abc.Etüden KW 19/20 I.I

abc.etüden 2020 19+20 | 365tageasatzaday

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

es ist dann doch mal wieder Zeit für eine Etüde. Und da ich angesichts des Themas wohl nicht mit 300 Worten auskomme, wird das hier nur Teil eins von dreien sein. Was unter anderem bedeutet, dass ich den „Katmaran“ zweimal unterbringen muss, aber was solls!? Die Fragen werden von Christiane organisiert, die Wortspende kommt von Olpo Olponator und seinem Blog olpo run.

 

„Schon gehört?“

„Was denn?“

„Der MAD hat wieder mal ei…“

„Das Magazin?“

„Nein, verdammt, der Militärische Abschirmdienst! Also, die haben mal wieder ein Mitglied des KSK hopsgenommen und bei der Razzia in seinem Haus „Munition, Sprengmittel und Waffen“ gefunden.“

„Wieso wieder mal?“

„Lebst Du unter einem Stein? Na, weil das in den letzten Jahren vermehrt vorgekommen ist. Seit „Hannibal“.

„Dem Feldherren?“

„Nein!“

„Lector?“

„Nein, verdammt, „Hannibal“, das Netzwerk.“

„Ähhhm …“

„Okay, Kurzform: Seinerzeit hat sich der Bundeswehrsoldat Franco A. als syrischer Flüchtling ausgegeben, um als solcher Straftaten zu begehen, und diese den Flüchtlingen in die Schuhe schieben zu können.“

„Davon habe ich gehört.“

„Gut. Beim Versuch, eine von ihm am Wiener Flughafen deponierte Schusswaffe wieder abzuholen, wurde A. dann verhaftet.“

„Und dann?

„Na, am liebsten hätten Bundeswehr und Justiz das totgeschwiegen und bei einer Anklage wegen unerlaubten Waffenbesitzes belassen.“

„Aber?“

„Aber dann hat der BGH berschlossen, dass er doch wegen Terrorverdachts angeklagt werden müsse.“

„Ja, richtig gemacht!“

„Warte ab. Nach seiner Verhaftung geriet sein Kamerad Maximilian T. ins Visier der Ermittler. Bei dem wurde eine Liste gefunden, auf der die Namen bekannter Politiker standen, die man wohl für Anschläge vorgesehen hatte.“

„Und der ist dann auch wegen Terrorverdachts …“

„Nope! Ermittlungen eingestellt, T. hatte zuvor sämtliche Kontaktdaten seines Handys gelöscht, das machte es offenbar schwierig …“

„Dafuq! Die kann man doch …“

„Ja, könnte man sicherlich … Nach der Einstellungen der Ermittlungen könnte man meinen, dass der Kollege großspurig auf dem Bug seines Katamarans stehend in den Sonnenuntergangs ballert, aber nein …“

„Nein …“

„Nein, er wurde von einem AfD-MdB angestellt, der im Verteidigungsausschuss sitzt, bekam einen Hausausweis, könnte so an Unterlagen aus dem Ausschuss kommen, der gegen seine Kollegen ermittelt, geht gelegentlich erfolglos presserechtlich gegen Journalisten vor und arbeitet jetzt auf einem Truppenübungsplatz in Sachsen-Anhalt.“

„Das kann doch nicht Dein Ernst sein.“

„Warte, geht noch weiter …“

 

 

30 Kommentare zu „abc.Etüden KW 19/20 I.I

    1. Ja, dann kann einem auch nur irgendwie anders werden, Wobei die genannten Vorfälle teils ja schon mehrere Jahre in der Vergangenheit liegen. Das im Anschluss an diese Ereignisse Erschreckendste ist eigentlich, dass es nie wirklich zu umfassenden Konsequenzen geführt hat und man das Problem augenscheinlich weiterhin nicht in den Griff kriegt.

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  1. Okayyyyyyyy, ich erwarte gierig den zweiten Teil und erheitere mich unterdessen an der unnachahmlich beiläufigen Erwähnung des Katamarans – wobei ich nicht sicher bin, wie/ob man bei einem Doppelrümpfer von Bug sprechen kann. Aber das sind Marginalien. 😉
    Liebe Grüße
    Christiane 😁☕🌞🍪👍

    Gefällt 1 Person

          1. Dann wüsste ich gern, warum du das Thema eben als „uninteressant“ bezeichnet hast, das verstehe ich dann nämlich nicht.
            Es sei denn, dass ihr das alles locker toppen könnt 😉, das akzeptiere ich sofort …

            Gefällt 2 Personen

          2. Ich frage mich, was du klären oder wem du gefallen möchtest mit deinen Fragen. Sollte ich etwas nicht verstehen, dann frage ich nach, wenn es mich interessiert – so hast auch du das schonmal geschrieben. Falls es in meinem Fall so ist, werde ich Fragen zu beantworten haben, denkst du nicht ;-?

            Gefällt 1 Person

          3. Du, meine Ausgangsfrage war völlig ehrlich gemeint – ich habe nicht verstanden, warum du in deinem Kommentar das Thema als „uninteressant“ bezeichnet hattest. Weder wollte ich dich noch mich damit hinhängen, ich wollte es einfach nur verstehen, jenseits aller Spitzfindigkeiten.

            Gefällt 1 Person

          4. Ok. Das Gegenteil war gemeint. Leider tritt der ausgezeichnete Journalismus zum Schluß auf der Stelle und bleibt ohne Konsequenz bzw einen weiterführenden Schluß. So gesehen, im Nachhinein, ist die ganze Story aus meiner Sicht auch tatsächlich wieder weniger interessant, da sie sich selbst zu genügen scheint. Eventuelle Zusammenhänge zu hinterfragen, auch historische Auffälligkeiten bzw Ähnlichkeiten, scheinen nicht wichtig, eher unpassend zu sein. So einfach ist das … (mein neues Lieblingszitat in diesem Blog ;-))

            Gefällt 2 Personen

          5. Die Story bleibt in erster Linie ohne Schluss, weil sie auch in der Realität noch ohne Schluss ist. Es werden noch Ermittlungen durchgeführt, es werden noch Verfahren verhandelt. Es kann also so etwas wie einen weiterführenden Schluss zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht geben, weswegen man sich eben mit der Darstellung des status quo zufrieden geben muss.

            Das Hinterfragen von Zusammenhängen – im vorliegenden Fall also beispielsweise wie sich die Herrschaften radikalisiert haben, wie sie an Waffen gelangten und viele weitere Dinge – sind zur Darstellung des einfachen Sachverhaltes, und um nicht mehr als den ging es hier, schlicht vollkommen irrelevant. Darüber hinaus verweise ich darauf, dass mir nur 300 Worte zur Verfügung stehen, von denen ich 900 genutzt habe – So einfach ist das …

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