abc.Etüden KW 15/16 I

abc.etüden 2020 15+16 | 365tageasatzaday

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

wenn man schon nahezu alles andere derzeit mehr oder weniger zum Erliegen kommt, muss das, zumindest vorerst, ja nicht auch für Etüden-Produktion gelten. Legen wir also los. Die Etüden werden wie üblich von Christiane geleitet, die Wortspende stammt von Ludwig Zeidler, den ich beharrlich mit g statt d schreiben möchte, obwohl er mit dem Bremer Stadionsprecher Arnd Zeigler ansonsten wohl vermutlich recht wenig zu tun hat.

 

„Na, was machst Du?“

„Kreuzworträtsel.“

„Kann ich helfen?“

„Mal sehen … Hier, anderes Wort für couragiert, 7 Buchstaben, l am Ende.“

„Mutvoll.“

„Wow. Stimmt. Und hier: Umgangssprachlich für „Abstellraum“. R am Anfang!?“

„12 Buchstaben?“

„Ähm, ja!?“

„Rumpelkammer!“

„Ich bin erstaunt. Könnte man Dein Wissen konservieren, könnten noch zukünftige Generationen davon zehren.“

„Is´ ja gut.“

„Warum löst Du überhaupt Kreuzworträtsel? Das ist relativ … untypisch für Dich.“

„Um mich abzulenken. Weil ich mich sonst nur wieder aufrege.“

„Worüber?“

„Über dämliche Journalistenfragen beispielsweise.“

„Nämlich?“

„Na, beispielsweise gestern. Ein Journalist fragte einen Wissenschaftler zu den Schlussfolgerungen der Leopoldina und impliziert mit seiner Fragestellung, die Leopoldina würde damit Politik machen. Der Gesprächspartner verneint das und der Journalist fragt sinngemäß: „Also werden Entscheidungen weiterhin von den politischen Amtsträgern getroffen?“ Und man fragt sich als Zuschauer: „Ja, sicher, von wem denn sonst? Von Dieter Bohlen? Dem Papst? Der Klavierstimmer-Innung? Den Stadtwerken?““

„Zugegeben, das …“

„Oder vorhin: Es wird erwähnt, dass aufgrund der Krise viele Aufträge der Bekleidungsindustrie nach Südostasien wegfallen. Die Trulla im Studio fragt, ob das wohl Auswirkungen auf das Angebot auf Shirts und Hosen hier im Sommer haben könnte. Typisch mitteleuropäische Sichtweise. Das Problem sind nicht Myriaden arbeitsloser Arbeitnehmer in Indien oder Bangladash, in Gegenden, wo man so etwas wie Sozialsysteme nicht wirklich flächendeckend hat, sondern das verfluchte Angebot an günstigen T-Shirts! Zum Kotzen!“

„Ja, das …“

„Und dann der Laschet. Hebt seit Tagen die Hand, schnipst und ruft in bester Martin-Prince-Manier „Nehmen Sie mich dran. Ich weiß alles. Ich bin so klug.“ um dann wieder irgendeinen Ausstiegsmist auszublubbern. Dazu kommt seine Bildungsministerin, die als erste gestern mit konkreten Schulplänen aus der Hecke gesprungen kommt. Und dann erzählt der Laschet ernsthaft, dass es Alleingänge der Länder aber nicht geben dürfe. Das ist doch Realsat… wo willst Du hin? Ich bin noch nicht fertig, klar!?“

„Ich gehe Dir neue Rätselzeitschriften kaufen.“

 

300 Worte.

24 Kommentare zu „abc.Etüden KW 15/16 I

    1. Oh, ganz herzlichen Dank, das lese ich gerne. Das ist ein guter Start ins Wochenende. :-)

      Und ja, mittlerweile nutze ich die Etüden, so wie eigentlich nahezu alle Texte, die keine Rezensionen sind, dazu, Realitätsbezüge einzuarbeiten und auf Gott und die Welt zu schimpfen. Irgendwie tut mir das auch gut. ;-)

      Bleib Du ebenfalls gesund.

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  1. Laschet und Lindner, ja, die Zwei sind zur Zeit so richtige Politik-Witzblattfiguren…
    Ich genehmige mir seit Wochen schon zweimal Nachrichten im TV pro Tag – und dann wird das ewige und endlose Corona-Geschwafel ausgeblendet.

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    1. Ich denke, zweimal am Tag reicht auch. :-)

      Und ja, Christian „das Hemd“ Lindner ist auch so einer. Wobei ich da zugeben muss, dass ich ihn schon wegen seiner Parteizugehörigkeit nur begrenzt ernst nehmen kann. Die FDP ist mir von Haus aus eher fern. ;-)

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        1. Wenn man berücksichtigt, dass uns das 16 Jahre Kohl eingebracht hat, kann man auch zu recht empört sein. :-) Wobei sich meine Empörung diesbezüglich noch in Grenzen hält, denn das Ganze war zwar nicht vor meiner Zeit, aber doch zu einer, in der ich politisch jetzt noch nicht sooo interessiert war – ich glaube, ich war fünf. :-)

          „Glücklicherweise“ bietet die FDP in nahezu jedem Jahrzehnt verlässlich Anlass zur Empörung, sei es der 18-Prozent-Möllemann, Westerwelles „spätrömische Dekadenz“ (was hab ich mich aufgeregt!), oder auch Lindners „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“

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  2. Ihr habt ja eigentlich alles schon gesagt, also nicke ich und grinse über den Einsatz der Wörter. Recht so. Irgendwie scheint die Farce wieder Fahrt aufzunehmen, nicht? Gut für deine Etüden, aber eigentlich könnte ich darauf verzichten. Könnten wir vielleicht nicht bitte nahtlos zu Welt 2.0 übergehen?
    Liebe Grüße, dein Ping ist übrigens durchgekommen, die stecken mal wieder fest
    Christiane ;-)

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    1. Ich glaube, die Farce hat niemals gebremst, es hat sich nur niemand mehr dafür interessiert, wo sie sich momentan auf der Strecke befindet, nur um mal im Bild zu bleiben. ;-)

      Und ja, es ist gut für meine Etüden, denn dass ich diesbezüglich in letzter Zeit sparsam war, liegt zwar nicht nur aber eben auch daran, dass thematisch gerade nicht viel anderes los zu sein scheint.

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  3. Deswegen lese ich mir nur noch kurz die Zusammenfassungen und Ergebnisse durch und denkt mir „Ach der schon wieder“. Ich habe das Gefühl, dass alle keine Ahnung haben, steigt denen zu Kopf. Jetzt will jeder am meisten keine Ahnung haben oder so. Trump kann sich wenigsten mit dem Dunning-Kruger-Effekt rausreden.

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    1. Trump ist DER Beweis für Dunning-Kruger! :-)

      Ich weiß auch nicht, was dieser Dauerplauderei zugrunde liegt. Aber ich behaupte einfach mal, dass es mehr darum geht, überhaupt zu reden, als etwas inhaltlich Sinnvolles beizutragen …

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  4. Mal vorweg das Lob: toll geschrieben, wie immer.

    Und dann zu Laschet: ich glaube Herr Spahn wird sich schwer tun, mit diesem Blass- und leidensmäßig verzogenenem Gesicht wirklich nach Corona ein Duo zu bilden. Und wenn es wirklich wahr wird, was heute bei uns in der Zeitung steht „NRW prescht voran“, dann ist das sicherlich eine reine Aktion, um sein Profil doch noch irgendwie aufzubessern gegen den Markus und nicht von Vernunft und staatsmännischer Räson getragen.
    Irgendwie kann er einem fast schon leid tun.

    Gefällt 3 Personen

    1. Dann mal ganz vorweg der herzliche Dank! :-)

      Ob die Wahl des Herrn Spahn so glücklich ist, wird man in der Tat sehen. Vielleicht ist ihm aber auch vollkommen egal, wer dann unter ihm Kanzler wird … ;-)

      Laschets Vorpreschen kann man tatsächlich eigentlich nur als blinden Aktionismus werten und als den Versuch, darauf aufmerksam zu machen, dass man auch noch da ist. Als der Söder Markus Bayern stilllegte, weil es ihm augenscheinlich unmöglich schien, noch ein oder zwei Tage zu warten, um ein gesamtbundesdeutsches Vorgehen zu verkünden, wurde er, zumindest in meiner Wahrnehmung, allenthalben gelobt. Ich hab das zwar seinerzeit schon nicht begriffen, aber vielleicht erhofft sich Herr Laschet jetzt einen ähnlichen Effekt hinsichtlich seiner Person.

      Mal schauen, was wird. Sollte er den CDU-Vorsitz bekommen, ist zumindest mal nicht ausgeschlossen, dass er dann auch Kanzler wird. Und ob ich einen Kanzler möchte, der aus Profilierungsgründen zum Aktionismus neigt, das weiß ich nicht. Allerdings wären die Alternativen noch gruseliger. :-) Röttgen? Och nö! Merz? Oh, bitte! :-)

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    1. Herzlichen Dank!

      Das gebetsmühlenartige Wiederholen nicht hilfreicher Phrasen des Herrn Laschet erschreckt mich eher, hielt ich aus dem Kreis der Führungspersönlichkeiten seiner Partei doch gerade ihn noch für zumutbar. Aber irgenwie will er gerade einfach nicht schweigen. :-)

      „Si tacuisses, philosophus mansisses.“ ;-)

      Sonst so?

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      1. Da sich meine Lateinkenntnisse auf ein rudimentäres, sprich kaum vorhandenes, einjähriges Schulwissen beschränken, welches zudem ca. 40 Jahre her ist und ich dieses mit einer fünf auf dem Zeugnis beendete, musste ich deinen Satz selbstmurmelnd nachschlagen…. Aber ja – hätte er mal geschwiegen ;-)

        Sonst so? Die Sonne scheint.Ich sitze am Laptop. Ich darf schreiben (für mich). Gut :-)

        Und selbst so?

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        1. Damit übersteigen Deine Lateinkenntnisse, insbesondere die in der Schule erworbenen, die meinen um genau ein Jahr, da ich sämtliche mir zur Verfügung stehenden lateinischen Phrasen aus Asterix-Heften entnommen habe. Und ca. 40 Jahre her sein kann das gar nicht, das wäre ein Fehler im Raum-Zeit-Kontinuum, in der Matrix, oder wo auch immer. ;-)

          Selbst so? Joah, typischer Mittwoch, den ich zu großen Teilen mit arbeitstechnischer Krisenintervention verbringe. Aber sonst … :-)

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          1. Die lateinischen Phrasen in den Asterix-Heften habe ich zumeist überlesen ;-) Und – ich habe gerade nachgerechnet – das stimmt schon mit den 40 Jahren. Ich habe in der 7. Klasse ein Jahr Latein gehabt. Da war ich 12 unglaubliche Jahre jung :-) OMG, ist das lange her, auch wenn ich gerne an den Fehler im Raum-Zeit-Gefüge oder so glauben würde *lach

            Ich drücke weiter die Daumen für Krisenintervention und so …..

            Gefällt 2 Personen

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