Freitagsfragen #88

Freitagsfragen Frühling

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

es ist wieder Freitagsfragenzeit – damit einhergehend ist naturgemäß wieder Freitag, yay! – und im Brüllmausblog werden aufs Neue vier Fragen gestellt, die meiner Beantwortung harren. Denn man tau, wie man im Norden so sagt, die Fragen und Antworten lauten:

1.) Was ist ein guter Gesprächsstart, mit dem man Dich zum Erzählen bringt?

Erfahrungsgemäß braucht es, je nach Umfeld, in dem ich mich bewege, nicht viel, um mich zum Erzählen zu bringen. Ein „Wie geht es Dir?“ ist als Anfang beispielsweise gar nicht schlecht, wiewohl man dann Gefahr läuft, Zeuge eines Antwortversuchs in Form eines länger andauernden Monologs zu werden.

In dem Zusammenhang fällt mir ein, dass ich an anderer Stelle kürzlich darauf hinwies, dass mir die Frage „Wie geht es Dir?“ völlig verhasst ist, wenn sie nur als Floskel dient. So war ich mal Teilnehmer des folgenden, kurzen Dialogs:

„Na, wie gehts Dir?“
„Beschissen! Ganz. Ganz. Beschissen.“
„Aha. Hm, ja. Du, was ich Dich eigentlich fragen wollte: …“

Ich verabscheue so etwas! Dann fragt halt nicht!

Ansonsten kommt es sehr auf das Gesprächsthema an. Bücher, Fußball, natürlich Politik, das sind so Themen, bei denen ich ins ausufernde Dozieren geraten könnte.

Ich bin aber auch ein interessierter Zuhörer, wenn es um Themen geht, mit denen ich nichts anfangen kann, weil ich mich an die Nuhrsche Regel „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten“ halte.

 

2.) Was macht Dich zufrieden?

Zufrieden bin ich schon dann, wenn mal nichts ist. Also, wenn ich mal nicht morgens aufstehe, und mir schon Gedanken darüber machen muss, was noch alles zu organisieren, erledigen oder bezahlen ist. Allerdings gilt ja nun „Irgendwas ist ja immer!“. Finde den Fehler. :-)

 

3.) Was glaubst Du kommt nach dem Tod?

Nichts! Nehme ich jedenfalls an. Ich lasse mich da aber auch eine Besseren belehren. Vielleicht sollten wir die Beantwortung der Frage, frei nach Lindner, lieber Experten überlassen:

Wir befinden uns in der Hölle, dem Stammsitz der Firma „Fate LLP“, deren Eigentümer und Geschäftsführer S. Atan mit hochrotem Kopf an seinem Schreibtisch sitzt:

„Lüüüüüüübkääääääää!“

Ein kleiner, wuseliger Mann im blauen Anzug, mit schwarz-gelb gestreifter Krawatte und schwarzer Kassenbrille betritt den Raum

„Jawohl, mein Fürst!?“

„Und das ist Angelo?“

„Entschuldigung, was!?

„Shakespeare!“

Lübke blättert nervös in einer mitgeführten Akte.

„Ähm, nein, den… den haben wir hier nicht. Nicht mehr, meine ich. Den haben wir vor Jahren getauscht, mit … na, Sie wissen schon …“

„Nein, Lübke, Sie missverstehen mich. Mit „Jawohl, mein Fürst“ haben Sie Shakespeare zitiert. Aus „Maß für Maß“:

„Jawohl, mein Fürst, und das ist Angelo,

Der glaubt, daß er mich niemals hat berührt,

Und wähnt, daß Isabella ihn umarmt.“

Fünfter Aufzug. Sagt Ihnen nichts?“

„Nun, um ehrlich zu sein …“

„Banause! Sollten Sie mal lesen. Übrigens, wen haben wir denn für Shakespeare bekommen?“

„Hanns Johst!“

„Wen?“

„Hanns Johnst, nationalsozialistischer Kulturfunktionär und ab 1935 Präsident der Reichsschrifttumskammer.“

„Ah, ja. Ja, der passt irgendwie besser hierher. Und der war …

S. Atan deutet nach oben.

„… bei denen? Was ist da denn bloß schiefgelaufen?

„Ja, das hat Shakespeare auch immer gefragt … Wie auch immer, warum haben Sie mich eigentlich gerufen, Chef!?“

„Na, hier, deswegen. Die neueste betriebswirtschaftliche Auswertung ist da.“

„Und?“

„UND? Hier steht eine exorbitante Summe für eine Umsatzsteuernachzahlung! Eine Umsatzsteuernachzahlung!? Warum, Lübke, erklären Sie mir das!“

„Na ja, vielleicht weil … wir nie Umsatzsteuer gezahlt haben?

„Ja, Herrgott nochmal …“

„Chef, bitte, Ihre Wortwahl …“

„Verzeihung! Verdammt nochmal, an WEN sollten wir denn Steuern abführen? Wir sind die verdammte Hölle, an welche übergeordnete Macht …“

„An Olaf Scholz?“

„Wir müssen Geld an die deutsche Finanzverwaltung zahlen? Seit wann?“

„Nun ja …“

druckst Lübke herum, der stark anfängt zu schwitzen

„…also, es könnte sein …“

WAS!?“

„Also, eigentlich hat uns nie jemand behelligt. Aber kürzlich habe ich am Eingang ein Namens- bzw. Klingelschild angebracht. Am ersten Tag danach kam der Typ vom Beitragsservice …“

„WIR ZAHLEN JETZT GEZ? WOLLEN SIE MICH VERARSCHEN?“

„Ließ sich nicht vermeiden. Und noch einen Tag später kam der Steuerprüfer. Dann wurden wir geschätzt. Und dann kam der Steuerbescheid mit der Nachzahlung. Und die wiederum steht in der BWA, die sie in Händen halten.“

„Das geht so nicht, Lübke! Ich werde fristgerecht Widerspruch einlegen, jawohl! Unserer Umsätze sind nicht steuerbar, jaha! Mal ganz davon abgesehen, dass unsere Einnahmesituation recht mies ist, sind die allermeisten Leute, die hier rumlaufen, verdammt nochmal tot. Auch nach der Logik von Olaf Scholz können die doch nicht ernsthaft noch steuerpflichtig sein!?“

„Tja, schon Benjamin Franklin hat gesagt: „Nur zwei Dinge auf der Welt sind uns sicher: Der Tod und die Steuer.““

„Ja, aber doch nicht GLEICHZEITIG, verdammte Axt! Klären Sie das!“

Lübke geht ab und murmelt etwas von „Vermögensteuer“.

„Was?“

„Nichts …“

„Schnauze, Lübke! Raus!“

4.) Die Wahl der Qual: Würdest Du lieber nie wieder Deine Lieblingsspeise essen oder sie jeden Tag essen müssen?

Da ich so etwas wie die eine und einzige Lieblingsspeise nicht habe, könnte ich auch guten Gewissens drauf verzichten. Also Ersteres.

 

Das war es auch schon wieder, getreue Leserschaft. Ich wünsche allseits einen schönen Restfreitag und anschließend einen guten Start in ein hoffentlich schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl!

10 Kommentare zu „Freitagsfragen #88

    1. Herzlichen Dank, auch wenn ich angesichts der körperlichen Ausfallerscheinungen mein Mitgefühl aussprechen möchte. ;-)

      Für eine literarische Retrospektive ist es – jedenfalls hoffe ich das – wohl noch etwas früh, sollte es aber mal dazu kommen, werde ich an Dich denken. :-)

      Gefällt 3 Personen

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