Buch-Date # 5: Meine Empfehlungen für Zeilenende

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

da geht das Buch-Date doch tatsächlich schon in seine fünfte Runde. Ehrensache, dass ich auch diesmal wieder dabei bin – schließlich habe ich auch die „modernen Klassiker“ der vierten Ausgabe halbwegs unbeschadet überstanden.

In der besagten vorherigen Ausgabe war es übrigens am geschätzten Kollegen Zeilenende, mir Vorschläge für das Buch-Date zu machen, weswegen ich mich plötzlich mit Schnitzler, Kafka und Wyndham auseinandersetzen „durfte“. Nun sind die Vorzeichen umgekehrt, und ich darf Zeilenende etwas empfehlen. Grund genug, in Ausgabe 5, ihm die „Wanderhure“, „Die Leiden des jungen Werther“ sowie „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ vorzuschlagen. Aber so gemein bin ich natürlich nicht! 😉

Nein, stattdessen habe ich mich mit den geäußerten Vorlieben und Abneigungen in literarischer Hinsicht, sowie den letzten drei gelesenen Büchern auseinandergesetzt und versuche nunmehr, etwas zu finden, das wenigstens ein bisschen ins Beuteschema passt. Was sich auch nach längerem Nachdenken als gar nicht so einfach darstellt, wie ich zugeben muss.

Jedenfalls, Zeilenendes letzte drei gelesenen Bücher waren eines über Neandertaler, ein historischer Roman über ein Kaufhaus in Spanien. Und Bürgerkrieg. Und Liebe. Nun gut. Buch Nummer drei war „Italienische Märchen“ von Clemens Brentano. Ein Schriftsteller, von dem ich vor allem deswegen immer schon etwas lesen wollte, weil ich seinen Namen so schön finde. 😉 Diesbezüglich bin ich also raus. Zumindest die italienischen Märchen merke ich mir aber mal aus einem anderen eigennützigen Grund, auf den ich jetzt nicht näher eingehe… 🙂

Zeilenendes Lieblingsgenre ist die Science Fiction, bei der ich mir immer noch nicht sicher bin, ob man sie nun mit oder ohne Bindestrich schreibt. Das jedenfalls macht es nicht leichter für mich, wollte ich doch allenfalls mal irgendwie  – und bislang immer noch erfolglos – in die Perry-Rhodan-Reihe reinkommen, ansonsten genieße ich dieses Genre eher in visueller Form, sprich: Film. So lange es nicht Episode 7 ist…

Zeilenendes Lieblingsautoren sind Stanislaw Lem, von dem ich ziemlich genau nichts kenne, Siegfried Lenz, zu dem ich aufgrund einer wirklich unfähigen Deutschlehrerin ein eher gespaltenes Verhältnis habe – ich schimpfe ganz selten und dann eher ungern über die häufig zu unrecht gescholtene Berufsgruppe der Lehrer und Innen, aber in diesem Fall ist es echt gerechtfertigt 😉 – und Marc Elsberg. Letzteren kenne ich sogar. Und ich mag seine Bücher sehr, auch wenn „Helix“ eher nicht so gefeiert wurde. Ich habs ohnehin noch nicht gelesen.

Zu Zeilenendes Abneigungen gehören historische Romane – der oben genannte mit dem Kaufhaus bildet da eher die Ausnahme. Und mit dem Bürgerkrieg. Und mit der Liebe. Auch Horror ist nicht so seins – Ausnahme: „The Walking Dead“. Auch „miese Fantasy“ – was immer das sein möge – mag er nicht, dafür aber Terry Pratchett und – aus unerfindlichen Gründen – Walter Moers.

Sonstige Abneigungen gibt es eigentlich nur gegen Blutorgien jeglicher Couleur, Schnulzen und – und das möchte ich zitieren, weil ich es toll finde – „in historischen Romanen Anachronismen wie emanzipierte Dirnen auf Reisen“. 🙂 Wir sind nicht so wahnsinnig oft einer Meinung, diesbezüglich aber vollumfänglich! 🙂

Eigentlich sollte es anhand dieser Informationen ja ein Leichtes sein, adäquate Vorschlage zu machen. Eigentlich. Na, nach langem Nachdenken habe ich mich für folgende drei Bücher und einen Zusatzjoker entschieden:

Vorschlag 1: „Der fünfte Stein“ von Micha Pansi

Ja, es ist Fantasy! Und ja, es ist mit – soweit ich mich erinnere – etwa 900 Seiten ein echter Wälzer. Das liegt aber daran, dass dieses Buch die Gesamtausgabe eines eigentlichen Dreiteilers ist. Ich habe das Buch vor gefühlten zehn Jahren auf dem „Grabbeltisch“ gefunden und war im Nachhinein sehr froh, es gelesen zu haben.

Gut, es erfüllt eher das Klischee der „klassischen“ – nicht miesen ! – Fantasy, aber es hat zusätzlich auch noch einen postapokalyptischen Einschlag, der mir sehr gut gefiel.

Vorschlag 2: „Götterdämmerung“ von Tanja Kinkel

Ende der 90er hatte ich zwei Lieblingsautoren und Innen, einerseits Kai Meyer, andererseits, spätestens seit „Unter dem Zwillingsstern“ – ein Buch, das ich auch heute noch jeder/m empfehle die bzw. der es nicht wissen will – eben besagte Tanja Kinkel. Hinsichtlich des Inhalt zitiere ich mal den Knaur-Verlag:

„Zuerst scheint es nur Routine zu sein: Der Journalist Neil LaHaye recherchiert für ein Buchprojekt über Aids. Dabei stößt er immer wieder auf den Pharmakonzern Livion – und schließlich mitten hinein in ein Wespennest von politischen und wissenschaftlichen Verstrickungen, die direkt ins Pentagon führen. Doch was steckt dahinter? Die Suche nach der Wahrheit führt Neil zu Beatrice Sanchez, die in einem Sicherheitslabor weitab der staatlichen Kontrollen mit dem Unvorstellbaren experimentiert … Wissensdurst und Machtgier sind zentrale Themen des neuen Romans der Bestsellerautorin Tanja Kinkel. Götterdämmerung ist ein brisanter Thriller über die Gefahren der Gentechnik und skrupellose Wissenschaftler – packend, bedrohlich und von erschreckender Aktualität!“

Zugegeben, das Buch ist auch schon älter, von 2003 nämlich, nichtsdestotrotz aber sehr lesenswert!

Vorschlag 3: „Das späte Geständnis des Tristan Sadler“ von John Boyne

Ich meine, mich erinnern zu können, dass der geschätzte Kollege Zeilenende mit John Boyne aufgrund des von mir noch nicht gelesenen Jungen mit dem gestreiften Pyjama ein leichtes Problem hat. Umso mehr ein Grund, dieses Problem mit eben diesem Buch zu lösen. Denn diese Geschichte rund um junge Männer in der „Knochenmühle“ der Front in Frankreich im Ersten Weltkrieg hat es durchaus in sich. In sprachlicher Hinsicht großartig, in inhaltlicher Hinsicht ebenso. Eines der wenigen Bücher, die mich auch Tage – in diesem Fall sogar Wochen – nach der Lektüre noch beschäftigt haben. Die entsprechende Rezension  – ein bisschen Eigenlob und -werbung muss erlaubt sein – findet man hier. Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich sie als eine meiner besseren Rezensionen empfinde, trotz und wegen des Exkurses… 🙂

Zusatzjoker Vorschlag 4: „Licht“ von M. John Harrison

Auch dieses Buch habe ich mir irgendwann mal vom oben erwähnten „Grabbeltisch“ geschnappt. Damit war ich allerdings wesentlich weniger glücklich als mit „Der fünfte Stein“. Die Begründung ist ganz einfach: Ich hatte nach etwa 50 Seiten das Gefühl, mindestens die Hälfte davon nicht wirklich begriffen zu haben! Sollte der Kollege Zeilenende sich für diesen Zusatzjoker entscheiden, wäre ich für eine Erklärung dessen, was ich da versucht habe, zu lesen, äußerst dankbar! 😉

 

Nun denn, Zeilenende, wie immer gilt: Sollte das Vorgeschlagene in Deiner Wahrnehmung alles Mist sein, sag Bescheid, ich habe bestimmt noch einen Plan B in der Tasche. Im Idealfall besteht der auch nicht aus „Die Wanderhure“, „Die Leiden des jungen Werther“ oder „Wilhelm Meisters Lehrjahre“. 🙂

Und bevor ich es vergesse: Vielen lieben Dank an die beiden Initiatoren des Buch-Dates: wortgeflumselkritzelkram und Zeilenende!

 

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19 Kommentare zu „Buch-Date # 5: Meine Empfehlungen für Zeilenende

  1. Ich Ich habe nicht „Licht“ gelesen, aber „Nova“ … Damals gab es keinen Hinweis auf dem Buch, dass es der zweite Teil einer Trilogie sein soll. Und habe das als ungenießbar eingestuft, mich durchgequält und beschlossen, nie wieder etwas von dem Autoren zu lesen. Aber man soll ja niemals nie sagen.

    Ich habe gerade so viele Vorurteile, die eigentlich in die Besprechung gehören, deshalb belasse ich es bei einem: Ach, die Tanja Kinkel schreibt auch Nicht-History? Sapperlot, wieder was gelernt.
    Ich habe jedenfalls, bitchy wie ich bin, zwei deiner Empfehlungen gewählt und werde die in der Buchhandlung meines Vertrauens erwerben. *g*

    Gefällt 2 Personen

    1. Hach ja, Du und Deine Vorurteile, sie seien Dir gegönnt. Gerne auch in der Besprechung! 🙂 „Miese Fantasy“ – pfff! 😉

      Und ja, die Kinkel schreibt auch Nicht-History! Zugegeben, eher selten. Aber „nach meinem Dafürhalten“, wie mein Chef immer so schön sagt, schreibt sie meistens gut – ob nun History oder Nicht-History.

      Dein Urteil über „Nova“ entspricht – man glaubt es kaum – ziemlich genau dem meinen über „Licht“. Auch wenn ich es – wie erwähnt – nie zu Ende gelesen habe. Aber man soll ja niemals nie sagen. 😉

      Jedenfalls danke ich für das fast schon anachronistische Wort „Sapperlot“ – schön, dass das noch jemand kennt -, musste aber gleichzeitig „bitchy“ googeln. Du weißt doch, dass ich Anglizismen hasse, warum machst Du sowas!? .-)

      Der langen Rede kurzer Sinn: Die Tatsache, dass Du gleich zwei der Vorschläge erwerben willst – und dann noch in der Buchhandlung Deines Vertrauens und nicht beim Onlinehandel mit dem großen A und den fragwürdigen Arbeitsbedingungen, was ich natürlich vollumfänglich stütze – deutet für mich darauf hin, dass ich nicht ganz so verkehrt liege und mich nicht noch mit einem Plan B beschäftigen muss.

      Das erleichtert mich doch ungemein! 🙂

      Irgendjemand behauptete mal, ich hätte eine große Affinität zu Gedankenstrichen – glaubt man das!?

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      1. Ich habe beruflich mit dem großen A zu tun, halte sie zwar nicht für böse, finde sie aber ein wenig unheimlich, deshalb unterstütze ich lieber den Einzelhandel, während ich die klassische deutsche Sprache mash-uppe. 😉 Und das dritte Buch hat auch Potential, sich zu mir zu verirren, so ist es ja nicht. Aber kommt Zeit, kommt Rat, gell? 😉

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        1. mash-uppe!? Alter, tu sowas nicht! Unheimlich finde ich allenfalls Deine Angliszismen! Nicht mal Wikipedia gibt mir dafür eine in den Kontext passende Begründung! 🙂

          Ach, und ja, Du bist ja beruflich, soweit ich mich entsinne, irgendwie verlagstechnisch unterwegs! Das heißt im Grunde genommen, dass Du den Job hast, den ich gerne hätte! Gib ihn sofort her! 😉

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          1. Mash-up ist die Kunstform, verschiedene Dinge in einen neuen interessanten Kontext zu setzen. Und ich finde gerade den stilistischen Bruch, einerseits so fancy Wörter sapperlot und andererseits
            gar schändlich makabere Anglizismen zu benutzen, definitiv fresh und stylisch eben durch das Mashuppen von Goethe und Pausenhof. 😉

            Ich mach Marketing, ich verkaufe Papier zwischen Pappdeckeln. 😉

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    1. Oh, echt, Du hast „Der fünfte Stein“ bei Dir liegen!? Ich dachte schon, dass ich der Einzige bin, der das kennt!

      Nach gefühlten 15 Jahren arbeitet die Autorin, auf deren Homepage ich im Abstand von etwa sechs Monaten immer mal wieder reinschaue, an einem Sequel – oder wie das heißt. 😉

      Solltest Du es zeitnah lesen und rezensieren, möchte ich Dir ja nicht reinreden, aber: Sei gnädig, ich mag das Buch wirklich! Mit einem Verriss der „Blausteinkriege“ könnte ich schon eher leben – auch wenn ich nicht weiß, was man da verreißen sollte. 🙂

      Gefällt 1 Person

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