Freitagsfragen #57

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Guten Morgen, werte Leserschaft,

zwischen mir und meinem zweiwöchigen Urlaub – der an dieser Stelle nur zur Hebung meines eigenen Wohlbefindens nochmal Erwähnung findet – steht nur noch der Rest von heute und die aktuelle Ausgabe der Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog. Legen wir also gleich los. Die heutigen Fragen und Antworten lauten:

1.) Heilt Zeit wirklich alle Wunden?

Ich kann da natürlich nur aus eigener Erfahrung sprechen, aber ich persönlich würde sagen: nein. Wunden vernarben nur. Und Narben, das weiß man ja, müssen noch eine ganze Weile gepflegt werden, sonst entstehen Narbenhernien. Oder wie der Laie, der ich bin, sagen würden: Sie brechen wieder auf. Irgendwann hat sich dann aber auch die nötige Pflege erledigt, so dass man sich nicht mehr regelmäßig mit ihnen beschäftigen muss, das vielleicht sogar gar nicht sollte. Aber sie bleiben. Von „heilen“ würde ich in diesem Zusammenhang also nicht sprechen wollen.

2.) Was ist der langweiligste Superheld, den Du Dir erdenken kannst?

Hm, vielleicht

RHYTH-MAN, die Abenteuer eines zwanghaften Tänzers
oder
BEA-MAN, die Abenteuer eines Typen, dessen einzige Fähigkeit darin besteht, sich sinn- und ankündigungslos durch die Gegend zu teleportieren
oder
A-MAN, die Abenteuer eines christlichen Fundamentalisten
oder
AT-MAN, die Abenteuer eines Apnoe-Tauchers
oder
GAU-MAN, die kulinarischen Abenteuer eines verblendeten AfD-Politikers. Kritiker werden diese Reihe als „Vogelschiss“ in der weiten Welt der Superhelden bezeichnen
oder
FRE-MEN, die Abenteuer der Bewohner des Wüstenplaneten Arrakis, die – Moment, nein, das könnte eigentlich ganz spannend sein …

Lassen wir das! Obwohl mir nach längerem Nachdenken sicherlich noch mehr in den Kopf kämen … ;-) Man verzeihe mir die maskuline Ausrichtung meiner Ideen, aber Wortspiele mit „Woman“ wollten mir nicht einfallen. :-)

Nein, mal ganz im Ernst, im Superhelden-Bereich bin ich völlig blank. Ich verstehe die Faszination daran nicht, habe nur wenige diesbezügliche Filme gesehen (bspw. „Iron Man“ – gut, weil Robert Downey jr.; und natürlich „Kick Ass“, gut, weil einfach gut), bin eigentlich ziemlich genervt davon, dass gefühlt jeder zweite amerikanische Kinofilm aus diesem Genre kommt und kann damit halt allgemein nicht das Geringste anfangen.

Aber ich muss ja auch nicht alles verstehen oder mögen. :-)

3.) Was inspiriert Dich?

Hm, tja, was inspiriert mich? Ich halte mich eigentlich für einen relativ inspirationsfreien Menschen, auch weil „Inspiration“ irgendwie so hochtrabend klingt. Wäre ich weniger inspirationsbefreit – und faul -, hätte ich wohl schon längst versucht, ein Buch zu schreiben.

Aber wenn mich überhaupt etwas inspiriert, dann sind das Menschen, so wie dieser Typ neulich:

Seid Ihr gelegentlich auf den Internetseiten diverser Tages- und Wochenzeitungen allgemein und dort insbesondere im Kommentarbereich unterwegs? Falls nicht, kann ich das wärmstens empfehlen, auch und gerade für Menschen, die vielleicht ein wenig mit ihrem Gewicht hadern, denn dort, in besagten Kommentarbereichen, kommt man, mit Verlaub, aus dem Kotzen nicht mehr heraus! Wobei ich niemanden dazu ermuntern möchte – soll ja auch wieder nicht gesund sein. Aber lassen wir das und kommen auf die Kommentarbereiche zurück.

Schon die Leser-Kommentare im Online-Auftritt der „Zeit“ sind zu großen Teilen grenzwertig, werden aber immerhin moderiert, Beiträge werden gelöscht, u.a. mit dem freundlichen Hinweis, Beleidigungen doch bitte zu vermeiden und zwischendurch tauchen auch einige wenige Kommentatoren auf, die ich mal als die Stimme der Vernunft bezeichnen möchte.

Nun war ich aber kürzlich auf der Internet-Seite von „Focus online“ – aus Gründen, die im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar sind, und ich gelobe, einen Besuch dieser Seite fürderhin für alle Zeiten zu unterlassen – und stieß dort auf einen Kommentar, der übrigens weder gelöscht noch sonst irgendwie moderiert wurde und den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Der erste Teil des Kommentars bezieht sich auf Politiker, Letzterer auf Flüchtlinge. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Kommentar wortgetreu wiedergeben kann, zitiere also sinngemäß aber sehr nah am Original und befleißige mich auch der Originalorthografie dieser poetischen Äußerung:

„(…) diese Mischpocke muss endlich von Grund auf gesäuert werden, damit wir unser, ja, ich sage UNSER Land, endlich von diesen Sozialschmatotzern befreien.“

Zitatende. Eigentlich sind diese Worte dazu angetan, ein paar Sekunden zu schweigen und sie sacken zu lassen.

*seufz*

Hach, das Leben der Menschen ist aber auch eines der härtesten. Auch und gerade wegen der oben erwähnten „Mischpocke“. Kaum erklärt die WHO am 08. Mai 1980 die Welt für pockenfrei – von den diversen Virenstämmen, die wahrscheinlich in den Giftschränken von etwa 150 Regierungen weltweit noch liegen, weil man ja nie weiß, wozu man sie nicht vielleicht nochmal gebrauchen kann, mal abgesehen -, schon taucht nicht mal 40 Jahre später die fiese „Mischpocke“ auf. Edward Jenner und James Phipps würden sich im Grabe umdrehen. Ein ganz ein böses Virus, gegen das das H1N1-Virus augenscheinlich absoluten Kinderkram darstellt.

Die einzige Behandlung, die bis jetzt Heilung verspricht, scheint zu sein, dass das Virus „gesäuert“ werden muss. Womit und auf welche Weise das geschieht, wird uns oben genannter Internetnutzer vielleicht irgendwann in einem weiteren erleuchtenden Kommentar verraten.

Nun, jedenfalls, solche Leute inspirieren mich! Und sei es auch nur dazu, denen und Anderen, die ähnlich denken – wobei ich „denken“ in diesem Zusammenhang als eher mutige Wortverwendung empfinde -, immer wieder gebetsmühlenartig vorzuhalten, dass ihre menschenverachtende Einstellung beschissen ist und die Partei, der Menschen, die solche Aussagen tätigen, wohl nahe stehen, noch viel beschissener! Verändere ich damit die Welt? Nein, aber das will ich auch gar nicht. Es reicht mir schon, wenn es gelingt, mein Gegenüber vielleicht mal zum Nachdenken anzuregen. Und das gelingt öfter als man glauben mag.

Wobei bei o.g. Exemplar wohl jegliche Hoffnung vergebens ist, denn um derart emphatiebefreit zu sein muss man schon ein Schrapnell veritablen Ausmaßes im subgenualen anterioren cingulären Cortex stecken haben. Zusätzlich lässt der Umgang mit der deutschen Sprache des o.g., nun, ich will  mal wohlwollend „Menschen“ sagen, darauf schließen, dass zusätzlich noch kleinere Schrapnelle im Gyrus frontalis inferior, Gyrus temporalis superior und im Gyrus temporalis medius stecken.

Selbst ein Team aus den weltbesten Neurochirurgen wäre wohl nicht in der Lage, diese Fragmente alle zu entfernen, ohne in dem Organ, das im Grunde genommen eigentlich mal für das Denken dieser Person vorgesehen war, irreparablen Schaden anzurichten. Wahrscheinlich könnte er anschließend nie wieder Kommentare im Internet hinterlassen. Wobei: Wäre das wirklich so schlimm …?

Wirklich schlimm finde ich dagegen das Vorgehen der Bundeswehr, die auf der gamescom mit im Stile der Shooter „Call of Duty“ oder „Battlefield“ gehaltenen Plakaten mit der Aufschrift „Mehr Open World geht nicht!“ oder „Multiplayer at ist best“ Werbung für ihren Verein macht. Aber das ist wieder ein anderes Thema … :-)

4.) Die Wahl der Qual: Auf Arbeit täglich Stress oder Langeweile?

Och, da nehme ich lieber die Langeweile. Ich habe einen Internet-Anschluss bei der Arbeit. Damit könnte ich mich schon beschäftigen. Könnte. Also, nicht, dass ich das täte. *hüstel*

 

Das war es auch schon wieder. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit, würde Markus Kavka sagen. Ich verabschiede mich also nun in mein restliches Tagwerk und den anschließenden Urlaub, den ich, je nach Wetterlage, mit extensivem Lesen im Garten oder aber andernfalls mit „Kingdom Come: Deliverance“ verbringen werde. Und mit gelegentlichem Bloggen. :-)

Gehabt Euch wohl!

 

 

14 Kommentare zu „Freitagsfragen #57

    1. Freut mich, wenn´s gefällt. Und ich habe an solchen sinnfreien Wortspielen durchaus auch meinen Spaß. Eine ganz zauberhafte Person und ich nennen ihre Kaffeemaschine beispielsweise ob ihrer Lautstärke liebevoll „Aggressor 3000“. Passende Produktbezeichnung, wie ich finde. ;-)

      Ich genieße im Rahmen der Möglichkeiten. Heute waren noch Dinge zu tun, die bislang liegen blieben, aber jetzt steht gleich erst mal gemütliches Kaffeetrinken in angenehmer Runde an und ab morgen dann kosequentes Nichtstun. :-)

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  1. Solche Kommentare wie den hier besprochenen sollte man der eigenen geistigen Gesundheit zuliebe besser meiden. Grausam, was manche Leute im Schutz der Anonymität so rausrotzen.

    Schönen Urlaub!

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    1. Ja, das denke ich eigentlich auch, aber es fällt mir zunehmend schwer. Denn auch, wenn man sie meidet, weiß man ja, dass die entsprechenden, dafür verantwortlichen Personenen weiterhin da draußen irgendwo frei herumlaufen dürfen. :-)

      Vielen Dank, ich werde versuchen, ihn zu genießen. Passend dazu geht heute die Bundesligasaison wieder los. :-)

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  2. Einen erholsamen Urlaub wünsche ich dir. Aus Erfahrungen mit Narben lass dir gesagt sein: Auch wenn die Wunde schmerzt, eine gut gepflegte Wunde hat Charakter und macht attraktiv. Und jetzt entschuldige mich bitte, ich muss bei meinem Comic-Dealer des Vertrauens nach GAU-Man suchen. 😁

    Gefällt 2 Personen

    1. Ganz herzlichen Dank! Ich gebe zu, ich hatte auf eine sehr infantile Art und Weise meinen Spaß daran. :-)

      Für gute Bücher ist gesorgt, ich umgebe mich ausschließlich mit netten Menschen und die Erholung ergibt sich dann schon von ganz alleine. Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen… :-)

      Gefällt 2 Personen

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