„Das rote Halsband“ von Jean-Christophe Rufin

Buch: „Das rote Halsband“

Autor: Jean-Christophe Rufin

Verlag: Penguin Verlag

Ausgabe: Taschenbuch, 170 Seiten

Der Autor: Jean-Christophe Rufin, geboren 1952, ist Arzt und Schriftsteller, Mitbegründer und ehemaliger Vizepräsident von Ärzte ohne Grenzen und war Staatssekretär im französischen Verteidigungsministerium und beim Roten Kreuz. 2007 wurde er französischer Botschafter im Senegal. Er schrieb zahlreiche sehr erfolgreiche, preisgekrönte Romane. Für Rouge Brésil erhielt er 2001 den Prix Goncourt. Seit 2008 ist er Mitglied der Académie francaise. (Quelle: Penguin)

Das Buch: Sommer 1919: In einer kleinen französischen Stadt sitzt der Kriegsheld Jacques Morlac in Untersuchungshaft. Er wurde eingesperrt, weil er den ihm verliehenen Tapferkeitsorden seinem Hund ans Halsband heftete, statt die Ehrung anzunehmen. Warum hat er das getan? Und warum will er nun seinen treuen Gefährten, der sich vor dem Kerker die Seele aus dem Leib bellt, nicht zu sich lassen? Auch der Mutter seines kleinen Sohnes, die seine Rückkehr sehnsüchtig erwartete, verweigert er das Wiedersehen. Keine leichte Aufgabe für den jungen Richter Lantier de Grez, Morlacs dunkles Geheimnis aufzudecken … (Quelle: Penguin)

Fazit: Bevor angesichts einer deutlich verminderten Zahl an Beiträgen an dieser Stelle und in der jüngeren Vergangenheit der Verdacht aufkommt, mein Blog würde so langsam dem Ende entgegensiechen – ähnlich wie frecherweise und zu meiner grenzenlosen Verstimmung mein favorisierter Fußballverein am gestrigen frühen Abend –  ist es wohl an der Zeit, sich mal wieder mit einer Rezension hervorzutun. Kommen wir also weg von meinem gestern erlittenen Ungemach und wenden uns Jean-Christophe Rufin und seinem Roman „Das rote Halsband“ zu.

Angesichts des überschaubaren Umfang von 170 Seiten, empfinde ich es als vergleichsweise schwierig, etwas über das Buch zu erzählen, ohne zuviel zu verraten und den Lesegenuss, denn die Lektüre von Rufins kleinem Roman war tatsächlich ein solcher, nachhaltig zu beschädigen, ein Versuch sei mir dennoch gestattet.

Inhaltlich beschäftigt sich der Autor mit dem Phänomen des Krieges und dem, was ihn, den Krieg, zu einer so dummen Idee macht. Punkt. Mehr kann, will und darf ich eigentlich schon gar nicht verraten.

Die Stärken von „Das rote Halsband“ liegen dabei sowohl in der Geschichte, als auch in den Charakteren, dem Stil, in dem der französische Autor seine Geschicht erzählt sowie der Wirkung, die diese auf den Leser erzielt. Man könnte also annehmen, dass ich nicht viel zu kritisieren habe und überraschenderweise stimmt das tatsächlich.

Rufins Geschichte ist nicht überragend komplex – wie auch, auf nur 170 Seiten ? -, dafür aber sehr charmant und anrührend. Der Autor bedient sich dabei eines Stils, den man guten Gewissens als reduziert bezeichnen kann. Einerseits passt das zum Romanumfang, andererseits hat der Roman dennoch, oder gerade deswegen, eine nicht unerhebliche sprachliche Schönheit. Der Übersetzerin Natalie Lemmens gebührt hierfür ein großes Lob!

Auch hinsichtlich der Charaktere scheint Reduktion oberste Prämisse gewesen zu sein. Rufin beschreibt seine Charaktere nicht ausufernd, lässt sie keine seitenweisen inneren Monologe führen, gibt ihnen keine umfangreiche Vorgeschichte, nein, er lässt seine Charaktere sich selbst beschreiben, durch das, was sie tun und in erster Linie durch das, was sie sagen. Und das reicht vollkommen aus!

Insgesamt, und man verzeihe mir die Kürze meiner Einlassungen, da ich nun schon zum Schluss komme, hat Rufin einen wirklich lesenswerten, charmanten Roman mit großer Aussage geschrieben. Für mich ein Lesehighlight in diesem an Lesehighlights so armen Jahr. Ein Buch, das, nur so nebenbei bemerkt und wenn ich so drüber nachdenke, ziemlich gut unter den Weihnachtsbaum passen könnte. Ich wollte es nur gesagt haben …

Ich bedanke mich beim Penguin Verlag sowie beim Bloggerportal für die freundliche Übersendung des  Rezensionsexemplars. Dass es sich hierbei um ein Rezensionsexemplar handelt, beeinflusst meine Meinung selbstredend nicht.

Wertung:

Handlung: 9 von 10 Punkten

Charaktere: 8,5 von 10 Punkten

Stil: 9,5 von 10 Punkten

Atmosphäre: 10 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 9,25 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Zeit der Mörder“ von Ulf Torreck

 

6 Kommentare zu „„Das rote Halsband“ von Jean-Christophe Rufin

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