abc.Etüden KW 19/20 I.III

abc.etüden 2020 19+20 | 365tageasatzaday

Etüden: Christiane

Wortspende: Olpo Olponator

 

„André S also. Der war Administrator mehrerer der Prepper-Chatgruppen und stellte sich letztendlich als der namensgebende Hannibal heraus.“

„Benannt nach dem Feldherren.“

„Nein, vermutlich nach dem aus dem „A-Team“.

„Muhahahaha…“

„Kein Witz!“

„Oh …“

„Also, S. war aber eben auch beim KSK. Und nachdem es dort Streit gab, hauptberuflicher Leiter des Vereins Uniter, aber den schenke ich mir jetzt.“

„Okay.“

„Und er war Auskunftsperson für diverse MAD-Mitarbeiter.“

„Was? Der Leiter eines Terrornetzwerks in der Armee war ein MAD-Informant?“

„Jepp!“

„Wie peinlich!“

„Allerdings. Aber auch das ließ sich dann nicht lange totschweigen. Als S. von der Festnahme von Franco A. erfuhr, ließ er sofort alle Chatnetzwerke löschen. Aber es war zu spät. Es wurden Ermittlungen eingeleitet …“

„Und dann wurde auch er großspurig angeklagt.“

„Genau!“

„Wegen Terror-irgendwas?“

„Nein, wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz.“

„Was?“

„Jepp!“

„Keine Anklage wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung?“

„Nein, nur ein Schuldspruch über 120 Tagessätze wegen des genannten Delikts.“

„Und?“

„Und er hat Einspruch eingelegt.“

„Is´nich´ wahr. Aber die Bundeswehr, die hat ihm so richtig den Arsch aufgerissen, oder!?“

„Nope, sein Wehrdienst lief im September des letzten Jahres aus. Er verließ die Armee und kam einem Disziplinarverfahren so zuvor.“

„Also gilt es als erwiesen, dass es ein terroristisches Netzwerk gibt, und niemand wird deswegen gemeinschaftlich angeklagt, sondern immer nur einzeln, wegen Killefitt?“

„Wegen was?“

„Na, wegen dummem Zeug, Kleinigkeiten halt.“

„Ach so, ähm, ja!“

„Ja, aber was sagt denn die Verteidigungsministerin dazu?“

„Nun, nach der gestrigen Razzia sagte sie: „Jeder, der in irgendeiner Art und Weise radikal in der Bundeswehr auffällt, hat in unseren Streitkräften keinen Platz.“.“

„Muhahaha …“

„Was denn?“

„Jeder, der „auffällt“! Das Problem sind aber nicht die Idioten die sich festnehmen lassen und auffallen, sondern die, die nicht auffallen.“

„Stimmt.“

„Weißt Du was?“

„Nein!?“

„Ich gehe mit jetzt aus Frust einen Katamaran kaufen!“

 

299 Worte. Puh, das war schwierig … :-)

31 Kommentare zu „abc.Etüden KW 19/20 I.III

  1. Das was du da in 3 Etüden verarbeitet hast hat doch eigentlich Potential für ein ganzes Drehbuch. Mit Wendungen und Verwicklungen bei denen man als Zuschauer irgendwann den Überblick verliert, wenn man sich nicht parallel zum Film eine Prinzipskizze erstellt, wer da jetzt mit wem und wo zusammenarbeitet. Welcher Doppel- und Dreifachagent und Agent Provocateur unterwandert wen im Auftrag von wem…wäre mir als Beteiligter viel zu stressig, und ich verlöre den Überblick :-)

    Gefällt 1 Person

    1. Jo, ich war insofern auch froh, dass mit nur 3×300 Worte zur Verfügung standen, so war ich gezwungen, den Sachverhalt auf ein Minimum einzudampfen.

      Ich hoffe daher, dass man zumindest als Leser den Überblick nicht verliert. :-)

      Gefällt 1 Person

  2. Ich habe derzeit das Gefühl, dass die wirklich fiesen Menschen mit einem Mal mit allem durchkommen, einfach weil sie dreist sind. Abgesehen davon, musste ich bei deiner Unterbringung von Katamaran sehr grinsen – guter Comedy Relief, den man bei dem Thema sicher braucht.

    Gefällt 2 Personen

    1. „Comedy Relief“ – liebe Güte, ich bin alt, ich muss sowas immer googeln. ;-) Aber herzlichen Dank!

      Und ja, mit Dreistigkeit, fernab jeglicher Fakten kommt man derzeit ganz gut durch. Keine Ahnung, wie es dazu kommen konnte.

      Gefällt 2 Personen

  3. Das Prinzip: „Lass dich bloß nicht erwischen!“, das für Millionen Kinder maßgebend war.
    Ein neuer Marsch – im wahrsten Sinne – durch die Institutionen.
    Diese sehr gut zusammengefasste Entwicklung verstört und beschäftigt mich schon länger. Hier schraubt sich etwas auf, das in einer Katastrophe enden könnte, wenn es als gehäufte Einzelfälle weiter verharmlost wird. Was die so Engagierten natürlich nicht als solche bezeichnen würden. Nicht zuletzt, weil es ein weltumspannendes Netzwerk gibt und eine Menge Kapital aus anonymen Zuwendungen und mysteriösen Erbschaften.

    Gefällt 1 Person

  4. Die Verteidigungsfrau hat recht: es gibt genügend Sportgruppen ohne Wehrverhalten, Trachtenvereine und SchuhplattlerStammtische, da kommen die schon in einer unauffälligen Organisation unter, die Auffälligen; das ist klug. Ich kann mich noch gut erinnern, daß zwischen den beiden Großen Vaterländischen Kriegen, in denen Deutschland die Bildung einer Luftwaffe von den Siegern des Ersten verboten wurde, in der Vorbereitungszeit auf den Tag X die Piloten der Lufthansa verschiedene Ränge innehatten, oft als Anstecknadel auf der Innenseite des Revers plaziert, welche ihre zukünftigen militärischen Ränge bezeichneten.
    Aber gut. Es ist ja bloß eine Etüde. Und da die beamtete Wächterin über Fiktion und Wahrheit ihre Stimme bereits abgab und lediglich musizierte anstatt nach „Verschwörungstheorie“ zu rufen, wird sie die Schilderung als jenen absoluten Blödsinn erkannt haben, der er sein muß.
    Mir tun nur jetzt schon jene leid, die den Schwachsinn glauben und am Liebsten auswandern wollen, denn: wohin denn bitte ? In den Dreißigern konnten die Juden nach Palästina oder Amerika und die Kommunisten nach Moskau… Aber heute ? Heute sind sich die Regierungen aller Länder ziemlich einig, was die Reglementierung des täglichen Lebens betrifft, nur wer das Sagen in der Weltöffentlichkeit hat, ist noch offen. Vielleicht ist es im Königreich Tonga besser, eine zeitlang, aber das wird bald untergeh’n oder als Atomversuchsgelände gebraucht werden – und wer würde sich dann als Schutzmacht davor stellen ?
    Ich bin ja so froh, daß dieses Konstrukt bloß eine erfundene Geschichte ist – aber zugegeben: sehr gut erfunden … denn wäre sie auch nur ein bißchen wahr, würde ich mich kein bißchen darüber wundern, daß heute eine Tussi, die noch feucht hinter den Ohren ist, einen Kommentar löschte, in dem es hieß: „Kondome in einem Baumarkt kaufen zu wollen ist keine gute Idee“ – so als wäre diese Aussage falsch. Denn dann müßte ich davon ausgehen, daß Entscheidungsträger, welche es faustdick hinter den Ohren haben, sich ebenso verhalten könnten, wenn ihnen etwas nicht in ihr Weltbild paßt: löschen, Hase sein und von nix wissen wollen.
    So einfach ist das … ;-)

    Gefällt 2 Personen

    1. In Sportgruppen, Trachtenvereinen und Stammtischen dürfen die sich meinethalben gerne treffen, denn dort wird ihnen kein Zugang zu Schusswaffen gewährt.

      Im Übrigen wurde die Lufthansa 1953, nach den zwei „Großen Vaterländischen Kriegen“ gegründet. ;-)

      Wer gegen die Reglementierung des Lebens ist, der bleibt am besten in der westeuropäischen Hemisphäre, denn reglementiert wird wohl kaum irgendwie so wenig wie hier – die aktuelle Situation mal ausgenommen. Und die Löschung von Kommentaren hat mit staatlicher Reglementierung genau gar nichts zu tun, sondern eher mit Kommentarrichtlinien. Dass dabei Fehler gemacht werden können, liegt in der Natur der Sache, denn überall wo Menschen beteiligt sind, werden Fehler gemacht, daraus würde ich nicht gleich den Untergang des westlichen Abendlandes ableiten.

      Gefällt 2 Personen

      1. Ich hätte gedacht, du könntest mehr Ironie in meinem Kommentar erkennen und würdest ihn nicht als persönliche Beschwerde werten.
        Schade.
        Was die Lufthansa betrifft, bist du im Irtrtum.
        Auch schade.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Lufthansa#Fr%C3%BChere_Unternehmen_mit_dem_Namen_%E2%80%9EDeutsche_Lufthansa%E2%80%9C
        Zusammenhänge zu erkennen ist heutzutage schwer und von Peanuts auf den Kopf des Fisches zu schließen nicht jedem gegeben Glücklich seien jene, welche sich ihrer Sache sicher sind ;-)

        Gefällt 1 Person

        1. Danke für die Blumen! :-)

          Technisch gesehen sind die Montagsfragen ja eigentlich Freitagsfragen, nur hatte ich in den letzten zwei Wochen irgendwie keine Muße, diese auch gleich am Freitag zu beantworten. ;-)

          Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank für das Lob! :-)

      Ja, im vorliegenden Fall müssen das zwar verhältnismäßig viele verwirrte Einzeltäter gewesen, aber offensichtlich immer noch Einzeltäter … Wie sagt man so schön: Kannste Dir nicht ausdenken sowas! :-)

      Gefällt 2 Personen

      1. Na, weil halt nicht sein kann, was nicht sein darf. Anscheinend passt rechtsextremer Terror immer noch nicht in das Weltbild so mancher unserer Volks(ver)treter, schon gar nicht in das unseres Bundesoberinnenwichtels. Und deshalb wird da immer weiter trotz aller öffentlicher Bekundungen fleißig abgewiegelt, klein geredet, nicht hingesehen, die Tatsachen nicht wahrgenommen… Mir fallen da auf Anhieb zwei Beispiele ein: Oktoberfestattentat 26.09.1980 und der „Amoklauf“ im OlympiaEinkaufsZentrum am 22.06.2016. Ersteres ist nach wie vor nicht als rechtsextreme Tat eingestuft, und bei zweiterem hat man sich mit Händen und Füßen jahrelang vehement dagegen gewehrt.

        Gefällt 1 Person

  5. Punktlandung. 😁👍
    Aber der Inhalt: Wenn es nicht so zum Heulen wäre (und noch mehr), müsste man darüber lachen. Was für eine Posse. Aber wie du hervorgehoben hast: Das Problem sind die, die den Kopf unten behalten. Meine Güte. 😣

    Gefällt 1 Person

    1. Jepp, Punktlandung, nahezu. :-) Aber den Sachverhalt in etwa 900 Worten zusammenzufassen war eeecht nicht so einfach.

      Und ja, das Problem sind eben die, die nicht auffallen. Zumal wir es bei den handelnden Personen zu großen Teilen mit KSK-Leute zu tun haben. Während man früher noch den Witz machte, dass die Bundeswehr dazu da ist, den Feind an der Grenze solange aufzuhalten, bis richtige Soldaten kommen, wissen die Herrschaften, was sie wie zu tun haben.

      Umso bedenklicher, dass die gestrige Razzia beweist, dass man das Problem einfach nicht in den Griff kriegt.

      Man könnte sich herzlich bei Karl-Theodor zu Guttenberg bedanken, dessen Abschaffung der Wehrpflicht in letzter Konsequenz dazu geführt hat, dass die Bundeswehr nehmen muss, wen sie kriegen kann, aber was weiß ich schon …!?

      Gefällt 2 Personen

        1. Aber nein. Wir in Ösien erledigen das so, wir haben ja kein Berufsheer, daß wir jene, die schon bei der Stellung auffällig werden, Zivildienst machen lassen, deswegen schaffen wir immer mehr solcher Stellen, sogar Auslandseinsätze sind dadurch möglich geworden. Die anderen sind entweder Unentschlossene oder Stimmvieh ohne Meinung – unsere verdeckt arbeitendenen SturmStützen zeigen denen schon den rechten Weg – sie haben für ihre Arbeit ja 6 Monate Zeit am Stück, im ersten Anlauf.
          Wir können leider nicht auf preussische, gutausgebildete Soldaten aus der nun befreundeten Ostarmee zurückgreifen und müssen unseren eigenen Weg gehen. So einfach ist das.

          Gefällt 2 Personen

          1. Wart‘ mal. Sehe ich das richtig, dass bei euch noch jeder (männlich) zur Musterung muss? Hier nämlich nicht mehr, wir sind inzwischen komplett freiwillig, wenn ich das richtig sehe.
            Klar, damit seid ihr in einer ganz anderen Position.

            Gefällt 2 Personen

          2. Wer hier bei der Musterung (Stellung) durch entsprechendes Gedankengut auffällt, wird sicherlich auch nicht genommen, aber wenn die einmal drin sind, ist man schon fast gezwungen, sie auch weiter zu beschäftigen, weil man seit Abschaffung der Wehrpflicht eigentlich immer unter Nachwuchsmangel leidet. Den Vorgesetzten von vielen der von mir erwähnten Personen war durchaus bekannt, welches Gedankengut die so verbreiten, passiert ist aber auch da wieder mal nichts.

            Was die preussischen, gutausgebildeten Soldaten aus der nun befreundeten Ostarmee angeht, so gingen deren Mitglieder nach Auflösung der NVA mehrheitlich ins Zivilleben.

            Generäle, Frauen und Berufssoldaten im Alter von über 55 Jahren wurden entlassen, 1.500 Offiziere und Unteroffiziere mussten wegen Zusammenarbeit mit der Stasi gehen. Und die, die übernommen wurden, wurden als Willkommensgeschenk erstmal ihrer Ränge enthoben und degradiert.

            Letztlich wurden nur 18.000 NVA-Soldaten in die Bundeswehr übernommen, es ist also nicht so, dass man sich hier mit der Aufnahme vieler Zehntausender Elite-Soldaten gesundgestoßen hätte.

            Gefällt 3 Personen

          3. Da hätte ich mich informieren müssen/können, was den Verbleib des Kaderpersonals der NVA betrifft, ich sah bloß eine Doku über ein paar wenige Schicksale. Ich denk mir aber nach dem großen Potential an Neonazis, daß Radikalisierung ‚vererbbar‘ ist und in andere Systeme integrierbar. Deswegen kam mir die Idee. Im anderen Fall müßte ich mich wundern, wenn niemand in der Wirtschaft das Gefühl zu haben braucht, daß die Notbremse gezogen werden muß, was der Plan ist. An einzelne Geldgeberpersönlichkeiten, die sich zum Kaiser krönen lassen möchten, glaube ich nicht und daß die Krake weitverzweigt ist, spricht für zumindest Unzufriedenheit in großen Teilen über die Steuerung des Katamarans ‚Krieg und Frieden‘.

            Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.