Freitagsfragen #39

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Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

ein neuer Freitag, selbst wenn es der 13. eines Monats ist, bedeutet neue Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog. An dieser Stelle sei der fleißigen Fragenstellerin mal wieder herzlich gedankt!

Die heutigen Fragen und Antworten lauten:

1.) Worüber hast Du zuletzt herzhaft gelacht?

Hm, wenn  ich ehrlich bin, ist mir momentan eher wenig bis gar nicht nach lachen. Und so richtig herzhaft gelacht, hach, das muss schon eine ganze Weile her sein. Es gibt allerdings eine ganze Reihe Dinge, über die ich gerne gelacht hätte.

Da sei zum Beispiel mal der Anruf von heute Morgen des Mechanikers aus der FACHwerkstatt, in der sich mein Auto zur Stunde befindet, genannt, in dem der junge Mann darauf hinwies, dass die Reparatur einerseits 270 € kosten und andererseits erst am Montag ausgeführt werden wird. Nun, es hätte schlimmer kommen können, aber ein Wochenende ohne Auto und ein Restmonat mit 270 Tacken weniger lassen bei mir derzeit keine wirkliche Heiterkeit aufkommen.

Da sei zum Zweiten diese unsägliche DSGVO genannt, die im Mai ins Haus steht, etwas sehr weit über das eigentlich hehre Ziel hinausschießt und mich als technisch nur semi-versierten Blogger mit den Fragen zurücklässt, was ich denn wohl tun muss, vor allem WIE ich es denn nun tun muss und insbesondere, ob sich dieser ganze Aufwand lohnt, oder ob ich all das hier in naher Zukunft nicht einfach bleiben lassen sollte. Falls es das Ziel der EU war, ein Blog-Massensterben zu verursachen, dürfte es in Brüssel bald heißen: Mission accomplished!

Und da sei zum Dritten diese putzige Anfrage der AfD an den Bundestag genannt, in der diese, nun, ich möchte mal wohlwollend „Partei“ sagen, wissen möchte, inwieweit sich die Anzahl der Menschen mit Behinderungen in Deutschland seit 2012 verändert hat, „insbesondere der durch Heirat innerhalb der Familie entstandenen“. Denn, so die AfD, „Behinderungen entstehen u.a. durch Heiraten innerhalb der Familie“. Und außerdem, behauptet die AfD, dass eine britische Studie zu dem Schluss gekommen sei, dass „60 Prozent der Todesfälle und Erkrankungen betroffener Kinder hätten vermieden werden können, wenn die Inzucht beendet würde.“ Auch die Prozentzahl der Behinderten, die keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, ist für diese Partei von Interesse.

Diese Anfrage ist auf so vielfältige Art und Weise widerlich, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Dass damit auf skurrilste Art und Weise ein Zusammenhang zwischen Behinderungen einerseits und der Migration der letzten Jahre andererseits hergestellt wird, ist dabei nur eine Sache.

Dass in der Anfrage unterschwellig die Meinung mitschwingt, Behinderungen seien per se etwas Böses, dass es zu bekämpfen gelte, ist eine weitere, auch wenn diese Meinung nicht überrascht, hat die AfD doch bereits mit der „ideologisch motivierten Inklusion“ ein Problem. Ziel der AfD ist es demnach gar nicht, Behinderte in die Gesellschaft zu integrieren. Worin stattdessen das diesbezügliche Ziel besteht, darüber möchte ich besser nicht spekulieren.

Was mich wundert, ist, dass die AfD nicht auch noch die Frage nach den Kosten gestellt hat, die der Gesellschaft durch Behinderte aufgebürdet werden. Aber das kommt vielleicht noch …

Ich habe vor einigen Jahren ein leider zu kurzes Praktikum im in der Nähe ansässigen und damals noch „Staatsarchiv“ genannten, ähm, Staatsarchiv gemacht und mich während dieser Zeit intensiv mit der Bearbeitung von Akten der deutschen Gesundheitsämter der späten 30er und frühen 40er-Jahre befasst, Stichwort Zwangssterilisation usw. Die Übelkeit, die mich damals erfasst hat, die hat mich angesichts der Berichterstattung über die Anfrage wieder ereilt.

Aber hey, vielleicht bin ich der Einzige, der sich in dem Zusammenhang an diesen ganzen „Rassenhygiene“- und „Gesunderhaltung des deutschen Volkskörpers“-Unsinn der Nazi-Zeit erinnert fühlt.

Liebe AfD: Ich könnte jetzt so etwas schreiben wie „Jetzt reicht´s!“ (Würde ich „Jetzt Reicht´s!“ schreiben, mit großem R, wäre das zwar orthografisch falsch, aber schon fast ein Wortwitz …) oder ich könnte in Anlehnung an „Die Toten Hosen“, wenn auch in anderem Zusammenhang, die Frage stellen: Was für Eltern muss man haben, um so verdorben zu sein? Aber, liebe AfD, ihr hört mir ja sowieso nicht zu. Deshalb machen wir es doch einfach so: Reicht doch schon mal Listen herum, für die Zukunft, für die Zeit eurer Regierungsverantwortung, von der ich fürchte, dass sie eher früher als später kommt. Ich trage ich mich in diese Liste dann auch brav ein. Denn auch ich bin solch ein Kostenverursacher. Wenn auch nicht durch Inzest entstanden. Soweit ich weiß jedenfalls, denn ich kann gerade partout meinen Arier-Nachweis nicht finden. Nun, jedenfalls, dann irgendwann in der Zukunft, wenn ihr mich abholen kommt, hätte ich eigentlich nur eine kleine Bitte: Haltet mir auf dem Lastwagen bitte einen Sitzplatz frei, ja!? Na, bis es soweit ist, singe ich erst mal weiter beharrlich „Imagine“.

2.) Bist Du schadenfroh?

Nein, eigentlich nicht. Ich gebe zwar zu, schon ein- oder zweimal in schallendes Gelächter ausgebrochen zu sein, wenn sich jemand in meiner Gegenwart nach allen Regeln der Kunst gemault hat, noch bevor ich fragte, ob denn alles in Ordnung ist, ansonsten aber sind bei mir keinerlei Anzeichen für Schadenfreude zu bemerken. Ich finde eine solchen Charakterzug auch fragwürdig …

3.) Schreibst oder bekommst Du gerne Briefe und Postkarten?

Ich bekomme gerne Briefe und Postkarten schreibe aber leider selbst so gut wie keine. Ach, streichen wir das „so gut wie“, ich schreibe keine, Punkt. Ich habe aber den gesammelten Briefwechsel der (teilweise) Prä-Internet-Zeit aufbewahrt, den ich damals mit einigen ganz zauberhaften Menschen geführt habe. Zwischendurch lese ich immer wieder gerne darin. :-)

4.) Die Wahl der Qual: eine Woche lang jeden Tag das selbe essen oder jedes Mal wenn Du das Haus verlässt wandelt sich das sonnige, warme Wetter in ein nasses, kaltes und stürmisches Unwetter?

Das kommt ganz eindeutig aufs Essen an. Falls es etwas ist, was ich mag, ertrage ich das auch eine Woche. Falls ich es nicht mag, nehme ich lieber das ätzende Wetter, als Norddeutscher ist man eh daran gewöhnt.

 

Das war es auch schon wieder, liebe Leserschaft. Ich wünsche allseits ein besseres Wochenende als meines.

Gehabt euch wohl!

12 Kommentare zu „Freitagsfragen #39

  1. Ich fände es schade, wenn Du den Blog wg. der DSGVO aufgeben würdest. Habe allerdings auch in meinem Forum den Gästebereich geschlossen zur Sicherheit.

    Zur AfD: Die haben echt so eine bescheuerte Anfrage gestellt? Nein, nicht, daß ich DIR nicht glauben würde, aber es ist einfach unglaublich… Und mit so einem Unsinn muß sich der Bundestag dann beschäftigen.

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    1. Zur Ergänzung: Diese Anfrage der AfD ist so unfassbar beleidigend für die Betroffenen, daß ich mir keine Gedanken darüber machen würde, ob sich evtl. ein AfDler beleidigt fühlen könnte.

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    2. Joah, ich fänds auch schade! Aber man muss sehen, wo man bleibt. ;-) Eine Millionen-Klage ist mir mein Hobby nicht wert … ;-)

      Und ja, die haben so eine bescheuerte Anfrage gestellt! Wiiiiiderlich!

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    1. Vielen, lieben Dank! Ich wünsche Dir, wenn auch spät, ebenfalls ein schönes (Rest-)Wochenende. Und ich bekunde meine Sympathie zu Deiner Sympathiebekundung. :-) Auch wenn ich eigentlich nicht wirklich „alles gesagt“ habe, denn ich hätte noch viel mehr sagen können. Alles, was ich sonst noch hätte sagen können, wäre aber vermutlich strafrechtlich relevant, weil sehr in der Nähe von Beleidigung, gewesen und ich möchte, jetzt, wo ich mir endlich nach Jahren mal ein Impressum herausgewürgt habe, den Schergen der AfD keinen Anlass bieten, mich durch die im Impressum enhaltenen Daten zu verklagen. ;-)

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    1. Na, dann ist ja gut! :-) Noch besser wäre es, wenn auch die Klientel, die Zielgruppe, die Wählerschaft dieser Schergen die Parallelen sehen würden. Aber die meisten von denen werden davon nicht mal etwas mitbekommen.

      Und wenn, dann ist es ihnen entweder egal oder sie werden schulterzuckend sagen „Och jo, is halt so …“ oder aber, sehr beliebt, sie werden wieder behaupten, dass das nur einige Abgeordnete in einer Einzelaktion angeleiert haben, ob die Anfrage nun auch von der Fraktion unterschrieben wurde oder peng.

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      1. Vergiss die ausgerutschte Maus nicht! (Darf ich das überhaupt sagen so als Behinderte mit Migrationshintergrund?! Mein Großvater war Rumäne und so ziemlich das was man Flüchtling nennen könnte. Der Arzt, der den Kunstfehler verursacht hat dagegen aber deutsch… vielleicht wären meine Eltern weise gewesen nicht nur Schmerzensgeld sondern auch einen Ariernachweis einzuklagen, denn der hatte bestimmt eine/n in der Famile, der im 15. Jahrhundert oder so aus Irgendwonichtdeutschdefiniert eingewandert ist… Muss eigentlich der Schäuble, der ja nachweislich spätbehindert ist jetzt schon mal vorsichtshalber seinen Stammbaum bis Christ Geburt zusammenklauben so nach dem Motto Sonst wäre ihm das nicht passiert?!)

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        1. Ach ja, die abgerutschte Maus. Tragischwerweise muss man die ja mittlerweile nicht mal mehr anführen, man kann mittlerweile einfach rassistischen Unfug behaupten, ohne dass es einen größeren Aufschrei gibt. Nicht mal die Medien finden das noch groß erwähnenswert. O tempora, o mores, wie der Lateiner, glaube ich, sagt.

          Und ja, auch der Schäuble sollte schon mal vorsichtig sein. Obwohl – durch seine erworbenen Pensionsansprüche dürfte er sich eine Vollzeitpflege gut leisten können, fällt mithin der deutschen Staatskasse nicht zur Last. Vielleicht lassen die Drecksäcke der AfD ihn deshalb ja unbehelligt, man weiß es nicht.

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