Freitagsfragen #89

Freitagsfragen Sommer

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

erneut liegt zwischen mir und dem Wochenende lediglich der Rest von heute sowie die Beantwortung der aktuellen Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog, die sehr zu meiner Freude auch wieder das aktuelle Logo verwenden. Nachdem diverse Weltuntergangsapologeten auch in der Blogosphäre nachdrücklich und im Brustton der Überzeugung seit einigen Tagen skurrile Thesen vertreten, wie beispielsweise die, dass der Sommer angeblich vorbei sei – was eine haltlose Unterstellung sein muss! -, schadet es nicht, wenigstens durch das Logo noch etwas Sommerliches zu verbreiten.

Starten wir nun also mit den Fragen und Antworten. Wobei ich, das kann ich vorweg schon mal sagen, zugeben muss, dass mich einige der heutigen Fragen relativ inspirationsbefreit zurücklassen, was mitnichten an den Fragen liegt, sondern eher daran, dass ich derzeit inspirativ etwas unterzuckert bin. Ich bin geneigt, diesen Umstand den o.g. Weltuntergangsapologeten in die Schuhe zu schieben, mir fällt nur noch keine schlüssige Argumentation dafür ein. Vermutlich, weil ich inspirativ unterzuckert bin. Rekursion!

Wie auch immer, die Fragen und Antworten lauten:

1.) Was war Dein letztes Missgeschick?

Ich könnte jetzt so etwas antworten wie: „Das Leben, das Universum und der ganze Rest!“, um damit ein kollektives „Ooooohhh!“ des Bedauerns hervorzurufen, aber das glaubt mir ja eh niemand.

Tja, ich muss leider gestehen, dass mir hier so gar nichts einfallen will. Zumindest nichts, was dazu geeignet wäre, hier kundgetan zu werden.

2.) Kannst Du über Dich lachen?

Das ist doch sehr situationsabhängig. Lege ich mich beispielsweise unabsichtlich der Länge nach auf die Schnauze und breche mir die Haxen, ist mir allgemein eher nicht nach Lachen, so belustigend es in diesem Moment für die Allgemeinheit auch sein mag.

Allgemein kann ich die Frage aber bejahen. Gerade vorgestern erst musste ich im Nachhinein über mich lachen, die Geschichte kann ich hier aber nicht erzählen, ohne mich des eventuellen Vorwurfs Einzelner aussetzen lassen zu müssen, ein böser Mensch zu sein. ;-)

3.) Du hast einen Tag lang Narrenfreiheit und kannst nicht bestraft werden für das, was Du an diesem Tag tust. Was machst Du an diesem Tag?

Es mag langweilig sein, aber auch an Tagen, an denen ich Narrenfreiheit hätte, würde ich nichts tun, das eine Bestrafung nach sich ziehen könnte. Ich lese jeden Tag in der Zeitung (die Älteren erklären den Jüngeren jetzt bitte, was das ist), von Dingen, die tatsächlich bestrafenswert sind und frage mich darob in schöner Regelmäßigkeit: „Warum machen die das!?“

Beispielsweise werden derzeit im heimischen Landkreis an unterschiedlichsten Stellen immer wieder Autoreifen in größerer Stückzahl abgeladen (an vier Orten insgesamt etwas über 500 Stück). Zusätzlich dazu hier mal ein paar Eternit-Platten, die angesichts des darin genialerweise verbauten Asbests nun überhaupt nichts in der Botanik verloren haben, sowie dort mal ein wenig Haus- und Sperrmüll. Und abgesehen davon, dass das eine einzige Sauerei ist, frage ich mich dann eben halt: „Warum machen Menschen das!?“

Mir ist in meiner kleinen Märchenwelt voller Feen, Elfen und Eskimos jegliches bestrafenswerte Handeln leider fremd, deshalb … halt, Moment …  eine Idee habe ich. Auch wenn ich für die nicht bestraft, sondern mit den höchsten Auszeichnungen aller etwa 200 Staaten bedacht werden müsste:

Zu erst mal würde ich Lübke anrufen, den Assistenten von S. Atan, seines Zeichens Eigentümer und Geschäftsführer der in der Hölle ansässigen „Fate LLP“. Denn Lübke hat Verbindungen und wollte immer schon mehr als ein Lakai sein. Mit seiner Hilfe würde ich das britische Trinkwasser mit einem starken Narkotikum versetzen, das die Briten, sagen wir, 48 Stunden schlafen lässt. Mit einem Heer von Hackern, das Lübke angeheuert hat, würden wir dann daran gehen, die Internetauftritte aller britischen Zeitungen zu maipulieren, dahingehend, dass wir Artikel über die Pläne für ein zweites Referendum einstreuen. Und dann, am Morgen des Aufwachens der narkotisierten Briten, würde ich über Reuters im Vereinten Königreich die Nachricht streuen, dass dieses Referendum an eben diesem Abend stattfindet. Die möglicherweise verwirrten, aber eben auch brexitgeplagten Briten würden scharenweise in die Wahllokale rennen, sich für einen Verbleib in der EU entscheiden, dieser lächerliche Parlamentsaffentanz der letzten Monate bzw. Jahre hätte ein Ende und allen wäre gedient.

Oh, und bevor man mir jetzt mit Detail- und Logikfragen kommt: Der Plan ist noch „work in progress“.

4.) Die Wahl der Qual: ein großer Systemcrash legt alle öffentlichen Computer lahm. Alle Dateien können gerettet werden – außer Deine! Willst Du lieber komplett aus dem System gelöscht und gezwungen werden, eine neue Identität anzunehmen und noch einmal von vorn anzufangen, oder dass sämtliche Deiner Daten, auch der sensiblen wie Krankenakten und polizeilich erfasste Daten (inklusive Ordnungswidrigkeiten, KFZ-Kennzeichen etc) veröffentlicht und für alle zugänglich gemacht werden?

Nun, es gibt ja Leute, die behaupten beharrlich, sie hätten „nichts zu verbergen“ und Daten würden „nun mal gesammelt“ und man könne „nichts dagegen tun“. Seltsamerweise sind diese Menschen dem Vorschlag, dann doch wenigstens proaktiv zu handeln und ihre gesamten Daten inklusive Bankverbindung und Patientenakte an die Tür der örtlichen Kirche zu nageln, überraschenderweise weniger zugeneigt.

Ich persönlich sehe das wesentlich kritischer. Meine Daten gehören mir und niemandem sonst und sofern ich nicht die Zustimmung dazu gebe – was man ja leider in den meisten Fällen doch an irgendeiner Stelle tut oder tun muss -. haben diese in den Händen Dritter nichts verloren.

So weiß ich beispielsweise, dass auch bei Blogs Daten erhoben werden. Und Leser dieser Blogs wissen das allgemein auch. Und sofern man nichts dagegen hat, ist das dann auch okay. Wenn aber ein Verein wie WhatsApp in seinen AGB die Berechtigung hat, das Telefonbuch des Nutzers auszulesen und diese Telefonnummern und Namen, da sie, also WhatsApp, ja nun IM Zuckerberg gehören, an Facebook weiterzuleiten, was dazu führt, dass beide Firmen auch Daten von Menschen haben, die weder das eine noch das andere nutzen, dann kann das in meiner kleinen Märchenwelt voller Feen, Elfen und Eskimos nicht rechtens sein. Nicht hier, nicht in den USA und auch in nicht in China. Aber was weiß ich schon …

Ich würde also spontan vorziehen, eine neue Identität anzunehmen, wenn, und das ist wichtig, wenn ich persönlich Einfluss darauf hätte, wie diese aussieht. Dann würde ich mich in nahezu jeglicher Hinsicht neuorientieren und beruflich einen ganz anderen Weg einschlagen. Gut, die Herrschaften im Vorstand von (hier beliebiges Dax-Unternehmen einfügen) würden sich wundern, wer denn der unbekannte Typ ist, der da ganz plötzlich aufschlägt, aber meine Identität ist ja nun eben hieb- und stichfest, weswegen ich nun zwei Jahre im Vorstand des Unternehmens tätig wäre, mich mit Floskeln wie „Ich brauche mehr Details!“, „Schreiben Sie´s auf, ich kümmere mich später darum!“ oder „Das ist nur Ihre Meinung!“ über Wasser halte, und mich dann mit der gescheffelten Kohle (der Durchschnittsverdienst eines Vorstandsmitglieds eines Dax-Unternehmens betrug im Jahr 2018 3,51 Millionen Euro) zur Ruhe setze und dem Luxus hingebe, morgens aufzustehen und tun zu können, wozu immer ich Lust habe.

 

Das war es dann auch schon wieder.

Ich wünsche allseits einen schönen Restfreitag und ein anschließendes schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl!

11 Kommentare zu „Freitagsfragen #89

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