abc.Etüden KW 21/22 II

 

Gute Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

die aktuellen Etüden drehen bei mir eine zweite Runde, die insbesondere deshalb für mich spannend ist, weil ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht die geringste Ahnung habe, wie ich die zu nutzenden Worte denn sinnvoll einfügen könnte. Wir werden sehen. Die Etüden werden von Christiane organisiert, die aktuelle Wortspende stammt vom Team dergl.

 

„Guten Morgen.“

„Morgen.“

„Und, was steht so in der Zeitung?“

„Der amerikanische Präsident – weiter in den Wahnsinn gleitend – untersagt Google die Zusammenarbeit mit Huawei. Offiziell sollen amerikanische Nutzer damit vorm Ausspähen ihrer Daten geschützt werden.“

„Hat ihm jemand gesagt, dass Google praktisch dasselbe macht, nur in besser und mehr?“

„Ich kenne die genaue Argumentation des Präsidenten nicht, aber ich nehme einfach mal an, Datendiebstahl als Geschäftsmodell ist offensichtlich okay …“

„Aha …“

„Oh, apropos Daten: Solltest Du zeitnah auf den Mars wollen, dann geht das schon recht bald. Also, zumindest mehr oder weniger. Im übertragenen Sinne, quasi. Auf einer entsprechenden Internetseite kann man seinen Vor- und Nachnamen eintragen und der kommt dann auf einen Mikrochip und fliegt mit dem nächsten Mars-Rover ins All. Das hat man im letzten Jahr schon so ähnlich gemacht.“

„Und was soll das Ganze?“

„Also, meine Theorie ist ja, dass eine geheime Weltregierung Kontakt zu extraterrestrischen Lebensformen aufgenommen hat und der Mars dabei als so eine Art Briefkasten fungiert. Und jetzt beginnt man Handelbeziehungen. Und mit Daten kann man ja Geld verdienen. Diese Namen sind also nichts anderes, als die bunten Glasperlen und der andere Tand, mit dem die Konquistadoren  vor 500 Jahren …“

„Nein!“

„Nein? Also, ich finde meine Theorie sehr schlüssig!“

„Nein!“

„Na gut …“

„Was noch?“

„Oh, hier: Nachdem sich die FPÖ mittels des Herrn Strache selbst aus der Regierung und der damit zusammenhängenden Verantwortung torpediert hat, steht einerseits die Frage im Raum, wie der österreichische Nationalrat in Zukunft aussieht …“

„…bunt wie ein Malkasten fände ich schön – nur so als Statement.“

„… und andererseits hat der noch amtierende Bundeskanzler Kurz angekündigt, die Ministerposten der zurücktretenden FPÖ-Minister durch Experten ersetzen zu wollen …“

„Moment mal …“

„Ja, das habe ich mir auch gedacht …“

„Also, wenn da jetzt Experten im Amt sitzen sollen…“

„Ja, dann stellt sich die Frage …“

„Wer saß da vorher…?“

 

300 Worte

 

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38 Kommentare zu „abc.Etüden KW 21/22 II

  1. In Deutschland haben unsere Ministerien das besser gelöst: WIR brauchen nicht zu warten, dass der Minister entlassen werden muss. Wir handeln schon vorauseilend, indem wir schon zu „Lebzeiten“ des Ministers externe Expertise dazu kaufen. Ein Schelm, wer dabei denkt, dass die Industrie dies nützen würde, um ihre Vorstellungen in die Bundesgesetze einfliessen zu lassen!

    https://www.sueddeutsche.de/politik/bundesregierung-berater-vertraege-1.4353627

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    1. Ganz besonders schön finde ich im verlinkten Artikel – vielen Dank übrigens – die Info, dass sich die Kosten der „Bundesregierung für Berater seit 2014 knapp vervierfacht“ haben. Irgendwie erwckt das den Anschein, als habe man seitdem innerhalb der Ministerien gar keine Sachkenntis mehr und müsste die jetzt über „Berater“ einkaufen.

      Wobei ein Teil dieser Kosten ja schon dadurch eingespart werden könnten, dass man vielleicht endlich mal Fachleute in die Ministerposten beruft, also eine Juristin als Justizministerin, jemanden, der „gedient“ hat als Verteidigungsminister usw. usf.! Stattdessen werden die Minister und Innen alle vier Jahre durchgetauscht …

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  2. Ich bin mir sicher, dass die Medien bei „Experten“ die Anführungszeichen vergessen haben, denn „Experten“ (mit den Anführungszeichen heißt es das Gegenteil und man muss bedenken wie alt der Seppl ist, zu dessen Zeit war das vielleicht noch Jugendwort und er hat es nie abgelegt) saßen da bis jetzt auch… So weit meine Theorie. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jetzt richtige Experten kommen, denn Basti ist ja selber auf vielerlei Ebenen nur „Experte“ und gleich und gleich umgibt sich gern.

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      1. Das Problem ist, dass eigentlich der ganze Typ in dieser Funktion zum Lachen ist, dazu darf man sich aber nicht hinreißen lassen, denn er ist gefährlich, gerade weil er so jung ist. Aber Östereich und Charismatiker… weiß man ja. Ich erinnere mich an eine Stunde kurz vorm Abitur als wir im Unterricht diskutiert haben warum zum Kuckuck Jörg Haider dahin kommen konnte wo er damals war.

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        1. Aber …, aber …, aber er hat doch die Balkanroute geschlossen, der Sebastian. „Schließer der Routen“ wird sein Titel ehrenhalber dereinst lauten! ;-)

          Den Aufstieg Jörg Haiders habe ich auch nie begriffen. Ich erinnere mich rückblickend auch nur an einen kurzen Witz über ihn:

          Mit einem Buch in der Hand kommt Jörg Haider an die Kasse einer Buchhandlung. Da fragt ihn die Verkäuferin: „Soll ich es Ihnen einpacken, oder möchten Sie es gleich hier verbrennen!?“ :-)

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          1. Ach was „Schließer der Routen“… Sebastian der Große! Haben wir denn vergessen was Alexander in dem Alter alles erreicht hatte… Diese Gottkaiser-Klamotte zöge der Seppl sich auch an.

            An konkrete Witze zu Haider kann ich mich nicht erinnern. Es gab welche, aber die habe ich vergessen. Was uns damals umtrieb war wie der das geschafft hatte, Ansichten Richtung NPD, Aussehen Richtung Dieter Bohlen, wer nimmt so einen als charismatisch wahr? Wahrscheinlich waren wir alle zu seltsam um das zu verstehen.

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          2. Also vom Aussehen her, kann man charismatische Politiker oder gar Diktatoren nicht fassen. Völlig unscheinbar und sogar unattraktiv sahen aus: Hitler, Pinochet, Ceausescu, Franco, Salazar ……. Und den Schließer der Route kann man auch wirklich nicht als charismatisch bezeichnen. Rhetorisch ist er gut, das muss man ihm lassen.
            Strache versucht seine Unschuld zu beweisen, weil er gar nicht versteht, dass das Problem hauptsächlich in seiner Weltanschauung und seinem nicht vorhandenen demokratischen Verständnis liegt und nicht so sehr in den möglichen (strafbaren) Handlungen. Das ist das Beängstigendste an solchen Leuten: sie verstehen Ethik nicht

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  3. Herrlich! Über die Experten bin ich gestern auch hell auflachend gestolpert.
    Schön finde ich auch. dass Herr Strache in nicht enden wollenden Posts betont hat, dass er seine Unschuld beweisen wird. Nun bedeuten einige Wörter in Österreich etwas anderes. Ich habe recherchiert und herausgefunden, dass dies bei dem Wort Unschuld nicht der Fall ist.

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    1. Ja, oder!? Das ist etwas, bei dem man, wenn man es hört, sofort denkt: „Hat er das jetzt wirklich so gesagt!?“ :-)

      Eigentlich wollte ich auch noch ein paar Sätze über Straches „Unschuld“ schreiben, aber 300 Worte sind so verflixt schnell verbraucht. Mich interessiert durchaus, wie Herr Strache denn seine Unschuld beweisen will. Das dürfte spannend werden …

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          1. Ich hab mich jetzt bei Wikipedia eingelesen. Selbst die Nähe zu Haider, die ich öffentlich medial immer propagiert sah, gab es ja nicht wirklich. Da herrschte ja schon massive Konkurrenz.
            Mal wieder ist mir bewusst geworden, wie wenig man effektiv von Zusammenhängen in anderen Staaten weiß. Deshalb finde ich es auch so unangemessen, von außen mit Forderungen kommen.

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          2. Ich finde es schon legitim, dass man manche Politiker nicht in Europa haben möchte und schon gar nicht im Nachbarland. Ich hätte ja auch gerne den totalen Überblick über weltweite Geschehnisse, aber leider ist das ja schon zeitmäßig nicht möglich und obendrein ist man darauf angewiesen, wie und worüber man sich gut informieren kann ….

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  4. Ha! Ja, das mit den Experten stimmt nachdenklich, da stimme ich dir zu, aber bei Politikern habe ich längst aufgehört, mich zu wundern.
    („Gleitend“: sehr schön. Ich bastele noch an meiner ersten Etüde.)
    Liebe Grüße
    Christiane

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    1. Ja, oder!? Mich wundert wirklich, dass niemand den Herrn Kurz gefragt hat: „Sehr geehrter Bundeskanzler, wenn die Ministerämter jetzt von Experten ausgeübt werden sollen, was waren dann die bisherigen Amtsinhaber!?“ Vielleich traut sich das aber auch einfach keiner …!? ;-)

      Viel Erfolg beim Etüden basteln!

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    1. Ich könnte in maßloser Selbstüberschätzung Will Scarlet O´Hara aus „Robin Hood – Helden in Strumpfhosen“ zitieren und sagen: „Bin ich gut? Ich bin gut!“ :-)

      Tatsächlich aber wundere ich mich eher, dass ich das hinbekommen habe. ;-)

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