abc.Etüden KW 26/27

abc.etüden 2020 26+27 | 365tageasatzaday

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

zugegeben, die von Christiane organisierten Etüden genießen gerade keine Priorität bei mir – ich müsste diesbzüglich mal eine Umfrage durchführen … – aber zwischendurch gibt es ja doch Anlass, etwas zu schreiben, diesmal zu einer Wortspende aus dem Blog „Weltall. Erde. Mensch…und Ich„.

 

„Na, worüber reden wir heute?“

„Tja, da es wohl noch eine ganze Weile dauern dürfte, bis ein Impfstoff aus dem Reagenzglas hüpft, würde sich als Thema …“

„Das beschäftigt mich jeden Tag auf geradezu übermächtige Weise, also: Nein!“

„Na gut, dann … bayerische Politiker, das geht immer!“

„Da kriege ich nur wieder Söderbrennen! Wobei, es gibt ja noch andere … mit Ämtern auf Bundesebene …“

„Seehofer?“

„Seehofer!“

„Was hat er verbrochen?“

„Oh, vieles. So hat er offensichtlich ein sehr individuelles Verständnis von Pressefreiheit …“

„Ach komm, die Kolumne in der taz war aber auch echt nicht gut geschrieben!“

„Mag sein. Macht sie das in irgendeiner Weise strafrechtlich relevant?“

„Ähm, nein?“

„Eben! Schon durch Bundespräsident a. D. Wulff hätte er ja gelernt haben können, der nahm es mit der Pressefreiheit auch nicht so genau. Außerdem hat er, also Seehofer, doch gerade erst einen Rechtsstreit verloren, so dusselig kann er doch eigentlich … ach, vergiss es. Es geht mir auch um etwas anderes.“

„Nämlich?“

„Stuttgart!“

„Oh, ja. Schlimme Sache das.“

„Zweifellos.“

„Und? Was hat Seehofer da verbockt?“

„Einerseits fuhr er schon kurz nach den Taten nach Stuttgart.“

„Ja, und?“

„Tja, was man beinahe schon vergessen hat: In Chemnitz war er seinerzeit nicht. Stattdessen äußerte er „Verständnis“ für die Demonstranten und sagte: „Ich wäre in Chemnitz als Staatsbürger auch auf die Straße gegangen“. Bei Gewalt gegen Menschen scheint es bei ihm also darauf anzukommen, gegen wen sich diese richtet und von welcher Seite sie ausgeübt wird …“

„Ist das neu?“

„Leider nicht. Aber das eigentliche Problem: Er forderte – völlig zu Recht natürlich – „harte Strafen“ gegen die Täter, denn, und jetzt kommt es, „Strafen sind immer noch das beste präventive Mittel“.

„Ähm, nein!?“

„Natürlich nicht, sonst verhängen wir einfach zukünftig auf alles die Todesstrafe und haben gar keine Straftaten mehr! Prävention bedeutet: Bildung, Aufklärung, familiäre und soziale Stabilität und vieles mehr!“

 

300 Worte.

11 Kommentare zu „abc.Etüden KW 26/27

    1. Herzlichen Dank, wünsche ich ebenso.

      Auf die Werbung von WordPress habe ich naturgemäß weder Einfluss, noch sehe ich sie überhaupt. Insofern würde mich schon interessieren, was da so stand …!?

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  1. Söderbrennen! Den sollte man sich merken, der ist echt gut! :-)
    Tja, Prävention macht Arbeit und kostet, kann nicht gut „optimiert“ werden und man kann sich nicht kurzfristig mit tollen Federn schmücken, weil die Karre schon tief im Dreck steckt. Tja.
    Liebe Grüße dennoch unverdrossen
    Christiane, stark verspätet, war gestern offline :-)

    Gefällt 1 Person

    1. Herzlichen Dank, das finde ich – ganz unbescheiden – auch. ;-)

      Und ja, sicherlich ist Prävention aufwendig und teuer, aber trotzdem im Gegensatz zu Seehofers „law-and-order“-Geblubber die eindeutig bessere Alternative.

      Gefällt 1 Person

  2. Dem Vollhorst Seehofer hätte man schon längst „das Vertrauen aussprechen“ sollen. Ich bin mir sicher, dass in der gesamten deutschen Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg noch nie ein Politiker, ein Minister, verbal so oft daneben gegriffen hat wie er. Nur ein Beispiel sei erwähnt, aus dem Jahr 2011:
    „… Wogegen wir größte Vorbehalte und Bedenken haben, und da werden wir uns in der Berliner Koalition sträuben bis zur letzten Patrone und niemals nachgeben, dass wir eine Zuwanderung in die deutschen Sozialsysteme bekommen – das wollen wir nicht!…“
    Meine anfangs sehr kritische und negative Meinung über Herrn Söder hat sich während der Corona-Krise allerdings gewandelt. Er hat sich – zumindest während der letzten Monate – sehr zu seinem Vorteil gewandelt, und uns gut durch diese kritische Zeit gebracht.
    Genau, @Karin, mia san mia ist ein bayerischer Grundsatz. Viel wichtiger ist uns allerdings eine kurze und knappe Zusammenfassung der Lex Bavariae aus dem frühen 8. Jahrhundert, einer der allerersten Versionen eines bürgerlichen Gesetzbuchs: „Leben und leben lassen.“

    Gefällt 2 Personen

    1. Tja, der Innenhorst, man könnte ganze Aphorismensammlungen mit seinen Weisheiten und Zitaten füllen. Das von Dir angesprochene mit der letzten Patrone – wer war das doch noch gleich, der irgendwann etwas ganz Ähnliches sagte …? – ebenso wie das „Mutter aller Probleme ist die Migration. “ wären da wohl ganz vorne anzusiedeln. Allerdings haben sich auch andere Vertreter in diesem Amt in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert. Ich könnte da jetzt ins Detail gehen, aber „Teile meiner Antwort würden die Bevölkerung beunruhigen“ … ;-)

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