„Elite-Award“-Nachtrag

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Computer-Blogbuch der „U.S.S. Reisswolfblog“, Captain Fraggle, Sternzeit 0111,17. Nachtrag.

Durch beherztes Eingreifen des Crewmitglieds wortgeflumselkritzelkram – für Belobigung und Beförderung vorgeschlagen – stellte sich heraus, dass der unlängst an Flottenadmiral Zeilenende geschickte Bericht ebenso fehlerhaft war, wie der darauf folgende allgemeine Statusbericht. Dieser Nachtrag dient der Korrektur.

 

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

Tja, der war ich wohl etwas  unkonzentriert, als ich meine letzten Beiträge schrieb…

Meine Antworten auf die Freitagsfragen unter der Überschrift „Freitagsfragen am Samstag“ erschienen nachweisbar an einem Sonntag, was ich damit zu entschuldigen bitte, dass am Sonntag mein heißgeliebter SV Werder gespielt hat, für mich also ein gefühlter Samstag war. Wobei – „gespielt“ ist ein wenig hoch gegriffen, sagen wir lieber, das Team stand halt auf dem Platz. Also physisch. Mental war man wohl noch auf dem Bremer Freimarkt. Nun, das soll uns an dieser Stelle jetzt aber nicht weiter beschäftigen, weil es meiner Laune abträglich wäre.

Der Lapsus in meinem Beitrag zum „Elite-Award“ war da schon gravierender, habe ich doch in meiner Gedankenlosigkeit einfach mal die falschen Fragen beantwortet. Da ich die Antworten auf die eigentlich gestellten Fragen nicht schuldig bleiben möchte, gibt es jetzt also einen Nachtrag. Auf geht´s.

Frage 1: Die bequemste Art zu reisen?

Da ich aus einer Unzahl an Gründen wenig reise, bin ich für diese Frage genau der Richtige…

Mir persönlich geht es beim Reisen weniger um Bequemlichkeit, sondern darum, gut anzukommen. Reisen innerhalb Europas – zumindest wenn es sich dabei um das geografische Europa handelt und nicht um das sportliche Europa der FIFA, welches ja schnell mal bis Aserbaidschan reichen kann, weil für die FIFA Australien ja auch zu Asien gehört – würde ich daher wahrscheinlich tatsächlich mit dem Zug antreten, notfalls mit dem Fernbus, sehr notfalls sogar mit dem Auto.

Und ja, fliegen mag statistisch sicherer sein, als die drei oben genannten Alternativen, aber man kriegt mich in kein Flugzeug. Es sei denn man hätte mich  vorher mit verschreibungspflichtigen Medikamenten oder alkoholhaltigen Getränken ruhiggestellt, wovon ich jedoch abzusehen bitte.

Da es aber nun um Bequemlichkeit gehen soll: Ich stelle mir – auf eine sehr theoretische Art und Weise – Zeitreisen recht bequem vor. Zusammen mit dem Gepäck in die Wells`sche Zeitmaschine, Knopf drücken, schwupps, schon ist man woanders. Oder wannanders. Oder beides.

Frage 2: Warum ist überhaupt etwas und vielmehr nicht nichts?

Was weiß ich, bin ich Nihilist? Dabei fällt mir ein: Bildet mal einen Satz mit „Nihilist“!

„In Kairo, da sprach der Tourist:
„Wenn das mal nicht der Nihilist!““

Gut, oder!? Ich hätte auch noch einen mit „Meerrettich“:

„Des Rettungskreuzers Käpt´n spricht:
„Zwei barg ich schon, Meerrettich nicht!““

Oder, für die in ländlichen Gebieten Wohnenden unter euch, einer mit „Fiesta“:

„Der Bauer schreit: „Hurra, hurra,
die Kuh, die kalbt, das Fiesta!““

Die sind leider nicht von mir, sondern Bestandteil des Buches „Bilden Sie mal einen Satz mit“, für das Robert Gernhardt und Klaus Cäsar Zehrer herausgeberisch verantwortlich zeichnen. Ich kann´s wärmstens empfehlen. Nun, da ich auch meinem bloggerischen Kerngeschäft nachgekommen bin, widme ich mich mal wieder der Ausgangsfrage.

Tja, wenn ich so aus dem Fenster sehe und mir nochmal den vergangenen Sonntag und dieses „Spiel“ ins Gedächtnis rufe, dann frage ich mich auch, warum nicht einfach mal nichts ist. Ich würde das Nichts für die Monate November bis März vorschlagen, da passiert eh nichts Gutes. Das Seiende kann dann im April wieder zurückkehren.

Ach, angesichts der Tatsache, dass sich von Platon über Kant, Hegel, Heidegger bis zu Sartre allerhand klügere Köpfe über dieses Fachgebiet Gedanken gemacht haben, wird es nicht verwundern, dass ich nichts bahnbrechend Neues dazu beizutragen habe. Daher halte ich es mit Parmenides von Elea und sage, dass es unmöglich ist, sich mit dem Nichtseienden zu befassen, weil man in dem Moment, in dem man Aussagen über das Nichtseiende macht, es zu etwas Seienden macht.

„Der heutige „Telekolleg Philosphie“ wurde Ihnen präsentiert von zwei Tassen Kaffee!“

 

3. Dein bestes Rezept für eine Torte?

Jemand anderen backen lassen!

 

4. Das liebst Ding auf Deinem Schreibtisch?

Mein PC-Monitor! Ohne ihn wäre ein großer Teil meiner Freizeitgestaltung gar nicht möglich. Ich hoffe, dass er noch lange nicht das Schicksal meiner Schreibtischlampe teilt, die kürzlich den Geist aufgab und die ich eigentlich mal dringend ersetzen müsste. Ein neuer Monitor wäre nämlich ungleich teurer und würde so gar nicht in meine Finanzplanungen passen.

 

5. Die fünf meistgenutzten Smartphone-Apps?

Wenn man chip.de vertrauen kann, dann sieht die Reihenfolge folgendermaßen aus:

Platz 5: eBay-App, weil man offensichtlich auch unterwegs Dinge kaufen können muss.
Platz 4: YouTube-App, was ich daran merke, dass mir dauernd Handys mit neuen ganz, ganz tollen Videos ins Sichtfeld gehalten werden, was ich aus mehr als einem Grund verabscheue.
Platz 3: Google Maps, was mich in Erstaunen darüber versetzt, dass es den Falk-Verlag noch gibt, wenn auch unter anderem Namen
Platz 2: Facebook
Platz 1: WhatsApp

Ich bin mir schon bewusst, dass die Frage wahrscheinlich auf die fünf von mir selbst am meisten genutzten Apps abzielte, aber dann wäre die Antwort kurz ausgefallen: Keine, weil ich mein Handy ausschließlich offline nutze. Ja, so etwas gibt es noch und nein, ich bin nicht zu blöd für die Nutzung von Apps, ich brauche sie nur nicht.

 

6. Was passiert Dir in Deinen Träumen regelmäßig?

Da gibt es tatsächlich nichts, was so regelmäßig wiederkehren würde, dass ich es mir gemerkt hätte. Abgesehen davon bin ich vorsichtig damit geworden, über Inhalte von Träumen zu sprechen, nachdem ich vor einiger Zeit kundtat von einem Wirbelsturm geträumt zu haben, worauf mir mitgeteilt wurde, dass es sich dabei um den „worst case“ der Traumdeutung handele, der allgemein große persönliche Katastrophen ankündige – ich warte immer noch darauf… :-)

 

7. Wo bist Du so richtig elitär?

Sprache! Ich war schon in der Schule ein eifriger Streiter für den Genitiv, bis mich ein Deutschlehrer mit der Meinung: „Der Genitiv ist eigentlich für´n Arsch!“ in eine tiefe Sinnkrise stürzte.

Wenigstens habe ich mittlerweile aufgehört, andere Menschen zu verbessern. Wenn mir aber in der Zeitung oder im Fernsehen – in Medien, die sich mit Sprache also auskennen sollten – sprachliche Fehltritte begegnen, bekomme ich schon noch Schnappatmung. Gerade neulich erst in einer nachmittäglichen Sendung des ZDF, als es in der Unterzeile unter dem Namen der eingeblendeten Person hieß: „Hofft auf ein großen Gewinn“! Einen großen Gewinn, verdammte Axt! Ach, lassen wir das, ich rege mich schon wieder auf…

 

Das war´s dann auch schon wieder. Ich wünsche allseits noch einen schönen freien, Feier-, Urlaubs- oder Arbeitstag, je nachdem, was zutrifft.
Gehabt euch wohl!