Eine kurze Geschichte von Dekadenz, Buchbestellungen und Kai Meyer

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

hm, ich denke immer wieder darüber nach, das „Leserinnen und Leser“, dauerhaft durch „Leserschaft“ zu ersetzen, weil ich gendern in der Schriftsprache, quasi der geschriebenen Sprache, eigentlich ziemlich fürchterlich finde, andererseits haben die Leserinnen meines Blogs, deren es einige gibt, und welche quasi ausnahmlos unfassbar sympathisch sind, es durchaus verdient, explizit und zuerst genannt zu werden.

Vermutlich lasse ich deshalb alles, wie es ist. Und nein, mein Gedankengang bringt euch kein Stückchen weiter, ich wollte ihn nur mal verschriftlicht haben.

Eigentlich geht es um etwas ganz anderes.

Im Grunde versuche ich ja, meine Beiträge auf Rezensionen einerseits und auf die Freitagsfragen andererseits zu beschränken. Denn ich persönlich habe, und das ist keine Kritik an derartigen Beiträgen, das möge jede/r Blogger/in (juhu, gendern!) halten, wie sie oder er möge, aber ich persönlich habe halt keinen Drang dazu, Beiträge beispielsweise über Neuzugänge auf meinem SuB zu schreiben.

Im schlechtesten Fall weise ich darin nämlich nur auf Bücher hin, die ich in der Folge jahrelang sowieso nicht lesen werde. Naomi Klein beispielsweise hat im Jahr 2014 ein im ZDF (ja, liebe AfD, die Mainstream-Medien. Tragisch!) besprochenes Buch geschrieben, das ich mir im Jahre 2015 gekauft habe, da es mich (damals) brennend interessiert hat. Es liegt immer noch ungelesen da, wo es seit Erwerb liegt. Mit dem Unterschied, dass mittlerweile gefühlte 20 andere Bücher darauf liegen. Ob ich es jemals lesen werde, steht wohl in den Sternen. Daher, finde ich, ist es für meine Leserschaft eher unerheblich, was ich mir wann gekauft habe.

Diesmal allerdings, ja, diesmal muss ich ausnahmsweise eine, ähm, Ausnahme machen, zumal selbige gar nicht erst auf meinem SuB landen wird:

Denn es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Tweet des Autors Kai Meyer ausging, auf dass man ein Buch bestellen möge.

Und das habe ich im Februar des laufenden Jahres getan. Namentlich handelt es sich um „Das Haus des Daedalus“ von, ja, Kai Meyer. Und zwar in einer limitierten und handsignierten Auflage von nur 333 Stück.

Gestern nun trudelte das gute Stück – per Vorkasse bezahlt, weil ich als Neukunde an das Gute im Menschen glaube – ins Haus. Und was hat es? Es hat einen Knick im Schutzumschlag! Was den Wert, der in nur wenigen Jahren wahrscheinlich und logischerweise – schließlich handelt es sich um ein Werk des von mir sehr verehrten Kai Meyer – im Millionenbereich liegen dürfte, vermutlich erheblich mindert …

Nun, warum teile ich euch das nun mit, wenn ich doch genau so gut eine Rezension zu „Die Blausteinkriege II – Sturm aus dem Süden“ schreiben könnte, auf die eine einzelne Leserin meines Blogs vielleicht nicht mehr sehnsüchtig, aber möglicherweise doch ein bisschen wartet? Denn ja, ich habe Teil 2 tatsächlich endlich durchgelesen – und bin mit einer Personalentscheidung ganz entschieden nicht zufrieden …

Nein, das wäre mir heute zu stressig, denn einerseits ist heute Sonntag und andererseits kam ich gestern, quasi heute, erst um 3 h ins Bett. Und um es mit den Worten von Roger Murtaugh zu sagen: “ Ich bin zu alt für diesen Scheiß!“ :-)

Welchen Sinn hat also dieser ganze Beitrag?

Eigentlich keinen, ich wollte nur ein bisschen angeben! :-) ICH habe eine auf 333 Exemplare beschränkte handsignierte Sonderausgabe eines Kai-Meyer-Buchs! :-)

Seitdem habe ich allerdings auch das Gefühl, Geld für etwas ausgegeben zu haben, was nicht unbedingt nötig gewesen wäre …

Ach, egal, ich schätze der/dem Einen oder Anderen (juhu, gendern!) geht es ähnlich …

Ich wünsche allseits einen schönen Restsonntag!

Gehabt euch wohl!

 

17 Kommentare zu „Eine kurze Geschichte von Dekadenz, Buchbestellungen und Kai Meyer

  1. a) Ich habe nur eine sehr verschwommene Vorstellung davon, was eine SuB ist, ahne aber, dass sich der Rezensent oder die Rezensentin damit selbst unter Druck setzt, die von ihm/ihr gekauften Bücher auch irgendwann zu besprechen. Warum also veröffentlichen?
    b) Ich gendere ungern, und wenn, dann gleichberechtigt: als Dame lasse ich den Herren den Vortritt und finde, das gehört sich in aufgeklärten Zeiten so.
    c) Sinn eines Schutzumschlages sollte es sein, den Buchdeckel darunter zu schützen. Tatsächlich aber wird um die Makellosigkeit von Schutzumschlägen ein solches Aufhebens gemacht (am besten, man verwahrt sie sorgsam vor dem Lesen), dass ich dankbar bin für jedes Buch, das ohne Schutzumschlag auskommt.

    Gefällt 2 Personen

    1. Also, zu

      a) ein SuB ist ein Stapel ungelesener Bücher, und ja, der Rezensent macht sich durchaus genug Druck, allein mit dem, was er so kauft, so dass er das nicht auch noch unbedingt groß herumposaunt,

      zu b) ich würde mir wünschen, dass sich diese Ansicht durchsetzt und bin

      c) ebenfalls einer von diesen Menschen, die sorgsam auf die Schutzumschläge von Büchern achten. Ich kann nicht aus meiner Haut. :-)

      Gefällt 1 Person

  2. Glückwusch zur limitierten Ausgabe! Und Bücherkäufe sind ja quasi nie unnütze Ausgaben ;)

    Mal aus Interesse: Welches Buch von Klein war es denn? Ich hab „Gegen Trump“ gelesen und fand das eigentlich ganz spannend! Falls es das ist, empfehle ich dringend die Lektüre ;)
    Sonnigen Sonntag, Jennifer

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    1. Zugegeben, man kann Geld für sinnlosere Dinge ausgeben. ;-)

      Nein, 2014 bzw. 2015 hat sich Naomi Klein noch nicht mit Trump beschäftigt, das nämliche Buch heißt „Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima“. Und ja, ich finde den Titel suboptimal, aber wenn das ZDF sagt, dass es gut ist … ;-)

      Liken

      1. Macht Sinn^^
        Wobei es in Gegen Trump auch um Amerikanische Klimapolitik geht und nur nebenbei um Trump.
        Die Titel sind immer so ein bisschen… Meh…

        Ach cool. Das Buch wurde in meinem erwähnt. Fand meins sehr faktenreich und trotz allem eher positiv…
        Mochte ich insgesamt sehr

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    1. Danke! Tja, es scheint trotz Menschinnen zu geben, die das brauchen, Kristin Rose-Möhring beispielsweise. Why ever, um mal einen unnötigen Anglizismus zu bemühen. :-)

      Wünsche Dir auch einen wundervollen Tag!

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  3. Gratuliere zur handsignierten Sonderausgabe!
    Ums Brauchen geht es doch dabei nicht. Ich habe gestern 2x 100g Wolle um 44 Euro gekauft, was auch ein bisschen verrückt ist, selbst wenn es sich um eine edle Yak/Seiden-Mischung handelt.
    Jedem Tierchen sein Pläsierchen. ;-)

    Gefällt 1 Person

    1. Danke! Und ja, eigentlich habe ich auch etwas gegen diesen „Aküfi“ (Abkürzungsfimmel), wie mein Chemie-Lehrer damals gesagt hat, aber manchmal sind Abkürzungen halt braucbar. Deshalb: Ja, SuB = Stapel ungelesener Bücher. :-)

      Gefällt 1 Person

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