abc.Etüden KW 6/7 III

abc.etüden 2020 06+07 | 365tageasatzaday

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

„mögest Du in interessanten Zeiten leben“ lautet angeblich ein chinesischer Fluch, der erstmals vom ehemaligen britischen Botschafter in China, Hughe Knatchbull-Hugessen – ein Hammername, oder!? Die Briten haben Humor! Auch wenn Sie beschlossen haben, ihn, wie so vieles andere, für sich selbst zu behalten und nicht mehr mit anderen zu teilen. Egal … – schriftlich festgehalten wurde. Und da wir das tun, also in interessanten Zeiten leben, bleibt mir aus erneut aktuellem Anlass nichts anderes übrig, als die Blogosphäre mit einer weiteren Spontan-Etüde zu belästigen. Hinsichtlich der Etüden ist alles wie gehabt: Sie werden von Christiane geleitet, die Wortspende kommt von Alice.

„Na, schon gehört?“

„Was kommt denn jetzt schon wieder? Weltknuddeltag? Oder eine Deiner wirren Theorien zum Corona–Virus oder irgendwas mit Grippe!?“

„Nö – die AfD hat beschlossen, eine rechtliche Abmahnung mit Unterlassungserklärung gegen die Kanzlerin einzureichen.“

„Dafuq?“

„Ja, ich hätte es nicht besser sagen können. Oh, und Höcke wird Strafanzeige nach § 106 des StGB wegen Nötigung des thüringischen Ministerpräsidenten Kemmerich stellen. “

„Ja, sag mal, haben die schon wieder Lack gesoffen, Klebstoff geschüffelt, oder so was? Was steht denn in diesem § 106 so drin?“

„Na, unter anderem: „Wer den Bundespräsidenten“ – übrigens putzig, dass das StGB sprachlich offenbar die Möglichkeit einer BundespräsidentIN nicht vorsieht – also, „Wer den Bundespräsidenten oder ein Mitglied der Regierung eines Landes rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel nötigt, seine Befugnisse nicht oder in einem bestimmten Sinne auszuüben, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

„Ich brech ins Essen … – Das gebleicht, äääh, gereicht den Schergen ja wieder mal zur Ehre. Und womit begründen die Herrschaften dieses putzigen Vereins nun ihren neuesten Hirnfurz?“

„Nun, als die Kanzlerin sich während ihrer Afrika-Reise zu der Lage in Thüringen äußerte – und zugegeben, „das Ergebnis muss rückgängig gemacht werden“, war unglücklich formuliert -, da habe sie sich „nicht als CDU-Mitglied, sondern als Regierungschefin geäußert“. “ „Das ist nichts anderes als ein Putsch der Bundeskanzlerin gegen ein Verfassungsorgan des Landes Thüringen“, sagt der Faschist.“

„Wer?“

„Na, Höcke!“

„Na, klasse. Aber ich sehe da noch nirgendwo eine Drohung.“

„Na, angeblich habe sie gedroht, falls Kemmerich nicht zurücktrete, werde man die schwarz-gelben Koalitionen in NRW und Schleswig-Holstein beenden.“

„Aha – und was geht die AfD das an?“

„Ja, nix!“

„Also will mir der guten Gewissens als Faschist zu bezeichnende Landesvorsitzende einer Partei, deren „Flügel“ und Nachwuchsorganisation vom Verfassungsschutz als „Verdachtsfälle“ eingestuft werden, erklären, wie man sich als Politiker zu verhalten hat?“

„Japp …“

„Okay – klingt plausibel …“

20 Kommentare zu „abc.Etüden KW 6/7 III

  1. Ja, man kann da wirklich nur den Kopf schütteln oder sich auf die Stirn hauen, mit dem was sich diese sogenannte Partei da wieder einfallen hat lassen..
    Da ist trockener Humor die Beste Möglichkeit, das Ganze erträglich zu machen..

    Sehr gelungene Etüde wie ich finde!

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    1. Stimmt, nur den Kopf dauernd schütteln oder wiederholtes Schlagen gegen die Stirn hat vermutlich sehr viel negativere Langzeitfolgen als trockener Humor, weswegen ich versuche, letzteren Weg einzuschlagen. :-) Mnache Dinge muss man mit Humor nehmen, weil man sonst eine chronische Gastritis bekommt.

      Herzlichen Dank!

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    1. Nein, das ist kein Zufall und kann auch keiner sein. Man mag dem, was die Politiker dieser Partei vertreten, negativ gegenüberstehen – muss man wohl auch -, aber dumm sind sie nicht, diese Politiker.

      Auch Höche hat in einem seiner Bücher schon Dinge geschrieben wie: „Die Weißen und die Schwarzen setzten sich vor ihrer Amerikanisierung aus mehreren hochdifferenzierten Völkern mit eigenen Identitäten zusammen. Jetzt sind sie in einer Masse aufgegangen. Diesen Abstieg sollten wir Europäer vermeiden und die Völker bewahren.“

      oder

      „Auch wenn wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind, sich der fortschreitenden Afrikanisierung, Orientalisierung und Islamisierung zu widersetzen.“

      Unnötig zu erwähnen, dass solche Aussagen bei mir Übelkeit erzeugen. Unnötig auch, zu erwähnen, dass man das durchaus als Drohung an alle „Andersdenkenden“ verstehen kann.

      Aber es ist – oder wird so sein – wie immer: Hinterher wird niemand etwas gewusst haben wollen, obwohl alle es hätten wissen können …

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  2. Weißt du, es ist ja leicht, sich darüber lustig zu machen. Es ist auch noch leicht, solche Äußerungen als politisches Kalkül zu verstehen.
    Aber es gibt Leute, die das glauben. Felsenfest und sicher. Viele. Die aufgrund dieser Art Aussagen leben und agi(ti)eren. In Deutschland, nicht in einer (politisch unkorrekt bezeichneten) Bananenrepublik. Und dann gruselt es mich.
    Danke dir wieder mal.
    Liebe Grüße
    Christiane 😩😉☕👍

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    1. Natürlich gibt es Leute, die so etwas glauben. Und zwar nicht wenige. Sonst hätten die Schergen auch nicht in verschiedensten Bundesländern einen solchen Erfolg. Und zu denen, die das glauben, kommen noch die, denen scheißegal ist, ob diese Partei mit dem was sie tut, mit dem was sie behauptet, recht hat. Die wählen die halt, weil sie, die Wähler, „dagegen“ sein wollen. Wobei erst mal egal ist, wogegen überhaupt …

      Man kann das ernst nehmen und immer wieder mahnen, dass man auf Demagogen nicht hereinfallen soll, nur werden solche Mahnungen gerade bei denen, die sie beherzigen sollten, nicht auf fruchtbaren Boden fallen. Meine Weg ist daher der, sich über die Partei, deren handelnde Personen, Mitglieder, Wähler und das, was sie alle zusammen so tun, lustig zu machen, weil Humor das einzige sein wird, was uns irgendwann noch übrig bleibt, wenn es so weitergeht …

      Und der Dank ist nochmals ganz meinerseits.

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  3. Ich mag den Absatz mit „gebleicht“ und dem „Hirnfurz“. Das fasst deren Aktivitäten gut zusammen :-)

    Ach ja, Hughe war übrigens der zweite Sohn von Reverend Reginald Bridges Knatchbull-Hugessen und dessen zweiter Frau Rachel Mary, geborene Montgomery ;-)

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        1. Tja, ich stehe halt immer vor der Frage: „Passen die vorgegebenen Wörter eigentlich in irgendeiner Weise zum Thema, zu dem, was ich sagen möchte?“ Falls ja, kein Problem. Falls nein, na, dann müssen die halt irgendwie weg. ;-)

          Herzlichen Dank! :-)

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