„Der weiße Abgrund“ von Henning Boëtius

Buch: „Der weiße Abgrund – Ein Heinrich-Heine-Roman“

Autor: Henning Boëtius

Ausgabe: Hardcover

Verlag: btb

Der Autor: Henning Boëtius, geboren 1939, wuchs auf Föhr und in Rendsburg auf und lebt heute in Berlin. Er studierte Germanistik und Philosophie und promovierte 1967 mit einer Arbeit über Hans Henny Jahnn. Boëtius ist Verfasser eines vielschichtigen Werkes, das Romane, Essays, Lyrik und Sachbücher umfasst. Sein Roman „Phönix aus Asche“ wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Bekannt wurde er außerdem durch seine Kriminalromane um den eigenwilligen niederländischen Kommissar Piet Hieronymus. (Quelle: Random House)

Das Buch: Paris, um 1850. Durch eine unheilbare Krankheit ans Bett gefesselt, versucht Heinrich Heine seinem bevorstehenden Tod ein letztes Werk abzutrotzen: seine Memoiren, die sein Opus magnum werden sollen. An den illustren Diners der Pariser Bohème kann er schon lange nicht mehr teilnehmen. Stattdessen empfängt er gelegentliche Besuche deutscher Exilanten oder französischer Künstlerfreunde. Dann sucht überraschend Elise Krinitz seine Bekanntschaft: eine junge Frau, die Heine bewundert und zugleich hofft, in ihm einen Mentor für ihre eigenen literarischen Ambitionen zu finden. Mit ihr, die er zärtlich-ironisch „Mouche“ nennt, hat er bald darauf eine zwar platonische, aber nicht minder leidenschaftliche „Affäre“. Seine Memoiren aber werden, nachdem Heine am 17. Februar 1856 stirbt, für alle Zeit verschollen bleiben. (Quelle: Random House)

Fazit: Meine Kenntnisse zu Heinrich Heine weisen beklagenswert große Lücken auf, sind im Grunde genommen eine einzige große Lücke. Zwar kenne ich vereinzelte Texte, wie natürlich das „Lied von der Loreley“ oder „Saphire sind die Augen dein“, und ich besitze ein ungelesenes Exemplar seiner gesammelten Werke, aber insgesamt weiß ich wenig.

Aber es gibt so eine Handvoll Dichter, Schriftsteller, Literaten, mit denen muss man sich in meiner Gegend schon allein aus lokalpatriotischen Gründen früher oder später beschäftigen, weil sie hier in der Gegend geboren wurden oder gelebt oder gewirkt haben. Und neben Wilhelm Busch und Hermann Löns und dem heute wohl weitgehend unbekannten Thomas Abbt ist da nun mal in erster Linie Heinrich Heine zu nennen, denn dessen Großvater wurde in meiner fürstentümlichen Heimat geboren, ein paar Steinwürfe entfernt. Allerdings hatte Heine selbst offensichtlich eher weniger Begeisterung für meine heimischen Gefilde übrig, schrieb er doch später in seinem „Wintermärchen“, dass ihm das halbe besagte Fürstentum „an den Stiefeln kleben“ geblieben sei, denn „So lehmigte Wege hab ich wohl/ Noch nie gesehen im Leben.“

Nun, diese Einschätzung sei ihm unbenommen, und vermutlich wüsste er heute auch zu schätzen, dass die einst so lehmigten Wege mittlerweile auch hier flächendeckend asphaltiert sind. All das ist jedenfalls kein Grund, sich nicht endlich doch mal intensiver mit Heine zu beschäftigen, und um nicht gleich mit den Gesammelten Werken zu beginnen, erschien mir ein Einstieg mit einem Roman gerade recht.

Und diese Entscheidung hat sich durchaus gelohnt.

Naturgemäß macht der Autor seinen berühmten Protagonisten zum Hauptelement des Romans, es gelingt ihm aber auch immer wieder, auch ein bisschen abzuschweifen und auf diese Weise ein spannendes, farbiges Sittengemälde der damaligen Zeit zu entwerfen, zumindest hinsichtlich der Pariser Bohème. Auf literarischen Salons und ähnlichen Gesellschaften begegnet die Leserschaft dabei einer Reihe Berühmtheiten. Und was müssen das für Zeiten gewesen sein!? Die Zeiten von George Sand und Louise Colet, von Franz Liszt, Frédéric Chopin und Hector Berlioz, von Flaubert, Baudelaire und Hugo. Und von Gérard de Nerval …

Heute? Die Zeiten von Mario Barth, den Kardashians, Kontra K und Apache 207. Irgendwas muss schiefgelaufen sein … – egal!

Im späteren Verlauf wendet sich der Autor dann den letzten Lebensjahren Heines und inbesondere seiner Liaison mit seiner „Mouche“ Elise Krinitz zu. Und für unkundige Leser wie mich, die nicht über den gesamten Lebensweg Heines detailliert informiert sind, bietet diese Geschichte durchaus eine gewisse Faszination, auch befeuert durch die Geheimniskrämerei die rund um Elise Krinitz gemacht wurde und die sie auch selbst betrieb. Allein deswegen ist „Der weiße Abgrund“ einer dieser Romane, die – zumindest bei mir – unmittelbar nach der Lektüre intensives Google-Studium zur Folge haben. Ich mag so etwas.

Sprachlich bewegt sich Boëtius in seinem Roman auf einem durchgehend hohen Niveau. Es überfordert allerdings an keiner Stelle, zwischendurch schadet es allenfalls nicht, beispielsweise zu wissen, was ein Pleonasmus oder das Risorgimento ist.

Und kaum hat man sich so ein bisschen eingelesen und eingefühlt in diese letzte „Affäre“ Heines und Elises, da sind sie auch schon vorbei, diese überaus lesenswerten 192 Seiten.

Wer einen Hang zu Romanen über berühmte Personen hat oder allgemein ein Faible für Heinrich Heine selbst, der kann ebenso bedenkenslos zugreifen, wie alle, die einfach nur mal wieder einen farbenfrohen und sehr gut erzählten, auf historischen Tatsachen basierenden Roman lesen möchten.

Ich bedanke mich beim Bloggerportal sowie dem btb Verlag für die freundliche Übersendung des Rezensionsexemplars. Die Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst meine Meinung naturgemäß nicht.

Wertung:

9 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: Och, mal schauen …

 

 

Freitagsfragen #108

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

juhu, es ist wieder Freitagsfragenzeit im Brüllmausblog. Und diesmal wird es viel Text, ich sags nur wieder vorher. Halten wir uns darüber hinaus aber nicht lange mit Vorreden auf, die Fragen und Antworten lauten:

1.) Wie ordnest Du (Physisches oder mentales) Chaos?

Gegen ein gewisses physisches Chaos, ob im privaten oder beruflichen Umfeld, ist überhaupt nichts einzuwenden. Würde man mir ein starres Ordnungsprinzip aufzwingen, das unter anderem zum Inhalt hat, Dinge, die man gebraucht hat, sofort nach der Nutzung wieder dahin zu legen, wo man sie her hat, würde ich im Brustton der Überzeugung sagen: „So kann ich nicht arbeiten!“ Eine wie auch immer aussehende Planung zur Ordnung erübrigt sich beim phyischen Chaos also.

Was das mentale Chaos angeht, so mache ich gerade die spannende Erfahrung, dass mein eigenes mentales Chaos bzw. dessen Ordnung offenbar nachrangig zu behandeln ist, man das mentale Chaos des Gegenübers dagegen natürlich augenscheinlich prioritär zu betrachten hat, selbst wenn man bezüglich der Ursachen für letzteres Chaos eine leicht abweichende Meinung vertritt, aber das gehört hier eigentlich nicht her, also lassen wir das.

Zur Odnung des mentalen Chaos haben sich im Grunde mehrere Strategien durchgesetzt. Entweder ich ziehe mich in die metaphorische Höhle zurück und denke solange über die Ursachen für das Chaos nach, bis mir eine Lösung eingefallen ist.

Oder ich versuche, vorübergehend erst mal ein bisschen Abstand zu gewinnen, und dafür hat sich Lesen eigentlich immer bewährt.

Die dritte Möglichkeit ist, dass ich mit jemandem darüber rede. Dabei ist dann wichtig: Zumeist will ich nur drüber reden! Ich möchte dann ebenso wenig zuhören, wie ich an „Meiner Meinung nach solltest Du …“-Lösungsansätzen interessiert bin. Sollte ich das doch sein, frage ich nach.

Ja, ich bin schwierig. :-)

2.) Wofür trägst Du keine direkte Verantwortung, aber fühlst Dich dennoch verantwortlich?

Hach, für so vieles! Das ist dann zumeist aber weniger eine persönliche Art der Verantwortung, sondern eher die Frage, inwieweit meine Generation der etwa 40-jährigen es vergeigt hat. Wenn ich die Menge von Jungspunden bei den FFF-Demos sehe, frage ich mich schon: „Hätten wir das, meinetwegen auch zu anderen Themen, nicht vielleicht in den 90ern schon machen sollen?“

Zugegeben, auch damals gab es schon die eine oder andere Aktion, die Sinn hatte. Ich erinnere da mal an die ganzen Lichterketten in der ersten Hälfte der 90er, die aus gegebenen und tragischen Anlässen stattfanden. 1992 waren an einer solchen Lichterkettenaktion in München 400.000 (!) Menschen beteiligt. 400.000! In der Folge 300.000 in Essen, 250.000 in Hamburg, 100.000 in Nürnberg etc. pp.

Und heute? Da kann man froh sein, wenn sich ein paar Hundert Menschen an einer Gegendemo zu einem Neonaziaufmarsch beteiligen. Man kriegt heute keine 400.000 Menschen mehr auf die Straße, schon gar nicht – oder nicht mal – für das Anzünden einer Kerze.

Wann und warum ist das passiert?

In meiner Wahrnehmung hat man sich so etwa ab kurz vor der Mitte der 90er in eine Art Nachwende-Wohlfühloase zurückgezogen. Die Wende war vollbracht, das politische Tauwetter setzte sich fort, der Zweite Golfkrieg war vorbei, die Täter der Mordanschläge von Mölln waren dingfest gemacht und verurteilt – ja gut, ein 19-jähriger nach Jugendstrafrecht, der natürlich – ebenso wie sein eigentlich lebenslänglich verurteilter Kumpan – selbstredend lange schon wieder draußen ist, aber hey … – und wurden, ebenso wie die für die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen verantwortlichen geistig minderbemittelten Dorfdeppen, mittels der oben genannten Lichterketten in ihre Schranken gewiesen, die Lage war ruhig, der Weltfrieden schien in erreichbarer Nähe.

Und irgendwie ab da muss sich die Weltsicht durchgesetzt haben, dass es fürderhin nicht mehr nötig ist, auf die Straße zu gehen, nur weil einem etwas nicht passt …

Wirklich nennenswerte Demos in großer Zahl gab es, zumindest in meiner Wahrnehmung, dann erst wieder ab 2004 vor der bzw. gegen die Einführung des sogenannten „Hartz 4“. Und mal völlig davon abgesehen, dass dagegen jegliche Form des Protestes absolut gerechtfertigt ist, lernen wir daraus: Zu Demos geht der Deutsche nur noch, wenn es ihm an den Geldbeutel geht …

Denn im Jahr 2015 hat es nach BKA-Angaben über 1.000 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Im Jahr darauf lag die Zahl knapp unter 1.000. Nach 312 im Jahr 2017 sank die Zahl im Jahr 2018 auf etwa 150, woraufhin sich die „Welt“ zur Schlagzeile „Zahl der Anschläge auf Asylunterkünfte geht auch 2018 zurück“ hinreißen ließ. Ja, genau, ihr mich auch, „Welt“. Ich empfehle die Lektüre des genannten Artikels allein wegen der Kommentare darunter, die ein Gespür dafür vermitteln, welche Arschlöcher in diesem Land so rumlaufen und mag ihre Zahl noch so gering sein.

Wo war in dieser gesamten Zeit auch nur eine einzige entsprechende gesamtgesellschaftliche Reaktion in einer Größenordnung der Lichterketten von damals? Und wenn es sie nicht gab, warum dann nicht? Lief gerade das Dschungelcamp, oder was!? Ich verstehs nicht …

Mit solch weltbewegenden Fragen bin ich aber nicht alleine. Sehen wir mal nach:

Wir befinden uns in der Hölle, dem Stammsitz der „Fate LLP“, dessen Eigentümer und Geschäftsführer S. Atan sich gerade auf die Suche nach seinem Assistenten, Prokuristen und allgemeinem Lakaien Lübke macht.

„Ach, hier sind Sie, Lübke. Ich hätte nicht gedacht, dass ich Sie mal in der Cafeteria treffe. Was machen Sie denn hier? Sie sitzen hier mit einem Gesicht wie sieben Tage Regenwetter vor ihrem Glas mit … was immer das ist und …“

„Glühwein.“

„Im Sommer?“

„Ja, im Winter kriegt man das Zeug ja nicht mehr weg!“

„Auch wieder wahr. Was betrübt sie denn so, Lübke?“

„Ach, haben Sie sich mal Gedanken gemacht, inwieweit wir hier verantwortlich sind für all das Schlechte da draußen?“

„Nun … ja! Das ist immerhin … ähm, Teil des Jobs!?“

„Ja, eben. Und hatten sie dabei nie irgendwelche moralischen Bedenken?“

„Bedenken? Nein! Sehen Sie es mal so: Ohne uns hätten Typen wie der RWB-Spinner …“

„Der wer?“

„Na, der Reisswolfblog-Spinner, kurz RWB-Spinner. Ich bin dazu übergegangen, das abzukürzen, einfach, weil es schmissiger ist. Und außerdem dem RWBS – ha, noch kürzer – viel Tipperei erspart. Darüber hinaus kürzt man heutzutage zeitgemäß sowieso viel ab, so werden Serien und Bands zu „TBBT“ und „NKOTB“.“

„NKOTB und „zeitgemäß“ in einem Satz und Kausalzusammenhang zu benutzen, würde ich schon fast als verwegen bezeichnen.“

„Es geht ums Prinzip, Lübke! Und um auf ihre Ursprungsfrage zurückzukommen: Warum sollten wir ein schlechtes Gewissen haben!? Sehen, der „Bis-zur-letzten-Patrone“-Innenminister hat doch auch keins, wenn es um das Fehlverhalten von Polizisten geht. Deswegen weigert er sich doch standhaft, eine Untersuchung durchzuführen, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf. Und solange der Innenhorst so drauf ist, mache ich mir gar keine Gedanken. Außerdem …“

„Ja, Chef, was außerdem?“

„Außerdem macht der Job doch auch irgendwie Spaß, oder nicht!? Wenn sich alle darüber aufregen, dass die Welt so schlecht geworden ist, und man dabei seine Hand im Spiel hatte, das hat doch was, oder nicht!? Glauben Sie denn, ohne mein Eingreifen hätte der FC Bayern München acht Meisterschaften in Folge erreicht?“

„Das waren Sie?“

„Ja, sicher!“

„Das heißt, der vielbeschworene Fußballgott ist in Wahrheit …“

„Genau!“

„Das erklärt vielleicht auch die Saison des SV Werder … Hm, das wusste ich nicht …“

„Sie wissen vieles nicht, Lübke. Einfach, weil ich vieles rein zu meinem Privatvergnügen mache. Nehmen Sie „Wirecard“, oder wie ich sie nenne: Firma, die nur eine gute Woche zwischen Bilanzerstellung und Insolvenzantrag braucht. Seit 2019 schon wusste man im Bundesfinanzministerium, dass die BaFin gegen Wirecard ermittelt. Jetzt raten Sie mal, wer denen das gesagt hat …!“

„Oha.“

„Ja, genau. Oder hier, der Gouverneur von Georgia, Brian Kemp. Der hat kürzlich den Bürgermeistern und Bürgemeisterinnen in seinem Staat verboten, in ihren jeweiligen Städten eine Maskenpflicht einzuführen. Glauben Sie, der ist wirklich so dämlich, das aus eigener oder politischer Überzeugung zu tun?“

„Ist Gourverneur Kemp Republikaner?“

„Nun … ja!?“

„Dann ja, dann glaube ich, dass der wirklich so dämlich ist.“

„Punkt für Sie – aber Fakt ist, dass ich, sagen wir, Druckmittel  besitze, um Gourverneur Kemp tun und lassen zu können, wozu immer ich Lust habe.“

„Und welcher Art sind diese Druckm…“

„Das wollen Sie nicht wissen!“

„In was haben Sie denn noch alles ihre Hände drin?“

„Och, beispielsweise in hessischen Polizeicomputern oder im thüringischen Landesverfassungsgericht …“

„Wahnsinn …Auch in Regierungen? Bolsonaro?“

„Nein, der ist leider wirklich irre. Aber sonst … ja, in einigen.“

„Und all das belastet Sie nicht im Geringsten?“

„Ach, wo kämen wir denn da hin!? Manche Bloggerkolleginnen des RWBS glauben ja, ich sei das Resultat eines fehlgeschlagenen Experiments, aber Fakt ist, Lübke, Fakt ist, dass ich ein knallhartes Bewerbungsverfahren durchlaufen musste, dass es ein unbarmherziges Auswahlverfahren gab, bis mir Luzifer den Laden hier überschrieben hat.“

„Wie gehts dem eigentlich?“

„Och, ganz gut, der regiert halt sein Land. Fun fact ist, dass gemäß einer aktuellen Umfrage viele der Kirchgänger unter seinen Untertanen der Aussage zustimmen, er sei „der von Gott Gesalbte„. Schon witzig irgendwie …

„Nun ja …“

„Ach, Lübke, nicht so negativ. Und werden Sie endlich Ihre Gewissensbisse los. Sehen Sie es doch mal so: Wir machen hier einen wichtigen Job!“

„Inwiefern?“

„Na, wenn wir nie dafür sorgen würden, dass mal etwas Schlechtes passiert, wenn immer alles Friede, Freude, Eierkuchen wäre, dann würde sich doch bald niemand mehr für irgendwas engagieren, niemand würde mehr darauf drängen, Missstände aus der Welt zu bringen, alle würden Dinge wie Demokratie als gegeben ansehen, für die sich nicht nur nicht kämpfen lohnt, sondern für die man nicht mal mehr einzutreten bräuchte. Würden Sie in einer solchen Welt leben wollen?“

„Hm, so gesehen …“

„Na also! So, und jetzt nehmen Sie sich den Rest des Tages frei und genehmigen sich, wenn Sie möchten, noch den einen oder anderen Glühwein, ich bin für den Rest des Tages sowieso anderweitig beschäftigt.“

„Womit denn?“

„Na, gleich habe ich eine Videokonferenz mit den sparsamen Vier, um den EU-Gipfel vor die Wand zu fahren und dann …“

„Ja …?“

„… dann muss ich mir noch überlegen, wie ich es schaffe, Kai Havertz doch noch zum FC Bayern München zu transferieren …“

3.) Wie isst Du Spaghetti?

Mit ´nem Akkuschrauber? ;-) Nein, handelsüblich mit der Gabel, gerne aber auch unterstützt durch einen Löffel.

4.) Die Wahl der Qual:
Würdest Du lieber in einem defekten Skilift oder einem Aufzug feststecken?

Puh, das finde ich beides ganz übel. Aber vor dem Hintergrund, dass ich es mit Kälte nicht so habe – und ein Skilift vorzugsweise in eher kühlen Gefilden steht – und mit Höhe noch sehr viel weniger und ich eigentlich so etwas wie einen Skilift ohnehin nur für eine mindestens siebenstellige Geldsumme oder aber durch Androhung körperlicher Gewalt betreten würde, nehme ich mal den Aufzug.

 

Das war es dann auch schon wieder.

Ich wünsche allseits einen schönen Restfreitag und ein anschließendes, möglichst schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl.

Bleibt gesund.

 

 

„Das Maurerdekolleté des Lebens“ von Matthias Thurau

Buch: „Das Maurerdekolleté des Lebens“

Autor: Matthias Thurau

Verlag: Selfpublishing

Ausgabe: Taschenbuch, 50 Seiten

Der Autor: Matthias Thurau ist Autor und Bloggerkollege aus Dortmund. Seinem Debütroman „Sorck“ folgte der Gedichtband „Alte Milch“, unlängst gesellte sich zu der Liste der Veröffentlichungen „Das Maurerdekolleté des Lebens“ hinzu. Wer mehr über Autor und Werke wissen möchte, dem sei ein Besuch seines im Übrigen überaus lesenswerten Blogs „Papierkriegblog“ empfohlen. Auch wenn der demnächst umzieht.

Das Buch: Theo, ein Mann auf dem Weg zu seinem neuen Job. Eine Kreuzung, an der er sich entscheiden muss: 3 Möglichkeiten, 3 Lebenswege, 3 Geschichten. Durch Labyrinthe, Wälder und die graue Großstadt. Welcher Weg ist der richtige? Was wird er unterwegs finden? Und wie groß ist seine Entscheidungsfreiheit wirklich?

Fazit: Wir alle haben uns wohl irgendwann im Leben schon mal gefragt: „Wo, um alles in der Welt, muss ich im Leben falsch abgebogen sein, um hier zu landen?“, alternativ auch: „Was wäre, wenn ich damals dieses oder jenes getan hätte?“ Diesen Fragen geht der Autor hier auf den Grund, denn bei „Das Maurerdekolleté des Lebens“ handelt es sich um drei Kurzgeschichten, die alle dieselbe Ausgangslage und mit Theo denselben Protagonisten haben, sich dann aber in drei völlig unterschiedliche Richtungen entwickeln. Vom Ansatz her erinnerte mich das „Maurerdekolleté“ daher ein wenig an eine sehr zusammengedampfte Version von Paul Austers „4 3 2 1“.

Und die Umsetzung ist Matthias Thurau durchaus gut gelungen.

Zum Einen wäre da die Sprache zu nennen. Schon Thuraus Debütroman „Sorck“ gefiel mir unter anderen angesichts einer gewissen sprachlichen Viruosität sehr gut und auch im Maurerdekolleté macht der Autor deutlich, dass er über einen mal mindestens grundsoliden mal auch schon sehr ausgefeilten Stil verfügt.

Im Vordergrund steht in einem solchen Werk wie diesem hier aber natürlich die Frage der Aussage, die der Text treffen möchte.

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, bietet sich ein Blick in die erste der drei Kurzgeschichten an. Protagonist Theo macht sich mit wenig mehr als einem Apfel bewaffnet auf den Weg, um seinen neuen Job anzutreten. Schon die Tatsache, dass er weder weiß, was er dort eigentlich tun soll, noch um welche Zeit er anzutreten hat, vermitteln etwas Surreales. Dieser Eindruck verstärkt sich dann immer mehr, und die Geschichte bekommt spätestens, wenn die Hauptfigur in unterirdischen Wäschereien und vielerlei noch seltsameren Gebäuden landet, etwas sehr Kafkaeskes.

Und Thurau füllt diesen ersten Teil mit einer Fülle von Themen, die man der kurzen Geschichte gar nicht zutrauen würde. Und gemäß der Aussage des Autors lässt sich dieser erste Teil – eigentlich das gesamte Buch – als Gesellschaftskritik lesen. Und ja, genau so habe ich das auch getan bzw. verstanden, werden doch, zumindest nach meinem Verständnis „Arm-Reich-Konflikte“ ebenso thematisiert, wie die mit teilsweise übertriebener Vehemenz geführte „Rechts-Links-Diskussion“ in der sich alle, die eine liberale Einstellung vertreten als linksgrün-versiffte Gutmenschen und alle mit einer konservativen Weltsicht als Nazis beschimpfen lassen müssen.

Daran schließt sich der zweite Teil an, der meines Erachtens nicht nur eine individuelle Sinnsuche beschreibt, sondern sich thematisch auch damit befasst, was passieren kann, wenn man es sich in einst angenehmen Umständen bequem gemacht hat, aber keine Konsequenzen folgen ließ, als sich diese Umstände änderten, weswegen man nun selbst mit anderen Konsequenzen leben muss.

Der abschließende Teil steht für mich thematisch unter der Frage, wie man sich gelegentlich auch selbst im Wege stehen und sich eben diese Wege verbauen kann.

Das Schöne an den drei kurzen Geschichten ist, dass sie auch eine gänzlich andere Lesart zulassen, man sich an meiner Deutung also keineswegs orientieren muss.

Wer sich mit dem überaus lesenswerten Büchlein auseinandersetzen möchte, kann das mittels eBook schon für sehr schlankes Geld – wesentlich weniger als man beispielsweise für Überflüssigkeiten wie eine BVB-Aktie berappen müsste – beim großen A oder bei Thalia tun.

Wertung:

9 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Die Zeit der Ruhelosen“ von Karine Tuil

 

„Die Nadel“ von Ken Follett

Buch: „Die Nadel“

Autor: Ken Follett

Verlag: Lübbe

Ausgabe: Taschenbuch, 414 Seiten

Der Autor: Ken Follett wurde 1949 in Cardiff, Wales, geboren und lebt heute mit seiner Familie in London. „Die Nadel“ war sein erster internationaler Thriller. (Quelle: Klappentext)

Das Buch: April 1944: Die Invasion der Alliierten steht unmittelbar bevor. Vor der schottischen Küste wartet ein deutsches U-Boot auf einen Spion. Man nennt ihn „Die Nadel“. Wenn er durchkommt, könnte er mit seinem Wissen über die Pläne der Briten den gesamten Verlauf des Krieges ändern. Dieser Mann hat bereits mehrmals getötet. Zwischen ihm und seinem Erfolg steht nur noch Lucy, eine junge Engländerin. Sie allein könnte ihn aufhalten. Und so entbrennt ein psychologischer Krieg zwischen dieser einsamen Frau und einem zu allem entschlossenen Mann. (Quelle: Klapptentext)

Fazit: Mehr als zehn Jahre bevor Ken Follett mit „Die Säulen der Erde“ meinen persönlichen Heiligen Gral der historischen Romane schrieb, konnte er mit „Die Nadel“ seinen ersten großen Erfolg verbuchen. Grund genug, mir dieses Buch, das zusammen mit ein, zwei anderen Follett-Romanen im Rahmen einer kleinen „Ken-Follett-für-schlankes-Geld-abgreifen“-Aktion bereits vor geraumer Zeit bei mir eingezogen ist, genauer unter die Lupe zu nehmen und der Faszination, die das Buch auf die Leserschaft gehabt haben muss, näher auf den Grund zu gehen. So richtig nachvollziehen kann ich diese Faszination letztlich allerdings nicht. Aber wenigstens habe ich damit, wie derzeit geplant, meinen Stapel ungelesener Bücher verkleinern  können …

In so ziemlich allen Bereichen weist „Die Nadel“ Schwächen auf, die mal mehr und mal weniger ins Gewicht fallen. So war es beispielsweise meines Erachtens noch nie Ken Folletts Stärke, bis heute nicht, sich lebensechte Figuren einfallen zu lassen. Seine Charaktere wirken häufig wie klischeehaftes Schema-F-Personal, meist charakterisiert durch eine einzige hervorstechende Eigenschaft. Wenn man mal ehrlich ist, gilt das auch für eben genannten „Heiligen Gral“, und es gilt für „Die Nadel“ eben auch.

Weder der Spion Faber, genannt „Die Nadel“, noch seine Gegenspieler Perci Goodliman, eigentlich Historiker, nun aber ernannter Spion-Jäger, weil … ich weiß nicht, warum …, oder auch der ihm an die Seite gestellte Frederick Bloggs – immerhin schon mal Polizist und beim MI5 angestellt – wirken überzeugend, sondern bleiben über die gesamte Länge des Buches blass. So blass, dass ich jetzt kurz nach der Lektüre nochmal nach den Namen blättern musste. Und dann hätten wir noch die eine oder andere wirklich zweifelhafte Frauenfigur, aber dazu kommen wir noch.

Inhaltlich macht „Die Nadel“ über weite Strecken der ersten  Hälfte dagegen sogar verhältnismäßig viel Spaß. Der namensgebende Spion Faber muss aus seinem Unterschlupf fliehen, weil seine angetrunkene Vermieterin mit derm Vorsatz, Faber ins Bett zu kriegen, ohne Voranmeldung seine Wohnung betritt und Faber am Radio überrascht. Er tötet die Frau und tritt seine Flucht an. In der Folge entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel, während dessen Faber weiter seiner Tätigkeit nachgeht und ihm seine Verfolger immer knapp auf den Fersen sind und das Ganze vermittelt den angenehmen Charme einer spannenden Partie des uralten Brettspiels „Scotland Yard“. Das meine ich positiv …

Dann aber, ziemlich genau an dem Punkt, an dem Faber auf der Insel landet auf der sich Lucy befindet, wendet sich das Ganze und wird skurril bis albern.

Follett mutet seinem Protagonisten zu Beginn dieses Abschnitts schon ein hartes Schicksal zu, heißt es doch bei dessen unfreiwilligem Eintreffen auf der Insel nach einem Schiffbruch „Einen Meter vor dem Ende der Rampe hatte er einen leichten Herzanfall und verlor das Bewusstsein, doch seine Beine machten noch zwei Schritte, bevor er auf den durchweichten Grasboden knallte.“ (S. 221)

Keine guten Karten also für den „psychologischen Krieg“, den der Klapptentext da ankündigt, und der nun zwischen ihm und Lucy stattfinden soll. Allerdings besteht dieser „Krieg“ lange Zeit eher darin, dass die beiden – der Herzanfallpatient sowie die ganz offensichtlich sexuell frustierte und seit Jahren in liebloser Ehe auf dieser einsamen Insel dahinschmachtende Frau – bei jeder sich bietenden Gelegenheit miteinander ins Bett springen. Bei allem Respekt davor, dass man Prioritäten setzen muss, und bei manchen Leuten sehen diese Prioritäten offensichtlich eher anders aus, aber wenn ich persönlich gerade erst am Vortag einen Herzanfall(!) erlitten hätte, wäre es in erster Linie mein Anliegen, mich darum zu kümmern und nicht, mein Herz-Kreislauf-System in neue, ungeahnte Höhen zu treiben, denn genau das tut Faber wohl, und auch nicht zu knapp, denn dabei zeigt er ihr – detailliert beschrieben – augenscheinlich Sachen von denen sie nicht wusste, dass … denn er ist auf diesem Gebiet offensichtlich eine Koryphäe, die in der Lage ist, seine Gespielin in ganz neue Sphären der Lust … blaaaaaa!

Wir haben also im ganzen Buch gerade mal zwei Frauenfiguren, von Klein- und Kleinstrollen mal abgesehen, und beide werden augenscheinlich in erster Linie davon angetrieben, dass sie dringend vögeln wollen. Man mag dem Roman das Erscheinungsjahr 1978 zugutehalten und man sollte da vielleicht auch keine modernen Maßsstäbe ansetzen, aber dennoch: Einerseits könnte man das aus gutem Grund heutzutage nicht mehr so machen und andererseits war das aber auch für damalige Verhältnisse schon unfassbar schlecht geschrieben.

Neben der ganzen Vögelei hat die zweite Hälfte des Buches dann in Sachen Spannung auch deutlich weniger zu bieten, weil die wiederkehrenden Sexzesse halt Platz wegnehmen, den man sinnvoller hätte nutzen können. Irgendwann wünscht man sich dann nur noch, die Fallschirmspringer der 1st Airborne Division der Briten würden auf der Insel landen, und selbige mittels Verwendung eines Atomsprengkopfes in die Luft jagen, um dem Treiben unserer Turteltauben Einhalt zu gebieten.

Am wenigstens kann ich noch über Folletts Schreibstil meckern, das konnte ich aber wohl noch nie.

Nur leider fällt das in Summe dann auch nicht mehr wirklich ins Gewicht.

Schade eigentlich.

Wertung:

Handlung: 6 von 10 Punkten

Charaktere: 3 ,5 von 10 Punkten

Stil: 8 von 10 Punkten

Spannung: 5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 5,625 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Das Maurerdekolleté des Lebens“ von Matthias Thurau ooooder „Die Zeit der Ruhelosen“ von Karine Tuil.

„Staub zu Staub“ von Felix Weber

Buch: „Staub zu Staub“

Autor: Felix Weber

Verlag: Penguin

Ausgabe: Taschenbuch

Der Autor: Felix Weber ist das Pseudonym des preisgekrönten niederländischen Thriller-Autors Gauke Andriesse. Für »Staub zu Staub« erhielt er bereits zum zweiten Mal den Gouden Strop, die bedeutendste niederländische Auszeichnung für Kriminalliteratur. Als Weber einen Artikel über mysteriöse Todesfälle innerhalb der katholischen Kirche las, wusste er sofort, dass dies das Thema seines neuen Romans werden sollte. (Quelle: Random House)

Das Buch: Niederlande, 1949: Der ehemalige Widerstandskämpfer Siem Coburg lebt nach dem Krieg und dem tragischen Verlust seiner großen Liebe zurückgezogen und als gebrochener Mann auf einem Hausboot. Erst als ihn der alte Bauer Tammens bittet, den Tod seines Enkels aufzuklären, kehrt Coburg in die Stadt zurück. Der siebzehnjährige Siebold starb unter mysteriösen Umständen in einem katholischen Heim für geistig behinderte Kinder, und sein Großvater ist sicher, dass mehr dahintersteckt, als die Heimleiter ihn glauben machen wollen. Während Coburg immer tiefer in die Vergangenheit des Heims eintaucht, muss er feststellen, dass Siebold nicht der einzige Schutzbefohlene mit ungeklärter Todesursache ist … (Quelle: Random House)

Fazit: Schon während der Lektüre von „Staub zu Staub“ hatte ich die Vermutung, dass es schwierig werden könnte, darüber zu schreiben. Denn entweder, man fasst die Eindrücke zu diesem Krimi vergleichsweise kurz zusammen, oder aber man läuft Gefahr, zu ausschweifend zu werden und damit zu viel zu verraten. Wer schon mal bei mir gelesen hat, weiß dass es nicht gerade zu meinen Stärken gehört, mich kurz zu fassen, ausplaudern möchte ich aber auch nichts. Hach, das Leben eine Rezensenten ist manchmal hart …

Beginnen wir vielleicht einfach mal mit dem, was bei der Lektüre als Erstes ins Auge fiel, also Aufbau und Stil. Zu Beginn entsteht der Eindruck, „Staub zu Staub“ würde strikt chronologisch und aus der Sicht des Protagonisten Siem Coburg erzählt. Im weiteren Verlauf wechselt der Autor jedoch die Erzählperspektive und lässt einige Kapitel aus der Sicht des Bruders Anselmus erzählen, der in dem katholischen Heim, in dem Bauer Tammens Sohn starb für die Pflege der dort aufgenommenen Kinder zuständig ist. In der Folge wechselt der personale Erzähler regelmäßig zwischen Siem und Anselmus, auch einige Rückblicke in die Vergangenheit des ehemaligen Widerstandskämpfers Siem Coburg dürfen nicht fehlen.

Dass mir der Stil selbst so gut gefallen hat, mag daran liegen, dass ich vorher „Dunkel“ von Ragnar Jónasson gelesen habe, das mich in diesem Bereich etwas enttäuscht hat, weswegen „Staub zu Staub“ stilistisch geradezu wohltuend auf mich wirkte. Weber erzählt mal schnörkellos, mal bildhafter, aber immer stimmungsreich. Als einziger Kritikpunkt kann angemerkt werden, dass der Autor manchmal nicht deutlich genug macht, in welcher Zeitlinie wir uns denn nun befinden und man manchmal erst im Laufe eines Kapitels merkt, dass man sich in der Vergangenheit befindet, weil plötzlich Menschen auftauchen, die in der Gegenwart nicht mehr auftauchen können. Dennoch ergibt all das in Summe eine durchaus gelungene äußere Form des Krimis.

Nun kommt es ja aber, wie wir alle wissen, auch auf die inneren Werte an. Und da gibt es dann doch etwas zu kritisieren, in erster Linie hinsichtlich der Figuren. Und da wiederum ganz besonders, was den Protagonisten Siem Coburg höchstpersönlich angeht. Während die Nebenfiguren, beispielhaft seien hier mal der weiter oben erwähnte Bruder Anselmus sowie Bruder Felix genannt, alle überzeugend gezeichnet sind, habe ich mit der Hauptfigur so meine Probleme.

Im Zweiten Weltkrieg war Siem Coburg Widerstandskämpfer in den Niederlanden. Und zwar nicht aus idealistischen oder ideologischen Gründen, sondern schlicht weil er der Meinung war, die Deutschen hätten in den Niederlanden nichts zu suchen. Nun, hatten sie ja auch nicht. Während dieser Zeit hat Coburg schlimme Dinge erlebt, Menschen gejagt, Menschen getötet, ist selbst gejagt worden und mehrmals nur mit Mühe und Not mit dem Leben davongekommen. Mit Ende des Zweiten Weltkriegs hat er sich desillusioniert von der Welt zurückgezogen und scheint sich selbst genug zu sein.

Gibt sich der Autor auch Mühe, die gesamte Persönlichkeit seines Protagonisten mit dieser Hintergrundgeschichte zu erklären, so geht mir Coburg dennoch deutlich auf die Nerven. Er scheint sich eine Art emotionalen Panzer angelegt zu haben, jegliche Gefühlsregungen die über bloßes Dasein hinausgehen, sucht man bei ihm über die gesamte Länge des Buches eigentlich vergeblich, mit Ausnahmen der Rückblenden natürlich, in denen er noch ein deutlich anderer Mensch war als heute.

Mit seinem harten Auftreten vermittelt er dabei eine an „Django zahlt heut´ nicht, Django hat ´ne Monatskarte“ erinnernde „Es-ist-ein-neuer-Sheriff-in-der-Stadt“-Attitüde, die ich phasenweise wirklich störend empfand.

Das wirkt sich glücklicherweise nur wenig auf die Handlung aus, die die kundige Leserschaft vielleicht ein bisschen an Ellen Sandbergs „Die Vergessenen“ erinnert und auch ich dachte lange Zeit, einen Plot vor mir zu haben, der ganz ähnlich verlaufen würde. Davon bleiben aber letztlich lediglich zwei, drei Handlungselemente übrig, ansonsten schlägt „Staub zu Staub“ eine ganz eigene Richtung ein. Und es durchaus spannend zu lesen, wenn Siem Coburg dann im katholischen Heim „Sint Norbertus“ mit den Ermittlungen beginnt und später im umliegenden, kleinen Dörfchen mit seinen Nachfragen auf eine Mauer des Schweigens trifft, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf und sich, so die Dorfbewohner, die Mönche doch so rührend um Kinder kümmern, die doch sowieso niemand haben will …

Geblieben ist eine durchaus eindrückliche Leserfahrung, die sich eines spannenden Themas annimmt, und wenn einem der Sinn mal wieder nach einem Krimi steht und man in der Lage ist, eine Hauptfigur mit oben genannten Eigenschaften auszublenden, dann kann man „Staub zu Staub“ guten Gewissens eine Chance geben.

Ich danke dem Bloggerportal und dem Penguin Verlag für die freundliche Übersendung des Rezensionsexemplars. Die Tatsache, dass es sich un ein Rezensionsexemplars handelt, beeinflusst meine Meinung selbstredend nicht.

Wertung:

Handlung: 7,5 von 10 Punkten

Stil: 8,5 von 10 Punkten

Charaktere: 7 von 10 Punkten

Spannung: 7 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 7,5 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog kommt mein Stapel ungelesener Bücher mal wieder zu Wort, und zwar in Form von Ken Folletts „Die Nadel“.

„Fragen zu „Corpus Delicti““ von Juli Zeh

Buch: „Fragen zu „Corpus Delicti““

Autorin: Juli Zeh

Verlag: btb

Ausgabe: Taschenbuch

Die Autorin: Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, studierte Jura in Passau und Leipzig. Schon ihr Debütroman „Adler und Engel“ (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Ihr Gesellschaftsroman „Unterleuten“ (2016) stand über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015) und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Bundesverdienstkreuz (2018). 2018 wurde sie zur ehrenamtlichen Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt. (Quelle: Random House)

Das Buch: Seit ihr Roman »Corpus Delicti« 2009 erschienen ist, erreichen Juli Zeh immer wieder E-Mails von Leserinnen und Lesern mit Fragen zum Text. Zur Entstehungsgeschichte, zur Handlung, zu Figuren und Interpretation. In diesem Buch geht Juli Zeh in Form eines fiktiven Interviews diesen Fragen nach, nicht selten geht sie auch darüber hinaus. Im Zentrum steht die Beschäftigung mit Themen des Romans, die zum Verständnis unserer heutigen Gesellschaft beitragen. Was für ein Menschenbild pflegen wir, wohin bewegt sich unsere Gesellschaft, wie wollen wir zusammenleben und welche Werte sind bedeutsam für uns? »Fragen zu Corpus Delicti« ist nicht nur eine profunde Auseinandersetzung der Autorin mit ihrem bislang politischsten Roman, sondern auch eine Betrachtung der Bedingungen und Mentalitäten, die unser Leben heute bestimmen. (Quelle: Random House)

Fazit: Ach, wie sehr hätte ich ein solches Buch wie das hier vorliegende in meiner Oberstufenzeit im Deutsch-LK zu schätzen gewusst. Sekundärliteratur von einer Autorin, die auch die Primärliteratur, die auch den Roman geschaffen hat, dem sie sich widmet.

Wie sehr hätte ich mir gewünscht, dass Christa Wolf so ein Buch schreibt, um mir zu verdeutlichen, was sie meint, wenn in „Nachdenken über Christa T.“ Katzen mit Aschenbechern durch die Gegend laufen, die eine skurrile Aufschrift tragen. Die Aschenbecher. Nicht die Katzen.

Wie sehr hätte ich mir kurze Anmerkungen von Thomas Mann selbst über „Joseph und seine Brüder“ gewünscht, und sei es nur, um herauszufinden, ob er immer so schrieb. Das tat er, wie sich später herausstellte.

Wie gerne hätte ich Frank Wedekind selbst darüber schwadronieren lassen, warum man sein „Frühlings Erwachen“ heute noch lesen sollte. Oder Schiller und Sophokles befragt, ob es mich weiterbringen wird, dass ich heute noch den Rüthlischwur und „O, Schwester, du mein eigen Blut, Ismene“ kenne.

Mit anderen Worten, Bücher wie „Fragen zu „Corpus Delicti““ hätten mir den Zugang zur Schulliteratur in der Oberstufe vermutlich deutlich erleichtert.

Und das wird auch einer der Gründe sein, warum sich Juli Zeh 10 Jahre nach Erscheinen ihres mutmaßlich erfolgreichsten Romans, der es bis in die Lehrpläne des Deutschunterrichtes geschafft  hat – und das übrigens aus meiner Sicht völlig zu Recht -, mit ihr häufig von der Leserschaft gestellten Fragen zum Inhalt des Romans wie zu seiner Entstehungsgeschichte auseinandersetzt. Im Rahmen eines fiktiven Interviews geht Zeh auf viele der Fragen im Detail ein.

Und für die Leser von „Corpus Deliciti“ – für die Nichtleser des Romans hat die Lektüre dieses Buches hier naturgemäß viel weniger Sinn – bieten Juli Zehs „Fragen“ spannende Einblicke und Hintergrundinformationen. Die Autorin teilt ihre Buch in 14. Kapitel, beginnend mit der Entstehungsgeschichte des Romans. Sie verdeutlicht, dass „Corpus Delicti“ eigentlich ein Theaterstück zum Thema Mittelalter war, bevor es zum Roman umgearbeitet wurde und das Juli Zeh sich darin des Themas der Hexenverfolgung annimmt, was auch deutlich wird, wenn man sich mal näher mit den Namen ihrer handelnden Figuren beschäftigt. Die Protagonistin Mia Holl ist an die historische Mia Holl angelehnt, die im 16. Jahrhundert der Hexerei bezichtigt wurde und 62 (!) Folterungen ohne Geständnis überstand, bevor man sie wieder freiließ, Heinrich Kramer, der im Roman die METHODE vertritt, war im Original der Autor des berühmt-berüchtigten „Hexenhammer“ usw.

Immer wieder wendet sich Zeh auch von der rein inhaltlichen Ebene ihres Romans ab, beispielsweise, indem sie ihn in die heutige Zeit einordnet bzw. aktuelle Bezüge herstellt. So stellt sie einen Zusammenhang her zwischen der Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit einerseits und der heutigen Jagd auf Terroristen nach amerikanischem Vorbild andererseits her und vergleicht die Hexenprozesse von damals, bei denen das Urteil im Grunde genommen schon von Anfang an feststand, mit der willkürlichen Tötung von Terroristen gänzlich ohne Strafverfahren, Prozess oder Urteil. Und mit der Kritik an Letzterem hat die Autorin ja auch vollumfänglich recht, seinerzeit habe ich beispielsweise in der Rezension zu Frederick Forsythes „Die Todesliste“ etwas ganz ähnliches angeprangert. Nur im direkten Vergleich „Hexe-Terrorist“ lässt die Autorin meiner Meinung nach außer Acht, dass die damals verfolgten Hexen wohl wirklich ausnahmslos unschuldig waren und nur aus einer Fülle von Gründen, auf die einzugehen zu viel Zeit in Anspruch nähme, denunziert wurden, während Terroristen auf irgendwelchen „Todeslisten“ sich die Plätze auf diesen Listen zumeist wohl redlich erbombt haben.

An anderer Stelle spricht sie mir dabei aber zutiefst aus der Seele. Beispielsweise wenn es um das Thema Selbstoptimierung geht, die sie, ebenso wie ich, augenscheinlich zutiefst ablehnt. In Zeiten, in denen die Religion eine immer geringere Rolle für die Menschen spielt, so sagt Zeh sinngemäß, man also eines entsprechenden Ankers, Lebenssinns sowie der vermittelten Gewissheit, dass alles schon irgendwann irgendwie gut werden wird, verlustig geht, ziehen sich die Menschen immer mehr in eine übersteigerte Ich-Bezogenheit zurück, die dann letztendlich in die Sackgasse der Selbstoptimierung führt, was man beispielsweise daran erkennen kann, dass es heutzutage für alles Coaches gibt. Mittlerweile sogar fürs Atmen! Ich dachte eigentlich, dass ich das könnte … aber vermutlich habe ich jahrzehntelang falsch geatmet. Eben dieses „falsch“ ist es auch, was mich an der Selbstoptimierung so nervt. Selbstoptimierung Coaching vermitteln mir, alle möglichen Dinge „falsch“ zu machen, was letzendlich impliziert, dass man als Person, so wie man eben ist, nicht okay ist, und das wiederum finde ich nicht okay. Zumal Selbstoptimierung eben wirklich eine Sackgasse darstellt, denn den optimalen Zustand gibt es nun mal nicht, weswegen man immer weiter an sich herumdoktert und herumoptimiert, anstatt einfach so zu sein, wie man es für richtig hält. Menschen, die diese Fitness-Tracking-Armband-Gedöns-Dinger tragen, die Daten an Hersteller und/oder Krankenkasse weiterleiten, nur um ggf. ein paar Euro Beiträge zu sparen, kämen ihr dementsprechend vor wie „dressierte Laborratten“ wie Juli Zeh sinngemäß so treffend sagt.

Und das ist nur eine der zahlreichen Fragen zur Gesellschaft, in der wir leben wollen, der sich Juli Zeh zuwendet. Die Frage der Sicherheit wäre eine weitere. Oder die der Freiheit eine weitere. Und inwiefern wir bereit wären, auf Letzteres zu verzichten, um Ersteres zu erlangen und schließlich beides zu verlieren.

Für die Schülerinnen und Schüler, bei denen „Corpus Delicti“ auf dem Lehrplan steht, ist dieses Buch ein wahrer Segen, kann man dort doch Argumente und Interpretationen ableiten und der Deutsch-LK-Lehrkraft dann vorhalten: „Aber das hat die Autorin selbst so gesagt!“ Man kann das aber auch lassen und selbst denken. Denn die einzig wahre Deutung, die einzige wahren Antworten auf den Inhalt hat Juli Zeh eben auch nicht. Und die will sie auch nicht haben.

Wer sich intensiver mit dem behandelten Roman auseinandersetzen möchte, dem sei zu diesem Buch geraten, allen anderen kann man guten Gewissens raten, eben diesen Roman nachzuholen.

Ich bedanke mich bei dem Bloggerportal und dem btb Verlag für die freundliche Übersendung des Rezensionsexemplars. Die Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst meine Meinung selbstredend nicht.

Wertung:

8,5 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Staub zu Staub“ von Philipp Weber.

 

„Kryonium“ von Matthias A. K. Zimmermann

Buch: „Kryonium“

Autor: Matthias A. K. Zimmermann

Verlag: Kulturverlag Kadmos

Ausgabe: Hardcover, 352 Seiten

Der Autor: Matthias A. K. Zimmermann (Matthias Alexander Kristian Zimmermann) wurde 1981 in Basel (Schweiz) geboren. Er ist Schriftsteller, Maler und Medienkünstler. Sein Werk erfuhr eine breite Rezension und befindet sich in Sammlungen und Archiven diverser Museen und Institutionen. Er studierte musikalische Komposition, Kunst & Vermittlung, Game Design, Art Education und Pädagogik. (Quelle: Kadmos)

Das Buch: Gefangen an einem unbekannten Ort, schmiedet der Erzähler heimlich Fluchtpläne. Die Tatsache, ohne Erinnerungen zu sein, erschwert das Vorhaben. Doch der Drang, endlich auszubrechen aus diesem furchteinflößenden, schneeverwobenen Schloss, lässt ihn jedes Risiko eingehen. Und so gerät der Erzähler immer tiefer hinein in einen wirren Strudel aus rätselhaften Begegnungen und magischer Paranoia, die er spielerisch zu entschlüsseln hofft, was ihn letztlich zum Ursprung seiner Erinnerungen führt.

Der All-Age-Roman ist ein technoides Märchen, das sich mit Virtualität auseinandersetzt und die Frage aufwirft, was Erinnerungen sind und was sie bedeuten. Nichts ist so, wie es scheint in der Geschichte und die Frage, was Realität ist, muss immer wieder neu überdacht werden. (Quelle: Kadmos)

Fazit: „Kyronium“ ist eines dieser Beispiele für Bücher, in die man sich manchmal wirklich hineinarbeiten muss, um letztlich dann aber doch noch ein recht faszinierendes Leseerlebnis zu bekommen. So hat mir der Verlag das Rezensionsexemplar freundlicherweise schon vor einer halben Ewigkeit zukommen lassen und ich machte mich auch bald frisch ans Werk – nur um daraufhin mehrmals bereits im ersten der insgesamt drei Teile des Buches zu scheitern.

In erster Linie lag das daran, dass in diesem ersten Teil alles irgendwie seltsam anmutete. Die Protagonistin befindet sich in einem Schloss und hat ihr Gedächtnis verloren. Sie weiß weder, wer sie ist, noch wie sie in dieses Schloss gekommen ist oder wo sich selbiges genau befindet. Sie kennt lediglich ihre Aufgabe – die Leitung der sogenannten Lichtwerkstatt, in der unzählige Glühlampen hergestellt werden – sowie die Hierarchie im Schloss, an deren Spitze sich der König und dessen Ritter befinden, gefolgt von einer aus Wachen und Hofdamen gebildeten Mittelschicht. Darunter wiederum befinden sich alle weiteren Untertanen. Das Schloss steht auf einer kleinen Insel, nebenan liegt ein von Zwergen, Kobolden, Gnomen sowie vereinzelten Einhörnern und einer verhaltensoriginellen Hexe bewohnter Wald. Die Insel ist umschlossen von einem eisbedeckten See und unter der Eisschicht wiederum lautert ein sagenumwobenes Monster, das gelegentlich in Form von, sagen wir, schwarzem Nebel erscheint und sämtliche Fluchtversuche von der Insel vereitelt, weil diese mit dem Tode der Flüchtenden enden. Man fühlt sich als Leser ein bisschen wie in „Lost“ und ist es auch. Also verloren halt.

Der Einstieg wurde zusätzlich durch die Verwendung von eher kryptisch wirkenden Elementen erschwert, wie beispielsweise einer wahren Palindrom-Flut, die der Autor nicht nur in Form der Namen seiner Figuren wie u.a. Nora, Aron und Hannah auf die Leserschaft loslässt, sondern noch weit darüber hinausgeht, was in Summe aber irgendwann so wirkt, als hätte der Autor einfach eine Liste von Palindromen gegoogelt und dann versucht, möglichst viel davon halbwegs sinnvoll im Buch unterzubringen, als Beispiel sei hier mal der „Legovogel“ genannt. Ähnlich seltsam wirken die im Buch genannten Uhrzeiten. Wann immer jemand auf die Uhr sieht, ist es 09:09 Uhr, 08:08 Uhr, 07:07 Uhr etc. pp.

Das alles sorgte im Hinblick auf die Frage „Was will mir der Autor nur damit sagen?“ für Schulterzucken und Stirnrunzeln bei mir und in der Folge dann für den mehrmaligen Abbruch der Lektüre.

Nun wusste ich, unter anderem aufgrund der Vita des Autors, ja, dass es in „Kryonium“ irgendwie auch um Videospiele gehen sollte und das ist ja eigentlich schon so ein bisschen mein Thema, also bin ich drangeblieben und wurde letztlich doch belohnt.

„Get out of the Hinterlands“ heißt ein unter PC-Spiel-Fans – übrigens völlig zu Recht – gut gemeinter Rat über das Rollenspiel „Dragon Age: Inquisition“, womit man ausdrücken möchte, dass man das „Die Hinterlande“ genannte Startgebiet in diesem Spiel möglichst schnell hinter sich lassen möge, um einen extrem zähen Spieleinstieg zu verhindern. Und hier gilt das ebenso, mein Rat kann daher nur sein, möglichst schnell diesen ersten Teil hinter sich zu lassen.

Denn dann ergibt plötzlich alles einen Sinn. Auch der erste Teil. Und die Palindrome. Und auch die Zusammenhänge zu Videospielen werden deutlich: Der Fluchtversuch der Hauptfigur aus dem Schloss im ersten Teil ähnelt einem klassischen „Point & Click Adventure“, aus einem eben solchen, nämlich „The Secret auf Monkey Island“ hat sich der Autor ein Zitat über einen dreiköpfigen Affen entliehen – davon hätten es gerne noch mehr sein können, die Zielgruppe hätte sicherlich auch Anspielungen auf einen Pfeil im Knie oder den immer gleich bleibenden Krieg verstanden -, die genannte verhaltensoriginelle Hexe fungiert als „Endgegner“ im Stile eines Action-Adventures, die Protagonistin muss sich später levelartig durch verschiedene „Welten“ arbeiten, die an „Pac-Man“, „Zelda“, einen Hauch „Populous“ oder das aus seligen 64er-Zeiten entstammende „Junge Hunt“ erinnern und zwischenzeitlich fühlt man sich an den „Animus“ von „Abstergo Industries“ aus „Assassin’s Creed“ erinnert. Böhmische Dörfer? Tja, Pech … ;-) Ich bin mir überdies sicher, dass das Buch noch weitere derartige Bezüge enthält, die mir gar nicht aufgefallen sind.

Ähnlich wie die Bezüge zu Platons Höhlengleichnis, was mir, wie ich gerne zugebe, erst durch die Lektüre des Nachworts klar wurde, da meine Kenntnisse in der griechischem Philosophie belagenswert überschaubar sind. Dafür kenne ich „Assassin’s Creed“ …

„Kryonium“ lässt sich in erster Linie als literarisches Experiment mit spannender Fragestellung und philosophischem Hintergrund begreifen. Es lässt sich sicherlich aber auch als Unterhaltungsroman lesen, wenn man es denn möchte. Nur geht dann ein bisschen die Wirkung verloren. Und das wäre schade.

Kurz: „Kryonium“ ist ein phasenweise forderndes Leseerlebnis mit nicht niedrigem Anspruch, auf das man sich einlassen muss und mit einem nahe an einer literarischen Wurzelbehandlung vorbeigehenden Einstieg. Wer sich darauf einlässt, wird jedoch durchaus belohnt.

Ich bedanke mich beim Kulturverlag Kadmos für die freundliche Übersendung des Rezensionsexemplars. Die Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst meine Meinung selbstredend nicht.

Wertung:

8 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Fragen zu „Corpus Deliciti““ von Juli Zeh ooooder „Staub zu Staub“ von Felix Weber.

„Dunkel“ von Ragnar Jónasson

Buch: „Dunkel“

Autor: Ragnar Jónasson

Verlag: btb

Ausgabe: Taschenbuch, 384 Seiten

Der Autor: Ragnar Jónasson, 1976 in Reykjavík geboren, ist Mitglied der britischen Crime Writers‘ Association und Mitbegründer des »Iceland Noir«, dem Reykjavík International Crime Writing Festival.
Seine Bücher werden in 21 Sprachen in über 30 Ländern veröffentlicht und von Zeitungen wie der New York Times und Washington Post gefeiert.
Ragnar Jónasson lebt und arbeitet als Schriftsteller und Investmentbanker in der isländischen Hauptstadt. An der Universität Reykjavík lehrt er außerdem Rechtswissenschaften. Die preisgekrönte Hulda-Trilogie erscheint bei btb erstmals auf Deutsch. (Quelle: Random House)

Das Buch: Hulda Hermannsdóttir, Kommissarin bei der Polizei Reykjavík, soll frühzeitig in Ruhestand gehen, um Platz für einen jüngeren Kollegen zu machen. Sie darf sich einen letzten Fall, einen cold case, aussuchen – und sie weiß sofort, für welchen sie sich entscheidet. Der Tod einer jungen Frau wirft während der Ermittlungen düstere Rätsel auf, und die Zeit, um endlich die Wahrheit ans Licht zu bringen, rennt. Eine Wahrheit, für die Hulda ihr eigenes Leben riskiert … (Quelle: Random House)

Fazit: Jónassons Trilogie wurde allenthalben von Kritikern und Leserschaft gelobt. Und tatsächlich hinterlässt der Auftakt zur Reihe um die Kommissarin Hulda Hermannsdóttir streckenweise einen recht guten Eindruck, so ganz kann ich mich dem Lob aber dann doch nicht anschließen.

Das beginnt bereits mit der Hauptfigur. Dabei wird insbesondere Hulda von den lobenden Stimmen eigentlich als positiver Aspekt hervorgehoben. Und im Grunde stimmt das auch. Die Protagonistin ist tatsächlich gut und detailliert herausgearbeitet, teils so detailliert, dass sich das Buch phasenweise eher mit seiner Hauptfigur und ihrer Hintergrundgeschichte als mit dem eigentlichen Kriminalfall beschäftigt. Im Laufe der Buches lernt die Leserschaft Hulda und ihre Beweggründe immer  besser kennen und erfährt, warum sie so handelt, wie sie handelt.

Nur leider muss ich sagen, dass Hulda mich persönlich auf emotionaler Ebene nie erreicht hat und dafür ist sie auch selbst verantwortlich. Denn ganz zu Beginn des Buches – insofern ist das kein Spoiler, aber wer es nicht wissen will, überspringt den restlichen Absatz einfach – begeht sie einen folgenschweren Fehler, der dazu führt, dass ich ihr voreingenommen gegenübertrete: Sie deckt eine Straftäterin, gegen die wegen schwerer Körperverletzung ermittelt wird, einfach, weil sie mit den Motiven dieser Frau übereinstimmt, weil sie das Opfer der Körperverletzung für einen schlechten Menschen hält. Und ja, ihr Handeln wird begründet – ob man die Begründung schlüssig findet oder nicht, sei jedem selbst überlassen -, stellt aber doch aus meiner Sicht gerade für eine Kommissarin, und seien ihre Motive noch so gut, eine absolut verantwortungslose, moralisch werfwerliche Handlung dar. Und eine Figur, die sich in moralischer Hinsicht schon zu Beginn eines Buches derartig selbst diskreditiert, hat es in der Folge bei mir eben schwer.

Meine Probleme mit dem Buch beschränken sich aber nicht auf Hulda alleine. Auch der eigentliche Kriminalfall schwächelt an manchen Stellen, insbesondere, was die eigentliche Ermittlungsarbeit angeht. Zwar bietet die Handlung eine, zumindest für mich, durchaus überraschende Auflösung, der Weg bis dahin ist aber bemerkenswert unspektakulär. Huldas Ermittlungsergebnisse beruhen häufig darauf, dass sie zufällig jemanden kennt, der etwas weiß oder wissen könnte oder aber, dass sie jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der etwas weiß oder wissen könnte. Irgendwie ging das alles zu glatt und war mir in Summe einfach ein bisschen zu wenig.

Und auch im Hinblick auf Form und Stil kann ich nicht in Jubelarien ausbrechen. Jónasson wechselt zwischen Kapiteln, die sich mit den heutigen Ereignissen und der Ermittlungsarbeit beschäftigen und solchen, die mehr oder weniger aus Sicht eines Mordopfers zeigen, wie es zu der Gewalttat kommen konnte, ab. Und während man das guten Gewissen so machen kann, ist es mehr der Stil, mit dem ich hier meine Probleme habe, denn der Autor hat eine seltsam nüchterne, reduzierte und schnörkellose Erzählweise, die nicht ganz an die Hauptsatz-Flut eines von Schirach heranreicht, aber dennoch dazu beiträgt, dass mich neben der Hauptfigur auch die Handlung nur bedingt errreichen konnte.

Und das ist überaus schade, denn wenn man den Fokus ein bisschen mehr auf  den Plot rund um eine russische Einwanderin, ihre Sorgen und Nöte, gelegt hätte, dann hätte man eine emotionalere Geschichte erzählen können.

Insgesamt klingt das vielleicht negativer als es beabsichtigt ist und wer mit einer Ermitterfigur mit fragwürdigem moralischen Kompass weniger Probleme hat und mit einer Handlung, die nicht gerade vor atemloser Spannung strotzt, dafür aber segenswerterweise recht unblutig und ohne Effektheischerei auskommt, der dürfte mit „Dunkel“ durchaus seinen Spaß haben.

Und auch ich werde dranbleiben an dieser Reihe, die demnächst mit „Insel“ fortgesetzt wird. Und da es sich bei dieser Fortsetzung eher um ein Prequel handelt, die Hauptfigur in diesem Buch daher vielleicht noch keinen defekten moralischen Kompass hat, komme ich dann möglicherweise auch besser mit ihr klar.

Man wird sehen …

Ich danke dem Bloggerportal und dem btb Verlag für die freundliche Übersendung des Rezensionsexemplars. Die Tatsache, dass es sich um ein Rezensionsexemplar handelte, beeinflusst meine Meinung selbstredend nicht.

Wertung:

Handlung: 6,5 von 10 Punkten

Charaktere: 6,5 von 10 Punkten

Stil: 7,5 von 10 Punkten

Spannung: 6,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 6,75 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Kryonium“ von Matthias A. K. Zimmermann.

 

abc.Etüden KW 26/27

abc.etüden 2020 26+27 | 365tageasatzaday

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

zugegeben, die von Christiane organisierten Etüden genießen gerade keine Priorität bei mir – ich müsste diesbzüglich mal eine Umfrage durchführen … – aber zwischendurch gibt es ja doch Anlass, etwas zu schreiben, diesmal zu einer Wortspende aus dem Blog „Weltall. Erde. Mensch…und Ich„.

 

„Na, worüber reden wir heute?“

„Tja, da es wohl noch eine ganze Weile dauern dürfte, bis ein Impfstoff aus dem Reagenzglas hüpft, würde sich als Thema …“

„Das beschäftigt mich jeden Tag auf geradezu übermächtige Weise, also: Nein!“

„Na gut, dann … bayerische Politiker, das geht immer!“

„Da kriege ich nur wieder Söderbrennen! Wobei, es gibt ja noch andere … mit Ämtern auf Bundesebene …“

„Seehofer?“

„Seehofer!“

„Was hat er verbrochen?“

„Oh, vieles. So hat er offensichtlich ein sehr individuelles Verständnis von Pressefreiheit …“

„Ach komm, die Kolumne in der taz war aber auch echt nicht gut geschrieben!“

„Mag sein. Macht sie das in irgendeiner Weise strafrechtlich relevant?“

„Ähm, nein?“

„Eben! Schon durch Bundespräsident a. D. Wulff hätte er ja gelernt haben können, der nahm es mit der Pressefreiheit auch nicht so genau. Außerdem hat er, also Seehofer, doch gerade erst einen Rechtsstreit verloren, so dusselig kann er doch eigentlich … ach, vergiss es. Es geht mir auch um etwas anderes.“

„Nämlich?“

„Stuttgart!“

„Oh, ja. Schlimme Sache das.“

„Zweifellos.“

„Und? Was hat Seehofer da verbockt?“

„Einerseits fuhr er schon kurz nach den Taten nach Stuttgart.“

„Ja, und?“

„Tja, was man beinahe schon vergessen hat: In Chemnitz war er seinerzeit nicht. Stattdessen äußerte er „Verständnis“ für die Demonstranten und sagte: „Ich wäre in Chemnitz als Staatsbürger auch auf die Straße gegangen“. Bei Gewalt gegen Menschen scheint es bei ihm also darauf anzukommen, gegen wen sich diese richtet und von welcher Seite sie ausgeübt wird …“

„Ist das neu?“

„Leider nicht. Aber das eigentliche Problem: Er forderte – völlig zu Recht natürlich – „harte Strafen“ gegen die Täter, denn, und jetzt kommt es, „Strafen sind immer noch das beste präventive Mittel“.

„Ähm, nein!?“

„Natürlich nicht, sonst verhängen wir einfach zukünftig auf alles die Todesstrafe und haben gar keine Straftaten mehr! Prävention bedeutet: Bildung, Aufklärung, familiäre und soziale Stabilität und vieles mehr!“

 

300 Worte.

„Mord in der Sonntagsstraße“ von Peter Englund

Buch: „Mord in der Sonntagsstraße“

Autor: Peter Englund

Verlag: Rowohlt

Ausgabe: Hardcover

Der Autor: Peter Englund, geboren 1957, arbeitete als Kriegsreporter unter anderem auf dem Balkan, in Afghanistan und im Irak, lehrte Geschichte an der Universität Uppsala und wurde Professor für Historische Narratologie in Stockholm. Er schrieb zahlreiche Bücher zu historischen Themen, die zu Bestsellern wurden. Von 2009 bis 2015 war er Ständiger Sekretär der Schwedischen Akademie, die den Nobelpreis vergibt. 2011 erschien bei Rowohlt Berlin sein Geschichtsepos «Schönheit und Schrecken. Eine Geschichte des Ersten Weltkriegs, erzählt in neunzehn Schicksalen», das in rund zwanzig Sprachen übersetzt wurde. (Quelle: Rowohlt)

Das Buch: Es sollte das perfekte Verbrechen sein, und es wurde ein Mord, der ein ganzes Land erschütterte. Schweden in seinen «Wunderjahren», als alles sicher und geregelt schien, die Zukunft verheißungsvoll, blickte in einen Abgrund. Im Juli 1965 wird eine junge Frau tot in ihrem Elternhaus an der idyllischen Sonntagsstraße in Stockholm gefunden. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel. Was genau ist geschehen? Warum musste sie sterben? Und vor allem: Wer ist der Mörder? (Quelle: Rowohlt)

Fazit: Meine Kenntnisse in schwedischer Geschichte erschöpfen sich im Wesentlichen mit den Geschehnissen des Dreißigjährigen Krieges, also mit Ereignissen wie dem Tode Gustav Adolfs oder dem Untergang der „Vasa“. Die restliche schwedische Geschichte ist mir ein großes Mysterium, gleich nach der Frage, warum mich Thronfolgerin Victoria eigentlich nie angerufen hat sowie der Existenz von Surströmming.

Zu Surströmming habe ich ja eine ganz eigene Theorie, die wie folgt lautet: Die Schweden essen das Zeug gar nicht! Sie behaupten nur, sie würden es essen, um gutgläubige Urlauber und unbedarfte, integrationswillige Einwanderer dazu zu bringen, es ihnen vermeintlich nachzutun, damit sie – also die Schweden – sich später, wenn sie wieder alleine sind, angesichts der Reaktionen der beiden genannten Gruppen, die vermutlich zwischen Michel-Courtemanche-Mimik und handfestem Brechdurchfall sämtliche vorstellbaren Reaktionen abdecken dürften, stundenlang vor Lachen auszuschütten können. Möglichkeit B wäre, dass Surströmming das Ergebnis einer Wette zwischen stark angetrunkenen schwedischen Studenten ist, die mit der Frage „Ob man den Fisch hier wohl noch essen kann?“ angefangen hat.

Ich schweife ab …

Glücklicherweise schickt sich Peter Englund an, einen Teil dieser Wissenslücken zu schließen, denn „Mord in der Sonntagsstraße“ ist nicht nur die Schilderung eines Schlagzeilen machenden Kriminalfalls, sondern eben auch ein schwedisches Sittengemälde. Eines, das eine Zeit schildert, in denen sich die schwedische Bevölkerung von den Schrecken des Zweiten Weltkriegs entfernt wähnt. Einer Zeit, in der man sämtliche Ideologien für überwunden hält und ein grundpositives Bild der Zukunft malt.  Eine Zeit, die sich vom konservativen Gesellschaftsbild der Vergangenheit zunehmend verabschiedet, was beispielsweise daran zu merken ist, dass allenthalben neue Pornozeitschriften mit mehrheitlich ganz putzigen Namen aus dem Boden schießen. Aber eben auch einer Zeit, in der die Schweden realisieren müssen, dass viele der Hoffnungen, die man dort für die Zukunft hatte, sich nicht bewahrheiten.

Und auch wenn sich der Autor dem eigentlichen, tatsächlich so stattgefundenen Kriminalfall zuwendet, dann begnügt er sich nicht mit einer einfachen Schilderung der Ereignisse.

Wie erkläre ich das jetzt … ?

Nun, Englund wiederholt mehrfach den Satz „Fakten und Fiktion kommunizieren miteinander. “ und eben dieser Satz könnte als eine Art Motto für seine Herangehensweise gelten. Mehrfach führt der Autor beispielsweise Abgleiche durch zwischen der Realität einerseits und dem, was man in der einschlägigen, populären Kriminalliteratur so lesen kann andererseits. Beispielsweise wenn es um die Verwendung von Chloroform geht. Aus unzähligen, meist noch in schwarz-weiß gehaltenen Filmen, „wissen“ wir, dass sich jemand mit einem chloroformgetränkten Tuch ganz einfach ins Reich der Träume befördern lässt. Und daher nutzt der Mörder im vorliegenden Fall eben auch dieses „Wissen“, obwohl die Realität eher darin besteht, dass man sich im besten Fall mit dem Zeug selbst ausknocken kann und im schlimmsten Fall das Opfer innerhalb kürzester Zeit daran stirbt, so wie eben hier auch.

Dieser Ansatz, der Leserschaft klar zu machen, das in einem realen Mordfall tatsächlich nahezu nichts so ist, wie es in der modernen Mord-und-Totschlag-Literatur so dargestellt wird, hat seinen Reiz und er bietet vor allem eine Möglichkeit, die die fiktionale Literatur viel zu wenig nutzt: Dem Opfer eine Stimme geben. Englund tut das ausgiebig, beispielsweise indem er Briefe des Mordopfers Eva Marianne Granell, die man „Kickan“ nannte, veröffentlicht, indem er Personen aus ihrem Umfeld befragte usw. All das dient dem hehren Ziel, den Lesern klarzumachen, dass man es hier nicht einfach mit einer namenlosen, toten Person zu tun hat, an der man sein voyeuristisches „True-Crime“-Bedürfnis stillen kann, sondern mit einer ganz realen, jugen Frau, die viel zu früh sterben musste, nur weil ein frustrationsintoleranter „Incel“ von christlich-fundamentalreligiösen Erziehungsberechtigten versaut wurde und keine anderen Problembewältigungsstrategien gelernt hat.

In die genannten Vorgehensweisen fügen sich auch Stil und Aufbau nahtlos ein. Einerseits bedient sich Englund eines angemessen distanzierten Stils. Andererseits fügt er aber auch immer wieder Passagen aus den Notizen des Täters ein – hier ist man dann wieder beim Abgleich mit der Realtiät -, die für ein bemerkenswertes Unwohlsein sorgen können, auch weil sie nicht nur aus wirrem und irrem Geschreibsel bestehen, sondern tatsächlich den Eindruck machen, es hier mit einer im Grunde hochintelligenten Person zu tun zu haben.

In Summe ist „Mord in der Sonntagsstraße“ ein offensichtlich herovrragend recherchiertes Sachbuch, das sich liest wie ein Thriller, dafür aber segenswerterweise ohne die effektheischenden Elemente dieses Genres auskommt.

Sehr lesenswert.

Wertung:

8,5 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Dunkel“ von Ragnar Jónasson.