Freitagsfragen #72

Freitagsfragen

 

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

die Freitagsfragen im Brüllmausblog gehen in ihre zweiundsiebzigste Runde, gestellt werden insgesamt daher die Fragen Nr. 285 bis 288. Schreiten wir zur Tat, die Fragen und Antworten lauten:

1.) Was ist die beste Süßigkeit, die Du Dir ausdenken kannst?

Für die Frage bin ich der völlig falsche Adressat, denn mit Süßigkeiten habe ich es so gar nicht, sofern die Betonung dabei auf „süß“ liegt. Ich halte – das erwähnte ich bereits das eine oder andere Mal – die Geschmacksrichtung süß für völlig verzichtbar. Mich kriegt man eher mit dem salzigen Kram. Sollte also etwas salzig, fettreich, hoch kalorisch und fürchterlich ungesund sein, bin ich dabei. Bei Süßem eher nicht. Allenfalls bei Zartbitterschokolade oder auch Schokolade mit Chili – etwas, das ich früher für reine Barbarei gehalten habe – mache ich gewisse Zugeständnisse.

2.) Wie verbringt man einen Regentag am schönsten?

„Habt ihr hier oft solchen Nebel?“
„Gute Güte, NEIN – nur, wenn es nicht regnet!“

Dieses Phänomen, beschrieben im Asterix-Heft „Asterix bei den Briten“ und später textlich nur halb so schön im gleichnamigen Film übernommen, kennt man hierzulande in der niedersächsischen Pampa auch, wenn man sich nicht gerade im Sommer des Jahres 2018 befindet. Im nahegelegenen Hannover gibt es angeblich im Schnitt 119 Regentage im Jahr, es regnet also, Pi mal Daumen, jeden dritten Tag. Man kennt sich also aus.

Regentage verbringe ich daher notgedrungen so wie alle anderen Tage auch.

Sollte ich es mir aber aussuchen können, so würde ich mich im Kreise der unfassbar zauberhaften Personen meines näheren Umfeldes erkundigen, ob es möglich wäre, den Tag mit einer davon zu verbringen. Ansonsten aber auch gerne auf dem heimischen Sofa, mit einem koffeinhaltigen Heißgetränk und mit „Lempriére´s Wörterbuch“ von Lawrence Norfolk. Warum damit? Damit ich dieses mistige, drecksverf?)’§/#?*=%“!?+§te Buch endlich mal lese. Alternativ auch „Das Foucaultsche Pendel“ oder „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ oder „Ulysses“, von dem ich nur weiß, dass sich am Anfang irgendjemand auf einem Geschützturm oder etwas Ähnlichem rasiert und mit jemand anderem über irgendwas diskutiert. Kurz: Mit irgendeinem Buch der Kategorien „Wollte ich immer schon mal lesen“, „Sollte man mal gelesen haben“ oder „Ich krieg dieses Sch“=)“§/$=“?buch einfach nicht durch“.

3.) Was ist eine schöne Kindheitserinnerung von Dir?

Selbst, wenn mir etwas Berichtenswerstes einfiele, was es nicht tut, würde ich es vermutlich für mich behalten. Woraus sich bitte nicht der Schluss ableiten lassen soll, dass ich eine schwere Kindheit gehabt hätte.

4.) Die Wahl der Qual: Sollte lieber Dein Nachbar oder Dein/e Ex eine arrangierte Ehe für Dich aussuchen sollen?

Zunächst mal muss ich darauf hinweisen, dass ich das Konstrukt der arrangierten Ehe von Grund auf ablehne. Hm, ein bisschen erinnerte mich dieser Eingangssatz an die Art von Sebastian Kurz, auf Fragen zu antworten. Na, wenigstens habe nicht nebenbei voller Stolz erwähnt, dass ich die Balkanroute geschlossen habe …

Die Wahl fällt mir diesmal ausgesprochen leicht. Mein Nachbar ist nämlich – auch das erwähnte ich schon mal – ein cholerischer Spinner. Darüber hinaus auch noch ein cholerischer Spinner mit Wumme, was ich für eine sehr problematische Zusammenstellung halte. Wäre ich ein etwas weniger entspannter Typ, der Konflikte nicht scheut, und hätte ich die Angewohnheit, gerne mit anderen Menschen zu streiten, hätte der mich wahrscheinlich schon längst über den Haufen geschossen. Von dieser Person würde ich mir ungern irgendwas arrangieren lassen. Außerdem lässt seine weibliche Begleitung, die zuletzt mutmaßlich etwa zur Zeit der Unterzeichnung des Atomwaffensperrvertrages gelächelt haben dürfte – und da sehe ich durchaus einen Kausalzusammenhang zu seiner Person-, darauf schließen, dass er im Hinblick auf die Auswahl möglicher Lebensabschnittsgefährtinnen auch recht kompetenzbefreit ist. Ich entscheide mich also für Letzteres.

 

Das war es auch schon wieder. Angesichts eines gestrigen Tages, der erschreckend viel von Prokrastination geprägt war, habe ich heute noch eine ganze Menge zu tun, worauf ich mich jetzt stürzen werde. Ich wünsche allseits einen schönen Restfreitag und einen guten Start in ein hoffentlich schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl.

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17 Kommentare zu „Freitagsfragen #72

  1. Der „Ulysses“ erfordert Zeit und Konzentration.Und falls nicht mittlerweile doch eine Neuübersetzung erlaubt wurde dann und wann etwas Kenntnis der ursprünglichen Idiome aufgrund diverser Übersetzungsfehler.

    Gefällt 2 Personen

  2. Zu Frage 2: War da nicht auch Proust in der engeren Wahl?

    Ich liebe den Begriff „Prokrastination“. Das klingt so schön nach Krankheit: „Schatz, ich kann heute nicht den Müll rausbringen, ich habe wieder ganz schlimm Prokrastination!“

    …auch Dir ein schönes Wochenende!

    Gruß
    Andreas

    Gefällt 3 Personen

    1. Ja, da war auch Proust in der engeren Wahl. Steht doch da: „Auf der Such nach der verlorenen Zeit“. ;-)

      Und ja, Proskrastination klingt irgendwie unangenehmer als sie ist, da müsste man sich mal einen Begriff ausdenken, der phonetisch ansprechender ist. ;-)

      Gefällt 2 Personen

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