Buchhandel, quo vadis? Teil II

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

nachdem ich mich in meinem gestrigen Beitrag mit der Tatsache, dass die Anzahl der Bücherkäufer in Deutschland immer weiter zurückgeht, beschäftigt habe, wäre es eigentlich nur folgerichtig, sich mal mit der Fragestellung auseinanderzusetzen, wer heute denn überhaupt noch Bücher kauft.

Praktischerweise erschien just am Tag der Deutschen Einheit ein Artikel in der „Zeit“ von Ursula März, der dieser Frage auf den Grund geht. Oder auch nicht. Oder was auch immer. Die Lektüre des Artikels dauert nicht lange, tut nur ein bisschen weh und könnte für das Verständnis des Folgenden wichtig sein, weil ich ihn natürlich nicht wortgetreu wiedergeben kann oder darf – so viel nur nebenbei bemerkt.

Frau März hat für ihren Artikel mehrere Käuferinnen und Käufer in Buchhandlungen nach ihren gekauften Büchern befragt. So weit, so logisch. Wer nun aber vermutet, dieser Artikel liefere irgendeine Art von Erkenntnisgewinn, liegt, meines Erachtens, falsch. Denn dabei handelt es sich entweder um eine Satire – dann muss ich Abbitte leisten, weil selbige nicht von mir erkannt wurde -, oder aber der Artikel ist mindestens nicht hilfreich.

Es beginnt mit den optischen Beschreibungen der Befragten. Inwieweit diese relevant sind, erschließt sich mir nicht. Soll man erstaunt sein, dass ein tätowiertes Pärchen in Stiefeln Bücher kauft? Was ist der Sinn, wenn die Autorin schreibt „Die dezente wie hochklassige Garderobe weist das ältere Paar an der Kasse einer Berliner Hugendubel-Filiale als kultivierte Bürger aus.“?  Bedeutet das im Umkehrschluss, dass ich in T-Shirt und Jeans unkultiviert wirke? Warum muss man Beschreibungen einleiten mit „Man soll ja keine Vorurteile haben – aber (…)“?

Und es geht weiter mit der Fragestellung als solcher. Da muss sich eine junge Frau fragen lassen, ob sie also ihre Bücher „nach dem Aldi-Prinzip“ einkauft, nur weil sie sich für einen älteren, dafür aber umfangreicheren und mit 18 Euro günstigeren Haratischwili-Roman entscheidet, anstelle des aktuellen Hardcovers für 30 Euro. An der Stelle kann ich der Autorin nur sagen: So ähnlich habe ich das auch mal gehalten. Nicht jeder hierzulande kann sich den Luxus von Kultur leisten, und Bücher können – sind wir doch mal ehrlich – schweineteuer sein. Für Bildung sieht der aktuelle ALG-II-Regelbedarf eine monatliche Summe von 1,06 € vor. Das reicht also etwa für eine Tageszeitung im Monat oder ein günstiges Taschenbuch im Jahr. Warum man Menschen Sparsamkeit vorwirft, so als sei das ältere, günstigere Buch nun plötzlich etwas Minderwertiges, erschließt sich mir nicht.

Weitere Befragte werden in der Folge als Exemplare der Kategorie „besorgte Bürger“ dargestellt, schließlich kaufen sie Sarrazin, eine junge Frau wird als ahnungslos bis dumm gezeichnet, nur, weil sie ein Buch kauft, weil ihr das Cover so gut gefällt.

Nun, wie gesagt, das mag alles eine Satire sein, zumal die festgehaltenen Dialoge merkwürdig wirken. Und wenn es eine ist, dann muss sie noch nicht mal schlecht sein, nur, weil ich sie nicht als solche erkannt habe. Ich sehe nur die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere den Artikel nicht als Satire begreifen – in den Kommentaren unter dem Artikel ist das bereits deutlich zu sehen – und dann stellt sich in der Folge die Frage, welche Wirkung solche Artikel haben.

Nicht erst seit gestern hat sich, zumindest in meiner Wahrnehmung, der Eindruck in weiten Teilen der Leserschaft breit gemacht, dass der Literaturbetrieb – zumindest der, sagen wir der Einfachheit halber intellektuelle Teil des Literaturbetriebes – sich weitgehend um sich selber dreht und sich selbst feiert, während die „normalen“ Menschen Bücher kaufen, die wirklich gelesen werden.

Natürlich, Veranstaltungen wie der gerade aktuelle Deutsche Buchpreis haben ohne Zweifel eine Existenzberechtigung. Die dazugehörigen Bücher ohnehin. Und wie am Beispiel des 2016er Preisträgers Bodo Kirchhoff zu sehen ist, hat dieser Preis auch einen gewissen Effekt. Kirchhoff verkaufte von „Widerfahrnis“ 23.000 Exemplare vor dem Buchpreis. Nach der Buchpreisvergabe waren es dann plötzlich 150.000.

Dennoch kann beispielsweise Maja Lunde darüber nur müde lächeln, hat sie doch mit „Die Geschichte der Bienen“ das meistverkaufte Buch 2018 geschrieben und davon ganze 350.000 Exemplare abgesetzt. Danach folgt Dan Brown, der als nächstes Buch einfach den Text von „Hoch auf dem gelben Wagen“ in allen etwa 3.600 existenten Sprachen weltweit veröffentlichen könnte und dessen Verkaufszahlen damit mutmaßlich dennoch weit über denen diverser Buchpreisträger liegen dürften. Und wenn Sebastian Fitzek am 24.10. seinen neuen Thriller „Der Insasse“ veröffentlicht, so kann man davon ausgehen, dass auch dieser wieder ein Bestseller wird, da mag Denis Scheck noch so mit dem Fuß aufstampfen.

Damit will ich natürlich nicht sagen, dass Verkaufszahlen ein Indikator für gute Literatur wären, ansonsten wäre Dieter Bohlen ein großer Literat und das kann nun wirklich niemand wollen.

Es hilft aber absolut nicht, wenn jemand, wie die Autorin des Artikels, sich mit „scheinintellektueller Borniertheit“, wie es einer der Kommentatoren um Artikel schrieb, sich über den Pöbel der Trivialliteratur-Leser erhebt und die Deutungshoheit darüber an sich reißt, wie und welche Bücher man zu kaufen hat.

Warum muss ich mich dafür kritisieren lassen, wenn ich ein Buch nur deshalb kaufe, weil mir sein Cover gefällt? Warum muss ich mich – das impliziert jedenfalls die Fragestellung der Autorin – detailliert mit dem Lebenslauf eines Autors bzw. ihm selbst auskennen, obwohl mir doch vielleicht einfach nur seine Bücher gefallen? Warum muss ich mich für den Kauf eines Sarrazin-Buches rechtfertigen?

Meines Erachtens ist es schon ziemlich traurig, wenn sich weite Teile der Bevölkerung offensichtlich von der Politik nicht mehr vertreten und/oder ernstgenommen fühlen. Wenn ich mich nun auch nicht mehr als Leser ernstgenommen fühlen soll, weil ich beispielsweise lieber Kate Morton lese anstelle von Inger-Marie Mahlke, dann führt das nur zu weiteren Zerwürfnissen, die man sich guten Gewissens schenken könnte.

Es soll doch bitte jeder das kaufen, was er will. Und wie er will. Und auch warum er will. Und es soll auch jeder das lesen, was er will – selbst wenn das Sarrazin ist …

Gehabt euch wohl!

 

 

22 Kommentare zu „Buchhandel, quo vadis? Teil II

  1. Warum geht man überhaupt davon aus, dass nur Bücher gelesen werden, die einem gefallen? Ich lese zum Beispiel auch oft Bücher, weil ich wissen will, wie jemand denkt, z. B. Sarrazin, und damit ich ihn widerlegen kann. Das ist doch ohne Kenntnis des Inhaltes kaum sinnvoll möglich. So habe ich es schon als Studentin gehalten. Marx und Lenin gelesen, um den roten Zellen, die mit Vorliebe sich einzelne Kapitel zur Manipulation raussuchten, in Diskussionen nicht völlig unterlegen zu sein. Das führt oft dazu, dass Algorithmen bei mir nicht greifen, denn ich bekomme absurde, komische Vorschläge im Netz, die sich völlig widersprechen.
    Das nächste, worauf ich eingehen möchte, ist der Preis von Büchern. Ich bemängele schon lange, dass dieser mir zu hohe Preis die Mehrzahl der Bürger vom Lesen ausschließt. Klar könnte man sagen, sie sollten dann gebrauchte kaufen. Geht schon auch, mache ich bei den oben genannten so. Aber das Lesen eines gedruckten Buches ist auch ein sinnliches Erlebnis und es sollte jedem gegönnt sein, ein Lieblingsbuch in den Händen zu halten, dessen Blätter niemand sonst berührt hat. Ja, beim Einpacken und so, aber das ist etwas anderes.
    Auch für das Kaufen nach Einband gibt es Gründe. Manchmal bekommt man dadurch genau den Stoff in die Finger, den man gerade braucht. Kann doch spannend sein.
    Menschen, die sich darüber überheben müssen, was andere lesen, anziehen, unter der Dusche singen, haben schlichtweg ein Problem mit sich selbst und offensichtlich nicht viel zu lachen. Anstatt heiße Luft auszusondern über die Wahl anderer sollten sie sich mit sich selbst beschäftigen und dem, was sie verdrängen.

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    1. Stimmt, um über ein Buch und seine Thesen angemessen diskutieren zu können, sollte man es gelesen haben – unabhängig davon, ob man mit diesen Thesen übereinstimmt oder nicht. Ich fürchte nur, damit verlange ich schon zu viel, hat doch wohl die Mehrheit der AfD-Wähler schon nicht mal deren Parteiprogramm gelesen …

      Was die Preise für Bücher angeht, zäume ich das Pferd anders auf: Nicht die Preise sind zu hoch, auch die Buchpreisbindung ist keine schlechte Idee – das, was gerade die Menschen, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind, bekommen, um sich gelegentlich etwas zu lesen zu kaufen, ist dagegen schwachsinnig gering! Ich rege mich auch selten über Manager und Firmenbosse auf, die zu viel verdienen, sondern eher darüber, dass es Millionen in diesem Land gibt, die für ihre Arbeit eben zu wenig verdienen. :-)

      Abschließend möchte ich hinzufügen, dass man Deine letzten beiden Sätze gar nicht groß genug schreiben kann!

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  2. Nicht nur ein bisschen widerlich. Und ja, kurz habe ich auch überlegt, dass Du ja im Grunde genommen mit Deinen Rezensionen auch die Autoren und deren Schreibe kritisierst. Aber der Blickwinkel ist doch ein anderer. Seien wir doch ehrlich: wie oft werden denn gerade über Studenten und deren Bezug zum Leben Witze gerissen? So ganz von der Hand zu weisen ist das ja wohl nicht, oder? ;D
    Aus eigener Erfahrung kenne ich da nun insgesamt 2 Studiengänge, denen ich den Bezug zur Realität völlig abspreche. Macht mich das überheblich oder abgehoben? Vielleicht. Kann ich damit leben? Jau! :)

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    1. Student 1: „Wie spät ist es?“
      Student 2: „11 Uhr.“
      Student 1: „Keine Details – Sommer- oder Wintersemester?“
      ;-)

      Der Unterschied ist der, dass diese Studenten nicht Deinen/m Job finanzieren/möglich machen/einen Sinn geben. Inwiefern man glauben kann, dass es als Literaturkritikerin eine gute Idee sein könnte, Teile des Leser unterschwellig zu beleidigen, will mir nicht in den Kopf. Wenn morgen alle diese Leute aufhören, Bücher zu kaufen, dann ist ihr Job tatsächlich überflüssig!

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  3. Wow! Ich habe mir den Artikel grade auch zu Gemüte geführt und bin entsetzt. Und das von „Die Zeit“. Einfach nur vorgeführt! Sie scheint den Sinn eines guten Covers auch noch nicht verstanden zu haben. Ich liieeebe auch schöne Glitzer-Cover :D
    Und ich selbst habe auch erst vor ein paar Jahren begonnen, mich für die Person „Autor“ zu interessieren. Bis dato zählten nur die Geschichten :) Die hätte mir mal begegnen sollen! Wahrscheinlich hat sie insgesamt 1.000 Leute befragt und hat sich einfach nur die für sie besten Geschichten rausgesucht, die die Leser „unterhalten“ sollen. Oder es ist wirklich Satire :)

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    1. Wenn man seinen Buchkauf vom Cover abhängig macht, dann soll man das doch bitte tun. Ob das eine sinnvolle Vorgehensweise beim Erwerb von Büchern ist, sei mal dahingestellt, aber: Es geht niemanden etwas an!

      Auch muss ich mich nicht detailliert mit einem Schriftsteller auskennen, mir gelingt es sogar recht gut, Werk und Person zu trennen und manchmal auch die Person zu ignorieren, sonst könnte ich wohl kein einziges Buch von Brandon Sanderson lesen. Wobei es da natürlich Grenzen gibt, die ich aber für mich persönlich definiere. Und auch das geht dann niemanden etwas an.

      Insgesamt vermittelt der Artikel auch mir den Eindruck eines „RTL-Reporter-befragt-auf-der-Straße-Leute-nach-politischen-Themen-und-sucht-die-raus-die-am-dümmsten-erscheinen“-Beitrags.

      Das KANN man ja machen, von einer Literaturwissenschaftlerin und -kritikerin erwarte ich so etwas aber eher nicht. Denn diese Leute – die Leute, die Bücher kaufen – sind es, die den Job der Kritikerin nicht völlig obsolet machen! Wobei sich Frau März natürlich aller Voraussicht nach mit ihren Literaturkritiken nicht an den gemeinen Trivialliteratur-Pöbel wendet, sondern an die „besseren“ Leser. Ob es eine kluge Idee ist, die anderen Leser vor den Kopf zu stoßen, sei mal dahingestellt …

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  4. Ich oute mich jetzt mal als zwar Büchernarr, aber als absolute Nichtkennerin von irgendwelchen Literaturfuzzis, die sich Kritiker schimpfen. Vor allem, was berechtigt sie dazu? Insofern musste ich jetzt tatsächlich erst einmal googlen, wer Scheck ist und wer diese Tante März ist. Und logisch habe ich mir deren Interview durchgelesen. Dessen Sinnhaftigkeit hat sich mir leider auch nicht erschlossen! Was macht das jetzt mit mir? Meiner Meinung nach gar nichts. Was sagt das jetzt über mich aus? Spontan würde ich sagen, es zeigt meine doch vorhandene Intelligenz. :)
    Denn für mich sind und waren sogenannte Literaturkritiker schon immer eine Spezies, die die Welt nicht braucht und das schon zu Zeiten Marcel Reich-Schießmichtot (was er ja jetzt auch ist). Habe ich den mal in irgendeiner Diskussionsrunde gesehen, stellten sich mir die Nackenhaare auf und meine Finger konnten gar nicht so schnell den „Weiter-„knopf auf der Fernbedienung drücken!

    Denn seien wir doch mal ehrlich, jedweder Kritiker gibt doch im Grunde genommen sein eigenes Bild und seine eigene Auffassung wieder – sei es in Bezug auf die Literatur, sei es in Bezug auf Speisen. Ich denke da nur an den alten Clown bei „Grill den Henssler“ mit seinen „Röstaromen“! Wenn er gerne an Krebs durch angebranntes Essen abkratzen möchte, bitte schön, ich nicht!

    Um mal wieder zum Artikel dieser Dämlichkeit zu kommen: auch ich kaufe bevorzugt Bücher von Autoren, die ich kenne und schätze. Gut, derer sind es inzwischen so viele, da wird es schon mal schwierig den Überblick zu behalten. Aber ich kaufe auch Bücher, deren Cover mich ansprechen und mich dazu animieren, mir den Klappentext anzusehen und mal kurz reinzulesen! Schließlich will die Werbebranche auch von was leben! Die sind für bunte Bildchen – ob sie nun laufen oder nicht – schließlich verantwortlich.

    Aber Dir danke ich an dieser Stelle mal wieder dafür, etwas für meine ureigenste Bildung getan zu haben. ;D Solche Artikel laufen nämlich irgendwie immer an mir vorbei und ich kenne jetzt mindestens 2 noch lebende Literaturkritiker.

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    1. Oute Dich ruhig, wir sind doch unter uns. ;-)

      Ich möchte allerdings erklärend hinzufügen, dass es mir nicht um die Personen geht, die solche Artikel schreiben. Und um Literaturkritiker insgesamt schon gar nicht. Denn im Grunde – im weitesten Sinne – bin ich ja selbst einer. Oder etwas Ähnliches. Ein entfernter Verwandter davon. Und die meisten haben auch ihre Berechtigung, meistens legitimiert sie ein abgeschlossenes Studium der Literaturwissenschaften, das sie mir schon mal voraus haben. ;-)

      Und so lange Kritiker die Bücher selbst kritisieren – von mir aus können sie sie sogar zerreißen, wenn es einen Grund dafür gibt; als Denis Scheck die Bücher von Jussi Adler-Olsen als „so spannend wie eine 24-stündige Live-Übertragung der WM im Pfahlsitzen“ bezeichnet hat, wäre ich fast erstickt vor Lachen – aber man sollte sich niemals, wirklich niemals, die Freiheit erlauben, die Leser anstelle der Bücher zu kritisieren und herablassend auf sie hinunterblicken. Das wirkt elitär, abgehoben und ein ganz bisschen widerlich.

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  5. Danke für diesen Beitrag.
    Ich kann deinen Unmut sehr gut nachvollziehen. Gerade was in der Literatur-Welt abgeht, ist schon sehr speziell. Die leben sehr extrem in ihrer kleinen Erdbeerwelt-Welt der Literatur. Einige Verlage haben inzwischen zwar begriffen, dass das Potential von Self-Publishern nicht zu unterschätzen ist, dennoch leben sie in ihrem eigenen Kosmos.
    Man sagte mir mal, ich müsste mich mehr unter die Literaten mischen, zu Veranstaltungen gehen, um wichtige Menschen kennenzulernen. Also ging ich mal zu einer Preisverleihung. Da mich niemand begleiten wollte, bin ich allein dort gewesen. Mann, war das schlimm!
    Diese ganzen unglaublich intellektuellen Menschen, die so wahnsinnig durchgeistigt waren. Um auf das Aussehen einzugehen, so wie es die Autorin des Artikels der Zeit getan hat, konnte man daran bereits erkennen, wie wahnsinnig kultiviert diese Menschen waren. Alle Frauen sahen in gewissen Weise „hässlich“ aus. So, als ob sie sich richtig viel Mühe gegeben haben NICHT modisch gekleidet zu sein. Es schien ihn nicht gleichgültig, vielmehr waren sie darum bemüht, dass man ihnen ansah, wie oberflächlich sie alles ansahen, was mit Mode zu tun hat. Somit glich das, was sie trugen, einer Art Uniform.
    Was mir besonders auffiel: keiner hatte Spaß. Keiner lachte.
    Ich fühlte mich total unwohl.
    Vor allem aber nervte mich die Arroganz, die über allem lag.
    Und da kommen wir wieder zum Punkt: Was soll daran schlecht sein, wenn Bücher gelesen werden?

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    1. Der Dank ist ganz meinerseits. :-)

      „Keiner hatte Spaß“ finde ich übrigens urkomisch! :-) Vielleicht ist das eine Grundvoraussetzung, um die Tragweite wirklich „guter“ Literatur zu erkennen: Man darf beim Lesen auf keinen Fall Spaß haben!?

      Was daran schlecht sein soll, dass Bücher gelesen werden, begreife ich auch nicht. Für mich ist auch jedes Buch gleich, selbst, wenn es nicht meinen Geschmack trifft. Aber es gibt offensichtlich Menschen, für die sind manche Bücher gleicher als gleich …

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  6. Ich kenne weder Kate Morton noch Inger-Marie Mahlke! Muss ich mir jetzt Sorgen machen, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt?

    Wir hatten hier vor Ort vor einigen Jahren eine Buchhandlung mit einer Buchhändlerin, die mir mit Ihrem Verhalten und Auftreten immer das Gefühl vermittelte, ich wäre ein Kulturbanause: Nur weil ich „nur“ meine popeligen Krimis bei ihr kaufte und nicht mindestens Rilke, Storm oder Mann auf die Ladentheke gelegt habe. Ich glaube, für diese Person war Hemingway schon Trivial-Literatur.

    Wichtig ist doch nur, dass der Mensch liest! Egal, ob er von der Umschlaggestaltung zum Kauf animiert wurde (Ich lasse mich auch gerne von einem schönen Umschlag verführen!) oder lieber zur (sogenannten) Frauenliteratur greift! Hauptsache, er liest!

    Wir alle haben „klein“ angefangen und peu à peu anspruchsvollere Werke für uns entdeckt. Wobei jeder für sich definiert, was „Anspruch“ für ihn bedeutet.
    Hätte mir vor 10 Jahren jemand erzählt, dass ich irgendwann Lyrik mag und diese sogar öffentlich vortrage, ich hätte mich köstlich über diesen „Witz“ amüsiert!

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    1. Man muss keine der beiden Damen kennen und kann trotzdem ein gutes Gewissen haben.

      Und ja, der Fokus sollte tatsächlich darauf liegen, dass die Menschen überhaupt lesen. Was, ist völlig zweitrangig. Von mir aus Rosamunde Pilcher! Ich kann es halt nur nicht leiden, wenn sich jemand selbst erhöht und andere herabwürdigt, indem er oder sie herablassend auf das blickt, was andere lesen.

      Hm, vielleicht sind meine Berührungsängste mit Lyrik in 10 Jahren auch Schnee von gestern. Man darf gespannt sein …

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  7. Ob Deines Beitrags hier sehe ich Denis Scheck schon wieder mit dem Fuß aufstampfen… eine urkomische Vorstellung.
    Abgesehen davon kann ich allerdings in dem erwähnten Artikel, denn ich ohne Dich nun gar nicht gelesen/gefunden hätte, nur den Kopf schütteln. Mit welchem Sinn oder zu welchem Zweck dieser entstanden ist, erschließt sich mir nicht. Ob nun Bestsellerautor, Selfpublisher oder Ratgeber – soll doch jeder lesen was er will, wichtig wäre eben, wie Du ja auch schon feststellst, dass einfach wieder mehr Leute lesen sollten. Und zwar nicht nur ein Durchschnittsbuch im Jahr.
    Ich muss jetzt leider weg und nochmal lauthals über das Denis Scheck Bild lachen, dass ich im Kopf habe… im Büro kommt das immer nicht so gut an…

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    1. Ja, der stampfende Denis, der hat was. ;-)

      Die Intention des Artikels ist mir ja nun auch verborgen geblieben und macht einen Großteil des Problems aus, das ich damit habe: Was soll das Ganze? Ich weiß es nicht … :-(

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      1. Man könnte jetzt natürlich wild spekulieren… Sommerloch stopfen, wobei der Sommer ja eigentlich schon vorbei ist… neue Praktikantin aus dem Weg haben wollen („Mach mal ein paar Interviews zum Thema Buch…“)… Ideenverlust in der Redaktionssitzung (ich seh grad diese runden Büsche wie im Wilden Westen durch den Konferenzraum rollen, natürlich mit entsprechender musikalischen Untermalung)…. oder es war der nächste Streich der Fate LLP…. ;-)

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        1. *Klugscheißmodus an*

          Tumbleweed. Die runden Büsche heißen Tumbleweed.

          *Klugscheißmodus aus* ;-)

          Das mit der Praktikantin kann ich ausschließen, Frau März ist eine 61 Jahre alte Literaturwissenschaftlerin. Die Fate LLP ist diesmal auch unschuldig – davon wüsste ich … ;-) Ich schätze, es ist tatsächlich einfach nur ein schlechter Artikel …

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