abc.Etüden – Big Brother is watching you IV

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

spätestens in der nächsten Woche wird mein Fokus wohl wieder auf Rezensionen liegen, da man aber einerseits Dinge beenden soll, die man angefangen hat und ich andererseits nicht mehr schlafen konnte, gibt es jetzt den vierten Teil meiner aktuellen abc.Etüden-Reihe. Bis Sonntag sollte selbige zu einem, wie auch immer gearteten Abschluss gekommen sein. Hätte ich nur eine Idee … :-)

Die ersten drei Teile, bei Interesse, kann man hier, hier und hier nachlesen. Die Etüden werden weiterhin von Christiane ausgerichtet, die Wortspende für den Rest dieser Woche kommt von Rina.

 

In der 23. Etage eines Bürokomplexes steht Petersen mit seinen Kollegen am Kaffeeautomaten und echauffiert sich:

„Und dann hat der cholerische Spinner, der sich unser Chef nennt …“

„Ich kann Sie höööören …“ flötet eben jener „cholerische Spinner“ durch die offene Tür. „Und ich will Sie sprechen. In mein Büro, zack, zack!“

Petersen schließt die Augen und lässt die Schultern sinken. Das war es wohl mit der Beförderung, die hat er sich veritabel verdorben. Ach was, das war es wohl mit allem. Resigniert betritt er das Chef-Büro.

„Petersen, ich hatte ihnen den Zugriff auf diesen spinnerten Blogger befohlen, richtig?“

„Ja, Sir!“

„Und …“ Der Chef legt eine Kunstpause ein, während der er sich suchend umblickt. „Wo ist er nun?“

„Er ist weg!“

„Weg? Das gute „weg“, im Sinne von „geht nur kurz Kippen holen, kommt gleich wieder und wird dann von uns einkassiert“? Oder eher das schlechte „weg“ im Sinne von „wir haben keine Ahnung, wo das kleine, schlüpfrige Scheißerchen steckt“?“

„Letzteres, Sir“

„Aha … – einen Moment…“ Der Chef nimmt den Telefonhörer ab. „Walker, bringen Sie uns doch bitte zwei Café au lait, ja!?“

Nur gefühlte Sekunden später betritt ein untersetzter, fast pummeliger und sichtlich nervöser Mann, der einen beißenden Geruch verströmt, das Büro, stellt zwei Tassen ab und verschwindet wieder.

Der Chef wendet sich wieder Petersen zu.

„Das war Walker. Früher ein Agent im Einsatz, wie Sie. Hatte eine leicht sadistische Ader, wir nannten ihn den Ramsay Bolton der CIA.“

„Verstehe ich nicht …“

„Unwichtig! Wichtig ist: Walker hat es irgendwann mal verbockt. Jetzt ist er hier. Sozusagen als mein Assistent. Hat einen umfangreichen Aufgabenbereich: Kaffee bringen. Ich denke, Sie verstehen, worauf ich hinaus will!?“

„Ja, Sir!“

„Gut! Gut. Finden Sie diesen spinnerten Blogger, sonst lasse ich Sie von jetzt an bis in alle Zeit den BER observieren, haben wir uns verstanden, ja?“

„Ja, Sir!“

 

300 Wörter

 

Tja, wo ist er nur, der spinnerte Blogger? Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung, aber ich werde mir schon etwas aus den Fingern saugen mir wird schon etwas einfallen. Bis dahin wünsche ich erst mal einen schönen Restdonnerstag.

Gehabt euch wohl.

19 Kommentare zu „abc.Etüden – Big Brother is watching you IV

  1. Ich habe mich köstlich amüsiert, allerdings bei der Alternative den Blogger zu finden oder den BER zu bewachen, überfraut mich tiefstes Mitgefühl. Das grenzt ja schon an Körperversetzung :lol: .

    Liebe Grüße in deinen Sonntag,
    Anna-Lena

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank, freut mich, wenns gefällt. :-)

      Nun, gerüchteweise sollen mittlerweile Personen am BER vor sich hin oxidieren, deren einzige Aufgabe es ist, im Brandfalle laut zu rufen, dass es brennt … Einmal, weil die installierten Brandmelder zwischenzeitlich zu stark verdreckt waren, um ordnungsgemäß zu funktionieren, zum Anderen, weil es Bereiche gibt, in denen schlicht keine installiert wurden. Gemessen an deren Schicksal ist die angedrohte Überwachung des BER doch fast harmlos … ;-)

      Gefällt 1 Person

      1. Wenn auch die dort abgestellten Autos noch bewacht werden, sollte der BER doch noch ein Publikumsmagnet ohne Fliegerei werden und über kurz oder lang kann ‚Fridays for Future‘ dort stattfinden … ;-) .

        Gefällt 1 Person

  2. Der besagte Blogger hat seinen Blog auf „privat“ gestellt? Nee, das verdirbt den Spaß.
    Wie schade, dass du wieder zu deinem Hauptgeschäft zurückkehren möchtest. Ich lese völlig gebannt deine Etüde und versuche mich danach zu erinnern, wie und wo du die Wörter eingebaut hast. Beißender Geruch, soso. Sehr spannend.
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 2 Personen

    1. Hm, das wäre eine Idee, die ich eigentlich sogar irgendwie komisch gefunden hätte, dramaturgisch liegt das aber wohl nur knapp oberhalb von Bobby Ewing unter der Dusche. :-)

      Ich muss übrigens, in aller Bescheidenheit, zugeben, dass ich auf „beißender Geruch“ verhältnismäßig stolz bin. Ich wollte erst ein (HA!) dahinter schreiben. ;-)

      Gefällt 3 Personen

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