Freitagsfragen #33

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

es ist schon wieder Freitag, was bedeutet, dass es Zeit ist für eine neue Runde Freitagsfragen aus dem Brüllmausblog. Irgendwie merke ich an den Freitagfragen ganz besonders, wie die Zeit verfliegt. Und da soll es Leute geben, die sich Gedanken darüber machen, wie sie selbige – also die Zeit – „vertreiben“ könnten oder gar darüber – moralisch völlig verwerflich – wie sie sich „totschlagen“ ließe. Mir würde es momentan schon reichen, sie ein wenig anzuhalten, was aber wohl genau so wenig funktioniert, wie das totschlagen. Sei´s drum! Die heutigen Fragen und Antworten lauten:

1.) Was ist das Ungewöhnlichste, das DU einmal gesehen hast?

Das ist eine sehr gute Frage, bei der ich auf die Antworten der anderen Mitstreiter der Freitagsfragen sehr gespannt bin, denn: Ungewöhnlich? Hmmm…

Also, ich bin ja im südlichen Niedersachsen beheimatet, dort, wo man die Bewohner des nahegelegenen Ostwestfalen-Lippe früher noch gerne als „Nordrhein-Vandalen“ bezeichnet hat – na, eigentlich alle Bewohner NRWs – und wo eine derartige ländliche Idylle herrscht, dass sogar schon Hannover von Einigen als Sündenpfuhl betrachtet wird. Und wer mal da war, wird wissen, dass einem bei Hannover viele Begriffe in den Kopf kommen, „Sündenpfuhl“ als solcher aber eigentlich erst mal nicht.

Will sagen: Hier läuft das Leben so gewöhnlich ab, wie es nur möglich ist.

Sogar so gewöhnlich, dass mir schon solche Zeitungsartikel wie der in der heutigen Tageszeitung ungewöhnlich erscheinen, in dem darauf eingegangen wurde, dass sowohl Lena Meyer-Landrut als auch Jennifer Lawrence sich kürzlich ob ihrer Kleiderwahl einer öffentlichen Anfeindung ausgesetzt sahen. Frau Meyer-Landruth stand mit einem, zugegeben, recht tief ausgeschnittenen Kleid, auf dem roten Teppich der Berlinale, Frau Lawrence dagegen in einem, sagen wir mal, Corsagenkleid (Versace, übrigens) – oder wie auch immer der richtige Fachterminus für dieses Outfit ist – in Gesellschaft einiger männlicher Schauspielkollegen auf einem Londoner Hausdach. Und dort war es augenscheinlich recht kühl, denn die männlichen Begleiter trugen alle Mäntel – nur Jennifer nicht.

Nun habe ich – natürlich rein aus Recherchezwecken *hüstel* – beide Bilder gesehen und fand sie eigentlich außerordentlich ansprechend. Auch wenn meine Meinung natürlich keinen allgemeingültigen Maßstab darstellt.

Andere Menschen sahen das aber offensichtlich anders. Im Zusammenhang mit Frau Landrut wurde da auf #metoo hingewiesen, und auch die Kleiderwahl von Frau Lawrence wird ob ihres sonstigen Einsatzes für Gleichberechtigung kritisch beäugt.

Offensichtlich kann frau heute nicht mehr gleichzeitig für Frauenrechte und Gleichberechtigung sein und sich hübsch anziehen.

Nun, aber ich will auch gar keine Emanzipationsdiskussion vom Zaun brechen – angesichts der Tatsache, dass mittlerweile gegen Überweisungsformular-Vordrucke geklagt wird und ich zur Zeit „Die Gabe“ von Naomi Alderman lese, tue ich das wahrscheinlich noch früh genug …

Außerdem könnte man mir vorwerfen, dass ich mich zunehmend vom Thema entferne. Dieser Vorwurf wäre natürlich vollkommen unbegründet, denn um sich von einem Thema zu entfernen, müsste man ja erst mal eines gehabt haben!

Etwas Ungewöhnliches also… – nein, also irgendwie will mir nichts einfallen – außer das Pferd an der Bushaltestelle:

Ich befand mich vor einigen Jahren im Auto und in angenehmster Gesellschaft. Und auf dem Wege von A nach B kamen wir an einer Bushaltestelle vorbei. Mit einem Wartehäuschen. So eines aus Stein, blickdicht, festgemauert in der Erden. Und daneben stand: Ein Pferd! Offensichtlich hielt der Besitzer der Pferdes selbiges am Zügel und saß auf der Bank im Wartehäuschen. Den konnte man von unserer Position aus erst nicht sehen. Man sah nur das Pferd, das den Eindruck erweckte, als würde es, na ja, auf den Bus warten eben. Gut, man muss vielleicht dabei gewesen sein, aber wir haben herzlich gelacht. :-)

Ungewöhnlich genug?

2.) Teilst Du gerne?

Natürlich! Vor allem Leid, denn geteiltes Leid… ;-) Nein, mal im Ernst, eigentlich teile ich recht gerne. Diese Aussage gilt allerdings ausdrücklich nicht für Bücher! Es gibt nur so zwei bis maximal drei Personen, denen ich gerne und guten Gewissens Bücher leihe, mithin also quasi mit anderen teile.

Auch, weil ich weiß, dass ich selbst recht schlecht darin bin, geliehene Bücher wieder zurückzugeben. So müssen sich heute noch ein Buch von Jojo Moyes, sowie etwa zwei von Markus Heitz in meinem Besitz befinden, wo sie eigentlich so gar nichts mehr verloren haben.

(Und ja, Du bekommst sie schon noch zurück! :-) )

3.) Erkennst Du Lügen gut?

Nein, ich denke nicht. Oder ich werde von meinen Mitmenschen nie angelogen, was ich angesichts der Tatsache, dass der Mensch statistisch mehrmals am Tag lügt, für recht unwahrscheinlich halte. Es wird ja so kolportiert, dass wir bis zu 200 Mal am Tag lügen, Belege dafür finden sich aber nicht. Wesentlich wahrscheinlicher ist die Zahl von etwa zwei Lügen am Tag.  Zumindest kommt ein Team von Forschern aus den USA, Belgien, den Niederlanden und Deutschland auf diese Zahl. Und diese zwei Lügen sind in erster Linie das, was die Wissenschaft sogenannte „weiße Lügen“ nennt, also harmlose Flunkereien, die zur Konfliktvermeidung eingesetzt werden. Beispielsweise auf die Frage: „Sehe ich in diesem Kleid dick aus?“, denn sind wir doch mal ehrlich: Darauf gibt es keine einzige richtige Antwort! :-)

4.) Die Wahl der Qual: All Deine Schuhe sind plötzlich zu klein oder Dein Bett ist geschrumpft?

Nun, ich bin selbst etwas untergroß und bin morgens schon in diversen zusammengerollten Haltungen wach geworden, bei denen jeder Orthopäde mit schmerzverzerrtem Gesicht scharf die Luft zwischen den Zähnen einziehen würde. Insofern könnte ich in einem geschrumpften Bett ganz gut überleben, also nehme ich das.

 

So weit, so gut, geneigte Leserschaft. Ich wünsche allseits einen guten Einstieg in ein schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl!

17 Kommentare zu „Freitagsfragen #33

  1. Ich fühle mich so abgeschlossen von der Welt, weil ich verpasst habe, dass Korsagenkleider offenbar wieder modern sind. Und warum haben die Herren noch gleich keine Korsagenkleider getragen? Anyway … (Der ist nur für dich gewesen ;) ) Sind „weiße Lügen“ eigentlich überhaupt Lügen? Unwahrheiten, deren Intention nicht die böse Absicht ist, sollte man nicht so in den Dreck schleudern (auch wenn sie aus moralischer Sicht natürlich unbedingt verboten sind).

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    1. Ich weiß gar nicht, ob die wieder modern sind, aber hey, wer´s tragen kann … Was die Herren angeht: Möchtest Du wirklich Jeremy Irons in so einem Fummel sehen? ;-)

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        1. Okay, ich lasse das mal unkommentiert so stehen. :-) Dass ein gewisses Interesse an einem solchen Outfit z. B. in Verbindung mit Ed Sheeran bestünde, hätte ich ja einigermaßen nachvollziehen können, aber Jeremy Irons!? ;-) Ach, verdammt, jetzt habe ich es doch nicht unkommentiert so stehen lassen …

          Frage am Rande: Gibt es eigentlich neuere Planungen hinsichtlich einer weiteren Ausgabe des Buch-Dates? Falls das Thema nicht gerade Iny Lorentz sein sollte, wäre ich bestimmt wieder gerne dabei. :-)

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  2. Hmmm? Ungewöhnlich… weiß icht nicht, mir fällt dazu das Ekligste und Gruseligste ein, dass ich je sehen musste. Wenn ich nur wieder daran denke, läufts mir kalt den Rücken herunter und ich muss würgen. Ehrlich es gibt Dinge in unserem Universum, die sind so schlimm, dass allein die Vorstellung daran …
    Boah ne, ich kanns gar nicht ausdrücken.
    Oder doch …. ihr erinnert Euch an die Mutproben Eurer Kindheit? Wer schluckt den Regenwurm?
    Na ja, jedes Gerücht, dass unter alten Prothesen, in der Mundhöhle, Maden sein könnten, was niemand glauben will …
    Ich kann nicht weiter, hat jemand mal bitte einem Eimer …. :))

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    1. *örks* :-)

      Also, ich habe in meiner Kindheit ja auch den einen oder anderen Unsinn gemacht, aber Regenwürmer vertilgen ist mir irgendwie nie in den Sinn gekommen. Oder aber mein Unterbewusstsein hat die entsprechende Erfahrung ganz tief vergraben … :-)

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  3. Zu dem Thema, zu dem Du mal kurz abgeschwenkt bist, muss ich sagen, dass ich eigentlich auch gerne die Herren leichter bekleidet als im dicken, warmen Mantel gesehen hätte. Aber bis die Geichberechtigung so weit ist, dass sich Männer bemüßigt fühlen, ihre gestählten Körper zu zeigen, nur um den Damen zu gefallen und obwohl es wegen der Termperaturen komplett unvernüftig ist, muss ich wohl noch ewig warten *seufz*

    Das Pferd mal nicht auf dem Flur, sondern an der Bushaltestelle, ist ein Knaller!

    Und was das Verleihen von Büchern angeht, habe ich da auch nur wenige Menschen in meinem Umfeld, denen ich meine Schätze anvertraue. Weil ich sie früher auch nicht immer wieder zurück bekommen habe und dann irgendwann komplett abgestritten wurde, das Buch überhaupt von mir geliehen zu haben (klar, wenn fast ein Jahr vergangen ist, verschwimmt manchmal die Erinnerung – das ärgert mich heute noch), habe ich daraus gelernt und schreibe mir eine Liste, wer wann was geliehen hat. Und seitdem bekomme ich alle Bücher immer schön brav wieder zurück.

    Liebe Grüße
    Gabi

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    1. Die Gleichberechtigung ist u. a. dann erreicht, wenn alle Beteiligten das anziehen können, was sie wollen, ohne sich anschließend dafür rechtfertigen zu müssen – und wenn das zu leichtbekleideten Männern führt, soll mir das recht sein :-) – oder wenn der geohrfeigte „Bachelor“ als Reaktion darauf ebenfalls eine Schelle verteilen darf, ohne Gefahr zu laufen, einen medialen Shitstorm sondergleichen befürchten zu müssen. :-)

      Und die Erfahrung mit den Büchern, die man angeblich nie an Person X oder Y verliehen hat, die habe ich auch gemacht. Genau deswegen bekommen jetzt nur noch zwei, drei Leute Bücher von mir.

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          1. Aber hallo! Im Moment wechselt es nach meiner Wahrnehmung ständig zwischen hysterischem Zubeißen und diktatorischem Verhaltenskodex. Beides ziemlich hohl. All jene, die sich zuvor darüber aufregten, dass Frauen aufgrund der Kleidung Schuld an Übergriffen zugeschrieben wurde, unterstützen durch Kleidervorschrift genau diesen Vorwurf.
            Emanzipation ist Gleichstellung – auf allen Ebenen. Positv wie negativ bzgl. der Auswirkungen (z. B. Ohrfeigen). Einiges, was erreicht wurde, wird hier grad wieder kaputt gemacht.

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      1. Sehe ich ganz genauso! Gleichberechtigung ist, wenn jede beliebige Situation, besetzt mit Personen anderen Geschlechts, immer noch in Ordnung oder nicht Okay ist. Entweder darf eine Frau einen Mann zurückschlagen UND ein Mann eine Frau, oder in beiden Fällen verbietet es der Anstand. Aber das ist in vielen Fällen leider nicht so und manchmal leiden die Männer darunter, manchmal die Frauen.

        Was sind das bloß für Leute, die sich Bücher leihen und dann versuchen, sie zu ergaunern oder die Leihgabe so wenig zu schätzen wissen, dass sie die nette Geste einfach vergessen? Dass man sie ewig behält, ist js wieder was anderes, damit habe ich kein Problem, so lange die Eigentumsverhältnisse klar sind. Da bin ich dann ganz entspannt.
        LG Gabi

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        1. Na, da sind wir uns einig. Wobei der Idealzustand dann erreicht sein sollte, wenn überhaupt niemand mehr jemand anderem aufs Maul haut. :-) Mir hätte es schon gereicht, wenn man die Schelle für den „Bachelor“ eben als das behandelt hätte, was sie ist, nämlich ein Ausdruck schlechter Umgangsformen und mangelnder Konflikt- und Kritikfähigkeit, aber so weit ich das mitbekommen habe – also nur so ganz, ganz nebenbei – war der einhellige Tenor der des „Jetzt hat sie es ihm aber mal gezeigt“ – das finde ich frag- und merkwürdig.

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