abc-Etüden KW 4/5 I

abc.etüden 2020 04+05 | 365tageasatzaday

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

ein wenig meiner derzeit spärlichen Zeit – sprachlich guter Einstieg, ich leg mich vielleicht besser wieder hin … – möchte ich natürlich darin investieren, Christianes erneutem Etüden-Aufruf zu folgen. Die aktuelle Wortspende stammt aus dem Blog mit dem wunderschönen Namen OnlyBatsCanHang. Schreiten wir zu Tat:

 

„Na, wie war die Woche?“

„Anstrengend. Ausßerdem bin ich dauernd von mir selbst geschockt.“

„Du meinst schockiert?“

„Verdammt, ja.“

„Warum?“

„Weil ich momentan dauernd Leuten Recht geben muss, bei denen ich das eher ungern tue.“

„Beispiel?“

„Jens Spahn.“

„Oha, das muss nicht einfach gewesen sein. Was hat er gesagt?“

„Dass man die Ausbreitung des Coronavirus´ ernstnehmen müsse, dass man dieses aber, beispielsweise im Vergleich mit der Grippe, entsprechend einzuordnen habe.“

„Hm, ja, dem ist ja erst mal nicht zu widersprechen.“

„Ja, sag ich doch. Fürchterlich, wenn diese Leute recht haben.“

„Wer denn noch?“

„Markus Söder.“

„Was hat der nun wieder gesagt?“

„Dass die AfD den wachsenden Antisemitismus in Deutschland befördere.“

„Das hat der Söder gesagt?“

„Ja.“

„Der „Bavaria One“-Söder?“

„Ja …“

„Der „Asyltourismus“-Söder, der mit seinen Sprüchen erst der AfD selbst Konkurrenz machte, dann auf grün umschwenkte, obwohl sein Bundesland bei der Produktion erneuerbarer Energien ein nahezu peinliches Bild abgibt?“ ?“

„Ähm, ja …“

„Hm, ich tue mich mit Söder als moralischer Instanz schwer …“

„Ja, aber trotzdem …“

„… hat er nicht Unrecht, ich weiß.“

„Eben.“

„Und, was war in der Woche noch?“

„Die plätscherte so belanglos vor sich hin. Allenfalls die Libyen-Konferenz war noch erwähnenswert.“

„Weil?“

„Weil die Kanzlerin danach etwas sagte, das man übersetzen kann mit „Wir haben beschlossen, dass wir mal etwas beschließen wollen. Was und wann das sein soll, das wissen wir selbst noch nicht genau, aber wir müssen da was beschließen.“ Und eine Woche später …“

„Ja… ?“

„Stellt sich heraus, dass sogar einige der Staaten, die da eben noch „eine politische Lösung herbeiführen“ wollten, sich nicht an das Waffenembargo an Libyen halten, das sie noch vor wenigen Tagen selbst bekräftigt haben und dass somit das gesamte Beschlusspapier nichts anderes als ein Papiertiger ist. Und das nur …“

„Ja …?“

„Um die Zahl der Flüchtlinge übers Mittelmeer einzudämmen, aber das sagt natürlich niemand laut.“

 

300 Worte.

Ich bin übrigens gleich für längere Zeit offline, seht es mir also nach, sollte ich auf etaige Kommentare erst später eingehen können. Ansonten wünsche ich einen guten Wochenstart. Gehabt euch wohl!

4 Kommentare zu „abc-Etüden KW 4/5 I

  1. Dann wünsche ich dir nur angenehme Gründe für die Offline-Zeit. Was deine Etüde betrifft kann man dir nur beipflichten, und das mit Libyen und den Flüchtenden habe ich schon bei der ersten Erwähnung der Konferenz gedacht, ohne dass ich wusste, um was es gehen sollte.
    Ach ja.
    Dir unverdrossen eine gute Woche!
    Liebe Grüße
    Christiane 😀🐱☕🍪👍

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