„Die Heimkehr“ von Peter Georgas-Frey – 3…2…1…liftoff?

Buch: „Die Heimkehr“ (2014)

Autor: Peter Georgas-Frey

Ausgabe: Taschenbuch, 742 Seiten

Verlag: Selbstverlag

Der Autor: Peter Georgas-Frey ist ein 1970 geborener Autor, der mit seiner Familie seit 1999 am schönen Bodensee lebt. Er veröffentlichte bereits Erzählungen und Gedichte wie „Als Paolos Hände reden lernten“, „Soantà“ und „Zeitspuren“ sowie den Roman „Die Revolte“.

Wer mehr über den Autor und seine Bücher erfahren möchte, dem sei der Besuch seines sehr lesenswerten Blogs „literaturfrey“ empfohlen. Wer das nicht möchte, dem sei ein dortiger Besuch ebenfalls empfohlen!

Das Buch: Vor 10.000 Jahren landete das Raumschiff der Aurumer auf der Erde. Oder besser, es bruchlandete.

Das Volk der Aurumer befindet sich naturgemäß auf einem technisch ungleich höheren Niveau als die Menschheit vor Tausenden von Jahren. Das alles hilft den 100 Aurumern, die die Besatzung des Raumschiffs bilden, leider gar nichts, denn mit dem zerstörten Schiff ist an eine Abreise von der Erde nicht mehr zu denken.

Also bleibt ihnen nur eine Möglichkeit: Sie errichten eine Basis und nehmen Kontakt mit den noch spärlich vorhandenen Menschen auf und versuchen, den technologischen Fortschritt der Menschheit voranzutreiben, um irgendwann auch auf der Erde die technologischen Voraussetzungen für eine Rückreise zu ihrem Heimatplaneten zu haben.

Und so lenken sie über die Jahrtausende hindurch die Geschicke der Menschheit, ohne dass die Masse der Weltbevölkerung davon auch nur den Hauch einer Ahnung hat.

10.000 Jahre nach ihrer Bruchlandung steht das Vorhaben der Heimkehr für die Aurumer kurz vor dem Abschluss. Allerdings sind nicht alle Aurumer gewillt, die Erde wieder zu verlassen. Eine kleine Gruppe des außerirdischen Volkes ersinnt eine Intrige, die die Rückreise verhindern soll. Damit rufen sie die verschiedensten Interessengruppen auf den Plan, die aus unterschiedlichsten Gründen für den Verbleib oder die Heimkehr der Aurumer sind, und die versuchen, das Schicksal der außerirdischen Weltenlenker in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Fazit: Die Grundidee des Romans erinnert an die Prä-Astronautik, mit der sich im vergangenen Jahrhundert immer mal wieder Autoren beschäftigt haben, deren hierzulande prominentester Vertreter Erich von Däniken sein dürfte. Umso erleichterter war ich, dass der Autor sich dieses Themas nicht im Rahmen eines weiteren pseudo-wissenschaftlichen Fachbuchs fragwürdigen Inhalts, sondern im Rahmen eines überaus lesenswerten Romans angenommen hat. 😉

Bereits der Beginn des Buches erleichtert den Einstieg ungemein, da sich der Autor eines Stils bedient, der sich durch kurze Kapitel sowie kurze Sätze ohne unnötige Verschachtelungen auszeichnet. Ich persönlich mag ja Verschachtelungen jeder Art – jedenfalls behaupten das Menschen – und neige auch dazu, meine Sätze – so die öffentliche Meinung – durch mehr oder weniger sinnfreie Einschübe – glaubt man das – doch tatsächlich zu verkomplizieren…

In diesem speziellen Fall  ist der Stil, in dem das Buch gehalten ist, aber die richtige Wahl, wie sich im späteren Handlungsverlauf herausstellt. Denn sobald die Existenz der Aurumer öffentlich gemacht werden soll, wird klar, wie viele unterschiedliche Gruppen ihre Interessen vertreten sehen wollen: Politik, Wirtschaft, Militär, Geheimdienste, die katholische Kirche, Whistleblower, Spinner usw. Und aus all deren Sicht werden in den einzelnen Kapiteln die Geschehnisse berichtet. Dass der Leser dennoch nie den Überblick verliert, liegt eben auch an der erwähnten Erzählweise.

Diese ist es auch, die der spannenden Handlung durch permanente Orts- und Personenwechsel eine hohe Dynamik und Tempo verleihen.

Da in „Die Heimkehr“ eindeutig die Geschichte selbst im Vordergrund steht, macht es auch wenig aus, dass ich mir persönlich ein wenig detailiertere Charaktere gewünscht hätte. Zumindest wird bei den wichtigsten Charakteren deren Hintergrund beleuchtet und die Intention, die hinter den Handlungen der agierenden Personen steckt, wird deutlich.

Das zweite persönliche Problem, das ich mit den Charakteren habe, liegt in meiner Unaufmerksamkeit: Jeder Aurumer verfügt über einen Namen, der nur unter den Aurumern selbst genutzt wird, und einen Namen, mit dem er bei den Menschen bekannt ist. Mir fiel durchaus schwer, diese beiden Namen manchmal einer Person zuzuordnen. Wäre mir schon vor Beginn der Lektüre aufgefallen, dass es am Ende des Buches ein sehr hilfreiches Personenregister gibt, hätte ich diese Schwierigkeiten wohl nicht bekommen. 😉

Alles in allem ist Peter Georgas-Frey ein angenehm zu lesender, temporeicher und spannender Roman gelungen. Ein Roman der abseits der Handlung auch noch spannendes Wissen vermitteln kann, so z. B. mit Informationen über das Forschungszentrum CERN. Ein Roman, der mit einem bemerkenswerten Showdown aufwarten kann. Ein Roman, dem ich sehr bald die Lektüre der Fortsetzung „Die Rückkehr“ folgen lassen werde!

Abschließend noch einen herzlichen Dank, lieber Peter, für die Zusendung der Rezensionsexemplare!

Wertung:

Handlung: 9 von 10 Punkten

Charaktere: 7,5 von 10 Punkten

Stil: 8,5 von 10 Punkten

Spannung: 8,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 8,375 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Von Männern, die keine Frauen haben“ von Haruki Murakami.

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7 Kommentare zu „„Die Heimkehr“ von Peter Georgas-Frey – 3…2…1…liftoff?

    1. Vielen Dank! Die detaillierte Wertung war eine spontane Idee und hat sich doch erstaunlicherweise bewährt. 😉

      Schön, dass ich nicht nur als Einziger ein Problem mit den Namen hatte. 🙂

      Ob mir der zweite Teil ebenfalls gefallen hat, kannst Du an dieser Stelle bald nachlesen.

      Liebe Grüße

      Gefällt 1 Person

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