„Die Rückkehr“ von Peter Georgas-Frey – Von Nebenfiguren und Showdowns

Buch: „Die Rückkehr“ (2016)

Autor: Peter Georgas-Frey

Ausgabe: Taschenbuch, 462 Seiten

Verlag: Selbstverlag

Der Autor: Peter Georgas-Frey ist ein 1970 geborener Autor, der mit seiner Familie seit 1999 am schönen Bodensee lebt. Er veröffentlichte bereits Erzählungen und Gedichte wie „Als Paolos Hände reden lernten“, „Soantà“ und „Zeitspuren“ sowie den Roman „Die Revolte“.

Wer mehr über den Autor und seine Bücher erfahren möchte, dem sei der Besuch seines sehr lesenswerten Blogs „literaturfrey“ empfohlen. Wer das nicht möchte, dem sei ein dortiger Besuch ebenfalls empfohlen!

Übrigens erscheint in Kürze, demnächst, sehr bald Georgas-Freys neues Buch „Sontland“. Nur so als Tipp. 😉

Das Buch: Die Ereignisse von „Die Rückkehr“ setzen zeitlich 3 Monate nach der Heimkehr der Aurumer zu ihrem Heimatplaneten ein. Allen verbliebenen Aurumern ist die Heimreise gelungen, nur deren Anführer Chronos sowie die aufsässige Apate sind auf der Erde geblieben. Beide sitzen in Hochsicherheitsgefängnissen, Chronos in den USA, Apate in China.

Auf dem Heimatplaneten der Aurumer machen sich die Heimkehrer daran, technologische Mittel zu schaffen, um auch Chronos und Apate heimzuholen. Noch bevor diese Technik ausgiebig getestet wurde, macht sich Apates Bruder Wodan diese zunutze, bemächtigt sich auf der Erde des Körpers von Arthur Davis und macht sich auf die Suche nach seiner Schwester.

Die Aurumer ihrerseits schicken nun Baldur, Höd und Arun auf die Erde, um Chronos aus dem Gefängnis zu befreien und ihm sowie Apate die Rückkehr nach Aurum zu ermöglichen.

Natürlich haben nicht nur die Aurumer selbst ein Interesse an Chronos und Apate. Sowohl die USA, als auch Russland, China und weitere Nationen möchten die Rückreise der verbliebenen Aurumer verhindern. Auch Karl und Dana – alte Bekannte aus „Die Heimkehr“ – werden wieder in die Geschehnisse verwickelt. Und schließlich tritt eine mächtige aber weitgehend unbekannte Organisation auf den Plan, die im Hinblickk auf die Aurumer ganz eigene Ziele verfolgt.

Fazit: Nachdem ich mich literarisch in jüngerer Vegangenheit tagelang durch das eisige Sibirien gekämpft habe, auf der Suche nach der verlorenen Spannung und Handlung, war „Die Rückkehr“ das erhoffte Kontrastprogramm. Die Fortsetzung von „Die Heimkehr“ tut das, was eine gute Forsetzung tun sollte. Sie bügelt die eine oder andere Schwäche des Vorgängers aus und führt dessen Stärken weiter.

So hat mir auch in der Fortsetzung der gewählte Stil ziemlich gut gefallen. Die Sätze sind kurz, knapp, prägnant. Diese Art des Erzählens passt, wie ich bereits in meiner Rezension zu „Die Heimkehr“ schrieb, sehr gut zu den kurzen Kapiteln und den damit verbundenen Orts- und Charakterwechseln. Auf diese Art behält der Leser immer den Überblick, komplizierte Satzkonstruktionen Thomas Mannschen Ausmaßes wären da eher hinderlich.

Bei den Charakteren werden gleich zwei kleinere Kritikpunkte ausgebügelt, die ich bei „Die Heimkehr“ noch geäußert habe. Fiel es mir durch die doppelte Namensgebung der Aurumer – einmal der tatsächliche aurumische Name, einmal der ihrer irdischen Existenz –  im Vorgänger noch teils schwer, die Aurumer richtig zuzuordnen, so tauchte dieses Problem in der Fortsetzung nicht mehr auf. Erstens, weil – ganz einfach – weniger Aurumer in der Handlung auftauchen und zweitens, weil der Autor für die auf die Erde geschickten Baldur, Höd und Arun angenehmerweise praktisch ausschließlich deren aurumische Namen verwendet.

Der zweite Kritikpunkt bezog sich darauf, dass ich mir die eine oder andere etwas detailliertere Charakterzeichnung gewünscht hätte. Und auch hier macht „Die Rückkehr“ Fortschritte. So erfährt man deutlich genauer etwas über Chronos´ Gedankenwelt hinsichtlich dessen, was die Aurumer mit der Erde und den Menschen so angestellt haben. Und auch Apate hat für mich jetzt etwas mehr Tiefe, auch wenn sie immer noch das selbe intrigante Mistst…, ähm, die selbe manipulative Person ist, wie im Vorgänger.

Hinsichtlich der Nebenfiguren finde ich es erfreulich, dass deutlich weniger von ihnen in bester Markus-Heitz-Manier mal eben um die Ecke gebracht wurden, sobald man sie nicht mehr brauchte. Die Nebenfiguren können also durchatmen. Jedenfalls bis zum Showdown am Ende. 😉

Lediglich mit der Figur des Wodan hatte ich so meine Probleme, greift der Autor hier doch wirklich tief, tief in die Mottenkiste der nordischen Mythologie. Ich sage nur „Hugin und Munin“, der Autor weiß dann schon Bescheid. 😉 Allerdings war das auch schon wieder irgendwie komisch.

Die Handlung selbst verläuft in ähnlich hohem Tempo wie im Vorgänger, ist durchgehend spannend und wird zu einem überzeugenden Ende geführt. Ein Ende übrigens, das durchaus noch die eine oder andere Frage offen lässt, und das deshalb ermöglicht, eine weitere Fortsetzung folgen zu lassen. Vielleicht „Die Wiederkehr“, oder so!? Ich wäre jedenfalls dafür!

Kurz, wer einen leicht zu lesenden temporeichen und spannungsgeladenen Roman sucht, der liegt mit „Die Rückkehr“ richtig.

Wertung:

Handlung: 9 von 10 Punkten

Charaktere: 8 von 10 Punkten

Stil: 8,5 von 10 Punkten

Spannung: 8,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8,5 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: Tjaaaa, also, ab einer gewissen Größe ist ein SuB für einen Entscheidungsneurotiker wie mich die wahre Hölle. Bei der Frage, was ich denn als nächstes lese, kam ich auch nach ausgiebigster Bedenkzeit noch zu keinem genauen Entschluss. Ihr werdet euch also genau so überraschen lassen müssen wie ich…

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10 Kommentare zu „„Die Rückkehr“ von Peter Georgas-Frey – Von Nebenfiguren und Showdowns

  1. Ok, ich müsste mich also zunächst mal durch den ersten Band kämpfen. Da ich aber mit dieser Art Literatur nicht wirklich was anfangen kann, danke ich Dir an dieser Stelle für den Tipp und weiß nun, dass ich diese beiden Bücher für mich getrost links liegen lassen kann. 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Gern geschehen! 😉 Mir haben beide Bücher zwar gut gefallen, aber wenn das an sich nicht so Dein Genre ist, dann solltest Du sie vielleicht wirklich meiden.

      Und die Geschmäcker sind nun mal verschieden, ich zum Beispiel habe – sehr zum Unverständnis meines gesamten Umfeldes – bis heute nicht „Harry Potter“ gelesen, weil ich damit nichts anfangen kann. 🙂

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