Freitagsfragen # 16

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

die Woche biegt auf die Zielgerade ein, meine geistigen Fähigkeiten auch. Aber zwischen mir und einem sonnigen Wochenende, an dem ich endlich mal diesen Robotham-Roman zu Ende lesen möchte, stehen noch die Qual der Erwerbstätigkeit und die Freude der Freitagsfragen, die im Brüllmausblog gestellt wurden. Letzteren widme ich mich latürnich zuerst.

1.) Es ist Freitag der 13.: Bist Du abergläubisch?

2.) Kannst Du verzeihen?

3.) Der Nachbar, der seinen Hamster nach dem Urlaub nicht mehr zurück haben möchte, hat Entscheidungsbefugnis über Deinen Arbeitsplatz. Wie reagierst Du unter dieser Prämisse?

4.) Die Wahl der Qual: Wissen wie Du stirbst oder wissen wann Du stirbst?

 

Antwort zu 1.) Nein, eigentlich nicht. Eigentlich ohne eigentlich. Also nein. Et kütt wie et kütt, wie man in einer launigen Region des Landes sagt. Ich glaube, für den großen Masterplan des Universums – welcher auch immer das sein möge – ist es völlig unerheblich, ob ich morgens immer mit dem selben Fuß zuerst aufstehe oder ob ich Salz über die Schulter werfe, nachdem ich, Schnalz- und Klacklaute von mir gebend, um den Tisch getanzt habe.

Obwohl, einmal hatte ich einen Anflug von Aberglauben: Man schenkte mir seinerzeit ein Werder-Trikot – welches kürzlich durch eine neueres ersetzt wurde, weil ich in ersterem mittlerweile aussah wie eine Presswurst, obwohl wahrscheinlich sogar Ailton da noch reinpassen würde. Das gedenke ich jetzt aber nicht näher zu thematisieren. Beim nächsten Spieltag habe ich das Ding spaßeshalber einfach mal zum gemeinsamen Fußball gucken im kleinen Kreis angezogen, in der Hoffnung, damit den Ausgang positiv zu beeinflussen – das Ergebnis war eine Klatsche apokalyptischen Ausmaßes für meinen heißgeliebten SV Werder. Daher habe ich das Teil beim darauffolgenden Nordderby im Schrank gelassen, weil es seine „Voodoo-Kräfte verloren“ habe, wie ich sagte und das Derby ohne Trikot „nur besser laufen“ könne. Nun, auch das Nordderby verlief erfolglos. Damit war für mich oben erwähnte kölsche Weisheit erwiesen und die bestätigte meine eigentliche Einstellung zum Aberglauben.

 

Antwort zu 2.) Das kommt ganz darauf an, wem ich etwas zu verzeihen hätte. Verzeihe ich Dobrindt seinen Maut-Murks? Niemals! Verzeihe ich Seehofer seine Obergrenze, die nicht mehr Obergrenze heißt? Noch viel niemalser! Verzeihe ich der bundesdeutschen Historie die Entstehung der CSU allgemein? Ha, Gelächter Komma großes!

Aber mal im Ernst: Ich vermute, dass ich ziemlich gut Dinge verzeihen kann. Und eine Vermutung ist das deshalb, weil mir partout nichts einfallen will, was ich mal zu verzeihen gehabt hätte. Auch weil „verzeihen“ so bedeutungsschwer klingt. So als würde man nicht mal eben: „Schon okay!“ sagen, sondern eher gravitätisch „Ego te absolvo!“ Und mir will wirklich nicht einfallen, wann das schon mal der Fall gewesen wäre.

Das nehme ich mal als weiteren Beweis für das charakterlich und auch ansonsten unfassbar hohe Niveau meines näheren Umfeldes. :-)

 

Antwort zu 3.) Oha! Wer meine letzten Freitagsfragen gelesen hat, weiß ja, dass der Hamster in meinem Szenario im Rahmen der Dreharbeiten für meine Verfilmung des Videospiels „Maniac Mansion“ Bekanntschaft mit der Mikrowelle gemacht hat. Und so etwas geht ja selten gut aus. Also, für den Hamster. Hab ich gehört. Nicht, dass ich das ausprobieren würde. Es wurde mir zugetragen.

Nun, da der Hamster – nennen wir ihn spaßigerweise „Sparky“ – da Sparky also nun im Haustierhimmel weilt und mit Lassie, Fury und Black Beauty Doppelkopf spielt, steht zu befürchten, dass mein Nachbar ob dieser Nachricht nicht erfreut sein wird. Auch wenn sein Interesse an Sparky offensichtlich überschaubar war, er hat ihn ja schließlich nicht wieder abgeholt.

Dennoch dürfte sich das mittelfristig negativ auf meinen Arbeitsplatz auswirken…

Aaaber: Das macht mir so gar nichts aus! Meine Verfilmung von „Maniac Mansion“ wird nämlich ein gigantischer Kassenschlager. Mit einem Teil des Umsatzes drehe ich im Anschluss eine Spiele-Verfilmung von „Asteroids“ – für die ich extra Uwe Boll einstelle, damit ich am Set jemanden habe, der mir Kaffee bringt. „Asteroids“ wird noch ein sehr viel größerer Erfolg und bringt mir den wohlverdienten Stern am „walk of fame“. Aber dann lege ich erst so richtig los: Mein dreiteiliges Epos „Pong!“ hebt das Medium Kinofilm auf ein völlig neues Level, bringt George Lucas dazu, mir ein dreistelliges Milliarden-Angebot für die diesbezüglichen Rechte zu machen und katapultiert mich in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt spontan an die Spitze, mit einem Vermögen, das höher ist, als das von Jeff Bezos, Bill Gates und Amancio Ortega zusammengerechnet!

Und dann, ja, dann kaufe ich den Laden, in dem ich bisher angestellt war und habe dadurch Einfluss auf den Arbeitsplatz meines Nachbarn. So herum wird nämlich ein Schuh draus! Sollte mein Nachbar den Arbeitsplatz wechseln: Kein Problem, den Laden kaufe ich auch! Er wechselt zu „Apple“? Kaufe ich! Er arbeitet bei „Google“? Kein Ding, kaufe ich!

Um es mal mit den sympathischen Worten von Marko Arnautovic zu sagen: „Ich kann Dein Leben kaufen!“

Muhahahaha! (An dieser Stelle bitte größenwahnsinniges, diabolisches Gelächter vorstellen)

 

Antwort zu 4.) Du liebe Güte! Kann ich mich nicht lieber wieder zwischen kalten Füßen oder Schniefnase entscheiden? Ich halte es diesbezüglich nämlich mit Woody Allen, der gesagt haben soll: “ Meine Einstellung zum Tod hat sich auch im höheren Alter nicht verändert: Ich lehne ihn weiter vollumfänglich ab!“ Nein? Na gut!

Ich denke, zu wissen, wann ich sterbe, würde mich auf direktem Weg in den Wahnsinn treiben. Gehen Sie nicht über Los, ziehen sie keine 4.000 Euro ein. Wenn mir jemand nachweisen könnte: „Am soundsovielten überfährt Dich ein unaufmerksamer Pokemon Go-Spieler mit seinem Mofa!“, dann wäre es dahin mit meiner geistigen Gesundheit.

Da ziehe ich es also vor, lieber zu wissen, wie. Mein Tipp wäre ja irgendein Vertreter aus der lustigen Familie der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die sind ja derzeit stark im Kommen. Schaun mer mal, dann sehn mer schon!

Viel mehr Gedanken als um das wann und wie mache ich mir um die Zeit davor, insbesondere im fortgeschrittenen Alter. Und nicht nur meinetwegen, sondern auch hinsichtlich meiner Eltern. Stichwort „Pflegenotstand“. Der muss ja irgendwie ähnlich überraschend über das Land gekommen sein, wie Weihnachten und die AfD. Irgendwann mal muss die Kanzlerin an einem Dienstag Morgen aufgestanden sein, und schwupps, aus heiterem Himmel hatten wir einen Pflegenotstand. Anders kann ich mir den nicht erklären. Die handelnden Personen können ja wohl kaum sehenden Auges in einen solchen hineingestolpert sein…

Gut, jetzt kann ich noch darüber scherzen. Gerade gestern erst war ich mit einem Freund gleichen Alters in einem Fachmarkt für Raumgestaltung. Es sollten Teppiche inspiziert werden. Ins Auge stach förmlich ein Teppich, den ich mal euphemistisch als „altmodisch“ bezeichnen würde.

Er: „Na, der Teppich spricht uns wahrscheinlich erst in 20 Jahren an.“

Ich: „In 20 Jahren spricht mich höchstens mein Zivi an und fragt mich, ob ich noch Nachtisch möchte!“

:-)

 

Das war es dann auch schon wieder. Ich wünsche allseits noch einen schönen Freitag und ein entspanntes Wochenende!

Gehabt euch wohl!

 

12 Kommentare zu „Freitagsfragen # 16

  1. Es bringt Unglück, zu viel über die CSU zu lästern. Das sicher ihr am Ende nur die absolute Mehrheit. ;)

    Davon ab: „Wie“ finde ich auch entspannter. Wenn es nicht gerade „Von einem Auto mit Verbrennungsmotor überfahren“ ist … Denn dann ist absehbar, dass es sehr bald gesche … ach was rede ich.

    Gefällt 2 Personen

    1. Ja, aber was will man denn mit der CSU sonst tun, außer über sie lästern? Und überhaupt, die absolute Mehrheit sichert ihr das allenfalls in Bayern. Und das ist mir als Norddeutschem ehrlich gesagt schietegal! :-)

      Abgesehen davon: Wenn sich die Grünen nicht durchsetzen, dann kann das Szenario mit dem Verbrennungsmotor auch erst in gefühlten 100 Jahren passieren…

      Liken

  2. Herrlich! Selten so gelacht -vor allem beim diabolischen Gelächter! „lol“ Da kam von mir nur schallendes! In 20 Jahren ein Zivi? Das kann ja selbst ich mir noch nicht vorstellen! Der kann da ruhig noch weg bleiben… außer er ist Nacktputzer und entsprechend lecker gebaut… so komplett. ;D Da kann man sich das nochmal überlegen. ;D

    Gefällt 2 Personen

    1. Freut mich, wenn´s gefiel! :-)

      Tja, gut, 20 Jahre mögen vielleicht ein bisschen früh sein. Aber man weiß ja nie…

      Und es gibt sicherlich Schlimmeres, als sich von einem weiblichen, jungen Zivi, die z. B. das genaue Ebenbild von Palina Rojinski darstellt, versorgen zu lassen… ;-)

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.