Freitagsfragen #20

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

ein neuer Freitag, durch den ich mich auf Reserve laufend quälen werde, um dann in ein vermutlich sehr schönes Wochenende zu starten, bedeutet auch neue Freitagsfragen im Brüllmausblog.

Legen wir los, die Fragen lauten:

1.) Wenn Du frühstückst: direkt nach dem Aufstehen oder erst später?
2.) Kannst Du gut entspannen?
3.) Was tust Du, wenn Dir jemand richtig auf den Geist geht?
4.) Die Wahl der Qual: Wärst Du lieber auf ewig allein oder täglich umgeben von Nervensägen?

 

Antwort zu 1.) Für gewöhnlich verschwinde ich morgens als erstes im Bad, um mich in einen, im Rahmen meiner Möglichkeiten, tageslichttauglichen Zustand zu versetzen, meine Motivation fröhlich winkend am Badezimmerfenster vorbeiflanieren zu sehen und mich mittels dezibellastigen Konsums meines bevorzugten Radiosenders in einen Zustand zu bringen, der dem Wachsein wenigstens nahe kommt.

Heute Morgen hat das nicht so gut geklappt, weil der Radiosender außer „Midnight Oil“, einer offensichtlich neuen Single von „Kid Rock“ und irgendetwas sehr Poplastigem, das mich zum Abschalten des Radios animierte, nichts zu bieten hatte. Erst später übernahmen „The Proclaimers“ die Aufgabe des musikalischen Aufweckens in hinreichender Weise, so dass ich jetzt zumindest weiß, wie ich heiße, wo ich bin und wo ich wohne.

Jedenfalls, das Frühstück kommt dann irgendwann anschließend.

 

Antwort zu 2.) Jein. So lange das Leben zufriedenstellend und ohne Komplikationen verläuft – also so etwa 16 Minuten im Jahr – kann ich ganz gut abschalten und entspannen. Dann gibt es Phasen, wo mir das dann nicht mehr so leicht fällt. Aber hey, dafür gibt es ja Bücher! Damit geht es dann auch wieder ganz gut. Und dann wieder gibt es Phasen, in denen ich gedanklich eigentlich permanent mit Dingen beschäftigt bin, die entweder im Argen liegen oder dringend zu erledigen sind, oder beides. So wie in den letzten, na, sagen wir, etwa vier Wochen. Und in den nächsten zwei bis zum Monatsende… ;-)

Ich habe es sogar mal im Rahmen einer Fortbildung – oder zumindest dem, was meine persönlichen Freunde vom JobCenter für eine Fortbildung hielten, was ich an dieser Stelle aber nicht weiter thematisieren möchte, weil das genug Stoff für einen eigenen Beitrag gäbe, ach, was sage ich, mindestens zwei, nein, eine Reihe, ein ganzes Epos geradezu; dennoch sei an dieser Stelle die Frage in den Raum geworfen, wer eigentlich die Menschen zertifiziert, die im Auftrag des JobCenters Zertifikate an Fortbildungsträger vergeben, aber hey, lassen wir das – im Rahmen dieser Fortbildung also versuchte ich es sogar mal mit, äh, Muskelentspannungsdings, ähm, autogenem Training?, mir fällt der Fachterminus dafür gerade nicht ein, es ist schließlich Freitag.  Jedenfalls machte ich die Erfahrung, dass das so gar nichts für mich ist. Es mag für viele Leute funktionieren, wenn ihnen eine Stimme vom Band wiederholt sagt, dass jetzt ihr rechter Arm schwer wird. Ich allerdings höre der Stimme vom Band zu sehr zu, inhaltlich gesehen. Wenn die Stimme beispielsweise sagt: „Ihr rechter Arm wird ganz schwer. Gaaanz, gaaanz schwer. Sie sind ganz entspannt. Ihr rechter Arm wird ganz schwer. Sie merken, wie die Entspannung durch ihren Arm fließt. Ihr rechter Arm wird ganz…“, dann möchte ich zurück brüllen: „Alter, das hast Du schon gesagt!“ Wenn man sich öfter wiederholt als Hakan Nesser, nervt mich das.

Na, vielleicht sind gängige Entspannungstechniken nichts für mich. Auch wenn ich diesbezüglich nie über den o.g. Versuch herausgekommen bin.

 

 

Antwort zu 3.) Bei dieser Frage fasse ich mich mal kurz und sage: Ich ertrage es still und heimlich. Falls sich die Möglichkeit bietet, entfleuche ich der Situation. Sollte es eine dieser Person ureigene Eigenschaft sein, mir auf den Geist zu gehen, so ist davon auszugehen, dass ich den Kontakt zu besagter Person auf ein unausweichliches Minimum beschränke.

 

Antwort zu 4.) Hmmm, täglich umgeben von Nervensägen zu sein, würde sich wahrscheinlich mittelfristig nicht gut auf meine Psyche auswirken. In dem Zusammenhang fällt mir dieses schöne Zitat ein:

„Before you diagnose yourself with depression or low self-esteem, first make sure that you are not, in fact, surrounded by assholes.“

Das soll angeblich William Ford Gibson gesagt haben, ein amerikanischer Science-Fiction-Autor.

Nun, also, dauerhafte Anwesenheit von Nervensägen täte mir wahrscheinlich nicht gut. Andererseits bin ich, wie wir ja unlängst erfahren haben, in der Lage so etwas still und heimlich zu ertragen. Und Nervensägen sind wenigstens immer noch Menschen – die man sich, genug Ausdauer vorausgesetzt, im Laufe der Zeit ja vielleicht so erziehen kann, wie man sie gerne hätte. Soll ja Menschen geben, die so etwas tun… ;-)

Dauerhaftes Alleinsein halte ich dagegen für schlicht unerträglich. Ja, ich bin zwischendurch gern allein, weil ich weiß, dass ich mich dann in bester Gesellschaft befinde *hüstel*, aber daraus einen Dauerzustand zu machen!? Nein!

 

So weit, so gut, ich wünsche euch allseits noch einen schönen Freitag und einen anschließenden Start in ein hoffentlich schönes Wochenende.

Gehabt euch wohl!

5 Kommentare zu „Freitagsfragen #20

  1. In meinem Kurs „Autogenes Training“ wurde von diesen Bandansagen abgeraten. Man soll sich demnach selbst gedanklich sagen „Mein linker Arm wird schwer, ganz schwer“ oder „mein rechter Arm wird warm, ganz warm“ (wichtig: langsam und ruhig „denken“). Das mit der Schwere hat bei mir nicht funktioniert, aber das mit der Wärme zu meiner eigenen Überraschung doch recht häufig.
    Im Kurs selbst hat die Leiterin diese Sätze gesagt – da hat diie Entspannung ganz gut funktioniert (inkl. Einschlafen während des Kurses). Zuhause war mein Hund immer beunruhigt, wenn ich mich zum Üben hinlegte, sein Starren hat dann wohl zu sehr abgelenkt.

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  2. Entspannen/abschalten kann ich sehr gut und schnell, am besten auf dem Berg. Entspannungsgerede oder -musik macht mich aggressiv. Ich kann es nicht austehen, wenn jemand oder etwas versucht, mein Gehirn zu übernehmen.
    Wenn mich etwas tierisch nervt – zu viel Gerede z. B. bei Konferenzen – sage ich es. Wenn das nicht statthaft ist, schalte ich total ab und – entspanne. Ich sitze dann gedanklich an einem schönen Wasserfall.

    Gefällt 1 Person

  3. Lach! Erfrischender Beitrag. Die Erziehbarkeit anderer Menschen halte ich allerdings, seit ich Kinder habe, für einen großen Mythos ;)
    Ich hörte einmal eine Entspannungskassette mit so einem „Du wirst ruhig. Ganz ruhig. Du bist ruhig“ Gesäusel – und was soll ich sagen: Nach dem dritten „ruhig“ fiel mein Hund neben mir in Tiefschlaf :)

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    1. Vielen Dank!

      Was die Erziehbarkeit von Kindern angeht, kann ich keine Beurteilung abgeben, dass einige Menschen versuchen, ihren derzeitigen Lebensabschnittsgefährten so zu verändern, wie sie ihn gerne hätten, halte ich allerdings für eine Tatsache. Ich habe jedenfalls sinngemäß schon öfter den Satz: „Er muss sich ändern!“ gehört, dagegen faszinierenderweise eher selten den Satz: „Sie muss sich ändern!“ ;-)

      Entspannungskassetten für Hunde dürfte übrigens eine Marktlücke sein. Daraus ließe sich doch etwas machen… :-)

      Gefällt 2 Personen

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