abc.Etüden KW 44/45 2022 II

abc.etüden 2022 44+45 | 365tageasatzaday

Guten Morgen, liebe Leserinnen,

aus mehr oder weniger aktuellem Anlass erlaube ich mir die Freiheit, der Etüde von gestern eine heutige Fortsetzung folgen zu lassen. Die Etüden werden von Christiane organsisiert, die Wortspende stammt von Natalie und ihrem Blog Fundevogelnest. Auf gehts:

„Du erinnerst dich an die Geschichte von gesterm?“

„Klar. Der Unfall in Berlin, verletzte Radfahrerin, Feuerwehrspezialfahrzeug schleicht im Schildkröten-Tempo durch die Straße, weil sich irgendwelche Freaks mit Mehrkomponenten-Idioten-Kleber der NASA an der Straße festkleben und ein Aktivist fleht mittels eines Tweets förmlich darum, eine gefenstert zu kriegen.“

„Das meine ich. Mittlerweile haben sich weitere Personen dazu geäußert.“

„Welche zum Beispiel?“

„Na, zum Beispiel Luisa Neubauer.“

„Oh, da bin ich jetzt aber gespannt. Was sagt sie so?“

„Sie sagt unter anderem, quer durch die Klimabewegung stehe man “ für Klima-Aktivismus, der Menschen nicht gefährdet“.“

„Aha – weiß sie, dass Frau Giffey darauf hingewiesen hat, dass das nicht das erste Rettungsfahrzeug war, das wegen dieser Spezialisten verspätet am Unfallort eintrifft, sondern das achtzehnte?“

„Vermutlich nicht, nein.“

„Was sagt sie noch?“

„Sie sagt, ich zitiere: „Solange die Regierung gerechten Klimaschutz blockiert, wird es in der Gesellschaft immer mehr Spaltung geben. Und wenn die großen Fragen zur Klimakrise nicht im Parlament und Kabinett beantwortet werden, werden diese Fragen zunehmend auf den Straßen ausgetragen.“

„Klingt weniger nach Einsicht, sondern mehr nach Drohung. Und einem religionsähnlichen Allgemeingültigkeitsanspruch der eigenen Position, verbunden mit dem Anspruch, dass andere Menschen immer exakt das tun, was ich von ihnen verlange. Wird schwer, mit dieser Prätention durchs Leben zu kommen …“

„Geht ja noch weiter: Sie sagt, sie finde die Kritik des Kanzlers zynisch, denn der sei es ja „höchstpersönlich, der durch seine Blockade von schnellem Klimaschutz in großem Ausmaß zur indirekten Gefährdung von Menschen beiträgt.“

„Ach so. Und was ist mit der direkten Gefährung von Menschen durch die Aktivisten?“

„Keine Ahnung. Was soll man dazu noch sagen?“

„Na, wenn man großzügig ist, könnte man den Aktivisten ganz nett und freundlich raten, sie sollten ihren Klebstoff doch lieber einfach in der Garage schnüffeln. Und für Frau Neubauer gilt, frei nach Boëthius: „Si tacuisses, philosophus mansisses.“

300 Worte.

15 Kommentare zu „abc.Etüden KW 44/45 2022 II

  1. Herr, schmeiß Hirn vom Himmel! Mir stehen weiterhin die Haare zu Berge.
    Ausnahmsweise mag ich die Verkürzung auf „Da haben doch alle ein Rad ab“ nicht sonderlich – es wird keinem gerecht und künstlich gehypt – aber ich finde auch nicht, dass diese Klebeaktionen furchtbar intelligent sind.
    Das glatte Gegenteil einer Win-win-Situation 😟
    Vormittagskaffeegrüße ⛅🍁☕🍪🍂👍

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    1. Im vollen Bewusstsein der Tatsache, dass man mit Verallgemeinerungen für gewöhnlich falsch liegt, glaube ich, dass bei der „Letzten Generation“ tatsächlich alle, wenigstens aber ziemlich viele, ein Rad ab haben. :-) Zudem bringen sie den berechtigten Protest gemäßigterer Menschen wie den FFF-Anhängern in Misskredit.

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    1. Das kann man – leider – so sagen. Der Allgemeingültigkeits- und Absolutheitsanspruch hat schon ideologische Züge. Allerdings muss man auch sagen, dass weite Teile des Klimaprotests ja tatsächlich gemäßigter daherkommen.

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    1. Mir wäre auch lieber gewesen, es hätte keinen Anlass gegeben, sie fortzusetzen, aber derartige Reaktionen erzeugen bei mir intensives Kopfschütteln, dass ich dann häufig einfach zwingend „verbloggen“ muss. :-)

      Seltsame Frage am Rande: Bei mir ist unlängst ein Buch über eine große Buchhandelskette mit T eingetrudelt, das ich nie geordert habe. Mein persönliches Umfeld zeigt sich diesbezüglich vollständig ahnungslos und zeichnet nicht dafür verantwortlich. Du hast nicht zufällig was damit zu tun …!? :-)

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        1. Das weiß ich noch nicht. :-) „Der Klang von Licht“ von Clara Maria Bagus. Ich finde die Idee auch sehr nett, umso schöner wäre es gewesen, man hätte irgendwas beiegfügt, was auf die Absenderin oder den Absender hätte schließen lassen. Ich kann ja schließlich nicht wochenlang online und im „real life“ rumfragen … :-)

          Gefällt 1 Person

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