Freitagsfragen #106 – Am Freitag!

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

erneut wird im Brüllmausblog zur Beantwortung der Freitagsfragen aufgerufen. Und erneut leiste ich diesem Aufruf gerne Folge. Die Fragen und Antworten lauten:

1.) Könntest Du eine fiktive Kreatur als Begleiter haben, welches würdest Du wählen?

Der Einfachheit halber würde ich mich da für Lübke, den Assistenten von S. Atan, seines Zeichens Eigentümer und Geschäftführer der „Fate LLP“ mit Sitz in der Hölle entscheiden. Einerseits kenne ich ihn ganz gut, andererseits scheint er ein netter Kerl zu sein. Neulich erst …

… wir befinden uns in der Hölle, dem Stammsitz der „Fate LLP“ mit Sitz in der Hölle, deren Eigentümer und Geschäftsführer S. Atan nach seinem Assistenten ruft.

„LÜBKE!“

„Hier, mein Herr und Gebieter! Was kann ich für Sie tun?“

„Lübke, mir ist so fad!“

„Na, dann sollten wir vielleicht den Feldmarschall zum Freischuss abgeben, äh, zum Abschuss freigeben!?“

„Bitte was?“

„Ach, nicht weiter wichtig. Ihnen ist also langweilig, ja!?“

„In der Tat! Bringen Sie mir die Akte von diesem Reisswolfblog-Spinner und lesen Sie mir vor, was der so schreibt.“

„Worüber?“

„Na, über alles, der schreibt doch manchmal über Gott und die W…, ähm, ich meine, über alles mögliche halt. Politik und so. Es passiert doch derzeit wirklich genug. Ich würde gerne mal lesen, was er dazu so geschrieben hat.“

„Nichts, Chef!“

„Nichts?“

„Nichts!“

„Moment, nichts über die Situation in den USA, nichts über die angebliche Entlastung von Frau von der Leyen, nichts über den Eiertanz um den Parteiausschluss von Kalbitz aus der AfD, nichts über das Konjunkturpak…“

„Nichts, Chef!“

„Ja, was macht er denn dann?“

„Der schreibt derzeit nur so langweilige Buchrezensionen.“

„Och nä, dieser pseudo-kulturelle Mist, nee, geh mir wech damit.“

„Tja, es ist nun mal, wie es ist.“

„Er schreibt gar nichts anderes mehr?“

„Nun, doch … heute gerade schreibt er augenscheinlich über, ähm, über mich!?“

„Über Sie?“

„Jawohl, Chef!“

„Och, näää, dann bekommt das Ganze wieder so ´ne nervtötende Meta-Ebene. Außerdem: Ich wüsste jetzt gar nicht, was er über Sie so schreiben könnte.“

„Na, witzigerweise weiß er das auch nicht so genau …“

„Heißt das, das wird dann wieder so eine Geschichte gänzlich ohne Pointe?“

„Scheint so, Chef!“

„Na, dann bin ich ja mal gespannt, wie er sich da mal wieder rausschreibt. Ähm, Lübke!?“

„Ja, bitte!?“

„Hören Sie das auch?“

„Was denn, Chef!“

„Na, dieses … Piepen!?“

„Oh, das … ich schätze, das ist der Feuermelder.“

„Der Feuerm… – wir haben einen Feuermelder an der Decke? Wir sind in der verfluchten Hölle, verdammt. Was ergibt das Ding hier drin für einen Sinn?“

„Bauliche Vorschriften, Chef.“

„Na, dann … sollten wir wohl mal das Gebäude verlassen!?“

„Ich schätze schon, Chef!“

„Na, da hat der Reisswolfblog-Spinner ja nochmal Glück gehabt, sonst hätte er sich jetzt doch tatsächlich noch etwas Sinnvolles einfallen lassen müssen. Okay, Lübke, weg hier!“

 

2.) Welchen Film sollte man mal gesehen haben?

Ich bin kein umfassend informierter Cineast, deswegen sind sämtliche Filme, die mir hier einfallen würden, schon etwas älteren Datums. Und davon sind wiederum viele so altbekannt, dass man sie nicht nochmals thematisieren müsste. „Good Will Hunting“, „Club der toten Dichter“, „Before Sunrise“ wären solche Kandidaten. Und natürlich „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“, allein für: „Schlagy hat wieder zugeloxt! äh….Loxley hat wieder zugeschlagen!“ oder für „Ich kann wieder sehen! … Doch nicht! Hm, hab mich geirrt.“ und ähnlichen Unfug.

Einer der Filme, die vielleicht nicht (mehr) alle auf dem Schirm haben, den man meines Erachtens aber zwingend gesehen haben sollte, ist „Amistad“. Dass der seinerzeit ohne jegliche Oscar-Prämierung blieb, ist mir völlig unerklärlich.

Dass ich irgendwann nochmal ein umfassend informierter Cineast werde, schließe ich indes allein schon deshalb aus, weil das Kino sich mittlerweile darauf beschränkt, die achtundreißigte Version von „Fast & Furios“ mit zunehmend dämlichen Titeln, eine Version der „Ghostbusters“ in weiblich, 382 Marvel-Filme pro Woche sowie regelmäßige Star-Wars-Fortsetzungen stetig abfallender Qualität zu produzieren. Oder Fortsetzungen von Pocahontas in blau, sprich „Avatar“.  Aber jetzt mal ehrlich, die zehn erfolgreichsten Filme weltweit 2019 waren:

1. Avengers: Endgame
2. Der König der Löwen
3. Die Eiskönigin II
4. Spider-Man: Far From Home
5. Captain Marvel
6. Joker
7. Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers
8. Toy Story 4
9. Aladdin
10. Jumanji: The Next Level

Da bin ich ja so was von umfassend raus. Gesehen habe ich davon zwei. Einer davon war gut, wegen Joaquin Phoenix, und einer war schlecht aus einer Fülle von Gründen, die aufzuzählen die Kapazität des Internets an seine Grenzen bringen würde. Insgesamt zeigt sich jedenfalls: Wenn man nicht auf Marvel steht oder älter als 12 ist, sieht es düster aus.

Und wenn doch mal ein Film dabei ist, der mein Interesse weckt, „1917“ wäre so einer gewesen, dann verpasse ich ihn auch …

*seufz*

3.) Gibt es ein Zitat, ein kurzes Gedicht, eine Strophe, Vers oder ähnliches, das Dich begleitet, nach dem Du lebst oder das Dich inspiriert?

Ich fand früher ja „Schützt die Bäume, esst mehr Biber!“ ganz witzig, fürchte aber, dass man den heute nicht mehr bringen kann …

Nein, also ich fürchte, dass ich hier nicht mit einer sinnvollen Antwort dienen kann. Ich finde beispielsweise Kalendersprüche genauso schrecklich, wie beispielsweise die Ausrichtung auf ein bestimmtes sogenanntes Lebensmotto. Wenn man mir ein Lebensmotto gewordenes Zitat wie das allgegenwärtige „Carpe diem“, das Churchill zugeschriebene „Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“ oder das Mark Twain zugeschriebene “Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.“ um die Ohren haut, dann lebt man potenziell gefährlich, auch und gerade weil dieser vermeintlich motivierende Mist dann meistens von Leuten kommt, die a) den Tag in erster Linie selbst für nichts nutzen, b) niemals in ihrem Leben wirklich richtig auf die Schnaue gefallen sind oder c) selber durchs Leben laufen, als hätte man ihnen gerade eröffnet, dass heute ihr letzter Tag auf Erden ist.

Abseits dieses Motivationsgedöns bringe ich allerdings immer wieder gerne Zitate an. So habe ich beispielsweise gerade gestern erst den großen zeitgenössischen Philosophen „Alf“ zitiert. ;-)

Was Gedichte und/oder Verse angeht, bin ich ähnlich raus, weil Lyrik nicht meine bevorzugte Textform ist. Dabei gibt es da viel Schönes. So mag ich Rilkes „Herbsttag“ ebenso gerne wie Georg Heyms „Der Gott der Stadt“. Aber als „inspirierend“ kann ich nichts davon bezeichnen.

Mich inspirieren in erster Linie Menschen. Schade, dass man derzeit so wenige von ihnen sieht …

4.) Die Wahl der Qual: Hättest Du lieber, dass alle elektrischen Geräte plötzlich aufhören zu funktionieren (potentiell für immer) oder dass sämtliche Länder regiert werden von pubertierenden Teenagern?

Der Totalausfall aller elektrischen Geräte würde ja nicht nur Unterhaltungselektronik und ähnlichen vielleicht verzichtbaren Schnickschnack betreffen, sondern beispielsweise auch viele medizinische Geräte und die Medizin somit um gefühlte Jahrhunderte zurückwerfen. Das Risiko wäre es mir nicht wert.

Dann würde ich lieber das Risiko eingehen, die Welt von pubertierenden Teenagern regieren zu lassen. Ich glaube sogar, das hätte einen positiven Effekt auf die Welt und die Menschheit ganz allgemein. Mag der pubertierende Teenager als solcher vielleicht manchmal impulsiv sein, so würde er wohl kaum die Nationalgarde gegen Demonstranten aufmarschieren lassen, aus wirtschaftlichen Gründen den Amazonas abfackeln, ein Gesetz erlassen, dass die positiv konnotierte Erwähnung von Homosexualität unter Strafe stellt oder mehrere tausend Menschen pro Jahr hinrichten lassen, um mal Beispiele aus den USA, Brasilien, Russland und China anzubringen.

Nein, so was ist dann meistens das Ergebnis einer Art multilateralen Schwanzvergleichs zwischen Männern im mittleren bis gehobenen Alter in politischen Positionen. Und es hätte noch eine Menge weitere Beispiele gegeben.

Schlimmer könnten das auch die pubertierenden Teenager nicht, die die Sache wenigstens mit einer gehörigen Portion Idealismus angehen würden, der in der Politik der letzten Jahrzehnte irgendwann mal verschüttgegangen ist und durch Klientelpolitik ersetzt wurde.

Das weiß auch Herr Habeck von den Grünen, weswegen seine kürzliche Forderung, das Wahlalter auf 16 herabzusenken, sicherlich nicht als altruistisches Geschenk an die junge Generation zu werten ist, sondern rein aus dem Kalkül entspringt, dass die potenzielle Grünen-Wählerschaft in diesem Alterssegment vergleichsweise hoch ist.

Kurz: Lieber Teenager als machtgetriebene, überhebliche Ärsche.

 

Das war es dann auch schon wieder!

Ich wünsche allseits einen guten Start in ein hoffentlich schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl.

 

12 Kommentare zu „Freitagsfragen #106 – Am Freitag!

    1. Herzlichen Dank! Wobei ich mich selbst sogar scheuen würde, es „Geschichte“ zu nennen, ich würde eher sagen, es ist ein „Text, der bis zu seinem Ende keine Ahnung hatte, wohin er wollte, was man ihm deutlich anmerkt.“ ;-)

      Ich mag ihn halt, den Lübke. deswegen taucht er mittlerweile bei mir auch so oft auf.

      Gefällt 1 Person

  1. Pubertoren haben die Weisheit noch vor sich und hinter sich ohnehin.
    Ein schönes Mantra, was mich seit Jahrzehnten inspiriert und was dir auch gefallen könnte:
    Gehe, gehe, gehe dahinter, gehe hinter das Dahinter.
    Weil irgendwas ist immer noch hinter dem Dahinter, und das letzte Dahinter erreichen wir selten.

    Gefällt 1 Person

  2. Ich wäre auch für die Puber-tiere, obwohl die ihr Weltwissen ja aus so kleinen rechteckigen Dingern beziehen, ob sie auch darüber hinausgucken, da bin ich etwas skeptisch, es wäre ein Versuch wert. Unsere Jugend zeigt nämlich, wenn es darauf ankommt, mehr Engagement und Verantwortung, als die Arrivierten ihnen zuspricht. Zumindest ist ihr Anblick erfreulicher als so ein überseeischen Altpubertier, bei dem es mir schon in den Fingern zuckt, wenn ich sein ruckartiges Hals- und Schulterzucken sehe.

    Gefällt 4 Personen

  3. Eine Weile lang war ich ganz furchtbar einsam, und da habe ich in meiner Phantasie ein über zwei Meter großes, ganz sanftes, ganz flauschig bepelztes Wesen erschaffen, halb Yeti, halb überdimensionale Hauskatze, das mich bei allem Ungemach in die Arme geschlossen und tröstend brummelnd in den Schlaf gewiegt hat. ;-)
    Meine Lieblingssprüche bei jeder sich bietenden Gelegenheit sind „Es gibt Schlimmeres“ und „Ich bin im Auftrag des Herrn unterwegs.“ Bei ersterem habe ich mir schon so manchen ungnädigen Blick und schnippische Bemerkungen eingefangen, bei letzterem stoße ich vor allem bei Nichtkennern der Blues Brothers auf völliges Unverständnis.
    Na ja, das sollten dann aber auch „richtige“ Teenager an der Regierung sein, nicht solche Typen wie der älteste 27-jährige der Welt namens Amthor… Erstaunlich finde ich immer, dass in der Regel solche Leute gegen den Einsatz von fortschrittlichen elektrischen und elektronischen Mitteln sind, die zuhause einen recht üppigen „Fuhrpark“ derselben haben und diesen auch sehr fleißig benutzen. Zum Brüllen sind diejenigen, die gegen 5 G Masten protestieren, und das Smart- bzw. Ei-Phone nutzen, um sich zu ihren Kundgebungen zu verabreden und den neuesten verschwörungstheoretischen Mist zu teilen…

    Gefällt 3 Personen

    1. Na, wenn das seinerzeit funktioniert hat, ist das absolut legitim. Ich stelle mir die beschriebene Mischung aber eher gruselig vor … ;-)

      „Es gibt Schlimmeres!“ kann man tatsächlich mantraartig wiederholen, das hätte mir auch einfallen können. Die Blues Brothers habe ich selbst bisher tatsächlich noch nicht gesehen – Schande über mich, aber ich habe irgendwie so gar keinen Bezug dazu -, das Zitat ist mir aber geläufig. In Verbindung mit der dafür notwendigen Gelassenheit kommt das sicher gut. Was ich ja immer schon mal ausprobieren wollte: „Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt!“ oder, mitten in der Fußgängerzone: „All das, mein Sohn, wird eines Tages Dir gehören! ;-)

      Zu Amthor lässt sich tatsächlich nur sagen, dass der ein Frühvergreister im Körper eines jungen Mannes ist. ;-)

      Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.