abc.Etüden KW 17/18

abc.etüden 2020 17+18 | 365tageasatzaday

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

„die Mutter der Dummheit ist immer schwanger“, so sagt man. Und weil das so ist, sehen es bestimmte Leute gar nicht ein, in ihrem zweifelhaften Treiben zu pausieren. Und weil das nun wieder so ist, gibt es heute eine meiner momentan seltenen Etüden, welche weiterhin von Christiane veranstaltet werden. Die Wortspende stammt diesmal von der geschätzten Kollegin Myriade.

 

„Na?“

„Ach, halt doch …“

„Na, hör mal. Was ist denn nun schon wieder los?“

„Manchmal wünsche ich mir, wir hätten wirklich diese vielzitierten Propaganda-Staatsmedien, die Dinge unter den Teppich kehren.“

„Weil?“

„Weil ich dann nie erfahren hätte, dass es eine Ausnahmegenehmigung für die gestrige „Pegida“-Demo in Dresden gab und in Chemnitz eine für „Pro Chemnitz“.“

„Ach was?“

„Japp. In Dresden galt die Erlaubnis zuerst für sage und schreibe 80 Leute.“

„Bitte?“

„Japp, man wollte demonstrieren unter dem Motto „80 für 80 Millionen“.“

„Ich kotze. Außerdem haben wir 83 Millionen! Und waren davon nicht etwa 11 Millionen Menschen ausländischer Herkunft, die die Pegidioten eigentlich gar nicht hier sehen wollen? Demonstrieren die bei Pegida auch für diese Leute mit?“

„Weitsicht im Denken kannst Du von Pegida aber doch nun wirklich nicht verlangen. Wie auch immer, die Rechten in Chemnitz versammelten sich vor dem Karl-Marx-Monument …“

„Muhahaha …“

„Ja, fand ich auch witzig. Jedenfalls, an beiden Orten waren natürlich erheblich mehr Teilnehmer als zugelassen, während es in Dresden aber friedlich blieb, weil der durchschnittliche Pegida-Teilnehmer vielleicht ein bisschen einfach im Denken, aber eher nicht gewaltbereit ist, ging es in Chemnitz zur Sache. Da standen 300 zusätzliche Leute mit Transparenten, die schließlich von der Polizei „entfernt“ wurden.

„Die sicherlich Besseres zu tun gehabt hätte.“

„Sicherlich. Jedenfalls geht mir das alles auf den Sack. Die Besserung der Situation steht noch auf gläsernden Füßen und diese Leute wollen ums Verrecken nicht davon ablassen, sich zu treffen, um mit flatternden Fahnen die Gefahr fürs Vaterland zu verkünden.“

„Stimmt. Menschen besuchen keine Gottesdienste mehr, keine Freunde, keine Großeltern. Aber für Menschen, die es zu ihrer Aufgabe gemacht haben, gegen Personengruppen zu hetzen, werden Ausnahmen gemacht. Das muss man sicher nicht verstehen.“

„Man muss aber dazu sagen, dass sich die politische Gegenseite auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.“

„Inwiefern?“

„Das ist eine andere Geschichte. Vielleicht später …“

 

300 Worte.

9 Kommentare zu „abc.Etüden KW 17/18

  1. Der Spruch ist gut, den muss ich mir merken. Warum man ausgerechnet in diesen Zeiten der Beschränkungen Pegidioten das Protestieren erlaubt hat, beunruhigt mich sehr. Aber vielleicht will man ja, dass sich dieses Gesocks gegenseitig fleißig ansteckt, und so vielleicht zur Vernunft kommt – zynisch gesprochen.

    Gefällt 2 Personen

    1. Ähm, nein!? 15 erlaubte Pegidisten plus mehrere unerlaubte Dutzend andere in Dresden sowie 15 erlaubte Rechte plus etwa 300 unerlaubte andere in Chemnitz. Das ist leider eine Tatsache.

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    1. Grundsätzlich finde ich es ja gut, dass wir so etwas wie ein (Bundes)Verfassungsgericht überhaupt haben. Allerdings denke ich auch, dass wir gerade drängendere Fragen und Probleme zu lösen haben, als die juristische Einordnung bzw. die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen.

      Vielen lieben Dank!

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  2. Den Spruch mit der Mutter der Dummheit merke ich mir, den kannte ich nicht 😁
    Den Rest habe ich nicht mitbekommen, habe aber erstaunt (freundlich gesagt) den Kopf geschüttelt. WTF? Meine Güte.
    Danke fürs Aufregen. 😉
    Unverdrossene Grüße
    Christiane 😁🌞☕🍪👍

    Gefällt 2 Personen

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