abc.Etüden KW 44/45 2022 IV

abc.etüden 2022 44+45 | 365tageasatzaday

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

manche Dinge hören einfach nicht auf. Und das wiederum zwingt mich dazu – von Zwang wird im Folgenden auch noch die Rede sein – eine weitere monothematische Etüde zu verfassen. Die Etüden werden von Christiane organisiert, die Wortspende stammt von Natalie und ihrem Blog Fundevogelnest. Auf gehts.

„Schon gehört …?“

„Ja, leider. Das Unfallopfer in Berlin wurde mittlerweile für hirntot erklärt. Sehr traurig, das alles.“

„So traurig das ist: Vielleicht geben die Alleskleber jetzt eine Weile Ruhe. Ich würde mich jedenfalls in einer Art Schildkrötentaktik eine Zeitlang…“

„Nope – gestern Klebeaktion. Invalidenstraße, Berlin.“

„Nicht dein Ernst?“

„Leider doch.“

„Ja, sag mal …“

„Stattdessen geht man jetzt verbal ein bisschen in die Offensive.“

„Ach was!?“

„Jepp. Man kritisiert die Medien und deren Berichterstattung. „Dass ein ganzes Mediensystem sich gegen uns wenden würde, damit haben wir nicht gerechnet.“ sagen sie in einem Statement.“

„Bitte?“

„Jepp. Und man beklagt, „dass eine Medienlandschaft, die sich die Aufklärung der Gesellschaft auf die Fahnen schreibt, eine Situation in dieser Form fiktiv aufbauscht und damit demokratischen Protest in einer Krisensituation delegitimiert.“ und dass man sich „auf die einfachsten Prinzipien in einer Demokratie – wie neutrale, faktenbasierte Berichterstattung“ augenscheinlich nicht mehr verlassen könne.“

„Alter – hör auf, ich flehe dich an. Wird das jetzt so’n „Lügenpresse“-Ding?“

„Möglich – dazu passt ein Letzte-Generation-Tweet von vor ein paar Tagen: „13 Wissenschaftler:innen sind gerade im Gefängnis. Hier in Deutschland. Warnten sie zu eindringlich vor dem Klimakollaps?“

„Stimmt die Geschichte so?“

„Ein bisschen. Es sind Mitglieder von „Scientist Rebellion“.“

„Wer ist das nun wieder?“

„Schwesterorganisation von „Extinction Rebellion“.

„Aha.“

„Aber die sind nur deswegen im Bau, weil Sie in der „BMW-Welt“ in München Zehntausende Euro Schaden verursacht haben und weitere Aktionen geplant hatten.“

„Mit anderen Worten: Selbst, wenn man es großzügig betrachtet, bleibt als Reaktion auf den selbstverursachten Blödsinn nur ein gigantisches Mimimi?“

„Jepp. Passend dazu: „Ich würde mir sehr, sehr wünschen, dass die Politik von sich aus uns schützt und dass wir das nicht machen müssen“., meinte deren Sprecherin Aimee van Baalen. Übrigens von „FFF“ über „Extinction Rebellion“ bei „Letzte Generation“ gelandet.“

„MÜSSEN? Von der bewaffneten „Soko Pattex“ gewzungen, oder was!?“

„Tja, keine Ahnung …“

300 Worte.

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7 Kommentare zu „abc.Etüden KW 44/45 2022 IV

  1. Gestern Mittag hat es hier in München am Stachus auch wieder so eine depperte Klebeaktion gegeben. Dem angeblichen Ziel solcher Proteste, dem Klimaschutz, ist mit so was überhaupt nicht gedient, ganz im Gegenteil. Und die von dir zitierten Äußerungen dieser „Klima-Aktivist:Innen“ finde ich geradezu pervers.

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    1. Ich hab von der Aktion gelesen.

      Und den Umgang der Gruppen mit den Ereignissen würde ich jetzt nicht zwingend als „pervers“ beschreiben, finde ihn aber höchst diskutabel, was letztlich der Auslöser für den Text war.

      Gefällt 1 Person

  2. Und was bleibt? Da ist eine Frau hirntot, die noch leben könnte, wenn der Rettungswagen durchgekommen wäre. Punkt. Pause. Damit müssen die in Zukunft leben, und mich würde das belasten.
    Der Rest ist Clickbait-Geschrei, oder? Ich finde die Aktionen zwar hirnrissig, aber sie generieren Aufmerksamkeit, wenn auch – für mich – auf keine gute Weise. 😟
    Dass du dich jetzt allerdings schon zur vierten Etüde hinreißen lässt, finde ich außerordentlich bemerkenswert 😁
    Vormittagskaffeegrüße ☁️🍁☕🍪👍

    Gefällt 2 Personen

    1. Eben, das ist das, was bleibt. Der Rest ist weniger Clickbait-Geschrei, sondern mehr Schilderung des Umgangs mit dieser Situation von Seiten derer, die dafür mutmaßlich mitverantwortlich sein könnten. Und den „Ihr seid alle so gemein zu uns!“-Umgang finde ich persönlich angesichts der Tragik der Ereignisse zutiefst unangemessen.

      Natürlich generieren sie mit ihren Aktionen auch Aufmerksamkeit, zunehmend aber eben auch Ablehnung. Und ich wage anzuzweifeln, dass das der an sich sehr gerechten Sache dienlich ist. Es ist eben ein Unterschied, ob ich unter Einsatz meines Lebens in einem Schlauchboot den Weg von Walffangschiffen kreuze, oder ob ich mich an Luxuskarossen festbappe.

      Wenn ich überlege, wie viele Aspekte ich nicht in den 300 Worten unterkriegen konnte, wäre eigentlich noch eine Fazit ziehende fünfte Etüde möglich – aber irgendwann muss gut sein. :-)

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      1. Das ist das Problem mit den Etüden – die Verknappung, die zwangsläufig damit einhergeht, dass man sich für einen/sehr wenige Aspekte entscheiden muss … 😟
        Ablehnung, eben. Negative Aufmerksamkeit. Macht die BILD seit gefühlt 100 Jahren, weil es funktioniert, und sich darüber zu beschweren, finde ich scheinheilig … 🤔

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        1. Der Unterschied ist, dass die journalistische Rohstoffverschwendung mit den vier großen Buchstaben fernab jeglicher Prinzipien für Aufmerksamkeit sorgt, weil sie Verkäufe, Umsätze, Gewinne generieren will, während die Straßenkleber eigentlich für eine positive Gesellschaftsveränderung eintreten, die ausdrücklich zu begrüßen ist. Für das eine halte ich negative Aufmerksamkeit für geeignet, für das andere eher hinderlich.

          Und ich beschwere mich ja gar nicht, ich beschreibe. :-)

          Gefällt 1 Person

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