„Der Weltenfinder“ von Bernd Perplies –

Buch: „Der Weltenfinder“

Autor: Bernd Perplies

Verlag: Fischer Tor

Ausgabe: Taschenbuch, 430 Seiten

Der Autor: Bernd Perplies (*1977) studierte Filmwissenschaft und Germanistik in Mainz. Heute lebt er als hauptberuflicher Autor und Übersetzer mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die ›Magierdämmerung‹-Trilogie und die ›Tarean‹-Saga. Für ›Imperium der Drachen: Das Blut des Schwarzen Löwen‹ wurde er 2015 mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. (Quelle: Fischer Tor)

Das Buch: Jenseits des Landfalls, so heißt es gemeinhin, endet die Welt. Dahinter liegen nur noch das endlose Wolkenmeer und das Nichts. Vor Tausenden von Jahren aber gab es noch keine Wolken. Die Legenden besagen, dass eine gewaltige Zivilisation in den Tieflanden lebte, deren Reichtum nur von ihrem Wissensschatz übertroffen wurde. Die ArChaon erforschten die Magie und die Schöpfung auf eine Weise, die sich heute niemand mehr vorstellen kann – doch ihre Neugierde wurde ihr Untergang, und die Nebel verschlangen sie. Niemand hat jemals nach dieser verlorenen Welt gesucht, denn niemand wagte sich in die Tiefen des Wolkenmeers. Bis heute … (Quelle: Fischer Tor)

Fazit: Ich bin dem Fantasy-Genre im Grunde genommen ja sehr zugetan. Es hat nur ein massives Problem, über das ich regelmäßig schimpfe: Fantasy-Bücher sind oft Teile einer Reihe. Das allein wäre noch kein Problem, würde ich nur Fantasy lesen. Meine Genre-Vorlieben sind allerdings recht umfangreich, so dass es sich irgendwie nicht ergibt, dass ich angefangene Reihen dann auch zu Ende lese. Und daher lasse ich es häufig lieber gleich ganz. Ausnahmen gibt es natürlich, daher Notiz an mich: Morgen „Ein Reif von Silber und Gold“ von Stephan M. Rother organisieren!

Gut, und oft hapert es natürlich daran, dass man eine Reihe einfach nicht zu Ende lesen kann, weil der entsprechende Autor nicht zu Potte kommt. Aber ich will jetzt nicht über George R. R. Martin meckern.

Mit diesem Problem des Genres im Hinterkopf, stieß ich zufällig auf eine Rezension von Bernd Perplies´ „Der Drachenjäger“ im „Lieblingsleseplatz“, seinem ersten Roman rund um das sagenhafte Wolkenmeer. Dort war sinngemäß zu lesen, dass Perplies´Wolkenmeer-Bücher zwar auch alle im selben Setting angelegt sind, und streng genommen ebenfalls Teil einer Reihe sind, aber sie haben- für mich – einen großen Vorteil: Sie sind inhaltlich abgeschlossen. Also sprach nichts mehr dagegen, mich ebenfalls den Büchern des Autors zuzuwenden.

In „Der Weltenfinder“ brechen die Protagonisten zur zweiten Reise ins Wolkenmeer auf. Der Gelehrte Corren von Dask unternimmt Studien, um mehr über die geheimnisvolle Stadt ThaunasRa herauszufinden. Eine Stadt aus grauer Vorzeit, die irgendwo am Grunde des Wolkenmeers liegen soll. Corren rüstet eine Expedition aus und bricht auf, um die Legende einer genaueren Betrachtung zu unterziehen.

„Der Weltenfinder“ ließ sich tatsächlich ganz ohne Vorkenntnisse des ersten Teils lesen. Auf die Ereignisse aus „Der Drachenjäger“ wird immer nur kurz eingegangen, sie sind zum Verständnis auch nicht wichtig. Auch, dass in der Fortsetzung Charaktere auftauchen, die bereits im Erstling eine Rolle gespielt haben, ist schön, wenn man es weiß, wenn man es nicht weiß, macht es aber auch nichts.

Apropos Charaktere: Die sind eigentlich durch die Bank recht gut gelungen. Insbesondere der Protagonist Corren von Dask ist hier positiv zu erwähnen. Auch die Nebenfiguren, beispielsweise die angeheuerte Söldnertruppe, hat mir gefallen. Lediglich der Antagonist konnte mich nicht ganz überzeugen, aber das will nichts heißen, dieses Antagonisten-Problem habe ich verhältnismäßig häufig.

Schon zu Beginn des Buches wird der Leser direkt in die Action geworfen und bemerkt, wie rasant Perplies erzählen kann. Aber auch in ruhigeren Phasen der Handlung kann er überzeugen. Dabei gelingt dem Autor ein ganz besonderer Kunstgriff: Er ist in der Lage, der Leserschaft die Welt in der seine Abenteuer spielen, eher so im Vorbeifliegen nahezubringen. Wo andere Autoren einen ganzen Einführungsband schreiben müssen, um den Lesern Welt, Geografie, Politik, Religion zu erläutern, nimmt Perplies den Leser einfach bei der Hand und lässt ihn das Wolkenmeer über „learning by reading“ erleben. Eine sehr angenehme und elegante Lösung, ich zumindest hatte nie das Gefühl, dass ich gerne mehr Hintergrundinformationen gehabt hätte.

Auch an der Geschichte selbst habe ich nicht viel auszusetzen. Sie verläuft fast ohne Längen, bleibt spannend, wird bildhaft und anschaulich erzählt und bleibt im Kopf.

Wer Fantasy-Literatur oder auch Fantasy-RPGs mag, wen längere Buchreihen aber eher abschrecken, dem kann ich „Der Weltenfinder“ wärmstens empfehlen.

Wertung:

Handlung: 8,5 von 10 Punkten

Charaktere: 7,5 von 10 Punkten

Stil: 9 von 10 Punkten

Atmosphäre: 9 von 10 Punkten

Gesamtwertung; 8,5 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Seiltänzer“ von Sören Heim.

 

12 Kommentare zu „„Der Weltenfinder“ von Bernd Perplies –

  1. Klingt gut. Werde ich mir mal merken. Im Moment kämpfe ich gerade mit Hell-Go-Land. Haut mich nicht wirklich vom Sockel bislang. Kommt vielleicht noch. Wobei ich ernsthaft schauen musste, wo denn das Mittelland war. Ober- und Unterland waren mir ja hinlänglich bekannt. Aber gut, in der Ecke, die als Mittelland bezeichnet wird, war ich gar nicht. Hing vermutlich auch mit meinen persönlichen Befindlichkeiten im letzten Jahr zusammen. :) So komplett leer inwendig macht man keine so großen Wandertouren. ;D

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    1. Ist auch wirklich gut, machte Spaß, zu lesen.

      Sollte „Hell-Go-Land“ Dich nicht so wirklich begeistern, wäre das natürlich ein misslicher Umstand. Glücklicherweise gebe ich nie Garantien. ;-)

      Und inwendig leer zu sein (gute Formulierung übrigens), ist an sich keine gute Grundvoraussetzung für das Aufnehmen jeglicher Sinneseindrücke.

      Liken

      1. Oh, nach einer Weile funktioniert der Geschmackssinn besser denn je! Wenn man endlich wieder Nahrung aufnehmen kann und möchte, ist jeder Bissen ein Happening! Vor allem waren wir auch in einem ausnehmend guten Restaurant… :) Mal gucken, vielleicht komme ich ja bei HGL noch drauf. Habe ja gerade erst angefangen. ;D

        Gefällt 1 Person

  2. Ich setzt es mal mit den anderen auf meine Liste.
    Wenn der erste Teil gefällt, kann man ja über mehr nachdenken.
    Und mir geht es wie Dir. Ich hasse es, wenn ich beim halben Buch bin und dann irgendwo zu lesen ist, dass es sich um eine Reihe handelt. Dann möchte ich das Buch schon gar nicht mehr fertig lesen.

    Immer diese Befindlichkeiten :)

    Schönen Abend
    Susi

    Gefällt 1 Person

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