Freitagsfragen #85

Freitagsfragen Sommer

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

die Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog stehen an, legen wir also ohne große Vorrede los. Die Fragen und Antworten lauten:

1.) Welche Bücher hast Du in der Schule gelesen?

Oh, das waren einige! Ich habe zum Beispiel die Bio-Stunden in Klasse 12 dazu genutzt, die gesamte „The Green Mile“-Reihe von Stephen King zu lesen …

Ach, es geht um Schulliteratur? Verzeihung – tja, na dann … lautet die Antwort ebenfalls „das waren viele“. An was kann ich mich denn noch erinnern …?

„Kleider machen Leute“ von Gottfried Keller. Die Erinnerung ist lückenhaft, aber ich meine, dass ich es als nicht sonderlich subtil empfunden habe.

„Das Feuerschiff“ von Alfred Andersch. Das habe ich viele Jahre später nochmal gelesen und fand es viel besser als in der Schule.

„Die Verwandlung“ von Kafka. Erst zu Bloggerzeiten habe ich das nochmals gelesen und fand es ebenfalls viel besser als damals.

„Der Richter und sein Henker“ von Dürrenmatt. Damals wie heute ziemlich großartig.

„Wilhelm Tell“ von Schiller. Ich weiß es noch, als wäre es gestern: Ich bekam das Reclam-Heftchen in der Schule ausgehändigt und schlug es vor dem Unterricht an einer willkürlichen Stelle auf, wo ich auf die Textstelle:

„Wo sind meine Knechte?
Man reiße sie von hinnen oder ich
Vergesse mich und tue was mich reuet.“

stieß. Kapitel 15 übrigens, für die, die es interessiert. Und ich dachte angesichts der Textstelle damals spontan: „Ach, Du Scheiße!“ Eigentlich war es aber ganz gut. Ich mag Schiller bis heute.

„Antigone“ von Sophokles. Dasselbe Spiel wie bei Schiller, nur mit der Textstelle

„O Schwester, Du mein eigen Blut, Ismene!“

und dem Unterschied, dass ich mit Sophokles nichts, aber auch gar nichts anfangen konnte.

„Homo Faber“ von Max Frisch. Das mochte ich sttilistisch, das weiß ich noch. Ich glaube aber, es damals nicht begriffen und nie wieder gelesen zu haben.

„Effi Briest“ von Fontane. Sollte man mal gelesen haben, ich finde es auch heute noch vergleichsweise zugänglich für eine Schullektüre.

„Der gute Mensch von Sezuan“ von Brecht. „Die Deutung von Brechts Büchern wäre einfach, wenn hinten das Parteibuch der KPD drin läge!“, sagte mein Kursleiter damals. Inhaltlich kann ich mich an nicht viel erinnern. Außer, dass ich Brecht – von dem wir noch andere Bücher lasen – ebenfalls mochte.

„Frühlings Erwachen“ von Wedekind. Eigentlich nicht so dolle, aber im Schulunterricht für einen denkwürdigen Lacher gut gewesen. Würde an dieser Stelle aber zu weit führen.

„Der Hauptmann von Köpenick“ – von Zuckmayer. Zuckmayer hat durchaus schlechtere Dinge geschrieben.

Einen Roman aus der „Joseph und seine Brüder“-Reihe von Thomas Mann, dessen Name mir gerade entfallen ist. Damals eigentlich ein Fall für die UN-Menschenrechtskonvention! Ich habe es bis heute nicht nochmals versucht, obwohl ich weiß, dass mir Manns Stil mittlerweile gut gefällt, aber nee. Niemand unter 40 sollte Mann lesen müssen. Thomas Manns Bücher sind die Wagner-Opern der Literatur!

Ähnlich viel „Vergnügen“ hatte ich mit „Nachdenken über Christa T.“ von Christa Wolf, das ich als schlicht unlesbar und induskutabel eingestuft habe und, da ich es Jahre später erneut gelesen habe – warum auch immer – es auch heute noch tue. Es gibt Menschen, die klüger sind als ich, und dieses Buch als große Literatur einstufen und wer wäre ich, diesen Menschen zu widersprechen, aber für mich persönlich die größte Folter meiner Schullektürenlaufbahn.

Und natüüüürlich „Die Leiden des jungen Werthers“ von Goethe. Ein nach wie vor großartiges Buch und eines der, wenn nicht das, Hightlight meiner Schullektürenlaufbahn. Gut, auch hier gibt es Menschen, die klüger sind als ich und die ich sogar persönlich kenne, die behaupten, dieses Werk sei grauslig, nichtsdestotrotz wage ich hier zu widersprechen! ;-)

Erstaunlich, an wie viel man sich noch erinnert, wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, oder …!?

2.) Wie betrachtest Du Deine Schulzeit rückblickend?

Da müsste man differenzieren. Die Grundschule war – soweit ich das noch auf dem Schirm habe – eigentlich ganz okay.

Selbiges gilt für die folgende Orientierungsstufe, die es zu meiner Zeit noch gab und das damalige Anzeichen für eine nur semi-geniale niedersächsische Schulpolitik war.

Die Zeit der Klasse 7 – 10 war dann überhaupt nicht mehr so geil. Auch wegen außerschulischer Faktoren, das hat aber hier alles nichts verloren. Glücklicherweise – damals für mich ein gefühlter Weltuntergang – hatte ich dann nach Klasse 10 eine Vertragsverlängerung, verbunden mit einem entsprechenden Klassenwechsel. Ab da war wieder alles gut und ich behaupte nach wie vor, dass die 12. und 13. Klasse die beiden geilsten Jahre meines Lebens waren.

3.) Bist Du den Weg gegangen, den Du Dir als Schulabgänger/in ausmaltest?

Gott, nein! :-) Oder, na, sagen wir jein. Rückblickend habe ich den Eindruck, lange Zeit eigentlich eher einen Weg gegangen worden zu sein, als ihn selbst zu gehen, was böser klingt als es gemeint ist und auch eigentlich ganz okay war. Der semi-selbstsichere Entscheidungsneurotiker, der ich schon damals war, war dafür ganz dankbar. Dennoch hätte ich rückblickend weniger auf andere hören sollen. Aber das Leben findet halt nicht im Konjunktiv statt.

4.) Die Wahl der Qual: Alles Gelernte aus der Schule vergessen oder noch einmal ab der 5. Klasse in die Schule gehen?

Ab der 5. Klasse, also praktisch 9 ganze Jahre, nochmals für nichts anderes verantwortlich sein als nur seine eigenen schulischen Leistungen? Mache ich sofort! ;-) Der andere Fall würde ja bedeuten, dass ich nicht nur nicht schreiben und rechnen könnte, sondern eben auch nicht lesen. Und das wäre wieder ein Fall für die UN-Menschenrechtskonvention, so etwas könnte man mir nicht antun!

 

Das war es auch schon wieder.

Gehabt euch wohl!

4 Kommentare zu „Freitagsfragen #85

  1. Der Grundkurs auch die Leiden und Effi Briest gelesen. Ich war ganz neidisch, weil alle so begeistert waren. Wir im Leistungskurs lasen Das Parfum, Kabale und Liebe und mehr weiß ich nicht mehr. Dafür haben wir uns mit der Entstehung der deutschen Sprache beschäftigt und der Truman Show (warum auch immer.)

    Gefällt 1 Person

    1. Entstehung der deutschen Spache klingt ganz spannend eigentlich. Wir sind sprachtheoretisch über Kommunikationstheorien von Schulz von Thun nicht hinausgekommen, das war aber auch trocken genug.

      Wie die Truman-Show da reinpasst, weiß ich jetzt auch nicht … ;-)

      „Kabale und Liebe“ haben wir auch gelesen, aber Schiller in der Auflistung ja schon vor… „Das Parfüm“ habe ich – Asche auf mein Haupt – bis heute nicht gelesen, obowhl – oder gerade weil – eine Mitschülerin darüber die Mutter aller Referate gehalten hat.

      Ich wünsche Dir schon mal ein möglichst schönes Wochenende mit immer ausreichend Luft im Reifen – in dem des Autos und im persönlichen, sozusagen – und muss mich technisch mal kurz ausklinken – ein Gewitter nähert sich mit schnellen – ähm – es kommt schnell näher! :-)

      Gefällt 2 Personen

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