Freitagsfragen #92

Freitagsfragen

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

es ist wieder Freitag, was gleichbedeutend ist mit der Tatsache, dass es wieder Zeit für die Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog wird. Ein Dank geht an dieser Stelle an die Fragenspenderin nickel. Die Fragen und Antworten lauten:

1.) Wann hast Du zum letzten Mal eine Nacht durchgemacht?

Freiwillig oder unfreiwillig?

Unfreiwillig kommt das derzeit gelegentlich schon mal vor. Nuff said.

Freiwillig habe ich das schon lange nicht mehr gemacht. Klar kommt es vor, dass ich zwischendurch erst in den späteren Nacht- bzw. früheren Morgenstunden ins Bett komme, aber so richtig durchgemacht …

Hmmm, ich denke, die letzte absichtlich durchgemachte Nacht, an die ich mich erinnere, liegt schon mehr als 10 Jahre zurück und war während der Olympischen Spiele in Peking. Eine ganz zauberhafte Person machte den Vorschlag – jedenfalls, sofern ich die Chronologie der Ereignisse noch richtig im Kopf habe -, sich eine Nacht lang die gesamte Berichterstattung der Spiele anzusehen.

Ich erinnere mich (hatte ich schon  mal mal erwähnt, dass das „mich“ nach „erinnere“ sprachlich wichtig, richtig und unverzichtbar ist? Nur mal so …), dass das eine sehr spaßige Veranstaltung war. Ich erinnere mich an eine Goldmedaille von Britta Steffen, der daraufhin in denkwürdiger Weise die Gesichtszüge entglitten, was zwischen sympathisch und fast schon gruselig schwankte.

2.) Zu welchen Gruppen* gehörst Du und was schätzt Du an ihnen? (*Z.B. Eltern, Sportler, Näher, Hundehalter etc.)

Ich weiß nicht, warum, aber ich tue mich mit Gruppeneinteilungen immer ein bisschen schwer, weil das automatisch etwas Separierendes hat. Ich fühle mich auch keiner Gruppe so zugehörig, dass ich sagen könnte, dass eben diese Gruppenzugehörigkeit etwas wäre, das mich als Mensch ausmacht.

Gut, naturgemäß gehöre ich der Gruppe der Bloggerinnen und Blogger an, die ich in erster Linie schätze, weil sie – zumindest in meiner kleinen Märchenwelt voller Feen, Elfen und Eskimos und der dazugehörigen Wahrnehmung – in Sachen Höflichkeit und Umgangsformen weit, weit, weeeeeit oberhalb des Bundesdurchschnitts liegt.

Man könnte auch behaupten, dass ich der Gruppe der „Gamer“ angehöre, auch wenn die nach Meinung unseres Innenministers eine fast schon paramliärische Vereinigung von potenziellen Attentätern sind und ich weiterhin nichts mit dem Wort „Gamer“ anfangen kann. Ich selbst würde mich dieser „Gruppe“, sofern man sie überhaupt als eine in welcher Art auch immer homogene Gruppe bezeichnen könnte, gar nicht wirklich zurechnen.

Tja, also, in Summe bleibt wohl: Mit Gruppenzugehörigkeiten tue ich mich schwer.

3.) Was assoziierst Du mit dem Wort „klassisch“?

Tja, hätte man mir diese Frage in einer Art Frage- und Antwortspiel gestellt, bei dem es auf Zeit ankommt, dann

– Aprops Frage- und Antwortspiel auf Zeit: Erinnert sich noch jemand an diesen sympathischen Menschen, der bei „Gefragt, gejagt“ auf die Frage, nach welcher Eissorte sich ein berühmter Rapper in den 90ern benannte, im Brustton der Überzeugung sagte: „Fürst Pückler!“? Le-gen-där! -,

ja, dann hätte ich bei dem Wort „klassisch“ wohl zuerst sofort an Musik gedacht.

Apropos Musik: Ich bin immer noch irritiert! Mein Radiosender spielte heute Morgen „Who Made Who“ von AC/DC, als anstelle der Stimme von Brian Johnson plötzlich seltsames Oboen-Gejammer aus den Lautsprechern dröhnte, das definitiv nicht zur Komposition von Johnson bzw. der Young-Brüder gehört. Dinge gibts …

Ich schweife ab! Jedenfalls, mit klassisch assoziiere ich in erster Linie klassische Musik. Zwar beschäftige ich mich damit zunehmend seltener, dennoch meine ich mich zu erinnern, dass weiterhin Pläne bestehen, im Sommer 2020 mein beharrlich vorherrschendes Defizit in Sachen „Don Giovanni“ zu beheben. Übrigens mit oben im Rahmen der Olympischen Spiele erwähnter, ganz zauberhafter Person. Ich hoffe, die Pläne bestehen noch.

Übrigens bin ich der Meinung, dass es ein Verbot dafür geben sollte, klassische Musik als Warteschleifenmusik zu verwenden! So war ich kürzlich gezwungen, mehrfach Zeit in einer solchen Warteschleife zu verbringen, die Smetanas „Moldau“ spielte … Ich mag Smetana! Wobei, so viele andere Dinge kenne ich von ihm gar nicht, deswegen muss ich ehrlicherweise sagen: Ich mag „Die Moldau“. Wenn aber die Warteschleifenvariante davon alle 30 Sekunden von vorne anfängt, und man viele, viele, viiiiele Minuten in selbiger Warteschleife verbringt, hat man für alle Zeiten genug von der „Moldau“!

4.) Die Wahl der Qual: Die Fähigkeit zu Lügen verlieren oder alles glauben, was man Dir erzählt?

Boah, was für eine gemeine Frage! Ich bin ein Mensch, der grundsätzlich vieles hinterfragt, was man mir gegenüber als Tatsache verkauft, weil einfache Wahrheiten selten Wahrheiten sind. Insofern fände ich es gruselig, alles zu glauben, was man Dir erzählt.

Allerdings glaube ich auch, dass man ohne kleine Notlügen kaum durchs Leben kommt. Oh, und da das hier immer noch, man glaubt es kaum, weitgehend ein Buchblog ist, kann ich nicht umhin jedem „Ja – Die Geschichte eines Mannes, der nicht mehr Nein sagen wollte“ von Danny Wallace zu empfehlen, wenn man wissen möchte, was passiert, wenn man ein Jahr lang auf jede gestellte Frage und jedes gemachte Angebot nur noch mit „Ja“ antwortet. Erschien schon 2007, ist urkomisch und sehr lesenswert. Dass man sich anschließend bemüßigt fühlte, einen Film mit dem unsäglichen Jim Carrey daraus zu machen, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Kurz gesagt, schweren Herzens würde ich lieber die Fähigkeit zu lügen verlieren.

 

Das war es auch schon wieder. Ich wünsche allseits noch einen schönen Restfreitag und einen guten Start in ein hoffentlich schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl!

16 Kommentare zu „Freitagsfragen #92

  1. Kurze Anmerkungen zu Deinem humorvollen Beitrag:
    • …ganz eindeutig: Du gehörst zur Gruppe der „Nichtzugehörigen“. 🙃
    • Scher Dich im Sommer 2020 unbedingt in „Don Giovanni“ oder besuche mit der von Dir erwähnten, ganz zauberhaften Person an Deiner Seite irgendeine andere Oper!!! 💖
    • Warteschleifen bringen meine verborgenen Aggressionen ans Licht und schüren sie ins Unermessliche: absoluter Tiefpunkt war „My heart will go on“ via Musik(?)-Chip 🤬

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    1. – Ich fühle mich auch den „Nichtzugehörigen“ nicht zugehörig … ;-)

      – Ich werde es versuchen. Aber wenn, dann sollte es tatsächlich „Don Goivanni“ sein, weil das Spektrum an Opern, ich ertrage, erfahrungsgemäß tatsächlich mittlerweile begrenzt ist, Mozart da mittendrin liegt und ich „Don Giovanni“ tatsächlich noch nicht kenne. Wagner zum Beispiel fiele heraus, bei Wagner-Opern bekomme ich Gewaltfantasien … :-)

      – Niemand sollte gezwungen sein, ungefragt Celine Dion hören zu müssen, schon gar nicht am Telefon!

      Gefällt 1 Person

    1. Stimmt, Fürst Pücklers Stück hat für viel Furore gesorgt damals Anfang des 19. Jahrhunderts … ;-)

      Ich hab wieder sehr gerne geantwortet, und weiß es zu schätzen, dass Du trotz allen Chaos zum Fragestellen kommst!

      Gefällt 1 Person

  2. „Für Elise“ ist auch für alle Zeiten verbraucht. Schade um die eigentlich schönen Stücke!
    Ach ja, obwohl ich mich auch gerne mal in einem PC-Spiel verlieren kann, passe auch ich nicht in die Schublade der Gamer. Es ist ein Interesse, aber nichtmal ein Hobby, trotz manchmal hohen Zeitaufwands.
    Danke für die wieder sehr interessanten Antworten. Ich schätze den Umgang der Blogger untereinander auch und nenne es „Stil“. 😉

    Gefällt 5 Personen

    1. „Stil“, ja, „Stil“ ist das Wort, das mir in dem Zusammenhang nicht einfiel! :-)

      Bei mir geht es schon eher in Richtung Hobby, aber wenn man sich mal in der „Community“ – noch so ein Reizwort – umtut, dann bemerkt man, dass dort viele (augenscheinlich jüngere Semester) herumlaufen, deren Lebenszweck zu sein scheint, zu allem und jedem herumzutönen „Mimimi, dies passt mir nicht, und das ist doof und jenes auch!“ – und da verorte ich mich selbst eher nicht … :-)

      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass niemand mehr genötigt sein sollte, ungefragt „Für Elise“ am Telefon hören zu müssen … ;-)

      Gefällt 3 Personen

    1. Nun, ich spiele gerne PC-Spiele, ja. Sollte das die einzige Eigenschaft sein, die einen Menschen zum „Gamer“ macht, ja, dann bin ich wohl einer. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich dieser Gruppe wirklich zugerechnet werden möchte, aber die diesbezügliche Diskussion würde jetzt den Rahmen sprengen …

      Und nein, „Snake“ ist lange vorbei, derzeit steht „Outer Worlds“ auf dem Plan. Und wenn ichs mir leisten könnte, würde ich mir auch mal das heute erschienene „Star Wars Jedi: Fallen Order“ ansehen … ;-)

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      1. Klingt alles gut, kann ich bloß leider selbst auf keine fundierte Eigenmeinung zurückgreifen, da ich selbst als einziges einen Fußball Manager auf dem Handy spiele. Ab und zu. Aber vielleicht falle ich allein damit auch schon in diese Kategorie :-)

        Gefällt 1 Person

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