„Schlüssel 17“ von Marc Raabe – Coolio?

Buch: „Schlüssel 17“

Autor: Marc Raabe

Verlag: Ullstein

Ausgabe: Taschenbuch, 512 Seiten

Der Autor: Marc Raabe, 1968 geboren, ist Geschäftsführer und Gesellschafter einer Fernsehproduktion. Seine beiden Thriller Schnitt und Schock waren viele Wochen auf der Bestsellerliste. Marc Raabe lebt mit seiner Familie in Köln. (Quelle: Ullstein)

Das Buch: In der Kuppel des Berliner Doms hängt eine grausam zugerichtete Tote mit schwarzen Flügeln: Es ist die prominente Dompfarrerin Dr. Brigitte Riss. Um den Hals trägt sie einen Schlüssel. In den Griff ist die Zahl 17 geritzt. Tom Babylon vom LKA will diesen Fall um jeden Preis. Denn mit diesem Schlüssel verschwand vor vielen Jahren seine kleine Schwester Viola. Doch Tom bekommt eine unliebsame Partnerin für die Ermittlungen. Die Psychologin Sita Johanns fragt sich schon bald, wer in diesem Fall mehr zu verbergen hat: Tom oder der Mörder, der sie beide erbarmungslos vor sich hertreibt. (Quelle: Ullstein)

Fazit: Im Grunde müsste ich mich zu Beginn eigentlich erst mal in aller Form bei Kai Meyer dafür entschuldigen, dass ich schon wieder nicht sein neues Buch rezensiere. Da mir aber nach Science-Fiction im Allgemeinen und Space Opera im Speziellen nicht so der Sinn steht, verschiebt sich das alles ein wenig. Ich bin sicher, Herr Meyer wird es verschmerzen.

Ich könnte auch alternativ zu Beginn über den fürchterlichen „Spiegel-Bestseller“-Aufkleber wettern, der sich da quer über das ansonsten in schwarz und silber gehaltene Cover zieht, was einerseits unnötig und andererseits farblich absolut unpassend ist.

Ich könnte mich aber auch einfach mit Marc Raabes neuem Buch beschäftigen.

Der Autor teilt seinen Thriller in 28 Kapitel größtenteils überschaubarer Länge zuzüglich Prolog und Epilog. Zu Beginn der Handlung wechseln sich heutige Abschnitte ab mit solchen, in denen Geschehnisse von 1998 geschildert werden, die ihre Auswirkungen bis in die aktuelle Handlung zeigen. Diese Rückblicke werden mit der Zeit seltener und finden im letzten Viertel des Buches gar nicht mehr statt.

Die heutigen Ereignisse erzählt Raabe aus der Sicht wechselnder Personen, häufig jedoch aus der seiner Protagonisten Tom Babylon und Sita Johanns.

Sprachlich bewegt sich der Autor dabei auf sicherem, soliden Terrain. Ich meine mich zwar daran zu erinnern, dass etwas an einer Stelle „Sinn macht“, statt „Sinn hat“ oder „ergibt“, aber wenn das das einzige Negative ist – in einer Zeit, in Leute dauernd „etwas wegmachen“ statt „wettmachen“, „ästhetische Öle“ kaufen wollen, Buchbesprechungen beharrlich „Rezessionen“ und Dreiteiler gänzlich beratungsresistent „Triologien“ nennen – das mir über gut 500 Seiten aufgefallen ist, dann ist das wohl Jammern auf ungewöhnlich hohem Niveau. 🙂 Kurz gesagt, gibt es stilistisch und hinsichtlich des Aufbaus des Thrillers wenig Grund zur Klage.

Auch über Raabes Figuren kann ich nicht meckern. Gut, sein Protagonist hat traumatische Erfahrungen hinter sich, balanciert immer gerade so auf dem Grat der Dienstunfähigkeit entlang, verstößt regelmäßig gegen polizeiliche Ermittlungsgrundsätze und hat aufgrund seines Jobs und der damit verbundenen immensen Belastung Schwierigkeiten mit seiner Frau. Alles das unterscheidet ihn nicht wirklich von den Ermittlerfiguren skandinavischer Herkunft, die ich so abscheulich finde. Der große Unterschied ist, dass man Marc Raabe seinen Protagonisten wirklich abnimmt.

Tom Babylon wird als nachvollziehbar handelnder und denkender und vor allem auch mitfühlender Mensch dargestellt. Zum Beispiel – und jetzt kommt ein kleiner Spoiler; wer selbigen vermeiden möchte, überspringt den Rest des Absatzes – als im Laufe der Handlung während einer Schießerei eine junge Polizistin zu Tode kommt. Obwohl diese Figur eigentlich nichts wirklich Wichtiges zur Handlung beizutragen hatte, und Myriaden von Schriftstellern vielleicht so beiläufig mit einer getöteten Nebenfigur umgehen, wie man mit einer getöteten Nebenfigur eben umgeht, schafft der Autor es, diesem Charakter ein Gesicht zu verleihen, den Leser dazu zu bringen, über diese kaum bekannte Person nachzudenken. Für mich einer der ganz großen, atmosphärischen Momente in „Schlüssel 17“.

Und auch Tom Babylons „Sidekick“, so möchte ich sie mal nennen, die Psychologin Sita Johanns ist gut gelungen. Auch sie hat ein eher schweres Schicksal hinter sich, was in Verbindung mit dem ebenfalls gebeutelten Babylon fast schon ein wenig zu viel des Guten ist. Aber eben nur fast. Sita ist ebenfalls ein glaubwürdiger Charakter, über den man gerne mehr erfahren möchte.

Auch bei den Nebenfiguren gibt es wenig zu kritisieren. Irritiert war ich erst über einen Charakter, der in Rückblenden an der Seite von Babylon geschildert wurde und der in Anlehnung an den damals berühmten Rapper „Coolio“ – was macht der eigentlich heute? – eben immer „coolio“ sagte, anstelle von „cool“. Das störte mich nur insofern, als dass dieser Charakter die Angewohnheit offensichtlich heute immer noch hat. Allerdings störte mich das nur so lange, bis mir nach längerem Nachdenken bewusst wurde, dass auch ich heute noch sehr, sehr gelegentlich „Coole Sache, Parker“ sage. Die Älteren werden sich erinnern, wenn nicht, ist es auch egal. 🙂

Die Handlung ist ein komplexes puzzleartiges Konstrukt, bei dem ich den Eindruck hatte, dass jedes Einzelteil an genau der dafür vorgesehenen Stelle sitzt, bevor sich dann im Laufe der Zeit alles passend zusammenfügt. Das Mitraten hinsichtlich irgendeiner Täterschaft erübrigt sich allerdings meines Erachtens, man kommt sowieso nicht auf die richtige Lösung.

Alles in Allem gibt es also fast nichts auszusetzen am ersten Teil der Tom-Babylon-Reihe, die Raabe denn auch gekonnt mit einem großen Cliffhanger beendet, den ich etwas fies fand, weil ich bis zur letzten Seite keine Ahnung davon hatte, hier nur den ersten Teil einer Reihe zu lesen …

Der einzige Kritikpunkt liegt meiner Meinung nach im Einstieg in das Buch. Da wird eine Frau auf so äußerst blutige Art und Weise vom Leben zum Tode befördert und publikumswirksam ausgestellt, dass selbst Vlad III., seines Zeichens Woiwode des Fürstentums Walachei im 15. Jahrhundert, seine wahre Freude gehabt hätte. Ich persönlich verstehe ja immer noch nicht, warum man so etwas auf möglichst deftige Art – meistens um des reinen Effektes Willen – schildern muss, habe es aber aufgegeben, mich darüber aufzuregen. Außerdem bleibt festzuhalten, dass Jack Ketchum die ganze Szenerie wahrscheinlich noch erheblich drastischer geschildert hätte… Ich finde nur, dass „Schlüssel 17“ derartige Effekthascherei gar nicht nötig gehabt hätte.

Wertung:

Handlung: 8,5 von 10 Punkten

Charaktere: 8,5 von 10 Punkten

Stil: 9 von 10 Punkten

Spannung: 8,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8,625 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Der Reporter“ von John Katzenbach.

 

 

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Freitagsfragen # 35

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

im Brüllmausblog werden traditionell heute wieder die Freitagsfragen gestellt. Und ich bin natürlich wieder mit dabei. Die heutigen Fragen und Antworten lauten:

1.) Bist Du interessiert an Wirtschaft und Politik?

Sehr! Wobei mein Interesse an der Politik größer ist, als das an der Wirtschaft. Kritiker werden einwenden, dass das Eine ja ohnehin nicht mehr ohne das Andere geht und angesichts der Tatsache, dass Mitte letzten Jahres immer noch mehr Lobbyisten als Bundestagsabgeordnete Zugang zum Reichstaggebäude hatten – insgesamt 706 im Mai 2017 – stimmt das wohl auch.

Oh, habe ich „Lobbyisten“ gesagt? Ich  meinte natürlich „Interessenvertreter von Verbänden“. Hach ist das schön, man kann mittlerweile alles so umformulieren, dass es positiv konnotiert ist – da fällt mir der „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ wieder ein …  Na, jedenfalls, „Lobbyist“ klingt böse, aber was soll an einem „Interessenvertreter“ schon verkehrt sein? Wie vertreten schließlich doch jeder unsere eigenen Interessen. Im Gegensatz zu uns wird auf die 706 oben genannten Interessenvertreter aber auch gehört …

Wirtschaft ist also das, was passiert, während man dabei steht und einwenden möchte, dass man ja eigentlich auch eine Meinung hat. Wirtschaft ist das, was dazu führt, dass unzählige Autobesitzer nach jetzigem Stand ihre Autos auf eigene Kosten updaten müssen, weil man unmöglich den dafür zur Kasse bitten kann, der beschissen hat und deswegen dafür verantwortlich ist.

Ach, lassen wir das, ich rege mich nur wieder auf!

An Politik, abzüglich des Einflusses der Wirtschaft auf selbige, bin ich allerdings deutlich mehr interessiert. Und ich würde mir wünschen, dass es mehr Leuten so ginge, wie mir. Man muss ja nicht jeden Namen kennen oder jedes Amt- ich habe letztens auch eine Viertelstunde gebraucht, bis mir der Name Katja Kipping eingefallen ist, nach einer Reihe von „Die Dings, die Dings, na, Mensch, die Dings…“ Aber ein gewisses grundliegendes Interesse kann ja nun nicht schaden.

Dann würden nämlich wahrscheinlich weniger Leute auf das Geschwafel von Frau Weidel und das Geseier von Herrn Gauland hereinfallen. Dann müsste Herr Poggenburg nicht zurücktreten, weil er am Aschermittwoch vor leerem Haus ohne Anwesenheit jeglicher Journalisten gesprochen hätte, man sein verwirrtes Gefasel somit also gar nicht in die Welt getreten hätte.

Aber „denen da oben“ eines auszuwischen scheint einfacher zu sein, als sich zu informieren …

2.) Selber kochen oder kochen lassen?

Unbedingt kochen lassen! Wer mich vertrauensvoll in die Küche lässt, damit ich dort selbst zu Werke gehe, würde mir wohl auch das Kommando über ein Atom-U-Boot oder die Leitung der NASA-Mars-Mission anvertrauen. Beides wären ganz schlechte Ideen, wenn auch die Auswirkungen weitreichender sein dürften, als das, was ich in der Küche verbrechen könnte.

3.) Bedeuten Dir Tage wie Mutter-/Vatertag, Männer-/Frauentag, Namenstage etc. etwas?

Also, vom Muttertag mal abgesehen: Nein, eigentlich nicht. Meinen eigenen Namenstag beispielsweise kenne ich gar nicht. Also, jetzt schon, ich habe gegoogelt.

Der Weltmännertag ist mir mehr als wurscht. Außerdem liegt selbiger mit dem 3. November ausgesprochen ungünstig. Denn allerorten wird an diesem Datum, völlig zu Recht, an den Kieler Matrosenaufstand 1918, der schließlich zur Novemberrevolution und in der Folge zum Sturz der Monarchie in Deutschland führte. Von Weltmännertag redet da niemand.

Wie sieht das mit dem Internationalen Tag der Frau aus? Nun, selbiger war, wie wir alle wissen, gestern, am 08. März. Schauen wir mal in die Geschichtsbücher, um zu überprüfen, was an diesem Tag sonst so passiert ist, wird relativ schnell klar, dass die Februarrevolution 1917 das bedeutendste Ereignis an diesem Tag gewesen sein dürfte. Gut, an diesem Tag haben die Bewohner Maltas auch über den Beitritt in die Europäische Union entschieden, aber sind wir – bei allem Respekt vor Malta – mal ehrlich: Die Februarrevolution hatte schon weitreichendere Folgen.

Nur: Über die spricht hierzulande kein Mensch!

Die Daten des Frauen- bzw. Männertags stellen also eine massive Benachteiligung der Männer dar, die ich anprangere und wegen der ich beantragen werde, den Internationalen Tag der Frau auf den 8. Mai zu verlegen.

So!

4.) Die Wahl der Qual: 3 Tage nicht schlafen können oder einen schönen Tag verpennen?

Drei Tage ohne Schlaf? Mir wäre ja schon alle drei Stunden nach einem Nickerchen! Nee, nee, drei Tage ohne Schlaf funktioniert nicht ohne Gefahr für Leib und Leben der Menschen in meinem Umfeld. Lieber verschlafe ich einen schönen Tag, der nächste kommt bestimmt!

So weit, so gut, geneigte Leserschaft. Ich wünsche allseits noch einen schönen Restfreitag und einen guten Start in ein hoffentlich schönes Wochenende!

Gehabt euch wohl!

„Die Gabe“ von Naomi Alderman – Als Gott den Mann schuf, übte sie nur …

Buch: „Die Gabe“

Autorin: Naomi Alderman

Verlag: Heyne

Ausgabe: Paperback, 464 Seiten

Die Autorin: Naomi Alderman ist in London aufgewachsen und studierte in Oxford und an der University of East Anglia. Sie stellt bei BBC Radio 4 „Science Stories“ vor und ist Professorin für Kreatives Schreiben an der Bath Spa Universität. Als Autorin wurde sie bereits mehrfach mit Preisen für junge Autoren ausgezeichnet. Für Die Gabe wurde ihr der renommierten Baileys Women’s Prize for Fiction verliehen. Naomi Alderman lebt in London. (Quelle: Random House)

Das Buch: Es sind scheinbar gewöhnliche Alltagsszenen: ein nigerianisches Mädchen am Pool. Die Tochter einer Londoner Gangsterfamilie. Eine US-amerikanische Politikerin. Doch sie alle verbindet ein Geheimnis: Von heute auf morgen haben Frauen weltweit die Gabe – sie können mit ihren Händen starke elektrische Stromstöße aussenden. Ein Ereignis, das die Machtverhältnisse und das Zusammenleben aller Menschen unaufhaltsam, unwiederbringlich und auf schmerzvolle Weise verändern wird. (Quelle: Random House)

Fazit: Als unlängst ein – zumindest aus meiner Sicht – sprachlich doch recht unverfängliches Gedicht von Eugen Gomringer an der Wand einer Berliner Hochschule wegen des Vorwurfs des vermeintlichen Sexismus übermalt wurde, war ich, zugegeben, etwas irritiert.

Als vor etwa zwei Wochen eine Frau gegen das Fehlen der weiblichen Anrede auf Überweisungsträgern klagte, war ich, zugeben, eher genervt amüsiert. Nicht, weil ich gegen weibliche Anreden auf Überweisungsträgern und sonstigen Formularen bin, sondern u.a. weil ich nicht unbedingt den Weg der Klage gewählt hätte.

Als ich aber heute Morgen in der Zeitung von den Plänen der Gleichstellungsbeauftragten des Familienministeriums, Kristin Rose-Möhring las, die Nationalhymne „gendern“ zu wollen, hätte ich doch beinahe meine Kaffeetasse fallen lassen. Dass Frau Rose-Möhring ihren intern per E-Mail eingebrachten Vorschlag, statt „Vaterland“ „Heimatland“ und statt „brüderlich“ „couragiert“ zu benutzen, mit einem „Täte doch gar nicht weh, oder!?“ abschloss – zu dem ich mir irgendwie das affektierte, überhebliche Grinsen von Frauke Petry vorstellte -, machte sie in meinen Augen nicht sympathischer.

Nein, es täte sicherlich nicht weh – zumindest das „Vaterland“ zu streichen – das „brüderlich“ durch „couragiert“ zu ersetzen, täte mir mehr weh, auch weil die Bedeutung eine andere wäre. Aber eine Gegenfrage muss auch erlaubt sein: Hätte es wehgetan, einmal, nur ein einziges Mal etwas so zu lassen, wie es ist?

Vor meinem inneren Auge sehe ich morgens aufgeregte Sprachwächter-Thinktanks (oho, ein Anglizismus!) an Konferenztischen unter dem Vorsitz von Frau Rose-Möhring zusammensitzen, auf der Suche nach dem nächsten wehrlosen Text, den man sprachlich dem Erdboden gleichmachen kann. Eine eigene Version von Rilkes „Der Panther“ hat sich Frau Rose-Möhring ja bereits einfallen lassen, die kreativerweise „Die Pantherin“ heißt, jetzt ist halt das „Lied der Deutschen“ dran. Nächste Woche vielleicht Schillers „An die Freude“? Wäre interessant zu wissen, wie das in der gegenderten Version klingen würde …

Dabei ist mir vollkommen bewusst, dass man solche Textänderungen bereits beispielsweise in Kanada oder bei der Bundeshymne Österreichs vorgenommen hat, ohne dass dort das Chaos ausgebrochen ist. Aber dennoch: Gäbe es als Gleichstellungsbeauftragte nicht drängendere Themen? Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit? Generell Gleichberechtigung für Frauen am Arbeitsmarkt? Man könnte sich auch mal mit umfassenden Änderungen der Rente beschäftigen, deren System Jahrzehnte alt ist und auf einem Weltbild beruht – der Mann geht arbeiten, die Frau hütet die Kinder, beide bleiben ein Leben lang verheiratet -, das heute einfach nicht mehr der Lebensrealität entspricht? Ob Frau Rose-Möhrung weiß, was eine Frau heutzutage an Rente bekommt, die zwei Kinder großgezogen hat, regelmäßig „nur“ halbtags beschäftigt war und sich in einem Alter hat scheiden lassen, in dem es schwer war, auf dem Arbeitsmarkt im Rahmen einer Vollzeitstelle überhaupt wieder Fuß zu fassen? Ich könnte es ihr sagen: Einen Scheiß, mit Verlaub!

Stattdessen könnte man sich aber eben auch mit der Entwicklung einer absolut keimfreien Sprache beschäftigen. Umgekehrt fordere ich dann halt auch, dass ich England nicht mehr das „Mutterland des Fußballs“ nennen muss, dass keine „Tochtergesellschaften“ mehr gegründet werden dürfen, oder dass sich die Fraunhofer-Gesellschaft dich bitte in „Menschnhofer-Gesellschaft“ umbenennt! Und kommt mir nicht damit, dass diese Gesellschaft sprachlich nichts mit Frauen zu tun hat, sondern nach Joseph von Fraunhofer benannt ist, sonst komme ich der Gleichstellungsbeauftragten damit, dass „couragiert“ französischen Ursprungs ist!

Wahlweise könnte ich ihr auch vorschlagen, „Das Lied der Deutschen“ einfach auf die zweite Strophe auszudehnen, die enthält schließlich „Deutsche Frauen“  und – ach, komm, lass´!

Kommen wir stattdessen nach dieser langen, nun ich möchte es mal wohlwollend „Einleitung“ nennen zum eigentlichen Grund, meines Geschreibsels, nämlich zum Roman „Die Gabe“ von Naomi Alderman.

5.000 Jahre nach unserer Zeitrechnung beginnt das Buch mit einem Briefwechsel zwischen den Autoren Neil und Naomi. Neil hat ein Buch geschrieben, indem er thematisiert, wie es zu dem „Tag der Mädchen“ kam und dazu, dass in der Folge nahezu alle Frauen über die „Gabe“ verfügten, die dazu führte, aus unserer patriarchalischen Gesellschaft der Jetzt-Zeit in eine matriarchalische zu gelangen.

Neils Buch macht dann den eigentlichen Text von „Die Gabe“ aus. Dabei wird die Handlung aus der Sicht von fünf unterschiedlichen Hauptfiguren geschrieben. Die einzelnen Kapitel sind in der Länge überschaubar und lassen sich aufgrund des schnörkellosen unkomplizierten Stils schnell weglesen. Etwa in der Mitte des Buches bricht Alderman die Struktur ihres Romans etwas auf, indem Chat-Protokolle, Archivdokumente und Ähnliches abgedruckt ist. Das soll dem Roman offenkundig etwas Authentizität verleihen, was aus meiner Sicht nicht so wirklich gut gelingt, die entsprechenden Abschnitte haben mir aber dennoch gut gefallen. Kurz danach nimmt Alderman die angestammte Struktur wieder auf und behält sie bis zum Schluss bei. Lediglich die Kapitel werden zum Ende hin kürzer, was das zunehmende Tempo der Geschichte gut verdeutlicht.

Die Protagonisten werden sicherlich von der einen oder anderen Leserin bzw. dem einen oder anderen Leser kritisch beäugt, weil man ihnen vorwirft, dass man sie nicht sympathisch finden und nur bedingt mit ihnen mitfiebern kann. Und das stimmt auch. Lediglich der Journalist Tunde taugt als Sympathieträger, alle anderen – übrigens ausnahmslos weiblichen ( ich wollt´s nur gesagt haben) – Charaktere sind entweder von Anfang an verabscheuungswürdig oder entwickeln sich im Laufe der Handlung dazu. Exemplarisch sei da die Politikerin Margot erwähnt, die auf Seite 99 sagt: „Die Fähigkeit, Schmerzen zuzufügen, ist eine ganz besondere Art von Reichtum.“

Mir persönlich ist ja immer relativ egal, ob ich mit einem Protagonisten mitfühlen kann, ob ich ihn sympathisch finde, so lange er – ja, oder sie – gut gezeichnet ist und nachvollziehbares Handeln an den Tag legt. Und das ist in „Die Gabe“ eigentlich für fast alles handelnden Personen der Fall, lediglich eine Nebenfigur, die später Staatspräsidentin der Republik Moldau wird, erinnert im Laufe ihrer Entwicklung irgendwie an den späten Adolf Hitler. Und schon der frühe lief ja nicht rund, wie wir alle wissen. Will sagen: Diese Figur wirkt deutlich überzeichnet, hier hat Naomi Alderman den Bogen ein wenig überspannt.

Die Geschichte selbst kann nach einer gewissen Anfangsphase – man muss sich an das Szenario, dass Frauen jetzt ganz plötzlich in der Lage sind, Blitze zu verschießen und auch sonst allerlei Unfug mit ihren elektrischen Fähigkeiten zu machen, erst gewöhnen – durchgehend überzeugen und wird im Laufe der Handlung zunehmend besser und überzeugender. Dabei hat Alderman weniger den moralischen Zeigefinger erhoben, als man es vielleicht erwarten könnte. Und sie verbreitet auch keine sensationellen neuen Erkenntnisse. Nein, aber sie führt einen interessanten Perpektivwechsel durch, indem sie die Frauen zum starken Geschlecht macht und dann darüber sinniert, wozu so etwas weltweit denn führen könnte. Und das macht durchaus Spaß zu lesen.

Andernorts habe ich gelesen, dass man Aldermans „Die Gabe“ wohl weniger aufmerksam betrachten würde, wenn die Veröffentlichung nicht zu Zeiten von #metoo (und nervtötenden Gender-Diskussionen…) erfolgt wäre. Das halte ich, mit Verlaub, für Unsinn, denn ein Buch wie dieses war eigentlich schon längst überfällig und hätte schon vor 20 Jahren funktioniert.

Ein guter, lesenswerter Roman!

Wertung:

Handlung: 9 von 10 Punkten

Charaktere: 8 von 10 Punkten

Stil: 8,5 von 10 Punkten

Kreativität: 9 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8,625 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: Eigentlich war Kai Meyer schon vor Naomi Alderman eingeplant, aber Dinge ändern sich. Demnächst gibt es aber wirklich „Die Krone der Sterne: Hexenmacht“.

Freitagsfragen #34

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Einen schönen guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

auch heute gibt es wieder die Freitagsfragen im Brüllmausblog, auch wenn die aus Zeitgründen etwas kürzer ausfallen als sonst. Die Fragen, nicht die Antworten. Obwohl, vielleicht doch, man wird sehen. Inwieweit die Antworten auf die heutigen Fragen einen wirklichen Erkenntnisgewinn für meine Leserschaft darstellen, wird man auch sehen.

1.) Chips oder Schokolade?

Chips! Eindeutig Chips! Es ist nicht so, dass ich überhaupt keine Schokolade mag, auch wenn sich meine Vorlieben diesbezüglich im Wesentlichen auf Zartbitter- und Chili-Schokolade beschränken, aber meine Affinität zu Chips bzw. salzigem Knabberkram allgemein ist ungleich größer.

Ich kenne auch nicht das Gefühl des „Ich muss jetzt unbedingt Schokolade essen!“, wohingegen mir der Gedanke „Chips wären jetzt das Richtige!“ nicht fremd ist. Die lösen zwar auch keine Probleme, aber das tun Äpfel ja ebenfalls nicht.

Chips mögen ernährungswissenschaftlich zwar Mist sein, das ist mir persönlich aber, wie so vieles andere, vollkommen egal.

2.) Tee oder Kaffee?

In den Wochen vor Weihnachten ist mein Teekonsum gegenüber sonst sprunghaft angestiegen, ansonsten beschränke ich mich aber fast ausschließlich auf Kaffee.

Merke: Dieser spricht sich übrigens mit Betonung auf dem „a“, ich kriege immer wieder die Krise, wenn – insbesondere Werbetreibende in Radio und Fernsehen – mir das Zeug als Kaffeeeee, verkaufen wollen! Wenn man es auf dem „ee“ betont, handelt es sich um ein „Café“, also quasi um ein Kaffeehaus, ein Gaststätte, in der Heißgetränke serviert werden. Das musste wieder mal gesagt werden!

Bezüglich dieses Heißgetränks muss ich persönlich allerdings aufpassen, es mengenmäßig nicht zu übertreiben. Ansonsten verabschiedet sich mein Kreislauf nämlich in Höhen, in denen er nichts verloren hat. Ich wundere mich nach wie vor, wie Menschen literweise Kaffee in sich reinschütten können, ohne diese Probleme zu bekommen.

Nur wenn es sich um Instant-Kaffee handelt, vertrage ich auch mal eine Tasse mehr.

Instant-Kaffee mag zwar ernährungswissenschaftlich Mist sein, das ist mir persönlich aber, wie so vieles andere, vollkommen egal.

3.) Großraumdisko oder Kneipe?

Kneipe! Und zwar aus drei Gründen.

Erstens bin ich lieber in kleiner Gesellschaft, als in großer. Wenn ich also die Wahl habe, treffe ich mich lieber mit einer Person, als mit vielen. Das geht in einer Kneipe einfach besser. Denn:

Zweitens ist es mir in einer Großraumdisko zu laut. Immer schon gewesen. Darüber hinaus schrammt die dort gespielte Musik zumeist nur knapp an der Grenze des für mich Erträglichen vorbei. Und tanzen gehört nicht gerade zu meinen Kernkompetenzen, ich habe daher schon in den 90ern mehr als Jackenaufpasser getaugt.

Lebhaft erinnere ich mich an einen Diskobesuch, es muss ziemlich genau Mitte der 90er gewesen sein. Aus den Boxen dringt ohrenbetäubender Lärm, der von vielen der sonstigen Anwesenden offensichtlich als Musik definiert und identifiziert wird. Eine mir unbekannte Stimme brüllt: „Hyper, hyper …“ aus den Lautsprechern, woraufhin ich dem rechts neben mir sitzenden Kumpel, der augenscheinlich schon auf dem Weg zur Tanzfläche ist, eine berechtigte sowie verwirrte Frage stelle.

Ich: „Wat is dat denn?“

Er: „Kennste nich´? Dat is „Hyper, hyper“!“

Ich: „Tschuldigung, WAT is dat?“

Er: „Na, „Hyper, hyper“ eben! Von „Scooter“!“

Ich: „Wat soll dat denn heißen?“

Er: „Dat is´ doch scheißegal, dat is´geil!“

Ich: „Ich geh´ mir noch ´n Bier holen …“

Beide gehen ab, der eine zur Tanzfläche, der andere zur Theke, denn: Nee, dat ist nich geil! War es nicht, isses nicht und wird es nie sein!

Drittens: In einer Kneipe ist die Auswahl an alkoholischen Getränken ungleich größer und zugleich günstiger.

Alkoholische Getränke mögen aus ernährungswissenschaftlicher Sicht zwar Mist sein, gelegentlich ist mir das persönlich aber, wie so vieles, vollkommen egal.

4.) Die Wahl der Qual: Eingeschneit in den Sibirischen Bergen oder ausgesetzt in der Sahara?

Ich nehme aus zwei Gründen die Sahara.

Erstens, ich erwähne das häufiger, weil mir lieber zu warm ist als zu kalt.

Und zweitens: Wenn man mich in den Bergen Sibiriens auffindet und sich die russischen Behörden mit mir beschäftigen, werden sie mich gründlichst durchleuchten. Und ich bin mir sicher, irgendwann einmal etwas über Herrn Putin in meinem Blog geschrieben zu haben …

Über den sich auch Wladimir Kaminer wundert, dass er, Putin, nun bald schon zum vierten Mal zur Wahl des Präsidenten antritt, obwohl die russische Verfassung eigentlich nur zwei Amtszeiten vorsieht. Wobei hintereinander hier das Zauberwort ist, zwei Amtszeiten hintereinander. Sollte er nun wiedergewählt werden, woran ja nun keinerlei ernsthafter Zweifel besteht, hat er es in seinen dann insgesamt vier Amtszeiten, die ja nun mittlerweile auch sechs statt vier Jahre lang sind, auf satte 20 Jahre Präsidentschaft gebracht. Sogar ganze Hundertschaften an Monarchen hatten im Laufe der Geschichte kürzere Amtszeiten. Na, und außerdem hat er dann ja nochmal sechs Jahre, um die Verfassung auf „vier Amtszeiten hintereinander“ ändern zu lassen, von denen dann jede einzelne acht Jahre dauert. Man darf gespannt sein …

Jedenfalls, sollte man mich dort also durchleuchten, käme man vielleicht noch auf den Gedanken, mir regierungskritische Äußerungen vorzuwerfen und mich niemals wieder rauszulassen. Deshalb: Sahara!

 

Damit lasse ich es heute dann mal bewenden. Ich wünsche Euch einen schönen Restfreitag und einen guten Start in ein hoffentlich schönes Wochenende!

Gehabt euch wohl!

 

„Kalte Angst“ von Arno Strobel – Mäßige Fortführung

Buch: „Kalte Angst“

Autor: Arno Strobel

Verlag: Fischer

Ausgabe: Taschenbuch, 368 Seiten

Der Autor: Arno Strobel ist ein 1962 in Saarlouis geborener deutscher Schriftsteller. Strobel studierte Versorgungstechnik und Informationstechnologie und war einige Jahre als IT-Unternehmensberater tätig. Anschließend arbeitete er in Luxemburg im Bereich Internet und Intranet bei einer großen deutschen Bank.

Strobel begann als eine Art Spätberufener erst mit fast 40 Jahren mit dem Schreiben, er schrieb Kurzgeschichten für Internetforen. Diese fanden immer häufiger den Weg in Zeitungen, Zeitschriften und Anthologien, so reifte der Entschluss, einen ersten Roman zu schreiben.

Nachdem er von den zwanzig größten Verlagen Deutschlands ausschließlich Absagen bekam, gründete Strobel mit zwei Freunden trotzig einen Verlag und verlegte seinen Erstlingsroman „Magus – Dir Bruderschaft“ in einer Auflage von 1.000 Stück selbst. Durch glückliche Fügung gelangte er damit schließlich doch in das Visier der Verlage und entschied sich im Jahr 2014, hauptberuflich als Autor tätig zu sein.

Strobel veröffentlichte bisher 13 Bücher, dazu zwei Jugendbücher und eine Reihe Kurzgeschichten.

Der Autor lebt mit seiner Frau und drei Kindern in der Nähe von Trier.

Das Buch: Oberkommissar Max Bischoff traut seinen Ohren nicht, als ihn der Leiter der Klinik für Forensische Psychiatrie in Langenfeld anruft und ihm mitteilt, dass er wichtige Informationen zu einem aktuellen Fall hat. Einem Fall, der Max Bischoff und seinem Partner Horst Böhmer nichts als Rätsel aufgibt. Denn scheinbar wahllos dringt ein Unbekannter, der sein Gesicht unter einer Fliegenmaske verbirgt, nachts in Wohnungen und Häuser ein. Er überwältigt die Bewohner und lässt jedes Mal nur einen Überlebenden zurück. Und eine Botschaft: „Erzähl es den anderen.“
Und jetzt der Anruf aus der Langenfelder Psychiatrie. Siegfried Fissmann, einer der Patienten dort und selbst ein verurteilter Mörder, sagt diese Morde genau voraus. Bischoff bleibt nichts anderes übrig, als sich auf Fissmann einzulassen, wenn er verhindern will, dass noch weitere Menschen sterben. Auch wenn das bedeutet, dass er selbst an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit gerät … (Quelle: Fischer)

Fazit: Entgegen meiner sonstigen Überzeugung griff ich im letzten Jahr mit „Tiefe Narbe“ doch mal wieder zu einem Buch von Arno Strobel. Davor hatte ich mit dem Werk des Schriftstellers lange Jahre so meine Probleme, weil ich Bücher wie „Das Skript“ wirklich grenzwertig widerlich finde und ich allgemein keine so wahnsinnig große Affinität zu blutiger Mord- und Totschlag-Literatur habe. „Tiefe Narbe“ konnte mich aber wider Erwarten überzeugen, weswegen ich nicht umhin konnte, den nächsten Teil der Reihe rund um den Düsseldorfer Oberkommissar Bischoff zu lesen. Dieser überzeugte mich aber weit weniger.

Spannenderweise war der größte Kritikpunkt, den ich sonst bei Büchern von Strobel anbringe, nämlich diese unnötige Gewalt und Blutrünstigkeit um der Gewalt und Blutrünstigkeit willen, diesmal gar nicht so schlimm. Was darauf hindeutet, dass ich diesbezüglich entweder abgestumpft bin, oder mich die, auch in „Kalte Angst“ durchaus vorhandenen, brutalen Szenen irgendwie weniger erreichten.

Dabei macht der Autor eigentlich vieles genau so wie in seinem Erstling rund um den Polizisten Bischoff. Auch in „Kalte Angst“ wechseln sich die Szenen der Ermittlung mit Bischoff und Böhmer ab mit kursiv gedruckten Kapiteln, in denen die Morde aus der Sicht der Überlebenden geschildert werden. Und auch wenn diese Mordszenen mich offensichtlich weniger geschockt haben als sonst, sind sie durchaus harter Stoff. Wer beispielsweise pubertierende Kinder hat oder wer sich ansonsten gerade nicht sonderlich stabil fühlt, der sollte vielleicht vorübergehend etwas anderes lesen und im Sommer, wenn die Sonne scheint, nochmal auf Strobel zurückkommen.

Auch abseits dieser Gewaltszenen versucht Strobel augenscheinlich, vieles so zu machen, wie im Vorgänger. Aber irgendwie will ihm das aus meiner Sicht nicht gelingen. So wird der Autor beispielsweise wahrscheinlich nicht mehr zum größten Stilisten auf Gottes weiter Erde und das ist auch gar nicht schlimm. Aber in „Tiefe Narbe“ überzeugten wenigstens der Stil allgemein sowie die Dialoge und die Sticheleien zwischen dem Gespann Bischoff/Böhmer. Diese Sticheleien fallen in „Kalte Angst“ fast völlig weg, was, zugegeben, auch den Ereignissen aus dem ersten Teil geschuldet ist und der daraufhin folgenden Psycho- und Medikamententherapie, der sich Bischoff unterzieht. Da möchte man den labilen Kollegen nicht vielleicht noch zusätzlich ärgern. Aber dennoch: Da fehlt etwas. Auch die Dialoge allgemein schwächeln unerklärlicherweise.

Darüber hinaus lässt der Autor seine Figuren zwischendurch Gedanken äußern, die meiner Meinung allerhöchstens das Niveau von polemischem Stammtischgeblubber erreichen, das seine Charaktere ob der Wirkung mal eben unreflektiert nachplaudern.

„Erfahrene Kollegen hatten ihm bereits prophezeit, dass der Moment kommen würde, in dem er am Sinn seines Berufes zweifelte. weil die Polizei durch die Gesetze derart geknebelt war, dass man das Gefühl bekommen konnte, der Schutz der Täter und ihrer Rechte hätten Vorrang vor dem Schutz der Opfer.“ (S.  162)

Sowas kann man natürlich immer gut anbringen in Zeiten von „Das wird man doch wohl noch sagen dürfen“-Diskussionen, und das mag im Einzelfall auch zutreffen, ich persönlich empfinde das aber eben als das bereits erwähnte Stammtisch-Geblubber. Es ist aber auch ein Ärger, dass den Polizisten hierzulande nicht jederzeit ein „Klappspaten frei“ erlaubt ist …

Und Strobel führt die Gedanken seines Protagonisten noch weiter:

Und selbst wenn ein Mörder überführt worden war, war noch lange nicht sichergestellt, dass dieser auch seine Strafe erhielt, weil irgendein findiger Rechtsanwalt vielleicht eine Gesetzeslücke fand, durch die sein Mandant schlüpfen konnte. (S. 162)

Ich bin kein Jurist, halte aber Gesetzeslücken bei Mord für relativ unwahrscheinlich. Ich habe auch keine Statistik über die Anzahl von Verfahrensfehlern bei Mordprozessen gefunden, halte aber auch diese Zahl für relativ gering. Was ich gefunden habe, ist eine Statistik zur Sicherungsverwahrung, aus der hervorgeht, dass die Anzahl der in Sicherungsverwahrung befindlichen Strafgefangenen in Deutschland von 340 im Jahre 2005 auf 549 im Jahre 2017 – und somit um etwa 61 % – zugenommen hat, Kuscheljustiz kann man daher wohl niemanden unterstellen. Auch wenn die papierne und fälschlicherweise als Zeitung bezeichnete Rohstoffverschwendung mit den vier großen Buchstaben sich nicht entblödet, in großen Lettern „SPERRT IHN ENDLICH FÜR IMMER WEG!“ zu fordern, unter Abdruck des Bildes und Klarnamens der betreffenden Person. Qualitätsjournalismus …

Neben den Schwächen im Stil und den Charakteren, die ich mir nach wie vor nicht erklären kann und die mich auch irgendwie ärgern, bliebe da noch die Handlung. Und die wiederum ist durchaus spannend. Die Auflösung bezüglich der Täterschaft weiß wirklich zu überraschen. Weniger überraschend als das „Wer“ ist allerdings das „Warum“! Ich kritisiere immer und immer wieder, dass man in der heutigen Spannungsliteratur keine wirklich ausgefeilten Antagonisten bzw. Bösewichte mehr bekommt. Die pösen Purschen als solche teilen sich in zwei Lager auf. Da gibt es einmal die, die böse sind, weil sie eben böse sind. Und dann gibt es noch die, wie in „Kalte Angst“. Mehr werde ich natürlich nicht verraten, aber die Begründung entlockte mir dann doch mal wieder ein augenrollendes „Och, nööö!“.

Abschließend kann man sagen, dass all das im Gesamtpaket „Kalte Angst“ nicht zu einem schlechten Buch macht. Arno Strobel-Fans und Fans von spannenden, blutigen Thrillern können gerne zugreifen. Aber all das macht „Kalte Angst“ zu einem Buch, das noch so viel mehr und so viel besser hätte sein können. Schade! Vielleicht hat man ja mit dem dritten Teil mehr Glück, dieser erscheint im Februar 2019.

Wertung:

Handlung: 8 von 10 Punkten

Charaktere: 6,5 von 10 Punkten

Stil: 7 von 10 Punkten

Spannung: 8 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 7,375 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Die Krone der Sterne: Hexenmacht“ von Kai Meyer.

 

 

 

Freitagsfragen #33

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

es ist schon wieder Freitag, was bedeutet, dass es Zeit ist für eine neue Runde Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog. Irgendwie merke ich an den Freitagfragen ganz besonders, wie die Zeit verfliegt. Und da soll es Leute geben, die sich Gedanken darüber machen, wie sie selbige – also die Zeit – „vertreiben“ könnten oder gar darüber – moralisch völlig verwerflich – wie sie sich „totschlagen“ ließe. Mir würde es momentan schon reichen, sie ein wenig anzuhalten, was aber wohl genau so wenig funktioniert, wie das totschlagen. Sei´s drum! Die heutigen Fragen und Antworten lauten:

1.) Was ist das Ungewöhnlichste, das DU einmal gesehen hast?

Das ist eine sehr gute Frage, bei der ich auf die Antworten der anderen Mitstreiter der Freitagsfragen sehr gespannt bin, denn: Ungewöhnlich? Hmmm…

Also, ich bin ja im südlichen Niedersachsen beheimatet, dort, wo man die Bewohner des nahegelegenen Ostwestfalen-Lippe früher noch gerne als „Nordrhein-Vandalen“ bezeichnet hat – na, eigentlich alle Bewohner NRWs – und wo eine derartige ländliche Idylle herrscht, dass sogar schon Hannover von Einigen als Sündenpfuhl betrachtet wird. Und wer mal da war, wird wissen, dass einem bei Hannover viele Begriffe in den Kopf kommen, „Sündenpfuhl“ als solcher aber eigentlich erst mal nicht.

Will sagen: Hier läuft das Leben so gewöhnlich ab, wie es nur möglich ist.

Sogar so gewöhnlich, dass mir schon solche Zeitungsartikel wie der in der heutigen Tageszeitung ungewöhnlich erscheinen, in dem darauf eingegangen wurde, dass sowohl Lena Meyer-Landrut als auch Jennifer Lawrence sich kürzlich ob ihrer Kleiderwahl einer öffentlichen Anfeindung ausgesetzt sahen. Frau Meyer-Landruth stand mit einem, zugegeben, recht tief ausgeschnittenen Kleid, auf dem roten Teppich der Berlinale, Frau Lawrence dagegen in einem, sagen wir mal, Corsagenkleid (Versace, übrigens) – oder wie auch immer der richtige Fachterminus für dieses Outfit ist – in Gesellschaft einiger männlicher Schauspielkollegen auf einem Londoner Hausdach. Und dort war es augenscheinlich recht kühl, denn die männlichen Begleiter trugen alle Mäntel – nur Jennifer nicht.

Nun habe ich – natürlich rein aus Recherchezwecken *hüstel* – beide Bilder gesehen und fand sie eigentlich außerordentlich ansprechend. Auch wenn meine Meinung natürlich keinen allgemeingültigen Maßstab darstellt.

Andere Menschen sahen das aber offensichtlich anders. Im Zusammenhang mit Frau Landrut wurde da auf #metoo hingewiesen, und auch die Kleiderwahl von Frau Lawrence wird ob ihres sonstigen Einsatzes für Gleichberechtigung kritisch beäugt.

Offensichtlich kann frau heute nicht mehr gleichzeitig für Frauenrechte und Gleichberechtigung sein und sich hübsch anziehen.

Nun, aber ich will auch gar keine Emanzipationsdiskussion vom Zaun brechen – angesichts der Tatsache, dass mittlerweile gegen Überweisungsformular-Vordrucke geklagt wird und ich zur Zeit „Die Gabe“ von Naomi Alderman lese, tue ich das wahrscheinlich noch früh genug …

Außerdem könnte man mir vorwerfen, dass ich mich zunehmend vom Thema entferne. Dieser Vorwurf wäre natürlich vollkommen unbegründet, denn um sich von einem Thema zu entfernen, müsste man ja erst mal eines gehabt haben!

Etwas Ungewöhnliches also… – nein, also irgendwie will mir nichts einfallen – außer das Pferd an der Bushaltestelle:

Ich befand mich vor einigen Jahren im Auto und in angenehmster Gesellschaft. Und auf dem Wege von A nach B kamen wir an einer Bushaltestelle vorbei. Mit einem Wartehäuschen. So eines aus Stein, blickdicht, festgemauert in der Erden. Und daneben stand: Ein Pferd! Offensichtlich hielt der Besitzer der Pferdes selbiges am Zügel und saß auf der Bank im Wartehäuschen. Den konnte man von unserer Position aus erst nicht sehen. Man sah nur das Pferd, das den Eindruck erweckte, als würde es, na ja, auf den Bus warten eben. Gut, man muss vielleicht dabei gewesen sein, aber wir haben herzlich gelacht. 🙂

Ungewöhnlich genug?

2.) Teilst Du gerne?

Natürlich! Vor allem Leid, denn geteiltes Leid… 😉 Nein, mal im Ernst, eigentlich teile ich recht gerne. Diese Aussage gilt allerdings ausdrücklich nicht für Bücher! Es gibt nur so zwei bis maximal drei Personen, denen ich gerne und guten Gewissens Bücher leihe, mithin also quasi mit anderen teile.

Auch, weil ich weiß, dass ich selbst recht schlecht darin bin, geliehene Bücher wieder zurückzugeben. So müssen sich heute noch ein Buch von Jojo Moyes, sowie etwa zwei von Markus Heitz in meinem Besitz befinden, wo sie eigentlich so gar nichts mehr verloren haben.

(Und ja, Du bekommst sie schon noch zurück! 🙂 )

3.) Erkennst Du Lügen gut?

Nein, ich denke nicht. Oder ich werde von meinen Mitmenschen nie angelogen, was ich angesichts der Tatsache, dass der Mensch statistisch mehrmals am Tag lügt, für recht unwahrscheinlich halte. Es wird ja so kolportiert, dass wir bis zu 200 Mal am Tag lügen, Belege dafür finden sich aber nicht. Wesentlich wahrscheinlicher ist die Zahl von etwa zwei Lügen am Tag.  Zumindest kommt ein Team von Forschern aus den USA, Belgien, den Niederlanden und Deutschland auf diese Zahl. Und diese zwei Lügen sind in erster Linie das, was die Wissenschaft sogenannte „weiße Lügen“ nennt, also harmlose Flunkereien, die zur Konfliktvermeidung eingesetzt werden. Beispielsweise auf die Frage: „Sehe ich in diesem Kleid dick aus?“, denn sind wir doch mal ehrlich: Darauf gibt es keine einzige richtige Antwort! 🙂

4.) Die Wahl der Qual: All Deine Schuhe sind plötzlich zu klein oder Dein Bett ist geschrumpft?

Nun, ich bin selbst etwas untergroß und bin morgens schon in diversen zusammengerollten Haltungen wach geworden, bei denen jeder Orthopäde mit schmerzverzerrtem Gesicht scharf die Luft zwischen den Zähnen einziehen würde. Insofern könnte ich in einem geschrumpften Bett ganz gut überleben, also nehme ich das.

 

So weit, so gut, geneigte Leserschaft. Ich wünsche allseits einen guten Einstieg in ein schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl!

„Kennen Sie diesen Mann?“ von Carl Frode Tiller – Spannendes Psychogramm

Buch: „Kennen Sie diesen Mann?“

Autor: Carl Frode Tiller

Verlag: btb

Ausgabe: Taschenbuch, 351 Seiten

Der Autor: Carl Frode Tiller, geboren 1970, ist ein norwegischer Autor, Historiker, Musiker und Komponist. Er gilt als Meister der psychologischen Zwischentöne. Seine Romane sind vielfach preisgekrönt und in 16 Sprachen übersetzt. „Kennen Sie diesen Mann?“ ist der erste Teil einer Trilogie um den gedächtnislosen David. Die deutsche Ausgabe der Fortsetzung „Wer du heute bist“ erscheint am 09.07.2018. (Quelle: btb)

Das Buch: David hat sein Gedächtnis verloren. Er weiß nicht mehr, wer er ist. In einer Zeitungsanzeige fordert er Verwandte und Bekannte auf, ihm einen Brief zu schreiben, um ihm seine Erinnerungen zurückzugeben. Und er bekommt Antworten auf seine Fragen. Aber will er die wirklich hören? Denn sie sind ganz unterschiedlicher Art und nicht immer schön. Sein Jugendfreund Jon, ein Musiker, der gerade den Halt zu verlieren scheint, meldet sich. Sein Stiefvater Arvid, ein Pfarrer, der auf den Tod wartet. Und seine Jugendliebe Silje, eine Frau mittleren Alters, die möglicherweise gerade im Begriff ist, aus ihrer Ehe auszusteigen. Die Briefe geben ihnen allen die unerwartete Chance, von ihrem eigenen Leben zu erzählen, während sie zugleich Davids Geschichte einkreisen. Aber wer ist David wirklich? (Quelle: btb)

Fazit: Ich gebe zu, ich habe mittlerweile ein mächtiges Problem mit dem Thema Gedächtnisverlust in Büchern. Diese „Idee“, so möchte ich das mal wohlwollend nennen, wurde eine Zeit lang derartig inflationär  verwendet, dass sogar Autorinnen und Autoren wie Ursula Poznanski und Dan Brown ihr nicht mehr ausweichen konnten, und sich vermutlich quasi gezwungen sahen, wie ich ebenso wohlwollend annehme, sie ebenfalls zu verwenden.

Dabei ist an dieser Idee eigentlich gar nicht so viel auszusetzen. Wenn man sie denn richtig umsetzt. So wie Carl Frode Tiller.

David hat also sein Gedächtnis verloren. Und auf Anraten seines Arztes versucht er, über eine Zeitungsannonce, Freunde und Bekannte dazu zu animieren, ihm Briefe zu schreiben, um seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Der Witz dabei: David, der eigentliche Protagonist, taucht über die gesamte Dauer von „Kennen Sie diesen Mann?“ nicht ein einziges Mal auf.

Stattdessen lässt Tiller dessen Freunde und Familie zu Wort kommen. Der Autor teilt seinen Roman in drei Teile, die jeweils aus Briefen von seinem Jugendfreund Jon, seinem Stiefvater Arvid und seiner Jugendliebe Silje bestehen sowie aus Abschnitten, in denen wir diese drei Personen in ihrem heutigen Leben begleiten. Dabei bekommt man als Leser nicht nur ein umfangreiches Bild davon, wer die Person David denn nun ist – und es wird nicht verwundern, dass alle drei Personen ein leicht abweichendes Bild von ihm zeichnen -, man bekommt auch einen intensiven Einblick in die drei Erzähler selbst sowie ihr Verhältnis und ihre Meinung zueinander. Und mehrfach ist man geneigt, seine eigentlich bereits feststehende Meinung zu einer bestimmten Person zu überdenken und ggf. zu revidieren.

Diese Erzählweise macht aus „Kennen Sie diesen Mann?“ ein spannendes Psychogramm, deren Einzelteile sich erst im Laufe der Schilderungen von Jon, Arvid und Silje erschließen. Ein Spannungsbogen als solcher bleibt dabei weitgehend aus, aber hat man sich einmal an die Erzählweise und den ebenfalls ausbleibenden gedächtnislosen Protagonisten gewöhnt, entwickelt Frodes Roman eine bemerkenswerte Sogwirkung, der ich mich nicht nur schwer entziehen konnte, sondern das auch gar nicht wollte.

Diese Wirkung wird durch Tillers lesenswerten Stil noch vertieft. Sind die Briefe der drei Erzähler alle recht gut lesbar gestaltet, so hat der Autor jedem seiner Erzähler eine ganz individuelle Erzählstimme verliehen, wenn es um die Schilderung der heutigen Erlebnisse geht. Dabei ist der Teil, in dem der Leser Arvid im Krankenhaus begleitet, noch am einfachsten zu lesen – wenn auch inhaltlich schwer verdaulich -, während Jon durch einen SMS-haften Stil auffällt und weitgehend auf Nebensächlichkeiten wie Personalpronomen verzichtet. Wirkliche Probleme hatte ich nur bei den geschilderten Unterhaltungen bzw. Auseinandersetzungen zwischen Silje und ihrem Mann. Dass dort wörtliche Rede nicht mehr als solche gekennzeichnet wird, hat man relativ schnell verarbeitet. Dass aber nahezu jeder Satz mit „sage ich“ oder „sagt er“ beendet wird, hat dagegen – ebenfalls relativ schnell – einen recht störenden Effekt. Ich habe wenig Probleme damit, wenn jemand im persönlichen Gespräch mit mir so etwas sagt wie:“Ich sach: Hömma!“, sach ich. Ich sach: „So nich´!“, sach ich“, aber wenn ich das über einen längeren Zeitraum lesen muss, stört es mich erheblich. Dazu kommt noch die etwa fünftausendfache Wiederholung der Phrase, dass Silje ja durchaus höre, was sie da sage, dass sie aber überhaupt nicht wisse, wo das Gesagte denn nun so plötzlich herkomme.

Aber auch das verleiht der Person der Silje eben diese eben erwähnte individuelle Erzählstimme. Und so sehr mich diese auch zwischendurch gestört haben mag, sie hat zumindest nicht verhindert, dass ich das Buch zügig durchgelesen und am Ende leichtes Bedauern verspürt habe, weil ich auf den zweiten Teil noch so lange warten muss.

Wertung:

Handlung: 8 von 10 Punkten

Charaktere: 9,5 von 10 Punkten

Stil: 9 von 10 Punkten

Anspruch: 8 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8,625 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Leserin wollte ich mich als nächstes eigentlich mit „Die Blausteinkriege II“ beschäftigen. Wie von Zauberhand haben sich allerdings heute Bücher von Arno Strobel, Marc Raabe und Naomi Alderman zu mir verirrt. Und morgen wird das neue Buch von Kai Meyer sich ebenfalls zu mir verirren. Und lesen würde ich die spontan alle gerne …

Kurz: Ich weiß es noch nicht genau!

„Seht, was ich getan habe“ von Sarah Schmidt – „Lizzie Borden took an axe …“

Buch: „Seht, was ich getan habe“

Autorin: Sarah Schmidt

Verlag: Pendo

Ausgabe: Hardcover, 382 Seiten

Die Autorin: Nach ihrem Master of Arts in Kreatives Schreiben begann Sarah Schmidt als Bibliothekarin zu arbeiten. Dabei stieß sie 2005 auf die Geschichte von Lizzie Borden, die sie seither nicht wieder losließ. Ihre leidenschaftliche Suche nach den Hintergründen der Mordfälle brachte sie sogar dazu, mehrere Nächte im Haus der Bordens, das heute ein Bed & Breakfast ist, zu verbringen. »Seht, was ich getan habe« ist ihr Romandebüt, das international hoch angesehen wurde. Sarah Schmidt lebt mit ihrer Familie in Melbourne. (Quelle: Pendo)

Das Buch: »Vater ist tot!« Zutiefst verstört starrt Lizzie Borden ihren Vater an, der blutüberströmt auf dem Sofa liegt. Auch ihre Stiefmutter wird tot aufgefunden – ebenfalls hingerichtet mit einer Axt. Eindeutige Spuren sind an jenem schicksalhaften Morgen des 4. August 1892 kaum auszumachen, dafür häufen sich die Fragen. Denn während die Nachbarn in Fall River, Massachusetts, nicht begreifen, wie einer so angesehenen Familie etwas derart Grausames zustoßen kann, erzählen diejenigen, die den Bordens wirklich nahestehen, eine ganz andere Geschichte: von einem jähzornigen Vater, einer boshaften Stiefmutter und zwei vereinsamten Schwestern. Schnell erklärt die Polizei Lizzie zur Hauptverdächtigen, deren Erinnerung jedoch lückenhaft ist. Wo war sie zum Zeitpunkt der Morde? Saß sie wie so oft unter den Birnbäumen und träumte vor sich hin? Oder ist sie doch verantwortlich für diesen Albtraum? (Quelle: Pendo)

Fazit: Ungeklärte Mordfälle, die Geschichte gemacht haben – eben die Geschehnisse rund um Lizzie Borden oder auch die Morde in Hinterkaifeck 1922, um mal bekannte Beispiele zu nennen -, üben auf mich, ebenso wie sogenannte „true-crime“-Sendungen, eine seltsame Faszination aus. Welcher Art von Dachschaden ich diesen leicht morbiden Spleen zu verdanken habe, kann ich nicht sagen, ich weiß nur, dass er dazu führt, dass ich an Büchern wie „Seht, was ich getan habe“ nicht einfach so vorbei gehen kann.

Viel ist bereits geschrieben worden über die Ereignisse im August 1892, und von fundierten, gut recherchierten Sachbüchern bis hin zu hanebüchenem Blödsinn scheint alles dabei zu sein, was das Herz begehrt.

Die Autorin Sarah Schmidt hat sich entschieden, in ihrem Buch die damals beteiligten Personen selbst zu Wort kommen zu lassen. So erzählt sie die Geschichte abwechselnd aus Lizzies Sicht, sowie aus der ihrer Schwester Emma, der Haushälterin Bridget und des zwielichtigen Benjamin.

Und alle diese Protagonisten hatten mehr oder weniger gute Gründe, das Ehepaar Borden umzubringen.

Emma Borden fühlte sich im Vergleich zu ihrer Schwester vom Vater und der Stiefmutter benachteiligt, stellte sogar ihr eigenes Leben hintan, um sich um das Wohlergehen ihrer Schwester zu kümmern, was ihr von ihrem Vater nie gedankt wird.

Bridget möchte die Familie eigenlich seit geraumer Zeit verlassen, weil sie es im Hause Borden unheimlich findet und sie mit der Familie nicht gerade gut zurecht kommt. Kurz bevor sie ihren Plan allerdings in die Tat umsetzen kann, konfisziert Abby Borden, Lizzies und Emmas Stiefmutter, ihre Ersparnisse, womit sich Bridget gezwungen sieht, zu bleiben. War das der Auslöser für einen Doppelmord?

Benjamin wird von Emmas und Lizzies Onkel, dem Bruder ihrer leiblichen Mutter, dafür engagiert, den Eheleuten Borden ins Gewissen zu reden. Ihm passt es nicht, wie die Beiden mit den Schwestern umgehen. Ging bei diesem „ins Gewissen reden“ einiges schief und lief es letztlich aus dem Ruder?

Und letztlich wäre da noch Lizzie. Am Tattag brachte ihr Vater ihre von ihr sehr geliebten Tauben um. War das der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte?

Die Autorin schafft es, den unterschiedlichen Erzählperspektiven auch unterschiedliche Erzählstimmen zu geben, so dass eigentlich immer gut ersichtlich ist, aus wessen Sicht das Kapitel gerade erzählt wird.

Insbesondere der Stil, in dem Lizzies Kapitel gehalten sind, hat es mir dabei angetan. Auch wenn ich gerade diese Kapitel als vergleichweise schwierig zu lesen empfand. Aber Sarah Schmidt macht schon allein stilistisch deutlich, dass bei Lizzie im Kopf eindeutig irgendwas nicht rund laufen kann, sei es durch zahlreiche kursiv gedruckte Einschübe, die einerseits Lizzies Gedanken verkörpern könnten, sich andererseits aber auch so lesen, als würde Lizzie Stimmen hören – und zwar keine von der harmlosen Art, die nur unschuldig die Melodie von „Tetris“ summen. Sei es aber auch durch die schwer nachvollziehbaren Handlungen, die sie ihre Protagonistin ausführen lässt. So steht Lizzie kurz nachdem sie ihren übel zugerichteten toten Vater gefunden hat, erst mal in der Haustür und lächelt angesichts der vorbeiflanierenden Menschen sowie des fröhlichen Vogelgezwitschers, bevor sie eine Birne isst. Natürlich, wer würde in dieser Situation nicht genau so reagieren? Übrigens werden in „Seht, was ich getan habe“ auffallend viele Birnen gegessen! Ich habe keine Ahnung, welchen Zweck dieses Motiv verfolgt, aber irgendeinen muss es haben …

Neben dem überzeugenden Stil ist es vor allem die düstere, gruselige Atmosphäre, die sich durch dieses Buch zieht, und die es so lesenswert macht. Sich dabei immer wieder bewusst zu machen, dass es sich dabei um Ereignisse handelt, die so, oder zumindest sehr ähnlich, tatsächlich passiert sind, verstärkt diese Atmosphäre noch.

Bezüglich der gerade erwähnten Ereignisse scheint es übrigens, als hätte sich Sarah Schmidt – zumindest soweit ich das beurteilen kann – erfreulich nah an die historischen Tatsachen gehalten. Lediglich zu der Konfiszierung von Bridgets Ersparnissen bzw. der Figur des Benjamin konnte ich keine weiteren Informationen finden. Es mag also sein, dass diese beiden Komponenten aus dramaturgischen Gründen eingefüht worden, was ich außerordentlich verzeihlich finde.

Wer einen gewissen Hand zu gruseligen Geschichten, die auf wahren Begebenheiten beruhen, hat, dem kann ich „Seht, was ich getan habe“ wärmstens empfehlen. Alle anderen verpassen eben etwas!

Und ich denke jetzt noch ein bisschen über Bridget nach, die zum Zeitpunkt der Morde zwar im Hause war, allerdings nicht das Geringste gehört haben will … Hmmm …

Wertung:

Handlung: 8,5 von 10 Punkten

Stil: 9 von 10 Punkten

Charaktere: 9 von 10 Punkten

Atmosphäre: 9,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 9 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Kennen Sie diesen Mann?“ von Carl Frode Tiller, ein Buch, von dem ich noch nicht im Ansatz weiß, wie ich darüber schreiben soll.

 

Freitagsfragen # 32

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Schönen guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,

die Woche neigt sich dem Ende zu (yay!), was gleichbedeutend damit ist, dass eine neue Ausgabe der Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog ihrer Beantwortung harren. Nein, harrt, Ausgabe, Singular. Gehen wir ohne weitere Vorreden in medias res. Die heutigen Fragen und Antworten lauten:

1.) Wie vertreibst Du Dir die Zeit auf langen Reisen?

Auf diese Frage eine spontane Antwort zu haben, würde implizieren, dass ich gelegentlich solche langen Reisen antrete, was nicht der Fall ist. Es ist schon ein Ereignis geradezu weltumspannender Bedeutung, wenn ich überhaupt mal mein schönstes Bundeland der Welt verlasse.

Aber gesetzt den Fall, ich würde eine lange Reise antreten, dann hinge die Wahl meines Zeitvertreibs – fürchterliches Wort! – von der Wahl des Fortbewegungsmittels ab. Wäre ich auf einer langen Autofahrt, dann würde ich mir wahrscheinlich mit Freude die Umgebung ansehen, in die es mich verschlägt, vielleicht auch gelegentlich etwas lesen.

Wäre ich länger im Zug unterwegs, würde ich fast ausschließlich lesen, denn die Umgebung an Bahnschienen ist nur selten einer genaueren Betrachtung würdig.

Und sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass ich im Flieger unterwegs wäre, würde ich mir von den freundlichen Flugbegleiterinnen den mit gigantischem Abstand hochprozentigsten Alkohol, der sich an Bord finden lässt, kredenzen lassen, um den Rest dieses Horroszenarios bis zur Ankunft am Zielflughafen in seeligem – nein seligem, ein „e“ – Schlummer zu verbringen.

2.) Ist Essen für Dich Genuss oder eine Notwendigkeit?

Auch hier kann ich nur sagen: Das kommt darauf an! Sollte ich irgendwo zum Essen eingeladen sein, wo etwas auf dem Speiseplan steht, dass auf meiner Beliebtheitsskala eher weit unten rangiert, dann wäre es wohl eher eine Notwendigkeit. Wenigstens habe ich im Laufe der Zeit gelernt, mit so etwas souverän umzugehen. Das war mal anders! Zu Kindergartenzeiten beispielsweise wurde uns Jungspunden mal Leber kredenzt. Bäh! (Kann mal so was als Erzieher bzw. Erzieherin heute eigentlich noch machen, ohne sich anschließend mit entrüsteten Eltern auseinandersetzen zu müssen?) Und, man darf nicht vergessen, wir schrieben die frühen 80er, man war noch fern von dem, was man heute so despektierlich „Kuschelpädagogik“ nennt, und es galt noch die Maxime: „Das wird aufgegessen!“ Nun, das tat ich auch. Ich überzeugte die Erzieherinnen allerdings schon kurz darauf außerordentlich unsubtil davon, mich fürderhin nicht mehr zum Verzehr von Innereien zu nötigen …

In über 99 % aller Fälle ist Essen für mich allerdings schon reiner Genuss!

3.) Was liest, schaust oder hörst Du aktuell?

Ich habe es im Laufe der Woche geschafft, eine Leseflaute ungeahnten Ausmaßes zu umschiffen. Und ich lese auch nach langer Zeit mal wieder mehrere Bücher parallel. Im Einzelnen sind das „Kennen Sie diesen Mann?“ von Carl Frode Tiller, „Die Blausteinkriege II“ von T. S. Orgel und „Lubetkins Erbe“ von Marina Lewycka. Anschließend warten schon „Die Blausteinkriege III“, „Augustus“ von John Williams und „Der Kaffeedieb“ von Tom Hillenbrand auf mich …

Was das schauen bzw. hören angeht, kann ich nichts Besonderes vermelden. Abgesen von Nachrichtensendungen, Sportübertragungen und gelegentlich einer Folge von „Wer wird Millionär?“ ist mein Fernsehkonsum praktisch gleich null. Eigentlich sehe ich mir auch ganz gerne mal gute Filme an, egal ob im Kino oder TV, das macht alleine allerdings nur eingeschränkt Spaß, weswegen ich es auch nur eingeschränkt praktiziere. 🙂

4.) Die Wahl der Qual: Bis 40°C frieren oder sogar bei -10°C noch schwitzen?

Die Kälte-Fraktion wird mir entgegenhalten, dass man, wenn man friert, immer die Möglichkeit hat, noch eine und noch eine Schicht Kleidung überzuziehen, während dieser Technik im umgekehrten Sinne bei Hitze irgendwann natürliche Grenzen gesetzt sind bzw. gesetzt sein sollten. Und dennoch: Mir ist lieber zu warm, als zu kalt, ich schwitze also gerne schon bei -10° C.

 

Nun denn, geneigte Leserschaft, damit entlasse ich euch in euer wohlverdientes Wochenende und wünsche allseits ein schönes solches.

Gehabt euch wohl

 

 

„Fremd“ von Ursuals Poznanski und Arno Strobel – Die Faszination der Redundanz

Buch: „Fremd“

Autoren: Ursula Poznanski, Arno Strobel

Verlag: rororo

Ausgabe: Taschenbuch, 393 Seiten

Die Autoren: Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren. Sie war als Journalistin für medizinische Zeitschriften tätig. Nach dem fulminanten Erfolg ihrer Jugendbücher „Erebos“ und „Saeculum“ landete sie bereits mit ihrem ersten Thriller „Fünf“ auf den Bestsellerlisten. Bei Wunderlich folgten „Blinde Vögel“, „Stimmen“ und „Schatten“; gemeinsam mit Arno Strobel „Fremd“ und „Anonym“. Inzwischen widmet sich Ursula Poznanski ganz dem Schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien. (Quelle: Rowohlt)

Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitete lange bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg. Im Alter von fast vierzig Jahren begann er mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, die er in Internetforen veröffentlichte, bevor er sich an seinen ersten Roman heranwagte. Mit seinen Psychothrillern erklomm Strobel die Bestsellerlisten. Gemeinsam mit Ursula Poznanski schrieb er für Wunderlich „Fremd“ und „Anonym“. Arno Strobel lebt in der Nähe von Trier. (Quelle: Rowohlt)

Das Buch: Stell dir vor, du bist allein zu Haus. Plötzlich steht ein Mann vor dir. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du hast keine Ahnung, wer er ist. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass jemand bei dir wohnt. Er redet auf dich ein, dass du doch bitte zur Vernunft kommen sollst. Du hast Angst. Und du verspürst diesen unwiderstehlichen Drang, dich zu wehren. Ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden?
Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie doch nur beschützen. Aber sie wehrt sich, sie verbarrikadiert sich. Behauptet, dich niemals zuvor gesehen zu haben. Sie hält dich offensichtlich für verrückt. Bist du es womöglich?
Eine Frau. Ein Mann. Je mehr sie die Situation zu verstehen versuchen, desto verwirrender wird sie. Bald müssen sie erkennen, dass sie in Gefahr sind. In tödlicher Gefahr. Und es gibt nur eine Rettung: Sie müssen einander vertrauen … (Quelle: Rowohlt)

Fazit: Zugegeben, meine Erfahrung hinsichtlich Büchern von Autoren-Duos ist recht überschaubar. Und wenn, dann waren diese Erfahrungen selten erbaulich. So habe ich einige Bücher von Lee Child und Douglas Preston gelesen, die aber in meinem persönlichen Orkus des Vergessens untergegangen sind. Und ja, auch von Iny Klocke und Elmar Wohlrath habe ich ein oder zwei Bücher gelesen, hierbei wäre allerdings jede weitere Wort eines zu viel. Und meine letzte Erfahrung im Bereich Autoren-Duos wird wohl „Abgeschnitten“ von den Herren Fitzek und Tsokos gewesen sein, das ich mindestens für überflüssig halte, trotz meiner sonstigen Begeisterung für den Herrn Fitzek.

Trotz dieser Vorbelastung stürzte ich mich wohlgemut in die Lektüre von „Fremd“. Und siehe da: Es hat sich gelohnt!

Die Autoren erzählen die Geschichte kapitelweise abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten Joanna bzw. Erik. Diese Art der Vorgehensweise führte zu Beginn des Buches zu einem Effekt, der mich anfangs irritiert hat. Man erlebt nämlich – logischerweise – die selbe Szene zweimal, ohne dass in der zweiten Schilderung sonderlich neue Erkenntnisse auf die Leser warten. Bald kamen erste Zweifel auf, ob diese Art der sich immer wiederholenden Ezählung auf lange Sicht nicht ermüden und langweilen würde. Im Laufe der Zeit erweist sie sich aber als durchaus zweckmäßig und spannend, z. B. als in einem aus Eriks Sicht erzählten Kapitel Joanna ein Telefongespäch führt, man die Äußerungen ihres Gesprächspartners aber erst im folgenden, aus ihrer Sicht erzählten Kapitel erfährt. Ihr könnt mir folgen?

Insgesamt geht der Stil, in dem „Fremd“ gehalten ist, nicht nur aufgrund der Erzählweise vollkommen in Ordnung. Die Autoren schreiben erfreulich schnörkellos und kommen ohne abenteuerliche Satzkonstruktionen aus. Damit wird der Stil auch dem im Laufe der Handlung anziehenden Tempo des Buches gerecht.

Die Charaktere bleiben ein wenig hinter der Qualität des Stils zurück, und das obwohl sich die Autoren auf ein recht überschaubares Figuren-Ensemble beschränken. Weder die Neben- noch die Hauptfiguren sind außerordentlich genau gekennzeichnet. Das stört aber eigentlich nicht weiter, wir haben hier schließlich einen Thriller vorliegen, erfahrungsgemäß kommt es hier in erster Linie auf die Geschehnisse, die Handlung selbst an. Und so ist es hier eben auch.

Und an eben dieser Handlung gibt es nur wenig auszusetzen. Poznanski und Strobel entfalten ein spannendes Szenario, das die Leser eine Weile im Dunkeln lässt, hinsichtlich der Frage, was das alles soll und wohin das alles führt. Bis ungefähr zur Hälfte des Buches kann man nach Herzenslust mitraten, wer denn nun als Antagonist auftaucht. Dann aber wird – bemerkenswert früh und bemerkenswert deutlich – klar geschildert, wer denn nun „die Bösen“ sind. Das tut der Spannung aber bemerkenswerterweise keinen Abbruch, so dass mich die Handlung eigentlich vollkommen überzeugt zurücklässt. Eigentlich. Denn da wäre ja noch das Ende. Darüber kann ich natürlich nicht ins Detail gehen, belasse es daher bei kryptischen Andeutungen, indem ich sage, dass das „Wie“ bezüglich der Ereignisse – bspw. hinsichtlich Joannas augenscheinlichem Gedächtnisverlust – gut und plausibel erklärt wird, das „Warum“, das dahintersteckt, mir jedoch ein „Och nöööö …!“ entlockte. Aber das, da bin ich mir recht sicher, wird nur mein subjektiver Eindruck sein, während der überwiegende Teil der Leserschaft damit kein Problem haben dürfte.

Daher: Klare Leseempfehlung!

Wertung:

Handlung: 8,5 von 10 Punkten

Charaktere: 7,5 von 10 Punkten

Stil: 9 von 10 Punkten

Spannung: 9 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8,5 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Seht, was ich getan habe“ von Sarah Schmidt. Ein Buch über die Geschehnisse rund um Lizzie Borden. Das dürfte spannend werden. Hoffe ich …