Freitagsfragen #31 im rage mode

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Liebe Leserinnen und Leser,

ihr, die ihr eintretet und einen launigen Beitrag erwartet, lasst alle Hoffnung fahren!

Irgendein Vollidiot – bei genauerem Nachdenken war ich es selbst – hat unter Verfolgung seiner Agenda und in offensichtlicher geistiger Umnachtung vor Wochen beharrlich behauptet, das Jahr 2018 werde besser als sein Vorgänger. Es werde sogar „toll“ oder „prima“, behauptete besagter Vollidiot, also ich.

Am Arsch!

Warum der Wunsch wohl der Vater des Gedankens bei dieser Einschätzung war, lässt sich schon daran sehen, dass die nun bald vergangene Woche es spielend auf einen guten Top-Ten-Platz in meiner „Liste der beschissensten Wochen meines Lebens“ schafft, so ich denn eine solche hätte.

Nicht nur, dass sich mein Auto seit Wochen beharrlich weigert, wunschgemäß zu funktionieren. Ich habe in den vergangenen gut 5 Wochen etwa 300 Euro in die Karre investiert (Batterie, Zündkerzen, Fehlerspeicher auslesen), was nicht nach viel klingt – für ein Auto mit EZ von 2001 -, für mich aber viel ist. Und in den nächsten Tagen wird da nochmal einiges hinzukommen, für Zündkabel bzw. Zündspule. Bleibt nur zu hoffen, dass die Dreckskarre dieses wunderbare Fahrzeug dann wieder rund läuft. Falls nicht, ist es ein größeres – also konstenintensiveres – Problem, welches in der Konsequenz bedeuten würde, dass ich die Kiste gleich ganz stehen lassen kann. Das wiederum hätte das weitgehende Ende meiner Mobilität zur Folge, was eine absolut gruselige Vorstellung ist, die mich durchaus beschäftigt.

Die Kfz-Problematik wäre für mich auch sicherlich einfacher zu verarbeiten, wenn ich auch nur etwas mehr Ahnung von der Funktionsweise eines Verbrennungsmotors hätte. :-) Meine Kenntnis diesbezüglich beschränkt sich allerdings lediglich darauf, Gerätschaften bedienen zu können, die einen solchen enthalten. Hätte ich eine umfangreichere Kenntnis, könnte ich mir die Frage, ob ich mit dem Auto überhaupt noch guten Gewissens unterwegs sein kann, nämlich leichter selbst beantworten, denn hier gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen. Als Querschnitt lässt sich aber feststellen, dass die Antwort auf diese Frage umso entspannter ausfällt, je fachkundiger der Befragte ist. Und spätestens seit mein Vater am Mittwoch sagte: „Sicher kannste fahren!“ tue ich auch das auch relativ entspannt, zumal ja Rettung naht.

Sehr viel nerviger ist da schon meine angeschlagene Gesundheit. Die Details erspare ich uns allen, ich beschränke mich darauf, zu sagen, dass ich aufgrund eigener, jahrelanger leidvoller Erfahrung in der Lage wäre, einen Medizin-Bestseller mit dem Titel „Bakterien aller Länder, vereinigt Euch oder Die lustige Welt der Harnwegsinfekte“ zu schreiben. Vielleicht noch mit dem Untertitel „Don´t Panic!“. ;-)

Aufgrund dieser altbekannten Thematik war ich nun bei meinem Hausarzt in Behandlung. Gestern erwies sich jedoch, dass durchaus die Zweitmeinung eines dafür spezialisierten Facharztes hilfreich sein könnte, an den man mich dann letztlich heute morgen überwies. Die Gründe und Details erspare ich euch auch hier, möchte aber nur erwähnen, dass die vergangenen 24 Stunden nicht ganz komisch waren, führten sie mich doch über den Platz der Verwirrung an die Kreuzung des Zweifels, wo ich augenscheinlich falsch abgebogen bin, fand ich mich doch daraufhin in der Allee der Unsicherheit wieder, welche direkt in das Tal der Angst führte, aus dem es nur einen Ausweg in Richtung des Plateaus der Panik gab, wovon es auch durch die Schlucht der Schlaflosigkeit kein Entrinnen gab, war selbige doch nichts als ein getarnter Kreisverkehr, der immer wieder zum Ausgangspunkt zurückführte.

Ja, ich bin ein Poet! :-)

Gut, heute stellte sich heraus, das alles nicht soooo schlimm ist, aber darum gehts nicht, es geht um den Ablauf der Arztsuche. Ich wurde also an den Facharzt überwiesen – und, liebe Männer, solltet ihr mal an einen Arzt der diesbezüglichen Fachrichtung überwiesen werden und ist die Überweisung nicht absolut alternativlos, dann: Lauft! Nehmt die Beine in die Hand und lauft! Lauft, so weit euch eure Füße tragen! Lauft, und bleibt erst in einer Gegend stehen, in der ihr Straßenschilder seht, deren Sprache ihr nicht versteht! Vielleicht seid ihr dann in Sicherheit … – , der praktischerweise direkt gegenüber logiert. Nur leider: Der war gar nicht da!

Da war nur die Sprechstundenhilfe, welche „dusselige Trulla“ zu nennen ich im Weiteren durchaus in Erwägung ziehe, die mir eben sagte, dass der Arzt nicht da sei. Dann besaß sie die Chuzpe, mir zu sagen, ich „hätte eben anrufen sollen“, dann hätte ich „das schon vorher gewusst“. Ja, klar, hätte ich gemacht, wenn es sich um etwas Planbares gehandelt hätte. Man stelle sich vor, man kommt mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus und da heißt es: „Ja, nein, also Kardiologen und Chirurgen sind derzeit alle im Urlaub. Und die für Reanimation Zuständigen sind auf ´ner Fortbildung! Hätten Se sich halt vorher ´n Termin geben lassen …“

Nun, sei es wie es sei. Sie nannte mir zwei Alternativen, eine weiter entfernt, eine etwas näher, aber in einer Gegend, in der ich geografisch und hinsichtlich meiner Ortskundigkeit absolut verloren bin. Ich fuhr also nochmal nach Hause, um bei der entfernteren Alternative anzurufen und ggf. nach dem Weg zu fragen. Fun fact: Da war auch niemand!

Nun, dachte ich mir, fährste doch einfach mal ins neue Krankenhaus, welches in der heimischen Pampa für so viel Aufregung gesorgt hat, weil drei Krankenhäuser zu diesem einen zusammengelegt wurden, was für die Leute aus der Peripherie des Landkreises einiges Ungemach bedeutet. Dort sagte man mir, man habe dort gar nicht die entsprechende Fachrichtung und schickte mich wieder weg. Erstmals wurde ich so etwas wie wütend. Obwohl ich augenscheinlich meinen Humor nicht verlor, so war ich doch in der Lage, der Radiomoderatorin zu antworten, wiewohl sie mich nicht hörte.

Sie: „Liebe Leute in X, Y oder Z, oder wo immer ihr steckt, wir wünschen euch einen schönen Freitag!“

Ich: „Wo ich stecke? In der Scheiße, verdammt!“

:-)

Na, geholfen hat mir letztlich Google. Eine Fachpraxis, die die dusselige Trulla natürlich nicht erwähnte, befand sich gerade mal sechs Kilometer entfernt, wo man sich rührend um mich kümmerte („Machen Sie sich auf den Weg, die anderen können warten!“) :-) , sodass ich mich jetzt schon wesentlich entspannter fühle. Nichtsdestotrotz balanciere ich gerade auf dem feinen Grat der Belastbarkeitsgrenze und hoffe, nicht hintenüber zu fallen.

Nun, nach diesen diversen Antworten auf Fragen, die nie gestellt wurden, ist es vielleicht an der Zeit, zu den eigentlichen Freitagsfragen zu kommen, die im Brüllmausblog gestellt werden. Fragen und Antworten lauten:

1.) Was löst in Dir Begeisterung aus?

Ärztinnen und Ärzte, mit den dazugehörigen Arzthelferinnen und allen anderen, die vergleichbar tätig sind. Und nein, das meine ich angesichts oben genannter Äußerungen gar nicht sarkastisch. Stellt euch mal vor, es gäbe sie nicht, diese so despektierlich bisweilen „Halbgötter in Weiß“ genannten Menschen. Das Leben wäre ein sehr viel unschöneres, weil kürzeres! Und wenn man Berichte sieht, in denen zwei Kinderärzte für Städte mit mehreren Zehntausend Einwohnern zuständig sind, dann weiß man: Wer heute ernsthaft Medizin studiert, muss Idealist sein. Ober bekloppt …

2.) Worüber werden Dich junge Menschen ausfragen, wenn Du alt bist?

Wie war das damals, als im dritten Jahrzehnt des Jahrtausends alles den Bach runterging? Und warum hat niemand was dagegen getan? Und war Alice Weidel als Reichskanzlerin wirklich so schlimm?

3.) Welches große Tier wäre wohl am niedlichsten, schrumpfte man es auf Katzengröße?

Pferde. In Originalgröße habe ich vor den possierlichen Tierchen einen gewissen Respekt, aber in Katzengröße: Her damit! :-)

4.) Die Wahl der Qual: Shirts sind grundlegend 2 Größen zu weit oder eine Größe zu klein?

Wenn mir etwas zu klein ist, dann sehe ich darin aus wie eine Presswurst, das will niemand sehen. Daher nehme ich die Shirts in zwei Größen zu weit.

Nun denn, liebe Leserinnen und Leser, wo immer ihr steckt, ob in Stuttgart, dem Rheinland, Österreich oder dem United Kingdom, ich wünsche euch einen schönen Freitag! ;-)

Gehabt euch wohl!

 

6 Kommentare zu „Freitagsfragen #31 im rage mode

  1. Nein, das klingt gaaaaaar nicht gut.
    Es reicht doch,. wenn es eine nicht gut geht, dann sollte man sich nicht noch aufregen müssen….Stress fährt das Immunsystem runter, das sollten auch Arzthelferinnen wissen….grummel….

    ICh hoffe es geht dir bald wieder gut und rede deiner Karre mal gut zu, lach ihr was vor, wenn du wieder kannst, vielleicht stärkt das auch das Immunsystem der Karre ;)

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  2. Ein Dank an den Dank für die Arzthelferinnen (auch wenn das schon gefühlte Jahrtausende her ist, dass ich das mal gelernt habe und jetzt „nur“ an der Anmeldung einer Zahnarztpraxis arbeite) – danke.
    Und dir – das aller-aller-allerbeste und zwar zügig – pronto – sofort!!!

    Gefällt 1 Person

    1. Ich glaube nicht, dass das pronto und sofort geht, aber ich gebe das mal weiter, danke. :-)

      Und auch junge Frauen, die „nur“ an der Anmeldung einer Zahnarztpraxis arbeiten, gehören aus meiner Sicht zu der erwähnten Personengruppe dazu. ;-)

      Gefällt 1 Person

  3. Gute Besserung, Mann, wie gut ich dich verstehe. In solchen Momenten weiß man nicht, ob man nun in hysterisches Lachen verfallen sollte, wenn es einem nicht so verdammt schlecht ginge.
    Liest sich jedenfalls sehr amüsant, obgleich ich mir vorstellen kann, dass es alles andere als das war.

    Gefällt 1 Person

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