Freitagsfragen # 6

Hallo, liebe Leserinnen und Leser,

hui, die Freitagsfragen im Brüllmausblog sind zurück! Das freut mich doch sehr und da mache ich auch gleich mal wieder mit. Auch in dieser Woche gilt: Wer sich zum Mitmachen berufen fühlt, möge das gerne tun. Eine Verlinkung zum Brüllmausblog wäre dann nett.

Auf geht´s!

  1. Wenn Du Dir aussuchen könntest, wo Du in einem nächsten Leben geboren wirst, welches Land würdest Du wählen?
  2. Du bist für ein Jahr Oberbürgermeister/in in Deiner Stadt. Was veränderst Du?
  3. Beim Bezahlen an der Kasse bekommst Du zu viel Wechselgeld zurück. Wie reagierst Du?
  4. Die Wahl der Qual: Täglich zu „Last Christmas“ von Wham aufwachen oder jeden Tag erneut über die selbe Stufe stolpern?

 

Antwort zu 1: Die geneigte Leserschaft möge sich jetzt bitte die altbekannten Klänge des Herrn Haydn und die dritte Strophe des dazugehörigen von Fallersleben-Textes vorstellen, nebst dem nötigen Pathos, denn die Antwort lautet natürlich: In diesem hier! 😉

Das mag vielleicht langweilig klingen, aber ich würde wirklich nirgendwo anders sein wollen. Häufig wird mir Deutschland irgendwie zu schlecht geredet. Einmal von der „früher-war-alles-besser“-Fraktion – die damit ohnehin vollumfänglich unrecht hat, weil es das eben nicht war. Und in letzter Zeit auch verstärkt von der Fraktion der Frustrierten, die vorzugsweise gerne andere Bevölkerungsgruppen, die es im Normalfall noch schwerer haben als sie selbst, für diese Frustration verantwortlich machen – und die damit noch in viel größerem Maße unrecht hat. Vollstumfänglich, quasi.

Denn bei aller, möglicherweise auch berechtigten, Kritik an dem, was hierzulande vielleicht unrund läuft, darf man einige Dinge nicht vergessen:

Wir haben ein aus unerfindlichen Gründen immer noch funktionierendes Sozialsystem – auch wenn da sicherlich weiterhin noch viel Luft nach oben ist.

Wie haben eine immer noch funktionierende Gesundheitsversorgung – auch wenn da sicherlich weiterhin noch viel Luft nach oben ist.

Wir genießen hierzulande immer noch Grundrechte – wenn mir danach ist, nackig über den heimischen Marktplatz zu hüpfen und Blumen streuend: „Die Merkel ist doof, die Merkel ist doof!“ zu rufen, dann kann ich das jederzeit tun. Gut, es würde vermutlich nicht ganz ohne Folgen bleiben, aber zumindest würde ich nicht auf Nimmerwiedersehen weggesperrt, wie es andernorts schon mal passieren kann.

Das sind alles Dinge – und es gäbe deren noch viel mehr aufzuzählen -, die nicht überall selbstverständlich sind und die ich nicht missen möchte.

Antwort zu 2: An meinem ersten Tag evakuiere ich die Stadt, drücke den roten Knopf, jage das ganze Kaff in die Luft und ziehe es dann in den folgenden 364 Tagen neu hoch. Was Nero konnte… 😉

Nein, mal ganz ernsthaft, wenn ich ein Jahr lang Bürgermeister wäre, würde ich im Rahmen meiner Möglichkeiten versuchen, die Arbeitsplatzsituation zu verbessern. Während in ganz Niedersachsen stetig die Arbeitslosenzahlen sinken – jetzt mal die ganzen dafür notwendigen Statistik-Volten außer Acht gelassen – stagnieren diese im hiesigen Landkreis bestenfalls.

In meiner Heimatstadt gibt es ziemlich genau zwei Unternehmen, die die Arbeitsplatzsituation signifikant prägen. Die eine kriselt schon seit gefühlten Jahrzehnten. Immer wenn in der Zeitung steht, dass diese Firma wieder 40 Leute entlässt, frage ich mich verwundert: „Ach, so viele arbeiten da noch?“ Da half auch der ausländische Investor nicht viel. Die andere geriet eher in den letzten Jahren in Schieflage.

Und das hat eben durchaus Auswirkungen auf die Finanzen der Bewohner und der Stadt und letztlich auch auf das Stadtbild. Es wäre also sinnvoll, sich zuerst damit zu beschäftigen – und einer muss es ja tun. Schröder oder Gabriel kamen ja nie vorbei – die waren zu sehr damit beschäftigt, nachhaltig die Holzmann AG zu retten und den Einzelhandel zu revolutionieren…

Antwort zu 3: Das kommt darauf an, ob es mir auffällt. 😉 Manchmal rechne ich nämlich nicht nach und gehe davon aus, dass das, was ich wiederbekomme schon stimmen wird. Sollte es mir auffallen, dann sage ich allerdings Bescheid. Ich erinnere mich noch lebhaft, im „expert“ mal etwas für 60 € gekauft zu haben, wofür die freundliche Dame an der Kasse aber nur 15 € haben wollte. Mein ebenso freundlicher Hinweis, dass das nicht stimmen könne und das Objekt meiner Begierde eigentlich viel teurer hätte sein müssen, wurde achselzuckend mit einem „Steht aber so hier drauf!“ kommentiert. Da kann ich dann auch nichts mehr machen – außer mich zu freuen, Geld gespart zu haben. 🙂

Antwort zu 4: Tägliche Beschallung mit „Last Christmas“ ist etwas, das allerhöchstens im Strafvollzug, zusätzlich zur Einzelhaft, für die ganz Uneinsichtigen eingesetzt werden sollte. Wahrscheinlich ist das aber verboten, wegen § 223 StGB, also Körperverletzung!

Wer mich näher kennt, kennt auch meinen nervlichen Ausnahmezustand, in dem ich mich immer um die Weihnachtszeit herum befinde. Neben dem allgemeinen Stress, der Kälte und dem Glöckchengebimmel ist auch die Beschallung mit „Last Christmas“ daran schuld.

Hätte ich also die Wahl, zwischen „Last Christmas“ und täglichem Stolpern über die selbe Stufe, würde ich mich für die Stufe und gegen „Wham!“ entscheiden. Ich würde mich auch gegen „Wham!“ entscheiden, wenn die Alternative tägliches Herunterfallen der selben Treppe, tägliches Steckenbleiben im selben Fahrstuhl, tägliches Fallen aus dem selben Parterre-Fenster oder tägliches Mittagessen mit der selben Frauke Petry wäre! Wobei, nein, letzteres doch eher nicht! 🙂

 

Das war es auch schon wieder. Gehabt euch wohl, ich wünsche allseits schon mal einen guten Start in ein hoffentlich erholsames Wochenende!

Bis denn!

 

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4 Kommentare zu „Freitagsfragen # 6

  1. Wieder äußerst amüsant zu lesen 😊 bei deinen Ausflug über den Marktplatz stehe ich dann ganz gechillt in deiner Buchhandlung, in der ich arbeite und schau mir das ganze an. Wham oder Stolperstufe ist übrigens recht interessant – so sehr wie ich das Lied mag (😎 aber ich mag ja auch die Glitzervampire), würde ich wahrscheinlich trotzdem die Stufe nehmen….

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