein Gehirn ist offenbar der Ansicht, den eigentlich nötigen Schlaf stattdessen durch denken ersetzen zu müssen, auch wenn ein Blick in den Spiegel reicht, um zu wissen, dass das eine dämliche Idee ist. Ich denke also nachts viel. Nicht viel davon ist sinnvoll, das meiste sogar völliger Mist oder aber zumindest nicht zielführend oder gar lösungsorientiert.

Einiges ergibt aber durchaus Sinn, beispielsweise der heute früh gegen, geschätzt, drei Uhr gefasste Entschluss, eine Blogpause unbekannten Ausmaßes einzulegen.

Nun gibt es ja Menschen, die es für reichlich narzisstisch halten, eine Blogpause groß anzukündigen. Und vielleicht nehme ich mich ja tatsächlicher wichtiger, als ich sollte. Wobei – nein, tue ich nicht. Ich bilde mir aber dennoch ein, dass es so zwei, drei Leute gibt, die nach einigen Wochen meiner Abwesenheit Fragen stellen, sich ggf. sogar etwas Sorgen machen würden. Sofern man sich halt um jemanden, den man nicht persönlich kennt, Sorgen machen kann. Und das möchte ich tunlichst vermeiden und daher bricht mir kein Zacken aus der Krone, wenn ich meine Pause eben kurz ankündige.

Die Gründe dafür sind Legion und einiges davon der ausmerksamen Leserschaft hinlänglich bekannt. So kriege ich ums Verrecken mein Auto nicht wieder fahrtüchtig, ohne dafür Unsummen hinzulegen, die ich gar nicht erst besitze. Inwieweit sich eine Reparatur überhaupt noch lohnt, ist noch ungewiss. Und Ungewissheit ist so gar nicht meins.

Natürlich, ich befinde mich in der glücklichen Lage – und wünschte, ich befände mich in selbiger nicht -, bei Vater Staat Zuschüsse zu beantragen, die mir dann wohl auch gewährt würden. Aus Erfahrung weiß ich aber, was für ein Aufwand das ist, was für Zeit das in Anspruch nimmt und welche nervliche Belastung das darstellen kann. Und gerade Letzteres brauche ich gerade nicht.

Darüber hinaus bin ich seit einem Vierteljahr gesundheitlich angeschlagen. Nichts Ernstes, aber eben fortwährend. Und das nervt dann irgendwann.

Das beides wirkt sich dann eben irgendwann auch auf das stabilste Nervenkostüm aus und meines ist von Haus aus ohnehin eher fragil. Momentan geben sich „immer tiefere Tiefpunkte“ die Klinke in die Hand, wie Rudi Völler wohl sagen würde.

Und das wiederum wirkte sich in letzter Zeit schon ein wenig bemerkbar auf den Job aus. Da wurden einige wirklich vermeidbare Fehler gemacht. Und das sollte nicht sein, meinen Job brauche ich nämlich. Verlöre ich den auch noch – nein, da denke ich jetzt nicht wieder drüber nach. Übrigens: Ein Konjunktiv wie „verlöre“ nach einer durchwachten Nacht – ich überrasche mich selbst.

Letztlich hat meine Pause neben meiner nervlichen Verfassung aber auch noch ganz normale Gründe. Zum Einen: Ich lese nicht! Für die 800 Seiten starke Hohlbeinsche Gewaltorgie, die ich derzeit in der Mache habe, brauche ich jetzt schon etwa 5 Wochen – und habe die ersten 400 Seiten davon in etwa drei Tagen gelesen. Danach war es, als hätte jemand den Stecker gezogen. Bis heute. Das kenne ich in der Form nicht!

Zum Zweiten: Ich schreibe nicht! Also, ich schreibe schon gelegentlich, aber es macht halt momentan keine Freude. Ebenso wie das Lesen. Und wie eigentlich alles andere auch. Meine Freizeitgestaltung könnte auch aus täglichem dreistündigen Anstarren einer Raufasertapete bestehen, meine Begeisterung wäre nicht niedriger.

Und dann gibt es da weiterhin die DSGVO, die mich immer noch darüber nachdenken lässt, das Ganze hier einfach zu lassen. Ich stelle mir momentan ohnehin häufig die Sinnfrage, vielleicht wäre der 25. Mai dann ein guter Zeitpunkt, einfach aufzuhören. Das weiß ich aber noch nicht und habe bezüglich der DSGVO demnächst erst mal ein klärendes Gespräch. Das ich aber erst führen kann, wenn mein Auto wieder fährt, verdammt.

Kurz gesagt, ich erfülle derzeit nicht die Mindestanforderungen, die jemand erfüllen sollte, der über Bücher schreibt. Und zwar nicht im Geringsten. Daher gibt es hier auf unbestimmte Zeit auch nichts zu lesen, keine Rezensionen, keine Freitagsfragen, gar nichts. Sollte sich daran etwas ändern, werdet Ihr es erfahren.

Bis irgendwann und

gehabt euch wohl!

Freitagsfragen #40

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Salvete, liebe Leserinnen und Leser,

ich dachte, ich lasse zu Beginn ausnahmsweise mal wieder den Lateiner raushängen, der ich gar nicht bin.

Eigentlich, ich gestehe, ist mir derzeit weiterhin weniger nach Bloggen, da aber nun die Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog anstehen  und ich das bin, was man im Englischen einen „completionist“ nennt, kann ich die aktuelle Ausgabe latürnich nicht unbeantwortet lassen.

Ach, und falls zufälligerweise jemand einen Mechaniker – vorzugsweise aus dem Kfz-Bereich – kennt, der sich bereit erklärt, bei mir vorbeizukommen und meine Zylinderkopfdichtung, möglichst kostenfrei, zu reparieren – also, nicht meine, sondern die meines Autos, auch wenn ich selbst momentan ähnlich wartungsbedürftig bin wie diese Dreckskarre Jahrhundertkutsche -, dann möge sie oder er mir das bitte mitteilen.

Putzigerweise wurde eben diese Zylinderkopfdichtung – inklusive Ventildeckeldichtung und dem ganzen anderen Gedöns, was nach Meinung von Fachleuten, die von Verbrennungsmotoren erheblich mehr verstehen als ich, nötig war – erst vor gut einem Jahr repariert. Der seinerzeit zuständige Mechaniker konnte sich das, auf meine telefonische geharnischte Nachfrage hin, „gar nicht erkären“. Ich fürchte, mittlerweile liege ich auch, ohne das aber genau zu wissen, außerhalb jeglicher Gewährleistungsfristen. Was nicht der Fall wäre, wenn man den Defekt früher erkannt hätte, was durchaus möglich gewesen wäre. Aber ich habe ja jedem Mechaniker, der die Karre unter seinen Fittichen hatte, immer wieder gebetsmühlenartig gesagt: „Zylinderkopfdichtung und Ventildeckeldichtung wurden vor einem Jahr gemacht, das kanns nicht sein!“

Ich Depp!

Ach, sei es wie es sei! Jetzt, einem Tag später, und nach einem Frühstück, das zu großen Teilen aus Kaffee und Toast bestand (Nimm das, Blutzucker!), sieht die Welt schon wieder etwas besser aus. Und da ich seit Mitte der Woche latent kränklich darniederliege, kann ich den Tag dazu nutzen, den Kopf weiterhin frei zu bekommen. Ich könnte beispielsweise im virtuellen Böhmen der Jahres 1403 herumlaufen, andererseits ist das Wetter ja wirklich nicht dafür gedacht, drinnen zu sitzen, vielleicht werde ich es mir daher eher mit der 800-seitigen Holhbeinschen Gewaltorgie draußen gemütlich machen. Und Gewaltorgien entsprechen derzeit sowieso eher meinem Naturell … Nun, wir werden sehen.

Zuerst, ja, zuerst stehen aber noch die Freiatgsfragen an. Jetzt, gut 300 Worte nach „Salvete“, wäre es ja vielleicht doch mal Zeit, sich mit diesen zu beschäftigen. Die heutigen Fragen und Antworten lauten:

1.) Du wirst ab jetzt bei Vollmond zu einem Tier, aber nicht zu einem Werwolf. In welches Tier verwandelst Du Dich?

Wie jetzt? Werwölfe sind raus? Das finde ich nicht cool, ich mag nämlich Werwölfe. Ich fand schon in „Underworld“ die Werwölfe besser und war immer der Meinung, dass Kate Beckinsale auf der falschen Seite stand. Auch wenn ihr Leder- oder Latexfummel, oder was immer das auch für ein Material war, einiges wieder herausgerissen hat, war der Fokus auf den völlig überbewerteten Vampiren einer der negativen Punkte des Films. Hm, war der Spruch mit dem Leder- oder Latexfummel eigentlich schon Sexismus? Ach, ich denke, das geht noch. :-)

Jedenfalls, da die Werwölfe unverständlicherweise draußen sind, was bliebe denn da? Ha, ich weiß: Ein Einhorn! Ja, meine Wahl fiele da wohl auf das Einhorn! Warum? Nun, angeblich haben viele Frauen eine hohe Affinität zu Einhörnern, bei jedem Vollmond würde mir die holde Weiblichkeit also vermutlich die Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, die sie mir im echten Leben vorenthält. :-)

2.) Räumst Du gerne auf?

Hm, Moment ich sehe mich nochmal kurz in diesem und den angrenzenden Räumen um …

Nein! Eindeutig nein. Ein paarmal im Jahr überkommt mich zwar ein regelrechter Anfall von „Das muss jetzt alles weg hier!“, bei dem viele Sachen weggeräumt oder -geworfen werden, aber dass ich regelmäßig oder gar gerne aufäumen würde, dass kann ich nicht behaupten.

Diese Erkenntnis ist umso erstaunlicher, wenn man weiß, dass ich Handys oder Portemonnaies gerne parallel zu Tischkanten ausrichte. Ich habe allerdings keine Ahnung, was das über mich aussagt. Im schlechtesten Fall, dass ich einen Schatten habe.

Warum muss ich jetzt an „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ denken. Ach ja, wegen Prinz John: „Habt Ihr einen Schatten? Was lacht Ihr so blöde? Das ist eine grauenvolle Neuigkeit.“

Hach, und erst der Sheriff von Nuttingham, der unter anderem so schöne Sätze gesagt hat wie: „Jungen raus ihr den herrückt!„. Der die eben erwähnten grauenvollen Neuigkeiten auch auf gut überbringen konnte. Roger Rees, ein großartiger Schauspieler, leider schon verstorben.

Nun lassen wir das. „Mist fort mit der Fahre!“ :-)

3.) Schöner Job mit kleinem Gehalt oder furchtbarer Job mit guter Bezahlung?

Da nehme ich spontan lieber den schönen Job mit kleinem Gehalt. Dann muss ich mich nicht umgewöhnen. ;-)

4.) Die Wahl der Qual: Eine Woche lang klebrige Hände gegen die nichts hilft oder Juckreiz?

Eine Woche Juckreiz? Nä, das wäre doch pure Folter. Ich nehme die klebrigen Hände.

 

Das war es nun schon, geneigte Leserschaft. Ich wünsche allseits einen schönen Restfreitag und einen guten Start in ein hoffentlich schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl!

Valete, wie der Lateiner sagt. ;-)

Eine kurze Geschichte von Dekadenz, Buchbestellungen und Kai Meyer

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

hm, ich denke immer wieder darüber nach, das „Leserinnen und Leser“, dauerhaft durch „Leserschaft“ zu ersetzen, weil ich gendern in der Schriftsprache, quasi der geschriebenen Sprache, eigentlich ziemlich fürchterlich finde, andererseits haben die Leserinnen meines Blogs, deren es einige gibt, und welche quasi ausnahmlos unfassbar sympathisch sind, es durchaus verdient, explizit und zuerst genannt zu werden.

Vermutlich lasse ich deshalb alles, wie es ist. Und nein, mein Gedankengang bringt euch kein Stückchen weiter, ich wollte ihn nur mal verschriftlicht haben.

Eigentlich geht es um etwas ganz anderes.

Im Grunde versuche ich ja, meine Beiträge auf Rezensionen einerseits und auf die Freitagsfragen andererseits zu beschränken. Denn ich persönlich habe, und das ist keine Kritik an derartigen Beiträgen, das möge jede/r Blogger/in (juhu, gendern!) halten, wie sie oder er möge, aber ich persönlich habe halt keinen Drang dazu, Beiträge beispielsweise über Neuzugänge auf meinem SuB zu schreiben.

Im schlechtesten Fall weise ich darin nämlich nur auf Bücher hin, die ich in der Folge jahrelang sowieso nicht lesen werde. Naomi Klein beispielsweise hat im Jahr 2014 ein im ZDF (ja, liebe AfD, die Mainstream-Medien. Tragisch!) besprochenes Buch geschrieben, das ich mir im Jahre 2015 gekauft habe, da es mich (damals) brennend interessiert hat. Es liegt immer noch ungelesen da, wo es seit Erwerb liegt. Mit dem Unterschied, dass mittlerweile gefühlte 20 andere Bücher darauf liegen. Ob ich es jemals lesen werde, steht wohl in den Sternen. Daher, finde ich, ist es für meine Leserschaft eher unerheblich, was ich mir wann gekauft habe.

Diesmal allerdings, ja, diesmal muss ich ausnahmsweise eine, ähm, Ausnahme machen, zumal selbige gar nicht erst auf meinem SuB landen wird:

Denn es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Tweet des Autors Kai Meyer ausging, auf dass man ein Buch bestellen möge.

Und das habe ich im Februar des laufenden Jahres getan. Namentlich handelt es sich um „Das Haus des Daedalus“ von, ja, Kai Meyer. Und zwar in einer limitierten und handsignierten Auflage von nur 333 Stück.

Gestern nun trudelte das gute Stück – per Vorkasse bezahlt, weil ich als Neukunde an das Gute im Menschen glaube – ins Haus. Und was hat es? Es hat einen Knick im Schutzumschlag! Was den Wert, der in nur wenigen Jahren wahrscheinlich und logischerweise – schließlich handelt es sich um ein Werk des von mir sehr verehrten Kai Meyer – im Millionenbereich liegen dürfte, vermutlich erheblich mindert …

Nun, warum teile ich euch das nun mit, wenn ich doch genau so gut eine Rezension zu „Die Blausteinkriege II – Sturm aus dem Süden“ schreiben könnte, auf die eine einzelne Leserin meines Blogs vielleicht nicht mehr sehnsüchtig, aber möglicherweise doch ein bisschen wartet? Denn ja, ich habe Teil 2 tatsächlich endlich durchgelesen – und bin mit einer Personalentscheidung ganz entschieden nicht zufrieden …

Nein, das wäre mir heute zu stressig, denn einerseits ist heute Sonntag und andererseits kam ich gestern, quasi heute, erst um 3 h ins Bett. Und um es mit den Worten von Roger Murtaugh zu sagen: “ Ich bin zu alt für diesen Scheiß!“ :-)

Welchen Sinn hat also dieser ganze Beitrag?

Eigentlich keinen, ich wollte nur ein bisschen angeben! :-) ICH habe eine auf 333 Exemplare beschränkte handsignierte Sonderausgabe eines Kai-Meyer-Buchs! :-)

Seitdem habe ich allerdings auch das Gefühl, Geld für etwas ausgegeben zu haben, was nicht unbedingt nötig gewesen wäre …

Ach, egal, ich schätze der/dem Einen oder Anderen (juhu, gendern!) geht es ähnlich …

Ich wünsche allseits einen schönen Restsonntag!

Gehabt euch wohl!

 

Freitagsfragen #39

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Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

ein neuer Freitag, selbst wenn es der 13. eines Monats ist, bedeutet neue Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog. An dieser Stelle sei der fleißigen Fragenstellerin mal wieder herzlich gedankt!

Die heutigen Fragen und Antworten lauten:

1.) Worüber hast Du zuletzt herzhaft gelacht?

Hm, wenn  ich ehrlich bin, ist mir momentan eher wenig bis gar nicht nach lachen. Und so richtig herzhaft gelacht, hach, das muss schon eine ganze Weile her sein. Es gibt allerdings eine ganze Reihe Dinge, über die ich gerne gelacht hätte.

Da sei zum Beispiel mal der Anruf von heute Morgen des Mechanikers aus der FACHwerkstatt, in der sich mein Auto zur Stunde befindet, genannt, in dem der junge Mann darauf hinwies, dass die Reparatur einerseits 270 € kosten und andererseits erst am Montag ausgeführt werden wird. Nun, es hätte schlimmer kommen können, aber ein Wochenende ohne Auto und ein Restmonat mit 270 Tacken weniger lassen bei mir derzeit keine wirkliche Heiterkeit aufkommen.

Da sei zum Zweiten diese unsägliche DSGVO genannt, die im Mai ins Haus steht, etwas sehr weit über das eigentlich hehre Ziel hinausschießt und mich als technisch nur semi-versierten Blogger mit den Fragen zurücklässt, was ich denn wohl tun muss, vor allem WIE ich es denn nun tun muss und insbesondere, ob sich dieser ganze Aufwand lohnt, oder ob ich all das hier in naher Zukunft nicht einfach bleiben lassen sollte. Falls es das Ziel der EU war, ein Blog-Massensterben zu verursachen, dürfte es in Brüssel bald heißen: Mission accomplished!

Und da sei zum Dritten diese putzige Anfrage der AfD an den Bundestag genannt, in der diese, nun, ich möchte mal wohlwollend „Partei“ sagen, wissen möchte, inwieweit sich die Anzahl der Menschen mit Behinderungen in Deutschland seit 2012 verändert hat, „insbesondere der durch Heirat innerhalb der Familie entstandenen“. Denn, so die AfD, „Behinderungen entstehen u.a. durch Heiraten innerhalb der Familie“. Und außerdem, behauptet die AfD, dass eine britische Studie zu dem Schluss gekommen sei, dass „60 Prozent der Todesfälle und Erkrankungen betroffener Kinder hätten vermieden werden können, wenn die Inzucht beendet würde.“ Auch die Prozentzahl der Behinderten, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, ist für diese Partei von Interesse.

Diese Anfrage ist auf so vielfältige Art und Weise widerlich, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Dass damit auf skurrilste Art und Weise ein Zusammenhang zwischen Behinderungen einerseits und der Migration der letzten Jahre andererseits hergestellt wird, ist dabei nur eine Sache.

Dass in der Anfrage unterschwellig die Meinung mitschwingt, Behinderungen seien per se etwas Böses, dass es zu bekämpfen gelte, ist eine weitere, auch wenn diese Meinung nicht überrascht, hat die AfD doch bereits mit der „ideologisch motivierten Inklusion“ ein Problem. Ziel der AfD ist es demnach gar nicht, Behinderte in die Gesellschaft zu integrieren. Worin stattdessen das diesbezügliche Ziel besteht, darüber möchte ich besser nicht spekulieren.

Was mich wundert, ist, dass die AfD nicht auch noch die Frage nach den Kosten gestellt hat, die der Gesellschaft durch Behinderte aufgebürdet werden. Aber das kommt vielleicht noch …

Ich habe vor einigen Jahren ein leider zu kurzes Praktikum im in der Nähe ansässigen und damals noch „Staatsarchiv“ genannten, ähm, Staatsarchiv gemacht und mich während dieser Zeit intensiv mit der Bearbeitung von Akten der deutschen Gesundheitsämter der späten 30er und frühen 40er-Jahre befasst, Stichwort Zwangssterilisation usw. Die Übelkeit, die mich damals erfasst hat, die hat mich angesichts der Berichterstattung über die Anfrage wieder ereilt.

Aber hey, vielleicht bin ich der Einzige, der sich in dem Zusammenhang an diesen ganzen „Rassenhygiene“- und „Gesunderhaltung des deutschen Volkskörpers“-Unsinn der Nazi-Zeit erinnert fühlt.

Liebe AfD: Ich könnte jetzt so etwas schreiben wie „Jetzt reicht´s!“ (Würde ich „Jetzt Reicht´s!“ schreiben, mit großem R, wäre das zwar orthografisch falsch, aber schon fast ein Wortwitz …) oder ich könnte in Anlehnung an „Die Toten Hosen“, wenn auch in anderem Zusammenhang, die Frage stellen: Was für Eltern muss man haben, um so verdorben zu sein? Aber, liebe AfD, ihr hört mir ja sowieso nicht zu. Deshalb machen wir es doch einfach so: Reicht doch schon mal Listen herum, für die Zukunft, für die Zeit eurer Regierungsverantwortung, von der ich fürchte, dass sie eher früher als später kommt. Ich trage ich mich in diese Liste dann auch brav ein. Denn auch ich bin solch ein Kostenverursacher. Wenn auch nicht durch Inzest entstanden. Soweit ich weiß jedenfalls, denn ich kann gerade partout meinen Arier-Nachweis nicht finden. Nun, jedenfalls, dann irgendwann in der Zukunft, wenn ihr mich abholen kommt, hätte ich eigentlich nur eine kleine Bitte: Haltet mir auf dem Lastwagen bitte einen Sitzplatz frei, ja!? Na, bis es soweit ist, singe ich erst mal weiter beharrlich „Imagine“.

2.) Bist Du schadenfroh?

Nein, eigentlich nicht. Ich gebe zwar zu, schon ein- oder zweimal in schallendes Gelächter ausgebrochen zu sein, wenn sich jemand in meiner Gegenwart nach allen Regeln der Kunst gemault hat, noch bevor ich fragte, ob denn alles in Ordnung ist, ansonsten aber sind bei mir keinerlei Anzeichen für Schadenfreude zu bemerken. Ich finde eine solchen Charakterzug auch fragwürdig …

3.) Schreibst oder bekommst Du gerne Briefe und Postkarten?

Ich bekomme gerne Briefe und Postkarten schreibe aber leider selbst so gut wie keine. Ach, streichen wir das „so gut wie“, ich schreibe keine, Punkt. Ich habe aber den gesammelten Briefwechsel der (teilweise) Prä-Internet-Zeit aufbewahrt, den ich damals mit einigen ganz zauberhaften Menschen geführt habe. Zwischendurch lese ich immer wieder gerne darin. :-)

4.) Die Wahl der Qual: eine Woche lang jeden Tag das selbe essen oder jedes Mal wenn Du das Haus verlässt wandelt sich das sonnige, warme Wetter in ein nasses, kaltes und stürmisches Unwetter?

Das kommt ganz eindeutig aufs Essen an. Falls es etwas ist, was ich mag, ertrage ich das auch eine Woche. Falls ich es nicht mag, nehme ich lieber das ätzende Wetter, als Norddeutscher ist man eh daran gewöhnt.

 

Das war es auch schon wieder, liebe Leserschaft. Ich wünsche allseits ein besseres Wochenende als meines.

Gehabt euch wohl!

Freitagsfragen #38 am Samstag

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

ja, glaubt man es!? Es ist doch tatsächlich schon wieder Frei…, oh, warte! Nein, es ist schon Samstag, verdammt! Ich habe die Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog verpasst. Tja, so kann es gehen. Es mag vielleicht aufgefallen sein, dass ich mich in den letzten drei Wochen in der Blogosphäre eher rar gemacht habe und auch nur selten andere Blogs gelesen haben – jedenfalls bilde ich mir ein, dass das aufgegefallen sein könnte. ;-) Ausnahmen sind davon natürlich, ähm, ausgenommen.

Eine dieser drei Wochen hatte ich sogar Urlaub. Oder so etwas ähnliches … Denn im Grunde hatte diese letzte Woche mit Urlaub so viel zu tun, wie ein Wadenkrampf mit progressiver Muskelentspannung.

Sei´s drum, jedenfalls hatte – und habe – ich genug andere Dinge im Kopf, sodass manches andere eben auf der Strecke bleibt.

Und auch jetzt habe ich nicht so wahnsinnig viel Zeit, aber bevor ich die Freitagsfragen völlig vergesse, gibt es eine Kurzversion. Die Fragen und Antworten lauten:

1.) Singst Du Geburtstagslieder für deine Lieben?

Singen? Ich? Das möchte niemand! Es gibt genau zwei Szenarien, in denen ich möglicherweise singe:

A: Alleine im Auto

und

B: Wenn ich sehr, sehr betrunken bin

Idealerweise tauchen diese beiden Szenarien nicht gleichzeitig auf. ;-) Jedenfalls, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, verzichte ich aufs Singen in der Öffentlichkeit. Nicht bei Geburtstagen, nicht in der Kirche – wo ich ohnehin jahrzehntelang nicht war -, nicht für Geld und gute Worte

2.) Was war der verstörendste Film, den Du geschaut hast?

Darüber müsste ich wahrscheinlich länger nachdenken. Spontan würde ich sagen, dass die ersten Minuten von „Der Soldat James Ryan“ im Kino in Reihe drei (Yay!) eher verstörend waren.

Aber auch „The Room“ käme da in die Verlosung. Auf Anraten einer ganz zauberhaften Person habe ich mir davon mal einige Szenen angesehen und mich gefragt, warum in aller Welt Menschen solche Machwerke produzieren, wenn sie mit ihrem Geld doch auch sinnvolle Dinge anstellen könnten.

Oh, und „Memento“ fällt mir ein! Weniger, weil der verstörend ist, sondern weil ich fürchte, den bis heute nicht begriffen zu haben. ;-)

3.) Planst Du Mahlzeiten oder isst Du, was gerade da ist?

Mal so, mal so! Generell mag ich ja Pläne, aber manchmal wird gegessen, „was weg muss“!

4.) Die Wahl der Qual: In ein stundenlang in der Sonne geparktes Auto mit schwarzen Ledersitzen setzen oder den kleinen Zeh am Tisch stoßen?

Hmmm, das kommt darauf an! Ist es MEIN Auto mit schwarzen Ledersitzen? Dann nehme ich das und setze mich da gerne tagelang im Sonnenschein hinein, wenn das bedeuten würde, dass ich es gegen meine kränkliche Karre eintauschen könnte. Sollte es nicht mein eigenes sein, dann nehme ich jederzeit den kleinen Zeh am Tisch. Ich verrate aber nicht, wieso. :-)

 

Das war es auch schon wieder, geneigte Leserschaft. Man verzeihe mir die Kürze meiner diesmaligen Einlassungen, aber der gestresste und leicht sickige Verfasser dieser Zeilen befindet sich in arger Zeitnot, sieht er sich doch gezwungen, alsbald wegen der oben genannten kränklichen Karre aufzubrechen, in der wahrscheinlich irrigen Annahme, diesmal diesbezügliche Abhilfe schaffen zu können – und das Ganze möglichst, ohne dafür eine Niere oder andere lebenswichtige Organe verkaufen zu müssen.

Ich wünsche allseits ein schönes, sonniges Wochenende!

Gehabt euch wohl!

„Die Königs-Chroniken – Ein Reif von Bronze“ von Stephan M. Rother – Alles ist mit allem verbunden

Buch: „Die Königs-Chroniken – Ein Reif von Bronze“

Autor: Stephan M. Rother

Verlag: Rowohlt

Ausgabe: Taschenbuch, 351 Seiten

Merke: Es handelt sich um den zweiten Teil einer Reihe, daher können Spoiler enthalten sein, auch wenn ich diese zu vermeiden versuche!

Der Autor: Stephan M. Rother, 1968 in Wittingen geboren, studierte in Göttingen Geschichte, Kunstgeschichte und Philologie. 1997 erfolgte seine Graduierung zum Magister Artium. Seit Mitte der Neunziger trat Rother als „Magister Rother – Deutschlands erster, bester und einziger Standup Historian“ auf den Bühnen Deutschlands auf. Seit dem Jahr 2000 hat sich Rother auf das Schreiben verlegt, seither hat er zahlreiche Romane veröffentlicht, die häufig im Mittelalter spielen. Der Autor lebt, nach eigener Aussage, mit seiner Frau und fünf Katzen „am Rande des Wahnsinns und der Lüneburger Heide“.

Zu den Büchern, die Rother nach eigener Angabe nie gelesen hat, gehören übrigens sämtliche Teile von „Harry Potter“. Die Begründung dafür, die ich euch nicht vorenthalten möchte, gibt er auf seiner Homepage hier.

Das Buch: Die Welt gleicht einem Rad, das aus der Spur geraten ist.
Nach sieben Jahrhunderten hat der Stammesfürst Morwa endlich die Völker des Nordens geeint – und einen uralten Fluch heraufbeschworen.
Seine Tochter Sölva, gezeugt mit einem Kebsweib, findet sich zwischen den Fronten wieder und muss sich einer gespenstischen Magie stellen, die die endgültige Vernichtung bringen kann und doch die einzige Hoffnung auf Rettung ist.

Die Südländerin Leyken lebt als Gefangene im goldenen Käfig. Da scheint sich unvermittelt die Gelegenheit zur Flucht zu ergeben. Was aber, wenn es sich um eine Falle handelt?

Die Raunacht ist gekommen, und mit ihr die Dunkelheit. Unter dem blutroten Banner ihres Propheten treten die gefürchteten Korsaren an, das Reich der Esche zu zerschlagen.

Das Mädchen aus dem Norden und die Frau aus dem Süden: Sind sie der Schlüssel zum Schicksal ihrer Welt? (Quelle: Rowohlt)

Fazit: Ende März erschien die, nicht nur von mir, sehnsüchtig erwartete Fortsetzung von Stephan M. Rothers „Königschroniken“-Reihe, die mit „Die Königschroniken – Ein Reif von Eisen“ begann. Ehrensache, dass ich mir das Buch zum frühestmöglichen Zeitpunkt organisiert und sogleich gelesen habe.

Und, ach, was könnte ich alles über den zweiten Teil schreiben!? Wahrscheinlich einen Text, dessen Umfang es mit dem des eigentlichen Buches aufnehmen könnte. Damit das nicht passiert, beschränke ich mich auf das Notwendige.

In manchen Dingen kann ich mich im Vergleich zum Reihenauftakt aber sowieso nur lobend wiederholen. Beispielsweise, was die bildhafte Sprache angeht, die das Kopfkino der Leserschaft zu Höchtleistungen antreibt und, zumindest bei mir, insbesondere im Hinblick auf die in den Nordlanden stattfindenden Ereignisse sehr plastische Bilder vor dem inneren Auge entstehen lässt.

Im Grunde genommen wollte ich Wiederholungen aber weitgehend weglassen, sofern möglich, habe ich doch im ersten Teil auch insbesondere die Dinge gelobt, die der Autor weggelassen hat, beispielsweise Elfen, Elben und sonstige spitzohrige und damit überflüssige Fantasy-Geschöpfe. Ich beschäftige mich daher lieber mit dem, was Rothers Fortsetzung enthält, was neu und was anders ist.

In „Ein Reif von Eisen“ äußerte ich noch leichte Kritik an der Ausgestaltung der Charaktere, die aber sicherlich auch dem Unfang von gut 360 Seiten geschuldet war. Diese Kritik hat sich für mich weitgehend in Wohlgefallen aufgelöst. Zumindest was Sölva und Leyken angeht, bekommt die Leserschaft deutlich mehr Hintergrund geliefert als im ersten Band. Lediglich Pol – eigentlich dessen gesamter Handlungsstrang, aber dazu später mehr – kommt für meinen Geschmack etwas zu kurz. Ingesamt stellt das Buch aber in diesem Bereich einen deutlichen Fortschritt zu seinem Vorgänger dar.

Mich persönlich überrascht das Buch – besonders erfreulich, finde ich – insbesondere im Bereich der Handlung. Obwohl die „Königschroniken“-Reihe potenziell auf vier Teile ausgelegt ist – sofern das noch der aktuelle Stand ist -, „Ein Reif von Bronze“ somit keinen klassischen „Mittelteil“ darstellt, habe ich eigentlich eher das erwartet, was einen solchen klassischen Mittelteil auszeichnet. Nämlich ein Buch, das viel Gewohntes und wenig Neues enthält und das insbesondere die Handlung nur wenig bis unwesentlich vorantreibt. Manche Leute behaupten eben so etwas ja sogar über „Episode 8“, aber das ist ein anderes Thema. Nun, jedenfalls, speziell was die nicht vorangebrachte Handlung angeht, kann ich Entwarnung geben. Speziell die Ereignisse im hohen Norden haben eine angenehme Dynamik, enden allerdings an einer Stelle, die mir ein „Nicht doch!“ entlockte, auch weil mich der Autor mit einer Reihe von Fragen zurücklässt. Aber das muss wohl so sein, deshalb hält sich meine Empörung auch in Grenzen. ;-)

Lediglich dass die Handlung ihren Fokus vergleichsweise selten auf Pol und seine Reise legt – ein Handlungsstrang, der mir persönlich, neben den Nordlanden, am besten gefällt und der auch die, meiner Meinung nach, beste Atmosphäre rüberbringt -, hat ein wenig meinen Unmut erzeugt. Das allerdings ist natürlich nur ein rein subjektiver Eindruck und schon im dritten Teil kann die Sache schon wieder ganz anders aussehen.

Abschließend seien mir noch ein paar Worte dazu gestattet, was sowohl den Reihenauftakt, als auch die Fortsetzung für mich so besonders macht:

Wer weiß, dass sich der Autor schon in Teil eins von realen Ereignissen und Entwicklungen in unserem Hier und Jetzt hat inspirieren lassen, der liest „Ein Reif von Bronze“ wohl mit erhöhter Aufmerksamkeit. Zumindest mir ging das so. Und wer das tut, dem kann wirklich eine Menge auffallen. Dass sich Feuer als Motiv quer durch die Handlung zieht, für diese Erkenntnis muss man – gerade nach einem kurzen Blick auf das erneut schön gestaltete Cover – kein Genie sein.

Viel mehr thematisiert der Autor erneut Dinge, wie beispielsweise Rassismus und religiösen Fundamentalismus, die in unserem Hier und Jetzt in jüngerer Vergangenheit vermehrt aufzutreten scheinen.

Aber nicht nur die Themen der Handlung sind teilweise unserer Welt entlehnt, Ähnlichkeiten finden sich auch bei der Namensgebung. Überhaupt, die Namensgebung: Da findet man beispielweise einen Alric. Dieser Name taucht speziell im „Das Schwarze Auge“-Universum derart häufig auf – zumindest war das früher der Fall, wenn man ihn damals auch meistens mit „k“ schrieb -, dass es schon in grauer Vorzeit, als ich noch in DSA-Pen-and-Paper-Runden saß, verpönt war, seinem Spielecharakter diesen Namen zu verpassen. Tat man es doch, war diesem Charakter ein beschwerlicher und vor allem kurzer Lebensweg und ein gar erschröckliches Ende vorherbestimmt. ;-)

Andere Charaktere sorgen ob ihrer Namensgebung bei mir immer noch für Verwirrung. So habe ich weiterhin Schwierigkeiten Morda, dessen Sohn Morwa sowie wiederum dessen Söhne Morwen, Mornag, Mortil und Morleif auseinander zu halten. Dass die Herren Deinhardt, Meinhardt und Reinhardt nur eine kurze Sprechrolle haben, entspannte mich daher umso mehr. Ich schätze, spätestens im dritten Teil fällt mir die Unterscheidung dann leichter. :-)

Jedenfalls, die Namensgebung ähnelt in Einzelfällen besonders geografisch unserer Welt. So gibt es ein Leuchtfeuer von Phoras, das an den Pharos von Alexandria erinnert, auch wenn es an einer Stelle steht, an der man eher die Säulen des Herakles vermuten würde. Ich kann mir übrigens nicht verkneifen, darauf hinzuweisen, dass der Autor ein- oder zweimal über seine eigenen Namens-Fallstricke stolpert, denn im Text ist öfter von „Pharos“ anstelle von „Phoras“ die Rede …

Nicht nur im Bereich der Namen erinnert die abgedruckte Karte an unsere Welt, insbesondere der südliche Teil kommt einem von den Umrissen her recht bekannt vor. All das gibt Anlass zu wilden Spekulationen bezüglich des im Buch mehrfach erwähnten „Sonnenvolkes“ …

Gerade solche Dinge sind es, die die Reihe für mich, natürlich neben der Handlung, besonders lesenswert machen, findet man solche Anspielungen und Anleihen an der Realität im Fantasy-Bereich doch mittlerweile recht selten.

Der langen Rede kurzer Sinn: „Ein Reif von Bronze“ ist eine mehr als überzeugende Fortsetzung, der der Autor meinetwegen noch eine ganze Reihe mehr Fortsetzungen als nur die noch angedachten zwei folgen lassen könnte. Für die Liebhaber und Innen gut gemachter Fantasy-Romane, sowie denen, die es werden wollen, kann ich eine absolute Leseempfehlung aussprechen.

Wertung:

Handlung: 9 von 10 Punkten

Charaktere: 8 von 10 Punkten

Stil: 9 von 10 Punkten

Atmosphäre: 10 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 9 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Die Blausteinkriege II – Sturm aus dem Süden“. Diesmal wirklich! Ich bin offensichtlich in einer Fantasy-Phase.

„Ritter dunklen Rufs“ von David Gemmell – Eigentlich nicht gut …

Buch: „Ritter dunklen Rufs“

Autor: David Gemmell

Verlag: Blanvalet

Ausgabe: Taschenbuch, 511 Seiten

Der Autor: David Gemmell war ein 1948 in London geborener englischer Autor. Nach einem eher unrühmlichen Abgang von der Schule – man warf Gemmell unerlaubtes Glücksspiel vor – und diversen daran anschließenden Aushilfstätigkeiten war er als freiberuflicher Journalist für verschiedene Tageszeitungen tätig.

In den 70ern befasste er sich mit Fantasy-Literatur, schrieb auch einen ersten Roman, der allerdings nie veröffentlicht wurde, weil Gemmell selbst ihn für zu schlecht hielt.

Ab 1986 war er dennoch ausschließlich als Autor tätig. Als sein bekanntestes Werk gilt die „Drenai“-Saga, welche aus elf Bänden besteht,

Gemmell starb am 28. Juli 2006 infolge einer Bypass-Operation.

Das Buch: Einst waren die neun Ritter der Gabala strahlende Verfechter der Gerechtigkeit. Doch in ihrem Stolz sind sie dem Bösen verfallen und terrorisieren nun das Reich. Nur Manannan, der schwächste von ihnen, glaubt noch an ihre alten Werte. Ausgerechnet seine Feigheit hat ihn vor der Finsternis bewahrt. Um seinen alten Gefährten entgegenzutreten, will er eine neue Gabala gründen. Doch als zukünftige Ritter stehen ihm nur Diebe, Mörder und Ausgestoßene zur Verfügung. Manannan weiß, dass er keine Chance hat. Und dennoch muss er es versuchen! (Quelle: Random House)

Fazit: Manchmal steht man so am Grabbeltisch der preisreduzierten Mängelexemplare und greift nichtsahnend zu einem großartigen Buch. Manchmal aber auch zu unheimlichem Mist. Und manchmal, ja, manchmal sogar zu beidem gleichzeitig. Ein Beispiel für Letzteres ist „Ritter dunklen Rufs“.

In der ersten Ausgabe erschien „Ritter dunklen Rufs“, – was im Übrigen dankenswerterweise mal eine halbwegs adäquate Übersetzung des englischen Originaltitels „Knights of Dark Renown“ ist, was, wie wir alle wissen, in Zeiten sinnfreier Untertitel keine Selbstverständlichkeit mehr darstellt – in der deutschen Version bereits 1991. Es mag sein, dass dieses Buch damals – nur wenige Jahre nach der Zeichentrickserie „Masters of the Universe“, hach, was habe ich die geliebt – ganz gut funktioniert hat. Heute tut es das für mich eher nicht.

Dabei macht Gemmell gar nicht viel verkehrt. Sein Buch lebt lange Zeit davon, dass die Geschehnisse aus Sicht einer größeren Zahl an Hauptfiguren erzählt wird. Die Wechsel der Erzähler und der entsprechenden Szenarien sorgen für eine Dynamik, die lange Zeit gut trägt. Schade, dass dann aber im Laufe der Handlung alle Protagonisten, und seien sie auch noch so weit voneinander entfernt, plötzlich auf traumwandlerische Weise und ohne genauere Erklärung, zusammenfinden, damit die Handlung weitergehen kann.

Auch die Charaktere sind gar nicht mal so verkehrt, auch wenn sie teilweise den Charme einer „He-Man“-Folge verbreiten. Manche wirken wie Robin Hood für Arme, beispielsweise Llaw Gyffes, ja, mit Doppel-L, andere wie die verzweifelte rettungsbedürftige Prinzessin aus klischeehaften Fantasy-Schnulzen, aber dennoch kann man sich mit den meisten Figuren anfreunden.

Stilistisch kann man da schon mehr meckern. Ohne genau begründen zu können, woran es liegt, las sich „Ritter dunklen Rufes“ für mich, als würde man einen ganz schlechten Schwarzenegger-Film der 80er verschriftlichen. „Phantom-Kommando“ oder so. Das Buch bietet der Leserschaft keinerlei Schwierigkeiten, was ich zuallererst positiv herausheben möchte, überfällt den Leser aber plakativ mit seiner nicht sonderlich kreativen „Message“, die da sinngemäß lautet, dass das Böse nur dann böse ist, wenn man den entsprechenden Standpunkt hat, aus anderer Sicht aber eben nicht. Hach, wie im richtigen Leben, in dem gerade zuhauf Diplomaten ausgewiesen werden. :-)

Diese Message, die dem Leser mit der Subtilität eines Dampfhammers präsentiert wird, ist es aber, die mir die Lektüre dieses Romans verleidet hat.

Und das fand ich eigentlich schade. Trotz aller Schwächen habe ich „Ritter dunklen Rufs“ nämlich recht gerne gelesen. Klar, verstärktes genervtes Augenrollen konnte ich nicht vermeiden, aber so als Fantasy-Roman für zwischendurch taugt das Buch allemal. Obwohl es Vampire enthält …

Mittelfristig wird „Ritter dunklen Rufs“ aber meine einzige Erfahrung mit David Gemmell und seinen Büchern bleiben.

Wertung:

Handlung: 6,5 von 10 Punkten

Charaktere: 7,5 von 10 Punkten

Stil: 7,5 von 10 Punkten

Atmosphäre: 9 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 7,625 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Ein Reif von Bronze“ von Stephan M. Rother. Die Fortsetzung von „Ein Reif von Eisen“ und so etwas wie mein Heiliger Gral der Fantasy-Literatur, neben den „Drachenlanze“- und „DSA“-Romanen.

„Artemis“ von Andy Weir – Watney 2.0?

Buch: „Artemis“

Autor: Andy Weir

Verlag: Heyne

Ausgabe: Taschenbuch, 431 Seiten

Der Autor: Andy Weir wurde bereits im Alter von 15 Jahren von einem Labor als Programmierer angestellt und arbeitet seitdem als Softwareentwickler. Er bezeichnet sich selbst als „lifelong space nerd“ und beschäftigt sich hobbymäßig mit Physik, der Geschichte der bemannten Raumfahrt und ähnlichem.

Bereits 2009 stellte Weir die ersten Kapitel seines Debütromans „Der Marsianer“ ins Netz. Die Resonanz lag weit jenseits jeglicher Erwartungen, sodass sich schließlich auch ein Verlag fand, um die Printausgabe unter die Leute zu bringen.

Im Jahr 2015 wurde „Der Marsianer“ erfolgreich von Ridley Scott mit Matt Damon als Mark Watney verfilmt. Sogar mir gefiel die filmische Umsetzung ausnehmend gut, in erster Linie wegen der überzeugenden Leistung von Matt Damon (und Kate Mara, und Jessica Chestain), für die er zu Recht den „Golden Globe“ erhielt.

Nun ließ Weir mit „Artemis“ seinen zweiten Roman folgen, der diesmal auf dem Mond angesiedelt ist.

Das Buch: Jazz Bashara ist kriminell. Zumindest ein bisschen. Schließlich ist das Leben in Artemis, der ersten und einzigen Stadt auf dem Mond, verdammt teuer.Und verdammt ungemütlich, wenn man kein Millionär ist. Also tut Jazz, was getan werden muss: Sie schmuggelt Zigaretten und andere auf dem Mond verbotene Luxusgüter für ihre reiche Kundschaft. Als sich ihr eines Tages die Chance auf einen ebenso lukrativen wie illegalen Auftrag bietet, greift Jazz zu. Doch die Sache geht schief, und dann wird auch noch ihr Auftraggeber ermordet. Plötzlich steckt Jazz mitten drin in einer tödlichen Verschwörung, in der nichts Geringeres auf dem Spiel steht, als das Schicksal von Artemis selbst. (Quelle: Random House)

Fazit: Wenn man ein derartig erfolgreiches Romandebüt wie „Der Marsianer“ geschrieben hat, das dann auch noch so erfolgreich verfilmt wurde, obwohl man den Film für die deutsche Version mit dem schwachsinnigen und überflüssigen Untertitel „Rettet Mark Watney“ versehen hat, dann steht man wahrscheinlich unter einem ziemlichen Druck, wenn man seit zweites Buch schreibt. Merkt man „Artemis“ diesen Druck an? Ja und nein!

Man merkt, dass Weir vieles so macht, bzw. machen wollte, wie in seinem ersten Roman. Safety first. Da wären zum Einen die detaillierten Beschreibungen technischer und naturwissenschaftlicher Vorgänge. Ich persönlich hatte damit in „Der Marsianer“ wenig bis gar keine Probleme, vor allem auch deswegen, weil ich ohnehin selten nachvollziehen oder gar überprüfen konnte, was mir der Autor da erzählen will, was aber weniger der mangelnden Erklärungsfähigkeit Weirs anzukreiden ist, sondern eher meinem beklagenswerten Kenntnisstand im Bereich der Naturwissenschaften. Wer diese Schilderungen aber schon in Weirs Erstling störend fand, der könnte auch mit „Artemis“ ein Problem haben, auch wenn diese Schilderungen diesmal etwas dosierter eingesetzt werden.

Zum Anderen wäre da die Hauptfigur. „Der Marsianer“ lebte zu großen Teilen von seinem überzeugenden Protagonisten Mark Watney. Und irgendwie kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass der Autor versucht hat, diesen Protagonisten für „Artemis“ in einen weiblichen Körper zu verpflanzen und ihn bzw. sie auf dem Mond anzusiedeln. Auch Jazz Bashara ist die Coolness in Person und nie um einen dummen Spruch verlegen. Sie ist so ziemlich das, was Gillian Flynn in „Gone Girl“ als „Cool Girl“ bezeichnet hat, mit der Erläuterung:

„She´s a cool girl. Being the Cool Girl means I am a hot, brilliant, funny woman who adores football, poker, dirty jokes, and burping, who plays video games, drinks cheap beer, loves threesomes and anal sex, and jams hot dogs and hamburgers into her mouth like she´s hosting the world´s biggest culinary gang bang while somehow maintaining a size 2, because Cool Girls are above all hot. (…)“

Dass dieser Frauentyp eigentlich nicht existiert, muss nicht extra gesagt werden, wiewohl ich es beklagenswert finde. :-) Aber in „Artemis“ existiert er eben doch in Person von Jazz Bashara. Und wenn diese Person, mit der die Leserschaft ja den Großteil der Zeit verbringen muss, dann ein wenig so ist wie Sandra Bullock in „Miss Undercover“ vor ihrer Transformation zu Gracie Lou Freebush, dann wird das einzelne Leser sicherlich nerven. Ich persönlich kam mit Jazz aber ausgesprochen gut zurecht, obwohl, oder gerade weil, sie beispielsweise über den Geschmack eines Scotchs sagt: „Es schmeckte wie Satans brennende Rosette.“, nur um an den Barkeeper gewandt hinzuzufügen: „Billy, ich habe schon angenehmere Sachen geschluckt, die aus Menschen herausgekommen sind.“ (beides Seite 55). :-)

Aber auch abseits der Hauptfigur hat Weir ausgesprochen sympathische, teils verschrobene Charaktere erschaffen, die in der überwiegenden Mehrzahl überzeugend herüberkommen.

Über die Handlung möchte ich inhaltlich eigentlich nicht mehr viel sagen, weil die Zusammenfassung schon mehr als ausreichend ist. Aber sie überzeugt ebenfalls, legt im späteren Verlauf noch an Spannung und Tempo zu, auch wenn die Protagonistin angesichts der für sie alles andere als zufriedenstellend laufenden Ereignisse vorübergehend ihren infantilen Humor teilweise einbüßt. :-) Weir gelingt es also nicht nur, eine Handlung zu schreiben, die sich hunderte von Seiten darum dreht, wie man einen Astronauten vom Mars bekommt, sondern auch eine, die deutlich mehr Komplexität aufweist. Sicherlich, die eine oder andere überraschende Wendung ist im Vorfeld zu erahnen, nichtsdestotrotz macht „Artemis“ über die gesamte Länge Spaß.

Ich jedenfalls habe „Artemis“ nach der Lektüre mit nicht wenig Bedauern zur Seite gelegt, zu sehr habe ich mich an die eher speziellen Charaktere gewöhnt und zu sehr hatte mich die Geschichte insgesamt überzeugt. Schade, dass es bis zu Weirs nächstem Ausflug in den Weltraum noch eine Weile dauern wird. Aber bis dahin schafft er es bestimmt, ein wenig mehr Abwechslung in seine Hauptfiguren zu bekommen.

Wertung:

Handlung: 8,5 von 10 Punkten

Charaktere: 9 von 10 Punkten

Stil: 8,5 von 10 Punkten

Atmosphäre: 10 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 9 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Ritter dunklen Rufes“ von David A. Gemmell.

Freitagsfragen #37

Freitagsfragen_Logo

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

nun, da mich die Woche eingesogen, durchgekaut, als ungenießbar empfunden und wieder ausgespuckt hat, nur um diesen Vorgang ab dem kommenden Montag erneut in dieser Reihenfolge durchzuführen, nun also habe ich ein wenig Zeit, von der ich mindestens 48 Stunden für absolutes Nichtstun verwenden werde und etwas davon auch für die Beantwortung der aktuellen Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog.

Die aktuellen Fragen und dazugehörigen Antworten lauten:

1.) Welche beiden Film- oder Seriencharaktere würdest Du tauschen, um den komischsten Plot zu erhalten?

Oha, meine Paradedisziplin: Filme und Serien! Nein, mal wirklich, es gibt wenig Bereiche, in denen ich kompetenzbefreiter bin als bei Filmen und Serien.

Wenn ich die letzten zehn von mir gesehenen Kino-Filme auslisten sollte, dann bestünde die Liste zu mehr als der Hälfte aus „Star Wars“- und „Hobbit“-Filmen. Ich gehe sogar so wenig ins Kino, dass es vielleicht der letzte Teil von „Der Herr der Ringe“ noch in diese Liste schaffen würde. Und „Rango“, den habe ich vor Jahren im Rahmen einer im Nachhinein nicht mehr erklärlichen Spontanhandlung gesehen. Der war gut, erreichte aber zu meinem Leidwesen nicht ansatzweise den finanziellen Erfolg der Genre-Größen aus den letzten Jahren.

Vieles im Bereich „Film“ geht also an mir vorbei. Zwei zauberhafte Menschen wollen mich beispielsweise schon seit langer Zeit überreden, gemeinsam die „Guardians of the Galaxy“-Filme anzusehen, aber bei Dingen wie Waschbären mit Wumme steige ich für gewöhnlich aus.

Mit einer anderen ganz zauberhaften Person habe ich lange Jahre regelmäßig Filme aus dem Horror-Genre gesehen. Aber irgendwie nahm das ab, als ich bei so etwas wie einem „Jump-Scare“ im Film „Katakomben“, der – man glaubt es kaum – in den Katakomben von Paris spielt, mit einem quietschenden „Uääh“, für das sich jedes sechsjährige Kind geschämt hätte, höher vom Sofa aufsprang als der Fußballer Naldo beim Kopfball … Ich stelle da aber keinen Kausalzusammenhang her.

Und auch was Serien angeht, bin ich eher ahnungslos. Große Serien der letzten Jahre wie „The Walking Dead“ oder „House of Cards“ gingen nicht nur an mir vorbei, sondern das sogar vollumfänglich. Auch früher war ich schon kein Serien-Fan, das beste an „Akte X“ war Gillian Anderson und „Lost“ habe ich wahrscheinlich nie verstanden.

Seit ich sogar von „Game of Thrones“ Staffeln verpasst habe, steht für mich fest, das Serien nicht für mich geschaffen sind. Ich sehe sowieso selten fern und ich könnte es überhaupt nicht leiden, an Tag X um die Zeit Y vor dem Fernseher sitzen zu müssen, weil dann Serie Z läuft.

Wenn ich überhaupt Serien verfolge, dann Comedy-Serien, und auch das wird zunehmend weniger. Hm, ist „zunehmend weniger“ nicht irgendwie sinnfrei? Egal!

Na, um die Frage zu beantworten, weiche ich dann auch mal in eben diesen Bereich aus, in dem ich wenigstens etwas Kenntnisse aufweise, indem ich sage:

Mich hätte das Ergebnis interessiert, das man gehabt hätte, wenn bei „How I met your mother“ Cobie Smulders und Neil Patrick Haris die Rollen getauscht hätte. Dann hätte man einerseits eine homosexuelle Beziehung zwischen „Ted Mosby“ und „Barney Stinson“ gehabt und andererseits wäre „Robin Scherbatzy“ ein promiskuitives Miststück, das reihenweise Männer flachlegt …

Ich schätze, die eine Hälfte der potentiellen Zielgruppe hätte die Serie dann mit Desinteresse gestraft, die andere hätte einen medialen Shitstorm intiiert. Aber wer weiß das schon so genau?

Übrigens: Auch von „How I met your mother“ habe ich die letzte Staffel bis heute nicht gesehen. Pro7 hatte seinerzeit die geniale Idee, die einzelnen Folgen an Tagen auszustrahlen, an denen Fußballspiele stattfinden und die Wiederholung der Folgen sehr bald in den Vormittag verlegt. Genialer Schachzug! Aber was will man schon von einem Sender erwarten, der kürzlich erst anhand des Spiels „Fortnite“ eine neue Killerspiel-Debatte vom Zaun brechen wollte …

2.) Was würdest Du schaffen, um als vorgetäuschter Künstler in einer Kunstausstellung gezeigt zu werden?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstehe!? Wenn ich etwas schaffe, dann bin ich doch im Prinzip schon Künstler, oder nicht!? Über den künstlerischen Wert des Schaffens ließe sich dann ja wieder streiten …

Aber gut, sollte ich etwas schaffen müssen, das auch auf Kunstausstellungen gezeigt würde, dann würde ich mir die von Konrad Kujau gefälschten Hitler-Tagebücher beschaffen, die belanglosesten, banalsten und lächerlichsten Stellen ausschneiden und in einem reinweißen Raum an willkürlichen Stellen an die Wand tackern!

Warum?

Ich habe keine Ahnung, aber mir fiel gerade nichts Seltsameres ein, aber bis zur hypothetischen Kunstausstellung bleibt bestimmt noch genügend Zeit, um sich irgendeine Begründung einfallen zu lassen, die ganz dolle edgy ist!

3.) Wenn Geld und Barrieren kein Problem darstellten, welchen Beruf würdest Du ausüben?

Da ich die Frage schon öfter ähnlich beantwortet habe, fasse ich mich kurz: Eine Buchhandlung!

4.) Die Wahl der Qual: von Läusen befallen werden oder eine Rede vor schlechtem Publikum halten?

Bitte? Ich würde jederzeit eine Rede vor noch so schlechtem Publikum halten, bevor ich mich stattdessen von irgendwelchen Viechzeugs befallen lasse!

 

Das war es schon wieder für heute. Ich wünsche noch einen schönen restlichen Freitag und ein hoffentlich schönes, entspanntes Wochenende.

Gehabt euch wohl!