Freitagsfragen # 67

Freitagsfragen

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

hurra, die deutschen Kicker haben 3:0 gewonnen. Allerdings passierte das von mir weitgehend unbemerkt. Bin ich der Einzige, bei dem sich mittlerweile so eine Art Übersättigung in Sachen Länderspiele einstellt? Mal ganz abgesehen davon, dass sie den ganz normalen Bundesliga-Rhythmus eines Fußballfans aufs Unangenehmste durcheinanderbringen. Gut, nach Einführung weiterer semi-sinnvoller Wettbewerbe spielt man jetzt nicht mehr gegen Samoa und Lesotho, sondern gegen Frankreich und die Niederlande, das Grundproblem bleibt aber bestehen.

Aber so hat jeder eben irgendwas, wovon er zu viel hat. Bei mir sind das Länderspiele, bei der AfD sind es teilweise illegale Spenden unbekannter Herkunft, was soll´s!? Wovon ich jedoch niemals zu viel haben kann – und man beachte diese Hammer-Überleitung – sind die Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog. Die Fragen und Antworten lauten:

1.) Sehnst Du Dich nach Deiner Schulzeit zurück?

Nein, heute nicht mehr. In den ersten Jahren nach dem Schulabschluss war das noch anders. Da befand ich mich in der Ausbildung in dem, was man so freie Wirtschaft nennt, und musste mich auf eine Art behandeln lassen, für die ich meine Lehrer einige Jahre zuvor noch verklagt hätte. Aber so weit, Lehrer zu verklagen, war die Gesellschaft damals noch nicht, das wurde erst knappe 20 Jahre später modern. Getreu dem Motto „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ *würg*, habe ich das dann schweigend durchgezogen, aber in der Zeit war schon des Wunsch da, einfach wieder zur Schule gehen zu dürfen.

Heute ist das anders. Zwar behaupte ich nach wie vor, dass meine drei Oberstufenjahre die geilste Zeit meines Lebens waren, aber zurück möchte ich dahin trotzdem nicht. Ich meine, wir reden hier von einer Zeit in der „La Bouche“ mit „Be My Lover“, „Los del Río“ mit „Macarena“, „Bellini“ mit „Samba De Janeiro“ oder „Loona“ mit „Bailando“ in den Charts waren – in diese Zeit KANN niemand zurückwollen!

Erschreckenderweise reden wir auch von der Zeit, in der mich „Witt/Heppner“ mit „Die Flut“ beschallt haben – kann das so lange her sein!?

2.) Probierst Du gerne neue Dinge aus oder hältst Du Dich an die, die Du schon kennst und kannst?

Wenn ich permanent neue Dinge ausprobiere, gehöre ich vielleicht bald in die Riege der selbsternannten Universalgelehrten, die alles ein bisschen, aber nichts richtig können, dafür aber zu allem eine Meinung und etwas zu sagen haben und deshalb nie die Schnauze halten können oder wollen. Ein Menschenschlag, der mir sehr suspekt ist.

Ich stehe da eher auf dem Standpunkt, dass ich mich auf das besinne, was ich wirklich kann. Zu allem anderen halte ich dann den Mund.

Wobei ich aber natürlich nicht grundsätzlich ausschließe, mich mit etwas Neuem zu beschäftigen, wenn mich ein entsprechendes Thema wirklich begeistert. Vorschläge werden dankend entgegengenommen. ;-)

3.) Wenn Du einen Film schreiben solltest, wovon handelte er?

Da fielen mir mehrere Möglichkeiten ein. Ich könnte eine Polit-Doku über die AfD machen, die sich allerdings vermutlich keine Sau ansehen würden. Vor allem nicht die, die sie sich ansehen sollten. Das wäre vermutlich verlorene Liebesmüh.

Ich könnte auch einen John-Grisham-Gedächtnis-Gerichtsthriller machen, der dann aber zwingend Jack Nicholson, Tom Cruise und den Satz: „Sie können die Wahrheit doch gar nicht ertragen!“ beinhalten müsste. Ich mag solche Filme, irgendwo zwischen „Matlock“, „Die Firma“, „Eine Frage der Ehre“ und „Amistad“. Davon gab es in den letzten 15 Jahren eindeutig zu wenig.

Sehr viel wahrscheinlicher würde ich aber ein CGI-Lens-Flare-Michael-Bay-J-J-Abrams-Bombast-Fantasy-Epos drehen, das Peter Jackson dazu bringen würde, sich mit einer Flasche Jack Daniels in der Zimmerecke zusammenzurollen und im Stile des Comicbuchverkäufers Jeff Albertson aus den „Simpsons“ zu jammern: „Oh nein, ich habe mein Leben vertan!“

Ich wüsste auch schon, wie die Handlung abläuft, in welcher Welt er spielt, welche Figuren dabei sind, und so weiter und so fort. Eigentlich bräuchte ich jetzt nur noch jemanden, der es aufschreibt …

4.) Die Wahl der Qual: die einzige betrunkene Person auf einer Party sein oder die einzig nüchterne?

Vor 20 Jahren hätte ich vermutlich geantwortet: „Scheiß drauf, ich bin lieber der einzige Betrunkene!“, heute sieht das etwas anders aus. Da bin ich dann doch lieber der einzige Nüchterne. Erfahrungsgemäß – denn das kam schon öfter vor – ist das zwar auch nur schwer erträglich – spätestens dann, wenn mein Umfeld anfängt, Unfug zu reden -, aber der Vorteil des Nüchternseins wäre in dem Fall ja der, dass ich einfach nach Haus fahren kann, wenn ich die Nase voll habe.

 

Nun denn, geneigte Leserschaft, das war es auch schon wieder.

Ich wünsche allseits einen schönen Restfreitag und einen guten Start in ein schönes Wochenende und muss jetzt noch allerlei produktive Dinge tun – und versuchen, „Bailando“ wieder aus dem Kopf zu bekommen …

Gehabt euch wohl!

 

 

28 Kommentare zu „Freitagsfragen # 67

  1. Was für eine geile Überleitung, da werde ich ja ganz wirr im Kopf.

    Meine Oberstufenzeit war beschissen, Gott was habe ich diese Jahre gehasst. 9. Klasse, das war MEINE Zeit. Ich hatte mich gerade gefunden, meinen Babyspeck abgelegt, fand mich selber gut (okay, teilweise wohl ein bisschen zu gut), hatte einiges Dunkles noch nicht erleben müssen, hatte viele Freunde, die mich wirklich meinetwegen mochten, hatte geniale Lehrer…Gott was gäbe ich darum, noch einmal einen Tag in dieser Zeit zu leben. Ich vermisse meine Freunde von damals so sehr…

    Aber meine Püppi würde ich auch niemals mehr missen wollen. An einem schlechten Tag verbringe ich 10 Minuten mit ihr und die Sonne scheint wieder.

    So und jetzt bitte mal Offspring oder SOAD oder selbst die Toten Hosen von damals einschalten, die waren nämlich neben Bailando etc. auch noch da. ;)

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      1. Dachte ich mir irgendwie, dass Dir das gefällt. ;-) Ich wäre ja bereit, Details auszuplaudern, aber wer garantiert mir, dass Du mit vollgekritzeltem Notizzettel nicht einfach nach Hollywood abhaust und ich dann drei Jahre später meinen eigenen Film sehe, ohne etwas damit zu tun zu haben? Nicht, dass ich Dir das zutrauen würde! :-)

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    1. Na, so hat doch jede Zeit ihre guten Seiten. ;-)

      „System of a Down“ gab es damals schon? Moment … *googelt*

      Tatsache!

      Sachen gibt´s … :-) Zugegeben, es gab damals auch schon gute Musik. Aber wenn man das Radio anschaltete, wurde man, ganz ähnlich wie heute, nur mit Scheiß beschallt. Heute ist wenigstens die Radiolandschaft größer geworden, so dass man früher oder später etwas Erträgliches findet.

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  2. So unglaublich tolle Sachen *Schreikrampf* wie Hyper, Hyper, Blümchen, Mr. President und sämtliche Boybands gab es an deiner Schule nicht? Und natürlich die KELLYYYYYS! Bei mir an der Schule waren die alle bekloppt danach. Okay, ich gebe zu,mit 13 hatte ich die Rednex-CD, das ist ja auch hart an der Grenze, aber damals fand ich’s als so ziemlich das einzige aus der Richtung cool.

    Herrn Heppner mochte ich eigentlich als Mitglied von Wolfsheim, beziehungsweise die erste Solo-LP ist auch noch teilweise gut. Aber dieser „Flut“-Lied mochte ich nicht und das hat ihm auch sehr geschadet. Der hat seit diesem grenzwertigen Satz in „The Sparrows and The Nightingales“ immer wieder erklären müssen, dass er nicht rechts ist und macht dann so ein Stück mit Selektionsfantasie-Interpretationsmöglichkeit. Ich habe mich damals gefragt wie blöd man sein kann, das hätte er doch merken müssen.

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    1. Doch, die gab es auch – leider! :-)

      Mit Herrn Heppner und seiner Musik habe ich mich außerhalb von „Die Flut“ nicht beschäftigt, aber das Lied mochte ich. Ich finde es auch mal mindestens mutig, Selektionsfantasien in den Text zu interpretieren.

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      1. Ich habe das auch nicht so gesehen, beziehungsweise ich bin später darauf gekommen, dass die das wegen dem Arche-Ding (war das im Video?) da reininterpretierten, aber es ging medial ziemlich rum. Jedes Musikmagazin, das ich damals gelesen habe, selbst die Gothic-Sachen, sprach ihn darauf an. Zum Teil deshalb, und das fand ich echt komplett abstrus, weil kurz vorher die Wolfsheim-Single „Künstliche Welten“ erschienen war. Die machten irgendwie den Sprung „Ein grenzwertiger Satz“ – Jahre später ein komplett deutscher Text – „Die Flut“. In „Künstliche Welten“ geht es um Verarsche durch Werbung, hat mit Politik gar nichts zu tun gehabt, da etwas zu unterstellen fand ich abstrus.

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      1. Beim Training kann ich mir vorstellen, dass das Leuten noch was gibt, denn es ist lustig und hat gleichzeitig auch von der Musik her etwas, das eben für die Situation passt. Aber sonst… ;)

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  3. …auch ich empfand die Oberstufenzeit als meine beste Schulzeit, sehne sie aber definitiv nicht zurück. Dann geht das Ganze ja wieder von vorne los? Nee, lieber nicht!

    Da mir die von Dir erwähnten Songs wenig bis gar nichts sagten, habe ich mal kurz recherchiert, welche Songs zu meiner Zeit in der Oberstufe in den Charts platziert waren: „Eternal Flame“ von The Bangles, „Like a Prayer“ von Madonna und (Schockstarre!) „Looking for Freedom“ von David Hasselhoff,…

    …und ich habe mal eben „Pi mal Daumen“ überschlagen, wie viele Jahre zwischen Deiner und meiner Zeit in der Oberstufe liegen müssten, und alle können nun mein hohes Alter errechnen!

    Woran merkt man, dass man alt wird? Wenn ein Jugendlicher beim Anhören von Depeche Mode Dir freudestrahlend mitteilt, dass er auch gerne OLDIES (!) hört!!! 😭

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    1. Joah, dann ginge das Ganze wieder von vorne los, aber rückblickend könnte man dann einiges besser machen: Studieren statt Ausbildung, Verzicht auf den Kauf des Albums „Pocket Full Of Kryptonite“ von den „Spin Doctors“ – elementare Dinge eben. ;-)

      Okay, „Depeche Mode“ = Oldies, das ist schon hart. Zumal Dave Gahan in besserer Form als jemals zuvor ist und sie doch vor gar nicht so lange Zeit erst ein Album veröffentlicht haben …

      Man merkt übrigens auch, dass man alt wird, wenn man in der Disko von zwei etwa vierzehnjährigen Mädels gesiezt wird. Ab da ist eigentlich alles vorbei. ;-)

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      1. Ich hätte eher Ausbildung statt Studium gemacht im Nachhinein. Ich war für den ganzen Theoriekram einfach nicht geeignet. Aber die oben erwähnten Songs fand ich toll, dazu haben wir in der Disco immer abgetanzt. Geht man heute noch in eine Disco? :)

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        1. Ich hätte im Nachhinein halt lieber etwas gemacht, was mich auch wirklich interessiert … :-(

          Es gibt für jeden Geschmack die richtige Musik, ich jedenfalls fand und finde dieses Gedudel ganz widerlich. ;-)

          Und ja, man geht noch. Also, ich nicht mehr, aber es gibt Menschen, die tun das noch. :-)

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  4. Aaaaaah – Ohrwurm ….. wenn ich daran denke, dass ich die, glaube ich, sogar mal live gesehen habe (oder vielleicht war es auch nur ein Albtraum). Ich glaube, ich beschalle mich kurzfristig mit „Last christmas“ – einfach so als kleine Rache …düdüddüdüüüüü ….

    Bei deinem Epos-Fantasy-Irgendwas-Film bin ich dabei – als Co-Autorin zumindest ;-) und dann sind wir reich und berühmt (hatten wir diese Vorstellung nicht auch schon mal …)

    Auf jeden Fall wünsche ich dir ein wundervolles Wochenende :-)

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    1. Wie jetzt – freiwillig? Warum tut man sich das denn an? ;-) Dagegen finde ich „Wham!“ geradezu erträglich!

      Ich hätte Dich ohnehin als Co-Autorin eingeplant und ja, wir werden reich sein. Und berühmt. Und begehrt. Und sexy. Und betrunken. Und was immer wir sein wollen. :-)

      Oooder, wir werden von der Kritik zerrissen … :-)

      Ich wünsche Dir ein ebensolches Wochenende.

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        1. Ja, gut, ich würde mir auch nicht mehr alles anhören, was ich vor so 20 Jahren gehört habe, aber: „Loona“ war schon vor 20 Jahren beschissen. :-) Nette Person, fürchterliche Musik.

          Okay, los geht’s: Wir brauchen … eine Filmkalkulation. Kapitalbeschaffung. Einen Produzenten. Verdammt … :-)

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