Freitagsfragen # 43 am Brückentag

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich heute einen Brückentag habe? Ich wollte es nur mal gesagt haben …

Dass ich trotzdem erst in den Nachmittagsstunden dazu komme, die aktuellen Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog zu beantworten, dazu später mehr, oder, wie der Physiklehrer Bömmel aus der „Feuerzangenbowle“ gesagt hätte: „Dat krieje mer später!“

Vorher sei erwähnt, dass die Freitagsfragen, auch von mir gänzlich unbemerkt, da es ja noch keine 52 Ausgaben gibt, bereits am 28. April heimlich, still und leise ihren ersten Geburtstag feiern konnten. Von mir daher einen herzlichen Glückwunsch an nickel, die sich seit nunmehr über einem Jahr immer wieder aufs Neue die schönen Fragen ausdenkt!

Dass ich also erst in den Nachmittagsstunden dazu komme, die aktuellen Freitagsfragen zu beantworten, liegt mitnichten am hierzulande so weit verbreiteten Brauch, sich am gestrigen Feiertag – der eigentlich, für die Jüngeren sei das hier nochmal erwähnt, Christi Himmelfahrt heißt und nicht „Vattatach“, auch an „Halloween“ ist nicht eigentlich „Halloween“ sondern „Reformationstag“, aber was solls – bis zum Verlust der Muttersprache und anschließender Bewusstlosigkeit die Kante zu geben.

Nicht, dass ich grundsätzlich etwas dagegen hätte, mir von Zeit zu Zeit mal einen zünftig hinter die Binde zu kippen. Veranstaltungen aber, deren eigentliches und einziges Ziel dieses hinter die Binde kippen ist, sind mir allerdings zunehmend suspekt. Vermutlich würde ich auch niemals zum Oktoberfest in München gehen, selbst wenn ich nebenan wohnen würde.

Erschwerend kommt hinzu, dass ich mich altersmäig zunehmend von der offensichtlichen Zielgruppe dieses landesweiten Besäufnisses entferne. In meiner persönlichen Wahrnehmung liegt das nicht ausschließlich daran, dass ich selbst älter werde, sondern die Teilnehmer und Innen dieser vermeintlichen Mordsgaudi, die in den allermeisten Fällen aber doch schon mittags um 12 im Tiefschlaf auf irgendeiner Wiese endet, sind irgendwie jünger geworden. Viele der hier gestern vorbeiflanierenden Partygäste schienen mir gerade mal so etwa 14 Jahre alt gewesen zu sein. Hätte ich mich im entsprechenden Alter mit einem Bollerwagen und diversen Alkholika auf den Weg ins alkoholinduzierte Nirwana begeben, wäre ich von meinen Eltern schwer gemaßregelt worden. Vorher und hinterher!  Die special snowflakes von gestern durften das aber offensichtlich.

Damit will ich gar nicht den Eindruck erwecken, als würde ich bedeutungsschwer „O tempora, o mores“ deklamieren und den Verfall der Sitten beklagen, ich bin einfach nur irritiert.

Nun, sei es, wie es sei, selbst wenn ich gestern den Entschluss gefasst hätte, mein Hirn auf die stille Treppe und meine Leber mit schwerem Knockout auf den Ringboden zu befördern, wäre daraus nichts geworden.

Spontan waren gestern nämlich Instandhaltungsmaßnahmen am heimischen Domizil zu bewerkstelligen. Müßig zu erwähnen, dass solche Sachen vorzugsweise am Wochenende oder eben an Feiertagen passieren, wenn kein Handwerker landauf, landab seinem Tagwerk nachgeht und die, die es doch tun, Zuschläge verlangen, die das Bruttoinlandsprodukt Liechtensteins übersteigen.

Besagte Instandhaltungsmaßnahmen zogen sich auch heute noch hin, sind nunmehr aber mit Erfolg beendet. Analog zum Betreuungsgeld, das man ja, sofern mein Kenntnisstand noch den aktuellen Tatsachen entspricht, bekommt, wenn man auf einen Kindergarten- oder Kindertagesstättenplatz verzichtet, denke ich nun darüber nach, die gestern und heute absolvierten Arbeitsstunden dem örtlichen Handwerker in Rechnung zu stellen, schließlich habe ich auf seine Dienste verzichtet. Das mag jetzt so klingen, als hätte dieses Ansinnen keine Aussicht auf Erfolg, das liegt vermutlich eher daran, dass es eben noch niemand versucht hat. Zur Schaffung eines Präzedenzfalls könnte ich ein Crowdfunding starten. Diesbezügliche Gedanken sind noch nicht abgeschlossen …

Nun war das oben Genannte nicht das einzige Ungemach, denn heute morgen musste ich auch noch telefonieren. Man kennt das ja, wenn man einen Tag frei hat, erledigt man das, wofür man ansonsten keine Zeit hat. In meinem Fall waren das eben diverse Telefonate, insbesondere mit Behörden.

Dabei ist mir mal wieder aufgefallen, wie sehr ich Warteschleifen verabscheue! Die erste Warteschleife beschallte mich mit Musik, deren Lautstärke geeignet war, sofort – quasi instant, wie man so schön neudeutsch sagt – einen Tinnitus zu verursachen, dessen Ausmaße in der Geschichte der Medizin seinesgleichen sucht. Oder aber eine spontane Straßenparty des gesamten Ortsteils zu veranstalten.

Die zweite wiederum war deutlich angenehmer, begann nur leider gefühlt alle 15 Sekunden von vorne, was auf Dauer ungefähr so anstrengend war, wie sich etwa 36 Stunden am Stück „Twisted Nerve“ anzuhören. Dazu kam – ich befand mich gut 10 Minuten in besagter Warteschleife! -, dass alle etwa 3 Minuten eine Stimme erklang, die mir freundlich mitteilte, ich solle nicht auflegen, man werde sich gleich um mich kümmern. „Verdammte Axt, warum sollte ich auflegen, ich habe euch doch angerufen, will also etwas von euch!“ schoß mir sinngemäß durch den Kopf. Den freundlichen Hinweis der Stimme, ich könne auch zu anderen Zeiten anrufen übersetzte ich mit: „Alter, hier ist gerade telefonische rush-hour, verbale crunch-time, quasi! Geh doch nochmal in Dich und überlege, ob es wirklich, wirklich, wirklich niemand anderen gibt, den Du mit Deinem belangslosen Mist behelligen kannst, hier nervst Du nämlich gerade kolossal!“

Insgesamt verbrachte ich heute morgen dann mehr Zeit in Warteschleifen als im Telefongespräch. Den Verantwortlichen sei an dieser Stelle gesagt, dass ich diese Zeit nie wieder kriege!

Wo war ich? Ach ja, Freitagsfragen! Schreiten wir zur Tat, Fragen und Antworten lauten:

1.) Was wäre das am wenigsten geeignete Essen, das man pürieren und durch den Strohhalm essen könnte?

Eigentlich ist meiner Meinung nach kein Essen zum Pürieren und durch den Strohhalm essen geeignet. Wenn ich im Fernsehen immer Köche – dort übrigens immer als „Profi-Köche“ bezeichnet, was für mich die Frage aufwirft, ob es auch „Profi-Fliesenleger“ oder „Profi-Tischler“ gibt, denn Handwerk ist Handwerk – sehe, die eine veritable Suppe zusammenkochen, aus 72 verschiedenen Zutaten mit einem Wareneinsatz von 249 Euro pro Portion, nur damit diese dann „schön durchpassiert“ oder „schön gemixt“ wird, dann blutet mir das Herz. Diese Leute möchte ich dann immer mit meiner Schnabeltasse bewerfen!

Wenn ich mir aber partout etwas aussuchen soll, dann muss ich als bekennender Fleischesser …

*shitstorm incoming in 3…,2…,1…*

… natürlich sagen, dass quasi jede Art von Fleischgerichten ganz besonders ungeeignet für den barbarischen Vorgang des Pürierens ist.

2.) Was muss dringend modernisiert werden?

Warteschleifen! Wenn ich bemerke, dass ich am Telefon einen größeren Ansturm habe, als meine Mitarbeiter in adäquater Zeit bewältigen können, sollte ich personell aufstocken. Dass man das offensichtlich nicht tut, nirgendwo, irritiert mich.

Ansonsten fallen mir viele Dinge für Modernisierungen ein. Schulen zum Beispiel. Eigentlich das ganze Schulsystem. Dass in der Hinsicht jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht, erschließt sich mir nicht. Aber das ist ein weites Feld und würde zu weit führen.

Was noch? Hm, das Bundesteilhabegesetz, die DSGVO, das Steuerrecht, der tote blonde Iltis auf dem Haupte von Donald J. Trump und vieles, vieles mehr.

3.) Welche ungewöhnlichen Orte hast Du besucht?

Darüber habe ich jetzt lange nachgedacht, mir fällt aber keine wirkliche Antwort ein. Der alte Mann verlässt ja kaum noch das Bundesland. *seufz*

4.) Die Wahl der Qual: Einen komplett zufällig gewählten neuen Kreis aus Freunden und Familie oder einen zufälligen neuen Namen, Job und Wohnort?

Einen neuen Freundeskreis? Ich habe Jahrzehnte für meinen jetzigen gebraucht, den ich für nichts und niemanden in der Welt eintauschen würde. Weder im Ganzen, noch was einzelne Personen angeht. Lieber habe ich einen neuen Namen oder ziehe nach Bielefeld oder gehe in ein Zeugenschutzprogramm oder was auch immer!

 

Das wars!

Ich wünsche allseits schon mal einen guten Start in ein schönes Wochenende. Und sollten sich HSV-Fans unter meiner Leserschaft befinden: Alles wird gut! :-)

Gehabt euch wohl!

10 Kommentare zu „Freitagsfragen # 43 am Brückentag

  1. Bei uns gibt es zumindest einen „Fliesenprofi“.
    Bei der Warteschleife hätte ich noch eine Steigerung anzubieten: „Wenn sie blablabla wollen drücken sie die 1, wenn sie…… drücken sie die 2……“ Bei der 4 habe ich dann vergessen was ich drücken muss.
    Oder: „Dann antworten sie mit KUNDENSERVICE, ………….bitte? Ich kann sie leider nicht verstehen.“ Was ich darauf fluche schreibe ich jetzt lieber nicht hierher.

    Gefällt 1 Person

  2. Fleisch- und Wurstwaren sind püriert tatsächlich brrrr um nicht zu sagen eklig. Was sich kurioserweise nicht eignet, obwohl es sich von der Konsistenz her eignen sollte ist Fruchtmus (wird das prüriert ja). Schmeckt zwar gut, aber der Strohhalm verstopft dauernd. Kuchen püriert ist auch eine Katastrophe.

    Die DSGVO soll ja jetzt angeblich auf den letzten Drücker, weil festgestellt wurde dass Sportvereine keine Spielergebnisse mehr speichern, Notenspiegel nicht mehr ausgehangen werden, Ärzte keine Erinnerungspostkarten für Vorsorgetermine mehr verschicken, Lehrkräfte keine Telefonlisten mehr rausgeben dürfen. Allerdings würde ich nicht vermuten, dass für uns Kleinvieh auch nachgebessert wird. Am 15. soll WordPress wohl irgendwas veröffentlichen, vielleicht ist da ja was brauchbares bei…

    Gefällt 1 Person

    1. Aber es ist doch für einen guten Zweck: Den direkten Abstieg des VfL Wolfsburg! Die braucht doch wirklich kein Mensch. ;-) Außerdem gewinnen Frankfurt und Stuttgart morgen sowieso auf Schalke und in München, damit kann es für Gladbach gar nicht mehr weiter nach oben gehen. *hüstel* ;-)

      Ach, und da wir gerade dabei sind: Ich will den Vestergaard wiederhaben, gib das mal an den Hecking weiter, ja!? :-)

      Liken

          1. Sehe ich auch so! ;-) So wie es jetzt gelaufen ist, hättet ihr auch gewinnen können, das wäre jetzt dann auch egal …

            Ich kann nur hoffen, dass Wolfsburg gegen Kiel nun zweimal jeweils mit 6:0 auf die Fresse kriegt!

            Auf die Fresse hätten übrigens auch diese etwa 100 „Fans“ in Hamburg verdient. Ich hoffe, ich werde den Tag noch erleben, an dem eine Polizei-Hundertschaft mal die Erlaubnis bekommt, in den Block zu gehen und diesen Pennern ohne Rücksicht auf Verluste aufs Maul zu hauen!

            Liken

          2. In meinem Büro sitzt ein Kieler, da bin ich solidarisch (solange die gegen Gladbach „brav“ sind). Aber beim Absteiger verloren ist jetzt nicht der schönste Saisonabschluß.

            Und die Stuttgarter haben tatsächlich in München gewonnen – tzä.

            Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.