abc.Etüden KW 45/46

abc.etüden 2019 45+46 | 365tageasatzaday

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

da es bis zu meiner nächsten Rezension wohl noch eine Weile dauern wird, vertreibe ich mir, euch und uns die Zeit bis dahin mit der einen oder anderen Etüde. Selbige werden wie immer von Christiane geleitet, die zauberhafte Wortspende kommt in dieser und der nächsten Woche von Anna-Lena. Schreiten wir zur Tat:

„Na, was starrst Du so angestrengt auf den Bildschirm? Korrekturlesen Deiner Bewerbung an den FC Bay …?“

*klatsch*

„Aua! Wofür war das!?“

„Sag niemals diesen Vereinsnamen! Selbst wenn ich die nötige Kompetenz für den Job ausreisen, äh, aufweisen sollte: Für die würde ich nie arbeiten!“

„Was tust Du dann?“

„Ich warte minütlich auf eine Meldung zur Einigung über die Grundrente. Da sollte doch heute …“

„Dann darfst Du noch länger warten – das geplante Treffen ist auf den 10. verlegt worden. Außerdem: Die streiten sich darüber schon so lange – wenn da eine Einigung erzielt ist, wird man das sowieso mit Glanz und Gloria ankündigen, ein Himmelsleuchten wird erscheinen, Hubertus Heil wird in einemTriumphzug …“

„Jetzt übertreibst Du!“

„Zugegeben.“

„Und warum hat man den Termin verschoben?“

„Na, man wird sich wohl über die Bedürftigkeitsprüfung nicht einig.“

„Oh, ja, die Bedüftigkeitsprüfung. Oder wie ich es nenne: Nackig machen vor Vatter Staat!“

„Wieso? Ist die Prüfung keine gute Sache?“

„Ach komm, entweder man verkauft die Grundrente als Respekt vor denen, die lange für wenig Geld gearbeitet haben oder eben nicht. Nur weil man beispielsweise zufälligerweise mit einer wohlhabenden Allgemeinmedizinerin verheiratet ist, hat man nach den Wünschen der CDU diesen Respekt nicht verdient?“

„Tja, wohl nicht, wenn es nach Tilman Kuban von der Jungen Union geht. Der sagte: „Weitere Sozialgeschenke zur Beruhigung der SPD darf die Unionsfraktion nicht mitmachen.“

„Sozialgeschenke? Zum Kotzen! Aber hey, der Kuban … 32 Jahre jung und schon CDUler – armer Mensch …“

„War das nicht der, der 2015 forderte, Flüchtlinge an der Grenze abzuweisen?“

„Japp, und der gegen „Schultoiletten des dritten bis 312. Geschlechts“ wetterte.

„Dann war das auch der, der von einer „Gleichschaltung“ innerhalb seiner Partei sprach, womit er bewies, dass problematische Begriffe so recyclebar wie gesellschaftsfähig sind.“

„Zugegeben, von dem kann man wirklich nicht erwarten, dass er weiß, wie man Renterinnen und Rentner, Menschen allgemein, halbwegs respektvoll behandelt …“

 

 

300 Wörter.

25 Kommentare zu „abc.Etüden KW 45/46

  1. Na, na bei „ausreisen“ hast du dich gedrückt :) Aber genial, sehr kreativ …… Mir fällt zu „ausreisen“ nur DDR und sonstige Diktaturen ein. Kommt vielleicht noch die Erleuchtung, Himmelsleuchtung, Himmelserleuchtung ……. *seufz*

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          1. Jabb. Nicht United Berlin, nicht Türkiyemspor, nicht Traktor Vorwärts Berlin 07, nicht Lok Spandau. Bei Hertha habe ich permanent das Gefühl, dass da einfach nicht der Knoten platzt. Aber wenn man den Gerüchten glauben darf, wird das ja mit einem eigenen Fußballstadion automatisch alles gut. Also dann ca. 2034 :-) Aber zu Union werde ich auf jeden Fall noch mal ins Stadion gehen. Spätestens wenn Frankfurt kommt :-)

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  2. Ja, kreativ warst du, was die Wörter betraf, ich habe es NICHT überlesen. ;-)
    Ansonsten ist mir leicht die Spucke weggeblieben bei deinen Auslassungen zu Herrn K.
    Lediglich was den FCB angeht, bin ich heute nicht deiner Meinung. Wer 1 : 5 verliert, braucht für den Spott nicht zu sorgen – oder, wie ein Radiomoderator spätnachts jubelte: Hessen? Noch jemand nüchtern?
    Kopfschüttelnde Grüße
    Christiane, die den Novemberanfang bisher zumindest mochte

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    1. „Hessen? Noch jemand nüchtern?“ gefällt mir ausnehmend gut! ;-) Zumindest wesentlich besser als der FC Bayern, dem gegenüber ich eine, vorsichtig formuliert, Abneigung entgegenbringe, die spannenderweise jährlich weiter ansteigt …

      Tja, der Herr K. läuft in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend unterm Radar, daher kann es nicht schaden, sein Geseiere mal an das Licht der Öffentlichkeit zu ziehen. Wer Kevin Kühnert bzgl. des Themas Wohnungspolitik rät: „„Kevin, mach Dein Studium fertig, dann kannst du dir eine Wohnung leisten.“ über die ehemalige Verteidigungsministerin sagte: „Wenn die Verteidigungsministerin mehr Kinder als Flugzeuge hat, ist das nicht die Ausrüstung, die wir wollen.“ und generell die Frage aufwarf: „“Müssen wir so viel für Soziales ausgeben?“, den muss man aber auch nicht mögen … :-)

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    1. Herzlichen Dank!

      Ach, wen interessieren schon Verträge oder deren Umsetzung …? ;-) Selbst wenn da steht „Voraussetzung für den Bezug der Grundrente ist eine Bedürftigkeitsprüfung entsprechend der Grundsicherung.“ finde ich eben jene Prüfung schlicht widerlich! Insbesondere für die CDU scheint es respektvoller zu sein, wenn Rentner auf Grundsicherungsniveau im Alter von zufälligerweise mit ihnen zusammenlebenden Angehörigen oder Ehepartnern „ausgehalten“ werden müssen, als sie mit den entsprechenden finanziellen Mitteln zu versorgen, damit sie eben das, also sich „aushalten“ lassen, nicht mehr müssen.

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    2. Spannend ist übrigens auch, was auf den Folgeseiten nach Seite 93 zur Teilhabe behinderter Menschen steht:

      „Wir wollen die Werkstätten für behinderte Menschen unterstützen, ihr Profil entsprechend neuer Anforderungen weiterzuentwickeln und dem Wunsch der Menschen mit Behinderungen nach Selbstbestimmung Rechnung zu tragen.“

      Mit anderen Worten, man möchte Behinderte aus dem ersten Arbeitsmarkt exkludieren und für einen lächerlichen Stundenlohn in „Werkstätten“ arbeiten lassen, was überhaupt nichts mit der Selbstbestimmung zu tun hat, der sie angeblich Rechung tragen wollen.

      „Wir wollen behinderungsgerechten, barrierefreien Wohnungsbau und barrierefreie Mobilität fördern, damit Menschen mit Behinderungen eine Wahl haben, wo und wie sie leben wollen.“

      Nach Spahns Plänen, Beatmungspatienten wegzusperren, hat man nur dann eine Wahl, wo und wie man leben möchte, wenn man nicht die falsche Behinderung und/oder chronische Krankheit hat. Und selbst dann ist die selbstbestimmte Wahl des Wohnortes und der Wohnform keine Selbstverständlichkeit.

      Hach, ich weiß schon, warum ich diesen Vertrag niemals ganz gelesen habe. Ich rege mich sonst nur wieder auf … ;-)

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    1. Es geht immer! Auch wenn man manchmal ein wenig … kreativ sein muss. ;-)

      Sonst so? Sonst so bin ich voll im Griff des alljährlichen Herbstblues, könnte also schöner sein, könnte aber auch schlimmer sein. Selbst so?

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      1. Selbst – mein Fuss will nicht so wie ich das will, morgen nächster Arzttermin. Ansonsten zwei angeschlagene Pubertäre, von denen mind. einer tatsächlich „Kümmern“ braucht. Herbstblues hätte ich gerne, hab aber leider keine Zeit dafür ;-) Ich schick dir ein paar virtuelle Sonnenstrahlen ….

        Gefällt 3 Personen

        1. Ich schick Dir als Ausgleich für die Sonnenstrahlen gerne den Herbstblues, in meinem Fall hat der nämlich gar keine Rücksicht darauf genommen, ob ich für ihn Zeit habe oder ob mir seine Anwesenheit gerade überhaupt recht ist. ;-)

          Ich wünsche weiter gute Besserung, auch den angeschlagenen Pubertären.

          Gefällt 1 Person

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