abc-Etüden: Big Brother is watching you!

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

aus ganz banalen Ich-habe-gerade-Zeit-Gründen gibt es heute mal wieder ein weiteres Exemplar der abc-Etüden, ausgerichtet von Christiane. Die Wortspende stammt von Rina, ihres Zeichens verantwortlich für den Blog Geschichtszauberei, dem ich mich aus Gründen der bisherigen diesbezüglichen Unkenntnis noch genauer zuwenden werde, denn, wie wir gerade festgestellt haben: Ich habe ja Zeit! Auf gehts!

 

„Mein Blog ist zum Spielball ausländischer Großmächte geworden!“, sagt er und nickt sich selbst bestätigend mit dem Kopf.

Sie will gerade in ihre teegetränkte Madeleine beißen, verharrt nun jedoch und entgegnet: „Entschuldige, was?“

„Ich sagte, …“

„Ich habe verstanden, was Du gesagt hast, ich habe nur nicht verstanden, warum Du so etwas sagst!“

Mittlerweile hat es ihr den Appetit verdorben. Sie legt die Madeleine wieder auf den Teller und taxiert stattdessen den Abstand zur Eingangstür des Cafés.

„Nun, jeden Morgen, wenn ich meinen Blog öffne, dann habe ich da Aufrufe.“

„Das ist doch erst Mal was Schönes!?“

„Ja, aber die kommen dann alle aus den USA und der Sonderverwaltungszone Hongkong. Geheimdienste, verstehst Du!?“

„Um ehrlich zu sein: nein!“

„Na, das sind Aufrufe der Geheimdienste, die überwachen meinen Blog und prüfen jeden Tag, was ich geschrieben habe.“

„Und das Chinesische Ministerium für Staatssicherheit sitzt in der Sonderverwaltungszone Hongkong?“

„Wäre doch möglich …“

„Ach, hör doch auf!“

Beleidigt verschränkt er die Arme: „Ich wollte es Dir nur gesagt haben. Falls mir also jemand über Nacht das Licht ausknipst …“

„…dann waren das die Geheimdienste?“

„Exakt.“

„Aha. Und was willst Du nun dagegen tun?“

„Nichts. Doch: Ich schreibe eine Etüde. Sonst aber nichts. Bringt ja nichts. Beispiel: Etwa fünf Millionen Leute unterschreiben eine Online-Petition gegen Artikel 13 des EU-Urheberrechtsgesetzes …“

„Gegen was?“

„Ja, eben. Das sind mehr als bei der Wahl über die Abschaffung der Zeitumstellung teilnahmen. Passieren wird nix. Oder auch: Eine ganze Generation geht auf die Straße und protestiert für Klimaschutz. Passiert ist nix. Außer, dass deren Motive in Misskredit gezogen wurden und Ahnungslosigkeit unterstellt wurde.“

„Also willst Du deswegen eine Etüde schreiben.“

„Genau. Und weil ich gerade Zeit habe. Und ich werde ein YouTube-Video einfügen.“

„Ist das noch erlaubt? DSGVO und so?“

„Keine Ahnung, ist mir auch egal. Und genau darum gehts ja auch.“

 

300 Worte. Punktlandung. Ich hätte zwar gerne noch 100 gehabt, aber man muss mit dem arbeiten, was man bekommt. ;-)

Ich wünsche allseits noch einen schönen Donnerstag.

Gehabt euch wohl.

 

 

 

31 Kommentare zu „abc-Etüden: Big Brother is watching you!

  1. Ich scheine uninteressant für die Geheimdienste zu sein, außer die allgemein Zentrale liegt in Östereich oder Deutschland.
    Tolle Idee, eine Etüde übers Etüdenschreiben zu verfassen. :)
    Grüße, Katharina.

    Gefällt 1 Person

    1. Danke! Andere Leute schreiben Bücher über Bücher in Büchern, da wollte ich etwas Ähnliches im Rahmen meiner Möglichkeiten ja auch mal versuchen … :-)

      Und: Tatsächlich keine Aufrufe aus den USA oder Hogkong? Das wundert mich. Dann kommt das noch … ;-)

      Gefällt 1 Person

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