abc.Etüden KW 23/24 I

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich müsste ich Rezensionen schreiben. Eigentlich. Und zwar eine Menge. Aber eigentlich müsste es heute hier auch nicht gewittern, der BVB Deutscher Meister sein und Annegret Kramp-Karrenbauer in die Junge Union versetzt werden, um zu begreifen, wie junge Menschen heute ticken und was YouTuber sind. Stattdessen schreibe ich weiterhin fleißig Etüden. Diese werden von Christiane organisiert, die aktuelle Wortspende kommt von Werner Kastens und seinem Blog Mit Worten Gedanken horten.

 

„Na, wie geht’s?“

„Montag!“

„Oha, verkniffener Mund, verengte Pupillen – sind wir nicht gut drauf?“

„Leck mich!“

„Okay, das waren immerhin schon mal zwei Worte. Und ich tue mal so, als hätte ich beide nicht gehört.“

„Ist besser so.“

„Drei Worte, Du steigerst Dich. Wolltest Du nicht eigentlich Rezensionen schreiben?“

„Ach, geh doch weg!“

„Vier Worte! Trotzdem, ich muss nachhaken: Wolltest Du … ?“

„Ja, verdammt, wollte ich. Mir fehlt aber die Muße dazu.“

„Weil …“

„Weil sich die Anzahl meiner Beiträge in den letzten zwei Monaten umgekehrt proportional zur Anzahl der Leserinnen und Leser verhält. Das stellt eine deutliche Abweichung vom Normalzustand dar.“

„Das heißt, je mehr Du schreibst, desto weniger lesen es?“

„Exakt!“

„Okay, das würde mich auch nerven. Was ist Dein Plan?“

„Ich schreibe jetzt den Blog leer! Ich veröffentliche jeden Tag einen Beitrag, und wenn es das Telefonbuch von Olpe im Sauerland in alphabetischer Reihenfolge ist. Nach meiner Theorie dürfte dann niemand mehr hier lesen.“

„Würde ich auch nicht, wenn ich mir Beiträge mit Telefonbucheinträgen … – wäre es nicht besser, gar nix mehr zu schreiben? Dann müsste nach Deiner Logik morgen die ganze Weltbevölkerung bei Dir lesen!“

„Das ist es! Du bist ein Genie!“

„Rücktritt ist keine Lösung.“

„Für Nahles schon!“

„Ja, gemein, wie man mit ihr umgesprungen ist, oder…!?“

„Ach komm, sie musste wissen, dass der Job ähnlich sicher ist, wie der Trainerposten beim HSV. In den letzten 20 Jahren hatte die SPD – inklusive der kommissarischen – zehn Parteivorsitzende. Die CDU hatte zwei weniger, allerdings seit Gründung der Bundesrepublik …! Ein Wahldesaster nach dem anderen, da war der Rücktritt unabwendbar.“

„Aber die Frau aus dem SPD-Ortsverein Algermissen, die …“

„Wo?“

„Bei Hildesheim. Die sagte, mit einem Mann wäre man niemals so umgesprungen, wie mit Frau Nahles.“

„Ganz ehrlich?“

„Ja!“

„Diese Unterstellung finde ich deutlich peinlicher als alle Gesangseinlagen im Bundestag von Frau Nahles zusammengenommen.“

 

300 Worte.

 

36 Kommentare zu „abc.Etüden KW 23/24 I

  1. Ich glaube Leserzuwachs/-abnahme folgt keiner Logik. Bei Social Media ist das nich abstruser.
    Also ich lese auch fleißig, egal wieviel du veröffentlichst, solange du nur nicht einen auf Nahles machst. 😉
    Grüße, Katharina

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    1. Ich wollte gerade meine Pressekonferenz planen … ;-)

      Tja, vermutlich liegt mein Fehler darin, Ursachen zu suchen, die es gar nicht gibt. Aber was soll ich machen, ich hab es halt gern logisch und strukturiert!? In manchen Dingen jedenfalls.

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  2. Deine Etüden erinnern mich ein bisschen an „Papa, Charly hat gesagt“, kennst du die Reihe zufällig? War aus den Siebzigern, oder frühen Achtzigern für Kinder, womit ich deine Etüden nicht abqualifizieren will, im Gegenteil 😊

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    1. Das sagt mir nur so ganz dunkel was, im Detail ging die Reihe an mir vorbei. Nach kurzer Recherche stelle ich fest: Es sind Ähnlichkeiten vorhanden. ;-)

      Und ich nehme das durchaus als Kompliment, keine Sorge. Vielen lieben Dank!

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  3. Ich lese auch bei dir! Und werde das auch weiterhin tun! Auch wenn ich keine Ahnung von euren Politikern habe. (Wir haben hier in Österreich wahrlich genug Theater!) Und auch dann, wenn ich – Asche auf mein Haupt – nur sehr selten kommentiere.

    Was das Auflösen einer Gefolgsschaft deines Blogs anbelangt, habe ich eine Vermutung. Manchmal will man Ordnung und Überblick schaffen und dann löscht man Dinge, die man nicht mehr liest oder nicht mehr lesen mag. Manches ändert sich nun einmal. Ich muss leider zugeben, dass auch ich das mache. Manche Blogs haben mich anfangs interessiert und dann doch nicht mehr ausreichend, dass ich damit den Reader vollhaben wollte. Je mehr da nämlich drin aufscheint, umso eher übersehe ich jene Beiträge, die mir für mich wichtig erscheinen.

    Auch mir sind schon welche abgesprungen, vor allem zu Zeiten, als ich noch deutlich längere Beiträge schrieb. In all den Blogs zu kommentieren, denen ich folge, erweist sich als logistisch unmöglich. Mein wirkliches Leben fordert mich seit einem (Schul)Jahr so derartig, dass mir meist die Energie fehlt, noch halbwegs durchdachte Kommentare zu schreiben.

    Liebe Grüße, Veronika

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    1. Vielen lieben Dank dafür! Wenigstens habt ihr in Österreich jetzt wieder eine Regierung, hier hatte man im letzten Jahr monatelang keine. ;-)

      Der Punkt ist übrigens weniger, dass sich meine Gefolgschaft auflöst, damit könnte ich leben, weil ich gelegentlich auch Blogs „entfolge“, in erster Linie, wenn dort monatelang nichts mehr geschrieben wurde. Eher im Gegenteil ist der Fall, das werden stetig mehr. Aber dennoch wirkt sich das irgendwie nennenswert aus. :-(

      Liebe Grüße zurück!

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  4. Schreib was du willst – ich lese weiterhin treu mit und kommentiere zwischendurch auch :-) Ich mag deine Rezensionen, aber tatsächlich mag ich das aktuelle gerade auch noch lieber…. (und ich verstehe einfach nicht, wie man bei dir nicht lesen kann ….)
    BTW – wie geht´s?

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    1. Man sollte vorsichtig sein, mit dem, was man sich wünscht, sonst fange ich tatsächlich mit dem Telefonbuch von Olpe an. ;-)

      Der Punkt ist, dass ich tatsächlich gerne mal wieder eine vernünftige Rezension schreiben würde, weil das das ist, was ich hier ursprünglich mal machen wollte. Aber sowohl das Schreiben längerer Texte als auch das Lesen von Büchern, die vom Niveau her über Michael-Bay-Filme hinausgehen, fällt mir derzeit arg schwer.

      Ich dachte übrigens, ich hätte in den 300 Worten halbwegs anschaulich herausgearbeitet, wie es geht.!? :-) Nicht so wirklich prickelnd, ich bin froh, wenn dieser Monat rum ist. Viele Baustellen, wenig Ruhe.

      Und selbst so?

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      1. F* …. Sch*….. warum ….******* der Rest ist ebenso zensiert – aber ansonsten ganz gut. Frag mich doch bitte ab dem 21.6. noch mal ;-)
        Und jetzt sag ich dir mal was: Du würdest wahrscheinlich aus dem Telefonbuch von Olpe auch noch was lesenswertes machen! Genug Gelobgedüdelei und stress dich nicht mit Rezis – schreib dich glücklich :-)

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        1. *machtsicheinroteskreuzindenkalender*

          In Ordnung, ich werde daran denken und komme darauf zurück. :-)

          Vielen Dank trotzdem für das Gelobgedüdelei – schönes „Wort“ -! Ich werde mein möglichstes Tun, fürchte aber, bevor ich mich glücklich schreibe, muss ich mich erst mal glücklich lesen. Mal sehen, was der SuB so hergibt … ;-)

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          1. Ach Mist – aber du darfst mir bitte gerade die Daumen drücken – habe mich gerade auf einen Job beworben und das wäre echt mega-affen-super-und-überhaupt-total-kreisch-und-so ….. und ich drücke dir die Daumen, dass es einfach besser wird :-)

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          2. Das mache ich – dann habe ich wenigstens etwas SInnvolles zu tun. Etwaige Zuzahlungen durch anschließend notwendig gewordene Orthopäden-Behandlung meiner Daumen ziehen wir von Deinem hoffentlich bald eingehenden ersten Lohn ab, ja!? ;-)

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    1. Oh, ganz herzlichen Dank. Gerade an Tagen wie diesen ist derartiges Lob ein Fest für mich. :-)

      Dass ich mehr schreibe, ist in der Tat eher unwahrscheinlich. Allgemein hinterfrage ich aber gerade viel, was den Blog angeht. Denn ursprünglich sollte der Fokus hier weiterhin auf den Rezensionen liegen, so gerne ich Sachen wie Etüden oder Freitagsfragen auch mag. Hach, man wird sehen …

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  5. Ich teile deine Ansicht, dass der Parteivorsitz nicht die reine Freude ist, wobei es mir allerdings fernliegt, den HSV zu bemitleiden. Kann es übrigens sein, dass du eine Freude an wohlklingenden, absonderlichen Wörtern (Ortsnamen) hast?
    Ich wünsche dir gerne mehr Leser – und untersteh dich, weniger zu schreiben!
    Liebe Grüße, eine gute neue Woche dir
    Christiane

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    1. Kein Mitleid für den HSV? Nicht mal so ein ganz kleines bisschen …? ;-)

      Es mag durchaus erscheinen, als hätte ich eine Freude an absonderlichen Ortsnamen – im Grunde stimmt das sogar, mir fielen da spontan einige ein -, im Fall Algermissen allerdings muss ich sagen, dass das nicht meinem Hirn entsprungen ist, sondern dass das ZDF dort tatsächlich vor Ort war. :-)

      Und danke, ganz egozentrisch wünsche ich mir auch mehr Leser – allein, mir fehlt der Glaube …

      Es mag deswegen durchaus sein, dass es vorübergehend etwas weniger wird. Ich denke noch nach … ;-)

      Auch Dir eine gute Woche und liebe Grüße zurück.

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      1. Ich sollte fairerweise vorausschicken, dass mich Fußball eigentlich null interessiert. Daher: NEIN. Höchstens für St. Pauli, was ich als Lebensgefühl und nicht als Mannschaft begreife. (Allerdings gebe ich zu, dass ich nicht wollte, dass der HSV absteigt.)
        Das mit deinem Blog sind keine – äh – jahreszeitbedingten Schwankungen, oder wie auch immer das in der Statistik heißt? Bei mir schwankt es auch, allerdings habe ich die Etüden (und interessanterweise die Gedichte), die ziehen. 🙂

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        1. Das mögen jahreszeitbedingte Schwankungen sein, aber wenn ich in die Vorjahre sehe, stelle ich fest: Die hatte ich da nicht … :-)

          Außerdem waren April und Mai wettertechnisch vielerorts ja eher mau, das kann als Begründung also auch nicht herhalten.

          Ich bin daher weiterhin ratlos und demotiviert.

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          1. Der übliche Rat, um mehr Leser/Follower zu bekommen, lautet in der Regel: Mehr anderswo (bei fremden Blogs) kommentieren/liken, nicht notwendigerweise selbst mehr schreiben. Ich halte diesen Rat für gut. Mir sind übrigens tatsächlich schon Leute abgesprungen, denen ich zu viel geschrieben habe (und ich frage mich, wann das war; täglich ist auf jeden Fall wirklich nur was für Fans).
            Ich habe gerade mal in meine Statistiken geschaut: Bisher waren die Zahlen meines Jahres deutlich unter denen des letzten Jahres, mit Ausnahme vom März.
            Weißt du zufällig, ob es eine Statistik über die Entwicklung der Follower-Zahlen gibt? Also sprich, kann man irgendwo nachlesen, wie viele Follower man beispielsweise vor einem Jahr hatte?

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          2. Ich folge bereits einer unfassbar hohen Zahl an Blogs, denen ich in Summe als Leser kaum noch gebührend nachkommen kann. :-)

            Warum Leute allerdings abspringen, weil man zu viel schreibt, erschließt sich mir nicht. Beiträge einfach nicht zu lesen, scheint sich als Konzept noch nicht durchgesetzt zu haben … ;-)

            Ich weiß über die Followerstatistik nur, dass man bei den einzelnen Followern sehen kann, wie lange sie einem schon folgen. Daraus dann zu folgern, wann man wie viele dazubekommen hat, dürfte in einem Rechenspiel enden, für das ich gefühlt nicht genug Zeit habe. ;-)

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          3. Ja, aber agierst, sprich: kommentierst du dort auch? Ich tue das nämlich keineswegs.
            Okay, bezüglich der Follower weißt du auch nicht mehr als ich.
            Ich werde dir übrigens auch weiterhin folgen, auch wenn du das sauerländische Telefonbuch verbrätst. 😁

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          4. Doch, das tue ich von Zeit zu Zeit durchaus. Bei einigen wenigen auch regelmäßig.

            Letzteres nehme ich übrigens als Herausforderung: Beginnen wir mit diversen Schlüsseldiensten mit AA am Anfang … ;-)

            Gefällt 1 Person

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