„Der Hüter des Schwertes“ von Duncan Lay – Weltenretter wider Willen

Buch: „Der Hüter des Schwertes“ (2013)

Autor: Duncan Lay

Verlag: blanvalet

Ausgabe: Taschenbuch, 413 Seiten

Der Autor: Duncan Lay ist ein australischer Journalist und Autor. Schon seit er im Alter von sieben Jahren erstmals „Star Wars“ auf der großen Leinwand sah, schwirrten in seinem Kopf allerlei Geschichten herum, die er irgendwann gerne zu Papier bringen wollte.

Wie so viele, spielte auch Lay als Teenager in den 80er Jahren „Dungeons & Dragons“ und kam auf diese Weise mit dem Fantasy-Genre erstmals in Berührung. Als er dann die „Drenai-Saga“ von David Gemell las, hatte ihn die Fantasy-Literatur fest in der Hand. Erste literarische Versuche blieben allerdings erfolglos. Erst ein Interview mit derm amerikanischen Fantasy-Autor Raymond E. Feist sorgte für die nötige Inspiration.

Im Jahr 2009 erschien dann endlich die Originalausgabe seiner „Drachenschwert-Chroniken“.

Mittlerweile schreibt Lay an einem weiteren Mehrteiler mit dem Titel „The Bloody Quarrel“. Ich las erst „Squirrel“ und fragte mich kurz, warum man eine Buchreihe „Das blutige Eichhörnchen“ nennen sollte… 😉

Lay lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern an der Küste von New South Wales.

Das Buch: Martil aus dem Lande Rallor ist ein ehemaliger Kriegshauptmann. Im Krieg zwischen Rallor und Berellia vor einigen Jahren war er als Befehlshaber mitverantwortlich für die vollständige Zerstörung der berellianischen Stadt Berric, bei der sämtliche Bewohner der Stadt, Männer, Frauen, Alte, Kinder, getötet wurden. Dieses Kriegsverbrechen beendete umgehend den Widerstand des schockierten Berrelias und der Krieg war vorbei.

Gedankt wurde Martil sein grausames, wenn auch wirkungsvolles Handeln naturgemäß nicht. In der Bevölkerung nennt man ihn abwertend den „Schlächter von Berric“ und meidet ihn wenn möglich.

Auch Jahre später hat Martil die Ereigenisse von einst noch nicht vollständig verarbeitet. Stattdessen gibt er sich dem übermäßigen Weingenuss hin und streift ziellos umher, mittlerweile im Lande Norstalos angekommen.

Dort gerät er in den Hinterhalt des Wegelagerers Edil und seiner vier Söhne. Trotz mehrmaliger Warnung lassen die Wegelagerer nicht von ihrem Ansinnen ab. Der geübte Schwertkämpfer Martil tötet daraufhin im Zorn alle Angreifer. Einer von Edils Söhnen erzählt Martil im Sterben liegend, dass sie im nahe gelegenen Lager seine kleine sechsjährige Schwester Karia zurückgelassen haben. Er bittet Martil, sich ihrer anzunehmen und sie zu ihrem Onkel Danir nach Thest zu bringen.

Der ehemalige Kriegshauptmann verspricht es, macht sich auf die Suche und findet das Mädchen tatsächlich. Zusammen setzen sie ihren Weg fort, nicht ahnend, dass sie bereits verfolgt werden. Denn der König von Berellia, einst im Krieg unterlegen, plant, sein Reich wieder zu ehemaliger Größe emporzuheben. Zu diesem Plan gehört auch, alle Krieghauptmänner, die seinerzeit für das Massaker von Berric verantwortlich waren, zu finden und zu töten – also eben auch Martil.

Aber nicht nur von dort droht dem ungleichen Gespann Karia und Martil Gefahr. Denn im Land Norstalos, das sie bereisen, droht ein Bürgerkrieg auszubrechen: Das Drachenschwert, seit Jahren Garant für den Frieden im Land, wurde von Fürst Gello gestohlen, um die junge Königin Merren zu stürzen.

Bald sieht sich Martil in Ereignisse verstrickt, die er lieber gemieden hätte…

Fazit: In der jüngeren Vergangenheit bin ich ein wenig skeptisch geworden, wenn auf Büchern des Fantasy-Genres ein – meistens vollkommen unpassender – Vergleich mit J.R.R. Tolkien prangt, oder dort Zitate von mehr oder weniger berühmten und/oder kompetenten Menschen abgedruckt sind, die den Eindruck vermitteln sollen, man hielte gerade den Heiligen Gral der Fantasy in den Händen. Meistens bin ich mit solchen Büchern in letzter Zeit grandios auf die Nase gefallen. Umso erfreulicher fand ich, dass das alles auf „Der Hüter des Schwertes“ nicht zutrifft, eine kurze Inhaltsangabe und fertig. So muss das sein. 😉

Denn wer weniger verspricht, der kann auch weniger enttäuschen. Allerdings gibt es bei „Der Hüter des Schwertes“ eigentlich ohnehin wenig, von dem man enttäuscht sein könnte, auch wenn das Buch nichts revolutionär neu macht. Eine ähnliche Handlung hat man irgendwie schon mal irgendwo gelesen, das Drachenschwert zum Beispiel erinnert in hohem Maße an das Schwert Excalibur aus der Artus-Sage. Aber so wirklich schlimm finde ich das nicht, trotz allem kann die Handlung durchgehend gut unterhalten, auch wenn einiges schon sehr vorhersehbar erscheint. Aber als Einstieg in eine Reihe macht „Der Hüter des Schwertes“ meiner Meinung nach mehr richtig als der neue „Star Wars“-Film. Auch wenn es Menschen geben soll, die das anders sehen würden. 😉

Im stilistischen Bereich gibt es ebenso wenig Anlass zu übermäßiger Kritik wie zu überschwänglicher Freude. Das Buch ist sprachlich einfach gehalten und daher auch für jüngere Leser geeignet.

Die Charaktere des Buches können zwar nicht alle vollkommen überzeugen, aber auch da macht der Autor viel richtig. Martil macht im Laufe des Buches eine Wandlung von einem alkoholkranken Schlagetot zu einem liebevollen Übergangsvater durch, die kleine Karia wandelt sich von einer – wenn auch schüchternen – Nervensäge zu einem anhänglichen kleinen Mädchen. Dieses ungleiche Gespann, später durch den einarmigen und wortgewandten ehemaligen Wegelagerer Conal ergänzt, kann durchaus überzeugen und macht Spaß.

Da man seitens des Verlages die erfreuliche Entscheidung getroffen hat, die ursprünglichen drei Teile der „Drachenschwert-Chroniken“ hierzulande nur in zwei Teilen zu veröffentlichen, werde ich mich zeitnah mit der Fortsetzung beschäftigen. Diesen Entschluss des Verlages muss man schließlich honorieren, üblicherweise werden ja aus einem Originalband drei deutsche Bände gemacht, die dann wiederum in mindestens sechs Teilen verfilmt werden. 😉

Wertung:

Handlung: 7 von 10 Punkten

Stil: 7,5 von 10 Punkten

Charaktere: 8 von 10 Punkten

Atmosphäre: 7,5 von 10 Punkten

Gesamtwertung: 7,5 von 10 Punkten

Demnächst in diesem Blog: „Subs“ von Thor Kunkel. Und nein, darin geht es nicht um BDSM. Also…, jedenfalls nicht bis Seite 50, ich weiß nicht, was da noch kommt…

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