„Es ist an der Zeit, dass Männer auch Frauen lesen“

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

vor ein paar Tagen erschien in der Online-Ausgabe der „Welt“ ein Artikel der nigerianischen Schriftstellerin Chimananda Ngozie Adichie, Autorin des mehrfach preisgekrönten Romans „Americanah“. Darin beschreibt Adichie Episoden aus ihrer Vergangenheit in Nigeria und schlägt anhand der geschilderten Begebenheiten den thematischen Bogen zur Rolle und Bedeutung der Frau in der Literatur. Die Lektüre des Artikels kann ich wärmstens empfehlen, weil ich solche Texte als wichtig empfinde.

Leider ist mir der Text an einigen Stellen sauer aufgestoßen, was den Gesamteindruck etwas trübt. So beginnt der Artikel mit dem Satz: „Aus Studien wissen wir, dass Frauen Bücher von Männern und von Frauen lesen. Männer lesen nur Bücher, die auch von Männern geschrieben wurden.“ Mein Blick fällt auf das von mir vor einiger Zeit gelesene „Die Vergessenen“ von Ellen Sandberg und ich denke mir: „Das stimmt doch so nicht!“ Und siehe da, mehrere Absätze später heißt es: „(…) denn aus Studien wissen wir, dass Frauen Bücher von Männern und von Frauen lesen, dass Männer jedoch primär Bücher lesen, die auch von Männern geschrieben wurden.“ „Primär“, nicht „nur“! Ist ja nicht so, als ob das irgendwie wichtig wäre oder gar eine unterschiedliche Bedeutung hätte …

An anderer Stelle geht die Autorin von der Prämisse aus, dass die Zustände in Nigeria (für die Nichtleser des Artikels: unter anderem wurde Adichie nach einem Priesterwechsel von einer in diesem Zusammenhang installierten, selbsternannten Tugendpolizei aufgrund ihrer Kleidung der Zutritt zur Kirche verwehrt.) in ähnlicher Form überall auf der Welt herrschen, „diese Bestrebungen, Frauen die Autonomie im Umgang mit ihrem eigenen Körper zu verweigern, die gibt es überall auf der Welt.“ heißt es da. Als Beispiel führt sie „die Frau im Westen, die als Schlampe bezeichnet wird, einfach weil sie ein sexuelles Wesen ist“ an.

Da sich mir als Mann eine Beurteilung dieser Textstelle eigentlich verbietet, belasse ich es dabei, die Frage in den Raum zu werfen, ob Frauen hier tatsächlich den Eindruck haben, dass es diese „Bestrebungen“ gibt!? Und „Bestrebungen“ verstehe ich als gesamtgesellschaftliche Bestrebungen. Falls die Antwort also „ja“ lautet, fände ich das ziemlich gruselig. Wobei es durchaus Beispiele gibt, die auf diese Bestrebungen hindeuten, hier sei nur mal die Katholische Kirche und ihr Einfluss auf gläubige Christen genannt, wenn es um die Frage der Verhütung geht.

Und wenn wir von Verhütung mal zu Kindern kommen, scheint es auch da gesamtgesellschaftliche Meinungen zu geben, die es der Frau von heute erschweren, es überhaupt noch irgendwie richtig zu machen: Hat eine Frau in einem bestimmten Alter noch keine Kinder, muss etwas mit ihr nicht stimmen. Hat eine Frau in einem bestimmten Alter aber „zu viele“ Kinder, stimmt mit ihr auch etwas nicht. Hat eine Frau dann ein Kind und geht relativ schnell wieder arbeiten, ist sie eine Rabenmutter. Hat sie ein Kind und geht nicht wieder arbeiten, ist sie faul, asozial und lebt auf Kosten des Staates. Und einen Mann würde man niemals fragen, wie er es schafft, Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Nun, wie gesagt, einer Bewertung enthalte ich mich weitgehend, sehe aber durchaus Hinweise, dass die Behauptungen der Autorin nicht aus der Luft gegriffen sind.

Nun geht sie aber dazu über, zu behaupten, dass dieser Einfluss auf die Autonomie der Frau auch in der Literatur gelte, „in der von Autorinnen erwartet wird, dass sie ihre weiblichen Protagonisten „liebenswürdig“ machen, als könne sich die ganze Menschlichkeit einer weiblichen Person nur dann entfalten, wenn sie sich in den sorgsam gesteckten Grenzen einer Vorstellung von LIEBENSWÜRDIGKEIT abspielt.“

Und auch da sage ich wieder: Das stimmt doch so nicht! Wer das behauptet, hat nie Bücher von Tana French oder Gillian Flynn gelesen, in denen weibliche Protagonistinnen in der Mehrzahl alles Mögliche sind, aber „liebenswürdig“ zählt nun wirklich nicht dazu. Auch Tanja Kinkel hat in ihren älteren Werken Protagonistinnen geschaffen, die man, wollte man nach Schubladen suchen, guten Gewissens in die Kategorie „starke Frau“ einordnen kann, aber so richtig „liebenswürdig“ fand ich beispielsweise Eleonore von Aquitanien jetzt nicht so wirklich. Als letztes Gegenbeispiel seien hier die weiblichen Figuren in Naomi Aldermans „Die Gabe“ genannt. Wer dort eine liebenswürdige Figur findet, hat ein anderes Buch gelesen.

Letztlich mündet Adichies Artikel dann in dem Aufruf: „Es ist an der Zeit, dass Männer auch Frauen lesen.“

Ich persönlich finde ja, dass es an der Zeit ist, dass Männer als auch Frauen die Bücher lesen, die sie lesen wollen. Und dass es völlig unerheblich ist, ob diese dann von einer Frau, einem Mann, einem Leguan oder einer KI geschrieben wurden. Dass es völlig unerheblich ist, ob es sich dabei um Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, um dadaistische Gedichte von Kurt Schwitters oder das Telefonbuch von Olpe im Sauerland handelt.

Aber unabhängig von den zwei, drei Schwierigkeiten, die ich mit dem, wie erwähnt, sehr lesenswerten Artikel habe, muss die Grundfrage dahinter, nämlich die Bedeutung der Frauen in der Literatur, natürlich gestellt werden, heutzutage noch viel eher als beispielsweise vor 20, 50 oder gar 100 Jahren.

Ich habe pflichtschuldigst mal gezählt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ziemlich genau 25 % Prozent der von mir rezensierten Bücher von Frauen geschrieben wurden. Ich gebe zu, dass mich die Zahl negativ überrascht hat, denn intuitiv bin ich von etwa einem Drittel ausgegangen. Noch überraschter war ich von einem Artikel der Schriftstellerin Nina George, aus dem hervorgeht, dass ich mit diesen 25 % noch über dem Durchschnitt bin, welcher in Literaturblogs bei gerade mal 19 % läge, bei Bloggerinnen bei 40 %. Aus diesen Zahlen ergibt sich, dass ich mit meinen 25 % sogar noch sehr viel deutlicher über dem Schnitt meiner männlichen Kollegen liege. Ich erwarte Applaus! :-)

Woran liegt es nun aber, dass Männer sich offensichtlich wenig mit Büchern von Autorinnen auseinandersetzen? Kann und muss man dagegen etwas tun? Und wenn ja, was?

Glücklicherweise wird niemand von mir eine wissenschaftliche Analyse verlangen, die zu erbringen ich auch gar nicht in der Lage, oder gar willens, wäre. Nina George hat das schon weit besser getan, als ich das je könnte. Ich muss das Ganze also aus meinem eigenen, kleinen Mikrokosmos betrachten.

Das Wichtigste, was man zur Antwort auf die o.g. Fragen heranziehen könnte, wäre eine Statistik, aus der überhaupt der Anteil an Frauen in der Literatur hervorgeht. Nur: So etwas scheint es, zumindest für den deutschssprachigen Raum, nicht zu geben. Das hilft also nicht weiter.

Vielleicht hat es mit der Art der Literatur zu tun? Wenn ich eine Bücherei betrete, gibt es ganze Bücherreihen, die mir alleine durch ihre äußere Gestaltung klarmachen: „Wir sind nichts für Dich!“ Als Beispiel seien hier einmal – und das ist völlig wertfrei vom Inhalt gemeint – die Bücher von Sophie Kinsella genannt, die für mich optisch einen Albtraum in pink darstellen. Um solche Bücher mache ich dann eben auch einen großen Bogen, weil es den Anschein von Kitsch erweckt. Und mit Kitsch kann ich nun mal nichts anfangen.

Nina George mutmaßt „Mitunter ist es auch Feigheit vor dem Gefühl. Dieses tief sitzende Unbehagen, sich mit komplexer Emotionalität auseinanderzusetzen, die nicht distanziert und analytisch erzählt wird (…) , aber das trifft es, zumindest für mich persönlich nicht. Außerdem mag ich diesen nur semi-unterschwelligen Vorwurf nicht. Ich habe kein Problem damit, mich mit „komplexer Emotionalität“ auseinanderzusetzen, nur weil ich Diana Gabaldon oder Jojo Moyes nicht mag. Ich kann auch die deutsche Sprache in ihrer geschriebenen Form lieben und trotzdem die Bücher von Thomas Mann verabscheuen. Nein, Gabaldon und Moyes treffen nur einfach nicht meinen Geschmack, das hat nichts mit „Feigheit vor dem Gefühl“ zu tun. Ich habe seinerzeit sogar „P.S. Ich liebe Dich“ gelesen und es für großartig befunden. So!  :-) Nur mit dem gleichnamigen Film konnte ich nicht umgehen, weil Hilary Swank die selbe deutsche Synchronstimme hat wie Bart Simpson, was mich schwer irritiert hat. ;-) Aber das führt jetzt zu weit vom Thema weg …

Aber auch wenn man diese „Frauenliteratur“ (Fun Fact: Wenn man bei Google „deutsche Autorinnen 19. Jahrhundert“ als Suchbegriff eingibt, ist das oberste Suchergebnis der Wikipedia-Eintrag zu „Frauenliteratur“ – denkt mal drüber nach …) meidet, so erklärt das nicht die weiter oben erwähnten lediglichen 19 % an in Literaturblogs veröffentlichten Rezensionen zu Büchern, die von Frauen geschrieben wurden. Denn eigentlich ist der Anteil an Autorinnen insbesondere im Bereich der U-Literatur wesentlich höher, als er das in der E-Literatur ist. Diese Zahlen sollten sich dann aber auch in den Rezensionen widerspiegeln – tun sie aber nicht.

Letztlich weiß ich – natürlich – schlicht nicht, woran es liegt, dass Männer bzw. Blogger sich so wenig mit Büchern von Autorinnen beschäftigen, habe aber eine ganz faszinierende Theorie:

Sie lesen diese Bücher durchaus, würden aber nie, nie, niemals zugeben, das getan zu haben oder gar freiwillig darüber reden oder schreiben! :-)

Apropos zugeben, ich muss auch zugeben, dass ich den Anteil – zumindest, wenn es um Unterhaltungsliteratur geht – nicht schlimm finde. Denn letztlich kann ich mich nur dahingehend wiederholen, dass doch bitte jeder das lesen soll, was er will.

Im Elfenbeinturm der gehobenen Literatur sieht die Sache schon wieder ganz anders aus, was man schnell bemerken kann, wenn man Jury-Zusammensetzungen, Nominierungen und Preisträger betrachtet. Aber damit beschäftige ich mich vielleicht mal in einem anderen Beitrag …

 

47 Kommentare zu „„Es ist an der Zeit, dass Männer auch Frauen lesen“

  1. Uff, Dein heutiger Beitrag hat ja echt einen großen Anklang gehabt und einiges an Diskussionen angeregt. Ich habe bereits beim Lesen Deines Blogs und der anschließenden Kommentare überlegt, wie hoch der Anteil der Autoren und der der Autorinnen in meiner Bibiliothek ist, wie hoch der Anteil derer auf meinem Stick mit den Hörbüchern und der Anteil an E-Books ist. Wenn ich jetzt noch auseinander klambüsern müsste, welche ich davon gelesen habe, bzw angehört…. sprechen wir uns in einigen Jahren wieder, zumal ich ja bereits etliche Bücher wegen Nichtgefallen verschenkt habe.

    Ich denke, ich schenke mir das einfach. Die hier zuletzt genannten Autoren müsste ich jedoch erstmal googlen, wobei mir da eher Jelinek ein Begriff ist, aber eher unter der Rubrik „ja, mal gehört, muss man den kennen?“.

    Ich lese Bücher danach, ob mir der Inhalt u. U. gefallen könnte und da ist es mir völlig schnuppe, ob es ein Autor ist oder nicht.

    Und um mal zum Urteil über Frauen zu kommen: Das Theater fängt schon ohne Kinder an, zumindest wenn man als Frau einen Beruf ausüben möchte:

    Zunächst ist Frau nämlich in dem Alter wo sie unbedingt heiraten möchte und Kinder bekommen will, dann ist sie in dem Alter wo die Personaler für sie die innere Uhr ticken hören (wobei es bei ihr nicht unbedingt selbst der Fall sein muss!), dann – so ab ca. 35 Jahren – tickt die Uhr unüberhörbar und Frau ist auch schon fast zu alt für einen Job, ab 40 Jahren ist sie zu alt für einen Job. Jenseits der 50 Jahre ist sie schon fast in Rente….

    Leider sind dies Erfahrungswerte.

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    1. Ich gebe zu, dass mich das auch ein bisschen überrascht hat, aber über Anklang und Diskussionen freue ich mich eigentlich immer. ;-)

      Ob man Elfriede Jelinek kennen muss, kann ich nicht beurteilen, ich hab sie ja nie gelesen. :-)

      Generell ist mir auch egal, ob Männlein oder Weiblein ein Buch geschrieben hat, wenn es mir gefällt. Und ich finde, da liegt auch nicht so wirklich die Problematik. Die liegt, im Bereich der Literatur, eher in der Zusammenstellung von Jurys, in der Anzahl an Nominierungen für Preise, in der Frage, die Rezension welcher Bücher es in Feuilleton schafft usw.

      Dass Personaler eine ganz spezielle Sicht auf Frauen als potenzielle Arbeitnehmerinnen haben, ist mir auch schon aufgefallen. In grauer Vorzeit führte mein damaliger Chef ein Vorstellungsgepräch mit einer potenziellen Auszubildenenden und sagte:

      „Hm, Sie wollen bald heiraten? Heiraten klingt für mich so nach Kinder kriegen …“

      Darauf sie:

      „Dafür muss man heutzutage nicht mehr verheiratet sein!“

      ;-)

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  2. Ich lache mich schlapp Fraggle „Telefonbuch von Olpe im Sauerland “ und „weil Hilary Swank die selbe deutsche Synchronstimme hat wie Bart Simpson, was mich schwer irritiert hat. ;-)“, Schön mal wieder richtig laut zu lachen. Naja und es gibt immer sone und solche. Es gibt auch Männer die generell sagen Frauen können nicht Auto fahren. Aber es gibt eben auch die Anderen. Nur gibt es von den Anderen in Nigeria (oder wo kam Sie her ?) sicher sehr wenige.
    LG Kenia

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    1. Freut mich, wenn es Dir gefallen hat, liebste Kenia.

      „Olpe im Sauerland“ nutze ich eigentlich immer, wenn ich ein Synonym für etwas sehr, sehr Langweiliges brauche. ;-) Die Olpener werden es mir verzeihen.

      Klar gibt es immer ewig Gestrige und woanders sicher noch mehr als hier. Männer eben, die die Vorzüge ihres Patriarchats davonschwimmen sehen, was ich immer schwer übertrieben finde. Das muss mir aber nicht gefallen. ;-)

      Liebe Grüße zurück
      Fraggle

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  3. Moin Frank!

    …und wieder ein lesens- und nachdenkens-werter Beitrag von Dir!!!

    Ich habe mir mal die Mühe gemacht und meine Rezensionen unter den genannten Gesichtspunkten analysiert: Von den 40 bisher erschienenen Rezensionen waren 5% Anthologien, 57,5% von Autoren und 37,5% Autorinnen. Ich könnte jetzt beginnen, mehr Werke von Autorinnen zu rezensieren. Ich werde es bleiben lassen, da es nicht meine Vorgehensweise ist.

    Nun stehe ich vor meinem Bücherregal, um zu überprüfen, welche Autor*innen, den meisten Platz in Anspruch nehmen: Agatha Christie, Rita Mae Brown, Alan Bradley und Joanne K. Rowling. Ich könnte detailliert das Verhältnis Autoren zu Autorinnen in meiner Büchersammlung überprüfen. Ich werde es bleiben lassen, da es mir schlichtweg egal ist.

    Ich habe meine Favoriten nie nach Geschlecht ausgewählt, sondern nach einem sehr einfachen Kredo: Gefällt mir das Geschriebene oder gefällt es mir nicht? Punkt!

    Natürlich werde auch ich von Covern angesprochen, die meinem Geschmack entsprechen: So hat mich das Cover zu „Der Akazienkavalier“ von Ulla Lachauer ebenso verführt wie das Cover zu „Das dunkle Herz der Stadt“ von George Pelecanos (um im überschaubaren Kosmos meiner Rezensionen zu bleiben). Ebenso gab es Cover, die mich abgeschreckt und somit meine Auseinandersetzung mit dem Werk vereitelt haben – von Autorinnen wie von Autoren.

    Zudem kann ich bei mir definitiv keine „Feigheit der Gefühle“ erkennen. Ich liebe „komplexe Emotionalität“ mit allem Zipp & Zapp. Im Gegenteil: Alles (Literatur, Film, Theater), was „distanziert und analytisch erzählt wird“, lässt mich unberührt zurück und hinterlässt eine Leere in mir.

    Ich wähle meine Gefühle doch nicht „nach Geschlecht aus“! Ich fühle, wie ich es will! Punkt!

    Gruß
    Andreas

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      1. „Nun stehe ich vor meinem Bücherregal, um zu überprüfen, welche Autor*innen, den meisten Platz in Anspruch nehmen:“ könnte man so verstehen, als dass die nachfolgende Aufzählung nur Autorinnen beinhalten sollte, daher wohl die Irritation. :-)

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  4. Auch von mir Glückwunsch zu den 25%. Meine Vorrednerinnen haben viel bis alles gesagt. Persönliche Erfahrungen mit Verlagen:

    a) Entweder ich soll’s machen wie Deborah Feldman oder Lilly Lindner – so verkaufen sich vermeindlich „starke“ Frauen gut und die machen damit ja schließlich auch Geld. Aus derselben Ecke wurde mir mehrfach das Beispiel Herrndorf angetragen, war zwar männlich, hatte aber auch einen Hirnschaden und Kopf-OPs.

    b) Ich solle mich darauf besinnen, dass meine männlichen Protagonisten glaubwürdiger wären, Frauen, so wie sie gern gelesen werden kann ich nicht und thematisch sei was ich kann bereits von H. Müller und Jelinek besetzt und ich solle mir mal bewusst machen, dass die bloß Bücher gemacht hätten um Preise zu bekommen, verstehen würde die kein Mensch.

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      1. Ja, ehrlich. Und ich war jahrelang Bibliothekarin, das heißt, ich kenne das mit den Verlagen auch von der Seite wie die Vertreter*innen versuchen ihre Schätze an die Leute zu bringen.

        Noch was für mich ganz unförderliches: Ich komme nicht aus Berlin und meine Eltern sind keine kulturellen Irgendwers. Ach ja, Germanistik habe ich auch nicht studiert und das worin ich eine Einserprüfung abgelegt habe ist nicht „weiblich“ genug, um positiv für mich zu werben.

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        1. Ich finde diesen Blick „hinter die Kulissen“ sehr interessant und leider auch sehr traurig. Mich bestärkt es aber darin, mich mehr auf Selfpublishing auszurichten und auch unbekannteren Verlagen als Leserin eine Chance zu geben in der Hoffnung, dass deren Erwartungen an AutorInnen noch nicht ganz so festgefahren sind.

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    1. Ich finde Hinweise darauf, dass man etwas machen solle wie XY, insbesondere in der Literatur, nie besonders hilfreich. In der Kritik steht dann so etwas wie „kennt man schon“, „schon tausendmal gelesen“, „traut sich nichts Neues“ etc.

      Ich gebe aber zu, dass ich die Einschätzung zu Müller und Jelinek bzw. zu deren Büchern komisch finde. :-)

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      1. Die Einschätzung ist komisch. Ich gebe zu, selbst der Buchhändler meines Vertrauens sagt, er kommt in Jelinek nicht rein und für Müller müsste man meinen familiären Background haben, dieses deutschrumänische, aber selbst der sagt, man KA NN das verstehen, es braucht nur Lesekompetenz.

        Andererseits, ich erwähnte es letztens auf meinem Blog: Ich scheitere an der vielerorts von Frauen hochgelobten Ayelet Gundar-Goshen…

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        1. Es gibt immer irgendwelche Autoren und Autorinnen, mit deren Werk man nicht klarkommt. Christa Wolf, Thomas Mann und viele weitere wären das bei mir. Das finde ich aber auch nicht schlimm, dann meidet man sie eben.

          Ich muss übrigens gestehen, dass ich bislang weder Jelinek noch Müller gelesen habe, auch weil sie beide mir irgendwie zu „vergeistigt“ wirken und den Eindruck erwecken, als lägen zwischen mir und ihnen Welten. Der Eindruck ist oberflächlich und mag täuschen, aber er ist da und wird ein nahes Zusammentreffen zwischen mir und dem Werk der beiden Autorinnen verhindern.

          Anders sieht es da mit Ayelet Gundar-Goshen aus. Auch hier muss ich gänzliche Unkenntnis gestehen, aber die Dame wirkt sympathisch. ;-) Vielleicht lese ich mal in eines ihrer Bücher hinein …

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          1. Die Plots von Gundar-Goshen klingen interessant, ich hatte mich wirklich auf „Löwen Wecken“ gefreut, aber ich kam partout nicht rein. Ich brauche immer einen Charakter, an den ich andocken kann und da gab es keinen, der für mich passte.

            Jelinek ist von der Sprache her teilweise rotzig-vulgär und dann ist es nicht leicht zu sehen, dass sie teilweise Satire macht („Die Liebhaberinnen“).Wenn du irgendwann mal anfangen willst, empfehle ich „Die Ausgesperrten“, teils sehr grafisch, aber noch am ehesten so geschrieben wie man einen klassischen Roman erwarten würde.

            Müller ist schwer zu lesen, vielleicht die Finger von lassen wenn die mit Wolf auch schon nicht so gut kannst. Vor allem springt sie sehr viel hin und her und du musst viel mitdenken.

            Thomas Mann konnte ich auch nicht. Klaus Mann mag ich hingegen ganz gern. „Alexander“ ist toll. Werde ich dem Kind in ein paar Jahren in die Hand drücken, bevor er in der Schule mit „Mephisto“ gequält wird.

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  5. Ein toller Artikel, auch wenn ich inhaltlich nicht viel dazu beitragen kann. Ja, ich merke im Alltag (und insbesondere im Arbeitsleben) Unterschiede zwischen der Behandlung von Männern und Frauen, aber mich stören sie nicht. Isso ;-) Mein Partner liebt die Bücher/Filme von Ursula K. Le Guin, Anita Blake und Diana Gabaldon. Ich selbst wähle meine Geschichten nach Klappentexten aus. Cover sind mir herzlich egal, da ich überwiegend elektronisch lese und auf männlich/weiblich achte ich gar nicht. Und als Schreiberling habe ich mich schon vor einiger Zeit entschieden: sollte ich tatsächlich eins meiner Werke mal veröffentlichen, dann im Selfpublishing, weil ich es nicht mag, wenn man mich „inhaltlich regeln“ möchte. Aber ich denke, auch männliche Autoren bekommen „gute Ratschläge“, wie sie schreiben sollen, um besser vermarktet zu werden.

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    1. Vielen herzlichen Dank!

      Dass man sich aufgrund seines Geschlechts unterschiedlich – schlechter ? – behandelt fühlt, sich daran aber nicht stört, finde ich spannend. Ich persönlich würde die Welle machen, würde mir so etwas im Umgang mit mir auffallen. :-)

      Ich gehe, wenn es sich um eine/n mir unbekannten Autoren bzw. Autorin handelt, auch immer in erster Linie nach dem Klappentext. Aber das Cover hat offensichtlich durchaus seine Wirkung, sonst würde man diese Albträume in pink ja gar nicht entwerfen. ;-)

      Ich glaube sogar ganz sicher, dass auch männliche Autoren „gute Ratschläge“ bekommen, wenn es um ihre Bücher geht. Sollte Stephen King beispielsweise beschließen, morgen einen schwülstigen, historischen Roman verfassen zu wollen, wird man bei seinem Verlag Schnappatmung kriegen und diese guten Ratschläge erteilen.

      Selfpublishing bietet vor dem Hintergrund tatsächlich viele Vorteile, weil man machen kann, was man will. Dafür muss man dann aber eben auch alles machen: Klappentext, Cover, Marketing, Vertrieb etc …

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      1. Ach, ich sehe es einfach nicht als meinen Lebensinhalt, die Welt zu verändern. Dass in einem Männerrudel Männer bevorzugt und in einem Frauenrudel Frauen bevorzugt werden, die sich wie Männer benehmen, damit kann ich leben. An meinen Job stelle ich keine besonders hohen Ansprüche, weil er nicht das ist, was mich als Mensch/Frau ausmacht. Privat kann ich mich zur Wehr setzen, dort, wo ich es für angebracht halte und in anderen Bereichen entscheide ich von Fall zu Fall, wie ich reagiere und ob überhaupt. Ungleichbehandlungen gibt es auf so vielen Ebenen, nicht nur, was Mann/Frau betrifft. Es wird sie auch immer geben, denn unsere Gehirne sind noch nicht besonders weit entwickelt, befürchte ich ;-)
        Selfpublishing hat für mich auch lediglich einen „Erfahrungswert“. Ich muss und möchte meinen Lebensunterhalt nicht mit dem Schreiben von Büchern verdienen und es kommen für mich auch nur eBooks infrage. Daher hält sich da der Aufwand in Grenzen. Technisch hab ich genug Kenntnisse, um mein Vorhaben umzusetzen, Rest muss nicht perfekt sein :)

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  6. Ist da nicht eher die Frage wichtig, wer was schreibt und nicht, wer was liest? Kann man erkennen, welches Genre von Autoren bevorzugt wird und welches von Autorinnen? Ich vermute mal, Männer lesen eben so wenig Bücher von Autorinnen, weil die eben weniger über Fußball und Autos schreiben :D :D und jetzt geh ich mal in Deckung.

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    1. Sicherlich ist das thematische Interessenspektrum von Männern umfangreicher als „Fußball und Autos“ – mir zum Beispiel sind AUtos scheißegal – aber hier braucht trotzdem niemand in Deckung gehen. ;-)

      Die Frage, wer was schreibt, scheint tatsächlich nicht unerheblich zu sein, und zwar in erster Linie vor dem Hintergrund der Frage, wem die Leserschaft eine größere Kompetenz in einem entsprechenden Genre zugestehen: Politthriller von Frauen? Gibt es wohl eher wenig. Historische Romane über starke Frauen im Mittelalter von Männern geschrieben? Gibt es ebenfalls eher wenig.

      Und eigentlich finde ich das schade, denn jeder sollte nicht nur lesen dürfen, was ihm gefällt, sondern auch das schreiben dürfen, was ihm gefällt.

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      1. Ich glaube, dass jeder schreibt, was ihm gefällt. Keiner setzt sich doch zu Hause hin und denkt „eigentlich würde ich gerne ne Liebesgeschichte schreiben – aber ich bin ein Mann, ich schreib lieber ein Kriegsszenario“ oder „Weil ich eine Frau bin, schreibe ich statt eines Thrillers lieber ein Liebesdrama“ . Da wird er/sie dann wohl eher gar nichts schreiben, bevor man sich einem Genre zuwendet, das einem nicht gefällt. Geschrieben wird also sowieso so, wie es eben geschrieben wird. Ob man als Autorin jetzt einverstanden sein muss, dass der Verlag das Cover pink macht, weiß ich nicht.
        Vielleicht veröffentliche ich meinen Roman ja mal anonym, mal sehen wer das dann am meisten liest.

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        1. Natürlich, wer sozusagen „für sich selbst“, also aus Spaß an der Freude schreibt, der schreibt, was ihm gefällt. Wer aber veröffentlicht und an einen Agenten bzw. Verlag gebunden ist, der wird sicherlich damit konfrontiert werden, dass man ihr oder ihm nahelegt, sich lieber auf Genre X oder Cover Y zu konzentrieren.

          Was das Einverständnis bzw. das Mitspracherecht von Autoren angeht, so ist das wohl nur eingeschränkt vorhanden. Als Beispiel fällt mir hier Kai Meyer ein, dessen Buch „Das Haus des Dädalus“ Jahre später unter dem bescheuerten Titel „Die Vatikan-Verschwerung“ nochmal veröffentlicht wurde. Gegen diesen Titel hat er sich nach eigener Aussage „mit Händen und Füßen gewehrt“, das letzte Wort hatte er aber nicht.

          Wenn man das nicht möchte, muss man seine Texte tatsächlich per selfpublishing veröffentlichen, wobei dann aber wieder andere Schwierigkeiten auftreten. Wie man es macht, … :-)

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  7. sehr interessant – und sehr launig geschrieben, toller artikel! hierfür und für die 25% ein dicker applaus ;)
    und was „diese bestrebungen …“ angeht, ja, das ist schon zum teil so, man nehme nur das thema abtreibung beispielsweise. ich weiß, es ist ein heikles thema, aber da sind vor allem männer an vorderster front, die vehemente gegner sind, womöglich noch ältliche männer, die selbst keine kinder haben … als ob sie überhaupt mitreden könnten! aber – das führt hier zu weit, wollte nur das beispiel angesprochen haben.
    danke für den wunderbaren beitrag!
    herzliche grüße
    diana

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    1. Herzlichen Dank fürs Lob und den Applaus. ;-)

      Das naheliegende Beispiel Abtreibung ist mir tatsächlich nicht eingefallen – offensichtlich ist es von meinem eigenen kleinen Mikrokosmos zu weit entfernt. Dabei hätte es mir angesichts der unlängst getroffenen, albernen richterlichen Entscheidung hinsichtlich eines entsprechendes Webungsverbots durchaus einfallen können …

      Herzliche Grüße
      Frank

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  8. Es ist ein komplexes Thema. Es scheint ja nur so, als wollten Frauen nun mal lieber Gefühliges mit rosa Glitzercover schreiben, das Männer nicht anspricht. Man wird als Autorin ganz massiv schon von den Agenturen (ja, auch von Agentinnen) in diese Richtung gedrängt. Natürlich gibt es Ausnahmen, die offenbar anders gefördert werden und dann auch den Lohn/Erfolg dafür einstreichen.

    Als Frau, die Politkrimis schreibt und sich überhaupt nicht für Liebesromane interessiert, kann ich allerdings aus eigener Erfahrung einige aufschlussreiche Erfahrungen beisteuern. Mein Lieblingszitat von einer Agentin: „Politik ist ein Männerthema, von einer Frau mit einer weiblichen Protagonistin kann ich das nicht verkaufen.“ Oder ein Verleger: „Das ist ja schon wieder so politisch. Schreib doch mal Domestic Noir.“

    Tatsächlich verkaufen sich politische Romane von Männern leichter und besser, weil eben nicht nur die AgentInnen und Verleger, sicher meist etwas unterschwelliger als im genannten Fall, finden, dass Frauen in anderen Themenkreisen besser aufgehoben sind. Ich habe letztlich gute Verlage für meine Bücher gefunden, die Bücher kommen ins Feuilleton – für Krimis nicht gerade selbstverständlich – aber die Stufen sind einfach höher, schwieriger zu bezwingen. Weshalb natürlich auch mir schon öfter geraten wurde, mir ein männliches Pseudonym zuzulegen.

    Zum Thema Cover, wo ich dir völlig recht gebe, habe ich schon vor einigen Zeit einen Blogartikel geschrieben: https://gudrunlerchbaum.com/2017/06/12/von-den-fruechten-der-erkenntnis-und-unverbluemtem-lesegenuss/

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    1. Herzlichen Dank für die Eindrücke und den Link. Was die Cover angeht, so ist der Unterschied zwischen „Die Venezianerin und der Baumeister“ einerseits und „Lügenland“ andererseits eklatant. Ich wüsste, wonach ich greifen würde. ;-) Im Übrigen scheint mir mittlerweile ein Großteil der Bücher im Bereich des Historischen Romans so gestaltet zu sein wie erstgenanntes Buch. Einer der Gründe, der mit mein einstiges Lieblingsgenre vermiest hat.

      Dass man als Autorin trotzdem zu den Glitzercovern oder in ein bestimmtes Genre gedrängt wird, hatte ich vermutet bis befürchtet. Das wirft übrigens die Folgefrage auf, ob das mehr über die Verlage und die Agentinnen aussagt oder über die Leserschaft, bei der entsprechende Schemata offensichtlich verfangen.

      Grundsätzlich, finde ich, sollte für das Schreiben das selbe gelten, wie für das Lesen: Man sollte schreiben dürfen, was man will. :-)

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      1. Man darf durchaus schreiben, was man will, muss für sein Rückgrat einfach nur inkauf nehmen, wenig gelesen zu werden. Zwar finde ich es wichtig, diese Problematik zu thematisieren, um irgendwann in ferner Zukunft eine Veränderung zu erreichen. Solange sich weibliche Autoren nicht in Kenntnis aller Konsequenzen gegen Agentendiktat zur Wehr setzen, wird es wohl auch noch lange so bleiben. Lieber würde ich die Benachteiligung, die Beschränkung von Kreativität und Qualität – wenn vorhanden – als Gruppe öffentlich machen als schon wieder Forderungen allgemein aufzustellen. Ich lasse mir gewiss nicht vorschreiben, was ich lesen soll.

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          1. ich für gewöhnlich auch. Als Verlag mit dem Gewinn als einzigem Ziel – das war mal anders, mit Anspruch und ähnlich nutzlosem Zeug, z.B. Manesse u.a. – ist im Tunnelblick kein Raum für Anstand und Ethik, insofern hat mich das nicht überrascht oder schockiert, eher meine Vermutungen bestätigt.

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        1. Ich glaube, dass das Agentendiktat auch Männer betrifft. Sebastian Fitzek wird in seinem Verlag irritierte Blicke ernten, wenn er verkünden würde, ab morgen in Cornwall spielende Liebesromane schreiben zu wollen.

          Generell finde ich es auch wichtig, auf die Thematik der schreibenden Frauen hinzuweisen. Wenn daraus allerdings die Forderung einer schreibenden Frau resultiert, ich möge mehr Frauen lesen, gehe ich reflexartig auf Abstand.

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          1. Ich finde jede Form von Forderung, die sich auf Nachteile früherer Generationen beruft, um eigene nicht zu erleiden, armselig. Verhältnisse umzukehren, um durch Diktat nun die anderen zu diskriminieren, ebenso. Ich heb nun die Faust und sage: „Dafür haben wir nicht gekämpft, Unrecht durch neues zu ersetzen.“

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      2. Man darf ja auch schreiben, was man will. Man darf nur nicht damit rechnen, dass es verkauft wird bzw. überhaupt gedruckt ;-)
        Tatsächlich deutet einiges darauf hin, dass die Mutlosigkeit bei Agenten und Verlagen größer ist als die der Leser. Mehr von dem, was schon funktioniert hat, ist die Devise, die aus wirtschaftlicher Sicht auf den ersten Blick verständlich erscheint. Aber immer weider trat sich dann doch jemand, etwas Neues oder Ungewöhnliches auf den Markt zu bringen und es funktioniert (und zieht einen Schwanz ähnlicher Publikationen nach sich). Das Problem wird wohl sein, dass nicht alles, was ungewöhnlich und gut ist, LeserInnen findet und dass gerade in schwierigen Zeiten auf Sicherheit gesetzt wird.
        Dennoch – mir scheint, dass zumindest bei den Covern langsam wieder ein anderer Trend greift und auch im historischen Genre weniger Kitsch zum Zug kommt. Es ist dann natürlich ein Gesamtpaket. Titel können ja ebenso abschrecken wie Cover, es bleibt also Raum für Missverständnisse ;-)

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        1. Ja, aber was bedeutet es denn eigentlich für Literatur als Kunstform, wenn heutzutage nur noch das geschrieben wird, was möglichst marktkonform ist? Das wäre mittelfristig sehr gruselig …

          Da lobe ich mir mutige Autorinnen und Autoren, die notfalls etwas länger mit ihrem Exposé Klinken putzen gehen. :-) Oder mutige Buchhändler und Innen, so wie die damalige Buchhändlerin meines Vertrauens, die mir mal ein Buch empfohlen hat mit den Worten: „Ich wüsste niemanden außer Ihnen, dem ich das verkaufen könnte!“ :-) Ich fand das super.

          Ich fürchte nur, irgendwann wird sich auch in der Leserschaft eine gewisse Langeweile breit machen, wenn die 20. Version von „50 shades of grey“ erscheint. Und das beschränkt sich ja nicht nur auf die Literatur, nicht umsonst gibt es mittlerweile, überspitzt gesagt, „Fast & furious 29“ und „Assassins Creed 291“. :-)

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