abc.Etüden – Big Brother is watching you III

Guten Morgen, lieber Leserinnen und Leser,

auf den expliziten Wunsch einiger ganz zauberhafter Menschen unter meinen Followern folgt nun der dritte Teil meiner aktuellen abc.Etüden-Serie. Und sollte ich unterwegs nicht die Lust daran verlieren, folgen da vielleicht noch einige andere – ich habe nämlich nicht die geringste Ahnung, wie ich von da, wo ich mich jetzt schon hingeschrieben habe, zu einem adäquaten Schluss kommen sollte. Oderr wie der überhaupt aussehen könnte. Aber wir werden sehen. Die ersten beiden Teile findet man bei Interesse hier und hier. Die Etüden werden weiterhin von Christiane ausgerichtet, die Wortspende für den Rest dieser Woche kommt von Rina.

 

Das Telefon klingelt. Er ist dran. Damit ist ihr Feierabend verdorben. Seit ihrem Gespräch im Café macht sie sich in erster Linie  Sorgen um ihn – aber ein bisschen Angst macht er ihr auch. Sie schließt die Augen, beißt die Zähne zusammen und geht ran.

„Hallo?“

„Sing with me, sing for the years
Sing for the laughter, sing for the tears
Sing with me, just for today
Maybe tomorrow, the good Lord will take you awaaaaay“, gröhlt es ihr entgegen.

„Bist Du betrunken?“

„Neeeein, neeeheeeein!“

„Du wirkst aber so …“

„Zu behaupten, ich sei betrunken, wäre so, als würde man der britischen Royal Mint gutes Timing unterstellen.“ erklärt er und beginnt zu lachen. „Austrittsdatum 29. März! Haahaa, zu köstlich. Also nein, ich bin nicht betrunken: Ich bin hackedicht!“, fügt er fröhlich hinzu.

„Das erklärt, warum du Aerosmith singst …“

„Das, und die Tatsache, das Steven Tyler heute 71 wird.“

„Können wir mal kurz ernst werden?“

„Mam, yes, Mam!“

„Du solltest nach Hause gehen. Und morgen komme ich nochmal vorbei und wir reden. Das, was Du mir da neulich erzählt hast …“

„Das war noch längst nicht alles – jetzt sind Südkoreaner ins Spiel eingestiegen!“

„Die Südko… – geh nach Hause, ja!?“

„Aber da bin ich ja schon fast. Ich muss nur noch den Schlüssel …, wo ist denn …?“

„Brauchst Du Deinen Ersatzschlüssel?“

„Ich hatte ihn eben noch – DAAAHAAAHAAA! Hat ihn schon.“

Sie hört ihn die Haustür öffnen.

„Ich bin drin. Aber vielleicht hast Du Recht, ich sollte mich hinlegen, die Nacht war lang.“

„Die Nacht? Es ist gerade mal 18 Uhr und du …“

„Wer sind – wuuuääääh!“

„Bitte?“

Sie hört ein Poltern, dann etwas, das wie Männerstimmen klingt – dann nichts mehr. Die Leitung ist unterbrochen.

„Scheiße!“ Sie steht auf, läuft im Wohnzimmer auf und ab.“Scheiße, Scheiße, Scheiße! Was mache ich denn jetzt?“

Sie wählt die Nummer der Polizei.

 

300 Worte, erneute Punktlandung. :-)

 

13 Kommentare zu „abc.Etüden – Big Brother is watching you III

    1. Ja, oder!? :-) Fairerweise muss gesagt werden, dass ich mir nicht sicher bin, ob die Geheimdienstler Kenntnis von der Volltrunkenheit des Protagonisten hatten – denn sonst hätten sie möglicherweise wesentlich weniger Aufwand betrieben. :-)

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  1. Wie geschickt, alle drei Muss-Wörter in den Vorspann zu stopfen und dann frei zu fabulieren! Ohhhh, ich bin so gespannt, ob er nur im Treppenhaus über den Hund vom Nachbarn gestolpert ist oder ob die Geheimdienste … du weißt schon.
    Ich habe übrigens auch gerade mal meine Statistiken gecheckt: Sehr viel „Sonderverwaltungszone Hongkong“, verglichen mit sonst. USA war schon immer viel, könnte auch mehr sein. Würde mich schon mal interessieren, wie da die Datenströme fließen …
    Du schreibst weiter, ja? Am Sonntag kommen Extraetüden, wenn du die ersten raussuchst, siehst du das Prinzip und weißt, womit du zu rechnen hast, worttechnisch gesehen.
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 2 Personen

    1. Nachdem ich die drei Wörter im zweiten Teil erst vergessen hatte, wollte ich sie jetzt so schnell wie möglich weg haben. ;-)

      Ja, oder, die Anstieg aus Hongkong ist auffällig. Keine Ahnung, was man sich davon verspricht, dort meinen Blog zu lesen. :-)

      Und ja, ich schreibe erst mal weiter, bis Sonntag kommt bestimmt noch eine. Oder zwei. :-) Auch wenn ich es zunehmend schwieriger finde, „beißen“ in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen …

      Na, dann schaue ich mir das am Sonntag mal an. Bis dahin kann ich Dir schon mal sagen: Der Nachbar HAT keinen Hund. ;-)

      Gefällt 2 Personen

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