Freitagfragen #86

Freitagsfragen Frühling

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

die Freitagsfragen im Brüllmausblog drehen eine neue Runde und ich drehe mit. Sozusagen. Die Antworten könnten heute etwas kurz ausfallen. Aus Gründen. Wir werden sehen. Die heutigen Fragen und Antworten lauten:

1.) Hältst Du Dich für moralisch?

Puh, eine schwere Einstiegsfrage, zu der ich spontan erst mal nicht mehr sagen kann als: ja, natürlich! Ich frage mich auch gerade, ob es jemanden gibt, der diese Frage guten Gewissens mit einem „nein“ beantworten würde. Es gibt zwar heutzutage viel zu viele Menschen, die es nicht sind, aber selbst die würden die Frage doch nicht verneinen, oder!?

2.) Welches Gericht kannst Du am besten kochen?

Wasser! Nein, ganz ohne Spaß. Ich kann tatsächlich nicht im Geringsten kochen, nicht mal im Ansatz. In ihrem Buch „Das Wunder“ schreibt die Autorin Emma Donoghue – seinerzeit mit „Raum“ bekannt geworden – sinngemäß: „Die Iren waren das einzige Volk, das sogar Wasser verbrennen konnte.“ Und so ähnlich geht es mir auch. Ich kann zwar ganz gut essen, überlasse die Herstellung jeglicher kulinarischer Köstlichkeiten allerdings gerne Menschen, die in dieser Hinsicht mit größerer Kompetenz aufwarten können.

3.) Diskutierst Du gerne?

Aber hallo! Ja, na sicher doch! Das kommt aber entschieden aufs Thema an:

So habe ich beispielsweise keine Lust mehr, an polemischen „Die-bösen-Ausländer-sind-schuld“-Diskussionen teilzunehmen, in die ich gelegentlich gänzlich unverschuldet gerate, und dort die Stimme der Vernunft zu sein, weil man mit Vernunft in solchen Situationen nicht weiterkommt, die entsprechenden Menschen ein festgefahrenes Weltbild fernab jeglicher Fakten haben, das ohnehin umumstößlich ist und es mich insgesamt nur noch langweilt.

Auch das Thema Musik ist eines, über das man mit mir nicht diskutieren kann, weil ich da gelegentlich keine anderen Meinungen gelten lasse, da es aus meiner Sicht zu bestimmten Musikrichtungen, wie beispielsweise der gesamten Rap- und Hip-Hop-Schiene, die, nebenbei bemerkt, gar keine Musik ist, sogar nicht mal im Entferntesten etwas damit zu tun hat, gar keine anderen Meinungen geben kann.

Auch die Tatsache, dass beispielsweise „Rammstein“ beschissen ist, stellt aus meiner Sicht keine Diskussionsgrundlage, sondern einen unumstößlichen Fakt dar. Da es aber ganz zauberhafte Personen gibt, die das hauchzart anders sehen, führe ich das an dieser Stelle ausnahmsweise nicht weiter aus.

Aber über viele andere Dinge diskutiere ich leidenschaftlich gerne. Beispielsweise könnte man über die Frage diskutieren, warum Frau von der Leyen als Abschied aus ihrem Ministerinnenamt einen Zapfenstreich bekommt und nicht – was angesichts der Tatsache,  dass ihr Ministerium fast so viel Geld für Beraterhonorare ausgegeben hat, wie alle anderen Ministerien zusammen (!) und einige vergebene Aufträge in der freien Wirtschaft gegen so ziemlich alle geltenden Compliance-Regelungen verstoßen haben, die man sich nur vorstellen kann -, was angemessener erscheinen würde, lieber auf Bahnschienen aus der Stadt getragen wird. Aus welcher auch immer. Aber das würde hier zu weit führen.

Außerdem würde ich von Frau von der Leyen gerne wissen, warum just nach Ende ihrer Amtszeit in meiner beschaulichen, niedersächsischen Pampa ganz plötzlich AWACS-Flieger kreisen, die eigentlich für die Luftraumüberwachung zuständig, in Geilenkirchen an der Grenze zu den Niederlanden – also von hier weit, weit weg – stationiert sind und außerdem einen Heidenlärm veranstalten. Wäre ich Verschwörungstheoretiker, würde mich das jetzt tagelang beschäftigen …

4.) Die Wahl der Qual: Ständig allein sein oder nie mehr allein sein?

Fíese Frage, zu der ich mal zwei Personen zitieren möchte, nämlich einerseits Hubertus Meyer-Burckhardt, Autor, Moderator und vieles andere, der mal den schönen Satz gesagt hat: „Ich habe ein fast schon erotisches Verhältnis zum Alleinsein.“

Und im Grunde geht mir das ähnlich. Ich bin phasenweise – und „phasenweise“ ist in dem Zusammenhang wichtig – ganz gerne allein, weiß ich doch, dass ich mich dann in Gesellschaft eines Menschen befinde, mit dem ich mittlerweile ganz gut auskomme und der mir selten auf den Geist geht, also mir selbst.

Andererseits hat John Donne mal geschrieben: „Niemand ist eine Insel.“  Und unabhängig davon, wie er das sonst noch so gemeint hat, hat er natürlich vollkommen recht, denn der Mensch, mich eingeschlossen, ist nicht dazu gemacht, allein zu sein.

Letztlich entscheide ich mich also für das „nie mehr allein sein“, in vollem Bewusstsein, der Tatsache, dass mich das früher oder später ebenso durchdrehen ließe, wie die erste Variante – nur eben später.

 

Das war es dann auch schon wieder.

Ich wünsche allseits einen schönen Restfreitag und irgendwann mal einen guten Start in ein hoffentlich schönes Wochenende.

 

Gehabt euch wohl!

8 Kommentare zu „Freitagfragen #86

  1. Ja, hallo, da sind sie ja wieder – die Freitagsfragen, wobei ich die Antworten spannender finde.

    Irgendwie habe ich es geahnt, dass Deine Antwort auf Frage 3 am ausführlichsten ausfallen würde. Wobei ich Dir bei den Themen „Ausländer-sind-schuld“ und Musik absolut zustimmen muss. Für Frau von der Leyen habe ich – ehrlich gesagt – noch keinen Gedanken – äh! – aufgewendet?!

    Und zu Frage 4: Ich liebe das Zusammenleben mit Kerl und Kater! Aber da ich als Krankenpfleger in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung rein berufsmäßig mit vielen Menschen im Kontakt bin und entsprechend reichlich kommuniziere, genieße ich die Momente alleine zuhause, wenn der Kater um die Häuser zieht und der Kerl seinem Tagwerk nachgeht (oder umgekehrt). Da kann es durchaus passieren, dass ich Telefon- und Türklingel ignoriere!

    Auch ich wünsche Dir einen fröhlichen Rest-Freitag und ein ebensolches Wochenende!

    Gruß
    Andreas

    Gefällt 1 Person

    1. Irgendwie habe ich ebenfalls geahnt, dass meine Antwort auf Frage 3 umfangreicher ausfallen würde. :-)

      Und eben genau das ist es, was ich meine: Diese schönen, gelegentlichen Oasen der Ruhe, nur ganz mit sich alleine, auf die würde ich ungern verzichten.

      Auscshließlich alleine, auf einer Art einsamer Insel der Ruhe, wäre es aber noch viel beschissener. ;-)

      Vielen lieben Dank!

      Gefällt 1 Person

    1. Und daran ist auch grundsätzlich nichts auszusetzen. :-)

      Manchmal habe ich den Eindruck, als müsste man sich immer noch darfür rechtfertigen, wenn man ein eher introvertrierter Charakter ist, der nicht immer Dutzende von Personen um sich braucht, um sich wohl zu fühlen.

      Liebe Grüße zurück.

      Gefällt 2 Personen

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