Freitagsfragen # 18

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

sehr zu meiner Freude gibt es zum Ausklang dieser gnädigerweise kurzen Woche eine weitere Ausgabe der Freitagsfragen, proudly presented by Brüllmausblog. Ohne große Vorrede stürze ich mich mal in die Fragen, die heute lauten:

1.) Unabhängig vom jetzigen Partner: Würdest Du es (noch) einmal mit Deiner Jugendliebe probieren?

2.) Kannst Du Streit gut aushalten?

3.) Worauf verwendest Du viel Zeit?

4.) Die Wahl der Qual: Wärst Du lieber berühmt während Deines Lebens aber vergessen nach Deinem Tod oder unbekannt während Du lebst und unvergessen nachdem Du stirbst?

 

Antwort zu 1.)

Ich bin eigentlich staatlich zertifizierter Single und kann mir eigentlich im Moment nicht vorstellen, mit überhaupt irgendwem überhaupt irgendwas zu probieren, aber: Das könnte ich mir tatsächlich durchaus vorstellen, wenn ich die Frage auf eine zugegeben recht frühe Jugendliebe beziehe, die ich übrigens dafür verantwortlich mache, dass ich heute noch bei der Haarfarbe rot umgehend in ein – abhängig von der Art des Rottons – variables Stadium der Willenlosigkeit gerate.

Aber wie das damals halt so war, man wechselte die Schule und verlor sich aus den Augen. Auch, weil das Ganze für mich wohl eher weniger ernsthaft war als für sie – wie ich mehrere Jahrzehnte später erfahren habe: Vor einigen Jahren begegnete ein Freund von mir der jungen Dame zufällig bei einer Veranstaltung. Man kam ins Gespräch, dabei erkundigte sie sich nach mir und meinte beiläufig, dass sie sich durchaus hätte vorstellen können, heute noch mit mir zusammen zu sein…

Wenn es einen Moment in meinem Leben gab, in dem ich buchstäblich sprachlos war, dann war es dieser!

Tja, hätte sie das doch nur damals schon gesagt! Ich betone ja immer wieder: Mädels, wenn ihr wollt, dass Männer wissen, was ihr denkt, dann sagt es ihnen. Vertraut nicht darauf, dass uns Andeutungen reichen, um zu erahnen, was ihr denkt. Wir können das nicht!

Antwort zu 2.)

Über das Thema könnte ich wahrscheinlich wissenschaftliche Arbeiten schreiben, die höchsten Standards genügen würden, ohne jemals Psychologie studiert zu haben…

Kurz gesagt: Nein, das kann ich nicht! Nicht im Geringsten!

Einerseits, weil es prägt, wenn man in jungen Jahren mitbekommt, wie sich zwei Menschen jeden Tag aufs Neue in die Haare kriegen. Andererseits, weil mir einfach nicht einleuchten will, warum sich Menschen nicht einfach vertragen können. Klar, Diskussionen, unterschiedliche Standpunkte und Meinungen, alles das ist wichtig. Mir erschließt sich nur nicht, warum man darüber nicht einfach vernünftig reden kann. Sobald jemand laut wird, steige ich aus. Unter anderem deswegen gehe ich in den meisten Fällen den Weg der größtmöglichen Indifferenz, was nicht immer auf Gegenliebe stößt. Das bedeutet übrigens nicht, dass ich nicht auch laut werden kann – allerdings immer als Zweiter. ;-)

Hach ja, ich wäre der perfekte Paartherapeut! Nach einer halben Stunde Gezänk würde ich dem Paar: „Verdammte Hacke, jetzt vertragt euch endlich!“ entgegenbrüllen. Nach einer weiteren halben Stunde Gezänk würde ich die Tür abschließen und schreien: „Ihr kommt hier erst wieder raus, wenn ihr vernünftig miteinander redet!“ Und nochmal zwei bis drei Stunden später würden die beiden Hand in Hand und „Imagine“ singend hüpfenderweise meine Praxis verlassen. Ja, ich wäre richtig gut in dem Job! :-)

 

Antwort zu 3.)

Die meiste Zeit verbringe ich statistisch gesehen wahrscheinlich bei der Arbeit. Irgendwas habe ich falsch gemacht…

Abseits der Arbeit verbringe ich viel Zeit mit bloggen, lesen, Baseball und – der wichtigste Punkt – im Gespräch mit und/oder in Anwesenheit von einer Handvoll ganz zauberhafter Personen. An schlechten Tagen wird meine Zeit damit verschwindet, über Dinge nachzudenken, die im hellen Lichte betrachtet die Gedanken nicht wert sind, aber wer kennt das nicht!?

 

Antwort zu 4.)

Im ersten Moment dachte ich, das sei mir recht egal, in beiden Szenarien bin ich schließlich tot, was ich im Übrigen alles andere als erstrebenswert finde.

Bei genauerer Betrachtung würde ich es aber vorziehen, bis zu meinem Ableben gänzlich unbekannt zu sein. Ich würde nämlich gerne auch in Zukunft noch in Ruhe meine Bücher kaufen, ohne kreischende Teenies oder nervige Autogrammjäger um mich herum zu haben.

Nein, da wäre es mir schon lieber, man würde nach meinem Dahinscheiden in meinem Schreibtisch meinen umfassenden Briefwechsel mit den Größen des Hollywood-Business, wie beispielsweise Jennifer Lawrence, Kat Dennings, Matt Damon, Bruce Willis, Tom Hanks und Will Smith finden, der dann posthum in einem Gesamtband herausgebracht wird und mir ebenso viel Ruhm und Ehre einbringt, wie das neben dem Briefwechsel befindliche Manuskript des großen Gesellschaftsromans des 21. Jahrhunderts, den ich nie veröffentlicht habe. Das Nobelpreis-Komitee wird deshalb seine Statuten verändern, um mir posthum den Nobelpreis für Literatur verleihen zu können!

 

Das war´s dann auch schon wieder. Ich wünsche allseits noch einen schönen Restfreitag und ein erholsames Wochenende.

Gehabt euch wohl!

 

 

 

 

 

11 Kommentare zu „Freitagsfragen # 18

  1. Mein Kerl hat in meinen haartechnischen Rotphasen immer über Scheidung nachgedacht. Dass er diese nicht durchgezogen hat, verdanke ich meinem ansonsten doch wohl sehr überzeugendem Wesen. ;D Schön, dass es hier auch andere Meinungen gibt.
    Und was das hypothetische Buch angeht – da Du vermutlich nicht vorhast innerhalb der nächsten halben Stunde abgzukratzen, wer hält Dich ab, es nicht doch noch zu schreiben?

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    1. Die selbe Reaktion würde ich wohl bei einer geplanten Blondphase meiner hypothetischen Ehegattin an den Tag legen. So unterschiedlich kann man sein… :-)

      Nun nein, ich gedenke nicht in den nächsten 30 Minuten das Zeitliche zu segnen! :-) Was mich vom Buch abhält: Mangelnde Kreativität, der immense Zeit- und Arbeitsaufwand, mein jahrelang antrainiertes Phlegma, unsichere Finanzsituation in naher Zukunft, allgemein ein dafür freier Kopf, die Preise für Druckerpatronen, modernes Radiogedudel, Merkels Kanzlerschaft, der aktuelle Vogelflug, die nervtötende Fliege in meinem Büro, der Ifo-Geschäftsklimaindex, „Divinity – Original Sin 2“ und vieles andere mehr… ;-)

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        1. Ja, ich! :-) Es besteht ein eklatanter Unterschied zwischen einem kurzen Blogbeitrag und einem Roman von x Seiten!

          Und wenn die Fliege mal an der Wand sitzen bleiben würde, dann würde ich ja sofort anfangen, mich kreativ zu betätigen. Aber die Fliege, na ja, fliegt halt, und sie macht dabei, na, Geräusche eben. So kann ich nicht arbeiten! :-)

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          1. Wie gemein! Erinnert mich an „Die Geister, die ich rief“:

            „Ich kann das Geweih nicht an dem kleinen Burschen ankleben. Ich hab´s schon mit Sekundenkleber versucht, aber es geht nicht.“

            „Habt ihr´s mit ´nem Tacker versucht?“

            „Mit ´nem Tacker?“

            :-)

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          2. Stimmt, die Szene kenne ich auch. Tacker wäre echt gemein, das würde die Fliege doch etwas unschön aussehen lassen. Außerdem könnte Dich das Blinken des Sonennlichtes auf dem Metallstreifen wiederum irritieren und vom Schreiben abhalten.

            Und ja, ich habe durchaus eine morbide Ader. Zumindest auf dem „Papier“. ;D

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          3. Sonnenlicht? Hier? Schon lange nicht mehr gesehen… ;-)

            Momentan sitzt das possierliche Tierchen aber auf der Fensterscheibe. Das könnte Folgeschäden geben…

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