Freitagsfragen # 14

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

zum Schreiben von Rezensionen verspüre ich gerade nicht den geringsten Drang. Aber die Freitagsfragen lasse ich mir natürlich nicht entgehen. Besagte Freitagsfragen gehen heute übrigens bereits in die 14. Runde! Tempus fugit, könnte man sagen.

Nun denn, los gehts! Die heutigen Fragen lauten:

1.) Wie stellst Du Dir das Leben in 50 Jahren vor?

2.) Wie alt fühlst Du Dich?

3.) Was gibt Dir in schweren Zeiten Halt?

4.) Die Wahl der Qual: Lieber ein Date mit jemandem, der niemals lacht oder mit jemandem, der keine Konversation aufrecht erhalten kann?

Antwort zu 1.) Das Leben allgemein oder mein eigenes? Also, hinsichtlich meines eigenen will ich doch davon ausgehen, dass ich in 50 Jahren ganz gemütlich auf einer Wolke sitzend vollkommen entspannt die Spiele des SV Werder ansehen kann. Irgendwann zwischen „frohlocken“ und „Hosianna singen“, wird dafür schon Zeit sein…

Dort werde ich dann mit den geflügelten Fachkräften darüber fachsimpeln, dass die Bayern im Jahre 2017 niemals ihren Trainer entlassen hätten, wenn sie gewusst hätten, dass sie damit eine Wachablösung an der Spitze des deutschen Fußballs zugunsten des SV Werder einleiten, der in den folgenden 50 Jahren 38 Meister- und 22 internationale Titel einfährt.

Alternativ hätte ich aber auch nichts dagegen, wenn ich in 50 Jahren Hugh Hefners Imperium übernommen hätte und an der Seite der Enkeltochter von Jennifer Lawrence oder der von Kat Dennings – oder beiden – das Leben genießen würde.

Wie ich mir das Leben allgemein in 50 Jahren vorstelle, hängt ganz entschieden von meiner Tagesform ab. Hätte ich eine gute Woche gehabt und heute eine entsprechende Laune, würde ich mich wahrscheinlich auf sowas beschränken wie: „Och, das wird schon!“ Da das nicht der Fall ist, ist meine Vorstellung eine etwas andere, nämlich folgende:

„Meine sehr verehrten Zuschauer, es ist Donnerstag, der 29. September 2067, sie sehen die Nachrichten im EDM, dem „Einzigen Deutschen Medium“, mein Name ist Heiner Bremer.

Berlin: Der Große Gauleiter Alexander III. hat die Bevölkerung erneut angemahnt, an den Feierlichkeiten zugunsten des morgigen „Pegida-Gedenktages“ teilzunehmen. Alexander III. sagte wörtlich: „Diese tapferen Männer und Frauen, die damals auf die Straße gingen,  haben es mit ihrem aufopferungsvollen Kampf vor nunmehr über 50 Jahren geschafft, uns vom Joch der Demokratie, der Bevormundung durch die EU und letztlich von der EU selbst zu befreien. Sie haben es uns ermöglicht, durch unseren erfolgreichen Wahlkampf unter dem Motto “ § 1: Jeder macht seins!“ im Jahre 2033 alleinverantwortlich für die Politik in unserem Lande zu sein. Dieses selbstlose Handeln vedient unseren vollen Respekt. Daher fordere ich Sie auf, an diesem schönen Gedenktag Bestandteil unserer Feierlichkeiten zu sein.“

Alexander III. teilte weiter mit, dass alle Arbeiter in Deutschland für morgen von ihrer Tätigkeit freigestellt werden. Das gilt auch für die Arbeitskräfte aus den Protektoraten Polen, Dänemark und Holland.

Karlsruhe: Das Bundesverfassungsgericht hat das Verbot des „Christopher Street Day“ bestätigt. Wie der vorsitzende Richter betonte: „Der deutsche Bürger hat verdient, von derlei Absonderlichkeiten verschont zu bleiben. So eine Veranstaltung hat in unserer heutigen Gesellschaft einfach keinen Platz mehr!“ Das Urteil im Verfahren über die Abschaffung der Inklusion soll am nächsten Montag erfolgen.

Menlo Park, Kalifornien, USA: Der Facebook-Vorsitzende Max Zuckerberg hat, ebenso wie sein Vater und Ehrenvorsitzende Mark Zuckerberg, die Proteste gegen Facebook zurückgewiesen. Die Proteste waren aufgekommen, nachdem Zuckerberg verkündete, im Einklang mit der US-Regierung beschlossen zu haben, den Zugang zu Krankenversicherung und Wahlrecht in den USA von einem Facebook-Account abhängig zu machen. Zuckerberg wörtlich: „Wer nicht bereit ist, am social life teilzunehmen, dem sollte auch nicht die Möglichkeit gegeben werden, am politischen Leben teilzunehmen oder gar dem Staat durch teure medizinische Behandlungskosten auf der Tasche zu liegen.“. Sollte Zuckerbergs Vorhaben in die Tat umgesetzt werden, drohen die Gegner dieses Plans mit einer Klage vor dem Supreme Court, die allerdings nach Expertenmeinungen nur geringe Erfolgschancen hat.“

Saarbrücken: Der Bau der Mauer an der deutsch-französischen Grenze geht gut voran. Die automatisierten Arbeitskräfte, die die deutsche Regierung von Intel erworben hat, erweisen sich als eine gute Investition. Der Fortschritt des Mauerbaus – nach dem deutsch-französischen Krieg 2064-2065 in beiderseitigen Einvernehmen beschlossen – geht weit schneller voran als geplant und könnte schon bis Mitte des nächsten Jahres beendet sein.

Moskau: Die russische Armee hat die teilautonomen russischen Teilrepubliken Ukraine, Estland, Lettland und Litauen besetzt. Dort hat es in den vergangenen Wochen immer wieder vereinzelte Aufstände gegeben. Der russische Präsident Putin hat bezüglich dieses Vorgehens die volle Unterstützung unseres Großen Gauleiters Alexander der III., der zu diesem Thema sagte: „Wir werden diese Angelegenheit und das weitere Vorgehen in einer Woche beim 115. Geburtstag des russischen Präsidenten besprechen.“

Südostasien: Aus der nach dem kurzen amerikanisch-koreanischen Atomkrieg 2025 zur Sperrzone erklärten koreanischen Halbinsel kommt es in jüngerer Vergangenheit immer häufiger zu Übergriffen auf das chinesische Staatsgebiet durch sogenannte „Mutanten“. Diese scheinbar immer zahlreicher werdenden menschenähnlichen Wesen sind möglicherweise das Resultat des Atomkriegs, der mit der Auslöschung Nord- und Südkoreas endete und für den die US-Regierung nach wie vor jede Verantwortung von sich weist.

Abschließend das Wetter: Der deutsche Wetterdienst teilt mit, dass die Hurrikan-Serie in Deutschland langsam zu Ende geht. Der Große Gauleiter betont in diesem Zusammenhang, dass die Entwicklung des Wetters in den letzten Jahren weiterhin nichts mit dem sogenannten Klimawandel zu tun hat. Dieser Auffassung sei auch sein Amtskollege US-Präsident Barron William Trump.

Damit verabschiede ich mich von Ihnen und wünsche Ihnen noch eine gute Nacht.“

 

Antwort zu 2.) Ich bin ein vierzigjähriger männlicher Single, wie alt soll ich mich schon fühlen? Irgendwo zwischen „prä-final“ und „jetzt is´ eh wurscht“?! :-)

Nein, mal im Ernst. Ich glaube, ich fühle mich so, wie man sich in meinem Alter eben fühlt. Einerseits sehe ich vieles entspannter als noch vor 20 Jahren, andererseits gibt es Situationen, in denen ich noch genau so unsouverän bin wie vor 20 Jahren – was mich ärgert. Und ich glaube, die selbe Antwort würde ich in 20 Jahren auch wieder geben.

 

Antwort zu 3.) In erster Linie gibt es da einen elitären Kreis von so 2-3 Leuten, denen ich jederzeit mein Leid klagen kann. Häufig passiert das auch nur aus dem Grund, eben klagen zu wollen, Lösungsansätze folgen dann später. ;-) Dieser elitäre Kreis hilft jedenfalls in schweren Zeiten enorm.

Falls auch das nicht hilft, versuche ich, mich mit dem „Es-ist-nur-eine-Phase“-Gedanken über Wasser zu halten. Sich das zu verdeutlichen, dass sowohl schlechte als auch gute Zeiten immer nur eine Phase sind, entspannt doch ungemein, wenn man das mal verinnerlicht hat. Mal schauen, wann das bei mir sein wird… :-)

Falls aber auch das nichts hilft, suhle ich mich halt einfach eine Weile in meinem Leid und konsumiere Songs mit Textstellen wie:

„It seems no one can help me now

I´m in too deep

There´s no way out

This time I had really led myself astray“

Lief heute morgen im Radio. Na, wer weiß es? Na? Naaaaa? ;-)

 

Antwort zu 4.) Menschen, die nicht lachen, sind mir suspekt. Menschen, die keine Konversation aufrecht erhalten können, sind dagegen vielleicht einfach nur schüchtern. Und das ist nicht schlimm. Dafür rede ich umso lieber. Gerne auch über mich. Gerne auch ausufernd. Ich entscheide mich also für das Date mit einer Frau, die keine Konversation aufrecht erhalten kann.

Interessant wäre dann die Antwort meines Dates auf die Frage: Lieber ein Date mit jemandem, der pausenlos über sich selbst quatscht oder mit jemandem, der auch mal in der Lage ist, die Schnauze zu halten? ;-)

 

Das war´s auch schon wieder.

Ich wünsche allseits noch einen schönen Freitag und ein erholsames Wochenende.

Gehabt euch wohl!

22 Kommentare zu „Freitagsfragen # 14

    1. Dankeschön! :-)

      Und, nein, es kann nicht immer nur die worst-case-Variante sein, wäre meine Laune besser, hätte ich mir irgendwas mit Blumenwiesen und Weltfrieden einfallen lassen. :-)

      Liken

  1. Ersteres wird wohl Wunschtraum der Restauration bleiben. Vielmehr wird Bayer-Monsanto die Ukraine als Getreidekammer der Europäischen Nation mit Großkanzlerin Merkel von Putin pachten, während Schnöders Gazprom die Energieversorgung aufrechterhält.

    Gefällt 1 Person

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